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eingesehen - Qualitäten der Nachhaltigkeitskommunikation

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Tagung vom 29.01. - 31.01.2015
SRH Hochschule der populären Künste
PROGRAMM
Grußwort
Verehrte Kolleginnen und Kollegen, Studierende, Interessierte,
ich heiße Sie herzlich zur Konferenz „Qualitäten der Nachhaltigkeitskommunikation“ an der SRH Hochschule der populären Künste willkommen. Zum
dritten Mal findet eine wissenschaftliche Tagung an unserer immer noch jungen
Hochschule statt – das freut mich und zeigt, dass die Gründung der Hochschule
nachhaltig zu sein verspricht.
Die Sorge um die Mitwelt mit Blick auf die Nachwelt gehört zu den Tugenden,
die unserer Zeit nicht nur gut zu Gesicht stehen, sondern die auch überlebensnotwendig sind. Die vielen, oft komplexen, Aspekte eines verantwortungsvollen
Umgangs mit dem Gegebenen handlungsleitend zu kommunizieren ist nicht
leicht. Verständnis und Verständigung im Nachhaltigkeitskommunikationsbereich zählen zu den zentralen Herausforderungen heutiger Wissenschaft und
Politik, von Menschen und Organisationen. Über diese Problemfelder nachzudenken und zu forschen ist eine wichtige Aufgabe.
Ich wünsche Ihnen anregende Tage und freue mich auf ein gutes Gelingen, ertragreiche Gespräche und stimulierende Begegnungen.
Prof. Dr. Ulrich Wünsch
Rektor der SRH Hochschule der populären Künste
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Qualitäten der Nachhaltigkeitskommunikation
„Die Staaten sollten zusammenarbeiten, um den Ausbau der eigenen Kapazitäten
für eine nachhaltige Entwicklung zu stärken, indem sie das wissenschaftliche
Verständnis durch den Austausch wissenschaftlicher und technologischer
Kenntnisse vertiefen und die Entwicklung, Anpassung, Verbreitung und
Weitergabe von Technologien fördern.“ (Rio-Erklärung über Umwelt und
Entwicklung vom 14. Juni 1992) Liest man diesen Satz genau, steckt darin auch
die Forderung nach kommunikativen Maßnahmen im Sinne der Nachhaltigkeit.
Die Vereinten Nationen haben die Jahre 2005 bis 2014 folglich zur Weltdekade
„Bildung für nachhaltige Entwicklung“ mit dem Ziel erklärt, das Leitbild der
nachhaltigen Entwicklung in allen Bereichen der Bildung zu verankern.
Was ist der Stand nach diesen zehn Jahren? Was wissen wir heute besser
über die Vermittlung dieses schwierigen und sperrigen Themas? Das ist die
Ausgangslage, die dem Call for Papers zugrunde liegt.
Der Begriff Qualität umfasst in seiner Bedeutung sowohl eine Beschreibung
von Merkmalen als auch einen Bewertungsmaßstab für die Beschaffenheit eines
Phänomens. Beide Interpretationen sollen in der Tagung ausgelotet werden: Wie
stellen sich die besonderen Merkmale der Nachhaltigkeitskommunikation heute
dar? Wie sind diese in Hinblick auf ihre kommunikativen Ziele zu bewerten?
Lassen sich Qualitätsmaßstäbe setzen? Gibt es Standards für gute Nachhaltigkeitskommunikation?
Qualität im Sinne der Merkmalsbeschreibung betrifft die Wahl der Medien
und Kanäle: Welche grafischen Elemente, welche audiovisuellen Produkte,
welche Texte und welche multimedialen Ausdrucksweisen können mit welchen
nachweisbaren Effekten in den Dienst der Nachhaltigkeitskommunikation
gestellt werden?
Zu den Kommunikatoren der Nachhaltigkeit gehören staatliche Organisationen und durch staatliche Gelder geförderte Organisationen. Wie stellen
sie sich und ihr Anliegen dar? Welche besonderen Anforderungen müssen sie
erfüllen? Wie unterscheidet sich ihr Anliegen von dem anderer Kommunikatoren?
Eine weitere Stakeholder-Gruppe ist die Unternehmerschaft in seiner ganzen
Breite. Die großen DAX-Unternehmen publizieren neben den obligatorischen
Geschäftsberichten mittlerweile standardmäßig auch Nachhaltigkeitsberichte.
Auch KMUs stellen sich den Anforderungen, denn sie gehören zu den Innovatoren
einer Wirtschaft, die sich mitten im Umbau in Richtung zu erneuerbaren Energien
und Ressourcenschonung befindet. Was sind ihre Anliegen und Ansprüche?
Ein Begriff, der in diesem Zusammenhang immer wieder auftaucht, ist die
unternehmerische Verantwortung (Corporate Social Responsibility). Hier ist nach
deren Funktion im Rahmen der kommunikativen Maßnahmen zu fragen.
Die Bereiche der Unternehmenskommunikation betreffen nicht zuletzt die
Kontakte zu den Kunden. Diese werden erreicht durch die Maßnahmen des
Marketings im Allgemeinen und die der Werbung im engeren Sinn. Hier eröffnen
sich Fragen nach der Kundenwahrnehmung. Das Spannungsfeld zwischen
authentischer Botschaft und Greenwashing ist auszuloten und Kriterien der
Glaubwürdigkeit zu entwickeln: Wie kommen die Botschaften an?
Wie werden sie bewertet? Welche Wirkungen auf das Unternehmensimage aber
auch auf Umsatzzahlen lassen sich nachweisen?
Eine weitere Gruppe, die zentral an der Debatte um Nachhaltigkeit beteiligt
ist, lässt sich als nicht-staatliche Organisationen (NGOs) kennzeichnen.
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Qualitäten der Nachhaltigkeitskommunikation
Sie zeichnen sich durch ein hohes Maß an Engagement aus, um Botschaften zu
gestalten, die Handlungsänderungen zum Ziel haben. Diese Aktivitäten lassen
sich als persuasive Kommunikation betrachten, die wiederum Fragen zwischen
Authentizität, Glaubwürdigkeit und Wirkung eröffnen.
Schließlich stellen sich Fragen in Bezug auf die Wirkung: Stellt LOHAS eine
wirtschaftlich relevante Zielgruppe dar? Wie werden die Anstrengungen der
Nachhaltigkeitskommunikation wahrgenommen? Welche Veränderungen in
Einstellung und Verhalten sind nachweisbar?
Die Tagung soll die Möglichkeit bieten, theoretische, empirische, konzeptionelle oder praktische Arbeiten vorzustellen und mit den anwesenden Kolleginnen
und Kollegen zu diskutieren, um den Stand der Forschung zu erkennen und um
Ideen weiterzuentwickeln.
Clemens Schwender
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Keynote
Andreas Jung, MdB
(seit 2005 Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises Konstanz.
