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2009 - Arbeitsgemeinschaft Sicherheit im Sport

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Abstract-Band
5. Dreiländerkongress: D, A, CH
«Sport – mit Sicherheit gewinnen»
Redaktion: Othmar Brügger
bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung
Bern 2009
Abstract-Band
5. Dreiländerkongress: D, A, CH
«Sport – mit Sicherheit gewinnen»
3.–5. September 2009, Magglingen, Schweiz
Redaktion:
Othmar Brügger
bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung
Bern 2009
Impressum
Herausgeberin
bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung
Postfach 8236
CH-3001 Bern
Tel. +41 31 390 22 22
Fax +41 31 390 22 30
info@bfu.ch
www.bfu.ch
Bezug http://shop.bfu.ch
Autoren
Diverse, siehe Angaben in den Abstracts
Mitarbeit
Marianne Buser, Sachbearbeiterin Sport, bfu
Regula Hayoz, Projektassistentin Forschung, bfu
Redaktion
Othmar Brügger, MSc ETH Bew.-wiss., Wissenschaftlicher Mitarbeiter Forschung, bfu
Veranstalter
bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung, Bern
In Zusammenarbeit mit
Arbeitsgemeinschaft Sicherheit im Sport (ASiS), Bochum
Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV), Wien
Bundesamt für Sport BASPO, Magglingen
Swiss Olympic – Dachorganisation der Schweizer Sportverbände, Ittigen b. Bern
SuvaLiv - Sichere Freizeit, Luzern
EuroSafe, Amsterdam
Fotos
Titelseite © Daniel Käsermann (BASPO), Alex Buschor (APIX)
Druck/Auflage
RMS, Repro Media Services AG, Wankdorffeldstrasse 102, CH-3050 Bern
1/2009/200
© bfu 2009
Alle Rechte vorbehalten; Reproduktion (z. B. Fotokopie), Speicherung, Verarbeitung und
Verbreitung sind mit Quellenangabe gestattet.
Der Kongressband basiert auf den Abstract-Eingaben der Referenten des Dreiländerkongresses
«Sport – mit Sicherheit gewinnen». Für den Inhalt ist einzig der jeweilige Autor verantwortlich.
Zitationsvorschlag
Brügger O (Redaktion). Sport – mit Sicherheit gewinnen. Beiträge zum 5. Dreiländerkongress,
3.–5. September 2009 in Magglingen. Bern: bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung; 2009
ISBN 3-908192-34-X
Vorwort
Sicherheit gewinnt
Sport bedeutete ursprünglich Zerstreuung, Zeitvertreib, Vergnügen. Heute umfasst der Begriff mehr. Er
wird auch mit Völkerverständigung, Beruf, Leistung oder Gesundheit verbunden. Und nicht zuletzt mit
Unfallprävention und Sicherheit. Dies sind Voraussetzungen, dass Sport ein Vergnügen ist und die Sporttreibenden auf der Gewinnerseite stehen.
Hier sind Sie als Spezialistinnen und Spezialisten im Bereich Sport und Gesundheit gefordert. Indem Sie
wirksame Massnahmen treffen oder Ihr Wissen weitergeben, beeinflussen Sie das Unfallgeschehen positiv.
Ob Sie aus der Sportwissenschaft kommen oder in der Praxis tätig sind, spielt dabei keine Rolle. Das Zusammenspiel machts! Der 5. Dreiländerkongress vom 3. bis 5. September 2009 in Magglingen fördert
dieses Zusammenspiel. Experten und Interessierte aus Deutschland, Österreich und aus der Schweiz tauschen sich untereinander aus. Das Motto: Mit Sicherheit gewinnen.
Das Programm ist vielfältig: Einzelne Sportarten sind genauso Themen der Referate wie das europäische
Unfallgeschehen oder psychologische Aspekte der Sportunfallprävention. Auch Sport in der Kindheit und
in der Schule bildet einen Themenblock. Die Kurzfassungen der Referate finden Sie im vorliegenden
Abstract-Band. Zusätzlich stehen die Referate als Webcasts auf www.bfu.ch/sportkongress zur Verfügung.
Ich danke den Partnerorganisationen, die den Dreiländerkongresses in Magglingen mittragen. Aber auch
den Referenten und Ihnen als Teilnehmende. Sie alle ermöglichen, dass die Sicherheit im Sport heute und
in Zukunft gewinnt.
bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung
Brigitte Buhmann, Direktorin
5
Inhalt
Vorwort
5
Partner
11
Programmkomitee
13
Organisationskomitee
15
Generelle Informationen
Kongressort
16
16
Gebäudeplan
16
Webcast
17
Social Event
17
Notfall-Nummer für allgemeine Auskünfte
17
Programm
18
Eröffnungsreferate
Physical activity promotion and sports injury prevention: two sides of the same coin
21
21
Van Mechelen Willem
Null Bock auf Schutz – Motivationale Aspekte in der Unfallprävention
22
Kleinert Jens
Verletzungsprävention für Spitzensportler im Skisport
23
Spring Hans
Sportunfälle – eine Europäische Herausforderung
24
Kisser Rupert
Block A: Unfallgeschehen im Sport
The prevention of sports injuries: a cost-effective investment?
25
25
Van Mechelen Willem
Sportunfälle und Expositionszeiten: Wie gefährlich sind einzelne Sportarten?
26
Stamm Hanspeter, Lamprecht Markus
Kosten von Sportunfällen in der Schweiz
27
Sommer Heini, Lieb Christoph
Führt Bewegungsförderung zu mehr Sportunfällen?
28
Martin-Diener Eva, Brügger Othmar, Martin Brian
Abstract-Band
Inhalt
7
Block B: Psychologie in der Sportunfallprävention
Sicherheitscoaching statt Gefahrenunterweisung im Sport
29
29
Kleinert Jens, Sulprizio Marion
Verletzungsaufkommen und Schutzmotivation – Zusammenhänge im professionellen
Eishockeysport
30
Sulprizio Marion, Kleinert Jens, Zepp Christian, Moser Norbert
Schneesporthelm: Tragverhalten und Risiko
31
Bianchi Giannina, Brügger Othmar, Niemann Steffen, Cavegn Mario
Risikoverhalten im Schneesport: persönliche Analyse im Internet
32
Müller Loretz Edith, Fischer Adrian
Sportunfälle im Profi-Eishockey – Epidemiologie und Prävention
33
Luig Patrick, Henke Thomas, Moser Norbert, Schulz David
Block C1: Schneesport 1.Teil
Biomechanische Belastung des Handgelenks beim Sturz von Snowboardern
34
34
Schmitt Kai-Uwe, Wider Diana, Michel Frank I., Gerber Hans, Denoth Jachen
Internale und externale Risikofaktoren bei Skifahrerinnen mit einer VKB-Verletzung
35
Ruedl Gerhard, Schranz Alois, Fink Christian, Nachbauer Werner, Burtscher Martin
Im «Blindflug» über die Piste – Aktuelle Zahlen zur Fehlsichtigkeit im Sport
36
Jendrusch Gernot, Henke Thomas, Schulz David, Lingelbach Bernd, Platen Petra
Polarisierende Filter im Skisport
37
Lingelbach Bernd, Jendrusch Gernot
Analyse des Schutzpotentials von Schneesport-Rückenprotektoren
38
Schmitt Kai-Uwe, Liechti Bendicht, Michel Frank I., Brühwiler Paul
Block D: Bergsport und Tourismus
Sicherheitsmanagement in Ferienorten: Planung, Realisierung und Audit
39
39
Nobs Markus, Müller Christoph
Prävention von Bergsportunfällen: Fachgruppe Sicherheit im Bergsport
40
Walter Monique
Handlungs- und Lageorientierung – Prädiktoren für sicherheitsrelevantes Fehlverhalten von
Felskletterern im Klettergarten ?
41
Voigt Hans-Friedrich, Cronrath Michael
Kernausbildungsteam Lawinenprävention Schneesport
42
Rhyner Hansueli
Lawinen: Warnung, Information (Medien) und Ausbildung
43
Etter Hans-Jürg
8
Inhalt
Abstract-Band
Block C2: Schneesport 2. Teil
bfu – Präventionskampagne im Schneesport
«Fahre mit Respekt und Helm – 1000 Unfälle am Tag sind zu viel»
44
44
Walter Monique
Was ist wirklich dran am Schneesporthelm: eine gemeinsame Stellungnahme
45
Schulz David, Brügger Othmar, Kisser Rupert
bfu-Schwerpunktprogramm Schneesport «Evidence into practice»:
46
Hofer Fränk
«Esprit Piste»: Schneesportunfallprävention an den Schulen
47
Bianchi Giannina, Müller Christoph
Schlitteln und Schneeschuhlaufen – Sicherheit und Recht
48
Mathys Heinz Walter, Rechtsanwalt, a. Staatsanwalt, Oron / Bern, Schweiz
Block E: Schulsport, Sport in der Kindheit
Trendreport zum schulsportlichen Unfallgeschehen in Nordrhein-Westfalen
49
49
Dieterich Sven, Hübner Horst, Seidel Inga
Unfallprävention im Schulsport aus Sicht der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) 50
Orrie Andrew
Selbstevaluation des schulsportlichen Unfallgeschehens
51
Hübner Horst, Seidel Inga
Sicherheitskurse für neue Mobilitätsformen
52
Lauper-Perotti René
Kompetenzerwerb betreffend Sicherheit und Unfallvermeidung in der verbandlichen Bildung
53
Weingärtner Claus
Block F: Sportunfallprävention in Europa
Current European health policy framework
54
54
Kisser Rupert
EuroSafe – platform for European collaboration in injury prevention and safety promotion
55
Rogmans Wim
EuroSafe Task Force on Safety in Sport
56
Brügger Othmar
«Safety in Sports» – Sportunfallprävention auf europäischer Ebene
57
Henke Thomas, Luig Patrick, Kisser Rupert, Rogmans Wim, Schulz David, Kloet Saskia
Abstract-Band
Inhalt
9
Eröffnung Praxistag
Systematische Unfallprävention im Sport
58
58
Brügger Othmar, Hofer Fränk
Block G: Verletzungsprävention in Ballsportarten
Unfallprävention im Breitenfussball – Trainingsprogramm «Die 11»
59
59
Wyss Heinz, Stamm Hanspeter
Soccer Balance - Sensomotorisches Trainingsprogramm im Fussball
60
Schumacher Thomas, Stehle Peter
Block H: Verletzungsprävention beim MTB- und Fahrradfahren
Wirkung eines Radworkshops auf Radfahrfertigkeiten und Aufmerksamkeit von Kindern
61
61
Rom Klaus, Titze Sylvia, Kopp Georg
Nationales Präventionsprogramm
62
Hofer Fränk
«Dein Kopf. Entscheide selbst.» Präventionskampagne zum Tragen eines Helms
63
Möhlendick Klaus
Mountainbike-Trails: Ein Leitfaden zur Realisierung
64
Hubschmid Samuel, Van Rooijen Laurens, Hofer Fränk
Block I: Prävention von Wasser- und Badeunfällen
Wasser- und Badeunfälle in der Schweiz
65
65
Fischer Adrian
Wasseratelier - Weg zu einer konzertierten Prävention der Ertrinkungsfälle in der Schweiz
66
Müller Christoph
Wie viel (bauliche) Sicherheit braucht ein Schwimmbad?
67
Buchser Markus
Ausbildungskonzept der Lebensretter SLRG
68
Zbinden Marcel
Block K: Praxis-Teil
Mountainbike-Trails: Umsetzung von Präventionsmassnahmen in der Praxis
69
70
Sandmeier Noemi, Christe Patrick, Léchot Raffaela, Hofer Fränk
Der Wasser-Sicherheits-Check WSC und das Sicherheitssystem BLUE FOX
71
Müller Christoph
Referentenverzeichnis
72
Kongressbände 2000–2006
73
10
Inhalt
Abstract-Band
Partner
Arbeitsgemeinschaft Sicherheit im Sport (ASiS), Bochum
http://www.sicherheitimsport.de/
Die Arbeitsgemeinschaft (ASiS) bezweckt, auf grösstmöglichen Schutz der
Sportlerinnen und Sportler vor Unfällen und Verletzungen inklusive Überlastungsschäden bei der und durch die Sportausübung hinzuwirken. Dies
beinhaltet die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse auf dem Gebiet
der Prävention.
Innerhalb der ASiS gibt es zurzeit Arbeitsgruppen, die sich intensiv mit
den Themen Datenbanken und Studien, Aus- und Fortbildung, Sehen und
Sicherheit sowie Schneesport beschäftigen.
Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV), Wien
http://www.kfv.at/
Das Kuratorium für Verkehrssicherheit ist die führende Einrichtung in Österreich für Unfall- und Schadensverhütung ausserhalb der Arbeitswelt. Es
arbeitet interdisziplinär in den Bereichen:
ƒ
Verkehr & Mobilität
ƒ
Heim, Freizeit & Sport
ƒ
Eigentum & Feuer
Das Leistungsspektrum umfasst Statistik und Risikoanalyse, Entwicklung
und Test von Sicherheitsmassnahmen, Politikberatung und Öffentlichkeitsarbeit.
Die Themen und Dienstleistungen des KfV werden durch neun Landesstellen in allen Regionen Österreichs verbreitet.
Bundesamt für Sport BASPO, Magglingen
http://www.baspo.admin.ch/internet/baspo/de/home.html
Das Bundesamt für Sport BASPO ist das Kompetenzzentrum des Bundes
für den Schweizer Sport. Es ist es dem Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport angegliedert und fördert den Sport
und seine Werte - für alle Alters- und Leistungsgruppen, über alle sozialen
und kulturellen Grenzen hinweg.
Das BASPO sorgt für die Entwicklung und Mitgestaltung der nationalen
Sportpolitik. In enger Zusammenarbeit mit den Partnern im Schweizer
Sport werden am BASPO Ziele und Strategien zur Sportförderung evaluiert, entwickelt und umgesetzt. Die Eidgenössische Hochschule für Sport
EHSM ist verantwortlich für die Ausbildung, Forschung und Entwicklung.
Abstract-Band
Partner
11
In Magglingen und Tenero betreibt das BASPO Ausbildungs-, Kurs- und
Trainingszentren, die der Hochschule, aber auch Verbänden, Vereinen
und Schulen zur Verfügung stehen.
Swiss Olympic – Dachorganisation der Schweizer Sportverbände,
Ittigen b. Bern
www.swissolympic.ch
Swiss Olympic ist das Nationale Olympische Komitee und die Dachorganisation des Schweizer Sports mit 82 Mitgliederverbänden. Swiss Olympic
vertritt damit indirekt rund 1,5 Millionen Sport Treibende in 22'600 Vereinen.
Der Dachverband führt auch die Schweizer Olympia-Delegationen und ist
für die Selektion der Athletinnen und Athleten sowie für alle administrativen und organisatorischen Belange rund um die Olympischen Spiele zuständig.
Die zentralen Anliegen von Swiss Olympic sind, den international ausgerichteten Leistungssport zu fördern und über seine Mitgliederverbände
den Breitensport zu unterstützen. Zu den Aufgabenbereichen von Swiss
Olympic gehören zudem beispielsweise auch die Nachwuchsförderung,
die Förderung der olympischen Bewegung sowie ethische Programme.
SuvaLiv - Sichere Freizeit, Luzern
http://www.suva.ch/home/suvaliv.htm
Aktive Freizeitgestaltung liegt im Trend und gehört heute zu unserem
Leben. SuvaLiv will die Versicherten zu sicherheitsbewusstem Verhalten in
der Freizeit motivieren und dadurch Unfälle verhüten: mit breitangelegten
Kampagnen sowie mit individueller Beratung und Schulung in den Betrieben.
EuroSafe, Amsterdam
http://www.eurosafe.eu.com/csi/eurosafe2006.nsf
EuroSafe, the European Association for Injury Prevention and safety Promotion, is the network of injury prevention champions dedicated to
making Europe a safer place. Sport safety: The focus of the Sport Safety
Task Force is on improving of knowledge on the prevention of acute and
overuse sports injuries in European countries. The main aim is a reduction
in the number and/or the severity of injuries. The promotion of physical
exercise and injury prevention should be seen as two complementary and
not competitive health strategies.
12
Partner
Abstract-Band
Programmkomitee
Othmar Brügger
Vorsitz
Wissenschaftlicher Mitarbeiter Forschung, bfu, o.bruegger@bfu.ch
Dipl. Natw. ETH, Dipl. Turn- und Sportlehrer Dipl. II, Swiss Olympic Trainer Spitzensport;
Physik- sowie Turn- und Sportlehrerstudium an den Universitäten Freiburg i. Ü. und
Bern, Bewegungs- und Sportwissenschaftsstudium an der ETH Zürich. 1997 – 2002.
Mitarbeiter der Abteilung Sport der bfu. Seit 2003 tätig als wissenschaftlicher
Mitarbeiter der Abteilung Forschung der bfu, seit 2008 stellvertretender Leiter dieser
Abteilung. Schwerpunkte: Unfallschwerpunkte im Sport, Evaluation von Sicherheitsmassnahmen, Entwicklung Schutzartikel. Leitung EuroSafe Task Force Sport Safety.
Thomas Henke
Mitglied
Wissenschaftlicher Angestellter am Lehrstuhl für Sportmedizin der Ruhr-Universität
Bochum, thomas.henke@ruhr-uni-bochum.de
Dr. rer. nat. Auswahl aktueller Arbeitsschwerpunkte: Epidemiologie und Prävention von
Sportunfällen im Vereinssport, Epidemiologie und Prävention von Sportunfällen im
Profisport, EU-Projekt «Safety in Sports», Sicherheit im Sport (ARAG), Techniktraining
im Sport (Mitarbeit, BISp Auftrag), Forschungstätigkeit im den Bereichen
Sportunfallprävention und Biomechanik.
Rupert Kisser
Mitglied
Leiter der Europäischen und internationalen Angelegenheiten, Bereich Heim, Freizeit
und Sport, Kuratorium für Verkehrssicherheit KfV, Wien, rupert.kisser@kfv.at
Dr. phil., Vorsitzender der European Association for Injury Prevention and Safety Promotion (EuroSafe), Koordinator des European Network of Injury Data Suppliers (IDBNetwork), Koordinator des EU-Projekts «Safety in Sports».
Markus Feller
Mitglied
Verantwortlicher Fairer und sicherer Sport, BASPO, markus.feller@baspo.admin.ch
Jurist. Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Bern. Assistent am öffentlichrechtlichen Institut der Universität Bern. Mitarbeiter des BASPO seit 2003. Verantwortlich für den Bereich fairer und sicherer Sport seit 2008. Arbeitsschwerpunkte im Bereich
des sicheren Sports, der Dopingproblematik, der Integrationswirkung von Sport sowie
von Gewaltauswüchsen anlässlich von Sportveranstaltungen. Stiftungsrat von Safety in
adventures.
Abstract-Band
Programmkomitee
13
Judith Conrad
Mitglied
GL-Mitglied von Swiss Olympic, Leiterin der Abteilung Ethik und Ausbildung,
judith.conrad@swissolympic.ch
Dipl. Turn- und Sportlehrerin II ETH, EMBE HSG
Jürg Ernst
Mitglied
Versicherung und Unfallverhütung
Leiter, Prävention Freizeit- und Sportunfälle, Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
(Suva), juerg.ernst@suva.ch
14
Programmkomitee
Abstract-Band
Organisationskomitee
Abstract-Band
Jörg Thoma
Othmar Brügger
Projektoberleitung
Leiter Programm
j.thoma@bfu.ch
o.bruegger@bfu.ch
Fränk Hofer
Monique Walter
Leiter Projektteam
Projektteam
f.hofer@bfu.ch
m.walter@bfu.ch
Christoph Müller
Regina Münstermann-Tilch
Projektteam
Projektteam
c.mueller@bfu.ch
r.muenstermann@bfu.ch
Marianne Buser
Regula Hayoz
Administration
Administration
m.buser@bfu.ch
r.hayoz@bfu.ch
Organisationskomitee
15
Generelle Informationen
Kongressort
Bundesamt für Sport BASPO
Sport- und Kongresszentrum
CH-2532 Magglingen
http://www.baspo.admin.ch/internet/baspo/de/home.html
Gebäudeplan
01 Hochschule Hauptgebäude
02 Grand Hotel
02.1 Bike-Garage
03 Bellavista
03.1 Anlieferung
04 Tennisplatz Hauptgebäude
05 Kapelle BASPO
06 Schachenmannhaus
07 Bresil
08 Schweizerhaus
09 Belair
10 Bernerhaus
11 Freibad
12 Hochschule Lärchenplatz
13 Lärchenplatz
14 Finnenbahn
15 Hindernisbahn
21 Sport-Toto-Halle
22 Werkhof
23 Alte Sporthalle
24 Kampfsportpavillon
16
Generelle Informationen
25 Nordic Pavillon
26 Jubiläumshalle
27 Hartplatz
28 Lagerhalle
31 Halle End der Welt
32 Stadion End der Welt
33 Trainingsplätze 3+4
34 Tennisplätze End der Welt
35 Amphitheater
36 Beachsportanlage
37 Pitch and Putt Golf
38 Trainingsplatz 1
39 Trainingsplatz 2
40 Klettergarten
41 Schutzdach
42 Birkenplatz
43 Waldhaus
44 Swiss Olympic House
45 Jurahaus
46 Seehaus
47 Des Alpes
Abstract-Band
Webcast
Die Referate werden mit Webcast aufgenommen und sind nach dem Kongress im Internet unter
www.bfu.ch/sportkongress abrufbar.
Social Event
Am Freitagabend, 4. September 2009 unternehmen wir einen Ausflug an den Bielersee.
Treffpunkt: Bergstation Funic Magglingen, 17.45 h
Rückkehr: ca. 23.30 h
Notfall-Nummer für allgemeine Auskünfte
Kontaktieren Sie
- Frau Marianne Buser: +41 31 390 21 57
oder
- Herrn Fränk Hofer: +41 79 353 30 10
Abstract-Band
Generelle Informationen
17
Programm
Stand Mitte August 2009
Kongressprogramm Donnerstag, 3. September 2009 - Nachmittag
Zeit
Programmteil/Titel
Name
ab 13:30 h Check-in
Buser
ab 13:30 h Apéro im Foyer
14.45 h
Kongresseröffnung
Hofer
Begrüssung
Buhmann
15.00 h
Bewegungsförderung und Sportunfallprävention: Van Mechelen
Zwei Seiten einer Münze
15.40 h
Null Bock auf Schutz – Motivationale Aspekte in Kleinert
der Unfallprävention
16.20 h
Pause
16.50 h
Spring
Verletzungsprävention für Spitzensportler im
Skisport
17.30 h
Sportunfälle - eine europäische Herausforderung Kisser
19:00 h
Abendessen im Bellavista, Magglingen
Kongressprogramm Freitag, 4. September 2009 - Vormittag
Zeit
Programmteil/Titel
Name
08.30 h
Block A: Unfallgeschehen im Sport
08.30 h
Van Mechelen
Sportunfallprävention: Eine kosteneffektive
Investition?
09.00 h
Sportunfälle und Expositionszeiten
Stamm
09.15 h
09.30 h
09.30 h
09.45 h
Kosten von Sportunfällen in der Schweiz
Führt Bewegungsförderung zu mehr
Sportunfällen?
