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Arbeitsmarktprogramm 2014

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Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2015
1
Inhaltsverzeichnis
1
KURZFASSUNG ALS VORABINFORMATION (MANAGEMENT SUMMARY) ................................. 4
2
EINFÜHRUNG ...................................................................................................................................... 6
2.1
3
Zielsetzung des Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramms (AIP) ........................................... 6
GESCHÄFTSPOLITISCHE ZIELE ....................................................................................................... 7
3.1
Darstellung der Aktivitäten ....................................................................................................... 7
3.2
Zielsystem 2015 ....................................................................................................................... 8
4
LOKALE RAHMENBEDINGUNGEN .................................................................................................. 10
4.1
Sozio-demographische Faktoren ........................................................................................... 10
4.2
Arbeitsmarkt ........................................................................................................................... 10
4.3
Kundenstruktur ....................................................................................................................... 15
4.3.1
Langzeitleistungsbezieher ..................................................................................................... 16
4.3.2
Jugendliche (U25) .................................................................................................................. 17
5
HERNER STRATEGIE IM JAHR 2015 ............................................................................................... 19
5.1
Beratungsangebot .................................................................................................................. 19
5.1.1
Bewerberorientierte Integrationsarbeit und persönlicher Ansprechpartner im
Fallmanagement .................................................................................................................... 19
5.1.2
Neue Aktivierungswege (NAW) ............................................................................................. 19
5.1.3
Projekt JobOffensive .............................................................................................................. 20
5.1.4
Vermeidung und Verringerung des Langzeitbezuges Ü25 und U25 ..................................... 21
5.1.5
Kooperation U25 in Herne – Gründung einer Jugendberufsagentur ..................................... 24
5.1.6
Netzwerke .............................................................................................................................. 25
5.1.7
Arbeitgeberservice mit gemeinsamem Marktauftritt .............................................................. 25
6
PLANUNGSSCHWERPUNKTE DER AUSGABEN IM EINGLIEDERUNGSTITEL .......................... 26
6.1
Gesamtbudget 2015............................................................................................................... 26
6.2
Planungsschwerpunkte der Ausgaben im Eingliederungstitel ............................................... 30
6.3
Qualitätssicherung ................................................................................................................. 37
6.3.1
Controlling der Maßnahmen .................................................................................................. 37
6.3.2
Betreuung der Maßnahmen ................................................................................................... 37
6.3.3
Absolventenmanagement zur Erreichung des Integrationserfolges ...................................... 38
6.3.4
Wirkungs- und Wirtschaftlichkeitsanalyse der Maßnahmen .................................................. 39
7
SCHLUSSWORT ................................................................................................................................ 40
2
Impressum
Herausgegeben von:
JobCenter Herne
Landgrafenstraße 29
44652 Herne
Gender-Hinweis
Das Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2015 des JobCenter Herne nutzt aus Gründen der besseren Lesbarkeit durchgehend die männliche Formulierungsform. Den Verfassern ist dabei bewusst, dass
innerhalb und außerhalb des JobCenter Herne Menschen beiderlei Geschlechtes tätig sind und Dienstleistungen für Kundinnen als auch Kunden erbracht werden. Die Wahl der männlichen Formulierung impliziert im folgenden Text beide Geschlechter.
3
1
Kurzfassung als Vorabinformation (Management Summary)
Im Jahr 2015 stehen dem JobCenter Herne rund 9,9 Mio € für den Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente zur Verfügung.
Die aktive Arbeitsmarktpolitik im JobCenter Herne konzentriert sich schwerpunktmäßig auf das eigentliche Ziel der schnellen, effizienten und nachhaltigen Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt und setzt dabei weiter auf eine bewerberorientierte Integrationsarbeit. Hierfür ist das sog. Herner Modell – Neue Aktivierungswege – weiterhin richtungsweisend und bezeichnend. Das Prinzip des Projekts JobOffensive,
marktnahe Kunden mit einem Betreuungsschlüssel von 1:100 besonders intensiv zu betreuen, hat sich
bewährt und wird auch in 2015 im JobCenter Herne fortgeführt.
Zudem werden zahlreiche individuelle Angebote für marktfernere Kundengruppen zur Integration in oder
zur Heranführung an den Arbeitsmarkt zur Verfügung gestellt.
Die Fachkräftesicherung hat weiterhin hohe Priorität. Es sind hierfür alle Potenziale der erwerbsfähigen
Leistungsbezieher zu nutzen. Mit der Initiative „AusBildung wird was“ werden insbesondere 25- bis 35jährige Kunden, denen der Übergang an der ersten Schwelle zur Berufsausbildung nicht gelungen ist, im
Wege abschlussorientierter Qualifizierung weiterhin dauerhafte Integrationschancen eröffnet werden.
Aber auch ältere und erfahrene Menschen im Leistungsbezug werden einzelfallabhängig durch die Möglichkeiten der beruflichen Weiterbildung unterstützt, um ihre Chancen für eine Berufsrückkehr zu erhöhen.
Junge Menschen werden in der Jugendberufsagentur umfassend und – soweit erforderlich – rechtskreisübergreifend betreut. Das durchgängige Ziel, Integration in Arbeit oder Ausbildung, wird im Bedarfsfall
durch passgenaue Produkte aus dem Produktkatalog unterstützt.
Menschen im Langzeitleistungsbezug werden ebenfalls im Rahmen der Nutzung ihrer Stärken nachhaltig
unterstützt. Passgenaue Einzelfallentscheidungen sind auch hier unverzichtbar.
Arbeitsuchende Menschen ohne unmittelbare Perspektive auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt können
innerhalb eines 5-Jahres-Zeitraums in der Förderung zusätzlicher Arbeitsverhältnisse (2 Jahre) und Arbeitsgelegenheiten (2 Jahre) eingesetzt werden. Eine Annäherung an den ersten Arbeitsmarkt ist die
Zielsetzung.
Mit Einführungsbeginn der „Beratungskonzeption SGB II“ investiert das JobCenter Herne in die Kompetenzen der Mitarbeiter im Beratungsgeschäft, wodurch kurzfristig verbesserte Eingliederungserfolge und
eine höhere Budgeteffizienz erreicht werden sollen.
Das Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm beschreibt ausführlich die Planungsstrategie und das Umsetzungsvorhaben.
Ein wirksamer und wirtschaftlicher Mitteleinsatz ist bei jeder Ausgabe unerlässlich und muss von Transparenz und Überprüfbarkeit geprägt sein.
4
Basis hierfür sind eine professionelle Kundenstrukturanalyse („Vier-Phasen-Modell“ der Integrationsarbeit), eine Anwendung der Wirkungsanalyse „TrEffeR“ sowie anderer Instrumente beim Einkauf und der
Durchführung von Maßnahmen.
Die Steuerungsziele im Zielsystem SGB II sind ebenfalls in das Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm
eingearbeitet worden.
Folgende Steuerungsziele bestehen für das Jahr 2015 unverändert fort:
•
Verringerung der Hilfebedürftigkeit,
•
Verbesserung der Integration in Erwerbstätigkeit,
•
Vermeidung von langfristigem Leistungsbezug.
5
2
2.1
Einführung
Zielsetzung des Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramms (AIP)
Das AIP 2015 des JobCenter Herne stellt Transparenz zu den geschäftspolitischen Aufgaben und Zielen
her, beschreibt die Strategien zur Erreichung der Ziele unter Beachtung der Wirkung und Wirtschaftlichkeit und legt somit den Einsatz der arbeitsmarktpolitischen Instrumente in Quantität und Intensität fest.
Das AIP dient weiterhin als Grundlage der Zusammenarbeit mit den Trägern sowie den übrigen Akteuren
des lokalen Arbeitsmarktes.
Für die Mitarbeiter des JobCenter Herne hat das AIP 2015 eine wichtige Orientierungsfunktion zur Unterstützung des strategisch festgelegten Zielerreichungsprozesses.
Die Verschriftlichung des AIP unterstützt die Verbindlichkeit der Ziele und dient gleichzeitig als Grundlage
für die Öffentlichkeitsarbeit.
Das AIP kann im Jahr 2015 kein starres Gebilde sein, sondern muss sich an ggf. ändernde Rahmenbedingungen und deren Ausgestaltung angleichen. Das JobCenter Herne reagiert zum Beispiel flexibel auf
Veränderungen des lokalen Arbeitsmarktes, die sich im Laufe des Jahres ergeben können.
Ziel ist, das AIP so konkret und transparent zu gestalten, dass mit den zugeteilten Eingliederungsmitteln
die neu festgeschriebenen Ziele erreicht werden können. Erkenntnisse und Erfahrungen aus den Vorjahren wurden bei der Planung berücksichtigt.
In der Umsetzungsstrategie wird ein am Bewerber orientierter Ansatz erfolgen, der im Rahmen des 4Phasen-Modells die Stärken und Schwächen eines Kunden analysiert und im operativen Bereich die
passgenaue Strategie für den Menschen ermöglicht.
6
3
3.1
Geschäftspolitische Ziele
Darstellung der Aktivitäten
Die Grundsicherung für Arbeitsuchende dient nicht nur der einheitlichen Sicherstellung des Lebensunterhaltes in finanzieller Hinsicht. Mit der Einführung dieses Gesetzes zum 01.01.2005 wurden umfassende
Hilfen geschaffen, um Menschen unmittelbar in den Arbeitsprozess zurückzuführen. Dabei sollen deren
individuelle Fertigkeiten und Fähigkeiten gestärkt werden, so dass perspektivisch ein Leben unabhängig
von der Grundsicherung geführt werden kann. Die staatliche Unterstützung ist daher darauf ausgerichtet,
die Eigeninitiative und die Eigenverantwortung zu stärken. Im SGB II und SGB III sind eine Vielzahl von
Eingliederungsinstrumenten manifestiert, die den Kunden individuell fördern, aber auch fordern sollen.
