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Flammprüfungen

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 Flammprüfungen für Matratzen und Schutzbezüge
Statistisch bewiesen ist, dass das plötzliche Entzünden von Polstermöbeln und Textilien
eng mit der Hauptursache für den Tod durch Feuer verbunden ist. Trotz Rauchverbot auf
Klinikzimmern sollte man das Thema nicht komplett vernachlässigen. Schnell kann
Unachtsamkeit mit brennenden Gegenständen, zum Beispiel Zigaretten oder Kerzen, zu
einem Brand führen. Im entstehenden Rauch enthaltene Atemgifte können nach wenigen
Atemzügen zu Bewusstlosigkeit führen, toxische Lungenödeme verursachen und zum Tod
durch Ersticken führen.
Aus den Erfahrungen aus Bränden wurden verschiedene Bestimmungen zum
vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz entwickelt. Sie sind wesentlicher
Bestandteil regionaler Bauordnungen und finden sich in den Sondervorschriften für
besondere Anlagen und Bauwerke wie zum Beispiel Krankenhäuser wieder. In
verschiedenen Regelwerken wird den besonderen Gefahren und betrieblichen
Notwendigkeiten Rechnung getragen. Mit Produkt- und Brandprüfnormen wurden die
allgemeinen Sicherheitsvorschriften zum vorbeugenden Brandschutz landesweit
konkretisiert:
DIN 4102: Baustoffe und -teile
Die Anforderungen an das Brandverhalten von Baustoffen und -teilen werden in der
deutschen Norm DIN 4102 geregelt. Nach Teil 1 dieser Richtlinie werden Baustoffe
eingeteilt in
Baustoffklasse A – nicht brennbare Baustoffe
A1 - Baustoffe, die von ihrer chemischen Zusammensetzung her als nicht
brennbare
Stoffe anzusehen, in DIN 4102 Teil 4 aufgeführt sind (z.B. Sand und Kies) oder über
einen entsprechenden Prüfbescheid des Instituts für Bautechnik Berlin verfügen
A2 - Baustoffe, die geringe brennbare
entsprechenden Prüfbescheid verfügen
Bestandteile
enthalten
und
über
einen
Baustoffklasse B – brennbare Baustoffe
B1 - schwer entflammbar - Baustoffe, die in DIN 4102 Teil 4 aufgeführt sind (z.B.
Gipskartonplatten nach DIN 18180) oder über einen entsprechenden Prüfbescheid
verfügen
B2 - normal entflammbar - Baustoffe, die in DIN 4102 Teil 4 aufgeführt sind (z.B.
Gipskartonplatten nach DIN 18184) oder über einen entsprechenden Prüfbescheid
verfügen
B3 - leicht entflammbar - alle brennbaren Baustoffe, die nicht in B1 oder B2 eingeordnet
werden können.
Als Baustoffe im Sinne dieser Norm gelten platten- und bahnenförmige Materialien,
Verbundwerkstoffe, Wand- und Deckenverkleidungen, Dämmstoffe, Beschichtungen,
Rohre und Formteile, sowie Polstermöbel, die ver- bzw. eingebaut werden.
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www.wulff-med.de - info@wulff-med.de - 04836 / 99641 -0
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Für die Auswahl von Baustoffen und -teilen für Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen,
Hotels und Wohnheime gibt es in Deutschland keine nationalen, gesetzlichen
Vorschriften. Die örtliche Brandschutzbehörde kann jedoch in ihren entsprechenden
Bauverordnungen Anforderungen stellen und die Verwendung von Baustoffen bestimmter
Brandklassen vorschreiben. Matratzen und deren Schutzbezüge sind keine Baustoffe. Sie
werden nach (DIN) EN 597 beurteilt, da bei ihnen andere betriebliche Notwendigkeiten
als bei Baustoffen bestehen.
Es gibt zum Beispiel einige wenige Gewebe, die den Anforderungen der Baustoffklasse B1
entsprechen. Dies sind jedoch reine Gewebe ohne geschlossene Oberfläche. Sie sind
nicht flüssigkeits-, bakterien- und virendicht. Eine Aufbereitung mit Wischdesinfektion ist
nicht möglich. Als Material für Matratzen- und Kissenschutzbezüge entsprechen sie also
nicht den hygienischen Anforderungen in Kliniken und Pflegeheimen.
Wird aus Gründen der Infektionsprophylaxe auf ein solches oder anderes Gewebe eine
Polyurethanbeschichtung aufgebracht, werden die Anforderungen der DIN 4102
Baustoffklasse B1 nicht erfüllt. Das „Problem“ ist die Beschichtung. Bei den Tests zum
B1 (schwer entflammbar nach DIN 4102) kommt es zwangsläufig zu einer katalytischen
Reaktion und der Stoff brennt.
Polstermöbel, Matratzen und Textilien dafür werden daher nach anderen Normen
bewertet. Ob und in welchem Umfang für Ihre Einrichtung die Verwendung entsprechend
getesteter Produkte verpflichtend ist, richtet sich nach den Vorgaben Ihrer örtlichen
Brandschutzbehörde und ggf. darüber hinaus gehenden hausinternen Richtlinien.