Diskussion
Block B: Psychologie in der
Sportunfallprävention
Sicherheitscoaching statt Gefahrenunterweisung
im Sport
Verletzungsaufkommen und Schutzmotivation:
Zusammenhänge im professionellen
Eishockeysport
Schneesporthelm: Tragverhalten und Risiko
Risikoverhalten im Schneesport: persönliche
Analyse im Internet
Sportunfälle im Profi-Eishockey
Diskussion
10.00 h
Pause
09.45 h
08.30 h
08.30 h
08.45 h
09.00 h
09.15 h
18
Programm
Vorname
Marianne
Institution, Ort
bfu, Bern
Seminarraum
Jurahaus, Foyer
Jurahaus, Foyer
Jurahaus, Leubringen
Jurahaus, Leubringen
Jurahaus, Leubringen
Fränk
Brigitte
Willem
bfu, Bern
bfu, Bern
Freie Universität Amsterdam
Jens
Deutsche Sporthochschule,
Köln
Hans
Rupert
Swiss Olympic Medical
Center Leukerbad
KfV, Wien
Vorname
Institution, Ort
Seminarraum
Willem
Freie Universität Amsterdam
Jurahaus, Leubringen
Hanspeter
Observatorium Sport und
Bewegung Schweiz
Ecoplan, Altdorf
Eidg. Hochschule für Sport,
Magglingen
bfu, Bern
Jurahaus, Leubringen
Deutsche Sporthochschule,
Köln
Deutsche Sporthochschule,
Köln
Jurahaus, Villeret
Jurahaus, Leubringen
Jurahaus, Foyer
Jurahaus, Leubringen
Jurahaus, Leubringen
Bellavista
Sommer
Martin-Diener
Heini
Eva
Jurahaus, Leubringen
Jurahaus, Leubringen
Brügger
Othmar
Kleinert
Jens
Zepp
Christian
Bianchi
Müller Loretz
Giannina
Edith
bfu, Bern
Suva, Luzern
Jurahaus, Villeret
Jurahaus, Villeret
Henke
Kleinert
Thomas
Jens
Ruhr-Universität, Bochum
Deutsche Sporthochschule,
Köln
Jurahaus, Villeret
Jurahaus, Villeret
Jurahaus, Leubringen
Jurahaus, Villeret
Jurahaus, Foyer
Abstract-Band
Zeit
10.30 h
10.30 h
10.45 h
11.00 h
11.15 h
11.30 h
11.45 h
10.30 h
10.30 h
10.45 h
11.00 h
11.15 h
11.30 h
11.45 h
12.00 h
Programmteil/Titel
Block C1: Schneesport 1. Teil
Biomechanische Belastung von Handgelenk
beim Sturz von Snowboardern
Risikofaktoren bei Skifahrerinnen mit VKBVerletzung
Name
Vorname
Institution, Ort
Seminarraum
Schmitt
Kai-Uwe
ETH, Zürich
Jurahaus, Leubringen
Ruedl
Gerhard
Jurahaus, Leubringen
Im Blindflug über die Piste - Aktuelle Zahlen zur
Fehlsichtigkeit im Sport
Polarisierende Filter im Skisport
Jendrusch
Gernot
Institut für
Sportwissenschaften,
Innsbruck
Ruhr-Universität, Bochum
Lingelbach
Bernd
Jurahaus, Leubringen
Analyse des Schutzpotentials von SchneesportRückenprotektoren
Diskussion
Block D: Bergsport und Tourismus
Prävention von Bergunfällen: Fachgruppe
Sicherheit im Bergsport
Sicherheitsrelevantes Fehlverhalten im
Klettergarten
Sicherheitsmanagement in Ferienorten: Planung,
Realisierung, Audit
Kernausbildungsteam Lawinenprävention
Schneesport
Lawinen: Warnung, Information (Medien) und
Ausbildung
Diskussion
Mittagessen im Bellavista, Magglingen
Schmitt
Kai-Uwe
Institut für Augenoptik,
Aalen
ETH, Zürich
Michel
Frank I.
bfu, Bern
Jurahaus, Leubringen
Walter
Monique
bfu, Bern
Jurahaus, Villeret
Voigt
Ruhr-Universität, Bochum
Jurahaus, Villeret
Nobs
HansFriedrich
Markus
bfu, Bern
Jurahaus, Villeret
Rhyner
Hansueli
WSL-SLF, Davos
Jurahaus, Villeret
Etter
Hans-Jürg
WSL-SLF, Davos
Jurahaus, Villeret
Walter
Monique
bfu, Bern
Jurahaus, Villeret
Bellavista
Vorname
Institution, Ort
Seminarraum
Fränk
bfu, Bern
Jurahaus, Leubringen
David
ARAG – Sportversicherung,
Düsseldorf
bfu, Bern
bfu, Bern
Jurahaus, Leubringen
Heinz
Walter
Edith
SKUS, Schweiz
Jurahaus, Leubringen
Suva, Luzern
Jurahaus, Leubringen
Andrew
DGUV, München
Jurahaus, Villeret
Sven
Unfallkasse NRW, Düsseldorf Jurahaus, Villeret
Horst
Universität Wuppertal
René
Claus
NMSP, Sachseln
Jurahaus, Villeret
Jurahaus, Villeret
LandesSportBund NRW,
Duisburg
Unfallkasse NRW, Düsseldorf Jurahaus, Villeret
Jurahaus, Foyer
Kongressprogramm Freitag, 4. September 2009 - Nachmittag
Zeit
Programmteil/Titel
Name
13.30 h
Block C2: Schneesport 2. Teil
13.30 h
Hofer
bfu-Schwerpunktprogramm Schneesport:
«Evidence into practice»
13.45 h
Schulz
Was ist dran am Schneesporthelm? Eine
gemeinsame Stellungnahme
14.00 h
bfu-Präventionskampagne im Schneesport
Walter
14.15 h
Bianchi
«Esprit Piste»: Schneesportunfallprävention an
den Schulen
14.30 h
Mathys
Schlitteln und Schneeschuhlaufen - Sicherheit
und Recht
14.45 h
Diskussion
Müller Loretz
13.30 h
Block E: Schulsport, Sport in der Kindheit
13.30 h
Orrie
Unfallprävention im Schulsport aus Sicht der
Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung
13.45 h
Dieterich
Trendreport zum schulsportlichen
Unfallgeschehen in Nordrhein-Westfalen
14.00 h
Hübner
Selbstevaluation des schulsportlichen
Unfallgeschehens
14.15 h
Sicherheitskurse auf neuen Mobilitätsformen
Lauper-Perotti
14.30 h
Weingärtner
Kompetenzerwerb in Fragen der Sicherheit und
Unfallvermeidung in der verbandlichen Bildung
14.45 h
Diskussion
Dieterich
15.00 h
Pause
15.30 h
Block F: Sportunfallprävention in Europa
15.30 h
Current European health policy framework
Kisser
15.45 h
EuroSafe as platform for collaboration
Rogmans
16.00 h
The EuroSafe task force and its future role
Brügger
16.15 h
The Sports Safety project
Henke
16.30 h
Discussion
Kisser
17.00 h
Ende
Kongressprogramm Freitag, 4. September - Abend
Zeit
Programmteil/Titel
18.00 h
Abfahrt mit Car zum Event-Abend:
«Schweizer Traditionen am Bielersee»
ca. 23.00
Rückfahrt mit Car nach Magglingen
Abstract-Band
Monique
Giannina
Sven
Jurahaus, Leubringen
Jurahaus, Leubringen
Jurahaus, Leubringen
Jurahaus, Leubringen
Jurahaus, Villeret
Rupert
Wim
Othmar
Thomas
Rupert
KfV, Wien
EuroSafe, Wien
bfu, Bern
Ruhr-Universität, Bochum
KfV, Wien
Jurahaus, Leubringen
Jurahaus, Leubringen
Jurahaus, Leubringen
Jurahaus, Leubringen
Jurahaus, Leubringen
Name
Buser
Vorname
Marianne
Buser
Marianne
Institution, Ort
bfu, Bern / BASPO, Magglingen
Treffpunkt: Bergstation FUNIC, Magglingen
bfu, Bern / BASPO, Magglingen
Programm
19
Kongressprogramm Samstag, 5. September 2009 - Vormittag
Zeit
Programmteil/Titel
Name
08.30 h
Systematische Unfallprävention im Sport
Brügger
09.00 h
Fazit / Ausblick
Buhmann
Orientierungen / Ablauf
Hofer
09.15 h
Henke
Block G: Verletzungsprävention in Ballsportarten
09.15 h
Wyss
Unfallprävention im Breitenfussball
Trainingsprogramm «Die 11»
09.35 h
Stamm
Evaluation einer nationalen Präventionskampagne im Fussball
09.55 h
Schumacher
Soccer Balance: Sensomotorisches Training im
Fussball
09.15 h
Hofer
Block H: Verletzungsprävention bei MTB /
Fahrrad
09.15 h
Nationales Präventionsprogramm Fahrradfahren/ Hofer
Biken
09.30 h
Rom
Wirkung Radworkshop auf Radfahrfertigkeiten
von Kindern
09.45 h
Möhlendick
Präventionskampagne zum Tragen eines Helms
beim Radfahren
10.00 h
MTB-Trails: Ein Leitfaden zur Realisierung
Hubschmid
09.15 h
Müller
Block I: Prävention von Wasser- und
Badeunfällen
09.15 h
Müller
Wasseratelier - auf dem Weg zu einer
konzertierten Prävention
09.30 h
Wasser- und Badeunfälle in der Schweiz
Fischer
09.45 h
10.00 h
10.15 h
10.45 h
10.45 h
10.45 h
10.45 h
12.45 h
13.45 h
20
Wieviel (bauliche) Sicherheit braucht ein
Schwimmbad?
Ausbildungskonzept der Lebensretter
Pause
Block K: Praxis-Teil
Verletzungsprävention in Ballsportarten
Qualität in der Übungsausführung: Worauf
sollten Sie achten!
Verletzungsprävention bei MTB / Fahrrad
MTB-Trails: Umsetzung von Präventionsmassnahmen in der Praxis
Prävention von Wasser- und Badeunfällen
Wasser-Sicherheits-Check WSC und das
Sicherheitssystem BLUE FOX
Mittagessen im Bellavista, Magglingen
Schluss des Dreiländerkongresses
Programm
Vorname
Othmar
Brigitte
Fränk
Thomas
Institution, Ort
bfu, Bern
bfu, Bern
bfu, Bern
Ruhr-Universität, Bochum
Seminarraum
Jurahaus, Leubringen
Jurahaus, Leubringen
Jurahaus, Leubringen
Heinz
Suva, Luzern
Jurahaus, Leubringen
Hanspeter
Jurahaus, Leubringen
Fränk
Lamprecht und Stamm,
Zürich
Borussia VfL,
Mönchengladbach
bfu, Bern
Fränk
bfu, Bern
Jurahaus, Villeret
Klaus
Universität Graz
Jurahaus, Villeret
Klaus
Barmer, Wuppertal
Jurahaus, Villeret
Samuel
Christoph
Trailnet, Bern
bfu, Bern
Jurahaus, Villeret
Christoph
bfu, Bern
Jurahaus, Orvin
Adrian
Jurahaus, Orvin
Thomas
Jurahaus, Leubringen
Buchser
Markus
Lamprecht und Stamm,
Zürich
bfu, Bern
Zbinden
Marcel
SLRG, Nottwil
Jurahaus, Orvin
Jurahaus, Foyer
Warnke
Kerstin
Schulthess Klinik, Zürich
End der Welt,
Magglingen
Hofer
Fränk
bfu, Bern
BielTrail, Magglingen
Müller
Christoph
bfu, Bern
Freibad, Magglingen
Jurahaus, Orvin
Bellavista
Abstract-Band
Eröffnungsreferate
Physical activity promotion and sports injury prevention: two sides of the same coin
Van Mechelen Willem
VU Universitiy Medical Center, Amsterdam, the Netherlands
KEYWORDS: Intervention Mapping protocol, physical activity versus risk for sport injuries
INTRODUCTION
In modern society physical inactivity and associated chronic health problems are of major Public Health
concern, also among youth. In addition Western society will, for the years to come, be confronted with
the effects of an ageing population. The latter is also associated with increased rates of chronic health
conditions. Both demographic trends warrant the promotion of a physically active lifestyle.
BACKGROUND
Such health promotion should already start at a young age, in order to have its full impact on society. For
this reason many governments and NGO’s aim to enhance levels of sports and physical activity participation among our youth. This can be done by introducing comprehensive interventions in various settings,
such as the school and the sports club. According to new insights such interventions can be constructed
according to the Intervention Mapping protocol (www.interventionmapping.nl). The flip side of a physically active lifestyle consists of an allegedly increased risk for sports injuries. Sometimes this increased risk
is used as an argument to hold back the introduction of physical activity promotion interventions, also
among youth. It is however questionable if this is truly the case.
DUTCH APPROACH
Purpose of this presentation is to give insight into the effectiveness of physical activity interventions for
school children, to give a brief introduction into the Intervention Mapping protocol, to present the results
of a recent, effective school-based physical activity intervention among Dutch school children
(www.doitproject.com) , to provide descriptive information on the epidemiology of sports injuries in youth
and finally to present data of another recent Dutch trial on the prevention of physical activity related injuries in primary school children aged 11–12 years (www.iplaystudy.nl).
CONCLUSION
If constructed properly, i.e. along the lines of the intervention mapping protocol, interventions aimed both
at enhancing levels of physical activity in school children, as well as preventing sports injuries have proven
to be highly effective. It is of importance that such evidence-based intervention programmes are
introduced in Public health at a broad scale in order to contribute to a healthy and safe society.
LITERATUR
www.interventionmapping.nl
www.doitproject.com
www.iplaystudy.nl
Abstract-Band
Eröffnungsreferate
21
Null Bock auf Schutz – Motivationale Aspekte in der Unfallprävention
Kleinert Jens
Deutsche Sporthochschule Köln, Deutschland; Psychologisches Institut, Abt. Gesundheit &
Sozialpsychologie
SCHLÜSSELWÖRTER: Unfallpräventives Handeln, Motivationsprozess, soziale Interaktion, Gruppe, Steuerungsprozess
EINLEITUNG UND ZIELSETZUNG
Das Verhalten von Sportlern, die sich gar nicht oder nicht ausreichend vor Verletzungen schützen, ist häufig unerklärlich. Insbesondere wenn wir rationale Kriterien anlegen, ist fehlendes Schutzverhalten nur
schwer nachvollziehbar. Das vorliegende Referat soll daher verdeutlichen, welche Hinweise die Motivationspsychologie geben kann, warum das objektiv-rationale Verständnis von Unfallprävention und die subjektiv-affektive Präventionshandlung häufig so stark divergieren.
METHODE UND RESULTATE
Um deutlich zu machen, welchen Einfluss theoretische Überlegungen auf Unfallprävention in der Praxis
haben können, werden ausgewählte und unterschiedliche motivationale Modellvorstellungen des letzten
Jahrhunderts gegenübergestellt. Es wird gezeigt, welche grundsätzlich unterschiedlichen Zugänge und
Verständnisse vom Ablauf menschlicher Handlungen diesen Modellen innewohnen. Die Bandbreite geht
hierbei von systemischen Ansätzen (Lewin, 1936), über stark rationale Modelle (Ajzen, 1985; Bandura,
1989, Maddux, 1983; Schwarzer, 2004) bis hin zu volitiven (Heckhausen et al., 1987) und sozial-interaktionistischen Überlegungen (Deci & Ryan, 1985).
SCHLUSSFOLGERUNG
Als Konsequenz des Überblicks wird eine SER-GUT-Motivation gefordert: SER steht hierbei für die stärkere
Verknüpfung sozialer, emotionaler und rationaler Motivationsprozesse, während GUT heisst: «Gruppe
unterstützt tun». Im letzteren Sinne wird unfallpräventives Handeln sowohl von seiner Bedeutung (Valenz)
als auch von der Einschätzung seiner Umsetzbarkeit (Kompetenz) als Funktion der Gruppe, also als Funktion sozialer Interaktionsprozesse gesehen. Erst im Rahmen dieser Interaktionen bilden sich die psychischen (emotionalen und rationalen) Strukturen und Mechanismen einer unfallpräventiven Handlung aus.
Derartige Perspektiven, das heisst die stärkere Berücksichtigung von sozialen Interaktionen und hierdurch
ausgelösten emotional-affektiven Steuerungsprozessen, weisen auf eine Umorientierung unfallpräventiver
Praxisarbeit hin: Weniger die Wissensvermittlung und Aufklärung als vielmehr die Verknüpfung von Information mit einem sozialen und individuellen sowie emotionalen Bedeutungsgehalt (Kontext) sollte
Unfallprävention ausmachen.
LITERATUR
Ajzen, I. (1985). From intentions to actions: A theory of planned behavior. In J. Kuhl & J. Beckmann (Eds.), Action
control: From cognition to behavior. Berlin, Heidelber, New York: Springer-Verlag.
Bandura, A. (1989). Human Agency in Social Cognitive Theory. American Psychologist, 44, 1175–1184.
Deci, E.L. & Ryan, R.M. (1985). Intrinsic Motivation and Self-Determination in Human Behavior. New York: Plenum
Press.
Heckhausen, H., Gollwitzer, P.M. & Weinert, F.E. (Hrsg.) (1987). Jenseits des Rubikon: Der Wille in den Humanwissenschaften. Berlin: Springer.
Lewin, K. (1936). Principles of topological psychology. New York: McGraw-Hill.
Maddux, J. E., & Rogers, R. W. (1983). Protection motivation and self-efficacy: A revised theory of fear appeals and
attitude change. Journal of Experimental Social Psychology, 19, 469–479.
Schwarzer, R. (2004). Psychologie des Gesundheitsverhaltens. Göttingen: Hogrefe.
22
Eröffnungsreferate
Abstract-Band
Verletzungsprävention für Spitzensportler im Skisport
Spring Hans
Rehazentrum und Swiss Olympic Medical Center Leukerbad, Schweiz, Sportmedizinischer Dienst
Swiss Ski Herren alpin, Medizinische Kommission Internationaler Skiverband FIS
Die Verletzungshäufigkeit im alpinen Skirennsport auf Stufe Weltcup ist gross – zu gross.
Die Zahlen der Saison 2008/2009 des vom Internationalen Skiverband FIS in Auftrag gegebenen FIS Injury
Surveillance System (Oslo Sports Trauma Research Center) zeigen eine Häufigkeit von 30 Verletzungen auf
100 Athleten pro Saison, davon 15 mit einer Wettkampfabwesenheit von mehr als 28 Tagen.
Die Prävention solcher Ereignisse hat für uns im Skirennsport involvierten Sportmediziner einen hohen
Stellenwert. Die bei Swiss Ski durchgeführten medizinischen und leistungsdiagnostischen Untersuchungen
sowie die daraus abgeleiteten Massnahmen werden praxisnah dargestellt. Wünsche an die Regelverantwortlichen der FIS werden formuliert und diskutiert.
Präventionsprogramme sollen alle Leistungsstufen der Skirennsportler erfassen. Ein Transfer in den Nachwuchsbereich ist wichtig. Diese Massnahmen müssen in einem grossen Sportverband wie Swiss Ski mit
hoher Priorität in der Trainerbildung vermittelt und konsequent in die tägliche Arbeit aufgenommen und
umgesetzt werden.
Skirennsport bleibt mit einem Verletzungsrisiko verbunden. Dieses möglichst klein zu halten ist unser eingeschlagener Weg.
Abstract-Band
Eröffnungsreferate
23
Sportunfälle – eine Europäische Herausforderung
Kisser Rupert
KfV, Wien, Österreich
SCHLÜSSELWÖRTER: Safety in Sports, Injury Data Base, Verletzungsgeschehen in der Europäischen Union
EINLEITUNG
Körperliche Bewegung ist immer, vor allem wenn sie an die Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit geht,
mit einem gewissen Verletzungsrisiko verbunden, was aber nicht bedeutet, dass man das Risiko nicht
reduzieren kann. Tatsächlich gibt es zahlreiche Massnahmen und Strategien, deren Wirksamkeit wissenschaftlich erwiesen, die aber keineswegs ausreichend in der Praxis umgesetzt sind. Jährlich werden in den
Spitälern der Europäischen Union jährlich rund 5,5 Millionen Sportverletzungen behandelt. Das ist ein
erheblicher Beitrag zur gesundheitlichen Belastung der Europäischen Bevölkerung, der Massnahmen zur
Reduktion notwendig macht.
ZIELSETZUNG UND METHODE
Voraussetzung für wirksame Prävention ist die Identifikation von Zielgruppen bzw. Risikosituationen, für
die Präventionsmassnahmen entwickelt und implementiert werden sollen. Die Prävention selbst ist Sache
der Mitgliedsstaaten. Die Europäische Union fördert aber den Austausch von Verletzungsdaten und von
Erfahrungen über wirksame präventive Massnahmen, Programme und politische Massnahmen.
RESULTATE
Das Europäische Projekt «Safety in Sports» liefert eine aktuelle Analyse des Verletzungsgeschehens bei
sportlichen Tätigkeiten in der Europäischen Union, gegliedert nach Sportarten, Betroffenen und Verletzungsmustern. Die konkreten Ergebnisse dieser Analyse werden in Magglingen anlässlich des 5. Dreiländerkongresses im Sport erstmalig präsentiert. Nicht neu ist, dass Fussball nicht nur eine der beliebtesten,
sondern auch der verletzungsträchtigsten Sportarten ist: Ein Drittel aller Sportverletzungen entfallen auf
den Fussballsport.
Basis der Studie ist das gemeinschaftliche Berichtssystem der «Injury Data Base (IDB)» die auf den Daten
von derzeit zwölf nationalen Stichproben von Krankenhäusern beruht. Die Verteilungen der Sportunfälle
in diesen Ländern werden verglichen, und Hochrechnungen für die gesamte Union geliefert. Die Detailergebnisse für Ballsport, Schneesport, Reiten und Radfahren liefern Empfehlungen, wo Schwerpunkte in der
Prävention gesetzt werden sollen.
FAZIT
Aus gesundheitspolitischer Sicht ist die Einschränkung der Sportausübung keine erwünschte Option, um
die Frequenz von Sportverletzungen zu reduzieren. Studien aus Österreich und der Schweiz zeigen, dass
im Allgemeinen der positive Beitrag körperlicher Bewegung zur Gesundheit grösser ist als der negative
Effekt durch Verletzungen. Die Ziele der Bewegungsförderung – etwa mehr Menschen zu dauerhafter
gesundheitsorientierter Sportausübung zu bringen – und Ziele der Verletzungsverhütung sind gleichzeitig
zu verfolgen. Das ist eine gemeinsame Verantwortung von Gesundheits- und Sportpolitik.
24
Eröffnungsreferate
Abstract-Band
Block A: Unfallgeschehen im Sport
The prevention of sports injuries: a cost-effective investment?
Van Mechelen Willem
VU University Medical Center, Amsterdam, the Netherlands
KEYWORDS: Cost-effectiveness study, intervention programmes
INTRODUCTION
Sports injuries are an unwanted side effect of participation in physical activity, exercise and sports. For this
reason many attempts are made to reduce the incidence of sports injuries by introducing preventive
measures. These measures can have a primary, secondary or tertiary nature.
BACKGROUND
Preventive measures should be based on sound scientific knowledge that should be gathered in a systematic way. This implies, next to descriptive statistics on incidence and severity, knowledge of the factors
that are associated with the occurrence of injury and the injury mechanism. Based on this information
intervention programmes can be designed, which should subsequently be tested for effectiveness in randomised clinical trials.
From a societal perspective it is needed that information on the cost-effectiveness of preventive programmes become available also, because of the allocation of limited public financial resources. One needs
to know what intervention will give «the biggest bang for the buck». Unfortunately in sports injury
prevention research only limited data are available on the cost-effectiveness of measures to prevent sports
injuries.
METHOD
Purpose of this presentation is to show how cost-effectiveness studies in sports injury prevention research
can be carried out. This will be done by using a recent intervention trial as an example. This trial aimed at
the prevention of recurrent lateral ligament ankle injuries, i.e. the most prevalent sports injury, by the
introduction of balance board training as an adjuvant to usual care.
CONCLUSION
Despite the fact that sports injuries are an unwanted side-effect of sports participation and physical
activity, participation in sports should be stimulated. To prevent sports injuries, evidence-based
interventions are needed. However, sports injury prevention interventions constructed in a theory-driven
way have shown to be cost-effective. They are of great importance to Public health.
LITERATUR
www.iplaystudy.nl
www.2bfitstudy.nl
Abstract-Band
Block A: Unfallgeschehen im Sport
25
Sportunfälle und Expositionszeiten: Wie gefährlich sind einzelne Sportarten?
Stamm Hanspeter, Lamprecht Markus
Observatorium Sport und Bewegung Schweiz c/o Lamprecht & Stamm, Sozialforschung und
Beratung AG, Zürich, Schweiz
SCHLÜSSELWÖRTER: Sportaktivität, Sportunfälle, Expositionszeiten, Risikoschätzungen,
Sport Schweiz 2008
EINLEITUNG
Im Jahr 2007 führte das Observatorium Sport und Bewegung Schweiz eine repräsentative Befragung zum
Sportverhalten und den Sportbedürfnissen der Schweizer Wohnbevölkerung durch. Die Befragung wurde
vom Bundesamt für Sport gemeinsam mit Swiss Olympic, der Suva und der bfu koordiniert und finanziert.
Die Studie wurde als «Sport Schweiz 2008» publiziert und zeichnet ein umfassendes Bild des aktuellen
Sportgeschehens.
ZIELSETZUNG
«Sport Schweiz 2008» enthält detaillierte Angaben zur Ausübung verschiedener Sportarten. Insgesamt
wurden über 200 Sportarten erfasst, zu denen nicht nur Angaben zur Häufigkeit der Ausübung, sondern
auch Angaben zur Dauer der Aktivität vorliegen. Aus diesen Angaben lassen sich Expositionszeiten berechnen, die mit den Inzidenzraten für Sportunfälle in Beziehung gesetzt werden können. Auf der Basis
dieser Berechnungen können Schätzungen zum relativen Risiko einzelner Sportarten präsentiert werden.
METHODE
«Sport Schweiz 2008» basiert auf einer umfangreichen, telefonischen Befragung von 10 262 Personen im
Alter von 15 bis 74 Jahren sowie zusätzlich 1530 Kindern im Alter von 10 bis 14 Jahren. Die Stichprobenziehung erfolgte nach einem reinen Zufallsverfahren. Die Befragung erfolgte in deutscher, französischer
und italienischer Sprache. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die sprachassimilierte Schweizer Wohnbevölkerung. Für die Erfassung des Unfallgeschehens in den einzelnen Sportarten wird auf die Unfallstatistik
der Suva und der bfu zurückgegriffen.
RESULTATE / DISKUSSION
Im Referat werden zunächst die Expositionszeiten ausgewählter Sportarten präsentiert. Zu den Sportarten,
die nicht nur sehr viele Anhänger haben, sondern auch häufig ausgeübt werden, zählen Radfahren, Wandern, Schwimmen, Jogging und Fitnesstraining. So absolvieren zum Beispiel die 1,9 Millionen Schweizer
Wanderer rund 130 Millionen Wanderstunden pro Jahr. In einem zweiten Schritt werden die Unfallraten
verschiedener Sportarten dargestellt, um in einem dritten Schritt, die Frage zu beantworten, ob die Sportarten mit den höchsten Inzidenzraten wie Fussball und Skifahren auch tatsächlich die gefährlichsten sind.
FAZIT / SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die Kenntnis des relativen Risikos einzelner Sportaktivitäten ermöglicht einen anderen Blick auf die Unfallstatistik und kann als Grundlage für die Beurteilung der Wirkung verschiedener Präventionskampagnen
dienen.
LITERATUR
Lamprecht, Markus, Adrian Fischer und Hanspeter Stamm (2008): Sport Schweiz 2008. Das Sportverhalten der
Schweizer Bevölkerung. Magglingen: Bundesamt für Sport. (siehe www.sportobs.ch).
Lamprecht, Markus, Adrian Fischer und Hanspeter Stamm (2008): Sport Schweiz 2008. Kinder- und Jugendbericht.
Magglingen: Bundesamt für Sport.
26
Block A: Unfallgeschehen im Sport
Abstract-Band
Kosten von Sportunfällen in der Schweiz
Sommer Heini, Lieb Christoph
Ecoplan, Forschung und Beratung in Wirtschaft und Politik, Altdorf und Bern, Schweiz
SCHLÜSSELWÖRTER: Sportunfälle, materielle und immaterielle Unfallkosten, Unfallschwere
EINLEITUNG
In Sommer et al. (2007) wurden die volkswirtschaftlichen Kosten der Sportunfälle in der Schweiz erstmals
quantifiziert. Die Resultate dieser Studie sollen am Kongress einem breiten Publikum vorgestellt werden.
ZIELSETZUNG
Es wir aufgezeigt, wie hoch die materiellen bzw. volkswirtschaftlichen Kosten der Sportunfälle in der
Schweiz im Jahr 2003 waren. Zudem werden die Unfallkosten auch kurz mit den Bereichen Strassenverkehr sowie Haus und Freizeit verglichen.
METHODE
Grundlage bilden die Daten der bfu zum Sportunfallgeschehen, die erstmals auf 5 Verletzungsschweren
aufgeteilt werden. Für die Ermittlung der Unfallkosten wird ein anerkanntes Bewertungskonzept verwendet, das bereits für die Unfallkosten im Strassenverkehr sowie verkehrsbedingten Gesundheitsschäden
durch Lärm und Luftverschmutzung zur Anwendung kam. Dabei werden die folgenden Kostenbereiche
berücksichtigt: Medizinische Heilungskosten, Produktionsausfälle, Wiederbesetzungskosten sowie administrative Kosten der Versicherungen. Die Summe dieser Kosten ergeben die materiellen bzw. tatsächlich
in Geldwerten anfallenden Kosten der Sportunfälle. Wichtigste Grundlage dazu bildet eine spezielle Auswertung der Suva-Unfalldatenbank. Zudem werden auch die immateriellen Kosten (Schmerz und Leid,
Verlust an Lebensfreude) mit einbezogen, die über eine Zahlungsbereitschaft ermittelt werden.