Die passgenaue Förderung erfolgt durch engen Kontakt und intensive Beratung der Kunden. Hier wird
nach einem Fördercheck die individuelle Vermittlungsstrategie festgelegt. Vom JobCenter werden bei
Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung Zuschüsse verschiedener Ausgestaltung
bewilligt; daneben werden vielfältige Eingliederungsinstrumente zur Stabilisierung des Kunden und beruflichen Eingliederung erbracht oder berufliche Weiterbildungen gefördert.
Der Begriff „Fordern“ beinhaltet den Abschluss einer verbindlichen Eingliederungsvereinbarung, um die
gemeinsam erarbeitete Strategie zur Verbesserung der Chancen am Arbeitsmarkt rechtsverbindlich festzulegen und den Charakter der Eigenverantwortung gegenüber dem Kunden zu stärken.
Mit dem Denkansatz „Jeder kann etwas“, der seit Mitte des Jahres 2011 im JobCenter Herne intensiv
verfolgt wird, wird im Rahmen des Projektes „Neue Aktivierungswege“ (NAW) versucht, Neukunden im
SGB II sofort bei Antragstellung zu motivieren, sich selbständig um eine Arbeit zu bemühen, um die Eigenverantwortung der Kunden zu stärken. Der Ansatz des Förderns und Forderns wird unmittelbar aufgegriffen. Bei Eignung des Kunden wird die sofortige Teilnahme an dem Projekt umgesetzt. Als Gegenleistung erhält der Kunde professionelle Unterstützung bei der Stellensuche und der Bewerbungserstellung. Durch die intensive Betreuung bleibt die Nähe zum ersten Arbeitsmarkt erhalten. Das Projekt wird
auch im Jahr 2015 fortgeführt und soll wesentlich dem Ziel nachhaltiger Integrationen von Menschen in
den ersten Arbeitsmarkt dienen.
Nach Beendigung des Projekts „JobOffensive“ zum Jahreswechsel 2014/2015 werden die dabei gewonnenen positiven Erkenntnisse in den Regelbetrieb überführt. Hier wird für einen ausgewählten Kundenkreis die Betreuungsrelation verbessert und somit den Vermittlungsfachkräften die Gelegenheit einer
intensiveren und individuelleren Arbeit mit dem Ziel ermöglicht, den Kunden eine Beschäftigungsmöglichkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt zu eröffnen.
7
3.2
Zielsystem 2015
Im Jahr 2015 bestehen die maßgeblichen Steuerungsziele unverändert fort:
1. Verringerung der Hilfebedürftigkeit;
2. Verbesserung der Integration in Erwerbstätigkeit;
3. Vermeidung von langfristigem Leistungsbezug.
Für die Betrachtung der Verringerung der Hilfebedürftigkeit ist der Leistungsanspruch eines Kunden und
nicht der tatsächlich bediente Zahlungsanspruch relevant. Somit bleiben die gegen einen Kunden verhängten Sanktionen für die Zielerreichung ohne Bedeutung.
Die Integrationsquote errechnet sich aus der Summe der Integrationen innerhalb des Berichtsmonats
(oder des Berichtsjahres) und dem am Stichtag ermittelten Bestand der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten (eLb) aus dem Vormonat (oder der letzten zwölf Monate). Datengrundlagen sind die Fachverfahren
A2LL, ALLEGRO und VerBIS. Integrationsrelevante Sachverhalte sind primär sozialversicherungspflichtige Beschäftigungs- und Ausbildungsverhältnisse sowie Selbständigkeit. Je eLb wird maximal eine Integration im Berichtsmonat berücksichtigt. Nach drei Monaten werden die Daten festgeschrieben. Eine
rückwirkende Berücksichtigung von Integrationen ist dann nicht mehr möglich.
Zur Quantifizierung der Langzeitleistungsbezieher werden die Fachverfahren A2LL und ALLEGRO herangezogen. Der Leistungsanspruch wird in Monatswerten gemessen. War der Kunde innerhalb von 24
Monaten 21 Monate im Leistungsbezug, so gilt er als Langzeitleistungsbezieher. Maßgeblich ist der Kollektivanspruch der Bedarfsgemeinschaft. Als Unterbrechung gilt nur die Unterbrechung des Leistungsbezuges, wobei auch Leistungsbezüge bei anderen SGB II - Trägern mit berücksichtigt werden. Unterbrechungszeiten wie Beendigung der Hilfebedürftigkeit oder ein Ausschlussgrund in den maßgeblichen
Fachverfahren zählen nicht als bestandsrelevanter Zeitraum. Ein Leistungsbezug bei anderen gemeinsamen Einrichtungen findet dagegen Berücksichtigung.
8
Das für 2015 maßgebliche Zielsystem der Bundesagentur für Arbeit im Bereich SGB II wird in der nachfolgenden Grafik näher beschrieben:
9
4
4.1
Lokale Rahmenbedingungen
Sozio-demographische Faktoren
Mit 158.277 Einwohnern (Stand: 2013) zählt Herne zu den größeren Städten in der Metropolregion Ruhr.
65,7% der Bewohner (103.914) befinden sich im erwerbsfähigen Alter (15 bis 65 Jahre), 21,8% (34.529)
im Rentenalter (65 Jahre und älter). Die vergleichbaren Durchschnittswerte der Metropolregion Ruhr belaufen sich auf einen Anteil von 62,7% im erwerbsfähigen Alter und 21,5 % im Rentenalter.
Die Bevölkerungsentwicklung ist insgesamt rückläufig. Während die räumliche Bevölkerungsbewegung
(Verhältnis von Zu- und Fortzügen) seit 2012 wieder ein positives Saldo aufweist (2012: +965; 2013:
+1.540), ist die natürliche Einwohnerentwicklung (Verhältnis von Sterbefällen zu Geburten) negativ (2013:
-928). Die Prognose des statistischen Bundesamtes geht für den Zeitraum von 2010 bis 2030 für die
Stadt Herne von einem Bevölkerungsrückgang von 10,0% aus. Gleichzeitig sinkt die Anzahl der Erwerbspersonen um 11,9%.
4.2
Arbeitsmarkt
Der lokale Arbeitsmarkt ist u.a. gekennzeichnet durch einen hohen Anteil an Langzeitarbeitslosen, eine
geringe saisonale Dynamik und einen hohen Migrantenanteil. Die Beschäftigungsquote liegt mit 42,9%
deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 50,7% (Arbeitsmarktmonitor 2013), während sich die SGB IIQuote mit 16,6% (NRW: 11,3%) und die Arbeitslosenquote mit 12,9% (NRW: 7,9%; Stand: 10/2014)
deutlich darüber befinden.
Die aktuellen Eckwerte des Arbeitsmarktes im Rechtskreis SGB II (Oktober 2014) sind der nachfolgenden
Tabelle zu entnehmen:
10
Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in Herne:
11
Der Bestand an Arbeitslosen hat sich 2014 positiv entwickelt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat konnte
er um 416 Personen reduziert werden. Das entspricht einer Abnahme von 5,0% (Stand: 10/2014). In
2015 wird eine Stabilisierung des Bestandes erwartet.
Die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse (SvB) konnten dem Trend nicht folgen. Im
Vergleich zum Vorjahrjahresquartal sind sie um 1,6% rückläufig. Diese Entwicklung ist in Herne bereits
seit 2010 zu beobachten (-5,3%). In den angrenzenden Nachbarstädten stiegen dagegen im gleichen
Zeitraum die SvB (Herten 7,4%; Recklinghausen 5,1%, Castrop-Rauxel 8,5%; Gelsenkirchen 3,8% u.
Bochum 3,9%).
Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in Herne:
12
Von der Abnahme sind aktuell besonders Deutsche betroffen, während die SvB bei Ausländern um 9,7%
anstiegen. In der Regel handelt es sich dabei um Tätigkeiten im Helferbereich (+4,1%). Zugleich hat sich
der Anteil der Vollzeit-Beschäftigungsverhältnisse um 3,1% reduziert.
Nach Branchen gab es - absolut betrachtet - die stärkste Zunahme bei der öffentlichen Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherungen sowie exterritorialen Organisationen und Körperschaften (+419/+20,8%);
am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung bei Immobilien, freiberuflichen, wissenschaftlichen und
technischen Dienstleistungen (-713/-15,4%).
13
Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach Wirtschaftsbereichen (1.Q.
2013 zu 1.Q. 2014):
Das Verarbeitende Gewerbe untergliedert sich in drei Teilbereiche; diese sind im Diagramm hellgrau hinterlegt.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit
14
4.3
Kundenstruktur
1
Auf Basis des 4-Phasen Modells werden die Kunden verschiedenen Profillagen zugeordnet. Mit Stand
Oktober 2014 ergibt sich für das JC Herne folgende Aufteilung:
1
Das 4-Phasen Modell orientiert sich an den vier Kernelementen des Integrationsprozesses:
Phase 1: Das Profiling umfasst eine Gesamtbetrachtung von beruflichen und übergreifenden Stärken sowie den Hemmnissen, die
einer Vermittlung bzw. Integration im Wege stehen und die im Integrationsprozess systematisch bearbeitet werden müssen.
Phase 2: Auf der Grundlage des erstellten Profilings und mit Blick auf den Zielberuf/die Zieltätigkeit wird ein realistisches und erreichbares arbeitsmarktliches Ziel festgelegt.
Phase 3: Basierend auf den erarbeiteten Handlungsbedarfen werden zusammen mit der dem Kunden individuell zugeschnittene
Handlungsstrategien bzw. Strategiebündel ausgewählt.
Phase 4: Auftakt des Umsetzens und Nachhaltens ist die Eingliederungsvereinbarung. In einem strukturierten Folgegespräch werden die vereinbarten Schritte mit der tatsächlichen Umsetzung abgeglichen, Profiling, Ziel und Strategieauswahl überprüft und die
nächsten Schritte vereinbart.
15
16,7% der Kunden sind integrationsnahen Profillagen zugeordnet. Nur die darin enthaltenen Markt- und
Aktivierungsprofile (2,1%) können in der Regel direkt in eine Beschäftigung vermittelt werden.
14,5% der Kunden benötigen für die Integration in den Arbeitsmarkt flankierende Fördermaßnahmen der
beruflichen Qualifikation oder Eingliederungszuschüsse.