Er ist Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie sowie
Vorsitzender des Parlamentarischen Beirates für nachhaltige
Entwicklung. Für die CDU/CSU Fraktion ist er zudem Beauftragter
für Klimaschutz)
Nachhaltig(keit) kommunizieren! – Praxiserfahrungen aus dem
Nachhaltigkeitsbeirat des Bundestages
Langfristiges Denken statt kurzfristiger Effekte: Darum geht es im Parlamentarischen Beirat für Nachhaltige Entwicklung (PBnE). Das Bundestagsgremium
setzt sich ähnlich wie die Parlamentsausschüsse mit Abgeordneten aus allen
Fraktionen zusammen. Ihre gemeinsame Überzeugung: Gesetze dürfen nicht auf
Kosten zukünftiger Generationen erlassen werden.
Als langjähriger Vorsitzender versteht Andreas Jung diese Arbeit als Querschnittsaufgabe: Nachhaltigkeit muss in der ganzen Breite gesehen werden,
mit der ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimension. Anhand der
Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung prüft der PBNE alle relevanten
Gesetzesvorlagen und schlägt bei Missständen Alarm. Neben dieser Wachhund-Funktion erarbeitet der Beirat fraktionsübergreifende Lösungsvorschläge,
beispielsweise für nachhaltige Beschaffung.
In seiner Rede beschreibt Jung an Praxisbeispielen die parlamentarischen
und kommunikativen Herausforderungen im Nachhaltigkeitsbereich. Er ist überzeugt: Eine nachhaltige Entwicklung wird nur erreicht, wenn alle Menschen
ihren Beitrag dazu leisten. Bei der Nachhaltigkeitskommunikation plädiert er
für alltagsnahe Konkretisierungen für wichtige Handlungsfelder (z.B. Ernährung,
Mobilität oder Klimaschutz).
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Fr. 10:00 - 10:30
Ästhetik
Karina Henschel
(Universität der Künste, Berlin)
Ästhetische Verantwortung in der öffentlichen Kommunikation
Nachhaltiges Handeln ist eine der großen Verantwortungen für alle Parteien der
zeitgenössischen Gesellschaft. Das Konzept der Nachhaltigkeit erstreckt sich
über die drei Bereiche Ökonomie, Ökologie und Soziale Handlung und adressiert
hierbei auch alle Partizipanten am wirtschaftlichen Handeln. Hier möchte ich
ansetzen und die drei genannten Verantwortungen durch eine weitere ergänzen,
die eventuell auch das Potenzial in sich trägt, alle ineinander zu vereinen: es
geht mir um die ästhetische Verantwortung.
Mein Verständnis von Ästhetischer Verantwortung basiert auf den wissenschaftlich gängigen Formulierungen von Verantwortung auf Seiten der
Unternehmen, die konsensual (?) darin besteht, sich durch ihre Präsenz in Form
von Werbung verschönernd und inspirierend in die Welt einzubringen. An dieser
Stelle möchte ich einige relevante Fragen aufwerfen: inwiefern prägen Unternehmen das öffentliche Stadtbild durch großformatige Werbung und welche
Verantwortung entsteht dadurch? Welchen Einfluss nehmen Unternehmen
durch ihr Handeln auf die Umwelt und inwiefern schaden sie eventuell den
ökologischen Lebensräumen dieser Welt? Welchen „ökologischen Fußabdruck“
hinterlassen Werbekampagnen und ist dieser zu rechtfertigen durch die enthaltene Botschaft?
Kontakt: k.henschel@udk-berlin.de
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Ästhetik
Fr. 10:30 - 11:00
Susanne Klaar
(Klaar-Design, Hamburg)
Kollektive Identität jenseits der Corporate Social Responsibility
Die Gesellschaft erlebt große Verschiebungen in den Strukturen durch Auswirkungen der Globalisierung. Die vielfältigen und multikulturellen gesellschaftlichen
Realitäten fordern neue Herausforderungen für alle Beteiligten (Sender und
Empfänger) der Nachhaltigkeitskommunikation. „Die Kommunikation von
Nachhaltigkeit“ wächst proportional mit der Entwicklung von hybriden Kontexten
und fordert ein neues Engagement mit innovativen Qualitätsmaßstäben.
Das starke Interesse und die Bewusstseins- sowie einsetzende Verhaltensänderungen der Gesellschaft an dem Thema der Verantwortung – in den
verschiedensten Bereichen – hat die visuelle Kultur, Informationsvermittlung
und damit die visuelle Identität von Nachhaltigkeit beeinflusst. Die Vielfalt der
nachhaltigen Entwicklungen in Europa und weltweit sind Zeugnisse für den
expandierenden Horizont und die Tiefe der modernen Design-Disziplinen rund um
das Thema der Nachhaltigkeitskommunikation. Parteien, Länder, Staaten, NGOs,
Konfessionsvertreter und Unternehmen äußern zunehmend den Bedarf an und
das Interesse an neuen Ansätzen und Methoden zur Analyse und Bewältigung
der Probleme, mit denen sie konfrontiert sind. In diesem Zusammenhang gibt
es einen wachsenden Bedarf für Einzelpersonen und Organisationen sowie die
Möglichkeit, ein breites Spektrum an gesellschaftlichen Fragen auf kreative Weise
anzugehen. Neue Fragen an die Verankerung des Leitbildes von nachhaltiger
Entwicklung und zum Nachdenken anregende Perspektiven zu entwickeln stehen
im Vordergrund. Die Entwicklung neuer Arbeitsweisen und viel Phantasie sowie
Kreativität als Instrument für den fortschreitenden Dialog treiben den Start des
Weltaktionsprogramms 2015 an.
Kontakt: susanne@klaar-design.com
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Fr. 11:00 - 11:30
Ästhetik
Dr. Jutta Franzen
(Kolleg für Management und Gestaltung nachhaltiger Entwicklung, Berlin)
Storytelling als Chance für die Nachhaltigkeitskommunikation
Welche Möglichkeiten bietet Transmedia Storytelling für die Nachhaltigkeitskommunikation? Das Erzählen von Geschichten über mehrere Medien hinweg, die in
einer gemeinsamen Geschichtenwelt zusammen finden, entspricht der Vielfalt
alltäglicher Erfahrung und den Möglichkeiten der heutigen Medienlandschaft
und -nutzung. Transmedia Storytelling lässt Nachhaltigkeit in seiner Vielschichtigkeit kommunizieren, um ein aktives Publikum zu erreichen, das offen ist für
Partizipation und Engagement.
Kontakt: jfranzen@kmgne.de
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Theorie
Fr. 13:00 - 13:30
Prof. Dr. Jürgen Schulz & Robert Müller
(Universität der Künste, Berlin)
Als-ob – Nachhaltigkeitskommunikation als produktive Fiktion
Problem und Fragestellung:
In den sozial- oder wirtschaftswissenschaftlich motivierten Untersuchungen zum
Thema Nachhaltigkeit sind vor allem zwei Perspektiven auffällig:
1. Nachhaltigkeit als Präskription und normativer Anspruch für das Management
in Wirtschaft und Politik
2. Die Differenz zwischen faktischer Realität und normativem Anspruch, wenn
z.B. hinter dem Anspruch der Nachhaltigkeit Greenwashing ruchbar wird.
