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ABSTRACTS
ZUR ERSTEN NATIONALEN FACHTAGUNG
KINDHEITS- UND FAMILIENWISSENSCHAFTEN
PSYCHISCHE GESUNDHEIT UND WOHLBEFINDEN VON KINDERN UND FAMILIEN IN
DEUTSCHLAND - ERGEBNISSE REPRÄSENTATIVER STUDIEN
Prof. Dr. Ulrike Ravens-Sieberer
Einleitung: Psychische Auffälligkeiten im Kindes- und Jugendalter sind häufig und ihre Prävention und
Behandlung stellt eine Herausforderung für Familie und Gesellschaft dar. Vor dem Hintergrund der
neuen Morbidität im Kindes- und Jugendalter gewinnt neben der detaillierten Erfassung der
psychischen Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen auch die Analyse von Einflussfaktoren im Sinne
eines Belastungs-Ressourcen-Ansatzes an Bedeutung. In dem Vortrag werden Ergebnisse zu Verläufen
und Bedingungsfaktoren psychischer Belastungen bei Kindern und Jugendlichen am Beispiel der
Ergebnisse der BELLA-Kohortenstudie sowie der AOK Familienstudie dargestellt.
Methoden: Ziel der BELLA-Studie ist es, Entwicklungsverläufe von psychischen Auffälligkeiten von der
Kindheit bis zum Erwachsenenalter aufzuzeigen sowie deren Einflussfaktoren und die Inanspruchnahme
von Versorgungsinstitutionen zu untersuchen. Die BELLA-Studie ist das Zusatzmodul zur Erfassung
psychischer Gesundheit des bundesweiten Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS). In einer
repräsentativen Unterstichprobe des KiGGS wurde eine Kohorte von Kindern und Jugendliche zwischen
7 und 17 Jahre (N=2.863 zur Basiserhebung) längsschnittlich vier Mal innerhalb von sechs Jahren
befragt. Die Erfassung psychischer Auffälligkeiten erfolgte mittels standardisierter Screeningverfahren,
die zur Basiserhebung und den Folgeerhebungen (1, 2 und 6 Jahre später) im Eltern- und ab 11 Jahren
auch im Selbsturteil mittels Telefoninterview (CATI) und schriftlicher Befragung eingesetzt wurden. Die
AOK-Familienstudie hingegen basiert auf einer wiederkehrenden bundesweiten telefonischen
Repräsentativbefragung zur Familiengesundheit mit 1.503 Familien mit Kindern zwischen 4 und 14
Jahren.
Ergebnisse: Die Prävalenz psychischer Auffälligkeiten beträgt 10% bis 11% für Kinder und Jugendliche
zu allen vier Messzeitpunkten. Im zeitlichen Verlauf zeigten 74.3% keine Anzeichen für psychische
Auffälligkeiten, 7.3% zeigten akute/wiederkehrende Beeinträchtigungen, 2.9% anhaltende psychische
Auffälligkeiten und bei 15.5% verbesserte sich der Gesundheitszustand. Längst nicht alle betroffenen
Kinder und Jugendlichen werden behandelt. In Behandlung befinden sich 63.9% mit einer persistenten
psychischen Erkrankung und jeder dritte Teilnehmer mit einer akuten/wiederkehrenden Erkrankung.
Insbesondere ein belastendes Familienklima stellt einen signifikanten Risikofaktor für psychische
Auffälligkeiten dar. Des Weiteren zeigte sich, dass die Kumulation von Risikofaktoren die
Wahrscheinlichkeit für die Ausbildung von psychischen Auffälligkeiten signifikant erhöht, während das
Vorhandensein von familiären und personalen Schutzfaktoren das Risiko vermindert. Sehr wichtig ist
auch die Qualität der in der Familie gemeinsam verbrachten Zeit.
ABSTRACTS
ZUR ERSTEN NATIONALEN FACHTAGUNG
KINDHEITS- UND FAMILIENWISSENSCHAFTEN
Schlussfolgerung: Aus der im Rahmen des bundesweiten Kinder- und Jugendgesundheitssurveys
durchgeführten BELLA-Studie und aus der AOK Familienstudie können Erkenntnisse sowohl zur Verlauf
psychischer Gesundheit von Kindern und Jugendlichen als auch zu relevanten familiären Risiko- und
Schutzfaktoren gewonnen worden. Insbesondere angesichts teilweise schwer veränderbarer
Risikofaktoren erweisen sich familiäre Schutzfaktoren als wertvolle Ansatzpunkte für
Interventionsstrategien hinsichtlich der Prävention psychischer Auffälligkeiten.
Weitere Autoren: Franziska Reiss, Anne-Catherine Haller, Dr. Fionna Klasen,
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Gesundheitswesen
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