53,3% sind dagegen mit komplexen Profillagen versehen. Für diese Kunden sind in der Regel mehrere
Schritte zur Integration in den Arbeitsmarktmarkt notwendig. Neben umfangreichen Qualifizierungsmaßnahmen sind hier z.T. auch vorgeschaltete sozialintegrative Maßnahmen notwendig. Insbesondere für
Personen mit einem Unterstützungsprofil ist der Zugang zum ersten Arbeitsmarkt – zumindest auf mittlere
Sicht – erheblich erschwert.
Kunden mit der Profillage Z („Zuordnung nicht erforderlich“) erfüllen einen Ausnahmetatbestand nach §10
SGB II. Es handelt es sich u.a. um (Allein-)Erziehende mit Kind unter drei Jahren, pflegende Leistungsberechtigte oder Jugendliche, die der Vollzeitschulpflicht unterliegen. Sofern hier konkrete Schritte zur Verbesserung der Eingliederungschancen unternommen werden können, erfolgt eine bedarfsgerechte Betreuung.
4.3.1 Langzeitleistungsbezieher
Ein geschäftspolitischer Schwerpunkt ist die Aktivierung von Langzeitleistungsbeziehern (LZB) und die
Erhöhung ihrer Integrationschancen.
70,1% der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten gehören zu diesem Personenkreis (10.788/ Stand:
10/2014). Bei diesen Kunden liegen multiple Vermittlungshemmnisse vor. Fast 75% der LZB verfügen
nicht über eine abgeschlossene Berufsausbildung.
Berufliche Qualifikation der Langzeitleistungsbezieher
Hier gilt es, verfestigte Strukturen aufzubrechen, Arbeitsmarktnähe über geeignete Beratungs- und Maßnahmenangebote herzustellen und die Kunden sukzessive in den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln.
16
4.3.2
Jugendliche (U25)
Neben den LZB bilden Jugendliche einen weiteren geschäftspolitischen Schwerpunkt. Ziel ist es, sie in
den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu integrieren.
Die Verteilung nach Profillagen stellt sich wie folgt dar:
Im Gegensatz zum Gesamtbestand der eLb ist der Anteil der integrationsnahen Profillagen im U25Bereich um 16,9% höher. Die komplexen Profillagen sind dagegen deutlich geringer vertreten (-64,7%).
56,5% der Jugendlichen sind mit einem Ausnahmetatbestand nach § 10 SGB II versehen. Hierbei handelt
es sich in der Regel um Jugendliche, die der Vollzeitschulpflicht unterliegen.
Vor diesem Hintergrund bedarf es einer - im Vergleich zum Gesamtbestand – abweichenden Strategie.
Qualifizierung für und Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt und Vorbereitung auf und Vermittlung in
Ausbildungsverhältnisse stehen hier eindeutig im Vordergrund.
17
Der lokale Ausbildungsmarkt hat sich im Vergleich zum Vorjahr positiv entwickelt. Es standen 22,4% oder
105 Ausbildungsstellen mehr zur Verfügung.
Derzeit ist zu beobachten, dass Bewerber bei Arbeitgebern eingestellt werden, welche zunächst die formulierten (gewünschten) Voraussetzungen nicht erfüllt haben, allerdings dann doch auf Grund der SoftSkills einen Ausbildungsvertrag erhalten. Angesichts des Fachkräftebedarfs steigen zudem - wenn auch
nur sehr zögerlich – die Chancen für Hauptschüler am Ausbildungsmarkt. Die Ansprüche vieler Unternehmen sind weiterhin ambitioniert und auf höhere Schulabschlüsse und Mindestnoten fokussiert.
In 2015 ist davon auszugehen, dass sich der Ausbildungsmarkt stabil präsentiert.
18
5
5.1
Herner Strategie im Jahr 2015
Beratungsangebot
5.1.1 Bewerberorientierte Integrationsarbeit und persönlicher Ansprechpartner
im Fallmanagement
Aufgabe der Grundsicherung für Arbeitsuchende ist es, jeden erwerbsfähigen Hilfebedürftigen umfassend
und entsprechend seiner individuellen Bedürfnisse mit dem Ziel der Eingliederung in Arbeit und/oder
Ausbildung zu unterstützen. Im JobCenter Herne arbeitet jeder Kunde mit einer fest zugeordneten Fachkraft zusammen, die durch eine enge Kontaktdichte und die Nutzung des 4-Phasen-Modells der Integrationsarbeit detaillierte Kenntnisse über die Person und deren Fähigkeiten und Fertigkeiten erlangt. Dies ist
notwendig, um für den Kunden ein bedarfsorientiertes Beratungsangebot vorzuhalten.
Durch den engen Kontakt zum Arbeitsvermittler werden zudem Probleme sichtbar, die die Vermittlung in
Arbeit zusätzlich erschweren. Hierzu gehören Probleme wie Suchterkrankungen oder Schulden und familiäre Angelegenheiten.
Gemeinsam mit dem Kunden versucht der Vermittler Vermittlungshemmnisse zu beheben und Integrationsstrategien zu entwickeln, die in einer verbindlichen Eingliederungsvereinbarung schriftlich festgehalten werden. Der Integrationsprozess wird engmaschig und zielorientiert begleitet, damit der Kontakt zum
Kunden nicht verloren geht.
Die Profillagen der Kunden im SGB II sind häufig sehr komplex und erschweren eine sofortige berufliche
Integration.
Das JobCenter Herne stellt daher für Kunden mit komplexen Profillagen und multiplen Handlungsbedarfen das beschäftigungsorientierte Fallmanagement zur Verfügung. Ziel ist hier, Vermittlungshemmnisse abzubauen, Integrationsfortschritte zu erreichen und die Eingliederung in den Arbeitsmarkt zu bewerkstelligen. Die im Fallmanagement erforderliche Intensivbetreuung wird durch ein angemessenes Betreuungsverhältnis gewährleistet. Der Fallmanager ist gesondert fortgebildet und nutzt für die Integration der
Kunden ein einzelfallübergreifendes bedarfsorientiertes Netzwerk, unter anderem auch mit kommunalen
Partnern.
5.1.2 Neue Aktivierungswege (NAW)
Das Projekt „Neue Aktivierungswege“ ist auch in 2015 wesentlicher Bestandteil der Integrationsstrategie
sowohl des U25 wie des Ü25 Bereiches des JobCenter Herne. Entscheidende Faktoren für eine Steigerung der Integrationserfolge sind insbesondere eine frühzeitige Aktivierung der Kunden in der Phase des
Zugangs, konsequente Einforderung von Eigenbemühungen und die Optimierung der Zusammenarbeit
der bewerberorientierten und der stellenorientiert arbeitenden Organisationseinheiten.
19
Das JobCenter Herne hat sich bei der Entwicklung des Konzeptes von der Zielvorstellung leiten lassen,
das in Rotterdam praktizierte Modell unter Beachtung der gesetzlichen Rahmenbedingungen und unter
Berücksichtigung der regionalen und örtlichen Besonderheiten umzusetzen.
“Your Job is to find a job.”
Dieser Slogan soll die Eigenständigkeit der Projektteilnehmer zum Ausdruck bringen. Prinzipiell sollen die
Kunden den Bewerbungsprozess eigenständig durchführen, um in die Lage versetzt zu werden, sich
selbständig um Arbeit bemühen zu können. Dazu gehören die Stellensuche mit den zur Verfügung gestellten Mitteln sowie die Erstellung und der Versand von Bewerbungsunterlagen. Auch die Kontaktaufnahme mit potentiellen Arbeitgebern bzw. die Vereinbarung von Vorstellungsgesprächen gehört primär in
den Tätigkeitsbereich des Kunden. Während der Teilnahme an der Maßnahme erfolgt eine intensive,
bedarfsgerechte Betreuung durch Coaches, die aus den Vermittlungsteams des JobCenter Herne gestellt
werden. Ein wesentliches Element des Projektes sind die gruppendynamischen Prozesse. Die Coaches
fördern den Kenntnis- und Erfahrungsaustausch der Teilnehmer untereinander und die gegenseitige Hilfestellung.
Unser Ansatz bei der Integrationsarbeit lautet: „Jeder kann etwas“.
Dahinter steckt die Überzeugung, dass Menschen aus einer Arbeitssituation heraus leichter und dauerhafter Zugang zum Arbeitsmarkt finden, als durch untätiges Verharren in Beschäftigungslosigkeit und
Warten auf geeignete Angebote.
5.1.3 Projekt JobOffensive
Das Projekt JobOffensive wird voraussichtlich zum 31.01.2015 enden. Das Prinzip, marktnahe Kunden
mit einem Betreuungsschlüssel von 1:100 besonders intensiv (hohe Kontaktdichte) zu betreuen, hat sich
bewährt, so dass es im Jahr 2015 im JobCenter Herne fortgeführt werden wird. Die guten Ergebnisse der
Jahre 2013 und 2014 sollen in 2015 verstetigt werden. Zur intensiven Betreuung gehört, dass jeder an
dem Projekt teilnehmende Kunde in den „NAW“ betreut wird und seine Bewerbungsstrategien in Bewerberbüro und Bewerberwerkstatt überprüfen kann.
Die besonders intensive Zusammenarbeit mit dem gemeinsamen Arbeitgeberservice (g-AGS) stellt sicher, dass die Bewerber passgenau auf Stellen vermittelt werden, die der AGS und die AG-Vermittler des
JobCenter akquiriert haben. Durch die Fortführung des Projektes „Integrationen Nachhalten“ (INA) wird
erreicht, dass die vermittelten Kunden innerhalb eines Zeitraumes von 6 Monaten nach der Integration
betreut werden. Arbeitgeber und Arbeitnehmer erhalten so einen kompetenten Ansprechpartner, falls es
während der ersten Monate der Beschäftigung zu Problemen kommt. Die Integrationen werden dadurch
nachhaltiger.
Marktplätze und Börsen runden die Aktivitäten für marktnahe Kunden ab. Zum Ausgleich geringfügiger
Defizite steht in 2015 die EGZ Förderung mit 353 Fällen zur Verfügung.