Hinsichtlich beider Perspektiven stößt man unweigerlich auf Luhmanns Diktum
über das Paradox aufrichtiger Kommunikation: „Aufrichtigkeit ist inkommunikabel, weil sie durch Kommunikation unaufrichtig wird. [...] Man braucht nicht
zu meinen, was man sagt“ (Luhmann 1984: 207). Untersuchungen, die das Ziel
haben, die Differenz von Präskription und Deskription bzw. normativen Anspruch
und faktischer Realität zu erheben, bestärken uns vielleicht in unserem Argwohn
gegenüber der Nachhaltigkeitskommunikation, lösen aber das Problem nicht.
Ziel des Beitrags ist es, Nachhaltigkeit als produktive Fiktion (Als-ob) zu
konfigurieren. Dabei wird insbesondere eingegangen auf die Fiktionen der
Unternehmens- und Konsumentenverantwortung als kontrafaktische und gleichzeitig produktive Fiktion. Ein lebensweltliches Beispiel dafür ist aktuell wieder
einmal das „ungläubige Glauben an den Weihnachtsmann“ (Drügh 2011: 18).
Man glaubt nicht daran und dennoch tut man mit. Die Präsentation der
Waren überzeugt im Grunde genommen niemanden [...]. Und dennoch,
ohne an das Produkt zu »glauben«, glaubt man an die Werbung, die einen
glauben läßt. Darin besteht die ganze Geschichte vom Weihnachtsmann.
(Baudrillard 1991: 205f.)
Kontakt: jwschulz@udk-berlin.de
robert.mueller@mac.com
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Fr. 13:30 - 14:00
Theorie
Prof. Dr. Agnes Schipanski
(Hochschule der populären Künste, Berlin)
Nachhaltigkeit im politischen Diskurs - 2005/2014
Die Menschheit ist an einem Wendepunkt. Angesichts der dramatischen
Zunahme der Weltbevölkerung, der voranschreitenden Ausbeutung der
begrenzten Ressourcen und der zunehmenden Mobilität scheint ein „Weiter so
wie bisher“ nicht mehr möglich.
Die Nachhaltigkeit als herausfordernde Aufgabe – gerade für die Politik
als gesetzgebende und ordnende Kraft – rückt immer mehr in den politischen
Diskurs. Dabei spielt die Nachhaltigkeit im Sinne der Natur- und Umwelterhaltung für die nachfolgenden Generationen ebenso eine entscheidende Rolle
(ökologische Nachhaltigkeit) wie die Herausforderung einer Wirtschaftsweise,
die ressourcenschonend eine tragfähige Grundlage für Erwerb und Wohlstand
bietet (ökonomische Nachhaltigkeit). Auch muss es allen Mitgliedern der
Gemeinschaft möglich sein, an der gesellschaftlichen Entwicklung mitzuwirken
(soziale Nachhaltigkeit).
Wie kommunizieren unsere Volksvertreterinnen und Volksvertreter über
Nachhaltigkeit und ihre Dimensionen in den Jahren 2005, also zu Beginn der
Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ und 2014 am Ende der Dekade
im Rahmen ihrer im Bundestag geführten Debatten? Welche Kontexte werden
hervorgehoben? Welche Dimensionen der Nachhaltigkeit werden in den Jahren
2005 und 2014 betrachtet und priorisiert? Tragen diese zu dem Ziel, das Leitbild
der nachhaltigen Entwicklung in allen Bereichen der Bildung zu verankern, bei?
Es wurden alle Bundestagsreden der Jahre 2005 und 2014 zu den Begriffen
„Nachhaltigkeit“ und „nachhaltige Entwicklung“ und ihre thematische Einbettung
untersucht und im Rahmen einer quantitativen Inhaltsanalyse ausgewertet.
Kontakt: agnes.schipanski@gmx.de
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Theorie
Fr. 14:00 - 14:30
Prof. Dr. Clemens Schwender
(Hochschule der populären Künste, Berlin)
Qualitäten der Nachhaltigkeitskommunikation – Eine Checkliste
Ein besonderes Dilemma bei der Bewertung von Nachhaltigkeitskommunikation
ist das Fehlen von Standards. Diese können jedoch nicht generell vorgegeben
werden, sondern müssen für jeden Fall entwickelt werden. Die Standards
hängen zentral von der Intention ab. Damit kann ein allgemein anzuwendender
Maßstab nicht helfen. Es wurden also Dimensionen entwickelt, die in vielen
Feldern anzuwenden sind. Es beginnt mit einem semantischen Differenzial,
das als Grundlage für die Zielerreichung dienen kann. Anmutung und emotionale Wirkung muss als erstes erfasst werden, damit diese Daten nicht durch
vorangehende beeinflusst werden. Das Differenzial wurde auf Grundlage von
Befragungen zu Image im Marketing gestaltet ergänzt durch eine Reihe von
Begriffen, die sich auf AV-Beiträge beziehen. Zusammen mit der Einordnung in
die Nachhaltigkeitsdimensionen lässt sich die Übereinstimmung von Wirkung
und Intentionen betrachten. Dieser Schritt wird ergänzt durch Erfassen der Ziele
und Zielgruppen des Beitrages.
Die Checkliste kann verwendet werden zur Konzeptionierung von Beiträgen,
für eine selbstkritische Analyse und zur Bewertung von fremd hergestellten
Beiträgen. Auch zur Verwendung von kriteriengestützten Begutachtungen von
Wettbewerbsbeiträgen ist das Instrument nutzbar.
Kontakt: c.schwender@hdpk.de
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Fr. 14:30 - 15:00
Theorie
Prof. Dr. Matthias Welker
(Hochschule der populären Künste, Berlin)
Die Problemstellung der Nachhaltigkeit in den Corporate
Communications
Unternehmen verstehen sich primär als Bestandteile des Wirtschaftssystems.
Der Leistungsaustausch mit der Gesellschaft orientiert sich an Formalzielen
innerhalb der Systemgrenzen.
Kommunikation mit der gesellschaftlichen Umwelt erzeugt Strukturen die
nur mit einer mehrwertigen Logik erfasst werden können.
Bisher hat sich zwar ein Wandel in den CI-Konzepten der Unternehmen
vollzogen, indem die Trennung zwischen dem Außen (Corporate Design) und
Innen (Corporate Culture) über Corporate Communications überwunden werden
soll. Dieser Wandel beschränkt sich aber überwiegend auf eine Kommunikation
mit Shareholdern und Stakeholdern der Unternehmung.
