close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

200 Jahre Trinitatisfriedhof (PDF, 2 Seiten, 370 KB)

EinbettenHerunterladen
Zahnmedizin
Ausgabe 36/14
ZahnMedizin kompakt • ZahnMedizin kompakt
Kalziumhydroxid ist bei direkter Überkappung nicht mehr der Goldstandard
Studien zeigen Überlegenheit von MTA und mögliche
Gleichwertigkeit von Biodentine
ie Kalziumsilikatzemente
MTA und Biodentine funktionieren nach aktuellen
Studien bei direkten Überkappungen besser als Kalziumhydroxid. Material- und Anwendungseigenschaften erfordern jedoch eine differenzierte Indikationsstellung. Mineral Trioxide Aggregate (MTA, zum Beispiel ProRoot
MTA), ein Gemisch aus Kalziumsilikat-Zementen und Oxiden, wurde ursprünglich für retrograde
Wurzelfüllungen entwickelt. We-
D
gen sehr guter biologischer Eigenschaften erweiterte sich sein Einsatzgebiet beispielsweise auf das
Decken von Perforationen, ApexVerschlüsse bei nekrotischen Zähnen und Pulpotomien [1].
Eine klinische randomisierte
Studie demonstrierte an 376 Probanden, dass MTA innerhalb von
zwei Jahren für eine bessere Prognose der überkappten Pulpa sorgt
als der Goldstandard Kalziumhydroxid. Hierbei lagen die möglichen Erfolgsraten mit MTA bei
80,3 Prozent und mit Kalziumhydroxid bei 68,5 Prozent. Als Misserfolge wurden Extraktionen oder
Wurzelkanalbehandlungen bewertet [2].
Eine weitere, diesmal retrospektive Studie zeigte, dass MTA
gegenüber Kalziumhydroxid mit
einer homogeneren Dentinbrückenbildung (Bridging) über einen
durchschnittlichen Zeitraum von
27 Monaten punktet. An 122 Zähnen erzielte MTA zu 78 Prozent
klinisch und radiologisch gute Er-
Protilab
Pos. 25
Consuela Codrin
folge, Kalziumhydroxid nur zu 60
Prozent. Zähne, deren Kavitäten zuerst provisorisch und nach zwei
oder mehr Tagen definitiv verschlossen wurden, hatten eine
signifikant schlechtere Prognose
– unabhängig vom verwendeten
Überkappungsmaterial. Somit
spricht sich diese Studie für eine
sofortige Restauration nach dem
Überkappen aus [3].
Die ZahnarztWoche
Bekannt ist, dass MTA die Bildung von Tertiärdentin stimuliert.
Dies geschieht über Zellproliferations- und Mineralisationsvorgänge, die MTA ankurbelt, indem
der Wachstumsfaktor TGF-β1 freigesetzt wird [4]. Eine neue Studie
zeigt, dass Biodentine (Septodont,
Niederkassel), ein anderer Kalziumsilikat-Zement, diesen Mechanismus gleichwertig fördert [5]. Obwohl noch kein direkter Vergleich
mit Kalziumhydroxid vorliegt, könnte das Material demnach eine weitere interessante Option für direkte Überkappungen sein.
Biodentine besitzt dentinähnliche biomechanische Eigenschaften und wird entsprechend als
Dentinersatzmaterial propagiert
[6]. Zu den genannten Indikationen für MTA kann es als definitives zervikales und temporäres
Füllungsmaterial verwendet werden, auch für tiefe und große kariöse Läsionen [7]. Biodentine ist
verglichen zu Kalziumhydroxid
mechanisch stabiler, nicht löslich
und dichter. Folglich entstehen
kaum Undichtigkeiten (microleakage), die Bakterien den Weg zur
Pulpa ebnen [8].
Wegen seiner dentinähnlichen
Biege- und Druckfestigkeit benötigt Biodentine – im Gegensatz
zu MTA – keinen zusätzlichen
Schutz gegen den definitiven adhäsiven Aufbau. Somit fungiert Biodentine gleichzeitig als Überkappungsmaterial und Unterfüllung.
MTA muss durch einen Zement
bedeckt werden, um nicht beim
Bonden entfernt zu werden. Bis zu
sechs Monate kann Biodentine
auch als provisorische Füllung in
der überkappten Kavität verbleiben. Im Anschluss wird es bis auf
Unterfüllungniveau reduziert und
definitiv überdeckt [6].