20
5.1.4 Vermeidung und Verringerung des Langzeitbezuges Ü25 und U25
Der Planungsbrief für das Jahr 2015 stellt die Aktivierung Langzeitarbeitsloser und die Erhöhung ihrer
Integrationschancen als einen Schwerpunkt in der Steuerung des Jahres 2015 dar. Ziel des JobCenter
Herne ist es daher, für diesen Kundenkreis längerfristige Eingliederungsstrategien zu entwickeln und
diese im Arbeitsmarktprogramm zu implementieren. Dies führt zu existenzsichernden und nachhaltigen
Integrationen in den ersten Arbeitsmarkt und hilft Langzeitleistungsbezug zu vermeiden.
Zusammen mit den anderen einschlägigen arbeitsmarktpolitischen Instrumenten zur Förderung von Arbeitgebern - wie dem Eingliederungszuschuss - ergeben sich viele Chancen zur Integration von Langzeitleistungsbeziehern. Grundstein für den Erfolg ist auch im Jahr 2015 die seit Jahren gewachsene Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und allen anderen Arbeitsmarktpartnern in
Herne.
Unabhängig von gesonderten individuellen Strategien für die Kundengruppen Ü25 und U25 bzw. von
kundenspezifischen Erfordernissen wird wie in 2014 mit aufeinander aufbauenden Maßnahmen gearbeitet, um auf die im Einzelfall vorliegenden Minderleistungen der Kunden eingehen und diese reduzieren zu
können. Genutzt werden sollen dabei Maßnahmen für Kunden mit komplexen Profillagen in Form der
Feststellung, Verringerung und Beseitigung von Vermittlungshemmnissen, Maßnahmen für Kunden mit
Stabilisierungs- und Unterstützungsprofil sowie arbeitsmarktliche Erprobungen im Anschluss an die Stabilisierung des Kunden. Als wichtige Handlungsmaxime wird der bewerberorientierte Ansatz gesehen. Das
Instrument „Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein“ (AVGS) wird wegen seiner flexiblen Einsatzmöglichkeit als besonders geeignet angesehen.
Hierzu wird den Arbeitsvermittlern für den Personenkreis der Langzeitleistungsbezieher ein konkretes
Förderportfolio zur Verfügung gestellt.
Kundengruppe Ü25
Operativer Schwerpunkt ist die Betreuung und Integration von Langzeitleistungsbeziehern. Existenzsichernde, nachhaltige Integrationen von LZB sind angesichts einer sich über Jahre hinweg verfestigten
Beschäftigungslosigkeit in der Regel das Ergebnis langwieriger intensiver und systematischer Betreuungstätigkeit. Deshalb wird der in 2013 und 2014 gewählte Ansatz, besonders „marktnahe“ LZB besonders intensiv in den Basisteams zu betreuen, fortgesetzt (Viersener Modell). Durch häufige persönliche
Kontakte mit den Kunden entsteht ein zunehmend scharfes Profil des Kunden, das gut dokumentiert, die
Auswahl der passgenauen Integrationsstrategie erleichtert. Ziel ist es, diese TOP – Kunden in möglichst
kurzer Zeit möglichst dauerhaft existenzsichernd zu integrieren. Langwierige Fördermaßnahmen kommen
hier nicht zum Einsatz, allenfalls kurzzeitige FbW (Förderung der beruflichen Weiterbildung); die Regel
wird eine EGZ-Förderung (Eingliederungszuschuss) sein.
21
Für alle anderen Langzeitleistungsbezieher steht ein breites Spektrum an Fördermaßnahmen zur Verfügung, die aufeinander aufbauen. Das Zentrum der Förderaktivitäten bilden die Arbeitsmarktinstrumente
FbW und AVGS (Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein). Durch die Zielrichtung dieser Instrumente
werden berufsfachliche Defizite beseitigt, die während der Teilnahme an einem betrieblichen Praktikum
festgestellt werden. Im Jahr 2015 stehen für FbW 410 Fälle zur Verfügung.
Das Aktivcenter (BKAV) mit modularem Aufbau und großen betrieblichen Anteilen ermöglicht auch in
2015 die Zuweisung von arbeitsmarktfernen Kunden. Dadurch erhöht sich die Verbindlichkeit des Angebots gegenüber einem Verfahren mit AVGS.
Bereits in 2014 wurde in einfacher Form festgestellt, wie viele Integrationen durch die Bemühungen der
auf Menschen mit gesundheitlichem Handlungsbedarf spezialisierten Vermittlungsfachkräfte entfielen.
Die Ergebnisse wurden in den wöchentlichen Zielnachhaltedialogen (ZND) mit den Teamleitern Ü25 besprochen. Für 2015 werden die Ergebnisse intensiv in den Fokus genommen, in den ZND analysiert und
wenn notwendig Steuerungsmaßnahmen vereinbart.
Durch die Konzentration der Aktivitäten auf Arbeitsmarktinstrumente mit unmittelbar integrationsorientierter Ausrichtung wird der Schwerpunkt der Arbeit eindeutig auf die Integration in den Arbeitsmarkt gelegt
und auch an dieser Stelle Marktnähe gelebt. Das gelingt durch die zunehmende Ausrichtung auf abschlussorientierte Maßnahmen, die auf der Grundlage der Fachanwendung CoSach beobachtet und in
den wöchentlichen ZND besprochen werden. Das Teilnehmermanagement wird wie bisher über das
Nachfolgeteam der JobOffensive ausgeführt. Es gilt die Vorgabe, in 2015 40%, in 2016 50% und in 2016
60 % Erfolgsquote zu erreichen.
Die Initiative „AusBildung wird was“ wird fortgesetzt. Nachdem es in 2014 durch den Einkauf einer speziell für dieses Programm konzipierten Feststellungs- und Betreuungsmaßnahme bisher gelang, 21 Kunden in eine betriebliche Einzelumschulung zu bringen, wird es in Kooperation mit dem Jobcenter Bochum
in 2015 mindestens 10 weiteren Kunden der Zielgruppe ermöglicht werden, einen Berufsabschluss zu
erwerben. Das JobCenter Herne wird sich am ESF- Bundesprogramm beteiligen. Es ist daran gedacht,
dazu 2 Akquisiteure und 2 Coaches einzusetzen. 200 Kunden sollen in den Pool eingebracht werden, bis
zu 10 % davon sollen zum besonders benachteiligten Personenkreis gehören.
Zusätzlich zu der Beteiligung am Bundesprogramm wird eine Maßnahme für Langzeitbezieher initiiert, die
einem größerem Personenkreis in einem Umfang von 175 Teilnehmern pro Jahr bei einer Laufzeit von 2
Jahren die Möglichkeit eröffnen soll, dauerhaft und existenzsichernd in den Arbeitsmarkt einzumünden.
Die Alleinerziehenden werden weiterhin in den Teams betreut, in dem jeder Arbeitsvermittler einen Alleinerziehenden besonders intensiv betreut. Dies war bereits in 2014 erfolgreich und wird fortgeführt.
Darüber hinaus wird die Zusammenarbeit zwischen Teams und BCA (Beauftragte für Chancengleichheit
am Arbeitsmarkt) intensiviert und in den wöchentlichen ZND integriert.
Die kommunalen Eingliederungsleistungen werden auf der Grundlage der bestehenden Vereinbarungen
weiterhin intensiv genutzt.
22
Kundengruppe U25
Der prozentuale Anteil der Langzeitbezieher aus der Kundengruppe der unter 25-Jährigen am Gesamtbestand des JobCenter Herne ist zwar vergleichsweise gering (JobCenter Herne: 12,17%; Vergleichsgruppe „TYP 3“: 13,19%; Stand: Oktober 2014); dennoch muss auch in diesem Bereich die Verstetigung
einer Kerngruppe festgestellt werden, die einer besonderen Unterstützung bedarf. Die Besonderheit im
Bereich U25 besteht darin, dass im JobCenter Herne nur ca. 1/3 dieser Kunden aktiviert werden können,
2/3 hingegen mit einem Nichtaktivierungsvermerk belegt sind (insbesondere: Schüler, die der Vollzeitschulpflicht unterliegen; Personen, die einen anerkannten berufsbildenden Abschluss in Vollzeit absolvieren; Alleinerziehende mit Kind).
Auch im Jugendlichenbereich hat die spürbare Reduzierung von Langzeitbeziehern hohe Priorität. Die
Gruppe der aktivierbaren jugendlichen Langzeitbezieher umfasst derzeit rund 420 Personen und ist in
hohem Maße heterogen; Integrationen bzw. Integrationsfortschritte bedürfen unterschiedlicher Handlungsansätze.
„Marktnähere“ LZB werden durch besondere Formen der Fürsorge und eine transparente Dokumentation
der Aktivitäten betreut. D.h. die Bedarfsgemeinschaften werden systematisch nach dem Kriterium „kurzbis mittelfristige Integrationswahrscheinlichkeit“ ausgewählt. Ziel der Aktion ist, die Menschen nachhaltig
zu unterstützen, ohne Leistungen der Grundsicherung nach dem SGB II auszukommen. Auf diesem Weg
schärfen häufige persönliche Kontakte das Kundenprofil und münden in eine wirksame Integrationsstrategie. Diese Maßnahme wird führungstechnisch eng begleitet. Da diese Strategie seit rund 1 ½ Jahren
verfolgt wird, kommen zunehmend weniger Kunden hierfür in Betracht. Aus den Erfahrungen dieses Jahres sind jedoch weitere Potenziale und dementsprechende Erfolge an sozialversicherungspflichtigen Integrationen zu erwarten.
Für eine wachsende Anzahl von Jugendlichen mit psychischen Auffälligkeiten wird im Rahmen eines
Projektes ein differenziertes Angebot erstellt, das von der Vermittlung in notwendige therapeutische
Maßnahmen bis zur Integration in die Arbeitswelt reicht. Innovativ ist hierbei insbesondere ein unmittelbares psychologisches Angebot vor Ort, das die Möglichkeit bietet, gemeinsam mit den Fachkräften des
Fallmanagements oder der Arbeitsvermittlung die richtige individuelle Strategie für den Kunden zu erarbeiten.