So wird auch das Thema Nachhaltigkeit primär an transparency und corporate
governance gebunden, sekundär an Änderungen in den Leistungsprozessen die
über PR nach außen respektive innen kommuniziert werden und im optimalen
Fall gleichzeitig die Kosten des Unternehmens reduzieren und dessen Sozialkosten durch negative Externalitäten.
Nachhaltigkeitskommunikation verbessern über diese Schwelle hinaus
verlangt den Einstieg der Unternehmen in den institutionellen Wandel der
Gesellschaft.
Neue Institutionen verbinden systemische Anforderungen mit kommunikativem Handeln. Anforderungen an die Nachhaltigkeitskommunikation aus der
Sicht der Institution Management ist das Grundthema des Vortrags.
Kontakt: m.welker@hdpk.de
14
Unternehmen
Fr. 15:30 - 16:00
Prof. Dr. Martin Kreeb
(Hochschule Fresenius München)
Reputation und Glaubwürdigkeit in der CSR-Kommunikation am
Beispiel der MAN SE
Im Bereich der CSR-Nachhaltigkeitskommunikation sind die Konstrukte der
Reputation und Glaubwürdigkeit zentrale Qualitäts- und Erfolgsfaktoren
(Wagner et al. 2014). In den letzten Jahren weisen zahlreiche Studien auf den
Zusammenhang der Konstrukte Reputation und Glaubwürdigkeit als zentrale
Qualitäts- und Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche Nachhaltigkeitsmarken hin
(Meyer 2014). Gerade das Vertrauensgut Nachhaltigkeit als Kommunikationsaufgabe im Kontext des Nachhaltigkeitsmarketings muss neben Informations- und
Anreizbarrieren insbesondere Vertrauensbarrieren (Dienel 2002) überwinden.
Wertvolle Marken sind hierbei gefordert, eine hochwertige Nachhaltigkeitskommunikation im Marketingmix aufzubauen (Kreeb et al. 2009). Auf der Basis
der theoretischen Arbeiten von Yin (2013) wurde vom Autor eine explorative
Fallstudie bei der MAN SE (2014) durchgeführt. Getestet wurde das innovative
Instrument des Challenge Statements. Aufgrund des dort dargestellten Experiments, konnten die bisherigen Erfahrungen im Reputationsmanagements im
Kontext der Nachhaltigkeitskommunikation bestätigt werden.
Kontakt: kreeb@hs-fresenius.de
15
Fr. 16:00 - 16:30
Unternehmen
Dr. Dina Barbian & Ronald Orth
(Uni Erlangen-Nürnberg & Fraunhofer-Institut IPK, Berlin)
Nachhaltigkeitskommunikation in kleinen und mittleren
Unternehmen (KMU)
Ein wesentliches Instrument zur Umsetzung einer Nachhaltigkeitskommunikation
in KMU ist die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Seit etwa 2010 ist ein Anstieg
von unternehmerischen Berichten zu Themen wie Nachhaltigkeit und CSR zu
verzeichnen. Hier bieten sich unterschiedliche Umsetzungsmöglichkeiten:
Speziell für den deutschsprachigen Raum ist die VDI-Richtlinie 4070 „Nachhaltiges Wirtschaften in kleinen und mittleren Unternehmen“ eine geeignete
Grundlage. Die dort beschriebene Methode zum Nachhaltigen Wirtschaften
besteht aus zwei Hauptelementen, deren Anwendung dazu beitragen soll, die
festgelegten Nachhaltigkeitsziele des Unternehmens zu erreichen.
Die Arbeiten der Global Reporting Initiative zählen zu den weltweit führenden
Rahmenrichtlinien für eine Nachhaltigkeitsberichterstattung. Diese bieten einen
Umsetzungsleitfaden für die Vorbereitung von Nachhaltigkeitsberichten.
Durch die Umsetzung einer transparenten Nachhaltigkeitskommunikation bieten
sich diverse Nutzeffekte, u.a. eine kontinuierliche Verbesserung von Produktionsprozessen.
Vor diesem Hintergrund entwickeln gegenwärtig rund 50 Wissenschaftler/
innen im Sonderforschungsbereich 1026 (Sustainable Manufacturing - Globale
Wertschöpfung nachhaltig gestalten) nachhaltige Produktionstechnologien,
-strategien und -konzepte. Am Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und
Konstruktionstechnik IPK in Berlin wurde dazu ein „integriertes Modell“ entwickelt
und im mittelständischen Umfeld erprobt. Dabei besteht ein zentrales Ziel der
neuen Methode darin, sowohl die interne Steuerung (Nachhaltigkeitsmanagement)
als auch die externe Kommunikation (Nachhaltigkeitsberichterstattung) gleichermaßen zu unterstützen.
Kontakt: dina.barbian@fau.de
ronald.orth@ipk.fraunhofer.de
16
Unternehmen
Fr. 16:30 - 17:00
Dr. Stefan Nertinger
(Martin-Luther-Uni, Halle-Wittenberg)
Carbon Communications von Biomasse-Heizkraftwerken am
Beispiel der Prolignis Energie Consulting
Folgender Beitrag zeigt die Vorgehensweise der Berichterstattung von Carbon
Footprints am Beispiel eines Betreibers von Biomasse-Heizkraftwerken (Bio-HKW)
auf. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Auswahl einer bedarfsgerechten Methodik zur Berechnung – entsprechend der indirekten Betroffenheit,
also der Nachhaltigkeitsanforderungen der Branche, des Unternehmens und
des gesellschaftlichen Umfelds unter Berücksichtigung der vorhandenen
Ressourcen – und der darauf basierenden Kommunikation der Ergebnisse gelegt.
Es werden folgenden Fragen eruiert:
• Welche Inhalte und welche methodischen Anforderungen ergeben sich für
die Berichterstattung von Carbon Footprints (Carbon Communications)?
• Auf welche Art und Weise kann eine bedarfsgerechte robuste Methodik zur
Berechnung und zur Kommunikation von Carbon Footprints gefunden
werden?
• Wie lässt sich die Problematik der Berichterstattung von Carbon Footprints
theoretisch fundieren?
Im Ergebnis wird anhand des Fallbeispiels deutlich, wie Nachhaltigkeitskommunikation am Beispiel der Berichterstattung des Carbon Footprints strukturiert
und unternehmensindividuell implementiert werden kann. Ein wichtiger Enabler
ist hierbei die Verdeutlichung von Business Cases der Nachhaltigkeitskommunikation.