RESULTATE
Erstens wird das Ausmass des Unfallgeschehens vorgestellt (Anzahl Tote und Verletzte nach Verletzungsschwere), wobei nach verschiedenen Sportarten differenziert wird. Zweitens werden die materiellen bzw.
volkswirtschaftlichen Kosten vorgestellt (exkl. bzw. inkl. immaterieller Kosten) – wiederum differenziert
nach Sportarten. Drittens werden anwendungsorientierte Kostensätze vorgestellt (z. B. materielle Kosten
pro Leicht-, Mittelschwer-, und Schwerverletzten sowie Invaliditäts- und Todesfall).
DISKUSSION
Es wird aufgezeigt, auf welchen Schwierigkeiten die Bewertung der Unfallkosten im Bereich der Sportunfälle stiess und welche Lösungen gewählt wurden. Dabei wird insbesondere auch darauf eingegangen, ob
und mit welchen Schätzungen zu den immateriellen Kosten aus dem Bereich der Verkehrsunfälle trotz des
unterschiedlichen Risikokontextes auf den Sportbereich übertragen werden können.
FAZIT / SCHLUSSFOLGERUNGEN
Dank der einheitlichen Berechnungsmethodik kann in dieser Weise erstmals die volkswirtschaftliche Bedeutung der Sportunfälle in Relation zu den Unfallkosten in den Bereichen Haus und Freizeit sowie Strassenverkehrsunfälle gestellt werden. Dies ist eine wichtige Grundlage, wenn es um die Festlegung von
Unfallverhütungsprioritäten geht. Zudem können mit Hilfe der Kostensätze auch die Nutzen von Präventionsmassnahmen nach einheitlichen Kriterien beurteilt werden.
LITERATUR
Heini Sommer, Christoph Lieb, Othmar Brügger, Steffen Niemann (2007), Volkswirtschaftliche Kosten der Nichtberufsunfälle in der Schweiz. Strassenverkehr, Sport, Haus und Freizeit. bfu-Report 58.
Abstract-Band
Block A: Unfallgeschehen im Sport
27
Führt Bewegungsförderung zu mehr Sportunfällen?
Martin-Diener Eva1, Brügger Othmar2, Martin Brian3
1
Eidgenössische Hochschule für Sport Magglingen, Schweiz, 2bfu, Bern, Schweiz,
3
Institut für Sozial- und Präventivmedizin, Universität Zürich, Schweiz
SCHLÜSSELWÖRTER: Bewegungsförderung, Sportverhalten, Sportunfälle, Erwachsene, Trends
EINLEITUNG
Aus gesundheitlicher Sicht haben Bewegungs- und Sportförderung grosse Bedeutung. Gleichzeitig wird
befürchtet, dass eine Zunahmen des Bewegungsverhaltens auch zu mehr Sportunfällen führen könnte.
ZIELSETZUNG
Es soll untersucht werden, ob unter der Annahme von gleichbleibenden Risiken für spezifische Sportarten
bei den beobachteten Veränderungen im Sportverhalten der Schweizer Bevölkerung mit einer Zunahme
der Sportunfälle zu rechnen ist.
METHODE
Aus den Daten der Studie Sport Schweiz 2008 werden für die wichtigsten Sportarten Expositionen in
Personentagen für die Jahre 2000 und 2007 berechnet. Aus der bfu-Statistik werden für das im
Unfallversicherungsgesetz erfasste Alter die aktuellen Unfallzahlen pro Sportart für die gleichen Jahre
übernommen. Für die zehn Sportarten mit den höchsten Expositionen und die zehn Sportarten mit den
meisten Unfällen (insgesamt 15) wird die Entwicklung der Unfallzahlen von 2000 bis 2007 unter der
Annahme gleich bleibender Risiken und der gleichen Anzahl aktiver Tage in den einzelnen Sportarten pro
Jahr berechnet.
RESULTATE
Von 2000 bis 2007 hat das Sporttreiben in Personentagen für die 15 gewählten Sportarten gesamthaft
um 6.1 % zugenommen. Aufgrund der Verschiebungen zwischen den Sportarten wurde unter der
Annahme von gleichbleibenden Risiken extrapoliert, dass die Sportunfälle im gleichen Zeitraum um 2.2 %
zurück gegangen sein sollten. In der bfu-Statistik zeigte sich eine Zunahme von 3.6 %.
DISKUSSION
Der gegenwärtige Trend hin zu risikoarmen Sportarten wie Wandern kann trotz globaler Zunahme des
Sporttreibens eine Verminderung oder zumindest eine unterproportionale Zunahme der Unfallzahlen zur
Folge haben. Unter der Einschränkung von allfälligen Problemen bei der Erhebung der Verhaltens- und
Unfalldaten können Aussagen über Veränderungen im Risikoprofil einzelner Aktivitäten gemacht werden.
FAZIT /SCHLUSSFOLGERUNGEN
Bewegungsförderung und Unfallprävention können gemeinsam vorwärts getrieben werden. Gezielte
Untersuchungen zur genaueren Abschätzung von Risikoentwicklungen und zur Quantifizierung der
Wirksamkeit von Präventionsmassnahmen sind nötig.
LITERATUR
Lamprecht M, Fischer A, Stamm HP (2008): Sport Schweiz 2008: Das Sportverhalten der Schweizer Bevölkerung.
Magglingen: Bundesamt für Sport.
Sommer H, Lieb C, Brügger O, Niemann S (2007): Volkswirtschaftliche Kosten der Nichtberufsunfälle in der Schweiz.
Strassenverkehr, Sport, Haus und Freizeit. bfu-Report 58. Bern: Beratungsstelle für Unfallverhütung.
28
Block A: Unfallgeschehen im Sport
Abstract-Band
Block B: Psychologie in der Sportunfallprävention
Sicherheitscoaching statt Gefahrenunterweisung im Sport
Kleinert Jens, Sulprizio Marion
Deutsche Sporthochschule Köln, Deutschland; Psychologisches Institut
SCHLÜSSELWÖRTER: Coaching, Autonomie, Beziehung, Unfallprävention, Sicherheitscoaching
EINLEITUNG
Ein zentrales Anliegen der Unfallprävention im Sport besteht darin, Athleten und Athletinnen auf Unfallund Verletzungsgefahren hinzuweisen und hierdurch die Motivation für präventives Verhalten zu verbessern. Die Konzepte, die dabei berücksichtigt werden, lehnen sich an Motivationsmodell aus den 80er Jahren an, in denen rationale Überlegungen und Einstellungen zentrale Kenngrössen der Entwicklung einer
Präventionsintention sind (protection motivation theory; health belief model). Neuere Überlegungen der
Motivationsforschung und Modellentwicklung werden im Bereich der Unfallprävention wenig berücksichtigt.
ZIELSETZUNG
Die Zielsetzung der vorliegenden Entwicklungsarbeit besteht darin, eines der bekanntesten und aktuell am
häufigsten angewandten Modell der Motivationspsychologie, die Self Determination Theory (Deci & Ryan,
1985) auf den Bereich der Unfallprävention im Sport zu übertragen. Das Ergebnis soll ein Modell des Sicherheitscoachings im Sport sein.
ERGEBNISSE / DISKUSSION
Die SDT ermöglicht im Gegensatz zu anderen Zugängen der Motivationspsychologie den starken Einbezug
kommunikativer und interaktiver Prozesse in das motivationale Geschehen. Die SDT setzt sich dabei das
Ziel die Interaktion in der Dyade oder Gruppe als wesentlichen vorgeschalteten Prozess intraindividueller
Mechanismen anzusehen. In der jüngeren Vergangenheit wurde daher die SDT verstärkt auch zur Erklärung von Coaching-Prozessen herangezogen (Amorose, 2007). Sicherheitscoaching besteht daher nicht
allein aus der Auswahl der richtigen Argumente oder Wissensstrukturen, sondern aus der richtigen Gestaltung Kommunikations- und Führungsprozessen sowie aus dem Einbezug der Gruppe und partnerschaftlicher
Beziehungen
(Trainer,
Physiotherapeut,
Arzt)
in
das
Coachinggeschehen.
Neben dem Kommunikationsablauf sind in der SDT die zentralen Bedürfnisse von Athleten – Autonomie,
Kompetenz und Beziehung – entscheidende Orientierungshilfen für das Motivationsgeschehen. Diese
Basisbedürfnisse entscheiden auch darüber, ob ein bestimmtes Präventionsangebot angenommen wird
und in eigenes Verhalten umgesetzt wird. Neben dieser Wahrnehmung von Anreizen (Handlungsvalenzen)
ist die Wahrnehmung der Umsetzbarkeit und Erreichbarkeit des Präventionsziels (Handlungskompetenzen)
eine entscheidende Steuerungsgrösse im Sicherheitscoaching. Der entscheidende Mechanismus besteht
jedoch darin, im Rahmen der Kommunikation mit dem Athleten herauszufinden, mit welchen zentralen
Bedürfnissen des Sportlers das Präventionsverhalten am ehesten unterstützt werden kann.
FAZIT / SCHLUSSFOLGERUNGEN
Sicherheitscoaching sollte als Alternative zur klassischen Gefahrenunterweisung stärker in die Unfallprävention eingebunden und seine Effekte in Hinsicht auf Verhaltensänderung evaluiert werden.
LITERATUR
Amorose, A.J. (2007). Coaching effectiveness: Exploring the relationship between coaching behavior and self-determined motivation. In M.S. Hagger & N.L. Charatzisarantis (Hrsg.). Intrinsic motivation and self-determination in exercise and sport. Champaign: Human Kinetics.
Deci, E.L. & Ryan, R.M. (1985). Intrinsic motivation and self-determination in human behavior. New York: Plenum
Press.
Abstract-Band
Block B: Psychologie in der Sportunfallprävention
29
Verletzungsaufkommen und Schutzmotivation – Zusammenhänge im professionellen
Eishockeysport
Sulprizio Marion, Kleinert Jens, Zepp Christian, Moser Norbert
Deutsche Sporthochschule Köln, Deutschland, Psychologisches Institut
Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG), Bezirksverwaltung München, Deutschland
SCHLÜSSELWÖRTER: Team, Gruppe, Verletzung, Motivation, Theorie des geplanten Verhaltens, Schutzmotivation
EINLEITUNG
Verletzungen und Schutzmotivation (vgl. Rogers, 1983) stehen in einem bidirektionalen Zusammenhang:
Schutzmotivation kann einerseits die Verletzungszahl verringern, andererseits führen erlebte Verletzungen
zu einer Veränderung motivationaler Variablen. In der letzteren Lesart sind allerdings vermutlich nicht nur
Verletzungen relevant, die ein Sportler selbst durchlebt, sondern auch solche, die er bei seinen Teamkollegen wahrnimmt.
ZIELSETZUNG
In der vorliegenden Studie wird untersucht, ob das Verletzungsaufkommen innerhalb eines Teams mit
motivationalen und behavioralen Variablen der Teammitglieder in Zusammenhang steht.
METHODE
Die Studie beinhaltet Daten von 21 Profiteams der ersten drei deutschen Eishockeyligen (384 Spieler; Alter
M=26,2, SD=5,2). Die Verletzungsmasse (Anzahl Verletzungen pro Team = AVT) während der Befragungssaison wurden durch den Versicherungsträger des Profisports (VBG) ermittelt (leichte, mittlere und
schwere Verletzungen wurden anhand der Arbeitsunfähigkeits-Daten unterschieden). Motivationale Faktoren wurden mittels eines eishockeyspezifischen Fragebogen auf Basis der «Theory of planned behavior»
(Ajzen, 1991) sowie der «Theorie der Schutzmotivation» erfasst.
RESULTATE / DISKUSSION
In einer ersten Regressionsanalyse wurden alle Komponenten des Fragebogens in Hinsicht auf die Prädiktion von AVT geprüft. Hierzu erhielt jeder Fall (Spieler) als Verletzungsmass den AVT seines Teams zugewiesen. Für alle drei Verletzungsmasse konnten signifikante Modelle gefunden werden (AVTleicht:
R2korr=.10, AVTmittel: R2korr=.11, AVTschwer: R2korr=.18). Als stärkste Prädiktoren erwiesen sich sozialer
Einfluss, Schutzverhalten und subjektive Schutzwirksamkeit. In einem zweiten Analyseschritt wurden die
Team-Mittelwerte der neun Komponenten in Hinsicht auf die Prädiktion von AVT geprüft (ein Verein = ein
Fall). Auch hier wurden für alle drei Verletzungsmasse signifikante Modelle gefunden (AVTleicht:
R2korr=.59, AVTmittel: R2korr=.33, AVTschwer: R2korr=.74). Stärkste Prädiktoren in diesen Modellen waren Schutzverhalten, subjektive Schutzwirksamkeit und Verletzungserwartung. Die Ergebnisse zeigen, dass
neben kognitiv-motivationalen Variablen vor allem behaviorale Komponenten und soziale Interaktionsmuster im Zusammenhang mit hohen Teamverletzungszahlen stehen. Dies könnte darauf verweisen, dass
soziale Interaktionen eine bedeutsame Rolle im Umgang mit hohen Verletzungsraten innerhalb eines
Teams besitzen.
FAZIT / SCHLUSSFOLGERUNGEN
Unfallprävention im Leistungssport sollte sich nicht allein auf das Individuum, also die Erfahrungen oder
Einstellungen des einzelnen Sportlers beziehen, sondern stärker als bisher die Gruppe der Aktiven (z. B.
die Mannschaft oder die Trainingsgruppe) berücksichtigen. Hierdurch können Erfahrungswerte innerhalb
einer Mannschaft ebenso einbezogen werden wie auch Formen der sozialen Unterstützung und der gegenseitigen Motivierung, um Schutzverhalten zu optimieren.
30
Block B: Psychologie in der Sportunfallprävention
Abstract-Band
Schneesporthelm: Tragverhalten und Risiko
Bianchi Giannina, Brügger Othmar, Niemann Steffen, Cavegn Mario
bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung, Bern, Schweiz
SCHLÜSSELWÖRTER: Helm, Risikokompensation, Sensation Seeking, Schneesport, Sicherheit
EINLEITUNG
In der Schweiz ereignen sich im Schneesport pro Jahr rund 70'000 Unfälle mit einem Anteil der Kopfverletzungen von ca. 15 %1. Die jährliche Erhebung der Helmtragquote durch die bfu zeigt eine starke Zunahme seit 2003 auf 58 % im Jahre 2008. In mehreren wissenschaftlichen Studien wird die Schutzwirkung des Helms nachgewiesen und eine zusätzliche Gefährdung für den Nacken ausgeschlossen2, 3. Es
wird jedoch oft kritisiert, dass der Helm zwar vor Kopfverletzungen schützt, aber die Skifahrer und Snowboarder auf Grund eines erhöhten Schutzgefühls schneller und rücksichtsloser fahren.
ZIELSETZUNG
Es wird die Korrelation zwischen Helmtragen und Fahrverhalten untersucht. Um den vermuteten Zusammenhang zu erklären, werden drei Erklärungstheorien geprüft: die Risiko-Kompensations-Theorie, die
Selektions-Theorie sowie der Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen.
METHODE
In 20 Skigebieten der Deutsch- und West-Schweiz werden während dem Februar und März 2009 1 500
Skifahrer und Snowboardfahrer von 8 geschulten Interviewern befragt. Aus den Erfahrungen von früheren
Befragungen4 lassen sich auf Grund des Helmtragverhaltens drei Gruppen bilden: Die Helmträger (HT), die
Nicht-Helmträger, die die Intension haben einen Helm zu kaufen (NHTI) sowie die Nicht-Helmträger, die
auch nicht beabsichtigen sich mit einem Helm zu schützen (NHTO).
RESULTATE
Die drei Erklärungstheorien werden anhand des Zusammenhangs zwischen dem Helmtrag- und dem Fahrverhalten geprüft. Dabei wird untersucht, ob sich die Helmträger, die Nichthelmträger mit der Absicht
einen Helm zu kaufen sowie die Nichthelmträger ohne Kaufabsicht untereinander im Bezug auf ein risikoreiches Fahrverhalten unterscheiden. Für jede Erklärungstheorie sind Hypothesen aufgestellt worden, die
auf ihre Gültigkeit untersucht werden. Zusätzlich wird der Einfluss von verschiedenen Kontrollfaktoren
berücksichtigt.
DISKUSSION
Die Daten wurden im Februar und März 2009 erhoben. Am DACH-Kongress 2009 werden die Resultate
präsentiert.
LITERATUR
1
Niemann S., Fahrni S., Brügger O., Cavegn M. (2008). Unfallgeschehen in der Schweiz, bfu-Statistik, S.23,
[http://www.bpa.ch/German/STATSPdfs/2008/BFU08_d.pdf]. Zugriff am 8.04.2009
2
Ackery A., Hagel B.E., Provvidenza C., Tator C.H. (2007). An international review of head and spinal cord injuries in
alpine skiing and snowboarding. Journal of Injury Prevention 2007, 13:368–375
3
Müller B.A., Cummings P., Rivara F.P., Brooks A.M., Terasaki R.D. (2008). Injuries of the Head, Face, and Neck in
Relation to Ski Helmet Use. Epidemiology, 19:270–276
4
Gmünder C., Fuchs B., Brügger O., Cavegn M., Walter M. (2005). Schutzausrüstung im Schneesport: Tragverhalten und Traggründe, bfu-Forschung 1/2005, Zugriff am 8.04.2009, [http://www.bfu.ch/PDFLib/838_68.pdf]
Abstract-Band
Block B: Psychologie in der Sportunfallprävention
31
Risikoverhalten im Schneesport: persönliche Analyse im Internet
Müller Loretz Edith1, Fischer Adrian2
1
Suva Freizeitsicherheit, Luzern, Schweiz
2
Lamprecht und Stamm Sozialforschung und Beratung AG, Zürich, Schweiz
SCHLÜSSELWÖRTER: Schneesport, Risikotest, Risikoeinschätzung, Gruppenverhalten, Sicherheitsprodukte,
Risikofreudigkeit, Sensationseeking, Nervenkitzel
EINLEITUNG
Mit breit angelegten Präventionskampagnen sensibilisiert die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Suva seit über 15 Jahren die Schneesportler. In den letzten Jahren setzte die Suva den Fokus vor allem auf
das «Fahren mit hoher Geschwindigkeit». Im Winter 2008/2009 wurde neu ein elektronischer Risikotest
geschaffen, mit dem die Schneesportler anhand der Eigeneinschätzung Gefahrenquellen des eigenen
Risikoverhaltens erkennen und wichtige Tipps zur Prävention erhalten.
ZIELSETZUNG
In der Präsentation wird gezeigt:
− welche Risikodimensionen im Test behandelt werden
− das persönliche Risikoprofil (Netzdiagramm)
− Anzahl Teilnehmende im Winter 2008/2009
− erste Auswertungen
METHODE
Die Firma Lamprecht und Stamm Sozialforschung und Beratung hat im Auftrag der Suva zuerst ein allgemeines Modell zum Risikoverhalten im Sport entwickelt. Dieses Modell wurde auf den Schneesport übertragen. Auf den Grundlagen der persönlichen Einschätzung von Gefahrenquellen und des eigenen Risikoverhaltens wurde ein individuelles, mehrdimensionales Profil erstellt. Je nach Merkmal (z.B. Alter, betriebene Schneesportart) und Profil erhalten die Schneesportler spezifische Tipps und Hinweise zur Prävention
von Unfällen.
RESULTATE / DISKUSSION
Die ausgefüllten Fragebogen dienen der Suva zukünftig für die Weiterentwicklung der Schneesport-Kampagne. Anhand dieser Eigeneinschätzungen können die risikorelevanten Dimensionen herausgeschält und
in der Prävention vertieft angegangen werden. Wichtige Fragestellungen wie z. B. die Frage der Risikokompensation (wer einen Helm trägt, ist bereit mehr Risiko einzugehen) können anhand dieser Daten
näher betrachtet werden.
FAZIT / SCHLUSSFOLGERUNGEN
Das Erarbeiten eines elektronischen Selbsttests muss unter Einbezug von sozialpsychologischen Aspekten
der Risikowahrnehmung und des Risikoverhaltens in Gruppen erfolgen. Mit dem Risikotest erhalten die
Benutzer eine umfassende Rückmeldung zu ihrem persönlichen Risikoverhalten. Es müssen geeignete
Kommunikationswege gefunden werden, um diesen Test bei der Zielgruppe bekannt zu machen.
LITERATUR
Test im Internet: www.suva.ch/risiko
Damit Sie ins Tal kommen, nicht ins Spital, Tipps für sicheren Schneesport. Suva 2005
Fischer, Lamprecht und Stamm 2004: Unfallgeschehen und Unfallprävention im Schneesport: ein Wirkungsmodell und
erste empirische Befunde.
32
Block B: Psychologie in der Sportunfallprävention
Abstract-Band
Sportunfälle im Profi-Eishockey – Epidemiologie und Prävention
Luig Patrick1, Henke Thomas1, Moser Norbert2, Schulz David3
1
Ruhr-Universität Bochum, Deutschland, 2VBG – Verwaltungs-Berufsgenossenschaft, Hamburg,
Deutschland, 3ARAG Sportversicherung, Düsseldorf, Deutschland
SCHLÜSSELWÖRTER: Eishockey, Prävention, Sportverletzungen
EINLEITUNG
Eishockey gilt im Allgemeinen als eine der schnellsten Sportarten der Welt und unterscheidet sich durch
seine enorm hohe Dynamik, den zulässigen Körperkontakt, die Spiel- und Ausrüstungsgegenstände und
die starren Spielfeldbegrenzungen deutlich von anderen Mannschaftssportarten. Es ist anzunehmen, dass
sich diese sportartspezifischen Besonderheiten auch im Verletzungsgeschehen widerspiegeln. Objektiv
gesehen, liegt der Bereich Profi-Eishockey, mit Blick auf die relative Verletzungshäufigkeit, an der Spitze
der bei der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) versicherten, professionell betriebenen Sportarten.
ZIELSETZUNG
Das Ziel dieser Untersuchung ist eine epidemiologische Analyse von Sportunfällen im Profi-Eishockey mit
Hinblick auf die Ableitung adäquater Präventivmassnahmen zur Reduktion des zu Grunde liegenden,
sportartspezifischen Verletzungsrisikos.
METHODE
Die Daten der VBG, die im Rahmen einer Unfallmeldung erhoben werden, erlauben eine valide Deskription der auftretenden Verletzungen, sowie der daraus resultierenden Arbeitsunfähigkeiten und Kosten.
Für die Ableitung sportartspezifischer, präventiver Massnahmen ist jedoch zusätzlich die Kenntnis der jeweiligen zur Verletzung führenden Situationen und Mechanismen notwendig. Daher wurden zwischen
Juli 2007 und Juni 2008 alle DEL-Eishockeyspieler, die einen Unfall bei der VBG gemeldet haben (348 von
355 DEL-Spielern), mit einem speziell für das Eishockey entwickelten Fragebogen zum konkreten Unfallgeschehen befragt. Die gemeldeten Verletzungen bei der VBG zeigen, dass 914 Verletzungen Kosten verursachten. Die Rücklaufquote des Fragenbogens lag bei 12,4 % (n=113).
RESULTATE
Jeder Eishockeyspieler aus der DEL erleidet im Durchschnitt 2,6 Verletzungen pro Saison. Die Hälfte dieser
Verletzungen führt zu einer Arbeitsunfähigkeit, während die andere Hälfte lediglich Behandlungskosten
verursacht. Neun von zehn Spielern erleiden mindestens eine Verletzung pro Saison. Der Krankenstand in
der DEL liegt bei rund 25 %. Die Verletzungskosten belaufen sich auf 8 Millionen Euro im Jahr. 54 % aller
Kosten entfallen auf Kniegelenks- (24 %), Kopf- (16 %) und Schulterverletzungen (14 %). Es ist auffällig,
dass 67,2 % aller Aktionen, die zu einer Verletzung führten, von den Spielern subjektiv als regelwidrig
bezeichnet, aber vom Schiedsrichter nicht als Foul geahndet wurden und somit insgesamt 80 % aller zur
Verletzung führenden Aktionen offiziell nicht auf regelwidriges Verhalten zurückführen.
DISKUSSION / FAZIT
Präventive Aspekte im Eishockey sollten auf eine Optimierung der persönlichen Schutzausrüstung (PSA)
und auf praktische Trainingsmassnahmen fokussieren, die sowohl leistungssteigernden als auch präventiven Charakter beinhalten. Da das sogenannte «Checking» durch den Gegner zu den am häufigsten genannten Verletzungsursachen gehört, sollten sich diese Präventivmassnahmen vor allem auf die Stabilisation des Rumpfes, des Schultergürtels, des Oberschenkels und des Kniegelenkes beziehen. Mit Blick auf
die zu Verletzungen führenden Aktionen empfiehlt sich eine gezieltere Schulung der Schiedsrichter und
eine konsequente Bestrafung besonders gesundheitsgefährdender Aktionen.
Abstract-Band
Block B: Psychologie in der Sportunfallprävention
33
Block C1: Schneesport 1.Teil
Biomechanische Belastung des Handgelenks beim Sturz von Snowboardern
Schmitt Kai-Uwe1, Wider Diana1, Michel Frank I.2, Gerber Hans1, Denoth Jachen1
1
ETH Zürich, Schweiz, 2bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung, Bern, Schweiz
SCHLÜSSELWÖRTER: Snowboard, Sturz, Handgelenk, Protektor
EINLEITUNG
Verletzungen der Handgelenke bei Snowboardern sind eine häufige Folge von Stürzen [Michel 2009]. Die
Kenntnis der biomechanischen Grundlagen ist notwendig, um wirksame Präventionsmassnahmen zu entwickeln.
ZIELSETZUNG
Um mechanische Anforderungen an geeignete Schutzvorrichtungen formulieren zu können, wurde die
Belastung der Handgelenke bei Vorwärts- und Rückwärtsstürzen analysiert und verglichen.
METHODE
Die Belastung der Handgelenke wurde in Fall-Experimenten mit 18 Freiwilligen bestimmt. Dabei wurden in
insgesamt 6 verschiedenen Szenarien Vorwärts- bzw. Rückwärtsstürze untersucht (s. Abb.). Es wurden die
Aufprallkraft (Kraftmessplatten) und die Beschleunigung am Handgelenk gemessen. Des Weiteren wurde
zu jedem Sturz eine Bewegungsanalyse (Vicon-System, 24 Marker) durchgeführt. Ferner wurde beispielsweise der Ellenbogen-Winkel im Moment des Aufpralls bestimmt. Insgesamt wurden 362 Vorwärts- und
383 Rückwärtsstürze analysiert.
RESULTATE
Vergleicht man Vorwärtsstürze mit Rückwärtsstürzen, zeigt sich, dass die Aufprallkräfte in jeweils korrespondierenden Szenarien vergleichbar sind. Zusammenfassend war die effektive Masse (linker Arm) bei
Vorwärtsstürzen (2,7±1,2kg) kleiner als bei Rückwärtsstürzen (3,7±1,9kg). Der Winkel des Ellenbogens
hatte einen Einfluss auf die Höhe der auf das Handgelenk wirkenden Kraft.