Im Übrigen wird die Vermittlung in Arbeit für die entsprechenden Kundengruppen individuell betrieben. Im
Projekt „NAW“ werden geeignete Kunden im Sinne von „Fördern und Fordern“ mit einer regelmäßigen
Anwesenheit in Räumen des JobCenter bei Bewerbungen und Integrationsbemühungen unterstützt.
Die Möglichkeit, im regulären Arbeitsmarkt erste Erfahrungen zu sammeln, wird im Einzelfall durch sog.
„geschützte“ Beschäftigung angeboten; hier können Jugendliche im Rahmen der freien Förderung durch
23
ein befristetes voll subventioniertes Beschäftigungsverhältnis Arbeitsentgelt erhalten und spürbare Integrationsfortschritte erzielen.
Für auszugleichende Defizite der Kunden stehen Eingliederungszuschüsse in angemessenem Umfang
zur Verfügung.
Kundengruppe Alleinerziehende
Die Verbesserung der Beschäftigungsmöglichkeiten für Alleinerziehende hat zielgruppenübergreifend
(Ü25 und U25) gleichermaßen hohe Priorität. In der Fortführung des in 2014 aufgelegten „Aktionsprogramms für Alleinerziehende im JobCenter Herne“ wird die systematische Zusammenarbeit zwischen der
BCA und den operativen Teams dezidiert zusammengefasst. Die Aktionen reichen von einer besonderen
Unterstützung von marktnahen Kundinnen und Kunden für eine kurzfristige Integration bis hin zu längerfristig angelegtem Abbau von Vermittlungshemmnissen. In diesem Konzept sind zudem die Themen
„ausreichende Kinderbetreuungsmöglichkeiten“ sowie „Betreuung und Begleitung nach der Integration“
angemessen berücksichtigt. Besondere Weiterbildungsmaßnahmen für Alleinerziehende sollen die Integration dieses Personenkreises erleichtern. Dafür sollen Mittel des Eingliederungstitels und des Europäischen Sozialfonds eingesetzt werden.
5.1.5 Kooperation U25 in Herne – Gründung einer Jugendberufsagentur
Die dauerhafte berufliche Integration von Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren in Ausbildung oder Arbeit ist eine dauernde gesellschafts- und arbeitsmarktpolitische Aufgabe. Die Gründung
einer Jugendberufsagentur (JBA) soll diesen Auftrag nachhaltig unterstützen. Das gemeinsame Ziel der
Partner JobCenter Herne, Agentur für Arbeit und Stadt Herne ist es, den Entwicklungsweg junger Menschen von der Schule über die Ausbildung bis zum dauerhaften und gefestigten Einstieg in das Erwerbsleben nachhaltig, d.h. von Anfang an und aus einer Hand zu begleiten und zu unterstützen. Auf dieser
Basis sollen weitere Netzwerkpartner zum Zweck einer zielorientierten Mitarbeit gewonnen werden.
Dem Gedanken der Betreuung aus einer Hand wird Rechnung getragen. Ein gemeinsamer Kundenempfang steuert die Jugendlichen entsprechend ihren Anliegen und legt den Grundstein eines einheitlichen
Ansatzes ohne merkbare Schnittstellen. Im Wege
•
eines trägerübergeifenden Informationsaustausches,
•
umfassender rechtskreisübergreifender Beratung und
•
Durchführung von Fallkonferenzen
24
werden arbeitsmarktlich integrationsrelevante sowie auf Persönlichkeitsentwicklung/ gesellschaftliche
Teilhabe ausgerichtete Aktivitäten im Rahmen der Sozialgesetzbücher II, III und VIII effizient aufeinander
abgestimmt.
5.1.6 Netzwerke
Das JobCenter Herne ist u.a. an folgenden Netzwerken beteiligt:
•
NewA Herne. Dies ist ein Netzwerk für Alleinerziehende,
•
Netzwerk mit niederländischen Bildungsträgern und Institutionen des Arbeitsmarktes.
5.1.7 Arbeitgeberservice mit gemeinsamem Marktauftritt
Der gemeinsame Arbeitgeberservice Bochum/Herne hat sich bewährt und zur Zielerreichung des JobCenter Herne einen wirksamen Beitrag geleistet.
Ein qualitativ hochwertiger Vermittlungsprozess bildet die Grundlage für eine frühzeitige Beendigung der
Arbeitslosigkeit und eine möglichst nachhaltige Integration der erwerbsfähigen Leistungsbezieher.
Die „NAW“ sehen vor, dass den Kunden sehr schnell ein individuelles, passgenaues Stellenangebot unterbreitet wird und eine bewerberorientierte Vermittlung erfolgt.
Der vorhandene und gut organisierte Arbeitgeberservice ist hierbei von hoher Bedeutung. Die Nutzung
des gesamten Stellenpotenzials in Herne und Bochum ist gegeben. Es gibt einen hohen Einschaltungsgrad im Bereich der Arbeitgeberarbeit.
Darüber hinaus ist eine gezielte Stellenakquise nach Branchen (Handel, Sozialbereich) und Profilgruppen
(Alleinerziehende, Ungelernte) sinnhaft und notwendig. Diese Stellen ermöglichen die Kundenaktivierung
über eine hohe Kontaktdichte und stellen das individuelle Angebot dar. Der Erfolg der Bewerbung, der
Aktivität wird nachgehalten und erfolgskritisch überprüft.
Der gemeinsame Arbeitgeberservice bietet die richtige und solide Basis für die optimale Ausschöpfung
des Arbeitsmarktes in Herne und Bochum. Eine selbstkritische Betrachtung der Arbeitsweise und der
Ergebnisse ist bei allen Marktakteuren gegeben, ebenso die Bereitschaft, die gewonnenen Erkenntnisse
umzusetzen.
25
6
6.1
Planungsschwerpunkte der Ausgaben im Eingliederungstitel
Gesamtbudget 2015
Der Regierungsentwurf zum Bundeshaushalt 2015 vom 02.07.2014 in der vom Haushaltsauschuss des
Bundestages am 13.11.2014 angenommenen Fassung sieht für die Eingliederungsleistungen und Verwaltungskosten ein Budget von insgesamt rund 8,0 Milliarden Euro vor. Die Verteilung der Eingliederungsmittel erfolgt auf der Grundlage der Zahl der erwerbsfähigen Bezieher von Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende. Ergänzend dazu werden die Besonderheiten von strukturschwachen Regionen weiterhin durch die sog. „Grundsicherungsquote“ (Verhältnis der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten zur Bevölkerung im Alter von 15 bis unter 65 Jahren) berücksichtigt.
Dem JobCenter Herne werden für die Eingliederungsaufgaben im Jahr 2015 voraussichtlich 9.923.866 €
zur Verfügung stehen.
26
Die Schwerpunkte für die Ausgaben aus dem Eingliederungstitel werden wie folgt geplant:
Instrument
Zuschüsse zur Eingliederung
schwerbehinderter Menschen
(EGZ-SB)
Reisekosten nach § 59
Eintritte
/ Plätze
2015
kalkuliertes
Budget 2015
Erläuterungen
VE: 211.505,68 €
Neugeschäft: 54.000 €
15
-
265.505,68 €
15 Förderungen Probebeschäftigung mit
einer durchschnittlichen Laufzeit von 3
Monaten a 1.200,00 €
7.972,00 €
VE: 625.459,26 €
Neugeschäft: 1.195.200,00 €
Förderung der beruflichen
Weiterbildung (FbW)
410
410 Förderungen (davon 124 abschluss1.820.659,26 € orientiert) mit einer durchschnittlichen
Laufzeit von 5 Monaten a 720,00 €
Bildungszielplanung: 316 geplante und
94 ungeplante Bildungsziele
VE: 571.354,73 €
Neugeschäft: 1.016.760,00 €
Eingliederungszuschüsse
(EGZ)
353
1.588.114,73 €
353 Förderungen mit einer durchschnittlichen Laufzeit von 5 Monaten a 740,00 €
Förderungen für EGZ-SB sind in den 353
Förderungen bereits enthalten
Förderung aus dem
Vermittlungsbudget
-
428.113,43 €
VE: 48.113,43 €
Neugeschäft: 380.000,00 €
VE: 650.123,74 €
Neugeschäft Gesamt: 798.965,91 €
716
1.233.779,27 €
MAT:
Neugeschäft: 583.655,53 € MAT
Übersicht der Maßnahmen siehe Anlage MAT
Maßnahmen nach § 45 SGB III
Einstiegsqualifizierung (EQ)
459
MAG/AVGS-MAG:
12.310,38 € geplante Kosten für 2015 - durchschnittlicher Kostensatz 26,82 € pro Teilnehmer
122
AVGS MPAV
203.000,00 € Eintritte anhand 2014 - Einlösung 2. Rate
in 66,66 % anhand der Gesamteintritte
5
12.597,00 €
VE: 5.491,00 €
Neugeschäft: 7.106,00 €
5 Förderungen a 323,00 €
Förderung der Berufsausbildung
benachteiligter Auszubildender
(BaE und abH)
28
847.200,66 €
VE: 739.172,69 €
Neugeschäft: 108.027,97 €
27
VE: 14.780,13 €
Neugeschäft: 65.437,06 €
Maßnahmekosten Förderung der
beruflichen Weiterbildung
(Reha-FbW)
80.217,19 €
lt. Rücksprache mit OS qualifizierte
Schätzung aus Vorjahren
Neugeschäft: 54.000,00 €
Zuschüsse für Maßnahmen zur
Förderung der Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben
15
54.000,00 € 15 Förderungen Probebeschäftigung mit
einer durchschnittlichen Laufzeit von 3
Monaten a 1.200,00 €
VE: 179.384.83 €
Neugeschäft: 360.000,00 €
539.384,83 €
lt. Rücksprache mit OS qualifizierte
Schätzung aus Vorjahren
0
134.063,88 €