Kontakt: stefan.nertinger@wiwi.uni-halle.de
17
Fr. 17:00 - 17:30
Unternehmen
Dr. Peter R. Holm
(Hochschule Fresenius Hamburg)
„Integrated Reporting“ - Stand und Ausblick der externen
Unternehmensberichterstattung
Die Anforderungen an die Berichterstattung von Unternehmen nehmen in den
letzten Jahren kontinuierlich zu. Gründe dafür sind zum einen wachsende,
sich international verändernde regulatorische Anforderungen an die Finanzberichterstattung, zum anderen ein zunehmendes Interesse verschiedener
Stakeholdergruppen an nicht- finanziellen Informationen, wie Sozial- und
Umweltaspekte. Viele Experten und Beobachter sehen die Zukunft der Berichterstattung und der Kommunikation im „Integrated Reporting“. Darunter wird die
konsequente Verknüpfung von Finanzdaten und nicht-finanziellen Informationen
über das Unternehmen verstanden. Das 2010 gegründete globale Gremium
„International Integrated Reporting Council“ (IIRC) hat sich folgerichtig zum
Ziel gesetzt, ein weltweit einheitliches Rahmenwerk zu einem „Integrated
Reporting“ zu entwickeln.
Der Vortrag zum Thema „Integrated Reporting“ fasst einerseits den
aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung zusammen und will andererseits praxisorientierte Umsetzungsmöglichkeiten vorstellen.
Kontakt: peter.holm@hs-fresenius.de
18
Psychologie
Sa, 09:00 - 09:30
Laura Loy
(Uni Hohenheim, Stuttgart)
Die Wirkung medial vermittelter Distanz in der Nachhaltigkeitskommunikation
Die mediale Kommunikation von Herausforderungen für eine nachhaltige
Entwicklung (z. B. Klimawandel und Ressourcenverbrauch) sollen Wissen
vermitteln und zu Engagement (z. B. politischer Beteiligung und Verhaltensänderung) motivieren. Jedoch gibt es Unterschiede, inwiefern Personen auf
Mediendarstellungen reagieren, und das Verständnis dieser Reaktionen ist
wesentlich für eine effektive Wissensvermittlung und Motivation. Der Vortrag
stellt eine theoretische Herangehensweise sowie eine Pilotstudie dazu vor.
Zunächst wird davon ausgegangen, dass die Reaktion auf Mediendarstellungen von der subjektiven persönlichen Relevanz der Inhalte abhängt. Was
aber bestimmt die Relevanzbeurteilung? Ein Ansatzpunkt zur Beantwortung
dieser Frage scheint die vermittelte psychologische Distanz zu sein (Trope &
Liberman, 2010). Medieninhalte können beispielsweise entweder heutige oder
zukünftige Auswirkungen des Klimawandels (zeitliche Distanz) an nahen oder
weit entfernten Orten (räumliche Distanz) berichten, die entweder die angesprochenen Rezipienten oder andere betreffen (soziale Distanz) und als unumstritten
oder kontrovers diskutiert dargestellt werden (hypothetische Distanz). Korrelative Forschung zeigt, dass globale Umweltrisiken im Mittel als psychologisch
entfernt wahrgenommen werden und der Grad wahrgenommener Distanz mit
diesbezüglichem Engagement zusammenhängt. Heterogenere Befunde liefert
allerdings die experimentelle Forschung: eine medial kommunizierte psychologische Nähe führt nicht notwendigerweise zu mehr Wissen und Engagement.
Für manche Personen oder in bestimmten Kontexten scheinen entfernte Inhalte
gleichermaßen oder sogar stärker Wissen und Engagement zu motivieren. Die
im Vortrag vorgestellte Arbeit untersucht Faktoren, die für unterschiedliche
Wirkungen psychologischer Distanz verantwortlich sein könnten. Dabei werden
Charakteristiken der Rezipienten und Eigenschaften der Rezeptionssituation
betrachtet.
Kontakt: laura.loy@uni-hohenheim.de
19
Sa, 09:30 - 10:00
Psychologie
Dr. Siegmar Otto
(Otto von Guericke Uni, Magdeburg)
Evaluation der Wirkung und Wirkmechanismen von Bildung
für Nachhaltige Entwicklung
Seit nunmehr zehn Jahren existiert die Dekade der Bildung für Nachhaltige
Entwicklung (BNE) mit dem Ziel, Menschen zu einem nachhaltigeren Lebensstil
zu motivieren. Aber was bewirkt BNE bzw. wie misst man den Nutzen von BNE?
Die zentrale Komponente der BNE ist die Vermittlung von Wissen über ökologische und gesellschaftliche Auswirkungen von individuellem Handeln, wie
z.B. das Wissen über die entsprechenden Vor- und Nachteile verschiedener
Verkehrsmittel oder von Kaufentscheidungen. Aber auch die Förderung ökologischeren Verhaltens durch Handlungswissen, also zum Beispiel Wissen darüber,
wo man ökologische Produkte kaufen kann, ist konkretes Ziel der BNE. Ob das
vermittelte Wissen aber zwingend und langfristig zu einem nachhaltigeren
Lebensstil führt, bleibt größtenteils offen. Schon allein wegen der gesellschaftlichen Ressourcen, die in BNE mit dem Ziel einer Nachhaltigen Entwicklung
investiert werden, erscheint es sinnvoll, den Erfolg von BNE zuverlässig zu
evaluieren. Da das übergeordnete Ziel von BNE die Förderung nachhaltiger
Lebensstile ist, muss untersucht werden, ob sich nachhaltige Lebensstile
durch BNE fördern lassen. Bevor dies geschehen kann, stellen sich allerdings
die Fragen, (1) ob und wie man einen individuellen nachhaltigen Lebensstil
messen kann und (2) ob relevantes Wissen überhaupt mit veränderten
Lebensstilen in Zusammenhang steht. Weiterhin ist interessant, (3) ob sich
die in der Nachhaltigkeitsdebatte etablierte Unterscheidung in ökologische,
soziale und ökonomische Dimension auch auf individueller Ebene im Lebensstil
zeigt und ob diese Dimensionen eher integriert adressiert werden müssen oder
auch eine getrennte Ansprache sinnvoll ist.
Diese Fragen werde ich im Vortrag beantworten.
Kontakt: siegmar.otto@ovgu.de
20
Psychologie
Sa, 10:00 - 10:30
Julia E. Fink
(Westfälische Wilhelms-Universität Münster)
Glaubwürdigkeit – Qualitätskriterium von Nachhaltigkeitskommunikation?
Das Engagement von Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit gilt nicht erst
seit der Rio+20 Konferenz unter dem Leitbild „Green Economy“ als Baustein
einer nachhaltigen Entwicklung. Die kommunikative Darstellung der jeweiligen
Aktivitäten gegenüber Öffentlichkeit und Verbrauchern befindet sich in einem
besonderen Spannungsfeld aus Erwartungen und Skepsis, da diese Form der
Nachhaltigkeitskommunikation zumeist kritisch betrachtet wird.
Die Größe Glaubwürdigkeit bestätigt sich in der Literatur als ein relevantes
Qualitätskriterium von Nachhaltigkeitskommunikation. Potenzial für eine glaubwürdige Nachhaltigkeitskommunikation wird vielfach im Dialog gesehen und
durch Konzepte wie das symmetrische Konzept der PR bzw. das Konzept der
verständigungsorientierten Öffentlichkeitsarbeit konkretisiert. Im Social Web
findet sich eine Plattform für diese symmetrischeren Kommunikationsformen.