DISKUSSION
Die Belastung des Handgelenks beim Sturz unterscheidet sich zwischen Vorwärts- und Rückwärts-Stürzen.
Im Hinblick auf die Entwicklung von geeigneten Schutzvorrichtungen scheint der Unterschied der Aufprallkraft und der effektiven Masse jedoch gering. Auch durch einen günstigen Ellenbogen-Winkel kann
eine Kraftreduktion erzielt werden.
FAZIT / SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die Ergebnisse dieser Studie leisten einen Beitrag zur Diskussion geeigneter Massnahmen zur Prävention
von Handgelenksverletzungen bei Snowboardern. Basierend auf den hier ermittelten Daten können Anforderungen an das Design eines Handgelenkschutzes erarbeitet werden.
LITERATUR
Niemann et al. bfu-Statistik: Unfallgeschehen in der Schweiz 2008 (S. 38). Bern: bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung. 2008.
34
Block C1: Schneesport 1.Teil
Abstract-Band
Internale und externale Risikofaktoren bei Skifahrerinnen mit einer VKB-Verletzung
1
2
3
1
Ruedl Gerhard , Schranz Alois , Fink Christian , Nachbauer Werner , Burtscher Martin
1
1
2
Institut für Sportwissenschaft, Innsbruck, Österreich, Medalp sportclinic sölden-imst, Imst, Ös3
terreich, Sportsclinic Austria, Innsbruck, Österreich
SCHLÜSSELWÖRTER: Skilauf, Knieverletzung, Vorderes Kreuzband (VKB), Risikofaktoren, Frauen
EINLEITUNG
Im alpinen Freizeitskilauf stellt das Knie mit rund 30 % aller Verletzungen die dominante Verletzungslokalisation dar [1]. Dabei zeigen sich deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede. Frauen verletzten sich am
Knie etwa doppelt so häufig wie Männer [1, 2]. Diese Differenzen werden u. a. auf hormonelle, anatomische und neuromuskuläre Unterschiede zwischen den Geschlechtern zurückgeführt [4]. Weitere Risikofaktoren stellen die Ausrüstung (Ski, Bindung) sowie Pisten- und Wetterbedingungen dar [2, 3]. Wenige Studien haben sich bisher mit der Bedeutung unterschiedlicher Risikofaktoren für Knieverletzungen von Skifahrerinnen befasst.
ZIELSETZUNG
Eruieren des VKB-Verletzungsrisikos von Skifahrerinnen anhand ausgewählter Risikofaktoren:
− Internale Risikofaktoren: Alter, BMI, hormonelle Faktoren (Antibaby-Pille, Menstruationszyklus), frühere
Knieverletzung, körperliche Aktivität (Stunden/Woche).
− Externale
Risikofaktoren:
Ausrüstung
(Skityp,
Alter
der
Bindungseinstellung)
und
Umwelt
(Schneebedingungen, Pistenschwierigkeit, Wetterbedingungen).
METHODE
Fall-Kontrollstudie: 93 Skifahrerinnen mit einer VKB-Verletzung wurden hinsichtlich ausgewählter
internaler und externaler Risikofaktoren befragt und mit einer unverletzten Kontrollgruppe verglichen.
Univariate Odds-Ratios (OR) der einzelnen Risikofaktoren wurden mittels Chi-Quadrat-Test eruiert.
RESULTATE
Folgende Faktoren weisen ein signifikant erhöhtes (univariates) Risiko auf: präovulatorische Phase im
Menstruationszyklus (OR=1,9), traditionelle (untaillierte) Ski (OR=7,4), eisige Schneebedingungen
(OR=21,1), steile (schwarze) Pisten (OR=6,8) und schlechte Sicht (OR=9,9).
FAZIT / SCHLUSSFOLGERUNGEN
Verschiedene internale und externale Faktoren beeinflussen das VKB-Verletzungsrisiko bei Frauen im Skilauf in unterschiedlichem Ausmass. Um die generelle Knieverletzungsrate im alpinen Freizeitskilauf zu
senken, bedarf es eines geeigneten multifaktoriellen Ansatzes von Massnahmen bzw. Empfehlungen für
eine Verletzungsprävention, vor allem für weibliche Skifahrer.
LITERATUR
[1] Burtscher M, Gatterer H, Flatz M, Sommersacher R, Woldrich T, Ruedl G, Hotter B, Lee A, Nachbauer W. Effects of
modern ski equipment on the overall injury rate and the pattern of injury location in alpine skiing. Clin J Sport Med.
2008 Jul;18(4):355–357.
[2] Burtscher M, R Sommersacher, G Ruedl, W Nachbauer (2009). Potential risk factors for knee injuries in alpine
skiers. ASTM, (6) 1: pp. 4
[3] Ruedl G, I Linortner, A Schranz, C Fink, R Sommersacher, W Nachbauer, M Burtscher (2008). Kreuzbandverletzungen bei Carvingskifahrerinnen in Abhängigkeit vom Alter der Bindungseinstellung und der Bindungsfunktion. In:
Österreichisches Kuratorium für Alpine Sicherheit (Hg.). Sicherheit im Bergland. Jahrbuch 08, Innsbruck: 176–183
[4] Ruedl G, P Ploner, I Linortner, A Schranz, C Fink, R Sommersacher, E Pocecco, W Nachbauer, M Burtscher (2009).
Are oral contraceptive use and menstrual cycle phase related to anterior cruciate ligament injury risk in female recreational skiers? Knee Surgery, Sports Traumatology, Arthroscopy (accepted for publication)
Abstract-Band
Block C1: Schneesport 1.Teil
35
Im «Blindflug» über die Piste – Aktuelle Zahlen zur Fehlsichtigkeit im Sport
Jendrusch Gernot1, Henke Thomas1, Schulz David2, Lingelbach Bernd3, Platen Petra1
1
Lehrstuhl für Sportmedizin und Sporternährung, Ruhr-Universität Bochum, Deutschland
2
ARAG Allg. Vers.-AG, Düsseldorf, Deutschland, 3Institut für Augenoptik Aalen, Deutschland
SCHLÜSSELWÖRTER: Visuelles System, Sehschärfe, Fehlsichtigkeit, Risikobewusstsein
EINLEITUNG
Gutes Sehen ist wesentliche Voraussetzung für sicheres und erfolgreiches Sporttreiben. In vielen Sportarten ist reaktives und antizipatives (d. h., «vorausschauendes») Handeln auf der Basis von Informationen,
die über die Augen aufgenommen werden, von Bedeutung [Jendrusch, 2008 u. a.].
ZIELSETZUNG
Zunächst wird eine Bestandsaufnahme zur Fehlsichtigkeit im Sport durchgeführt. Am Beispiel Skisport soll
ferner das «Risikobewusstsein» im Bereich Sehleistung und Sicherheit analysiert werden (Feldstudie).
METHODE
Für die Bestandsaufnahme wurden 3819 Sportunfälle aus der gemeinsamen Sportunfall-Datenbank der
ARAG und der Ruhr-Universität Bochum (Herbst 2007 bis Frühjahr 2009) ausgewertet. An der Feldstudie
nahmen 50 Freizeitskifahrer/-innen (Altersspanne: 29–66 Jahre; 45,8±8,2 Jahre; 01/2009) teil. Die Sportler
beurteilten zunächst anhand von Vorhaltern, die mit Okklusionsfolien zur Sehschärfeherabsetzung beklebt
waren, mit welchem Grad der Reduktion (Visus 0,8; 0,6; 0,4; 0,3; 0,2 und 0,1 entsprechend 80 %, 60 %,
40 %, 30 %, 20 % und 10 % der «normalen», durchschnittlichen Sehschärfe) sie noch «auf die Piste»
gehen würden. Bei den anschliessenden Fahrtests wurden Skibrillen mit (ausgewählter) und ohne Okklusion vergleichend getestet und die Erfahrungen mit Hilfe eines Fragebogens subjektiv bewertet.
RESULTATE
32,2 % der 3819 befragten Sportler tragen im Alltag eine Sehhilfe – 26,4 % tragen eine Fernkorrektion
(Fernbrille: 51,6 %, Kontaktlinsen: 27,7 %, Gleitsichtbrille: 20,7 %). 34,3 % der im Alltag «Fernkorrigierten» verwenden keine Sehhilfe beim Sport: 49,9 % der Sportler, die im Alltag mit Fernbrille korrigiert
sind, verwenden keine Korrektion bei Ausübung ihrer Sportart; gleiches gilt für 34,8 % der Gleitsichtbrillenträger. 95,0 % der Kontaktlinsenträger verwenden ihre «Linsen» auch beim Sport. Circa 20 % der
Feldversuch-Teilnehmer wählten Okklusionsstufen kleiner/gleich Visus 0,2, ein Hinweis auf eine hohe Risikobereitschaft und mangelndes Problembewusstsein. Bei über 95 % der Testteilnehmer führte die Testerfahrung zu einer signifikanten Erhöhung des Problembewusstseins (2p<0,001).
DISKUSSION
Die nach wie vor hohen Quoten von fehlsichtigen bzw. unkorrigierten Sporttreibenden sowie die enorme
«Risikobereitschaft» zeigen, dass vermehrt Aufklärungsarbeit zum Zusammenhang zwischen der Sehleistung, der Sicherheit beim Sport und der sportlichen Leistung notwendig ist.
FAZIT / SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die korrigierte Sport(schutz)brille bzw. Kontaktlinsen in Kombination mit einer Sport(schutz)brille gehören
beim fehlsichtigen Sportler so selbstverständlich zur Ausrüstung, wie z. B. Sportschuhe oder Protektoren.
LITERATUR
Jendrusch, G. (2008). Leistungen des visuellen Systems im Sport. Z prakt Augenheilkd, 29 (6), 239–247.
36
Block C1: Schneesport 1.Teil
Abstract-Band
Polarisierende Filter im Skisport
Lingelbach Bernd1, Jendrusch Gernot2
1
Institut für Augenoptik Aalen, Deutschland
2
Lehrstuhl für Sportmedizin und Sporternährung, Ruhr-Universität Bochum, Deutschland
SCHLÜSSELWÖRTER: Visuelles System, Skibrille, polarisierende Filter, Kontrast
EINLEITUNG
Polarisierende Filter werden bisher hauptsächlich beim Autofahren und in der Fotografie eingesetzt. In
jüngster Zeit werden aber auch im Sportfachhandel polarisierende Skibrillen «beworben». Doch bringen
diese wirklich die versprochenen Vorteile? Wird das Skifahren mit polarisierenden Skibrillen sicherer?
Theorie: In einer natürlichen Umgebung gibt es 2 Möglichkeiten, polarisiertes Licht zu erhalten: a) Das
Himmelslicht ist teilweise polarisiert und b) an einer Oberfläche reflektiertes Licht kann teilweise oder sogar vollständig polarisiert sein. Schneekristalle haben normalerweise zufällig orientierte Oberflächen. Deshalb sind die notwendigen Voraussetzungen für polarisiertes Licht im Allgemeinen nicht erfüllt. Obwohl
das gestreute Himmelslicht teilweise polarisiert ist, wird der Polarisationsgrad des vom Schnee reflektierten
Lichts vermindert. Eine ganz andere Situation entsteht, sobald die Schneekristalle zu einer homogenen
Oberfläche verbunden sind wie z. B. bei festgefahrenen Spuren im Schnee oder bei Eisplatten. Der Schnee
kann dann wie ein «Spiegel» wirken und kann das Licht polarisieren.
ZIELSETZUNG
Es soll sowohl theoretisch als auch anhand objektiver, spektralphotometrischer Messungen gezeigt werden, welche besonderen polarisierenden Effekte im Schnee zu erwarten sind. Mit Hilfe dieser Bestandsaufnahme kann beurteilt werden, ob polarisierende Filter im Schnee nützlich sein können oder nicht.
METHODE
Die Spektren von Schnee wurden unter unterschiedlichen Bedingungen gemessen, z. B. normaler Schnee,
zusammengepresster Schnee oder Eisplatten. Ein anderer untersuchter Einflussparameter war der Sonnenstand, also Sonne von vorne oder Sonne von hinten. Die Messungen wurden bei unterschiedlichen
Wetterbedingungen durchgeführt. Alle Spektren wurden auch durch einen Polarisationsfilter in unterschiedlichen Orientierungen gemessen.
RESULTATE
Bei den meisten Spektren überwog die vertikal polarisierte Komponente. Dies war zu erwarten, da das
Himmelslicht vorzugsweise vertikal polarisiert ist. Nur wenn eine gerichtete Reflexion möglich war, z. B. an
Eisplatten, gab es grössere Unterschiede in den Spektren. Durchweg zeigte sich kein Einfluss der Wellenlänge: die Spektren unterschieden sich in allen Wellenlängenbereichen nur um einen konstanten Faktor.
Die «lokalen Spiegel» (kleine Eisplatten) änderten nicht die Farbkoordinaten, sondern nur die Intensität.
FAZIT / SCHLUSSFOLGERUNGEN
Im Allgemeinen sind Skipisten kontrastarm. Deshalb sucht das visuelle System ständig nach irgendwelchen
Irregularitäten, die eine Orientierungshilfe darstellen könnten wie z. B. Fahrspuren oder Eisflächen. In den
meisten Fällen ändert der Polarisationsfilter kaum das Erscheinungsbild der Piste, da das Licht kaum polarisiert ist bzw. partiell in der gleichen Richtung, die der Polarisator durchlässt. Nur unter ganz wenigen Bedingungen reduziert der Polarisationsfilter das Licht. Aber genau dann verliert der Skifahrer Information.
Ohne Polfilter sind die Spuren im Schnee ein klein wenig «heller» oder glitzern im direkten Sonnenlicht.
Mit Filter können sie sogar unsichtbar werden. Ein Polarisationsfilter kann die Umgebung kontrastreicher
erscheinen lassen, aber auf der Skipiste kann alles noch kontrastärmer werden. Auf der Skipiste könnte
also ein Polarisator eher als «Schlechtwettersimulator» eingesetzt werden.
Abstract-Band
Block C1: Schneesport 1.Teil
37
Analyse des Schutzpotentials von Schneesport-Rückenprotektoren
Schmitt Kai-Uwe1,2, Liechti Bendicht1, Michel Frank I.3, Brühwiler Paul4
1
ETH Zürich, Schweiz, 2AGU Zürich, Schweiz, 3 bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung, Bern,
Schweiz, 4EMPA St. Gallen, Schweiz
SCHLÜSSELWÖRTER: Snowboard, Ski, Sturz, Rücken, Protektor
EINLEITUNG
Wirbelsäulenverletzungen machen ca. 2–10 % der Schneesportverletzungen aus [Yamakawa 2001, Franz
2007, Michel 2009], wobei ca. 10 % dieser Verletzungen mit bleibenden neurologischen Ausfällen verbunden sind [Prall 1995, Wakahara 2006]. Die Verwendung von Rückenprotektoren soll das Risiko, eine
solche Verletzung zu erleiden, reduzieren. Derzeit sind verschiedene Rückenprotektoren auf dem Markt
erhältlich, es gibt jedoch keine verbindliche Norm, auf deren Grundlage das Schutzpotential der Protektoren nachgewiesen werden muss.
ZIELSETZUNG
Das Schutzpotential kommerziell erhältlicher Schneesport-Rückenprotektoren soll untersucht werden.
METHODE
Im Rahmen von Umfragen wurden Schneesportler zu Rückenprotektoren befragt. Des Weiteren wurde
das Verhalten einer repräsentativen Auswahl von Protektoren experimentell untersucht. Die Protektoren
wurden dabei gemäss Norm EN1621-2 (Motorradfahrer-Schutzkleidung, Rückenprotektoren) getestet. Der
Hauptbestandteil der Norm besteht aus der mechanischen Beaufschlagung der Protektoren durch einen
definierten Fallkörper. Das Schutzpotential eines Protektors wird anhand der unter dem Protektor gemessenen Aufprallkraft charakterisiert. Die Ergebnisse wurden mit der in der Norm vorgegebenen Grenzwerten verglichen. Zudem wurden Prüfungen mit einem modifizierten Testprotokoll durchgeführt.
RESULTATE
Die Ergebnisse der Umfragen geben Hinweise auf den aktuellen Stand bezüglich der Verwendung und
dem subjektiv empfundenen Schutzpotential von Schneesport-Rückenprotektoren. Die Resultate aus den
mechanischen Tests zeigen Unterschiede bezüglich Konstruktion, Design und gemessener Kraft.
DISKUSSION
Aufgrund der erzielten Messergebnisse der mechanischen Prüfung wird deutlich, dass beachtliche Differenzen zwischen untersuchten kommerziell erhältlichen Rückenprotektoren existieren. Bei der Interpretation der Ergebnisse ist jedoch zu diskutieren, ob die hier gestellten Anforderungen nach EN1621-2 ebenfalls für den Schneesport Gültigkeit besitzen oder ob entsprechende Anpassungen des Prüfverfahrens
vorgenommen werden müssten.
FAZIT / SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die Ergebnisse dieser Studie dienen als Grundlage zur Diskussion, in wie fern eine eigenständige Norm zur
Prüfung des Schutzpotentials von Schneesport-Rückenprotektoren notwendig ist.
LITERATUR
Franz T et al. Severe spinal injuries in alpine skiing and snowboarding. Br J Sports Med. 2008;42(1):55–58.
Michel FI et al. Rücken- und Brustprotektoren im Schneesport. Bern: bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung, 2009.
Prall JA et al. Spine and spinal cord injuries in downhill skiers. J Trauma. 1995; 39:1115–18.
Wakahara K et al. Traumatic Spinal Cord Injuries From Snowboarding. Am J Sports Med. 2006;34(10):1670–1674.
Yamakawa H et al. Spinal injuries in snowboarders. J Trauma. 2001;50:1101–5.
38
Block C1: Schneesport 1.Teil
Abstract-Band
Block D: Bergsport und Tourismus
Sicherheitsmanagement in Ferienorten: Planung, Realisierung und Audit
Nobs Markus, Müller Christoph
bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung, Bern, Schweiz
SCHLÜSSELWÖRTER: Sichere Ferienorte, Sicherheitsmanagement, Gütesiegel
AUSGANGSLAGE
Die bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung und der Schweizerische Tourismus Verband STV haben in
2008 mit zwei Pilotorten (Engelberg im Kanton Obwalden und Grächen im Kanton Wallis) ein Projekt in
Angriff genommen: Feriendestinationen mit dem STV-Gütesiegel «Familien willkommen» halten und entwickeln einen hohen Qualitäts-Standard und bieten einen herausragenden Service für Kinder und Familien. Dieser Standard soll auch bestmögliche Sicherheit, insbesondere für die jüngeren Gäste, einschliessen. Über 100 000 verletzte Kinder alleine im Sport zeigen den Handlungsbedarf (bfu, 2008). Die bfu
unterstützt sicheres Bewegen und Sporttreiben und möchte gemeinsam mit den ausgezeichneten Ferienorten im Rahmen des Gütesiegels das Element «Sicherheit» gewinnbringend platzieren.
ZIELSETZUNG
In der Präsentation wird gezeigt:
− wie der Prozess zur Bildung von Sicherheitskriterien für die Pilotorte aussieht
− welche Massnahmen zur Erreichung eines Standards umgesetzt werden
− ein Audit-Verfahren zur Überprüfung der Zielerreichung
METHODE
Erstellen einer Kriterienliste zu möglichen Sicherheitsmassnahmen durch ein bfu-Expertengremium und
Auswahl von fünf «Muss-Kriterien», welche die Pilotorte im Rahmen eines Safety Audits umsetzen müssen. Abstimmung der «Muss-Kriterien» mit dem Schweizerischen Tourismus Verband STV und den beiden
Pilotorten. Diese werden bei der Umsetzung und bei der Selbstbewertung (Safety Audit) durch bfu-Experten betreut.
RESULTATE / DISKUSSION
Die Implementierung und Überwachung ausgewählter Sicherheitsmassnahmen führt in teilnehmenden
Tourismusdestinationen zur Etablierung eines gewissen Standards. Dadurch wird das Sicherheitsniveau der
Gäste und insbesondere der Kinder mittel- bis langfristig gehoben. Zentral für die Zielerreichung ist die
Einbindung und Betreuung der Stakeholder in der Feriendestination wie auch beim STV. Aufgrund der
Erkenntnisse können die Ressourcen zur Zielerreichung optimiert werden.
FAZIT
Damit in Zukunft alle Tourismusdestinationen mit dem Label «Familien willkommen» Massnahmen für die
Sicherheit als integrativen Bestandteil der Qualität verstehen, braucht es eine effiziente Betreuung der
entsprechenden Ferienorte.
LITERATUR
bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung. bfu-Statistik 2008. Bern (CH): 2008: Seiten 36/37.
http://www.bfu.ch/German/STATSPdfs/2008/BFU08_d.pdf Zugriff am 5.03.2009
Abstract-Band
Block D: Bergsport und Tourismus
39
Prävention von Bergsportunfällen: Fachgruppe Sicherheit im Bergsport
Walter Monique
bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung, Bern, Schweiz
SCHLÜSSELWÖRTER: Bergsport, Bergwandern, Klettern, Hochtouren, Skitouren
EINLEITUNG
Die bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung ist das nationale Kompetenzzentrum für Unfallprävention im
Sport. Von 195 Personen, die in der Schweiz jährlich beim Sporttreiben ihr Leben verlieren, verunfallen
rund die Hälfte in den Bergen, die Unfälle auf gesicherten Schneesportpisten im Winter nicht eingerechnet. Gemeinsam mit den wichtigsten Partnern in der Schweiz sollen im Rahmen einer Fachgruppe Sicherheit im Bergsport die Bergunfälle besser untersucht und mit geeigneten Massnahmen deren Zahl reduziert
werden.
ZIELSETZUNG
− Erfassen, sammeln, aufbereiten und interpretieren von Unfalldaten, besonders der tödlichen Unfälle
− Handlungsbedarf festlegen
− Prioritäre Massnahmen definieren (Best-Practice-Empfehlungen)
− Umsetzung der beschlossenen Massnahmen begleiten und koordinieren
METHODE
2008 wurden die 12 wichtigsten Partner (Vereine, Verbände, Organisationen) im Bereich Bergsport in der
Fachgruppe Sicherheit im Bergsport vertraglich zusammengeführt. Die Fachgruppe dient als Plattform für
den Wissens- und Meinungsaustausch. Sie soll die bisherigen Unfallstatistiken optimieren und koordinieren sowie nach Möglichkeit vertieft auswerten. Zusammen mit anderen Grundlagen sollen auf dieser Basis
die aktuellen Präventionsanstrengungen reflektiert, Risikofaktoren bewertet und zukünftige Massnahmen
entworfen werden. Die Fachgruppe stellt dabei den Mitgliedern die Informationen zur Verfügung und
koordiniert die Umsetzung der Massnahmen. Die bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung und der
Schweizer Alpen-Club SAC führen die Gruppe und stellen auch Arbeitskapazitäten zur Verfügung.
RESULTATE / DISKUSSION
Bereits nach den ersten Sitzungen zeigt sich, dass es schwierig ist, mehr relevante Daten zu den Unfällen
zu erhalten. Trotz fehlenden Daten herrscht Einigkeit, dass vor allem die Aktiven im selbst-organisierten
Bergsport z. B. im Bergwandern mit Präventionsbotschaften schwer zu erreichen sind. Diese sollen mit
neuen Kommunikationsformen wie Internetplattform, Einbezug des Sportartikelhandels o. Ä. angesprochen werden.
FAZIT / SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die Fachgruppe Sicherheit im Bergsport hat sich eben erst gebildet. Die Koordination der Prävention
braucht viel Zeit und ist eine Langzeitaufgabe. Grundsätzlich ist die Bereitschaft zur Zusammenarbeit da
und bereits nach kurzer Zeit konnten Synergieeffekte erzielt werden. Über erste konkrete Resultate kann
am Kongress berichtet werden.
LITERATUR
Niemann, S. et al (2008). bfu-Statistik 2008, Seite 37. bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung.
http://www.bfu.ch/German/STATSPdfs/2008/BFU08_d.pdf. USP.G.04 Getötete nach Sportartengruppe. Zugriff am
12.03.2009.
Mosimann, U. (2008). Bergnotfallstatistik 2007.Schweizer Alpen-Club SAC: http://www.saccas.ch/fileadmin/pdf/Alpinismus/Bergnotfaelle_Schweiz_2007_Zahlen_und_Grafiken.pdf. Zugriff am 9.03.2009.
40
Block D: Bergsport und Tourismus
Abstract-Band
Handlungs- und Lageorientierung – Prädiktoren für sicherheitsrelevantes Fehlverhalten
von Felskletterern im Klettergarten ?
Voigt Hans-Friedrich, Cronrath Michael
Ruhr-Universität Bochum, Deutschland
SCHLÜSSELWÖRTER: Klettern, Fehlverhalten, Prädiktor
EINLEITUNG
Klettern in Halle und Fels ist keine boomende Trendsportart mehr. Beide sind zu einem festen Bestandteil
sportlicher Kultur geworden (vielfältigstes gesponsertes und medienpräsentiertes Wettkampfwesen sowie
eine hohe Zahl von Nichtverbandsmitgliedern (vor allem in Kletterhallen). Diese Kultur ist im Gegensatz zu
anderen etablierten Sportarten bei den erfassten Mitgliedern zwar nur mit geringem Unfallrisiko behaftet
(etwa zwischen 0,1 und 0,2 % verunfallte Mitglieder; DAV, 2008) oder mit einem niedrigen Arztindex von
0,1 pro 1000 Stunden Sportausübung versehen (Volleyball/Beach-Volleyball 2,3 und Fussball 2,6; Bässler,
2002). Aber pro 100 000 Ausübende jährlich wird eine Todesrate von 7,8 angegeben (im Variantenskilauf
4,1, in den Ballspielen zwischen 0,1 und 1; Burtscher, 2006). Mit anderen Worten: wenn Unfälle auftreten
sind diese schwer oder gar tödlich.
