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IV-Stelle Baselland: Eingliederungsbulletin 2014 - SVA-BL

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Eingliederungsbulletin 2014
Die IV-Stellen unterstützen Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen bei der beruflichen
Integration. Mit der 4., 5. und 6. IVG-Revision wurden der IV die Instrumente gegeben, welche
bis heute in hohem Masse dazu dienen, dem Grundsatz "Eingliederung vor Rente" besser
Rechnung zu tragen bzw. die Eingliederung aus der Rente zu fördern. Dass dabei auch noch ein
sinnvoller Beitrag zur Sanierung der finanziellen Situation der IV geliefert wird, ist sicher ein
erfreuliches Nebenprodukt, doch aus Sicht der IV-Stelle hatte dies nie oberste Priorität. Wichtig
ist, dass Menschen, welche aus dem Arbeitsprozess gedrängt werden, möglichst schnell,
effizient und nachhaltig wieder in diesen Prozess zurückfinden. Dies macht volkswirtschaftlich
Sinn, ist aber auch für die betroffenen Menschen in der Regel die beste Lösung, denn Arbeit ist
sinnstiftend und deshalb für die Gesundheit und das Wohlergehen wichtig. Wir arbeiten heute
nach dem Grundsatz, dass der Anspruch auf eine IV-Rente erst geprüft wird, wenn keine
Aussicht auf eine Eingliederung mehr besteht. Es gibt aber auch Fälle, in denen eine Rente als
Zwischenlösung der versicherten Person ermöglicht, über einen gewissen Zeitraum eine
finanzielle Stabilität zu erhalten, um gleichzeitig das Angebot für therapeutische Massnahmen
nutzen zu können. Wenn die nötige gesundheitliche Stabilität erreicht ist, kann die berufliche
Eingliederung wieder in Betracht gezogen werden.
Erhalt von Arbeitsplätzen und Platzierung an neuen Arbeitsplätzen
Im Jahr 2014 konnten durch berufliche Eingliederungsmassnahmen 1076 Personen (2013: 1064)
vermittelt oder eingegliedert werden. Dies entspricht einer knappen Steigerung von 1.1%
gegenüber dem Vorjahr, aber immerhin von 4.4% gegenüber 2012.
Meldungen und Anmeldungen
Seit dem 1. Januar 2008 existiert neben der klassischen IV-Anmeldung zusätzlich ein Meldeverfahren: Versicherte Personen können sich bei der IV-Stelle für ein persönliches Beratungsgespräch im Rahmen der "Früherfassung" melden (Meldeformular). Es wird abgeklärt, ob und in
welchem Rahmen die IV-Stelle Baselland Unterstützung bieten kann und ob eine IV-Anmeldung
(Formular: "Anmeldung für Erwachsene") sinnvoll ist. Zu einer Meldung sind neben der
versicherten Person noch weitere Beteiligte berechtigt, zum Beispiel Angehörige, behandelnde
Ärztinnen und Ärzte sowie Arbeitgebende. Fast 40% der Meldungen werden durch die
Arbeitgebenden ausgelöst, 20% durch die versicherten Personen selbst, 20% durch die
Versicherer und 10% durch die behandelnden Ärzte. Die Anzahl der Meldungen geht seit 2011
kontinuierlich zurück. Dies ist darauf zurückzuführen, dass alle Beteiligten das Meldeverfahren
richtig erfasst haben und heute besser wissen, ab welchem Zeitpunkt eine Anmeldung bzw. eine
Meldung Sinn machen.
2009
2010
2011
2012
2013
2014
+/- %
Meldungen (Art. 3b IVG)
390
421
427
353
313
277
- 11.5
Anmeldungen (Art. 29 ATSG)
2484
2499
2544
2494
2571
2660
+ 3.5
Massnahmen der Frühintervention
Falls angezeigt, kann die IV-Stelle im Rahmen der Frühintervention unmittelbar nach einer
Anmeldung aktiv werden. In dieser Phase ist die Koordination und Kommunikation unter den
verschiedenen Beteiligten (Arbeitgebende / Kranken- und Unfallversicherer / Ärzte und IV) von
grösster Bedeutung.
SVA Basel-Landschaft
Hauptstrasse 109 | 4102 Binningen | Telefon: 061 425 25 25 | info@sva-bl.ch | www.sva-bl.ch
Die IV-Stelle unterstützt versicherte Personen in dieser Phase intensiv, damit diese möglichst
schnell wieder im Arbeitsprozess Fuss fassen können. So lässt sich in vielen Fällen vermeiden,
dass sich gesundheitliche Probleme chronifizieren. Während der Frühintervention steht in der
Regel der Erhalt des Arbeitsplatzes als Ziel. Zum Beispiel, indem dieser der gesundheitlichen
Einschränkung der betroffenen Person angepasst wird (Sitz-Stehpult) oder durch
Ausbildungskurse dem Versicherten eine Umplatzierung innerhalb des Betriebes ermöglicht wird.
Die Frühinterventionsmassnahmen beinhalten:
• Ausbildungskurse,
• Anpassungen am Arbeitsplatz,
• Arbeitsvermittlung,
• Berufsberatung,
• sozialberufliche Rehabilitation,
• Beschäftigungsmassnahmen.