Daher nimmt sich dieser Beitrag einer bislang unbeantworteten Forschungsfrage an: Wie wirkt sich eine dialogische Kommunikationsform im Web 2.0 auf
die Glaubwürdigkeitsbeurteilung von unternehmerischer Nachhaltigkeitskommunikation aus?
Aus dem bisherigen Forschungsstand der Glaubwürdigkeitsforschung wurde
ein Modell der Glaubwürdigkeitszuschreibung abgeleitet, das die Grundlage
für das Untersuchungsinstrument darstellt. Darauf aufbauend wurde innerhalb
eines experimentellen Untersuchungsdesigns eine Online-Befragung durchgeführt und am Beispiel der Fischmarke Followfish untersucht, welcher Effekt von
einer dialogischen Kommunikationsform auf die Glaubwürdigkeitswahrnehmung
der Rezipienten ausgeht. Der Beitrag stellt die Ergebnisse der Untersuchung dar
und leitet Erkenntnisse für eine gelingende Nachhaltigkeitskommunikation im
Web 2.0 ab.
Kontakt: julia_e_fink@web.de
21
Sa, 11:00 - 11:30
Bildung
Stefanie Gendera
(Greeneducation4all, Hohe Börde)
Bildung für Nachhaltige Entwicklung als Methode des Wissensmanagements in der Internationalen Zusammenarbeit,
Erfahrungen aus der Praxis (Mekong Delta, Vietnam)
Vietnam ist ein Schwellenland mit Zukunft. Ein Beweis dafür ist das stabile
Wirtschaftswachstum und, daraus folgend, konstant hohes Interesse der
globalen Wirtschaft. Die günstigen Produktionsbedingungen in dem südostasiatischen Land gehen einher mit einem Preis, der in der Zukunft gezahlt
werden muss. Schwindende Ressourcen und der Verlust von Biodiversität sowie
Umweltverschmutzung und soziale Ungerechtigkeit formieren sich zu einer
unberechenbaren Bedrohung für die Stabilität des Landes.
Eine ressourcenschonendere Entwicklung hin zu einer nachhaltigkeitsmotivierten Transformation in der Vietnamesischen Gesellschaft steht gerade erst
am Anfang. Die wenigen aktiven Naturschutzgruppen gehören nur einem kleinen
Teil der Gesellschaft an. Nichtsdestotrotz ist das Momentum im Land besser
denn je. Vietnam steht innen- und außenpolitisch unter Druck. Bildung für eine
Nachhaltige Entwicklung kann ein möglicher Ausweg sein, der, breit angelegt,
Wissen und Bewusstsein in der Bevölkerung verankert. Durch die politischen
Strukturen in Vietnam ist eine flächendeckende Integration von Entscheidungen,
die auf höherer Instanz gefällt wurden, zumindest theoretisch, innerhalb
kürzester Zeit realisierbar. Dieses Momentum und die zwingende Notwendigkeit,
Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel zu erproben, lieferten die Grundlagen eines Vorhabens der Deutschen Internationalen Zusammenarbeit, worauf
die zugrundeliegenden Erfahrungen zurückgehen.
Kontakt: sgendera@greeneducation4all.com
22
Bildung
Sa, 11:30 - 12:00
Donald Gollmann
(Otto von Guericke Uni, Magdeburg)
Effekte von außerschulischen Umweltbildungseinrichtungen auf
die Umweltkompetenz am Beispiel von Grundschulkindern
Der Erhalt der natürlichen Umwelt, eines der Hauptziele der Agenda 21, wird
vom Berliner Senat mittels einer finanziellen Förderung der Umwelterziehung
und Naturerfahrung in dezentralen Umweltbildungseinrichtungen versucht,
erfolgreich umzusetzen.
Innerhalb einer Studie zu den „Effekten von außerschulischen Umweltbildungseinrichtungen auf die Umweltkompetenz am Beispiel von Grundschulkindern (4.
bis 6. Klasse) in Berlin“ gab es folgende Ergebnisse: Die Naturverbundenheit, eine
wesentliche emotionale Determinante von Umweltschutzverhalten, der Kinder
stieg schon nach einem einmaligen Besuch signifikant an, um bei mehrmaligem
Besuch weiter zuzunehmen. Ähnliches konnte für die Zunahme des umweltschützenden Verhaltens festgehalten werden. Beim Umweltwissen ließ sich
ein starker Anstieg bereits nach einem einmaligen Besuch feststellen. Was das
Alter der befragten Kinder von 8 bis 13 Jahren angeht, so war die Naturverbundenheit mit 9 Jahren am höchsten, um dann ab dem 11. Lebensjahr deutlich
abzunehmen. Unterschiede bezüglich des Geschlechts der Kinder zeigten, dass
die Naturverbundenheit und das Umweltschutzverhalten bei Mädchen deutlich
höher waren, während beim Umweltwissen und der Prosozialität der Vorsprung
der Mädchen geringer ausfiel. Auch die Grünversorgung, d.h. der Anteil an
öffentlich zugänglichen Grünflächen, der Schulumgebung zeigte eine Korrelation
hinsichtlich der Naturverbundenheit der Kinder: Sie war am schwächsten in nicht
versorgten und schwächer in unterversorgten Stadtgebieten.
Daraus ergeben sich verschiedene Implikationen für eine nachhaltige
Umweltbildung, wie z.B. eine geschlechtsbezogene und frühe Förderung der
Naturverbundenheit von Kindern, sowie eine möglichst naturnahe Gestaltung
von Wohn- bzw. Schulumgebungen.
Kontakt: donaldgollmann@web.de
23
Sa, 12:00 - 12:30
Bildung
Prof. Dr. Alfons Matheis
(Hochschule Trier, Umwelt-Campus Birkenfeld)
Wissenschaftliche Weiterbildung „CSR-Promotor (FH)“ –
Die Entwicklung von Qualitätsstandards in der betrieblichen
Nachhaltigkeits- und CSR-Kommunikation
Den Ausgangspunkt für das wissenschaftliche Weiterbildungsangebot „CSR-Promotor (FH)“ liefern die einschlägigen Passagen der im Rahmen der UN-Konferenz
„Umwelt und Entwicklung“ 1992 in Rio de Janeiro vereinbarten „Agenda 21“,
insbesondere diejenigen, die die Rolle und Funktion von Bildung und Bildungsinstitutionen thematisieren. Die 2014 mit großem Erfolg abgeschlossene UN-Dekade
„Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ kümmerte sich in vielfältiger Weise
auf internationaler wie auch auf nationaler Ebene um die Ausgestaltung und
Konkretisierung des Agenda 21-Bildungsauftrages.