Trotz der seit langem bekannten Arbeit von Schubert (1994) sind nach den Studien von Britschgi (2004)
und DAV (2008) knapp 50 % aller Todesfälle auf fehlerhafte Seil- und Sicherungstechnik zurück zu führen. Wobei gleichzeitig festgestellt wurde, dass die Kletterer typische Fehlerbilder benennen können aber
nicht bei sich selbst erkennen. Mersch et al. (2005) haben sogar festgestellt, dass bei einem Drittel der von
ihnen untersuchten Probanden die Fehler so gravierend waren, dass die Partnersicherung bei einem unangekündigten Sturz versagen würde. Da die Ausrüstung inzwischen einen sehr hohen Qualitätsstandard
erreicht hat rückt der Mensch, wie auch in anderen Natursportarten, in der Sicherheits- und Risikodiskussion immer mehr in den Mittelpunkt.
FRAGESTELLUNG
IST-Zustand: Bergsteiger und Skitourengeher kennen die Gefahren und berücksichtigen sie bei der Planung, sind in der Tourensituation aber nicht in der Lage, sie zu erkennen und in die bekannten Strategien
der Risikominderung einzusetzen (etwa wie in Stop or go oder Reduktionsmethode angegeben). Streicher
(2008) führt dies auf ein durch das Modell der Handlungs- und Lageorientierung (Kuhl, 2002; Csikszentmihalyis, 2008) zu erklärendes Verhalten zurück.
Ziel der Untersuchung: Können Persönlichkeitsfaktoren und Handlungsintentionen als Prädiktoren für
Risikobereitschaft/Verhaltensfehler benannt werden?
METHODE
Da die bisherigen Studien in Kletterhallen durchgeführt wurden und ein Zusammenhang von Handlungsund Lageorientierung und Flow mit Verhaltensfehlern noch nicht in Erwägung gezogen wurde, wurde
diese Fragestellung in einer Studie an 103 Felskletterern in Klettergärten geprüft (verdeckte und geschlossene Beobachtung) und ähnlich der Sicherheitsstudie des DAV um Persönlichkeitsfaktoren mit dem HPI
(Andresen, 2002) (post facto Befragung) ergänzt.
RESULTATE
Wertet man den fehlenden Partnercheck als Fehler mit, dann sind nur weniger als 40 % der Seilschaften
fehlerfrei geklettert. Persönlichkeitsdimensionen zeigen in der Kombination LOM + HOT ein signifikant
gemindertes Fehlerverhalten. Klettererfahrung, Schwierigkeitsreserve und lokale Besonderheiten sind Indikatoren des Fehlverhaltens.
SCHLUSSFOLGERUNGEN
Ausbildung hat positive und negative Emotionsverarbeitung stärker in den Vordergrund zu rücken (siehe
auch Streicher, 2008).
Abstract-Band
Block D: Bergsport und Tourismus
41
Kernausbildungsteam Lawinenprävention Schneesport
Rhyner Hansueli
WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, Davos, Schweiz
SCHLÜSSELWÖRTER: Lawinenprävention, «Human Factors», Ausbildung
EINLEITUNG
Im Jahre 2006 haben 13 Verbände und Institutionen der Schweiz, die in der Ausbildung für Lawinenprävention im Schneesportbereich aktiv sind, aus ihrem bestehenden Pool an Ausbilderinnen und Ausbildern
ein Kern-Ausbildungsteam (KAT) geschaffen. Das Ziel dieses Zusammenschlusses ist es, langfristig über
genügend fachlich und pädagogisch qualifizierte sowie in der Praxis anerkannte Ausbilderinnen und Ausbilder zu verfügen und einheitliche, stufengerechte Ausbildungsunterlagen zu schaffen. In enger Zusammenarbeit mit dem SLF und den Partnern übernimmt das Kern-Ausbildungsteam die Aus- und Weiterbildung der weiteren Multiplikatoren.
ZIELSETZUNG
In der Präsentation wird gezeigt:
− Ziele und Aufgaben des Kern-Ausbildungsteams Lawinenprävention Schneesport
− die vom Kern-Ausbildungsteam evaluierten prioritären Massnahmen
− erste Umsetzungsversuche der neuen Ausbildungsunterlagen zum Thema «Human Factors»
METHODE
Als eines der prioritären Anliegen wurde im Kern-Ausbildungsteam die Verbesserung des Kenntnisstandes
im Bereich der sogenannten «Human Factors» und die Integration des Themas in die Ausbildung evaluiert.
Mit der Erarbeitung von Ausbildungsunterlagen und der Schulung der Multiplikatoren in dieser Thematik
soll erreicht werden, dass die «weichen» Einflussfaktoren des Menschen, d.h. psychische, kognitive und
soziale Einflussfaktoren, regelmässig in der Lawinenprävention thematisiert werden.
RESULTATE
In den vergangenen zwei Jahren wurden in verschiedenen Lawinen- und Tourenleiterkursen erste Ausbildungsunterlagen eingesetzt und die «Human Factors» thematisiert. Auf Grund subjektiver Wahrnehmung
des Verfassers scheint bei den Kursteilnehmern eine starke Sensibilisierung stattzufinden.
DISKUSSION
Auswertungen zeigen einen Rückgang von tödlichen Lawinenunfällen trotz steigender Anzahl Personen,
die sich in ungesichertem Gelände aufhalten. Gründe dafür gibt es verschiedene. Bessere Informationen
(Bulletin) und bessere Ausbildung sind sicher zwei davon. Die Statistik zeigt aber auch, dass viele der Unfälle auch bei höheren Gefahrenstufen in sehr steilem Gelände passieren. Es wird vermutet, dass bei solchen Unfallsituationen oft sogenannte «Human Factors» die Entscheidungen stärker beeinflussen als
schneespezifische Kenntnisse. Wenn es in der Zukunft durch die Sensibilisierung der SchneesportlerInnen
für diese Einflussfaktoren gelingt, die Anzahl Lawinenopfer weiter zu verringern, hat das Kern-Ausbildungsteam ein wichtiges Ziel erreicht.
FAZIT / SCHLUSSFOLGERUNGEN
LITERATUR
Edward DeBono, 6 Farben Denken
Ian McCammon, Wahrnehmungsfallen
42
Block D: Bergsport und Tourismus
Abstract-Band
Lawinen: Warnung, Information (Medien) und Ausbildung
Etter Hans-Jürg
WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, Davos, Schweiz
SCHLÜSSELWÖRTER: Prävention, Lawinenwarnung, Lawinenopfer
EINLEITUNG
Die Abnahme der Lawinenopfer in der Schweiz in den letzten Jahren ist eine sehr positive und ermutigende Entwicklung. Dieser Trend konnte trotz steigender Schneesportaktivität und grösserem Verkehrsaufkommen auf Bergstrassen (lawinenexponiertes Gelände) erreicht werden.
Was sind die Hauptfaktoren und Sicherheitsmassnahmen die zu diesem positiven Trend führten? Wir untersuchten folgende Hypothese: «Die Hauptgründe sind verbesserte und detailliertere Lawinenwarnung,
bessere Kommunikationsmittel und vermehrte Medienpräsenz, professionelle Ausbildung sowie hochwertige und auch leicht zu bedienende Notfallgeräte».
Um die Hypothese zu prüfen wurden Anhaltspunkte aus den letzten 40 Jahren erfasst, möglichst objektiv
verglichen und auch den erfassten Lawinen (Todes) Opferzahlen im gleichen Zeitraum gegenübergestellt.
ZIELSETZUNG
In der Präsentation wird gezeigt:
− welche Entwicklung die verschiedenen Teil-Bereiche erfahren
− welche Faktoren ausgewählt und über die Jahre verfolgt wurden
− welche Massnahmen welchen Erfolg brachten
− welche Schlüsse daraus gezogen werden können
METHODE
Der untersuchte Zeitraum 1969–2008 wurde in acht Fünf-Jahrescluster aufgeteilt. Die zur Beurteilung
beigezogenen Faktoren wurden in fünf Hauptthemen-Gebiete gruppiert: «Lawinenbulletins und Informationsprodukte» (SLF, 2007), «Medien», «Ausbildungsorganisationen und Anzahl Teilnehmer», «Ausbildungsthemen» sowie «Meilensteine».
RESULTATE / DISKUSSION
Die Resultate der Auszählungen sind in allen Teilbereichen positiv. Die Übernachtungszahlen im Winter
und die Anzahl der Schneesportler abseits der Pisten nahmen stetig zu. Die dadurch zu erwartenden negativen Auswirkungen, nämlich das erhöhte Risiko von Lawinenopfern durch die zunehmende Anzahl
Personen im lawinengefährdeten Gebiet, konnten durch kontinuierlich verbesserte Präventionsmassnahmen wie z. B. verbesserte Produkte und Inhalte bei der Lawinenwarnung, diversifizierte Medienkanäle bei
der Verbreitung, intensivierte und inhaltlich verbesserte Ausbildung sowie deutlich verbesserte Notfallgeräte und deren zunehmende Verbreitung aufgefangen bzw. abgewendet werden. Die Opferzahlen nahmen sogar ab.
FAZIT / SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die am Anfang in den Raum gestellte Hypothese konnte mit Fakten und in Teilbereichen mit Abschätzungen bestätigt werden. Eine «Benefit-Kosten-Analyse» würde, ohne dies rechnerisch nachgewiesen zu
haben, ein sehr positives Resultat aufweisen.
LITERATUR
SLF, 2007. Lawinenbulletins und weitere Produkte, Interpretationshilfe, Mitteilungen Nr. 50, neunte Auflage. WSLInstitut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, Davos, Schweiz, www.slf.ch. SLF, 1969–2006. Winter- und Unfallberichte, WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, Davos, Schweiz sowie aktuelle Werte aus dem Internet
(http://www.slf.ch/praevention/lawinenunfaelle)
Abstract-Band
Block D: Bergsport und Tourismus
43
Block C2: Schneesport 2. Teil
bfu – Präventionskampagne im Schneesport
«Fahre mit Respekt und Helm – 1000 Unfälle pro Tag sind zu viel»
Walter Monique
bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung, Bern, Schweiz
SCHLÜSSELWÖRTER: Information oder Provokation, Kampagnenpartner
EINLEITUNG
Die bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung ist die nationale Institution für Sportunfallverhütung in der
Schweiz. Von 300 000 verletzten Sportlerinnen und Sportlern verunfallen 25 % im Schneesport so, dass
sie einen Arzt aufsuchen müssen. Um die Zahl der jährlich 45 000 verletzten Skifahrer und 25 000 Snowboarder zu reduzieren, engagiert sich die bfu in der Forschung, der Ausbildung, der Beratung und im Bereich der Produktesicherheit. Ausgewählte Aspekte der Unfallverhütung im Schneesport werden seit mehreren Jahren ergänzend in Informations- und Sensibilisierungskampagnen thematisiert.
ZIELSETZUNG
In der geplanten Präsentation wird aufgezeigt, wie die wissenschaftlichen Grundlagen aufgearbeitet, mit
welchen Ressourcen, mit welchen Partnern, welche Massnahmen umgesetzt wurden, um welche Resultate zu erzielen.
METHODE
Basierend auf den im bfu-Grundlagenbericht vom Dezember 2006 zusammengetragenen Fakten wurde
eine fundierte Projektdokumentation und ein erfolgversprechendes Kampagnenkonzept erstellt, mit dem
Hauptziel, die Helmtragquote auf Schweizer Skipisten zu steigern. Das Tragen des Handgelenkschutzes
bei Snowboardern oder die fachgerechte Einstellung der Skibindung wurden als Nebenziele definiert.
RESULTATE
In der Wintersaison 2002/03 betrug die Helmtragquote 16 %. In der Saison 2007/08 trugen bereits annähernd 60 % der Ski- und Snowboardfahrenden einen Helm. Jeder zweite Skifahrer liess vor der Saison
2007/08 seine Bindung in einem Fachgeschäft testen und einstellen.
DISKUSSION
Die seit 2002/03 alljährlich mit Unterstützung der Seilbahnunternehmen in 20 Schneesportgebieten
durchgeführten bfu-Erhebungen zeigen einen kontinuierlichen Aufwärtstrend. Die Resultate der Erhebung
2008/09 stehen zurzeit noch aus.
FAZIT / SCHLUSSFOLGERUNGEN
Am Beispiel der im Winter 2007/08 gestarteten Schneesportkampagne «1000 Schneesportunfälle pro
Tag» wird aufgezeigt, wie durch fundierte Analyse, über einen breit abgestützten Kreationsprozess und
schliesslich mit einen mutigen Entscheid ein Erfolg versprechendes Kampagnenkonzept entwickelt und
umgesetzt wurde.
LITERATUR
bfu-Grundlagenbericht zur Kampagne «Sicherheit im Sport» 2007/08 – 2009/10 vom 4.12.2006
bfu-Erhebungen zur Tragquote von Schutzartikeln beim Ski- und Snowboarden vom 24.06.2008
44
Block C2: Schneesport 2. Teil
Abstract-Band
Was ist wirklich dran am Schneesporthelm: eine gemeinsame Stellungnahme
Schulz David1,2,5, Brügger Othmar3,5, Kisser Rupert4,5
1
ARAG Allgemeine Versicherungs-AG – Auswertungsstelle für Skiunfälle, 2Arbeitsgemeinschaft
Sicherheit im Sport (ASiS), 3bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung, 4Kuratorium für Verkehrssicherheit – Bereich Heim, Freizeit & Sport, 5EuroSafe – Taskforce Sport Safety
SCHLÜSSELWÖRTER: Schneesport, Helm, Kopfverletzungen, Öffentlichkeitsarbeit, Helmpflicht
EINLEITUNG
Veranlasst durch den Unfall eines deutschen Politikers in Österreich, bei dem eine Unfallbeteiligte tödliche
Kopfverletzungen erlitt, kam es Anfang 2009 gerade in den Alpenländern zu einer intensiv geführten
öffentlichen Diskussion zu den Themen Schneesporthelm und Helmpflicht auf der Piste. In dieser Debatte
wurde eine Reihe von Behauptungen aufgestellt, die nicht wissenschaftlich belegt waren. ASiS, bfu, KfV
und EuroSafe reagierten mit einer gemeinsamen Stellungnahme.
ZIELSETZUNG
Als Beitrag zur o.g. Diskussion haben die Verfasser den aktuellen Wissenstand zum Themenkomplex
Schneesporthelm und Helmpflicht dargestellt, um die Diskussion, in der sich u.a. Medien, Verbände, Institutionen und Einzelpersonen aus Sport und Wissenschaft äusserten, auf eine fundierte Basis zu stellen. Die
beteiligten Institutionen hatten die Möglichkeit, sich anhand des aktuellen Themas einer breiten europäischen Öffentlichkeit als Ansprechpartner zur Sicherheit im Schneesport zu präsentieren.
METHODE
Basierend auf Literaturrecherche und Experteninterviews wurden die zentralen Aussagen festgelegt. Der
Inhalt gliederte sich in Einführung, Stellungnahme zum Helmtragen, Informationen zu Kopfverletzungen
und zur präventiven Massnahme Helmtragen, Beantwortung der für das Thema relevanten Fragen in Form
einer FAQ sowie Informationen zu Helmtragequoten und gesetzlichen Regelungen in den Alpenländern.
Die Veröffentlichung erfolgte über die (Presse-)Verteiler der beteiligten Institutionen. Die englische Version
wurde via EuroSafe europaweit an interessierte Institutionen und Personen herangetragen.
RESULTATE / DISKUSSION
Gerade in den Printmedien und auf einer Vielzahl von Internetseiten wurde die Veröffentlichung zitiert
oder auf sie hingewiesen. Die beteiligten Institutionen konnten zeigen, dass Sie zeitnah auf relevante
Ereignisse reagieren und wissenschaftliche Erkenntnisse und weitere wichtige Informationen zur o.g.
Thematik schnell und koordiniert relevanten Zielgruppen in ganz Europa zugänglich machen können.
Gerade Unfälle und Verletzungen prominenter Sportler bieten die Möglichkeit, das Thema Sportverletzungsprävention in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Im Sinne des Sports erscheint es sinnvoll, auf
europäischer Ebene koordinierte und inhaltlich abgestimmte Veröffentlichungen in die Diskussion einzubringen. Von grosser Bedeutung ist es, die getroffenen Aussagen mit entsprechenden Untersuchungen zu
belegen bzw. auf anerkannte Experten zu verweisen, die die publizierte Meinung vertreten. Die «europäische Perspektive» in Form der Kooperation mit den internationalen Partnern erhöht Kompetenz und
Glaubwürdigkeit der beteiligten Institution in der Wahrnehmung von Öffentlichkeit und Medien.
FAZIT / SCHLUSSFOLGERUNGEN
Es erscheint sinnvoll, in europäischer Kooperation ähnliche Stellungnahmen zu vergleichbaren Themenkomplexen zu erarbeiten bzw. abzustimmen und diese z. B. bei entsprechendem Anlass zu
veröffentlichen. Die beteiligten Institutionen und ihre Partner haben jede für sich auf nationaler Ebene
bereits eine Vielzahl von Dokumenten erarbeitet. Knappe Ressourcen machen Vernetzungen und Nutzung
von Synergien im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit notwendig vor allem wenn die Zielgruppe im Sinne des
europäischen Gedankens letztendlich Sportler/-innen in ganz Europa sind. Nach dem eingangs erwähnten
Unfall und der folgenden Diskussion stiegen die Absatzzahlen von Helmen stark an. Die Mechanismen, die
zu dieser Steigerung führten, bieten interessante Ansätze für die Gestaltung zukünftiger
Präventionsarbeit.
Abstract-Band
Block C2: Schneesport 2. Teil
45
bfu-Schwerpunktprogramm Schneesport «Evidence into practice»:
Koordination der Schweizer Schneesport-Unfallprävention
Hofer Fränk
bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung, Bern, Schweiz
SCHLÜSSELWÖRTER: Ski und Snowboard Sicherheit, nationales Programm, Koordination
EINLEITUNG
Jährlich ereignen sich auf Schweizer Schneesportpisten rund 70 000 Ski- und Snowboardunfälle. Die Zahl
der schwerverletzten Schneesportler beläuft sich auf rund 3800 Personen. 8 Personen ziehen sich tödliche
Verletzungen zu. Die bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung ist die nationale Institution für Sportunfallverhütung in der Schweiz und seit Jahrzehnten das Kompetenzzentrum für die Unfallprävention im
Schweizer Schneesport. In diesem Themenbereich arbeitet die bfu mit weiteren Partnern zusammen, beispielsweise mit der Suva, der nationalen Versicherungsanstalt.
Mehrere Stakeholder des Schweizerischen Schneesportgeschehens betreiben seit einiger Zeit Unfallprävention im Schneesport. Diese fokussieren dabei je nach eigenen Interessen auf unterschiedliche Präventionsthemen, wobei diese teils wenig evidenzbasiert erfolgen und oft wenig präventive Effekte erzeugen.
Die bfu hat das Problem erkannt und engagiert sich seit rund 2 Jahren für ein koordiniertes Zusammenwirken der Stakeholder.
ZIELSETZUNG
In Zusammenarbeit mit sämtlichen Stakeholdern der Schweiz soll die Schneesport-Unfallprävention in der
Schweiz wirksamer gestaltet werden.
METHODE
Nachdem sich anlässlich eines Treffens im April 2007 alle Stakeholder erfreut zeigten über die Absichten
der bfu, einen nationalen Koordinationsprozess zu führen und eine gemeinsame Präventionsstrategie
anzustreben, wurde ein strukturierter Prozess von Expertengesprächen gestartet, um die Grundlagen für
ein koordiniertes Langfristprogramm zu legen:
− Die Risikofaktoren wurden analysiert und bewertet (Evidenz).
− Das Rettungspotenzial, welches in der theoretischen Aufhebung eines Risikofaktors liegt, wurde
festgehalten (theoretisches Rettungspotenzial).
− Eine Liste mit Massnahmen, die von allen Partnern inhaltlich getragen wird, konnte verabschiedet
werden.
Auf der Basis dieser Grundlagenarbeiten übernehmen jetzt einzelne Partner die Verantwortung für die
Umsetzung ausgewählter Massnahmen. Sämtliche Partner setzen die Massnahmen künftig orchestriert
um.
DISKUSSION
Dank der Expertengespräche hat sich rasch eine erfreuliche Dynamik in der Schneesport-Unfallpräventionslandschaft der Schweiz entwickelt. Die Stakeholder tauschen sich vermehrt aus und nutzen Synergien
besser, zudem haben einige der involvierten Organisationen ihre Präventionsbemühungen, motiviert durch
die Inputs aus den Expertengesprächen, bereits optimiert. Der Start der Massnahmen erfolgt auf Winter
2009/2010.
Der konkrete Prozess der Risikoanalyse und der Auswahl von geeigneten Präventionsmassnahmen sowie
die konkrete Umsetzung sollen am Kongress erläutert werden.
FAZIT
Durch eine koordinierte Umsetzung von massgeschneiderten Präventionsaktivitäten, getragen durch alle
involvierten Partner, kann in hohem Mass potentiellen Schneesportunfällen entgegengewirkt werden.
46
Block C2: Schneesport 2. Teil
Abstract-Band
«Esprit Piste»: Schneesportunfallprävention an den Schulen
Bianchi Giannina, Müller Christoph
bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung, Bern, Schweiz
SCHLÜSSELWÖRTER: Unfallprävention bei Kindern, Schneesport, Ski, Snowboard, FIS-Regeln
EINLEITUNG
Gemäss der Statistik 2008 der bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung ereignen sich in der Schweiz im
Schneesport jährlich rund 26 000 Unfälle von Kindern und Jugendlichen bis 16 Jahren1. Das Departement
für Erziehung, Kultur und Sport hat unter Federführung der Kantonalen Walliser Rettungsorganisation
(KWRO) und in Zusammenarbeit mit den Walliser Bergbahnen, der Vereinigung der Rettungschefs und
Patrouilleure (VRP und ACP), diversen Schneesportschulen, der bfu, der Suva und den Walliser Bergführern das Präventionskonzept «Esprit Piste»2 erarbeitet, das sich an die Schüler der 5. und 6. Klasse richtet.
Der Schwerpunkt des Projekts liegt in der Verhütung von Unfällen durch das Einhalten der FIS-Regeln3.
Nach der Durchführung eines Pilotprojekts im Winter 2006/2007 wird das Projekt seit dem Winter
2007/2008 zweijährlich für alle Walliser Primarschulen obligatorisch durchgeführt.
ZIELSETZUNG
Die Sensibilisierung der Jugendlichen aller Kantone für ein richtiges Verhalten auf den Skipisten, um
grösstmögliche Sicherheit zu gewährleisten.
METHODE
Die bfu erarbeitet ein Informationspaket auf der Grundlage von «Esprit Piste», das das Durchführen eines
Sensibilisierungsprojektes für Multiplikatoren aller Kantone der Schweiz ermöglicht. Das Projekt «Esprit
Piste» sowie das erarbeitete Informationspaket werden den Sportämtern und über diese auch den Schulen
aller Kantone präsentiert und zur Verfügung gestellt. Eine gute Zusammenarbeit mit den Kantonen,
Sportämtern, Schulen, Seilbahnen und Schneesportschulen wird angestrebt. Die entsprechenden Ressourcen müssen auf allen Ebenen zur Verfügung gestellt werden.
VORGEHEN
Die Sportämter aller Kantone werden ihren Schulen Informationsmaterial zu «Esprit Piste» zur Verfügung
stellen und zweijährlich das Präventionsprogramm für die Schulen organisieren. Mit Hilfe von Supportmaterial (DVD, Flyer) erläutert die Lehrperson den Schülern vor dem Schneesporttag die Bedeutung der FISRegeln anschaulich und verständlich. Das Respektieren der Regeln wird durch das Unterzeichnen einer
Charta bekräftig. Am Schneesporttag findet direkt auf der Piste unter der Leitung der Bergbahnen mit
Hilfe der Pistenpatrouilleure und Schneesportlehrer ein Workshop für die Primarschüler statt, in welchem
sie die Anwendung der FIS-Regeln praktisch umsetzen.
EVALUATION
In drei Jahren wird geprüft, ob 50 % der Schulen der Schweiz das Präventionsprojekt eingeführt haben.
LITERATUR
1
Niemann S., Fahrni S., Brügger O., Cavegn M. (2008). Unfallgeschehen in der Schweiz, bfu-Statistik,
[http://www.bpa.ch/German/STATSPdfs/2008/BFU08_d.pdf], S.23. Zugriff am 5.03.2009
2
Kantonale Walliser Rettungsorganisation (KWRO), «Esprit Piste», [http://www.ocvs.ch/index.cfm?Page=Buildpage&M
ainMenuId=128&SousMenuId=338]. Zugriff am 5.03.2009
3
Internationale Ski Federation (FIS), FIS-Regeln, [http://www.fisski.com/de/fisintern/allgemeineregelnfis/10fisregeln.html]. Zugriff am 5.03.2009
Abstract-Band
Block C2: Schneesport 2. Teil
47
Schlitteln und Schneeschuhlaufen – Sicherheit und Recht
Mathys Heinz Walter, Rechtsanwalt, a. Staatsanwalt, Oron / Bern, Schweiz
Präsident SKUS - Schweizerischen Kommission für Unfallverhütung auf
Schneesportabfahrten, Lehrbeauftragter an der Universität Bern, Schweiz
SCHLÜSSELWÖRTER: Kommunikation, Markierung, Signalisation, Verantwortung, Sicherungspflicht
EINLEITUNG
Das Schlitteln wurde in den letzten Jahren neu entdeckt. Es besteht ein breites Angebot. Das Schneeschuhlaufen ist im Trend und gehört vielerorts zum Tourismusangebot. Beides ist nicht ungefährlich. Im
Schnitt der Jahre 2002 bis 2006 verletzten sich jährlich 9 600 Schlittler. Bereits im Winter 2005/06 fanden
in Zuoz, Les Diablerets und Susch drei Schneeschuhläufer den Lawinentod. Verschüttet wurden acht
Schneeschuhläufer. Die Zahl der Lawinentoten ist beachtlich. Mahnmal ist der 11. Februar 2009.
ZIELSETZUNG
Die jeweiligen Verantwortungsbereiche der Schlittler und Schneeschuhläufer sowie der Anbieter von
Schlittelwegen, -parks und Schneeschuhrouten sollen aufgezeigt werden. Anbieter sind Tourismusbüros,
Verkehrsvereine, Gemeinden, Bergtransportunternehmungen, Hotels, usw. Das Vertrauensprinzip bestimmt die Haftung: Wer aus Verdienstinteresse etwas in die Wege leitet und dafür wirbt, der wird dafür
auch verantwortlich.
