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PRESSEHEFT
ÜBERSICHT
Technische Daten.......................................................................2
Logline........................................................................................3
Synopsis....................................................................................4
Regiekommentar........................................................................6
Zur Regisseurin..........................................................................7
Credits........................................................................................8
Bisherige Festivalteilnahmen.....................................................9
Begründung des Förderpreises "Carte Blanche"....................1 0
Filmbewertung Kasseler Dok.fest............................................1 1
Kontakt.....................................................................................1 2
TECHNISCHE DATEN
Produktionsland/-jahr: ...................................Deutschland, 201 4
Originalsprache: .............................................Deutsch, Englisch
Untertitel: .......................................................................Deutsch
Laufzeit: ............................................................................72 min
Aufnahmeformat: ............................................................1 6:9 HD
Vorführformat: ......................................................................DCP
Drehorte: ....................................Bruchsal, Baden-Württemberg
Fertigstellung: ...............................................................Juli 201 4
Premiere: ...........38. Duisburger Filmwoche, 8. November 201 4
Preise: ....„Carte Blanche“ - Nachwuchspreis des Landes NRW
Kinostart: .....................................................................Juni 201 5
2
LOGLINE
HIER SPRACH DER PREIS
HIER SPRACH DER PREIS ist die tragisch-komische
Geschichte der letzten zwei Mitarbeiterinnen im Praktiker Markt
Bruchsal-Heidelsheim. Mit erhobenem Kopf und einer
ordentlichen Portion Wut im Bauch durchleben sie die
Ausverkaufs- und Schließungswochen ihrer langjährigen
Arbeitsstelle – die Insolvenz ihres geliebten Praktiker
Baumarktes.
Mit dem Film erzeugt die Regisseurin Sabrina Jäger das
humorvolle und einfühlsame Bild eines untergehenden
Einzelhandels im provinziellen Deutschland. Ein Film über
Würde und Mut, als hoffnungsvolles Zeugnis in einer Welt
globaler Wirtschaftskrisen.
3
SYNOPSIS
Noch hängen sie nicht auf Halbmast. Noch flattern sie im Wind,
die gelb-blauen Praktikerfahnen in Bruchsal-Heidelsheim. Ihre
Tage sind dennoch gezählt. Überall Schilder: "Alles muss raus".
Der ganze Markt ist zuplakatiert.
Nigel, der englische Rabattspezialist, schleicht durch die
Gänge und bringt immer neue Prozentschilder an. 70, 60, 50
Prozent! Resigniert und genervt beobachten ihn Marina und
Elena. Ihre Praktiker-Arbeitskleidung tragen die beiden schon
lange nicht mehr. Sie sind, sieht man von Nigel und dem
Marktleiter Herrn Köberlein ab, die letzten auf der Fläche; die
letzten an der Kasse. Sie halten die Stellung in einem dem
Untergang geweihten Baumarkt.
"Kacke am dampfen", sagt Marina. "Aber richtig. Keine
Mitarbeiter mehr da. Alle wichtigen Leute sind krank
geschrieben und die Kunden behandeln dich wie Dreck." Zu
zweit müssen sie durch die Insolvenz, durch die Schließung
ihrer langjährigen Arbeitsstelle; ihres Praktiker Baumarkts; ihres
zweiten Zuhauses. Und auch wenn sie den Untergang schon
vor Jahren haben kommen sehen, müssen sie in diesen
Herbstmonaten 201 3 ohnmächtig mit ansehen, wie ihr
Arbeitsplatz Stück für Stück mit Prozenten versehen und
verhökert wird.
...
4
SYNOPSIS
...
Die Tore bleiben schon bald für immer geschlossen. Praktiker
Deutschland ist Geschichte. Mehr als 200 Praktiker und 80
Max Bahr Filialen werden schließen. Neben Elena und Marina
stehen 20.000 Arbeiter vor der Arbeitslosigkeit.
Exemplarisch am Bruchsaler Markt begleitet der Film HIER
SPRACH DER PREIS die letzten verbliebenen Mitarbeiter durch
die Insolvenz- und Schließungsphase. Fremdbestimmt,
zwischen Kunden auf Schnäppchenjagd und der ständigen
Angst vor einer ungewissen Zukunft, durchleben sie die letzten
Wochen im Markt.
Es ist das Dokument eines Untergangs, ein Film über Abschied
und Verlust – die tragisch-komische Geschichte eines
Baumarktes im provinziellen Deutschland und zugleich
exemplarischer Kampf vieler Deutscher ums überleben im
krisengeschüttelten Europa.
Die Regisseurin hat es geschafft, einmalige Szenen aus dem
sonst für die Öffentlichkeit gesperrten, niedergehenden
Großkonzern einzufangen. Über zwei Monate, nahezu täglich,
beobachtete sie feinfühlig die Protagonisten in ihrem Umgang
mit dieser Extremsituation.