Gegen Biodentine spricht die
ungenügende Röntgensichtbarkeit durch 5 Prozent Zirkoniumdioxid-Zusatz. Durch das Beifügen von 2 Prozent Bismutoxid
punktet hierbei MTA [6]. Ästhetisch ist bei Überkappungen im
Frontzahnbereich MTA nicht empfehlenswert, da sowohl graues als
auch weißes MTA die Zahnhart-
09
Abb. 1: Biodentine schützt die
eröffnete Pulpa als Unterfüllung und wird im selben Arbeitsgang oder nach Reduktion
mit einem adhäsiven definitiven Aufbau überdeckt.
Abb. 2: MTA muss mit einem
fließfähigen GIZ geschützt werden, um beim Bonden nicht
weggespült zu werden. Zum
Schluss wird die Kavität adhäsiv verschlossen.
Grafiken: Consuela Codrin
substanz verfärben können. MTA
und Biodentine weisen geringe
Spuren von Arsen, Blei und Chrom
auf, sind aber als klinisch sicher
eingestuft. Folglich sind beide
Materialien weder zytotoxisch,
mutagen noch genotoxisch [6].
Praktische Anwendung
Ist die Pulpa im gesunden Dentin nach Entfernen der Karies iatrogen eröffnet, stillt Natriumhypochlorit (2,5 Prozent) die Blutung und desinfiziert die Kavität
[8]. Beide Materialien werden auf
(Fortsetzung auf Seite 10)
Alle drei Materialien im Überblick
• MTA und Biodentine sind bessere Pulpa-Überkapper als Kalziumhydroxid, jedoch kostspieliger
• MTA, Biodentine und Kalziumhydroxid fördern gleichwertig
die Bildung von Tertiärdentin
• Biodentine erzeugt das homogenste Bridging, gefolgt von
MTA
• Kalziumhydroxid ist am anfälligsten für Undichtigkeiten
• Biodentine bindet schneller ab als MTA
• Biodentine ist mechanisch am stabilsten
• große und tiefe Läsionen können mit Biodentine provisorisch
gefüllt werden, mit MTA und Kalziumhydroxid nicht
• MTA ist röntgendichter als Biodentine
L I T E R AT U R
[1]
[2]
[3]
[4]
[5]
[6]
[7]
Clauder T, Quintessenz, 2013, 64(9):1117-1122.
Hilton TJ et al., J Dent Res, 2013, 92(7 Suppl):16S-22S.
Mente J et al., J Endod, 2010, 36(5):806-813.
Laurent P et al., Int Endod J 2012, 45(5):439-448.
Nowicka A et al., J Endod 2013, 39(6):743-747.
Dammaschke T, Quintessenz 2012, 63(10):1273-1279.
Jefferies SR, Journal of Esthetic and Restorative Dentistry
2014, 26(1):14-26.
[8] Dammaschke T, Quintessenz 2011, 62(11):1433-1438.
Anzeige
Bilden Sie sich universitär weiter und zeigen Sie Ihren Patienten, dass Sie ein
Zahnmedizin
Ausgabe 36/14
Master of Science (MSc.)
im Fachgebiet Endodontie sind!
PUSH Postgraduale Universitätsstudien für Heilberufe verzeichnet seit nunmehr über einem Jahrzehnt große Erfolge in den Masterof-Science-Fachspezialisierungen, von Zahnärzten/-ärztinnen evaluiert.
Gewinner sind Anfänger und Profis
Die Methoden in der Endodontie entwickeln sich kontinuierlich in
kleinen Schritten weiter. Dabei kommt es wie im gesamten Bereich
der Medizin zu unterschiedlichen therapeutischen Ansätzen im konservativen und im chirurgischen Bereich. Wissen und Können sind
die entscheidenden Faktoren für den Therapieerfolg. Nur ein Gesamtkonzept der Endodontie mit einer gezielten Wahl, Anwendung und
Kombination der vielfältigen Techniken ist geeignet, dauerhaft reproduzierbar vorhersagbare Behandlungsergebnisse zu erzielen.
Es gibt nur wenige Gebiete der Zahnheilkunde, in denen der „Spezialist“ so gefragt ist wie in der Endodontie. Zahnärztliche Leistungen und speziell die Endodontie werden in Zukunft mehr denn je
gefordert sein. Das ergibt sich schon aus der viel zitierten „Demografie“ mit einem stetig wachsenden Bevölkerungsanteil mit Menschen im Alter von über 50 Jahren in Deutschland. Es wird in Zukunft mit einem drastischen Zuwachs an Revisionen von Wurzelkanalbehandlungen und einem stetigen Zuwachs in der Behandlung
„endodontischer Grenzfälle“ zu rechnen sein. Darauf sollte sich der
Zahnarzt in der Auswahl seiner Behandlungskonzepte und -techniken sowie seiner Instrumente und Materialien einstellen.