METHODE
Das Referat orientiert sich an Beispielen aus Praxis und Rechtsprechung. Die SKUS hat sich im Rahmen der
Unfallverhütung bzw. der Verkehrssicherungspflicht bereits im Jahre 2004 mit der Markierung, Signalisation und Sicherung von Schneeschuhrouten befasst. Das Schlitteln fand 2006 Eingang in die SKUS-Richtlinien für Anlage, Betrieb und Unterhalt von Schneesportabfahrten.
DISKUSSION
Hauptprobleme der Schneeschuhrouten sind die Markierung, deren Kontrolle und Unterhalt, die deutliche
Trennung der Trails von Schneesportabfahrten und Aufstiegsspuren von Skiliften sowie die Sicherung der
Schneeschuhrouten vor Lawinengefahr. Trails sind zu sperren, wenn ihre Markierung infolge schlechter
Sichtverhältnisse ihre Sicherungsfunktion nicht mehr erfüllen kann. Die Markierung kann nicht auf gutes
Wetter ausgerichtet sein.
Wer Schlittelwege und Schneeschuhrouten markiert und anbietet, muss sich bewusst sein, dass die Sicherung vor Lawinengefahr eine ständige und genaue Beurteilung der allgemeinen und der örtlichen Wetterund Schneeverhältnisse voraussetzt. Die Verantwortlichen haben von der generellen Lagebeurteilung
durch das SLF (www.slf.ch) auszugehen. Die örtliche Beurteilung der Lawinengefahr hat durch eine sachkundige, mit den örtlichen Verhältnissen bestens vertraute Person zu erfolgen. Lawinengefährdete Schlittelwege und Schneeschuhrouten sind unverzüglich zu sperren.
FAZIT / SCHLUSSFOLGERUNGEN
Schlitteln und Schneeschuhlaufen erfordern Vorbereitung, Ausbildung, sportartgerechte Ausrüstung und
Rücksichtnahme auf die andern. Dritte dürfen nicht gefährdet werden. RESPECT & CONTROL!
Wer sich ausserhalb der markierten Trails bewegt, tut dies ausschliesslich auf eigenes Risiko.
Schlittler und Schneeschuhläufer achten die Natur und schonen Wald und Wild.
Schlittler fahren sitzend, verbinden die Schlitten nicht miteinander, fahren auf Sicht, passen Fahrweise und
Geschwindigkeit dem Können und den Verhältnissen an, respektieren den vorderen Schlittler, überholen
mit genügend Abstand und warnen Dritte vor drohenden Gefahren.
48
Block C2: Schneesport 2. Teil
Abstract-Band
Block E: Schulsport, Sport in der Kindheit
Trendreport zum schulsportlichen Unfallgeschehen in Nordrhein-Westfalen
Dieterich Sven1, Hübner Horst2, Seidel Inga2
1
Unfallkasse Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, Deutschland,
2
Universität Wuppertal, Deutschland
SCHLÜSSELWÖRTER: Unfallgeschehen im Schulsport, Unfallprävention
EINLEITUNG
Vor zehn Jahren untersuchte die Wuppertaler Forschungsstelle «Mehr Sicherheit im Schulsport» zum ersten Mal das schulsportliche Unfallgeschehen in Nordrhein-Westfalen. Nach regional begrenzten Vorarbeiten wurde damals ein innovatives Projekt auf den Weg gebracht, mit dem auf der Landesebene erstmalig
zuverlässige und aktuelle Erkenntnisse über die personalen, materiell - organisatorischen und situativen
Unfallfaktoren gewonnen werden konnten. (vgl. u.a. Hübner, Pfitzner, 2001)
ZIELSETZUNG
Nach ersten Vorüberlegungen Ende des Jahres 2006 konstituierte sich im März 2007 die Projektgruppe
«Trendreport 2008/2009», an der Vertreter der Unfallkasse NRW und der Wuppertaler Forschungsstelle
teilnahmen. Das Erkenntnisinteresse der aktuellen Studie richtet sich zum einen auf eine differenzierte
Bestätigung oder Modifizierung des bisherigen Kenntnisstandes zum Unfallgeschehen im Sportunterricht
der Allgemeinbildenden Schulen in NRW. Zum anderen finden sich zahlreiche Neuerungen im «Trendreport» die Rückschlüsse auf institutionellen Variablen ermöglichen und eine vergleichende Anbindung an
allgemeine, in den vergangenen zehn Jahren erweiterte Wissensbestände aus der Bildungs-, Jugend- und
Schulsportforschung ermöglichen.
METHODE
Der landesweite «Trendreport 2008/2009» begann mit einer ersten Ziehung und Befragungswelle im
September 2008, die zweite Welle erfolgte ab Mitte November; die dritte Welle fand im März und die
vierte Erhebungsphase im Mai 2009 statt. Jeweils 600 Schulsportunfälle wurden nach einem differenzierten Stichprobenplan aus der Datenbank der Unfallkasse NRW für jede Phase zufällig gezogen. Die Forschungsstelle erhält die bei der Unfallkasse NRW wieder eingehenden Fragebögen an den Unfallschüler
und die unterrichtende Lehrkraft in anonymisierter Form und nimmt, unter Beachtung datenschutzrechtlicher Vorschriften, die Dateneingabe und die Auswertung vor.
RESULTATE
Ergebnisse werden nach Erhebungsende im August 2009 vorliegen.
DISKUSSION / FAZIT / SCHLUSSFOLGERUNGEN
Im Arbeitskreis werden die Zielsetzungen, das forschungsmethodische Vorgehen und wesentliche Ergebnisse des landesweiten «Trendreports 2008/2009» dargestellt. Die anschliessende Diskussion kann sich
mit Fragen der Qualität, mit dem Nutzen für die Sportlehrkräfte und für Konzepte der Sicherheitsförderung sowie mit der Übertragbarkeit auf andere Bundesländer befassen.
LITERATUR
Hübner, Horst; Pfitzner, Michael (2001) Das schulsportliche Unfallgeschehen in Nordrhein-Westfalen, Münster, Lit
Verlag
Abstract-Band
Block E: Schulsport, Sport in der Kindheit
49
Unfallprävention im Schulsport aus Sicht der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV)
Orrie Andrew
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), München, Deutschland
SCHLÜSSELWÖRTER: Schüler-Unfallversicherung, Gesetzlicher Präventionsauftrag, Schulsportunfälle, Settingansatz, Sicherheits- und Gesundheitsförderung, Sport und Bewegungsförderung, Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA), Gute und Gesunde Schule
EINLEITUNG
In der gesetzlichen Schüler-Unfallversicherung sind bundesweit alle Kinder in Tageseinrichtungen, Schüler
in allgemein bildenden und beruflichen Schulen sowie Studierende versichert. Im Jahr 2007 waren das
17,3 Millionen Personen also mehr als 20 Prozent der bundesdeutschen Gesamtbevölkerung. Es ereigneten sich rund 1,4 Millionen Unfälle mit ärztlicher Behandlung. Herausragender Unfallschwerpunkt ist der
Schulsport. Für eine wirksame Prävention im Setting «Schule» ist ein ganzheitlicher Ansatz der Sicherheitsund Gesundheitsförderung umzusetzen, der neben baulichen auch gesellschafts- politische, organisatorische und individuelle Aspekte berücksichtigt und sowohl Lernende als auch Lehrende ins Blickfeld rückt.
ZIELSETZUNG
Durch das Referat werden der fachpolitische Auftrag und die Funktion der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) im Bereich der Schulen skizziert. Hierbei soll den Zuhörern in leicht verständlicher
Weise die Struktur, Aufgaben, Handlungs- und Problemfelder dieses Zweiges der deutschen Sozialversicherung erläutert werden. In der Schüler-Unfallversicherung ist der Schulsport mit etwa 40 % aller gemeldeten Unfälle ein Unfallschwerpunkt. Es ist daher von Bedeutung auf der Grundlage einer regelmässigen
Analyse dieses epidemiologisch herausragenden Unfallgeschehens wirksame Präventionsstrategien zu
entwickeln. Im Rahmen einer Darstellung der wesentlichen Präventionsansätze, soll unter anderem auch
die hohe Relevanz einer abgestimmten und gut funktionierenden Zusammenarbeit zwischen der DGUV als
Dachverband der Unfallversicherung und den Unfallversicherungsträgern in den Bundesländern herausgestellt werden. Darüber hinaus möchten wir durch diesen Beitrag zu einem wertvollen Erfahrungsaustausch
mit Wissenschaftlern sowie den Vertretern der österreichischen und schweizerischen Unfallversicherungsverbände anregen.
INHALT / METHODE
In der Bundesrepublik Deutschland wurden im Jahr 2007 bei einem Versichertenbestand von etwa 10
Mio. Schülern an allgemein bildenden Schulen 552 083 Schulsportunfälle (39,4 %) registriert. Damit entfielen in diesem Jahr auf 1 000 Schüler etwa 32 Sportunfälle im regulären Unterricht. Jeder zweite Unfall
bei Sport und Spiel geschieht in den Ballsportarten (u. a. Handball, Fussball, Volleyball). Auf der Basis unserer Expertise «Bewegung und Kinderunfälle» (GUV-SI 8074) wird über Empirische Studien zu Motorik
und Kinderunfällen, die Problematik des Bewegungsmangels sowie den Chancen motorischer Förderung
zur Prävention von Unfällen im Schulsport dargestellt. Aus der Diskussion der Studien zu den Zusammenhängen zwischen Kinderunfällen und Motorik ergibt sich ein umfangreicher Katalog von möglichen Massnahmen der Unfallprävention. In einem Ausblick soll die 2009 begonnene «Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie» (GDA) erläutert werden, die u. a. durch Massnahmen zur Gestaltung eines attraktiven und sicheren Sportunterrichtes dem Unfallschwerpunkt «Schulsport» Rechnung trägt und somit einen
Beitrag zu einer guten und gesunden Schule ist.
FAZIT / SCHLUSSFOLGERUNGEN
Es lässt sich aus der Expertise folgern, dass Sport- und Bewegungsförderung eine wirksame und vor allem
kindgerechte Form der Unfallprävention ist.
LITERATUR
Literatur beim Verfasser
50
Block E: Schulsport, Sport in der Kindheit
Abstract-Band
Selbstevaluation des schulsportlichen Unfallgeschehens – ein neuer Weg des innerschulischen Umgangs mit Bewegungsrisiken
Hübner Horst, Seidel Inga
Universität Wuppertal, Deutschland
SCHLÜSSELWÖRTER: Unfallgeschehen im Schulsport, Selbstevaluation, Lehrerkooperation
EINLEITUNG
Die klassischen Massnahmen der Sicherheitsförderung und die verschiedenen Konzepte (Unfallverhütung,
Sicherheits- und Wagniserziehung) haben zu einem hohen Sicherheitsniveau des Schulsports geführt –
jedoch liegt die Zahl der registrierten Unfälle im Sportunterricht weiterhin bei über einer halben Million.
Ein «neuer Weg» zur Unfallprävention ist das Projekt «Selbstevaluation des schulsportlichen Unfallgeschehens», in dem das Unfallgeschehen der «eigenen» Schule von den Sportlehrkräften analysiert und der
Umgang mit den Bewegungsrisiken des Schulsports diskutiert wird.
ZIELSETZUNG
Angesichts der positiven Erfahrungen von 12 nordrhein-westfälischen Pilotschulen und der praxisnahen
Verwertbarkeit der Projektergebnisse haben die beteiligten Instanzen (oberste und obere Schulaufsicht,
Unfallkasse NRW) im Herbst 2008 die Wuppertaler Forschungsstelle «Mehr Sicherheit im Schulsport» beauftragt, eine landesweite Umsetzung der Selbstevaluation des schulsportlichen Unfallgeschehens in Angriff zu nehmen. Dabei soll zum einen der Bekanntheitsgrad dieses Instruments der gezielten schulinternen kooperativen Berichterstattung zur Sicherheitsförderung auf allen Ebenen (Schulaufsicht, Berater,
Schulleitungen, Ausbildungseinrichtungen) erhöht werden. Zum anderen soll bei den Sportlehrkräften das
Wissen um den schulinternen Nutzen sowie die Bereitschaft zur Erprobung und kontinuierlichen Durchführung an der eigenen Schule nachhaltig verbessert werden.
METHODE
Grundlage der Selbstevaluation des sportlichen Unfallgeschehens sind die in der Schule vorliegenden Unfallanzeigen, welche bei jedem Schulunfall ausgefüllt werden. Die Informationen der Unfallanzeigen können in eine spezielle Eingabemaske auf Microsoft Excel-Basis eingegeben werden. Neben der Eingabemöglichkeit beinhaltet sie auch eine automatische Auswertung und eine ansprechende Ergebnisdarstellung, die das Fachkollegium bei der Aufbereitung des Unfallgeschehens unterstützen.
RESULTATE
Die Pilotphase hat gezeigt, dass das Instrument der Selbstevaluation durchaus für den Schulalltag geeignet
ist. Alle Projektschulen haben beschlossen, die Aufarbeitung ihres schulinternen Unfallgeschehens zukünftig fortzuführen. Weitere Massnahmen der Projektschulen zur Reduzierung von Sportunfällen können
dem Abschlussband entnommen werden (vgl. Hübner (Hrsg.), 2009).
DISKUSSION / FAZIT / SCHLUSSFOLGERUNGEN
Im Arbeitskreis werden die Zielsetzungen, das Verfahren und wesentliche Ergebnisse einer Selbstevaluation dargestellt. Die anschliessende Diskussion kann sich mit Fragen der Qualitätsentwicklung, mit dem
Nutzen für die Sportlehrkräfte und mit der Anwendbarkeit in allen Schulformen befassen.
LITERATUR
Hübner, Horst (Hrsg.) (2009): Abschlussband Pilotprojekt: Selbstevaluation des schulsportlichen Unfallgeschehens.
Münster, Lit Verlag (in Vorbereitung).
Abstract-Band
Block E: Schulsport, Sport in der Kindheit
51
Sicherheitskurse für neue Mobilitätsformen
Lauper-Perotti René
Verein New Mobility Safety Projects NMSP, Sachseln, Schweiz
SCHLÜSSELWÖRTER: Schulsport, Tretroller, Strassenverkehr
EINLEITUNG
Der Verein New mobility safety projects NMSP bezweckt die Organisation und Durchführung von Projekten im Bereich Gesundheit, Prävention, Sicherheit und Verkehr. Ziel ist es, sowohl die technischen
Fähigkeiten und Fertigkeiten der Teilnehmer auf neuen Mobilitätsformen zu fördern, als auch ihr
Verständnis und Bewusstsein für Gefahren und Regeln auf den neuen Mobilitätsformen inklusive der
Kenntnis der Grundlagen der gesetzlichen Bestimmungen für «fahrzeugähnliche Geräte (FäG)» zu
steigern.
ZIELSETZUNG
Schüler und Schülerinnen sollen befähigt werden, Gefahren besser einzuschätzen und wirksam bremsen
zu können sowie sich auf dem Schulweg oder in der Freizeit im Strassenverkehr sicherer verhalten zu können und den anderen Verkehrsteilnehmern mit Respekt zu begegnen.
METHODE
In den Monaten März bis November werden jährlich an 100 Schulen in der Schweiz, in drei 90-minütigen
Modulen, Schüler/innen über den richtigen Umgang mit praktischen und theoretischen Inhalten unterrichtet:
− Das richtige Einschätzen der Geschwindigkeiten,
− die korrekte und sichere Form des effizienten Bremsens,
− die Sensibilisierung für die Wichtigkeit des Tragens von Schonern sowie das Üben des korrekten Einsatzes von Helm-, Knie, und Ellenbogenschonern,
− die Pflege des Materials,
− die richtige Einstellung und Körperposition auf dem Gerät und
− das korrekte Verhalten im Strassenverkehr gemäss den relevanten gesetzlichen Bestimmungen.
Es kann auf allfällige Gefahren und Problemzonen auf den Schulwegen der jeweiligen Schüler/innen direkt
eingegangen werden.
DISKUSSION
Diese präventiven Bestandteile tragen bei ca. 10 000 Kindern der Stufe Kindergarten bis zur 6. Klasse
dazu bei, sich auf dem Schulweg und in der Freizeit besser zurechtzufinden und sich im Verkehr besser
und aufmerksamer verhalten zu können.
FAZIT
Ein Programm zur Unfallprävention an Schulen kann nicht am Kriterium von vermiedenen Unfällen evaluiert werden. In einem Feedbackprozess wird die Beurteilung der Kurse durch die Lehrerschaft erfasst, die
dem Programm eine wichtige Bedeutung beimisst. Der hohe Bedarf der Schulen kann mit den verfügbaren Mitteln nicht vollständig abgedeckt werden.
52
Block E: Schulsport, Sport in der Kindheit
Abstract-Band
Kompetenzerwerb in Fragen von Sicherheit und Unfallvermeidung in der verbandlichen Bildung
Weingärtner Claus
LandesSportBund NRW, Duisburg, Deutschland
SCHLÜSSELWÖRTER: Sicherheitsförderung, Bewegungsförderung, Kompetenzerwerb
EINLEITUNG
Integration der Themen «Sichere Gestaltung von Sportstunden» und «Unfallvermeidung» in die Aus- und
Fortbildung von Übungsleitern/Übungsleiterinnen
ZIELSETZUNG
Die Zuhören/innen erfahren, wie das Thema, welches in der Regel nicht zu den prioritären Interessen der
zu Qualifizierenden zählt, so vermittelt werden kann, dass eine Sensibilität für Sicherheitsfragen entwickelt
und Handlungskompetenzen im Umgang mit Menschen und Geräten geschaffen werden.
METHODE
In den Qualifizierungsmassnahmen werden zunächst die TN sensibilisiert für Gefahren im Sport am Beispiel einer genormten Sporthalle. Entwickelt werden dabei Problemstellungen und Fragen, die sukzessive
im Seminar beantwortet werden. Im Rahmen einer exemplarischen Sporthallenbegehung werden spontane Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt und langfristige Perspektiven entwickelt. Im Rahmen des sportpraktischen Unterrichts werden sicherheitsrelevante Themen wie warm-up, Funktionsgymnastik, Geräteeinsatz, Bedeutung und Funktion von Spielregeln sowie cool-down umgesetzt, analysiert und in Hinblick
auf eine Kompetenzerweiterung der Übungsleiter/innen und Trainer/innen thematisiert.
RESULTATE
Eine wissenschaftliche Evaluation der Effekte liegt bisher nicht vor. Im Rahmen von Massnahmen des Qualitätsmanagements werden TN im Anschluss an die Qualifizierung befragt. Hierbei zeigt sich in der Regel
eine grosse Betroffenheit, eine grössere Sensibilisierung und die Erkenntnis einer Erweiterung der Handlungskompetenz, um mit Gefahren und gefährlichen Situationen im Breitensport umgehen zu können.
DISKUSSION
Thema der Diskussion kann ein Erfahrungsaustausch sein, wie im Rahmen von Kurzzeitpädagogik das
Thema Sicherheit mit den Zielen der Sensibilisierung und Erweiterung der Handlungskompetenz thematisiert werden kann.
FAZIT / SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die Themen «Sicherheit» und «Unfallvermeidung» müssen in der verbandlichen Ausbildung von Übungsleiterinnen und Übungsleitern eine grössere Rolle spielen. Hierzu müssen zunächst die Lehrkräfte sensibilisiert und durch Fortbildung und Materialerstellung in die Lage versetzt werden, dass sie die Thematik
attraktiv umsetzen können.
LITERATUR
Sportjugend im LandesSportBund NRW (5. Auflage 2005) «Arbeitshilfe Abenteuer/Erlebnis», Duisburg
Sportjugend im LandesSportBund NRW (2005) «Sicherheitsmanual», Duisburg
Abstract-Band
Block E: Schulsport, Sport in der Kindheit
53
Block F: Sportunfallprävention in Europa
Current European health policy framework
Kisser Rupert
KfV, Wien, Österreich
KEYWORDS: European network for prevention of sports injuries, Safety in Sports, Injury Data Base (IDB),
Effective Measures in Injury Prevention (EMIP)
INTRODUCTION
According to the Treaty establishing the European Community (article 152) the Union complements national health policies, e.g. by harmonized health information, development and dissemination of good
practices, and by supporting the exchange of experiences. This applies also to sport injuries.
Injuries (due to accidents or acts of violence) are the fourth most common cause of death in the Member
States, and the leading cause of death in children and young people. They are also an important cause of
morbidity and chronic disability.
GOAL
In order to put injury higher on the agenda of health policy, the Council has adopted a Council Recommendation (legal act without sanctions) on 31st of May, 2007.
Member States should
− collect comparable data for monitoring the evolution of risks and for assessing the need for prevention
measures;
− set up national prevention programmes, in particular on children, elderly people, vulnerable road users,
as well as on violence and self-harm, consumer safety and sports.
Accordingly, the Commission should
− Gather and report injury data from Member States;
− Disseminate information on good practices and policy actions in the mentioned priority areas; and
− Carry out an evaluation report four years after the adoption (by the end of 2011).
METHOD
Core of the Community reporting system about injuries is the European «Injury Data Base» (IDB), which is
based on data from twelve national sampled of hospitals. Additionally, mortality and hospital discharge
data is used.
Also, a mechanism for the exchange of experiences with good practices is in place. Yet, the data bank
«Effective Measures in Injury Prevention» (EMIP) contains relatively few records about the prevention of
sport injuries, the project «Safety in Sports» will close the gap at least for frequently practiced and injury
prone types of team sport. A European network for the prevention of sports injuries is in development.
CONCLUSION
Safety in sports is a joint responsibility of health and sports policies, although prevention actions must be
carried out mainly within the sports sector due to the specificity of the required actions. There is a great
interest of health policy makers to promote physical exercise as an important element of healthy lifestyle,
although under the precondition that service providers ensure a high level of safety.
54
Block F: Sportunfallprävention in Europa
Abstract-Band
EuroSafe – platform for European collaboration in injury prevention and safety promotion
Rogmans Wim
EuroSafe, Amsterdam, Niederlande
KEYWORDS: Collaboration in injury prevention, knowledge network, Injury Data Network, European Child
Safety Alliance
INTRODUCTION
Accidents and injuries are a leading cause of death and morbidity in all countries in Europe. Accidents and
injuries are a major source of chronic disability in all ages, leading to significant loss of prime years of
good health and quality of life.
The burden of injury is unequally distributed across the European region.
In Europe, citizens are unequally exposed to injury risks. This relates to the tremendous diversity in geography and in socioeconomic, political and cultural conditions in countries. The WHO estimates that, if all
countries in the European Region had the same levels of injury mortality as the country with the lowest
mortality, about half a million lives could be saved.
INITIATIVES AND CHALLENGE
Many initiatives have been implemented to date to prevent the frequency of intentional and unintentional
injuries. In particular progress has been made in reducing road fatalities, workplace accidents, chemical
accidents and consumer product-related injuries. But other risk areas, such as the home and leisure domain are still less well developed.
Another major challenge is to overcome present-day fragmentation in policies and to create more effective programmes and actions in the European region. This requires consistency of policies, programmes
and infrastructures throughout Europe as well as key stakeholders being confident to ensure the highest
reasonably attainable level of safety in society.
EUROSAFE ACT AS CATALYST
EuroSafe act as a catalyst in filling the gaps in current policies and programmes, and in creating synergies
between the distinct sectors, disciplines and stakeholders involved in injury prevention and safety promotion.
EuroSafe is:
− A platform: a relaying point for policy makers and injury prevention professionals for exchanging
experiences and initiating collaborative actions;
− An advocate: a professional organisation that organises a constructive dialogue among stakeholders
and influences policy agenda’s at European level and in countries;
− A resource: a source of information and a pool of collective expertise relevant to injury prevention,
generated with a view to empower members and partners.
The organisation builds upon members’ strengths and capacities. For key priority areas in injury prevention, EuroSafe has established dedicated knowledge networks, i.e. the Injury Data Network (IDN) and the
European Child Safety Alliance (ECSA) and Task Forces on consumer safety, adolescent risk taking behavior, safety for older people, safety in sports, suicide prevention, interpersonal violence, vulnerable road
users and work safety.
Abstract-Band
Block F: Sportunfallprävention in Europa
55
EuroSafe Task Force on Safety in Sport
Brügger Othmar
Research, bfu – Swiss Council for Accident Prevention, Bern, Switzerland,
EuroSafe, Safety in Sport Task Force
KEYWORDS: Safety in Sport, European Network
SCOPE
Ten percent of all accident injuries across Europe are due to sporting activities. The world of sport is
diverse, covering activities and exercises for pre-school children, physical education at school, organized
activities in sports clubs, individually organized leisure time activities, top athletics, and exercise for the
elderly. Key aspects of accident occurrences in Europe form the basis for defining the objectives for
accident prevention: ball sports: football and other ball sports (mainly team handball, basketball); snow
sports: skiing and snowboarding; water sports and drowning, particularly swimming and bathing in open
waters, boating (high number of fatalities); biking (high number of fatalities and severe injuries) and
mountain sports: mountaineering and hiking (high number of fatalities).
A small group of committed experts – the Safety in Sports Task Force – has been formed within the
framework of EuroSafe. They cooperate to create a solid basis for a multinational network. The focus is on
improving knowledge on the prevention of acute and overuse sports injuries in European countries. The
main aim is a reduction of the risk of injuries in sport. The promotion of physical exercise and injury
prevention concepts should be seen as two complementary and not competitive health strategies.
GOALS
1. To create a European Network on Safety in Sports
2. To establish a future series of European Conferences on «Safety in Sports»
3. To raise the awareness of stakeholders (GOs, NGOs, sports federations) on the extent of sports
injuries and to provide information on sport-specific good practice programmes
APPROACH
Re. Goal 1. European Network on Safety in Sports. The task force sees itself as a stable structure within
the EuroSafe network that acts as a «place to go» for institutions interested in «Safety in Sports». The
task force intends to make sure that the results of future projects have a sustainable impact on identifying
good practices in interventions and cost-effective methodologies addressing sport safety, through
measures that address the environment (engineering), informing intermediaries and sports participants
(education) and ensuring the proper implementation of measures (enforcement). To supplement the work
of the safety in sports task force, an attempt will be made to develop a wider network consisting of key
persons in academia (sports science), practitioners (prevention), business (service providers, sports
equipment manufacturers), sports associations, public health institutes, etc. at a) Member State level and
b) European level.
Re. Goal 2. Based on the network of European experts, a core group functions as the international
organizing committee for a new series of European conferences. These conferences will enable policy
makers, national sport and injury experts and representatives of national sport organizations to share
evidence in terms of the impact of sport injuries and evidence-based interventions.
Re. Goal 3. Development of good-practice safety recommendations (e.g. by dissemination of the Turin
Charter on Skiing Safety and fact sheets on helmet-wearing in snow sport). Collaboration with other
sectors (especially the sector promoting physical activity) in order to advocate the inclusion of sport safety
in national policies and other health promotion programmes (e. g. consensus statement on «aspects of
injury prevention in promotion of physical activities»).
