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Limmattaler Zeitung, vom: Freitag, 30. Januar 2015

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LIMMATTALER ZEITUNG
www.limmattalerzeitung.ch
FREITAG, 30. JANUAR 2015
17
LIMMATTAL
STADT UND KANTON ZÜRICH
«Man muss hart, aber fair sein»
Spital Limmattal Der neue Spitalarchitekt Nils Eichbaum erklärt, wie der Totalunternehmer bei der Erstellung des Neubaus «LimmiViva» auf den Spitalbetrieb Rücksicht nimmt
Herr Eichbaum, als sie das Neubauprojekt «LimmiViva» im November
übernommen haben, war die Planung schon sehr weit gediehen. Sie
werden nun vor allem mit der Umsetzung betraut sein. Warum interessierte Sie diese Aufgabe?
Nils Eichbaum: Zunächst ist ein solches Projekt sehr komplex, was es für
mich enorm spannend macht. Ein
Neubauprojekt mit einem Volumen
von 270 Millionen Franken ist eine
grosse Herausforderung für jeden Projektmanager. Und schliesslich hatte ich
zwar schon bei diversen grosse Hochund Tiefbauvorhaben die Gesamtprojektleitung inne, jedoch bisher
noch nicht bei einem Spitalneubau.
Ihr Vorgänger, Roman Steinemann,
hatte bereits Erfahrung mit Bauprojekten im medizinischen Bereich. Wie kompensieren Sie diesen
Mangel?
Ich glaube nicht, dass die fehlende
Praxis bei Spitalprojekten bei meiner
Aufgabe ein Handicap ist. Ich habe
hier ein sehr gutes Team. Darin sind
Fachleute vertreten, die sich mit Arbeitsabläufen und der Medizinaltechnik sehr gut auskennen. Mein Job ist
die Koordination und das Management
der Umsetzung auf Bauherrenseite. In
allen anderen Dingen unterstützen
mich meine Spezialisten.
Wie der Spitalbetrieb funktioniert,
brauchen Sie also nicht zu wissen?
Doch. Es ist mir sehr wichtig, die Dinge zu verstehen, die wir umsetzen.
Deshalb bin ich daran, mich in einige
Themen zu vertiefen. Das heisst, dass
ich etwa die Arbeitsabläufe bei Operationen und in anderen Betriebsbereichen in den jeweiligen Abteilungen
mitverfolge.
Wegen Brand: 100
Angestellte evakuiert
Nils Eichbaum ist der neue Spitalarchitekt des Limmattal Spitals und managt das Neubauprojekt «LimmiViva».
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Herr Steinemann sagte in einem Interview im Dezember, dass sich die
Zusammenarbeit mit dem Totalunternehmer Losinger Marazzi nicht
immer einfach gestaltete. Er kritisierte, dass dieser etwa bei Änderungen im Raumprogramm unflexibel reagierte. Wie werden Sie damit umgehen?
In der gegenwärtigen Planungsphase,
die wir im Verlauf des Jahres abschliessen werden, sind Optimierungen ganz
Schlieren
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Ist das ein Vor- oder ein
Nachteil?
Ich empfinde es als etwas Positives.
Man hat so nur eine Schnittstelle, mit
der wir als Bauherren verhandeln
müssen. So ist die teilweise mühsame
Dreiecksbeziehung zwischen Planern,
Unternehmern und Bauherren mit ihren jeweiligen Interessen etwas entschärft.
Das Limmattal
bekommt eine
Entwicklungsagentur
Die beiden regionalen Planungsgruppen aus dem Zürcher und Aargauer
Limmattal sind dabei, eine Entwicklungsagentur zu gründen. Sie soll 2016
die Arbeit aufnehmen und den Namen
«Verein Zukunft Limmattal» tragen.
Dies wurde am Mittwochabend anlässlich einer Veranstaltung der Strategischen Allianz Limmattal (siehe auch
Analyse auf Seite 19) bekannt. Federführend sind die beiden Präsidenten
der regionalen Planungsgruppen, Otto
Müller (Dietikon) und Markus Dieth
(Wettingen).
Laut Otto Müller wird die Entwicklungsagentur eine professionelle Geschäftsstelle führen. Alimentiert wird
sie zur Hauptsache von den beiden
Kantonen Zürich und Aargau, aber
auch von den Limmattaler Gemeinden.
Vorgesehen sind insgesamt 2,9 Millionen Franken für vier Jahre.
Das Ziel ist, wichtige Limmattaler
Themen — etwa den Ausbau des Gubristtunnels — direkt beim Bund voranzutreiben. Dafür fehlt den diversen Komitees wie «Gateway: So nicht!» das
Geld und den Gemeinden die Zeit. (JK)
VON FLORIAN NIEDERMANN
Zuvor koordinierten Sie Bauvorhaben am Flughafen München. Worin
unterscheidet sich Ihre Arbeit beim
Neubau «LimmiViva» gegenüber
den dortigen Projekten?
Ich habe hier ein kleineres Team. Das
liegt auch daran, dass wir mit einem
Totalunternehmer
zusammenarbeiten, der uns das Architekturprojekt
und seine Umsetzung liefert. Auf dem
Flughafen musste mein Team immer
zwischen den Architekten und den Generalunternehmern oder gar einzelnen Subunternehmern koordinieren.
Hier liegt hingegen die gesamte Planung beim Totalunternehmer Losinger
Marazzi.