Teilnahmekosten für Maßnahmen
zur Teilhabe gem. § 117 Abs. 1
SGB III
Beschäftigungszuschuss unbefristet
(BEZ)
Zuschüsse zur Schaffung von
Arbeitsgelegenheiten (AGH)
696
1.293.642,32 €
FAV § 16 e SGB II
24
171.796,08 €
VE: 134.063.88 € für bereits bestehende
Förderungen
VE: 452.283,51 €
Neugeschäft: 841.358,81 €
VE: 47.596,08 €
Neugeschäft: 124.200,00 €
24 Förderungen mit einer durchschnittlichen Laufzeit von 6 Monaten a 1.150,00
€
VE: 739.592.82 €
Neugeschäft: 460.860,83 €
- Support 25
- ProjektzIL
- berufliche (Re)Integration
1.200.453,65 €
- Langzeitarbeitslose Menschen mit multiplen
Einschränkungen
- Integration von suchterkrankten/gefährdeten und
psychisch erkrankten Menschen
Freie Förderung
VE: 224,00 €
Neugeschäft: 2.912,00 €
Einstiegsgeld
6
3.136,00 €
6 Förderungen mit einer durchschnittlichen Laufzeit von 5 Monaten a 112,00 €
Begleitende Hilfen für
Selbständigkeit
5
Wegeunfähigkeitsbescheinigungen
-
25.920,00 € Neugeschäft 25.920,00 €
2.000,00 €
28
Anlage MAT
Maßnahme:
Eintritte
Erläuterungen
Jugend.Start
01.07.2014-30.06.2016
40
Kosten bereits in VE enthalten
40
Kosten bereits in VE enthalten
0
Kosten bereits in VE enthalten
20
geplante Kosten für 2015 - 300,00 €
pro Teilnehmer und Monat =
18.000,00 €
80
geplante Kosten für 2015 - 1405,95 €
durchschnittlicher Kostensatz pro
Teilnehmer = 103.759,11 €
82
geplante Kosten für 2015 - 413,93 €
durchschnittlicher Kostensatz pro
Monat und Teilnehmer = 85.000,00 €
90
geplante Kosten für 2015 - 2000,00 €
pro Teilnehmer = 180.000 €
36
Kosten bereits in VE enthalten
10
geplante Kosten für 2015 - 456,41 €
pro Teilnehmer und Monat =
27.384,60 €
318
geplante Kosten für 2015 - durchschnittlicher Kostensatz 746,21€ pro
Teilnehmer = 220.878,16 €
70 Plätze während der Laufzeit
Aktivierungshilfen für Jüngere
05.05.2014-04.05.2016
30 Teilnehmerplätze pro Monat
Produktionsschule.NRW 2014/2015
U25: 05.09.2014-04.09.2014
12 Teilnehmerplätze
Produktionsschule.NRW 2015/2016
01.09.2015-31.08.2016
20 Teilnehmerplätze geplant
AVGS - MAT - Jobchance U25
01.01.2015-31.12.2015
AVGS-MAT - Wege in Arbeit
01.01.2015-31.12.2015
U25/
Ü25 Projekt für Langzeitarbeitslose
01.07.2015-30.06.2017
302 Plätze geplant
Baukastensystem Aktivierung und
Vermittlung
01.01.2015-30.09.2015
Erstausbildung junger Erwachsener
Ü25 01.02.2015 - 31.07.2015
Aktivieruns- und Vermittlungsgutscheine
(AVGS)
01.01.2015 - 31.12.2015
716
29
6.2
Planungsschwerpunkte der Ausgaben im Eingliederungstitel
Förderung beruflicher Weiterbildung
Auch für das Jahr 2015 ist die Erhöhung des Fachkräftepotenzials ein wichtiger Ansatz zur Schaffung von
Integrationen. Im Jahr 2015 stehen für FbW 410 Fälle zur Verfügung. Durch die Konzentration der Aktivitäten auf Bildungsmaßnahmen mit unmittelbar integrationsorientierter Ausrichtung wird der Schwerpunkt
der Arbeit eindeutig auf die Integration in den Arbeitsmarkt gelegt und auch an dieser Stelle Marktnähe
gelebt. Das gelingt durch die zunehmende Ausrichtung auf abschlussorientierte Maßnahmen, die auf der
Grundlage von CoSach beobachtet und in den wöchentlichen ZND besprochen werden. Die Initiative
„AusBildung wird was“ wird fortgesetzt. Nachdem es in 2014 durch den Einkauf einer speziell für dieses
Programm konzipierten Feststellungs- und Betreuungsmaßnahme bisher gelang, 21 Kunden in eine betriebliche Einzelumschulung zu bringen, wird es in Kooperation mit dem Jobcenter Bochum in 2015 mindestens 10 weiteren Kunden der Zielgruppe ermöglicht werden, einen Berufsabschluss zu erwerben.
Im Einzelnen stellt sich die Verteilung wie folgt dar:
30
Bildungszielplanung 2015
Bildungsziel
davon
darunter
Kategorien
Kategorie
20, 21, 40, 41
21
Planung Eintritte 2015
Gewerblich-technischer Bereich
Metallerzeugung und –bearbeitung:
E-, WIG-, MIG-, MAG-, Kunststoffschweißen, teilweise modulare
Grundqualifizierungen Metallbau und „Auffrischungs“-
20
8
5
6
2
44
12
8
50
21
8
44
33
23
1
2
Qualifizierungen
Baugewerbe:
Teilqualifizierungen in Modulform, Wärmedämmung, Grundbzw. Anpassungsqualifizierungen Maler/Lackierer, Elektriker,
17
Bau- und Transportgeräteführung, Sanitärhandwerk
Garten- und Landschaftsbau
5
Einzelhandel (ohne Handel mit FKZ):
Qualifizierungen für Scannerkassen, Kassentraining, Wiedereinstiegsqualifizierungen
Lagerei, Post- und Kurierdienste:
Qualifizierung zum Fachlageristen, Staplerscheine, Software für
Lagerhaltung
Landverkehr und Transport in Rohrfernleitungen, Schifffahrt, Luftfahrt:
Berufskraftfahrer, Busfahrer, Führerscheine C, CE, D, DE, ADRScheine, Ladungssicherung, Sicherungsposten im Bahnwesen
(Baustellensicherung)
Gastgewerbe:
Qualifizierung zum Koch
Gebäudereinigung:
Qualifizierung zum Gebäudereiniger
5
Friseurhandwerk:
5
Summe:
191
82
46
31
Kaufmännischer Bereich
Verwaltung und Führung von Unternehmen und Betrieben,
Unternehmensberatung
Qualifizierung in Softwareanwendungen (Office, SAP, Datev,
37
5
2
37
5
2
28
5
4
3
19
6
51
14
37
5
Summe:
37
5
Insgesamt:
316
106
Ungeplante Bildungsziele:
94
18
Gesamtzahl der geplanten Bildungsgutscheine:
410
124
Windows),
Rechnungswesen,
Call-Center,
Empfangskräfte,
(Business-) Englisch
Summe:
Bereich Pflege, Gesundheit und Soziales
Gesundheitswesen:
Krankenpflege, Intensivpflege, Röntgenscheine, medizinisches
Abrechnungswesen,
medizinische
Schreibkräfte,
Schulung
medizinische Software, Rettungsdienst
Sozialwesen:
Betreuungspädagogik
Heime (ohne Erholungs- und Ferienheime)
Qualifizierung
zum
Altenpflegehelfer,
Betreuungsassistenz,
Teilqualifizierung Hauswirtschaft
Summe:
Sonstige Bereiche
Sicherheitsgewerbe:
Qualifizierungen
nach
§
34a
GewO,
Waffensachkun-
de/Waffenschein, Sicherheitsfachkräfte, Umschulung zur Fachkraft Schutz und Sicherheit
48
48
32
Eingliederungszuschüsse
Das JobCenter Herne wird auch im kommenden Jahr Förderungen durch Eingliederungszuschüsse intensiv nutzen. Die Anzahl der Förderungen soll im Jahr 2015 353 Fälle umfassen. Dies betrifft die Förderungen gem. §§ 88 und 89 SGB III sowie § 131 SGB III. Für die Förderungen zur Eingliederung behinderter und schwerbehinderter Menschen (§ 90 SGB III) sind Eintritte vorgesehen.
Vermittlungsbudget
Das JobCenter Herne stellt ca. 428.000 € für das Vermittlungsbudget zur Verfügung. Diese Ermessensleistung fördert die Anbahnung und Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Im
Wege der Übernahme von Kosten insbesondere für Bewerbungen, Arbeitskleidung, Arbeitsmittel und
Mobilität zum Arbeitsplatz können bestehende Vermittlungshemmnisse flexibel beseitigt werden.
Einstiegsgeld und begleitende Hilfen für Selbständige
Einstiegsgeld ist im Jahr 2015 nur bei Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit vorgesehen. In diesem
Zusammenhang können auch begleitende Hilfen nach § 16c SGB II gewährt werden. Hierfür werden
insgesamt ca. 28.000 € eingeplant.
Leistungen der freien Förderung § 16 f
Für die Erweiterung der gesetzlich geregelten arbeitsmarktpolitischen Instrumente und der Projektförderung werden 2015 rund 1,2 Mio € bereitgehalten.
Die Planung beinhaltet im Wesentlichen die Fortführung des differenzierten Programmes zur beruflichen
(Re-) Integration suchterkrankter Menschen sowie ein Projekt zur Heranführung von langzeitarbeitslosen
Menschen mit multiplen Hemmnissen an den Arbeitsmarkt, in der auch Erkenntnisse über grundsätzliche
Integrationsmöglichkeiten des Teilnehmers ergründet werden. Zur Unterstützung von Menschen mit multiplen persönlichen, psychischen oder Suchtproblematiken wird ein Konzept fortgesetzt, in dem individuelle Lösungsansätze für diesen Personenkreis zur Reintegration in den ersten Arbeitsmarkt erarbeiten werden. In Anlehnung an das Essener Modell „Support U25“ wird ab 2015 für Jugendliche mit psychischen
Auffälligkeiten zudem ein neues Vorhaben initiiert, das ein unmittelbares psychologisches Angebot vor
Ort gewährleistet und die Möglichkeit bietet, gemeinsam mit den Fachkräften des Fallmanagements oder
der Arbeitsvermittlung die richtige individuelle Strategie für den Kunden zu erarbeiten.