OUTLOOK
Taking into consideration the given limitation of resources, the activities of the Safety in Sports Task Force
have to be concentrated on these three goals. Other activities could be envisaged if they can be
implemented in new EU projects.
REFERENCES
EuroSafe. Task Force on Sport Safety. Accessed 29 July 2009: http://www.eurosafe.eu.com/csi/
eurosafe2006.nsf/wwwVwContent/l2sportsafety.htm
56
Block F: Sportunfallprävention in Europa
Abstract-Band
«Safety in Sports» – Sportunfallprävention auf europäischer Ebene
Henke Thomas1, Luig Patrick1, Kisser Rupert2, Rogmans Wim3, Schulz David4, Kloet Saskia5
1
Ruhr-Universität Bochum, Deutschland, 2Kuratorium für Verkehrssicherheit, Wien, Österreich,
3
Eurosafe, Amsterdam, Niederlande, 4ARAG Sportversicherung, Düsseldorf, Deutschland,
5
Consumer Safety Institute, Niederlande
SCHLÜSSELWÖRTER: Sportverletzung, Sportunfall, Prävention
EINLEITUNG
Sport ist ein wichtiges kulturelles Element und eine der am weitesten verbreiteten Aktivitäten. Es besteht
ein globaler Konsens darin, dass der Gesundheitsschutz und die Gesundheitsförderung wichtige Bestandteile des Sports darstellen. Bedenkt man, dass ungefähr 20 % aller Verletzungen aus sportlichen Aktivitäten resultieren, sollte der Verletzungsprävention ein möglichst hoher Stellenwert zugeschrieben werden.
Insbesondere im Breitensport kann der gesundheitliche Nutzen von Sport durch eine Reduktion der Sportunfälle erhöht werden. Ziel ist es daher, durch die Anwendung von bestehenden Präventivmassnahmen
und Strategien einen Beitrag zur Reduktion von Sportverletzungen zu liefern, vorrangig in Sportarten, die
eine hohe absolute Zahl an Verletzungen aufweisen.
METHODE
Auf der Grundlage einer Bestandsaufnahme und mit der Unterstützung von Experten werden best mögliche Präventivmassnahmen und Safety Promotion Strategien für Handball und Basketball entwickelt und zu
einem Curriculum zusammengestellt. Toolkits werden ausgearbeitet, bestehend aus Medien wie Präsentationen, Faltblättern und Seminarunterlagen, um Inhalte an Zielgruppen in Handball und Basketball zu
vermitteln. Diese Toolkits werden in Zusammenarbeit mit der EHF (European Handball Federation) und der
FIBA (Fédération Internationale de Basketball) als Piloten in Handball und Basketball in zwei nationalen
Verbänden auf Akzeptanz und Praktikabilität getestet. Mit Hilfe dieser Erkenntnisse werden allgemeine
Richtlinien ausgearbeitet, wie Sicherheits-Management-Programme in Basketball und Handball sowie in
anderen Sportarten mit signifikantem Verletzungsrisiko entwickelt, implementiert und umgesetzt werden
können.
RESULTATE
Das Problembewusstsein hinsichtlich Sportverletzungen in Sportarten mit einem erhöhten Verletzungsrisiko soll in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union verbessert werden. Dies könnte zusätzlich durch
ein Netzwerk unterstützt werden, in dem Sportler, Experten, Sportinstitutionen & -vereinigungen ihr Wissen um Sportverletzungen und deren Prävention vertiefen und austauschen.
Das Verständnis, wie sportspezifische Verletzungsprävention sowie Safety Promotion entwickelt und implementiert werden können, soll verbessert werden. Ein weiteres Ergebnis soll die Integration von Aspekten der Sportunfallprävention und der Sicherheits-Promotion in der Aus- und Fortbildung bei den teilnehmenden Pilot-Verbänden sein. Mit den aus der Pilot-Implementierung gewonnenen Erfahrungen soll es
auch möglich sein, den Transfer auf weitere Länder und weitere Sportarten zu leisten sowie eine Dauerhaftigkeit in der Anwendung von Sicherheits-Management-Programmen zu erreichen.
SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die Europäische Union hat keine direkte Zuständigkeit für den Sport. Allerdings hat die Europäische Union
eine beträchtliche und wachsende Auswirkung auf den Sport in vielen Bereichen. Es ist bekannt, dass
Informationen über Präventivmassnahmen von Athleten und Sportverbänden gewünscht werden, jedoch
deren Verfügbarkeit relativ fragmentiert ist (Medien, Websites, Richtlinien von Verbänden). Daher wird
eine europäische Aktion von «Safety in Sports» nicht nur Sport ohne Verletzungen als einen Beitrag zur
Öffentlichen Gesundheit fördern, sondern auch eine gemeinsame Struktur und Kompetenz in der Verhinderung von Sportverletzungen schaffen.
Abstract-Band
Block F: Sportunfallprävention in Europa
57
Eröffnung Praxistag
Systematische Unfallprävention im Sport
Brügger Othmar1, Hofer Fränk2
1
Forschung, 2Sport; bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung, Bern, Schweiz
SCHLÜSSELWÖRTER: Verletzungen, Prävention, Problemlösungszyklus, Koordination
EINLEITUNG
Das Ausüben von gewissen Sportarten ist förderlich für die Gesundheit. Darüber ist man sich in der
Wissenschaft einig. Menschliche Handlung kann aber immer zu Verletzungen führen. Sobald jemand
körperlich aktiv ist, existiert keine absolute Sicherheit. Sicherheit kann als das Niveau des akzeptierten
Risikos in einem bestimmten Kontext erachtet werden. Der Gesetzgeber verpflichtet die bfu, das Risiko für
Sportunfälle zu reduzieren. Damit wird implizit ausgesagt, dass die Gesellschaft nicht akzeptiert, dass sich
jährlich beim Sport in der Schweiz rund 300 000 Unfälle mit 140 Getöteten ereignen.
ZIELSETZUNG
Die bfu will das Risiko für Verletzungen und Todesfälle im Sport reduzieren.
POLICY SPORTUNFALLPRÄVENTION
Sport umfasst eine unüberschaubare Vielfalt von Aktivitäten. Die bfu muss das Sicherheitsniveau im Sport
kennen, sich in ihren Anstrengungen auf Schwerpunkte konzentrieren und konkrete Schutzziele
definieren. Die Auswahl der Massnahmen zur Risikoreduktion basiert auf einem mehrstufigen Prozess, in
den auch die relevanten Stakeholder einbezogen werden. In der Umsetzung der ausgewählten
Massnahmen werden auf der Ebene der Schulung und Ausbildung («Education»), auf der Ebene der
Technik und Infrastruktur («Engineering») und auf der Ebene des Rechts und der Normen
(«Enforcement») die massgeblichen Institutionen eingebunden.
SITUATIONSANALYSE
Die bfu konzentriert sich in der Sportunfallprävention vornehmlich auf die Unfallschwerpunkte
Schneesport, Radsport, Bergsport und Wassersport. Aktuell werden auf nationaler Ebene die Aktivitäten
der jeweiligen Interessengruppen in sogenannten Schwerpunktprogrammen koordiniert. In diesem
Prozess werden gemeinsam die Zielsetzung formuliert, die Präventionsmassnahmen ausgewählt und die
vernetzte Umsetzung der diversen Aktivitäten gesteuert.
FAZIT
Der Prozess zur Unfallprävention kann als systematischer Problemlösungszyklus verstanden werden. Ein
Entscheid über die Investition der beschränkten Ressourcen muss auf möglichst guten Kenntnissen der
Sachlage basieren. Darum sind das Erheben und Analysieren der Unfälle, das Prüfen der Wirksamkeit von
Massnahmen, die vernetzte Umsetzung dieser Massnahmen sowie die rigorose Evaluation der realisierten
Massnahmen erforderlich. Erfolgreiche Prävention bedingt aber auch, dass sich die Betroffenen wirklich
angesprochen fühlen, sich von Beginn weg in diesen Prozess einbringen können und dass auf ihre
Anregungen eingegangen wird. Dieser Austausch verlangt eine hohe Kompetenz, um wissenschaftliche
Evidenz so aufzuarbeiten, dass sich daraus konkrete Präventionsmassnahmen ableiten lassen.
LITERATUR
United States Department of Health and Human Services. Physical Activity Guidelines Advisory Committee Report,
2008. Zugriff am 29.07.2009 unter http://www.health.gov/paguidelines/Report/pdf/CommitteeReport.pdf
bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung. bfu-Policy Sport: Unfallgeschehen, Zielformulierung, Mehrjahresprogramm
2006 – 2010. Zugriff am 29.07.2009 unter http://www.bfu.ch/German/sport/Documents/Policy_Sport_dt.pdf
58
Eröffnung Praxistag
Abstract-Band
Block G: Verletzungsprävention in Ballsportarten
Unfallprävention im Breitenfussball – Trainingsprogramm «Die 11»
Wyss Heinz1, Stamm Hanspeter2
1
Suva, Luzern, Schweiz, 2Lamprecht & Stamm, Sozialforschung und Beratung AG, Zürich,
Schweiz
SCHLÜSSELWÖRTER: Fussball, Fussballunfälle, Unfallverhütung, Die 11, Fairplay, Fairness
EINLEITUNG
In der Schweiz ereignen sich jedes Jahr rund 4 000 Unfälle beim Fussballspielen, was Versicherungskosten
von gegen 140 Millionen CHF jährlich zur Folge hat. Aufgrund der steigenden Beliebtheit des Fussballspielens muss mit steigenden Unfallzahlen gerechnet werden. Die Suva führt daher seit 2004 zusammen
mit dem Schweizerischen Fussballverband SFV und in Zusammenarbeit mit dem FIFA Medical Assessment
and Research Center (F-MARC) das Präventionsprogramm «Die 11» durch.
ZIELSETZUNG
Das Unfallrisiko soll durch die Einführung eines durch Präventionsspezialisten entwickelten Trainingsprogramms gesenkt werden. Trainer sollen zur Erkenntnis gelangen, dass sich ein Programm von spezifischen Übungen positiv auf die Unfallverhütung auswirkt. Neben der körperlichen Vorbereitung soll auch
das Fairplay einen höheren Stellenwert erhalten.
METHODE
Das Trainingsprogramm wurde in allen Trainer-Grundkursen und -Fortbildungskursen des SFV in die Ausbildung aufgenommen, damit die Trainer das Programm kennen und richtig anwenden lernen.
Zusammen mit dem SFV wurden sowohl zur Verankerung des Übungsprogramms, als auch zum Thema
Fairplay spezielle Aktivitäten umgesetzt.
Um zu aussagekräftigen Erkenntnissen über die Wirkung der Massnahmen zu gelangen, wurde das Projekt von Beginn an wissenschaftlich begleitet und evaluiert.
RESULTATE
Das Trainingsprogramm ist erfolgreich: Fast alle lizenzierten Fussball-Trainer kennen das Trainingsprogramm «Die 11» und viele von ihnen wenden es, oder Teile davon, mehrheitlich regelmässig im Training
an, was zu signifikant weniger Verletzungen führt.
Gezieltes Training ist unumgänglich: Die Auswertung zeigt, dass Verletzungsverminderung (-12 %) nur
erreicht, wer die vorgeschlagenen Übungen korrekt und regelmässig durchführt.
Nur seriöse Umsetzung führt zum Ziel: Nur durch den Einbau des Programms «Die 11» in die Trainerausund -weiterbildung wird gewährleistet, dass das Trainingsprogramm anschliessend korrekt angewendet
werden kann und die Spielerinnen und Spieler den Nutzen auch erkennen.
FAZIT / SCHLUSSFOLGERUNGEN
Das Projekt zeigt, dass Unfallprävention mit den richtigen und engagierten Partnern möglich ist. Im vorliegenden Fall ist deshalb geplant, die Kampagne weiter zu führen und zu vertiefen. Damit dies erfolgreich
geschehen kann, soll das Anschlussprogramm vielseitiger und stufengerechter gestaltet werden.
LITERATUR
- Bericht zur Evaluation von «Die 11»; Lamprecht & Stamm, Zürich
- DVD «Die 11» Best.Nr. 354.d/f/i/e/sp
- Broschüre für Trainerinnen und Trainer Best.Nr. 88215.d/f/i
Abstract-Band
Block G: Verletzungsprävention in Ballsportarten
59
Soccer Balance - Sensomotorisches Trainingsprogramm im Fussball
Schumacher Thomas1, Stehle Peter2
1
Borussia VfL 1900 Mönchengladbach, Mönchengladbach, Deutschland, 2Bundesinstitut für
Sportwissenschaft, Bonn, Deutschland
SCHLÜSSELWÖRTER: Fussball, sensomotorisches Training, Verletzungsprävention
EINLEITUNG
Im Fussball stellen nicht nur die Anzahl von Verletzungen sondern insbesondere die Häufigkeit und
Schwere von Knie- und Sprunggelenksverletzungen gerade im Nachwuchsbereich und Seniorenbereich
ein ernst zu nehmendes Problem dar.
Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) hatte daher 2004 ein interdisziplinäres Projekt mit dem
Titel «Fussball interdisziplinär» zur Reduktion und Prävention schwerer Sprung- und Kniegelenksverletzungen im Nachwuchsleistungssport Fussball initiiert.
ZIELSETZUNG
Neben der Entwicklung diagnostischer Verfahren zur Beurteilung funktioneller Gelenkstabilitäten,
koordinativer und konditioneller Fähigkeiten sowie psychischer Befindlichkeiten stellte die Integration von
sensomotorischen Trainingsinhalten in das «normale» Fussballtraining einen weiteren Eckpfeiler des Projekts dar.
METHODE
Ein Anspruch, der an das Programm «Soccer Balance» in der Planung gestellt wurde, beinhaltete dessen
zeitliche Einordnung und Integration in die saisonabhängige Schwerpunktsetzung des allgemeinen Fussballtrainings.
RESULTATE
Als Ergebnisse des Projektes «Fussball interdisziplinär» zeigten sich u.a.:
− Die optimierte sensomotorische Gleichgewichtsregulation kann u.a als Effekt der zusätzlichen
sensomotorischen Übungsprogramme gewertet werden.
− Die verbesserte sensomotorische Gleichgewichtsregulation kann mit einer Optimierung neuromuskulärer Aktivierungen erklärt werden.
DISKUSSION
Die positiven praktischen Erfahrungen der Trainer mit dem sensomotorischen Trainingsprogramm sowohl
bezüglich der praktischen Umsetzbarkeit im Fussball wie auch der Wirkung auf die einzelnen motorischen
und koordinativen Fähigkeiten führten dazu, dass im Sinne der Nachhaltigkeit nach Abschluss des Projektes sensomotorische Trainingselemente und -einheiten in die Trainingskonzeption des gesamten Nachwuchsbereiches von Borussia VfL 1900 Mönchengladbach integriert wurden.
FAZIT / SCHLUSSFOLGERUNGEN
Mit dem Projekt «Soccer Balance» im Rahmen des Gesamtprojektes «Fussball interdisziplinär» konnte
gezeigt werden, dass sich sensomotorische Trainingsinhalte in ein allgemeines Fussballtraining integrieren
lassen. Voraussetzung hierzu ist jedoch, dass sportartspezifische Rahmenbedingungen berücksichtigt werden.
LITERATUR
Neumann, G.; Stehle, P. (Hrsg) (2009). Fussball interdisziplinär, Sportverlag Strauss, Köln
Bruhn, S. (Projektleitung), Stehle, P. (Hrsg), (2009), Sensomotorisches Training – Propriozeptives Training Band 1,
Sportverlag Strauss, Köln
Pfeifer, K. (Projektleitung), Stehle, P. (Hrsg), (2009), Sensomotorisches Training – PropriozeptivesTraining Band 2,
Sportverlag Strauss, Köln
60
Block G: Verletzungsprävention in Ballsportarten
Abstract-Band
Block H: Verletzungsprävention beim MTB- und
Fahrradfahren
Wirkung eines Radworkshops auf die Radfahrfertigkeiten und die Aufmerksamkeit von
Kindern
Rom Klaus, Titze Sylvia, Kopp Georg
Universität Graz, Österreich
SCHLÜSSELWÖRTER: Radfahren, Kinder, Geschicklichkeit, Aufmerksamkeit
EINLEITUNG
Zur Gesundheitsförderung und -erhaltung werden für Kinder mindestens 60’ tägliche, körperliche Aktivität empfohlen. Dabei wird explizit auf die aktive Mobilität verwiesen (Bundesamt für Sport et. al. 2006,
S.1). Um die durch die Teilnahme am Strassenverkehr entstehenden Risiken zu minimieren, finanziert die
Allgemeine Unfallversicherung Österreichs seit mehreren Jahren Radfahrworkshops in Schulen.
ZIELSETZUNG
Ziel der Studie war es zu überprüfen, ob eine 40-minütige Intervention in Form des mehrmaligen Durchfahrens eines Radgeschicklichkeitsparcours sich positiv auf die spezifischen Radfahrfertigkeiten und die
Aufmerksamkeitsfähigkeit während des Radfahrens auswirkt.
METHODE
An der der Pilotstudie nahmen123 Kinder (56 % Jungen) der 1. bis 4. Schulstufe teil. Sie absolvierten
einen Pre-Test und unmittelbar nach der Intervention einen Post-Test. Dabei wurden die fahrradspezifischen motorischen Fertigkeiten beim Durchfahren eines Testparcours unter Verwendung eines standardisierten Beobachtungsbogens beurteilt. Zusätzlich wurde das Vorhandensein freier, kognitiven Ressourcen
(Aufmerksamkeit) erfasst, indem die Qualität einer kognitiven Zusatzaufgabe bewertet wurde. Die Daten
wurden unter Verwendung von t-Tests für abhängige Stichproben und 2-Tests nach McNemar analysiert.
RESULTATE
Insgesamt gab es in der Gesamtgruppe nach der 40-minütigen Intervention bei allen Stationen (Schneckenrennen, Slalom, Spurtreue links und rechts, Wippe, Treppe und Gehsteigkante) eine statistisch signifikante Verbesserung.
DISKUSSION / FAZIT / SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Kinder nach Absolvierung des 40-minütigen Radgeschicklichkeitsparcours ihre Radfahrfertigkeiten und die Aufmerksamkeitsfähigkeit während des Radfahrens steigerten. Zur Überprüfung, ob es generell Effektunterschiede zwischen Mädchen und Jungen gibt, müssten
mehrere ähnliche Studien mit grösseren Stichproben durchgeführt werden. Kritisch anzumerken ist, dass
in dieser Pilotstudie aus organisatorischen Gründen kein langfristiger Effekt erfasst und keine Kontrollgruppe eingesetzt wurde.
LITERATUR
Bundesamt für Sport BASPO, Bundesamt für Gesundheit BAG, Netzwerk Gesundheit und Bewegung Schweiz (2006).
Gesundheitswirksame Bewegung bei Kindern und Jugendlichen, Magglingen: Bundesamt für Sport BASPO.
Abstract-Band
Block H: Verletzungsprävention beim MTB- und Fahrradfahren
61
Nationales Präventionsprogramm
Hofer Fränk
bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung, Bern, Schweiz
SCHLÜSSELWÖRTER: Fahrrad, Bike, Sicherheitsdossier, nationales Programm, Koordination
EINLEITUNG
Jährlich ereignen sich in der Schweiz ca. 59 000 Fahrradunfälle, davon rund 29 000 auf der Strasse und
30 000 abseits der Strasse (z. B. Mountain Bike oder anderes sportliches Radfahren auf nicht befestigten
Strassen). Über 2800 Personen verletzen sich dabei schwer (je 50 % Strassenverkehr und abseits
befestigter Strassen), ca. 35 erleiden einen tödlichen Unfall im Strassenverkehr.
Die bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung ist seit Jahrzehnten das Kompetenzzentrum für die
Unfallprävention von Fahrradunfällen im Strassenverkehr und abseits der Strassen. In diesem Themenbereich arbeitet die bfu mit einer Vielzahl von weiteren Partnern zusammen.
Im Auftrag des Fonds für Verkehrssicherheit FVS hat die bfu im Jahr 2005 das «Sicherheitsdossier
Fahrradverkehr» herausgegeben. Hier sind für das Fahrradfahren im Strassenverkehr das Unfallgeschehen,
die Risikofaktoren und die Präventionsmassnahmen analysiert, bewertet und detailliert beschrieben
worden. Diese Fülle an Erkenntnissen gilt es in Zukunft möglichst optimal in die Präventionsarbeit aller
Partner einfliessen zu lassen.
ZIELSETZUNG
In Zusammenarbeit mit sämtlichen Stakeholdern der Schweiz soll die Fahrrad/Bike -Unfallprävention in der
Schweiz wirksamer gestaltet werden. Sämtliche Partner setzen die Unfallpräventions-Massnahmen künftig
orchestriert um.
METHODE
In enger Kooperation mit allen Stakeholdern sollen die Phasen des Präventionskreislaufs in den beiden
Themenbereichen «Fahrradfahren im Strassenverkehr», sowie «Biken abseits der Strassen» durchschritten
werden. Die Phasen sind:
− das Unfallgeschehen wird dargestellt
− die Risikofaktoren werden analysiert und bewertet (Evidenz)
− das Rettungspotenzial, welches in der theoretischen Aufhebung eines Risikofaktors liegt, wurde/wird
festgehalten (theoretisches Rettungspotenzial)
− eine Liste mit Massnahmen, die alle Partner inhaltlich tragen, wird verabschiedet
− die laufenden Massnahmen werden optimiert, koordiniert und durch neue ergänzt
− die Prozesse und die Umsetzung werden evaluiert und Erkenntnisse für künftige Programme
aufbereitet
DISKUSSION
Das Programm wird mit einem Kick off Meeting am 13. November 2009 lanciert. Dort sollen allen
Partnern Idee, Zielsetzungen und Vorgehen vorgestellt und Expertenteams gebildet werden. Resultate sind
ab Ende 2010 zu erwarten.
FAZIT
Die bfu ist zuversichtlich, dass durch eine koordinierte Umsetzung von massgeschneiderten
Präventionsaktivitäten, getragen durch alle involvierten Partner, künftig potentiellen Fahrrad/Bike-Unfällen
in hohem Mass entgegengewirkt werden kann.
62
Block H: Verletzungsprävention beim MTB- und Fahrradfahren
Abstract-Band
«Dein Kopf. Entscheide selbst.»
Präventionskampagne zum Tragen eines Helms beim Radfahren
Möhlendick Klaus
BARMER, Wuppertal, Deutschland
SCHLUESSELWÖRTER: Kampagne, Helm, Radfahren, Prävention von Kopfverletzungen
EINLEITUNG
Mit bundesweiten Kampagnen setzen sich die BARMER als gesetzliche Krankenkasse und die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung seit 2001 für sicheres Radfahren ein. Seit 2008 motiviert die Präventionskampagne
«Dein Kopf. Entscheide selbst.» Fahrradfahrer zum Aufsetzen eines Helms, um Kopfverletzungen zu vermeiden.
PROBLEMSTELLUNG
Jedes Jahr erleiden in Deutschland 270 000 Menschen eine Schädelhirn-Verletzung; bei einem Unfall im
Strassenverkehr, am Arbeitsplatz, im Haushalt oder bei Spiel und Sport. Knapp die Hälfte der Unfallopfer
ist unter 25 Jahren und 35 000 Kinder sind jünger als 5 Jahre.
ZIELSESTZUNG
Ziel der Kampagne «Dein Kopf. Entscheide selbst» ist die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für den Kopfschutz, verbunden mit der Aufforderung zum Tragen eines Helms beim Radfahren. Einzelne Risikosituationen und -gruppen werden ausgewählt und in TV-Spots sowie mit Hilfe von Printmedien direkt angesprochen.
VORGEHEN
Bekannte Persönlichkeiten aus Sport, wie Marcel Wüst, dem Schirmherren der Kampagne und die Sängerin Jennifer Wahls von den No Angels engagieren sich in einem TV-Spot gemeinsam für den Helm. Die
unterschiedlichen Persönlichkeiten in den Spots haben Vorbildfunktionen. So nutzt jeder das Fahrrad für
seine Zwecke, sei es in der Freizeit, für den Einkauf in der City, beim Sport oder auf dem Weg zur Arbeit.
Die Spots werden flankiert durch den Einsatz von Plakaten, Broschüren und Aktionen sowie einem Gewinnspiel in der Mitgliederzeitschrift der BARMER. In allen Kundencentern der BARMER sind zudem Flyer
und Plakate erhältlich.
SCHLUSSFOLGERUNG
Wird das zentrale Nervensystem (ZNS) beschädigt, sind die Folgen schwerwiegend und bei vielen Unfallopfern bleiben dauerhafte Defekte zurück. Hier setzt die Präventionskampagne «Voll korrekt» an. Mit einem
Bündel von zeitlich und sachlich abgestimmten Massnahmen sowie eines Media-Mix soll die Öffentlichkeit
zum Tragen eines Helms beim Radfahren motiviert werden.
Abstract-Band
Block H: Verletzungsprävention beim MTB- und Fahrradfahren
63
Mountainbike-Trails: Ein Leitfaden zur Realisierung
1
Hubschmid Samuel, 2Van Rooijen Laurens, 3Hofer Fränk
1
Initiant Gurten-Trail, Bern, Schweiz, 2Winterthur, Schweiz, 3bfu – Beratungsstelle für Unfallver-
hütung, Bern, Schweiz
SCHLÜSSELWÖRTER: Mountainbike, Bau, Unterhalt, Betrieb, Leitfaden
EINLEITUNG
In der Schweiz werden seit einigen Jahren Mountainbike Strecken und Parks realisiert. Einige dieser Projekte sind aus privaten Initiativen heraus entstanden, wobei teilweise auch ohne Bewilligungen mit dem
Bau begonnen wurde. Die Strecken entsprechen keinem Standard, jeder Erbauer kreiert seine eigenen
Lösungen.
ZIELSETZUNG
Standards sollen erarbeitet und definiert werden, die bereits bei der Planung ansetzen und sich durch die
Projektphasen hindurch ziehen. Insbesondere sollen alle sicherheitsrelevanten Überlegungen von A bis Z
dargestellt und als Standards für künftige Projekte empfohlen werden. Der Einbezug aller relevanten Partner soll eine möglichst hohe Akzeptanz des Handbuchs sicherstellen.
METHODE
In Expertengesprächen werden sämtliche relevanten Themen diskutiert, die gemeinsame Sprache sowie
das gemeinsame Verständnis erarbeitet und Lösungen formuliert.