Die Erfahrung aus den bisher vorangegangenen Masterstudiengängen der Endodontie zeigt, dass die Kollegen mit dem
Konzept des berufsbegleitenden Studierens eine optimalen Weg
zum „Master of Science“ gefunden haben. Das Erreichen einer fachlichen Spitzenposition und der Erhalt des akademischen Titels
„Master of Science“ sind ein Aushängeschild und tragen in hohem
Maße zum Praxiserfolg bei.
GBR-Technik und Integration von synthetischem Knochenmaterial
zur Stabilisierung des Implantatlagers
Für die erfolgreiche Integration eines Implantats sind eine optimale dreidimensionale Positionierung und ein gutes Knochenlager unabdingbar. Liegen keine stabile Knochenstruktur oder auch Knochendefekte vor, so muss
zunächst stabiler Knochen aufgebaut werden.
Hier bieten sich neben autologem Knochen synthetische Knochenersatzmaterialien an. Sie haben den Vorteil, dass kein zusätzlicher operativer Eingriff zur
Entnahme von körpereigenem
(autologem) Knochen erforderlich
ist. Dazu eignen sich Ersatzmaterialien auf der Basis von Kalziumphosphaten. Sie weisen eine
hohe Biokompatibilität auf, verfügen über hervorragende osteoinduktive Eigenschaften und führen
in der Regel zu einer schnellen
Neubildung von Knochen.
Die Oberflächengröße und
Porosität des KEM (Knochenersatzmaterials) beeinflussen wesentlich den Erfolg der GBR, daneben ist eine gute Ortsständigkeit des Bioersatzmaterials im
Defektbereich wichtig. Die Bildung neuen Knochens verläuft
über eine Migration von Knochenvorläuferzellen auf das künstliche Ersatzmaterial (Scaffold),
und eine gezielte Ausrichtung der
Knochenzellen (Osteokondukti-
on). Es kommt dann zu einem Einwachsen von Knochenzellen
(Osteoinduktion) und einer parallelen Degradation des Ersatzmaterials durch den Abbau durch
Osteoklasten. In der Praxis zeigt
sich, dass poröse KEM wie NanoBone (Artos GmbH, Rostock)
das Einwachsen von Knochenzellen erleichtern.
Problematisch ist die Implantatversorgung bei bestehendem
vertikalen Knochenabbau. Ein
starker vertikaler Knochenabbau
stellt höchste Anforderungen an
den Chirurgen hinsichtlich des
Knochenaufbaus und der Implantatinsertion. Als Goldstandard gilt
hier das Verfahren nach Simion,
das 1994 eingeführt und später
modifiziert wurde, unter anderem von Ronda (2014). Durch dieses Verfahren kann in einer Sitzung ein vertikaler Knochenaufbau
und die Implantatinsertion erfolgen.
Wenn sich der Kieferknochen
sehr weit zurückgebildet hat, ist
eine Implantation nicht ohne weitere Maßnahmen möglich. Ist zu
wenig Knochensubstanz vorhanden, ist ein Knochenaufbau erforderlich, um eine dauerhafte
stabile Integration und Funktionalität des Implantats zu gewährleisten.
Anzeige
Quintessenz
Pos. 28
1
2
3
4
Hier bietet sich oftmals ein Sinuslift mit kombinierter Knochenaugmentation an. Die Schleimhaut der Kieferhöhle wird angehoben und in den entstandenen
Hohlraum das Knochenersatzmaterial beziehungsweise der
Knochen eingefüllt. Durch resorbierbare Membranen kann das
Gebiet zusätzlich stabilisiert werden. Diese gesteuerte Knochenregeneration hat die Möglichkeiten für die Implantologie entscheidend erweitert.
Die GBR (Guided Bone Regeneration, gesteuerte Knochenregeneration) ist daher ein optimales Verfahren zur lokalen Augmentation. Durch die Membranen wird ein Hohlraum und somit
eine Barriere errichtet, die ein
zu schnelles Einwachsen von Bindegewebe verhindert. Knochenzellen können so gezielt und langsam einwachsen und den Knochen aufbauen. In Bezug auf die
Struktur des Knochens findet sich
nach einem Follow-up von ein bis
fünf Jahren nach Anwendung der
GBR-Technik oftmals die gleiche
Situation wie im nativen unauffälligen Knochen (Simion et al.,
2001). Mit der Membrantechnik
können synthetische Knochenersatzmaterialien wie zum Beispiel
NanoBone eingesetzt werden.