Maßnahmen der Aktivierung und beruflichen Eingliederung gem. § 45 SGB III
Für Personen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht unmittelbar zu vermitteln sind, bietet das JobCenter
Herne Alternativen an, die die individuelle Beschäftigungsfähigkeit fördern, indem die Fertigkeiten und
Fähigkeiten der Kunden gestärkt und durch Qualifizierung gefestigt werden. Diese stufenweise Aktivie33
rung mit konkretem Blick auf eine Integration im ersten Arbeitsmarkt richtet sich vorrangig an „arbeitsmarktfernere“ Kunden.
Neben Maßnahmen, die durch Vergabeverfahren beschafft werden, können Kunden auch einen Gutschein erhalten. Dieses dient der Flexibilisierung und dem bewerberorientierten Ansatz, stellt jedoch hohe
Anforderungen an die Eigenverantwortlichkeit der Vermittlungsfachkräfte. Grundsätzlich unterscheidet
man zwischen 3 Arten von Gutscheinen,
•
dem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein für Maßnahmen bei einem Träger
•
dem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein für Maßnahmen bei einem Arbeitgeber
•
dem Gutschein für einen privaten Arbeitsvermittler
Das JobCenter Herne plant im Bereich des § 45 SGB III folgende Schwerpunkte:
•
Weiterführung der Maßnahme jugend.start, Aktivierungsmaßnahme für jugendliche Migranten/innen
•
Aktivierungshilfe für Jüngere
•
Produktionsschule.NRW
•
Vorbereitungsmaßnahme für betriebliche Umschulgen (EjE)
•
Baukastensystem Aktivierung und Vermittlung (bis 09/2015)
•
Maßnahme für Langzeitarbeitslose zur nachhaltigen, existenzsichernden Integration in den Arbeitsmarkt ab Juli 2015 (Konzept wird noch erarbeitet)
Ausgabe von AVGS-MAT mit unterschiedlichen Schwerpunkten, die aufeinander aufbauen, so dass
eine Eingliederung in/ Heranführung an den ersten Arbeitsmarkt erreicht wird, z.B.
•
Job Chance 25
•
Wege in Arbeit (Anschlussmaßnahme zum Herner Modell – Neue Aktivierungswege)
•
AVGS-MAPV (Vermittlungsgutschein für den privaten Arbeitsvermittler)
Für diese Maßnahmen stehen rund 1.45 Mio € im Eingliederungstitel bereit.
Menschen mit Behinderungen
Für spezifische Maßnahmen für Menschen mit Behinderungen stehen 939.000 € zur Verfügung.
Unterstützung und Vermittlung von Jugendlichen
Einen besonderen Schwerpunkt im Arbeitsmarktprogramm des JobCenter Herne stellt die Unterstützung
und Vermittlung von Jugendlichen dar. Neben den bereits beschriebenen zahlreichen zielgruppenspezifischen Angeboten werden wieder 28 außerbetriebliche Ausbildungen sowie ausbildungsbegleitende Hilfen
und Ausbildungsmanagement eingeplant. Im Wege der „Produktionsschule.NRW“ erhalten weitere, noch
34
nicht ausbildungsreife Jugendliche die Möglichkeit, mit produktionsorientierten Arbeiten an den Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt herangeführt zu werden.
Arbeitsgelegenheiten
Arbeitsgelegenheiten sind ultima ratio. Ziel der Arbeitsgelegenheit ist die Aufrechterhaltung der Arbeitsfähigkeit und die Arbeitserprobung von Langzeitarbeitslosen. Im Rahmen der Arbeitsmarktreform ist deutlich zu spüren, dass die Bedeutung von Arbeitsgelegenheiten im Instrumentenportfolio zugunsten arbeitsmarktnäherer Instrumente abnimmt. Eine erhebliche Reduzierung der Kapazitäten erfolgte in den
Jahren 2013 und 2014. Im Jahr 2015 wird es weiterhin eine erhebliche Anzahl von Kunden geben, die
keine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt finden und für die das Ziel der Arbeitserprobung im
Vordergrund steht. Das Bestreben des JobCenter Herne ist es daher, auch weiterhin die Tätigkeitsvielfalt
für unterschiedliche Personengruppen zu erhalten und spezielle Maßnahmen in unterschiedlichen Bereichen anzubieten. Dafür stehen 1,29 Mio € bereit, die Eintrittsmöglichkeiten auf dem Niveau des Jahres
2014 ermöglichen.
Förderung von Arbeitsverhältnissen (§ 16 e SGB II)
Im Jahr 2015 werden 24 Arbeitsverhältnisse eingeplant, die mit 75 % gefördert werden sollen. Als Förderzeitraum sind hier 6 Monate vorgesehen. Das Budget wird mit rund 170.000 € für dieses Instrument
belastet.
Zielgruppenspezifische Maßnahmen
Über die oben genannte Planung hinaus ist das JobCenter Herne bestrebt, zielgruppenspezifisch tätig zu
werden.
•
Für Alleinerziehende wird als Kernelement das Projekt BeK (Berufstätig mit Kind) mit zwei Gruppen
fortgesetzt. Ziel dieses Projektes ist, durch intensive Bewerbungsaktivität und gute Betreuung die Integration in den ersten Arbeitsmarkt und den Wegfall der Hilfebedürftigkeit zu erreichen.
•
Für Alleinerziehende, die sich stärker mit ihren Kompetenzen und Möglichkeiten beschäftigen und
sich intensiv auf ihre Arbeitsaufnahme vorbereiten wollen, ist die Teilnahme an der EinstellBar vorgesehen. Im Rahmen einer Workshopreihe wird an relevanten Themen gearbeitet, Selbstvertrauen
gestärkt und Ängste abgebaut.
•
In dem Projekt MuT (Markt und Tipps) berät jeder Arbeitsvermittler einen alleinerziehenden Kunden
besonders intensiv, d.h. in kurzen Intervallen. Zur Unterstützung wurde eine Mappe mit umfassendem Informationsmaterial erstellt, welche in einem persönlichen Gespräch erläutert wird. Diese
Mappe steht darüber hinaus allen Erziehenden zur Verfügung.
•
Mit dem Job-Café wird der regelmäßige Treff für Alleinerziehende zur Situationsanalyse unter Heranziehung von externen Experten und Referenten fortgesetzt.
35
•
Um Alleinerziehende zu erreichen, die integrationsfern sind und dem JobCenter eventuell sogar eher
kritisch gegenüberstehen, wird im Spielraum „Einfach Stark“ angeboten. Hier wird mit unterschiedlichen Gruppen, u.a. auch Frauen, deren Kinder noch keine drei Jahre sind, kreativ gearbeitet. Die
Kunden erfahren, dass sie etwas gestalten und stolz auf sich sein können. Entsprechend ihrer Fähigkeiten können sie eigene kleine Einheiten leiten und erfahren, dass sie für andere Menschen
wichtig sind. Gleichzeitig wird ihre Feinmotorik und Konzentration geschult. Die Teilnehmenden können Netzwerke bilden und über die BCA Informationen und Begleitung erhalten. Auch an gesundheitlichen Aspekten kann in diesem Zusammenhang gearbeitet werden. Hier werden Menschen erreicht, die sich einer Einladung zu reinen Infoveranstaltungen oftmals entziehen, und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem JobCenter Herne initiiert. Diese Angebote werden an den
Spielraum angebunden.
•
Im JobCenter Herne steht auch im Jahr 2015 der Spielraum als Betreuungsmöglichkeit für Kinder
während der Vorsprache der Eltern zur Verfügung. Zusätzlich werden dort Aktionsangebote, wie z.B.
Vorlesenachmittage stattfinden, um der vom Vorstand Grundsicherung gewünschten stärkeren gesellschaftlich sozialen Ausrichtung der Jobcenter gerecht zu werden und die Kinder zu stärken.
•
Frauen, deren Kinder jünger als drei Jahre sind, werden in Elterncafés und Elternschulen über ihre
Möglichkeiten informiert. Zusätzlich wird 2015 von der BCA eine regelmäßige Sprechstunde angeboten werden.
•
Vor dem Hintergrund des hohen Anteils an jungen Alleinerziehenden ohne abgeschlossene Ausbildung wird auch 2015 wieder der Schwerpunkt auf die Vermittlung in eine Teilzeitberufsausbildung
liegen.
•
Im Rahmen des Herner Bündnis für Familie arbeitet das JobCenter Herne mit den Schwangerschaftsberatungsstellen und dem Familienbüro Herne zusammen. Neben Infoveranstaltungen und
Material über finanzielle Unterstützungen während der Schwangerschaft und Geburt wird hier auch
frühzeitig über Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt und Unterstützungsangebote des JobCenter
Herne informiert.
•
Auch nach dem Ende des ESF-Projektes Netzwerk wirksamer Hilfen für Alleinerziehende wird von
der Gleichstellungsstelle der Stadt Herne die Anlaufstelle für Alleinerziehende fortgeführt. Sie dient
als neutrale Anlaufstelle und gibt Orientierung im Herner Beratungs- und Unterstützungsangebot und
leitet Rat- und Hilfesuchende gegebenenfalls an das JobCenter weiter.
•
ESF Programm
Das JobCenter Herne wird sich am ESF- Bundesprogramm beteiligen. Es ist daran gedacht, dazu 2
Akquisiteure und 2 Coaches einzusetzen. 200 Kunden sollen in den Pool eingebracht werden, bis
zu 10 % davon sollen zum besonders benachteiligten Personenkreis gehören.
36
•
ESF für junge Erwachsene
In Kooperation mit in Herne ansässigen Trägern sollen verschiedene kleinere zielgruppenspezifische
ESF Projekte durchgeführt werden.