RESULTATE
Physisch liegt ein Handbuch mit dem Titel «Mountainbike-Trails - Leitfaden zur Realisierung» vor. Strukturell wird die Expertengruppe weitergeführt und übernimmt die Rolle einer nationalen Kommission für
Sicherheitsfragen rund um Mountainbike-Strecken und Parks.
DISKUSSION
Der vorliegende Leitfaden bietet von der Projektidee bis zum Betrieb einer Strecke eine Fülle von wertvollen Tipps und Hinweisen zur sinnvollen und sicheren Realisierung. Die definierten Standards, wie Schwierigkeitsbezeichnungen, Definitionen von Sprüngen, Konstruktionen, Materialien, Sicherheitskonzepten,
Rettungsdispositiven und vielem mehr können die Qualität der Strecken und damit die Sicherheit verbessern helfen.
FAZIT / SCHLUSSFOLGERUNGEN
Der Einbezug sämtlicher relevanter Stakeholder in diesen Prozess hat sich absolut bewährt und führt dazu,
dass die bereits erbauten Strecken optimiert werden und neue Projekte von Anfang an auf hohem Standard entwickelt werden.
LITERATUR
International Mountain Bicycling Association IMBA
Trail solutions, IMBA's Guide to Building Sweet Singletrack, 2004
64
Block H: Verletzungsprävention beim MTB- und Fahrradfahren
Abstract-Band
Block I: Prävention von Wasser- und Badeunfällen
Wasser- und Badeunfälle in der Schweiz
Fischer Adrian
Lamprecht & Stamm, Sozialforschung und Beratung AG, Zürich, Schweiz
SCHLÜSSELWÖRTER: Wassersport, Schwimmen, Ertrinkungsunfälle, Exposition, Prävention von Wasserund Badeunfällen
EINLEITUNG
Im Auftrag der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft (SLRG) und der bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung führt Lamprecht und Stamm Sozialforschung und Beratung AG eine Studie zu Wasser- und
Badeunfällen in der Schweiz durch. In der Studie werden wissenschaftlich fundierte Informationen über
den Umfang der Unfälle, über Risikofaktoren und Hintergründe sowie zu Massnahmen zur Prävention von
Wasser- und Badeunfällen erarbeitet.
ZIELSETZUNG
In der Präsentation werden ausgewählte Ergebnisse der Studie vorgestellt:
− Umfang und Verbreitung (Gewässertyp, Region) der Ertrinkungsunfälle und der nicht-tödlichen Wasser- und Badeunfälle in der Schweiz
− Merkmale der Unfallopfer (Alter, Geschlecht)
− Risikofaktoren und Hintergründe (Exposition)
− Ausgewählte Massnahmen zur Prävention von Wasser- und Badeunfällen
METHODE
In der Studie wird eine vertiefte Auswertung bestehender Daten zum Unfallgeschehen und zum Sportund Bewegungsverhalten der Schweizer Wohnbevölkerung vorgenommen. Wissenschaftliche Studien
über Wasser- und Badeunfälle und Evaluationen von Präventionsmassnahmen werden gesichtet und ausgewertet. In problemzentrierten Experteninterviews werden Ursachen und Risikofaktoren, aktuelle Entwicklungen und Massnahmen zur Prävention von Wasser- und Badeunfällen erfasst und diskutiert.
RESULTATE / DISKUSSION
Die Studie enthält detaillierte Auswertungen der Ertrinkungsunfälle in der Schweiz (Zeitraum 2003 bis
2007), der nicht-tödlichen Wasser- und Badeunfälle im UVG-Segment (Zeitraum 2001 bis 2005), Hochrechnungen der Unfälle auf die Schweizer Wohnbevölkerung (Zeitraum 2001 bis 2005), Angaben zur
Verletzungsschwere und zu den Kosten (Zeitraum 2004 bis 2005), Kennzahlen zur Exposition (Befragung
«Sport Schweiz 2008»), zum Schwimmunterricht in der Primarschule und zur Schwimmkompetenz der
Kinder sowie die Ergebnisse der Literaturrecherche und der Experteninterviews.
FAZIT / SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die Studie liefert Informationen, die als Grundlage zur Planung, Umsetzung und Evaluation von Präventionsmassnahmen verwendet werden können.
LITERATUR
Eine Publikation der Studie ist in der Schriftenreihe der bfu vorgesehen.
Abstract-Band
Block I: Prävention von Wasser- und Badeunfällen
65
Wasseratelier - auf dem Weg zu einer konzertierten Prävention der Ertrinkungsfälle in
der Schweiz
Müller Christoph
bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung, Bern, Schweiz
SCHLÜSSELWÖRTER: Wassersicherheit, Ertrinkungsprävention, Wasser-Sicherheits-Check WSC, Sicherheitssysteme
EINLEITUNG
Die bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung ist das nationale Kompetenzzentrum für Unfallprävention im
Sport. Von 197 Personen, die in der Schweiz jährlich beim Sporttreiben ihr Leben verlieren, ertrinken 31
beim Wassersport. Um die Zahl der Ertrinkungsopfer reduzieren zu können, koordiniert die bfu die Präventionsbemühungen der Partner in der Wasser-Unfallverhütung und entwickelt auf Basis von Forschungserkenntnissen Massnahmen.
ZIELSETZUNG
In der Präsentation wird gezeigt:
− wie der Prozess zur Einbindung der Präventionspartner aussieht
− wie auf Basis der Ertrinkungsstatistik Präventionssettings gebildet werden
− ein Programm zur Selbstrettung
− ein System zur Sicherheit in Schwimmbecken
METHODE
Die bfu-Statistik zu den tödlichen Ertrinkungsfällen 2000 bis 2008 wurde detailliert codiert (bfu, 2008).
Auf Basis einer Literaturrecherche wurden Beispiele guter Praxis zusammengestellt. Ein Atelier zur WasserUnfallprävention mit rund 40 nationalen Partnern mit der Hauptzielsetzung, die tödlichen Ertrinkungsfälle
deutlich zu reduzieren, wurde durchgeführt. In der Schweiz erhältliche oder bereits installierte Systeme zur
Sicherheit in Schwimmbecken wurden besichtigt.
RESULTATE / DISKUSSION
Führen von drei Arbeitsgruppen zur Entwicklung von Massnahmen für die Ertrinkungsprävention. Etablierung des WSC. Potential von Sicherheitssystemen in Schwimmbecken nutzen.
Die Analyse der bfu-Statistik der tödlichen Ertrinkungsunfälle zeigt, dass die Unfall-Typen (Unfallhergang)
«plötzliches Untergehen», «Sturz ins Wasser» und «Kenterung» die grösste Häufigkeit aufweisen. Für den
Typ «plötzliches Untergehen» könnte in begrenzten Wasserkörpern wie Pools, Hallen- und Freibädern mit
Überwachungssystemen eine signifikante Reduktion von Todesfällen erzielt werden. Ebenfalls eine Reduktion von Fällen beim Typ «Sturz ins Wasser» verspricht das Programm WSC, wenn es möglichst flächendeckend eingeführt wird (swimsports.ch, 2008). Für den Typ «Kenterung» ist das Tragen von Rettungswesten beim Bootfahren wirkungsvoll. Der effektive Umsetzungsprozess ist über die Arbeitsgruppen aus den
entsprechenden Settings des Wasserateliers zu führen.
FAZIT / SCHLUSSFOLGERUNGEN
Das Führen eines koordinierten Prozesses zur Prävention von Ertrinkungsunfällen unter Einbezug aller
Stakeholder ist eine Langzeitaufgabe und muss entsprechend professionell begleitet werden. Wirksame
Modelle guter Praxis wie der WSC und Systeme zur Sicherheit in Schwimmbädern gilt es zu fördern und
zu implementieren.
LITERATUR
bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung. bfu-Statistik der tödlichen Ertrinkungsfälle 2000–2008.
http://www.bfu.ch/German/medien/Documents/2008-2000_Ertrinkungsunfaelle_d.pdf . Zugriff am 25.02.2009.
swimsports.ch. Der Wasser-Sicherheits-Check WSC: Tiefwasser-Sicherheit für Kinder erreichen.
http://www.swimsports.ch/pdf/de/WSC.pdf Zugriff am 26.02.2009.
66
Block I: Prävention von Wasser- und Badeunfällen
Abstract-Band
Wie viel (bauliche) Sicherheit braucht ein Schwimmbad?
Buchser Markus
bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung, Bern, Schweiz
SCHLÜSSELWÖRTER: Bauliche Sicherheit von Freizeitanlagen, Bäder, Ertrinkungsprävention
EINLEITUNG
Bäder leisten einen wichtigen Beitrag an die Volksgesundheit und an das Wohlbefinden der Bevölkerung,
denn Schwimmen gehört zu den drei am häufigsten betriebenen Sportarten in der Schweiz. Hunderttausende suchen jährlich Bäder aller Art auf, um dort Sport zu treiben oder Spass zu haben. Dabei kommt es
Jahr für Jahr zu schweren Unfällen, die zu Invalidität oder zum Tod führen. Jährlich sterben in der Schweiz
4–5 Personen beim Baden/Schwimmen in einem Hallen-, Frei- und/oder Seebad. Ein Teil der Unfälle ist auf
leichtsinniges Verhalten zurückzuführen, aber auch auf bauliche oder organisatorische Mängel können
Ursachen für Unfälle sein.
ZIELSETZUNG
Das Beheben von technischen Mängeln gilt in der Regel als sehr wirksame und zuverlässige Massnahme.
Deshalb muss in erster Linie versucht werden, sichere und technisch einwandfreie Bäderanlagen zu erstellen. In zweiter Linie sollen organisatorische und betriebliche Massnahmen ergriffen werden.
METHODE
In den letzten 10 Jahren wurden mehr als 10 % der Schweizer Hallen-, Frei- und Seebäder besichtigt. In
Technischen Berichten wurde gezeigt, wie mit baulichen Massnahmen der Sicherheitsstandard gesteigert
werden konnte.
Durch Planbegutachtungen und Beratungen vor Ort unterstützt die bfu Betreiber von Bäderanlagen, bestehende technische und organisatorische Sicherheitsmängel zu erkennen und zu beheben.
RESULTATE / DISKUSSION
Die wichtigsten Sicherheitsmassnahmen in Schwimmbädern sind: die Trennung der Nichtschwimmer- von
den Schwimmerbecken, Warnschilder, die auf die Gefährlichkeit von Kopfsprüngen hinweisen und das
Einhalten der Beckenmasse und Wassertiefen bei Sprunganlagen.
Die realisierten baulichen Massnahmen wurden zum Teil nachträglich besichtigt und dokumentiert. Anhand von Fotobeispielen «Vorher und Nachher» können die wichtigsten Sicherheitsmassnahmen anlässlich eines Referats gezeigt werden.
FAZIT / SCHLUSSFOLGERUNGEN
Bauliche Massnahmen greifen in der Regel direkt und wirkungsvoll um mögliche Gefahrenstellen zu beseitigen. Aber auch organisatorische und betriebliche Massnahmen sind in der Unfallverhütung unverzichtbar. Das Interesse der Betreiber ist hoch und die Bereitschaft zur Umsetzung vorhanden.
LITERATUR
bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung (2008). Dokumentation Bäderanlagen – Sicherheitsempfehlungen für Planung, Bau und Betrieb 2.019. Bern
Deutscher Koordinierungskreis Bäder (2002). Richtlinien für den Bäderbau
Fédération Internationale de natation amateur. FINA Handbook 2005–2009
Abstract-Band
Block I: Prävention von Wasser- und Badeunfällen
67
Ausbildungskonzept der Lebensretter SLRG
Zbinden Marcel
Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG
SCHLÜSSELWÖRTER: Wassersicherheit, Unfall- und Ertrinkungsprävention, Kurswesen, SLRG
EINLEITUNG
Neben der Präventionsarbeit bietet die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft seit 75 Jahren Ausbildungen im Bereich der Personenrettung im und am Wasser an. Die Ausbildungsangebote, in deren Zentrum das Brevet 1 steht, sind historisch gewachsen. Äusserungen von Teilnehmenden und Umfragen bei
Partnern und innerhalb der SLRG zeigen: Die Ausbildung ist zu wenig an die entsprechenden Zielgruppen
angepasst, zu zeitaufwendig (für Ausbildner wie auch Kursbesuchende) sowie zu wenig mit den externen
Partnern abgestimmt.
ZIELSETZUNG
In der Präsentation wird gezeigt,
− wie der Prozess zur Erarbeitung der neuen Ausbildungsangebote ablief,
− welche Probleme sich dem Projektteam stellten,
− wie der jetzige Stand des Projektes aussieht und
− ein Ausblick in die Zukunft gewagt.
METHODE
Die Problemstellungen wurden analysiert und die Erkenntnisse bilden die Grundlage für das Erarbeiten der
neuer Ausbildungsangebote. Anhand von Milestones kann transparent über den Stand des Projektes informiert werden. Die intern wie auch extern involvierten Personen und Verbände werden möglichst früh
und gezielt in die Entscheidfindung eingebunden.
Als wichtige Vorstufe vor der eigentlichen Retterausbildung werden neu Bevölkerungskurse im Bereich
Prävention und Selbstschutz angeboten. Die Retterausbildung basiert auf einer Grundausbildung im Bereich Retten Pool mit verschiedenen Können-Stufen und ergänzenden Modulen. So kann den drei Präventionsstufen besser Rechnung getragen werden.
Die Wasserrettungsmodule und die erste Hilfe Module können unabhängig voneinander besucht werden.
Die Kombination der zwei Kernkompetenzen führt dann zur Abgabe von stufenangepassten Brevets.
RESULTATE
Das Finden eines Konsenses für die verschiedenen Stakeholder ist die Schwierigkeit. Nur im Gespräch
können die verschiedenen Anliegen auf einen Nenner gebracht werden, um so den Anspruchsgruppen so
weit wie möglich und sinnvoll gerecht zu werden.
FAZIT / SCHLUSSFOLGERUNGEN
Ein wichtiger Punkt ist zielgruppengerecht das notwendige Wissen im Bereich der Wasserrettung auf allen
drei Präventionsstufen abgeben zu können. Das Einbinden von allen im Wassersport aktiven Verbänden,
wie auch aller Dienstleister rund ums Wasser, ist deshalb matchentscheidend.
68
Block I: Prävention von Wasser- und Badeunfällen
Abstract-Band
Block K: Praxis-Teil
Die drei sportartenspezifischen Gruppen teilen sich wie folgt auf:
Block G: Verletzungsprävention in Ballsportarten:
− Turnhalle und Fussballplätze End der Welt, Magglingen
Block H: Verletzungsprävention beim MTB- und Fahrradfahren:
− BielTrail, Strecke Magglingen-Biel
Block I: Prävention von Wasser- und Badeunfällen:
− Freibad Magglingen
Abstract-Band
Block K: Praxis-Teil
69
Mountainbike-Trails: Umsetzung von Präventionsmassnahmen in der Praxis
Sandmeier Noemi1, Christe Patrick1, Léchot Raffaela2, Hofer Fränk3
1
Verein Trailnet, Biel, Schweiz, 2Bundesamt für Sport, Magglingen, Schweiz,
3
bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung, Bern, Schweiz
SCHLÜSSELWÖRTER: Mountainbike, BielTrail, Sicherheit, Umsetzung
EINLEITUNG
In der Schweiz sind in den vergangenen Jahren einige Mountainbike Strecken entstanden. Die Risiken bei
Abfahrtsstrecken sind hoch, insbesondere dann, wenn die Strecken nicht optimal gebaut und betrieben
sind. Detaillierte Unfallanalysen liegen erst zu einzelnen Strecken vor, das gesamte Unfallgeschehen wird
jedoch von allen Experten als relevant eingeschätzt.
Der BielTrail ist aus der Sicht der Unfallprävention eine Vorzeige-Umsetzung.
ZIELSETZUNG
Anhand eines Praxisbeispiels aufzeigen, wie der bfu-Leitfaden «Mountainbike-Trails» in die Praxis umgesetzt werden kann. Die Teilnehmenden hören von den Projektinitiatoren und von involvierten Behörden
wie dieses Projekt entstanden ist und sehen vor Ort die Resultate dieser Arbeit.
VORGEHEN
Einstiegsreferate zum Themenkreis:
− Unfallgeschehen
− Risikofaktoren
− Präventionsmassnahmen
Besichtigung der Strecke «BielTrail»:
Die Teilnehmenden hören von den Projektinitiatoren und von involvierten Behörden wie dieses Projekt
kreiert und umgesetzt wurde. Es findet ein Austausch zwischen Teilnehmenden und Projektteam statt,
anhand von Fragen, Anregungen, Diskussion.
Der Leitfaden wird allen Teilnehmenden abgegeben und dient als Führungsinstrument durch den
Praxisteil.
RESULTATE
Es ist zu erwarten, dass die Teilnehmenden nützliche Informationen und praktische Beispiele für die Realisierung allfälliger Mountainbike Strecken in ihrem Einflussbereich mitnehmen können und allgemein Lösungsansätze für die Unfallprävention auf Mountainbike Strecken erkennen. Zudem soll der internationale
Austausch am praktischen Beispiel auch zu neuen Erkenntnissen für die Schweizer Lösung führen.
LITERATUR
Laurens van Rooijen, Mountainbike Trails: Leitfaden zur Realisierung, Bern: bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung;
2009. bfu-Dokumentation 2.040.01
70
Block K: Praxis-Teil
Abstract-Band
Der Wasser-Sicherheits-Check WSC und das Sicherheitssystem BLUE FOX
Müller Christoph
bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung, Bern, Schweiz
SCHLÜSSELWÖRTER: Wassersicherheit, Ertrinkungsprävention, Wasser-Sicherheits-Check WSC, Sicherheitssysteme
EINLEITUNG
Die bfu - Kompetenzzentrum für Unfallprävention im Sport begleitet und fördert wirkungsvolle
Massnahmen zur Ertrinkungsprävention. Sie tut dies insbesondere über Multiplikatoren wie den Schulen
und den Dienstleistern rund um die Bäder.
ZIELSETZUNG
Im Workshop wird gezeigt:
− wie ein in Kanada erprobtes Modell guter Praxis zur Selbstrettung in der Schweiz umgesetzt wird
(swimsports.ch, 2008)
− wie das System BLUE FOX zur Sicherheit von Badegästen in Schwimmbädern funktioniert (BLUE FOX
Sicherheitssysteme für Schwimmbecken, 2008)
PROGRAMM
Input zu WSC und BLUE FOX
Demonstration der beiden Modelle im Freibad der Eidgenössischen Hochschule für Sport
Diskussion/Beantwortung von Fragen
Teilnehmende sind Zuschauer und brauchen keine besondere Ausrüstung
DISKUSSION
Die demonstrierten Modelle guter Praxis sind wirksame Instrumente zur Reduktion von Ertrinkungsfällen
bei Kindern. Erfahrungen aus Kanada mit dem Programm "Swim to survive" (entspricht dem WSC)
zeigen, dass bei breiter Abdeckung der Zielgruppe mit dem Programm eine signifikante Reduktion der
Ertrinkungsfälle bei Kindern realistisch ist (Byers, 2007). Ähnliches darf vom Sicherheitssystem BLUE FOX
erwartet werden, abhängig vom Verbreitungsgrad des Systems in Schwimmbädern.
FAZIT
Der WSC ist möglichst flächendeckend an der Primarschulstufe einzuführen – entsprechende Ressourcen
müssen bereitgestellt werden. Badbetreiber und Badaufsicht sollen Überwachungssysteme für
Schwimmbäder testen und bei Eignung installieren und unterhalten.
LITERATUR
BLUE FOX Sicherheitssysteme für Schwimmbecken. http://www.deepbluemarine.ch/german/poolsafety/index.html
Zugriff am 26.02.2009.
Byers B. Swim to survive. In: Book of abstracts WWS World Water Safety Conference and Exhibition. Porto (PO): 2007:
P55.
swimsports.ch. Der Wasser-Sicherheits-Check WSC: Tiefwasser-Sicherheit für Kinder erreichen.
http://www.swimsports.ch/pdf/de/WSC.pdf Zugriff am 26.02.2009.
Abstract-Band
Block K: Praxis-Teil
71
Referentenverzeichnis
Stand Mitte August 2009
Referentenliste 5. Dreiländerkongress «Sport - mit Sicherheit gewinnen», Magglingen, Schweiz, 3.–5. September 2009
Name
Bianchi
Vorname
Giannina
Institution / Firma
bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung
Ort
Bern
Land
CH
E-Mail
g.bianchi@bfu.ch
Brügger
Othmar
bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung
Bern
CH
o.bruegger@bfu.ch
Buchser
Markus
bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung
Bern
CH
m.buchser@bfu.ch
Buhmann
Brigitte
bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung
Bern
CH
b.buhmann@bfu.ch
Dieterich
Sven
Unfallkasse Nordrhein-Westfalen
Münster
D
s.dieterich@unfallkasse-nrw.de
Etter
Hans-Jürg
WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF
Davos Dorf
CH
etter@slf.ch
Fischer
Adrian
Lamprecht & Stamm SFB AG
Zürich
CH
info@lssfb.ch
Henke
Thomas
Ruhr-Universität Bochum
Bochum
D
thomas.henke@rub.de
Hofer
Fränk
bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung
Bern
CH
f.hofer@bfu.ch
Hubschmid
Samuel
Trailnet
Bern
CH
noodlez@trailnet.ch
Hübner
Horst
Bergische Universität Wuppertal
Wuppertal
D
hhuebner@uni-wuppertal.de
Jendrusch
Gernot
Ruhr-Universität Bochum
Bochum
D
gernot.jendrusch@rub.de
Kisser
Rupert
Kuratorium für Verkehrssicherheit
Wien
AT
rupert.kisser@kfv.at
Kleinert
Jens
Deutsche Sporthochschule Köln
Psychologisches Institut
Köln
D
kleinert@dshs-koeln.de
Lauper-Perotti
René
Verein New mobility safety projects
Sachseln
CH
lauperotti@bluewin.ch
Lingelbach
Bernd
Institut für Augenoptik
Aalen
D
bernd@leinroden.de
Martin-Diener
Eva
Eidg. Hochschule für Sport
Magglingen
CH
eva.martin@baspo.admin.ch
Mathys
Heinz
Walter
SKUS (Präsident)
Oron-la-Ville
CH
mathys.snow_safety@bluewin.ch
Möhlendick
Klaus
BARMER
Wuppertal
D
klaus.moehlendick@barmer.de
Müller
Christoph
bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung
Bern
CH
c.mueller@bfu.ch
Müller Loretz
Edith
Suva
Luzern
CH
edith.mueller@suva.ch
Nobs
Markus
bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung
Aarberg
CH
m.nobs@bfu.ch
Orrie
Andrew
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung
München
D
andrew.orrie@dguv.de
Rhyner
Hansueli
WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF
Davos Dorf
CH
rhyner@slf.ch
Rogmans
Wim
EuroSafe
Amsterdam
NL
w.rogmans@eurosafe.eu.com
Rom
Klaus
Universität Graz
Institut für Sportwissenschaft
Graz
AT
kl.rom@uni-graz.at
Ruedl
Gerhard
Institut für Sportwissenschaft
Innsbruck
AT
gerhard.ruedl@uibk.ac.at
Schmitt
Kai-Uwe
ETH Zürich
Zürich
CH
schmitt@ethz.ch
Schulz
David
ARAG Allgemeine Versicherungs-AG
Düsseldorf
D
schulz@sicherheitimsport.de
Schumacher
Thomas
Borussia VfL
Mönchengladbach D
Thomas.Schumacher@Borussia.de
Seidel
Inga
Bergische Universität Wuppertal
Wuppertal
D
iseidel@uni-wuppertal.de
Sommer
Heini
Ecoplan
Altdorf
CH
heini.sommer@ecoplan.ch
Spring
Hans
Rehazentrum und Swiss Olympic
Medical Center Leukerbad
Leukerbad
CH
spring_leukerbad@bluewin.ch
Stamm
Hanspeter
Lamprecht & Stamm SFB AG
Zürich
CH
hp.stamm@lssfb.ch
van Mechelen
Willem
VU University Medical Center
BT Amsterdam
NL
w.vanmechelen@vumc.nl
Voigt
HansFriedrich
Ruhr-Universität Bochum
Bochum
D
hans.voigt@gmx.de
Walter
Monique
bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung
Bern
CH
m.walter@bfu.ch
Warnke
Kerstin
Schulthess Klinik
Zürich
CH
kerstin.warnke@kws.ch
Weingärtner
Claus
LandesSportBund NRW
Duisburg
D
claus.weingaertner@lsb-nrw.de
Wyss
Heinz
Suva
Luzern
CH
heinz.wyss@suva.ch
Zbinden
Marcel
SLGR
Nottwil
CH
m.zbinden@slrg.ch
Zepp
Christian
Deutsche Sporthochschule Köln
Psychologisches Institut
Köln
D
zepp@dshs-koeln.de
72
Referentenverzeichnis
Abstract-Band
Kongressbände 2000–2006
Alt W, Schaff P, Schumann H (Hrsg.). Neue Wege zur Unfallverhütung im Sport. Beiträge zum
Dreiländerkongress «Mit Sicherheit mehr Spass – Neue Wege zur Unfallverhütung im Sport»,
26.–27. Mai 2000 in München. Band 2. Köln: Bundesinstitut für Sportwissenschaft; 2000.
Baumgartner M (Redaktion). Mit Sicherheit mehr Sport. Beiträge zum 2. Dreiländerkongress,
26.–27. September 2002 in Wien. Fachbuchreihe, Band 10. Wien: Kuratorium für Schutz und Sicherheit;
2002.
Brügger O (Redaktion). Sport – mit Sicherheit mehr Spass. Beiträge zum 3. Dreiländerkongress, 19.–21.
September 2004 in Magglingen. Bern: bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung; 2004.
Henke T, Schulz D, Platen P (Hrsg.). Sicherheit im Sport: Ein Leben mit Sport – aber sicher. Beiträge zum
4. Dreiländerkongress zur Sportunfallprävention, 21.–23. September 2006 in Bochum. Köln: Sportverlag
Strauss; 2006.
Alle Kongressbände sind abrufbar unter www.bfu.ch/sportkongress
Abstract-Band
Kongressbände 2000–2006
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Die bfu setzt sich im öffentlichen Auftrag für die Sicherheit
ein. Als Schweizer ­Kompetenzzentrum für Unfallprävention
forscht sie in den Bereichen Strassenverkehr, Sport sowie
Haus und Freizeit und gibt ihr Wissen durch Beratungen,
Aus­bildungen und Kom­munikation an Privatpersonen
und Fachkreise weiter. Mehr über Unfall­prävention auf
www.bfu.ch.
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bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung, Postfach 8236, CH-3001 Bern
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1.011.01 – 09.2009
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