2009
2010
2011
2012
2013
2014
+/- %
Frühinterventionsmassnahmen
zugesprochen (Art. 7d IVG)
210
249
445
564
560
542
- 3.2
Assessmentgespräch FI
511
667
978
1230
987
1206
+ 22.2
Bei den Frühinterventionsmassnahmen stellen wir über die Jahre eine Stabilisierung der
Entwicklung fest. Bei den Assessmentgesprächen ist der Rückgang in erster Linie darauf
zurückzuführen, dass wir im Jahr 2012 einen gewissen "Rückstau" aus dem Vorjahr zu
verarbeiten hatten. Dies führt nun zu Abgrenzungsbewegungen, welche aber für die allgemeine
Entwicklung nicht bezeichnend sind.
Das Assessmentgespräch in der Phase der Frühintervention ermöglicht eine globale Aufnahme
der Gesundheitsproblematik aus Sicht der versicherten Person und dient der Beurteilung des
Eingliederungspotentials. Aufgrund dieses Gesprächs werden die weiteren Massnahmen
festgelegt (Eingliederungsplan).
Massnahmen für psychisch kranke Personen
Viele Personen, die sich bei der IV-Stelle anmelden, leiden an psychischen Beeinträchtigungen.
Die Integrationsmassnahmen der IV (IM) sind ursprünglich auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten.
Durch Aufbau- und Motivationstraining können sich psychisch kranke Personen langsam wieder
an den Arbeitsprozess gewöhnen und ihre restliche Arbeitsfähigkeit erhalten oder ausbauen.
Heute werden Integrationsmassnahmen auch bei Personen ohne psychische Problematik
eingesetzt, die schon längere Zeit aus dem Arbeitsprozess ausgeschieden sind. Sie dienen der
schrittweisen Angewöhnung an die Anforderungen des Arbeitsmarktes. Integrationsmassnahmen
werden meistens im geschützten Rahmen, aber auch immer wieder im ersten Arbeitsmarkt
durchgeführt.
Integrationsmassnahmen
abgeschlossen (Art. 14a IVG)
2009
2010
2011
2012
2013
2014
+/- %
87
111
116
145
199
219
+ 10.1
Berufliche Eingliederung
Die IV-Stelle unterstützt Behinderte, welche zeitweise oder bleibend gesundheitlich
eingeschränkt sind, durch Arbeitsvermittlung beim Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess. Kann
eine versicherte Person ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr ausüben, wird sie bei einer neuen
Berufswahl beraten, sofern sie dazu die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt. Bei Bedarf finanziert
die IV-Stelle eine Umschulung, damit die betroffene Person in einem neuen Tätigkeitsbereich
Fuss fassen kann. Bei Erstausbildungen übernimmt die IV-Stelle die invaliditätsbedingten
Mehrkosten.
2009
2010
2011
2012
2013
2014
+/- %
Berufsberatung(erledigte Entscheide /
Abklärungen nach Art. 15 IVG
1470
1443
1066
1237
1145
1512
+ 32.0
Erstmalige berufliche Ausbildung
(Art. 16 IVG)
666
666
738
789
861
997
+ 15.8
Umschulung (Art. 17 IVG)
1851
2035
1964
2120
2206
2408
+ 9.1
Arbeitsvermittlung (Art. 18 IVG)
854
863
846
871
800
923
+ 15.4
Anreize für Arbeitgebende
Eingliederung ist nur durch eine enge Zusammenarbeit mit den Arbeitgebenden möglich. Die IVStelle unterstützt Arbeitgebende, die eine gesundheitlich eingeschränkte Person anstellen,
während der Einarbeitung sowohl finanziell als auch durch Beratung. Arbeitgebende erhalten
zudem einen Beitrag an allfällige Prämienerhöhungen der Krankentaggeldversicherung und der
beruflichen Vorsorge, wenn eine vermittelte Person innerhalb von zwei Jahren erneut
arbeitsunfähig wird.
Im Übrigen finden Arbeitgebende auf unserer Website (www.sva-bl.ch) einen "Link" zum
aktuellen "Leitfaden für die berufliche Eingliederung" mit Informationen, wie und wo
Arbeitgebende mit der IV eingliederungsorientiert zusammenarbeiten können.
Schlussbemerkung
Die Integrationsziele der IV im Sinne der 5. und 6. IVG-Revision sind nur über einen offenen und
integrationsbereiten Arbeitsmarkt zu erreichen. Auch im Jahr 2014 haben wir nur Dank verständnisvollen Arbeitgebenden mehr als 1'000 Personen in den ersten Arbeitsmarkt integrieren und
noch viel mehr Personen vor der Ausgliederung bewahren können. Für diese konstruktive
Zusammenarbeit möchten wir uns bei den Arbeitgebenden bedanken. Unser Dank gilt aber auch
den vielen Ärztinnen und Ärzten, welche dazu beigetragen haben, ihre Patienten für
Arbeitsversuche in einem frühen Genesungsstadium zu motivieren sowie den Kranken- und
Unfalltaggeldversicherern, welche in der Frühinterventionsphase mit uns den Dialog gesucht und
mit uns die Interventionskosten geteilt haben. Auch RAV und Sozialdienste tragen im Rahmen
der IIZ massgeblich dazu bei, dass zwischen der IV und den anderen Sozialpartner nicht einfach
Fälle "herumgeschoben" werden. Nicht zuletzt geht unser Dank an die Institutionen, welche mit
viel "Herzblut" unsere Klienten während der Aufbauphase betreut haben sowie an alle anderen
Leistungserbringer, welche mit uns zusammen die notwendige Solidaritätskette spannen, die für
eine erfolgreiche Integration unverzichtbar ist.
Kontaktperson
Olivier Grieder
Leiter Integration
IV-Stelle Baselland
olivier.grieder@sva-bl.ch
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Bildung
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