5
REGIEKOMMENTAR
Alles muss raus! – Die riesigen neonfarbenen Schilder konnte
ich schon von Weitem sehen. Kurz zuvor hatte ich über die
Medien von der Insolvenz der Praktiker-Kette gehört. Es war
nur eine Meldung. Was sie bedeutet, war mir nicht bewusst. So
schockierte mich die reale Insolvenz, wie ich sie im PraktikerMarkt meiner Heimatstadt Bruchsal erlebte. In den Gesichtern
der Mitarbeiter überwog die Wut, die Trauer und die
Machtlosigkeit. Hinzu kamen motzende Kunden auf
Schnäppchenjagd. Der Baumarkt zerfiel zusehends. Ich fragte
mich, wie es ist, hier zu arbeiten, den Untergang hautnah
mitzuerleben. Schnell war mir klar, dass ich den Ausverkauf mit
der Kamera begleiten wollte. Ich wollte zeigen, was hinter der
nüchternen Meldung der Insolvenz steckt. Wie durchleben die
Mitarbeiter diese Phase? Was wird aus ihnen? Die Perspektive
stand sofort fest. Die Sicht der Mitarbeiter. Doch ich musste
schnell handeln. In zehn Wochen sollte der letzte Verkaufstag
sein. Ich beschloss, mich mit meiner kleinen Kamera einfach in
den Markt zu stellen; einfach zu filmen, ohne zu wissen wer
Protagonist wird oder was passieren würde. Ich fand Marina
und Elena, Sven und Nigel. Auf Interviews und Aufnahmen der
Protagonisten zu Hause verzichtete ich bewusst. Ihre
Gesichter, ihre Mimik, im künstlichen Licht der fensterlosen
Untergangsatmosphäre sagte schon alles. Keine Fragen, keine
Antworten hätten es besser beschreiben können. Alles sollte
sich auf diesen blau-gelben Mikrokosmos beschränken, der
bald nicht mehr sein würde.
6
ZUR REGISSEURIN
SABRINA JÄGER
Jahrgang 1 984, geboren in Bretten, studierte Sinologie in
Heidelberg und Göttingen sowie jeweils ein Jahr in China und
auf Taiwan. Nach ihrem Masterabschluss kam sie über ein
Praktikum zum Dokumentarfilm. Nach mehreren Jahren
Arbeitserfahrung in verschiedenen Filmproduktionen, gründete
sie 201 2 mit Stephan Weiner die „filmproduktion jäger/weiner“.
HIER SPRACH DER PREIS ist ihr erster Kino-Dokumentarfilm.
7
CREDITS
MITWIRKENDE ............................................................Elena Lerch,
........................................................................Marina Pitler-Gick,
.............................................................................Sven Köberlein
BUCH, MONTAGE......................................................Sabrina Jäger,
............................................................................Stephan Weiner
REGIE, KAMERA, TON ................................................Sabrina Jäger
POSTPRODUKTION ........................................Benjamin
Schlangen,
...........................................................................ACHT IMAGING
PRODUZIERT VON ................................filmproduktion jäger/weiner
GEFÖRDERT DURCH DIE...................................................................
....................................MFG Filmförderung Baden-Württemberg
SPONSOR.............................................................ACHT IMAGING
8
BISHERIGE FESTIVALTEILNAHMEN
..........................38. Duisburger Filmwoche, 201 4.......................
.............................31 . Kasseler Dok.fest, 201 4............................
..........FILMZ - Festival des deutschen Kinos, Mainz, 201 4.........
...........................Filmtage Friedrichshafen, 201 5........................
................Lichter Filmfest Frankfurt International, 201 5..............
9
BEGRÜNDUNG DES
FÖRDERPREISES "CARTE BLANCHE"
Der Arbeitstag wird von mehr oder weniger eifrigen Angebotsdurchsagen getaktet,
die Prozentzahlen hinter dem Minuszeichen steigen täglich. Währenddessen
verdorren die Blumen an der Warenrücknahme, die blaue Pfütze aus verschütteter
Farbe trocknet langsam ein.
HIER SPRACH DER PREIS lautet der Titel des Films von Sabrina Jäger, die dafür die
diesjährige Carte Blanche erhält. Schon mit der Vergangenheitsform – "Hier spricht
der Preis" lautete ja der Slogan des Praktiker-Baumarkts – macht die Autorin
kenntlich, wie schnell sich eine hohle Werbeformel gegen sich selbst wendet. HIER
SPRACH DER PREIS ist ein Nachruf: Nachdem Praktiker im Juli des vergangenen
Jahres Insolvenz anmeldete, begleitete Jäger den Ausverkauf in einem der Märkte bis
zum bitteren Ende – an dem ein für die kapitalistische Welt ziemlich brutales Bild
steht: ein Kaufhaus ohne Waren; ein Lager, in dessen Regalen die Leere gähnt.