NanoBone ist ein poröses Knochenersatzmaterial, das im SolGel-Verfahren ohne Sinterungsprozess hergestellt wird. Es besteht zu 76 Gewichtsprozent aus
nanokristallinem Hydroxylapatit
und zu 24 Gewichtsprozent aus
Wissenschaftliche Leitung – Zahnärzte begeistert
Die wissenschaftliche Leitung hat, wie bereits in den vorherigen Endodontielehrgängen, unter allerhöchster Anerkennung des Studienprogramms durch
die Studierenden, Herr Prof. Dr. Thomas Wrbas.
Jetzt handeln!
Aktuelle Studienangebote 2014/2015 für Zahnärzte der
DUK/DPU Österreich (im Studienzentrum in Bonn*)
❏ Oral Surgery/Implantology III (MSc) Start November 2014
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Dr. Ralf Gutwald
(in englischer Sprache)
❏ Master of Science Endodontie V Start November 2014
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Thomas Wrbas
❏ Master of Science Kieferorthopädie XVI (MSc) Start Dez. 2014
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Dr. Dieter Müßig
❏ Master of Science Parodontologie und
Implantologie II (MSc) Start März 2015
Wissenschaftliche Leitung: Univ.-Prof. Dr. Heinz-H. Renggli und
Prof. Dr. Dr. Ralf Gutwald
❏ Orale Chirurgie/Implantologie VIII (MSc) Start April 2015
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Dr. Ralf Gutwald
beträgt 23.750 Euro sowie für Assistenten
* Diebzw.Studiengebühr
angestellte Zahnärzte 20.500 Euro; „Doppeltäter“ sowie
Absolventen eines von der Konsensuskonferenz anerkannten
Curriculums erhalten Sonderkonditionen.
Infoanforderung bei PUSH/DUK
Telefon: +49 228 96942515,
Fax: +49 228 469051,
e-mail: info@duk-push.de
Kalziumhydroxid ist bei direkter . . .
(Fortsetzung von Seite 9)
die eröffnete Region mit umliegendem Dentin appliziert. Biodentine
wird mit Zementstopfer und Heidemannspatel eingebracht und
benötigt nur rund ein Zehntel der
MTA-Abbindezeit [8]. Für MTA
wird ein speziell angefertigtes Instrumentarium empfohlen. [1]
Biodentine wird im Sinne einer Unterfüllung direkt vom adhäsiven Kompositaufbau bedeckt
(Abb. 1) [8]. Da MTA beim Bon-
den leicht ausgespült wird, soll
ein fließfähiger Glasionomerzement (GIZ) MTA überdecken.
Erst dann ist die definitive Füllung zu legen (Abb. 2). Alternativ
kann ein feuchtes Wattepellet auf
MTA gelegt und provisorisch die
Kavität für 24 Stunden geschlossen werden [1]. Im Falle von Biodentine kann als Alternative die
ganze Kavität in der ersten Sitzung mit diesem Zement verschlossen werden.
Seine endgültige Härte erreicht
Biodentine erst nach 48 Stunden,
sodass in dieser Zeit seine mechanische Stabilität gefährdet ist.
In der Abbindephase darf Biodentine keinen Kontakt mit Wasser oder Speichel haben. Um das
Gefüge stabil zu halten, ist eine Politur mit rotierenden Instrumenten nicht ratsam. Der Hersteller
empfiehlt spätestens nach sechs
Monaten das Material bis auf Unterfüllungsniveau zu reduzieren
und definitiv zu bedecken. Diese
zweizeitige Vorgehensweise ist
kritisch zu betrachten – in der
zweiten Sitzung können Bakterien
eindringen. Sowohl überkappte
Pulpa als auch Überkappungsmaterial werden zusätzlich gestresst.
Fraglich ist zudem, ob der Patient
nach dem provisorischen Verschließen wiederkommt [8].
Consuela Codrin,
■
Jan H. Koch, Freising
Eine ausführliche Literaturliste kann in der DZWRedaktion unter leserservice
@dzw.de angefordert werden.
▲
Neuer Studiengangsbeginn 27. November 2014
Der neue Studiengang Endodontie beginnt am 27. November 2014.
Die Kosten des Studiums liegen für 1.000 Unterrichtseinheiten in fünf Semestern einschließlich professoraler Betreuung der Master-Thesis pro Semester bei
5.000 Euro (bei Ratenzahlung insgesamt 25.000 Euro – keine Mehrwertsteuer!
Assistenten und Angestellte erhalten eine reduzierte Studiengebühr).
„In der zahnärztlichen Praxis
zeigen sich gute Erfolge“
Document
Kategorie
Kunst und Fotos
Seitenansichten
8
Dateigröße
344 KB
Tags
1/--Seiten
melden