Von Seiten der Wirtschaft ist der Anstoß der Agenda 21 konstruktiv aufgegriffen und bearbeitet worden. Seit der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan
2001 Wirtschaftsunternehmen weltweit zu einem „Global Compact“ eingeladen
hat, ist der Begriff „Corporate Social Responsibility (CSR)“ in aller Munde. Die
„Verantwortung von Wirtschaftsunternehmen gegenüber der Gesellschaft“ ist
auch in deutschen Wirtschaftsunternehmen inzwischen als Chance wahrgenommen worden. CSR wird verstanden als die unternehmerische, betriebliche
Umsetzung des Prinzips der nachhaltigen Entwicklung.
Von staatlicher Seite hat unter anderem das Bundesministerium für Arbeit
und Soziales (BMAS) ein Forschungs- und Förderprogramm zur Unterstützung
und Stärkung mittelständischer deutscher Unternehmen im Sinne von Nachhaltigkeit/CSR durchgeführt. In diesem Zusammenhang steht das Projekt „CaeSaR
– gesellschaftliche Verantwortung im Mittelstand“.
Neben der Initiierung und Unterstützung betrieblicher CSR-Aktivitäten lag
ein wesentliches Moment des CaeSaR-Projektes bei der Entwicklung geeigneter
Qualifizierungsangebote für betriebliche CSR-Projektakteure. In Anbetracht der
Komplexität der Aufgabe zielte man von Anfang an auf ein skalierbares Qualifizierungsangebot. Es sollten sowohl Jugendliche in der Ausbildungsphase wie
auch Unternehmensmitarbeiter unterschiedlicher Hierarchieebenen wie auch
Vertreter relevanter Stakeholder im Umfeld der Unternehmen, insbesondere der
Verbände und Gewerkschaften angesprochen werden.
Kontakt: a.matheis@umwelt-campus.de
24
Zielgruppen
Sa, 13:30 - 14:00
Prof. Dr. Anabel Ternès, Prof. Dr. Ian Towers, Nele Grallert,
Stefan Schaub (SRH, Berlin)
Was die Generation Y von Nachhaltigkeitskommunikation hält
Die Generation Y – die Alterskohorte der zwischen 1977 und 1998 Geborenen
– gilt als Generation mit grundlegend anderen Wertvorstellungen als die
Generationen davor. Während hier materialistische Werte zurückgegangen
sind, hat das Privatleben einen weit höheren Stellenwert bekommen. Arbeit
und ihre Umstände, Produkte und ihre Herstellung werden weit mehr reflektiert und kritisch hinterfragt als zuvor. Echtheit gilt oft mehr als Erfolg. Für diese
Generation bedeutet Nachhaltigkeit einen hohen Wert.
Badges an Textilien mit dem Hinweis auf die ausschließliche Verwendung
von Bio-Baumwolle, eine Biermarke, die auf der Verpackung des Sixpacks darauf
hinweist, dass ein Teil des Geldes für den Schutz von Regenwäldern verwendet
wird, ein Verlagshaus, das sich auf ihren Stellenanzeigen mit Öko-Siegeln positioniert oder ein Konzern, der jährlich einen Nachhaltigkeitsbericht herausgibt
– alles Beispiele für Nachhaltigkeitskommunikation.
Nachhaltigkeit beeinflusst nicht nur das Konsumentenverhalten der Generation
Y, sie ist auch für das Employer Branding von Unternehmen für die Generation Y
wichtig. Deshalb müssen Unternehmen verstehen, wie ihre Nachhaltigkeitskommunikation von der Generation Y wahrgenommen wird. Wie wird sie bewertet
und gibt es eine zielgruppengerechte Nachhaltigkeitskommunikation für die
Generation Y, bzw. wie sieht diese aus?
Kontakt: anabel.ternes@srh-hochschule-berlin.de
ian.towers@srh-hochschule-berlin.de
nele.grallert@web.de
stefanb.schaub@googlemail.com
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Sa, 14:00 - 14:30
Zielgruppen
Gina Buhl
(Hochschule der populären Künste, Berlin)
Qualitäten des Konsums - Was Hipster mögen und nicht mögen
In Zeiten, in denen das Bedürfnis des Einzelnen immer größer wird, aus der
Masse herauszutreten, ist es auch dem mittlerweile weit verbreiteten urbanem
Phänomen, dem „Hipster“, ein wichtiges Anliegen seine Individualität mit Hilfe
seiner Kleidung herauszustellen. Vermehrt wird dabei auf Second-Hand und
Vintage-Mode zurückgegriffen.
So werden Unternehmen wie H&M als Negativbeispiel von unfairen Arbeitsbedingungen und Schadstoffen genannt, dabei wird dies beim Klamottenkauf
an anderer Stelle wieder ausgeblendet. Zur Begründung des nicht konsequent
nachhaltigen Kaufverhaltens wird das knappe Budget angebracht, was aber
auch als Rechtfertigung zu verstehen ist, denn im Gegenzug werden Kleidungsstücke von Nike und anderen Designerlabels gekauft und getragen. Es ist also
bei Hipstern eine sehr oberflächliche Betrachtung der Nachhaltigkeit, die zwar
im Bewusstsein verankert ist, aber nach der in keiner Weise konsumiert wird.
Dies öffnet die Debatte um Nachhaltigkeit als Prestigekonsum, die nicht ausgeblendet werden darf und am Beispiel der Hipster offenkundig wird.
Kontakt: ginabuhl@web.de
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Zielgruppen
Sa, 14:30 - 15:00
Prof. Dr. Ronny Baierl (SRH Hochschule Berlin, Campus Dresden), Prof. Dr. Martin Kreeb (Hochschule Fresenius München),
Prof. Dr. Matthias Straub (SRH Hochschule Berlin, Campus
Dresden)
Crowdsourcing als Instrument einer glaubwürdigen
CSR-Kommunikation in der Hotelbranche
Der französische Hotelkonzern Accor hat in einer internationalen Umfrage
bei über 7.000 Gäste zu ihren Erwartungen hinsichtlich einer nachhaltigen
Entwicklung befragt. Deutsche Hotelgäste sehen in der Mehrheit die Hauptverantwortung für das Thema bei den Hotelgästen selbst, weltweit wird diese
mehrheitlich den jeweiligen Gesetzgebern zugeschrieben. Bei den deutschen
Befragten (ca. 70%) stellten man sogar eine höhere Kaufbereitschaft für
nachhaltige Hoteldienstleistungen fest. Die entscheidende Frage für erhöhte
Kaufbereitschaft der Hotelgäste stellt unter anderem die Qualitätskriterien der
Nachhaltigkeitskommunikation von Hotels dar. Die vorliegende Arbeit untersucht, wie mit dem Instrument des user-driven content der Hotelgäste - als
unabhängige und glaubwürdige „Third Party“ – die Qualität der CSR-Kommunikation in der Hotelbranche evaluiert werden kann.