Sabrina Jäger beweist in ihrem Film ein beeindruckendes Gespür für den Rhythmus
des Niedergangs. Nicht nur Blumen, Farbtöpfe und Tresore verweigern sich dem
Ausverkauf, auch die Mitarbeiter werden widerwillig, als Übernahmegerüchte die
Runde machen. Statt Kommunikation herrscht Unverständnis: Keiner weiß, was das
Wort "Transfergesellschaft" eigentlich bedeutet, und der Brite Nigel, der neuerdings
das Sagen im Markt hat, spricht ohnehin nur Englisch. "Das ist der, wo die Ware
gehört. Das ist aber nicht mein Chef." So schlicht und doch so kompliziert beschreibt
eine Protagonistin die neuen Machtverhältnisse an ihrer Arbeitsstelle, die bald nicht
mehr ihre Arbeitsstelle sein wird.
Dass Sabrina Jäger sich der Ästhetik des Praktiker-Markts bedient, um diese
Geschichte von den Dingen und den Menschen zu erzählen, macht ihren Film zu
einem regelrechten Memento Mori – nicht nur für diesen Baumarkt oder für alle
Baumärkte, sondern vielleicht sogar für den Warenfetischismus als solchen.
10
FILMBEWERTUNG
KASSELER DOK.FEST
Ende Oktober 2013 schließen 51 Filialen der Praktiker-Baumärkte – eine davon in
Bruchsal- Heidelsheim. Filmemacherin Sabrina Jäger begleitet den Ausverkauf des
Pleiteobjekts drei Monate lang, bis zum letzten Tag.
HIER SPRACH DER PREIS bleibt von der ersten Minute an nahe an den
Mitarbeiter/innen des Baumarkts und beobachtet im Detail deren Rollen und
Entwicklung. Dabei wird ganz nebenbei und doch zwangsläufig immer wieder die
allgemeine Situation des Arbeitsmarktes reflektiert. Es geht einerseits um die
intransparente Zuständigkeit einer Transfergesellschaft, über die die NochAngestellten demnächst Ausgleichszahlungen beziehen sollen. Aber mit wie viel
Gehalt ist dann wirklich noch zu rechnen und für wie lange? Dann macht das
Geruücht die Runde, dass eine andere Baumarkt-Kette den Laden übernehmen
könnte. Aber würde das wirklich bedeuten, dass man die privaten Kredite und
Wünsche langfristig finanzieren kann? Und wäre damit wirklich gesichert, dass man
weiterhin als vollwertiges – also arbeitendes – Mitglied der Gesellschaft anerkannt
wird?
Die zunächst unmotiviert wirkenden Mitarbeiter/innen werden zu sympathischen
Antihelden, deren Persönlichkeiten nach und nach durchscheinen. Und auch die
Protagonist/innen untereinander nähern sich im Laufe des Films an. So wird die
Mitarbeiterin, die zu Anfang so gut wie kein Englisch kann, zum Schluss fast
emotional verabschiedet von dem mit der Abwicklung beauftragten Engländer Nigel.
HIER SPRACH DER PREIS verfolgt eine konsequente Perspektive. Hier spricht nicht
der Vorstand, die Chefetage oder der Geschäftsstratege, sondern es kommen die
Betroffenen zu Wort – nämlich die Mitarbeiter/innen. Dabei wirkt der Film nicht
begrenzt, ist kein larmoyantes Plädoyer für die „kleinen Leute“, sondern gibt den
Protagonist/innen Raum, um Stärke zu zeigen und über sich selbst hinaus zu
wachsen.
Dass der Film dabei die nötige Distanz hält, dafür sorgt der gezielte Einsatz
wiederkehrender Elemente. Die gemeinhin kaum mehr wahr genommene
Kaufhausdudelmusik oder die gelangweilten Durchsagen zu am Ende stündlich
steigenden Preisnachlässen zählen den Countdown runter. Dazu sprechen Bilder von
Wänden, die immer leerer werden, Bände.
Eine präzise beobachtende Analyse vom Untergang des Einzelhandels im
provinziellen Deutschland, die mögliche Gründe in einer übersättigten Gesellschaft
entlarvt. Gleichzeitig aber auch ein einfühlsames und humorvolles Portrait von Würde
und Mut, als hoffnungsvolles Zeugnis in einer Welt globaler Wirtschaftskrisen.
11
KONTAKT
.......................................................
filmproduktion jäger/weiner GbR
Bergstraße 1 07
691 21 Heidelberg
Ricarda-Huch-Weg 25
41 469 Neuss
fon: +49 6221 32 83 41 5
e-mail: info@jaegerweiner.de
web: www.jaegerweiner.de
Homepage des Films:
www.hiersprachderpreis.de
.......................................................
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Seele and Geist
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