(DIN) EN 1021: Polstermöbel und -textilien
Die Entflammbarkeit von Polstermöbeln und -stoffen wird in Deutschland mit der auf der
EN 1021 basierenden Norm DIN EN 1021 geprüft: EN 1021 - europäische Norm zur
Bewertung der Entzündbarkeit von Polstermöbeln und -textilien
EN 1021 Teil 1 - Prüfung mit einer glimmenden Zigarette
EN 1021 Teil 2 - Prüfung mit einem Streichholz oder vergleichbarer Gasflamme
Entsprechend DIN EN 1021 - deutsche Norm zur Bewertung der Entzündbarkeit von
Polstermöbeln und -textilien
DIN EN 1021 Teil 1 - Prüfung mit einer glimmenden Zigarette
DIN EN 1021 Teil 2 - Prüfung mit einem Streichholz oder vergleichbarer Gasflamme
Dabei simuliert ein im rechten Winkel gebogenes, aufrecht stehendes Testmodell aus
Schaumstoff und Bezug einen Sessel. Die Zündquelle wird in den Winkel des mit Wasser
getränkten Testmodells und damit in ständigen Kontakt zu Lehne und Sitz gebracht.
Beobachtet wird, ob der Stoff zu glimmen oder zu brennen beginnt.
Die britische Vorgängernorm der EN 1021 ging weit über diese Anforderungen der EN
1021 hinaus. Um einen höheren Flammschutz zu gewährleisten, werden noch heute
Tests nach der BS 5852 durchgeführt:
BS 5852 - britische Norm zur Entzündbarkeit von Sitzmöbeln, wobei sich die
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Hitzeintensität im Vergleich zu jeweils vorhergehenden Brandstelle verdoppelt
Crib 0 - Prüfung mit einer glimmenden Zigarette
Crib 1 - Prüfung mit einem Streichholz
Crib 2 und 3 - Prüfung mit einer Butanflamme
Crib 4, 5, 6 und 7 - Prüfung mit einem Holzfeuer (krippenförmiger Holzstapel)
BS 7175 - britische Norm zur Spezifizierung der Vorgaben der BS 5852 in Tests für
Bettbezüge und Kissen
Crib 5 der britischen Norm BS 5852 bzw. BS 7175 übersteigt die Anforderungen der EN
1021 Teil 1 und 2. Auch die Forderungen der Brandschutz-Baustoffklasse B2 werden
übertroffen, die der B1 jedoch aus den unter "DIN 4102 - Baustoffe und -teile"
genannten Gründen nicht erreicht.
Unabhängig davon:
Matratzen und deren Schutzbezüge sind keine Sitzmöbel. Sie werden nach (DIN) EN 597
getestet und bewertet.
(DIN) EN 597: Matratzen, Liegen und Bettböden
Die Entflammbarkeit von Matratzen wird in Deutschland mit der auf der EN 597
basierenden Norm DIN EN 597 geprüft:
EN 597 - europäische Norm zur Bewertung der Entzündbarkeit von Matratzen,
gepolsterten Liegen und Bettböden
EN 597 Teil 1 - Prüfung mit einer glimmenden Zigarette
EN 597 Teil 2 - Prüfung mit einem Streichholz oder vergleichbarer Gasflamme
entsprechend DIN EN 597 - deutsche Norm zur Bewertung der Entzündbarkeit von
Matratzen, gepolsterten Liegen und Bettböden
DIN EN 597 Teil 1 - Prüfung mit einer glimmenden Zigarette
DIN EN 597 Teil 2 - Prüfung mit einem Streichholz oder vergleichbarer Gasflamme
Dabei simuliert ein flach liegendes Testmodell aus Schaumstoff und Bezug eine Matratze.
Die Zündquelle wird auf das mit Wasser getränkte Testmodell und damit in ständigen
Kontakt zur "Liegefläche" gebracht. Beobachtet wird, ob der Stoff zu glimmen oder zu
brennen beginnt.
Die britische Vorgängernorm der EN 597 ging weit über diese Anforderungen der EN 597
hinaus. Um einen höheren Flammschutz zu gewährleisten, werden noch heute Tests nach
der BS 6807 durchgeführt:
BS 6807 - britische Norm zur Entzündbarkeit von Matratzen, gepolsterten Liegen und
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Bettböden, wobei sich die Hitzeintensität im Vergleich zu jeweils vorhergehenden
Brandstelle verdoppelt
crib 2 und 3 - Prüfung mit einer Butanflamme
crib 4, 5, 6 und 7 - Prüfung mit einem Holzfeuer (krippenförmiger Holzstapel)
BS 7175 - britische Norm zur Spezifizierung der Vorgaben der BS 5852 in Tests für
Bettbezüge und Kissen wird auch für Matratzen und deren Schutzbezüge heran gezogen
Crib 5 der britischen Norm BS 6807 bzw. BS 7175 übersteigt die Anforderungen der EN
597 Teil 1 und 2 sowie EN 1021 Teil 1 und 2. Auch die Forderungen der BrandschutzBaustoffklasse B2 werden übertroffen, die der B1 jedoch aus den unter "DIN 4102 Baustoffe und -teile" genannten Gründen nicht erreicht.
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