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Die Auswirkungen des Klimawandels in Österreich

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Die Auswirkungen des Klimawandels in Österreich – eine wirtschaftliche Bewertung
Die Ergebnisse des interdisziplinären Forschungsprojektes COIN (Cost of Inaction – Assessing
Costs of Climate Change for Austria) zeigt die wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels in
einigen wichtigen Bereichen in Österreich im Fall einer Eindämmung der Erderwärmung auf unter
2 °C. Dafür müssen noch erheblich größere Einsparungen an Treibhausgasen erreicht werden als
bisher vorgesehen.
Das sind die wichtigsten Ergebnisse:
• Derzeit betragen die wetter- und klimabedingten Schäden in Österreich etwa eine
Milliarde Euro. Diese Kosten werden bis Mitte des Jahrhunderts auf 4,2 bis 5,2
Milliarden Euro ansteigen.
• Hochwasser: Hochwasser werden in Zukunft viel größere Schäden anrichten als bisher.
Waren im Zeitraum zwischen 1981 – 2010 durchschnittliche Schäden von 200 Mio. EUR
pro Hochwasserereignis zu verzeichnen, werden es in der Periode 2035 – 2065 schon
durchschnittlich 400 bis 1,8 Mrd. EUR sein. Die Schäden hundertjähriger Hochwasser
werden sich auf 5 bis 7 Mrd. EUR verdoppeln. Bewertet wurden hier nur Gebäudeschäden.
• Land- und Forstwirtschaft: Einerseits profitiert die Landwirtschaft von längeren
Vegetationsperioden und damit höherer Produktivität, dementgegen stehen häufigere Dürren
und Schadereignisse. Mitte des Jahrhunderts werden Dürren in Österreich bereits alle drei
Jahre erwartet mit Produktionsausfällen im Wert von 1,3 Mrd. EUR. Auch in der
Forstwirtschaft gibt es längere Vegetationsperioden, allerdings auch stärkere Schäden durch
Borkenkäfer, die diese Effekte überkompensieren. Dürren und höhere Windspitzen erhöhen
zusätzlich die Schadwirkung und gefährden die Schutzwaldfunktion in sensiblen Gebieten.
• Hitzewellen und Gesundheit: Häufiger auftretende und intensivere Hitzewellen erhöhen
die Todesrate unter der älteren Bevölkerung. Zusätzlich sind 1.000 Todesfälle pro Jahr in der
Periode von 2035 bis 2065 zu erwarten. Bei einzelnen Extremjahren kann diese Todesrate
aber auch sechsfach höher ausfallen. Durch hitzebedingt abnehmende Arbeitsproduktivität
werden zusätzlich verringerte Effekte in der Produktion im Wert von 140 Mio. EUR pro Jahr
einkalkuliert.
• Tourismus: Im Sektor Tourismus wird erwartet, dass der Sommertourismus profitiert, aber
die Verluste im Wintertourismus überwiegen. Netto wird von einem Verlust von 1,5 Mio.
Nächtigungen pro Jahr ausgegangen und Netto-Verlusten in Höhe von 300 Mio. EUR pro
Jahr. Dazu kommen weitere Folgewirkungen wie höhere Kosten durch Beschneiung oder
Auswirkungen von Schadereignissen.
Tatsächliche Kosten noch höher
Die Studie bewertet nur einige wichtige direkte Folgen von Klimaänderungen in Österreich,
indirekte Folgen die sich durch globale Klima-Folgen ergeben (wie zum Beispiel
Nahrungsmittelengpässe und höhere Preise für Grundnahrungsmittel oder Flüchtlingsströme)
wurden nicht einkalkuliert. Weiters wurden lediglich wichtige Bereiche untersucht, die mit
heutigem Wissensstand auch quantifizierbar waren, wichtige Folgen wie zum Beispiel ökonomisch
relevante Ökosystemdienstleistungen (Bereitstellung von Trinkwasser, Boden- und Erosionsschutz,
Schadstoffpufferfunktion der Böden, etc.) wurden hier nicht oder nur zu einem geringen Teil
bewertet. Damit handelt es sich um eine konservative Abschätzung und eine Untergrenze der
befürchteten Schäden, die tatsächlichen Kosten der Klimafolgen in Österreich sind deshalb noch
höher.
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