6.3
Qualitätssicherung
6.3.1 Controlling der Maßnahmen
Im JobCenter Herne erfolgen das Controlling der Maßnahmen und die Fachaufsicht dieser durch das
Team Maßnahmebetreuung sowie den für die jeweilige Maßnahme verantwortlichen Arbeitsvermittler.
Den Maßnahmen nach § 45 SGB III ist neben dem zuständigen Sachbearbeiter aus dem Team Maßnahmebetreuung ein Mitarbeiter der Arbeitsvermittlung zugeordnet, der als Ansprechpartner und Schnittstelle zwischen dem Träger und den übrigen Vermittlern bzw. Fallmanagern fungiert. Im Fachaufsichtskonzept sind die Intervalle von Prüfungen der einzelnen Maßnahmen festgelegt.
Die Eingliederungstitelverwaltung ist im JobCenter Herne an das Team Maßnahmebetreuung angegliedert. Dies erleichtert die Abstimmung von Eintrittscontrolling und Mittelabfluss. Mit dem Arbeitsmarkt- und
Integrationsprogramm werden Eintritte und Budget verbindlich festgelegt. Durch den regelmäßigen Abgleich zwischen unterjährig eingeplanten Eintritten und tatsächlicher Entwicklung wird der Bedarf an Gegensteuerung oder Initiierung von zusätzlichen Förderangeboten ermittelt. Dies geschieht regelmäßig
unter Beachtung des für diesen Ansatz geplanten und tatsächlich abgeflossenen Budgets.
Neben der laufenden Begleitung durch die Maßnahmebetreuung wird nach Abschluss der Maßnahme der
Erfolg erhoben. Im Bereich der Arbeitsgelegenheiten und der Auftragsmaßnahmen wurden Erhebungsbögen entworfen, die den Trägern nach Abschluss der Maßnahme zugesandt werden. Die Auswertung
erfolgt im Team Maßnahmebetreuung und wird ergänzend zur zentral zur Verfügung gestellten Auswertung TrEffeR analysiert. Diese Auswertungen werden für den Planungsprozess der arbeitsmarktpolitischen Instrumente des Folgejahres herangezogen.
6.3.2 Betreuung der Maßnahmen
Den einzelnen Maßnahmen gem. § 45 SGB III sind Arbeitsvermittler als Betreuer zugeordnet worden, die
als Bindeglied zwischen Träger und JobCenter sowie dem Kunden agieren.
Nach Einkauf der Maßnahme und Zuschlagserteilung hat der Betreuer folgende Aufgaben:
•
Die Maßnahme wird für die übrigen Mitarbeiter der aktivierenden Hilfen transparent (Transparenztool) dargestellt. Bei Notwendigkeit werden Gruppeninformationsveranstaltungen durchgeführt
und die Maßnahmebesetzung durch geeignete Kunden forciert.
•
Nach Eröffnung der Maßnahme ist der Betreuer für die Kontrolle des Inhaltes und der Ausstattung
sowie für den Ablauf und die Behebung von Leistungsstörungen zuständig. Er nimmt zusammen mit
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dem Sachbearbeiter aus dem Team Maßnahmebetreuung an Besprechungen teil. Prüfungen werden regelmäßig durchgeführt. Bei Prüfungen durch den Prüfdienst AMDL ist der Betreuer ebenfalls
vor Ort.
Auch für den Bereich der Arbeitsgelegenheiten steht eine Betreuung durch das Team Maßnahmebetreuung zur Verfügung. Im täglichen Abgleich werden offene und besetzte Stellen kommuniziert und der Besetzungsstand aktualisiert. Kleine Qualitätsprüfungen werden regelmäßig anhand eines entwickelten
Prüfbogens durch die Mitarbeiter des Teams Maßnahmebetreuung durchgeführt.
Anliegen der Teilnehmer werden umgehend weitergeleitet und Leistungsstörungen behoben. Durch die
Installierung eines lückenlosen Betreuungssystems können die Maßnahmen im JobCenter Herne effizient
und effektiv gestaltet werden, so dass ein größtmöglicher Erfolg in der Zusammenarbeit und der Integration gewährleistet ist.
6.3.3 Absolventenmanagement zur Erreichung des Integrationserfolges
Zur optimalen Nutzung der Erkenntnisse über die Kunden nach Teilnahme an einer Maßnahme ist ein
optimales Absolventenmanagement notwendig.
Das Teilnehmermanagement wird wie bisher über das Nachfolgeteam der JobOffensive ausgeführt. Es
gilt die Vorgabe, in 2015 40%, in 2016 50% und in 2016 60 % Erfolgsquote zu erreichen. Die frühzeitige
Aktivierung der Kunden vor Ende der beruflichen Weiterbildungsmaßnahme und das Einhalten einer verbindlichen engen Kontaktdichte in jedem Einzelfall sind die wesentlichen Bestandteile der Strategie zur
Erreichung der Meilensteine. Der Ergebnisfortschritt wird in den wöchentlichen Zielnachhaltedialogen
bewertet, um gegebenenfalls Steuerungsmaßnahmen vereinbaren zu können.
Im Rahmen der Fachaufsicht wird das Absolventenmanagement sowohl auf Sachbearbeiterebene als
auch auf Führungsebene aufgegriffen und nachgehalten. Die Qualitätssicherung, insbesondere der Bildungsmaßnahmen, wird zusammen mit dem SGB III – Bereich der Agentur Bochum sichergestellt. Hier
werden Erfolge nachgehalten und Leistungsstörungen behoben. Besonders bei den kostenintensiven
Maßnahmen ist ein gut geplantes Absolventenmanagement vonnöten, um schnelle und nachhaltige Integrationserfolge zu erzielen.
Wichtig ist, dass während der Bildungsmaßnahme der Träger, der Teilnehmer und der Träger der Grundsicherung in engem Kontakt stehen. Zu diesem Zweck hat das JobCenter Herne Spezialwissen gebündelt und verfügt über Vermittler, die sich ausschließlich um Kunden in Bildungsmaßnahmen kümmern.
Im Rahmen des Kundenkontaktdichtekonzeptes werden diese Kunden rechtzeitig vor Abschluss der Bildungsmaßnahme eingeladen. Der Kunde muss aktiv auf den erfolgreichen Abschluss seiner Bildungsmaßnahme hinarbeiten und regelmäßig Eigenbemühungen und Bewerbungsaktivitäten nachweisen.
Während der Bildungsmaßnahme wird der Träger der Grundsicherung den Erfolg der Maßnahme überwachen und den Kunden aktiv bei der Stellenrecherche unterstützen.
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6.3.4 Wirkungs- und Wirtschaftlichkeitsanalyse der Maßnahmen
Die BA-Wirkungsanalyse TrEffeR (Treatment Effects and PRediction) untersucht die Förderwirkung von
Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik.
Damit können die Jobcenter den Erfolg der einzelnen Maßnahmen bewerten. Der Erfolg von Maßnahmen
wird über den Anteil des Verbleibens in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung (svB) gemessen.
Dieser besagt, wie viele Teilnehmer einer Maßnahme sechs Monate nach dem Austritt aus der Maßnahme sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren und bildet die sog. „Brutto-Wirkung“ einer Maßnahme
ab. Die sog. „Netto-Wirkung“ ergibt sich, wenn zusätzlich berücksichtigt wird, wie viele Teilnehmer auch
ohne die Maßnahme eine svB aufgenommen hätten.
Um den Anteil der Teilnehmer zu berechnen, die ohne Förderung in svB gegangen wären, werden „statistische Zwillinge“ herangezogen, die an keiner Maßnahme teilgenommen haben, aber in ihren wesentlichen Eigenschaften mit den Teilnehmern vergleichbar sind. Die Informationen über den Verbleib der „statistischen Zwillinge“ werden recherchiert und – den Maßnahmengruppen entsprechend – zu Vergleichsgruppen zusammengefasst.
Als Förderwirkung einer Maßnahme wird hier die Differenz zwischen dem „Verbleibsanteil in svB 180
Tage nach einer Maßnahme für die Maßnahmeteilnehmer (Bruttowirkung) und der entsprechenden Vergleichsgruppe bezeichnet. Die Förderwirkung stellt somit den Nettoeffekt dar, der infolge der Maßnahmeteilnahme erzielt wurde.
Bei der aktuell zentral zur Verfügung stehenden TrEffeR- Auswertung der Maßnahmen des JobCenter
Herne für den Zeitraum Juli 2012 – Juni 2013 zeigen, wie auch schon in den Vorjahren, Eingliederungszuschüsse die höchste Förderwirkung. Auch Maßnahmen bei einem Arbeitgeber weisen in diesem Zeitraum eine erhöhte Förderwirkung auf.
Nach Begutachtung der unterschiedlichen Erfolge soll zukünftig bei dem Einsatz kostenintensiver Instrumente noch gezielter und spezifischer auf den daraus zu erwartenden Integrationserfolg abgestellt werden. Insbesondere niederschwellige Maßnahmen für den Personenkreis mit multiplen Vermittlungshemmnissen sind für die Zukunft intensiv zu beobachten und die Integrationswirkung durch passgenaue
Auswahl der Instrumente zu steigern.
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Schlusswort
Das AIP 2015 stellt für das JobCenter Herne die strategische Ausrichtung dar. Das Hauptziel, Menschen
in Arbeit zu bringen und den Leistungsbezug zu beenden, ist eine sozial- und gesellschaftspolitisch
hochwichtige Aufgabe, deren Bedeutung sich alle Marktakteure und die Träger der Grundsicherung bewusst sind. Die Menschen im Bezug der Grundsicherung benötigen und verdienen hierbei die optimale
Unterstützung und Achtung. Dafür sind professionelle und kreative Strategien notwendig und deshalb in
dieses Arbeitsmarktprogramm eingearbeitet worden.
Es ist deshalb sehr wichtig, dass das AIP 2015 „gelebt“ wird. Alle Fach-und Führungskräfte sind hierbei
gefordert und von großer Wichtigkeit. Dem AIP kommt somit eine hohe Bedeutung bei. Dies wird durch
die Geschäftsführung des JobCenter Herne nachhaltig angegangen.
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