Lobbying
DER NEUE SPITALARCHITEKT
Auf den Flughafen
folgte das «Limmi»
N
ils Eichbaum trat am ersten
November die Nachfolge von
Roman Steinemann als Spitalarchitekt beim Spital Limmattal an. Er
ist damit zuständig für die weitere Begleitung des Neubauprojekts «LimmiViva» auf Bauherrenseite. Zuvor arbeitete Eichbaum während fast 16 Jahren am Flughafen München als Bauprojektmanager, wo er zahlreiche
Projekte realisierte. Unter anderem
war er federführend in der Realisierung des Terminals 2 mit einem Investitionsvolumen von 1,5 Milliarden Euro. (FNI)
normal. In der Umsetzungsphase sind
Änderungen aber meist mit Zusatzkosten verbunden. Deshalb ist es bei solchen Projekten wichtig, dass bei der Planung möglichst viel geklärt und definiert
wird.
Das heisst, Herr Steinemann focht
die Kämpfe aus und Sie können
nun zur Kür antreten.
So ist das natürlich nicht. Ein gewisses
Konfliktpotenzial birgt unser Vorhaben auch weiterhin. Denn das Verhältnis zwischen dem Projektmanagement
der Bauherren und dem Totalunternehmer ist wie eine zwischenmenschliche Partnerschaft. Beide Seiten vertreten ihre Interessen. Dass es dabei
auch zu Unstimmigkeiten kommen
kann, ist völlig normal. Wichtig ist,
dass sich die Fronten nicht verhärten.
Schliesslich hat man ein gemeinsames
Ziel. Man muss hart, aber fair sein.
Wo bestehen in der Umsetzungsphase Reibungsflächen, wie sie in
der Planungsphase zu Konflikten
geführt haben?
Darin, dass wir hier unmittelbar neben
einem in Vollbetrieb befindlichen Spital bauen – also eigentlich am offenen
Herzen operieren. Das bedingt eine
extrem sorgfältige Planung der Bautätigkeit, des Umzugs und des Probebetriebs im neuen Gebäude.
Wie weit kann man beim Bau überhaupt Rücksicht auf den Spitalbetrieb nehmen?
Der Totalunternehmer ist vertraglich
verpflichtet, in Bezug auf Lärm, Erschütterungen und Staub Rücksicht zu
nehmen, so weit es geht. Wenn bestimmte Grenzwerte überschritten
NIEDERMANN
werden, wird eine Alarmierungskette
ausgelöst. Dann muss Losinger Marazzi reagieren, die Arbeit unterbrechen
und etwa mit weniger Druck Bohren
oder die Lärmemissionen eingrenzen.
Kann man sich diese Verzögerungen leisten?
Diese Eventualfälle wurden im Zeitplan bereits berücksichtigt. Ein Bauvorhaben in der Zürcher Innenstadt
kann auch sehr sensibel sein, was
Lärm und Erschütterungen angeht.
Von solchen Projekten hat Losinger
Marazzi die nötige Erfahrung, um die
entsprechenden Verzögerungen abschätzen zu können.
Wo steht man derzeit im Zeitplan?
Wann werden die ersten bestehenden Gebäude abgerissen?
Anfang März beginnt wie geplant die
Bauphase. Dann beginnen wir zügig
mit dem Abriss des Theodosianums
und der weiteren Gebäude neben dem
Akutspital. Parallel dazu wird die Baugrube ausgehoben.
Der zweite Wert, an dem Ihre Arbeit gemessen wird, sind die Kosten. Werden Sie den Kredit von
270 Millionen einhalten können?
Ja. Derzeit deutet nichts darauf hin,
dass Mehrkosten entstehen.
Kurz vor 10 Uhr fing gestern an der
Schlieremer Gaswerkstrasse das Erdgeschoss eines Firmengebäudes Feuer.
Der Schaden beläuft sich laut Schätzungen der Kantonspolizei Zürich auf rund
50 000 Franken, verletzt wurde niemand. Aufgrund eines technischen Defekts eines Reinigungsgerätes fing das
Erdgeschoss im Rampenbereich des
Firmengebäudes Feuer, wie die Kantonspolizei verlauten lässt. Bis zum Eintreffen der Schlieremer Feuerwehr griffen die Flammen auf abgestellte Plastikbehälter, den Inhalt einer Mulde sowie
Fassadenteile über. Rund 100 Angestellte verschiedener Firmen im Gebäude
mussten wegen der starken Rauchentwicklung evakuiert werden.
Die rund 40 Einsatzkräfte der Schlieremer Feuerwehr hätten den Brand jedoch schnell unter Kontrolle gebracht,
lediglich die Löscharbeiten an der Fassade erwiesen sich als schwierig. Laut
Beat Ernst von der Schlieremer Feuerwehr habe eine starke Rauchentwicklung stattgefunden, da das Kellergeschoss des Gebäudes als Kühlraum
dient, der entsprechend isoliert ist:
«Brennt dieses Isoliermaterial, dann ist
eine starke Rauchentwicklung die Folge», sagt er. Ebenfalls im Einsatz standen Spezialisten der Kantonspolizei Zürich, die Berufsfeuerwehr von Schutz
und Rettung Zürich sowie die Stadtpolizei Schlieren und vorsorglich ein Rettungswagen des Spitals Limmattal. Bis
zur Mittagszeit konnte die Hälfte der
evakuierten Mitarbeiter wieder in das
Gebäude zurückkehren. Nach Abschluss der Löscharbeiten konnten alle
Personen die Arbeit in den Firmen
wieder aufnehmen. (AZ)
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Seele and Geist
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