Kontakt: ronny.baierl@srh-hochschule-berlin.de
kreeb@hs-fresenius.de
matthias.straub@srh-hochschule-berlin.de
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Sa, 15:00 - 15:30
Zielgruppen
Kilian Rüfer
(Sustainment, Wedemark)
Dialoge für die Nachhaltigkeit im Web 2.0 – Anforderungen,
Bewertung und Erfahrungen
Inhaltlich würde ich aus den Erfahrungen mit den Energiebloggern, mit meinem
blog.sustainment.de, dem corporate blog sma-sunny.de und den dazu gehörigen
Dialogen über Twitter & Co Rückschlüsse ziehen. Auch die Utopia-Studie zur
grünen Bloggosphäre würde ich betrachten wollen. Der Sinn und Unsinn unterschiedlicher Bewertungskennzahlen könnte ebenfalls angeschnitten werden
(Besucherzahlen, Verweildauer, Verlinkung, Twitter-Follower, Retweets etc.)
Kontakt: ruefer@sustainment.de
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29
Nachhaltig(keit) kommunizieren!
- Praxiserfahrungen aus dem
Nachhaltigkeitsbeirat des
Bundestages
Pause
09:15 - 09:45
09:45 - 10:00
Kollektive Identität jenseits der
Corporate Social Responsibility
Storytelling als Chance für die
Nachhaltigkeitskommunikation
Mittagessen in der Nachbarschaft
10:30 - 11:00
11:00 - 11:30
11:30 - 13:00
Als-ob Nachhaltigkeitskommunikation als
produktive Fiktion
Nachhaltigkeit im politischen
13:00 - 13:30
13:30 - 14:00
Theorie
Ästhetische Verantwortung in der
öffentlichen Kommunikation
10:00 - 10:30
Ästhetik
Begrüßung
09:00 - 09:15
Agnes Schipanski (hdpk)
Jürgen Schulz & Robert Müller (Universität
der Künste, Berlin)
Jutta Franzen (Kolleg für Management
und Gestaltung nachhaltiger Entwicklung,
Berlin)
Susanne Klaar (Klaar-Design, Hamburg)
Karina Henschel (Universität der Künste,
Berlin)
Andreas Jung (MdB, Vorsitzender des
Parlamentarischen Beirats für nachhaltige
Entwicklung)
Ulrich Wünsch (Rektor der hdpk)
FREITAG
Die Problemstellung der
Nachhaltigkeit in den Corporate
Communications
Pause
14:30 - 15:00
15:00 - 15:30
Reputation und Glaubwürdigkeit
in der CSR-Kommunikation am
Beispiel der MAN SE
Nachhaltigkeitskommunikation
in kleinen und mittleren
Unternehmen (KMU)
Carbon Communications am
Beispiel eines Betreibers von
Biomasse-Heizkraftwerken
„Integrated Reporting“ - Stand
und Ausblick der externen
Unternehmensberichterstattung
gemeinsames Abendessen
15:30 - 16:00
16:00 - 16:30
16:30 - 17:00
17:00 - 17:30
ab 19:00
Unternehmen
Qualitäten der
Nachhaltigkeitskommunikation Eine Checkliste
14:00 - 14:30
Diskurs - 2005/2014
Peter R. Holm (Hochschule Fresenius
Hamburg)
Stefan Nertinger (Martin-Luther-Uni, HalleWittenberg)
Dina Barbian & Ronald Orth (Uni ErlangenNürnberg & Fraunhofer-Institut IPK, Berlin)
Martin Kreeb (Hochschule Fresenius
München)
Matthias Welker (hdpk)
Clemens Schwender (hdpk)
Evaluation der Wirkung und
Wirkmechanismen von Bildung für
Nachhaltige Entwicklung
Glaubwürdigkeit Qualitätskriterium von
Nachhaltigkeitskommunikation im
Web 2.0
Pause
09:30 - 10:00
10:00 - 10:30
10:30 - 11:00
Bildung für Nachhaltige
Entwicklung als Methode des
Wissensmanagements in der
Internationalen Zusammenarbeit,
Erfahrungen aus der Praxis
(Mekong Delta, Vietnam)
Kollektive Identität jenseits der
Corporate Social Responsibility
Effekte von außerschulischen
Umweltbildungseinrichtungen auf
11:00 - 11:30
11:30 - 12:00
Bildung
Die Wirkung medial
vermittelter Distanz in der
Nachhaltigkeitskommunikation
09:00 - 09:30
Psychologie
Donald Gollmann (Otto von Guericke Uni,
Magdeburg)
Stefanie Gendera (Greeneducation4all,
Hohe Börde)
Julia E. Fink (Westfälische WilhelmsUniversität Münster)
Siegmar Otto (Otto von Guericke Uni,
Magdeburg)
Laura Loy (Uni Hohenheim, Stuttgart)
SAMSTAG
gemeinsames Mittagessen
12:30 - 13:30
Was die Generation Y von
Nachhaltigkeitskommunikation
hält
Qualitäten des Konsums - Was
Hipster mögen und nicht mögen
Crowdsourcing als Instrument
einer glaubwürdigen CSRKommunikation in der
Hotelbranche
Dialoge für die Nachhaltigkeit
im Web 2.0 - Anforderungen,
Bewertung und Erfahrungen
Verabschiedung
13:30 - 14:00
14:00 - 14:30
14:30 - 15:00
15:00 - 15:30
15:30
Zielgruppen
Wissenschaftliche
Weiterbildung „CSR-Promotor
(FH)“ - Die Entwicklung von
Qualitätsstandards in der
betrieblichen Nachhaltigkeits- und
CSR-Kommunikation
12:00 - 12:30
die Umweltkompetenz am Beispiel
von Grundschulkindern
Kilian Rüfer (Sustainment, Wedemark)
Ronny Baierl (SRH Hochschule Berlin,
Campus Dresden), Martin Kreeb
(Hochschule Fresenius München), Matthias
Straub (SRH Hochschule Berlin, Campus
Dresden)
Gina Buhl (hdpk)
Anabel Ternès, Ian Towers, Nele Grallert,
Stefan Schaub (SRH, Berlin)
Alfons Matheis (FH Trier, Umwelt-Campus
Birkenfeld)
Projektorganisation
SRH Hochschule der populären Künste
Medienmanagement / 1. Semester MM1410b
Gesamtleitung:
Prof. Dr. Clemens Schwender & Prof. Dr. Agnes Schipanski
Publishing (Online, Layout & Design):
Jana Kuper, Carla Ulrich, Tom Zuther, Lars Fiedler, Nikolas
Bakhtari, Paul Technau (*), Julio Cotte
Hosting:
Natalie Dias Pinto, Anna Werner (*), Lisa Zuccarino, Kornelija
Cavar, Fernanda Lopez de Melo, Leonie Sager, Julia Radu, Julia
Reischel
Catering:
Katrin Klaum, Nele Janßen, Indra Zobiak (*), Jil Pfanner, Mirell
Schildberg, Kamilla Giesberg
(*) TeamleiterIn
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