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Gewerkschaft Unia fordert Pakt mit Arbeitgebern - PeKo

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Datum: 20.01.2015
Hauptausgabe
Berner Zeitung AG
3001 Bern
031/ 330 33 33
www.bernerzeitung.ch
Medienart: Print
Medientyp: Tages- und Wochenpresse
Auflage: 49'605
Erscheinungsweise: 6x wöchentlich
Themen-Nr.: 211.003
Abo-Nr.: 1077322
Seite: 12
Fläche: 93'742 mm²
Gewerkschaft Unia fordert Pakt mit Arbeitgebern
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drahten noch keine Lohnsenkungen, sagt der Schweizerische Arbeitgeberverband.
Kurzfristig drohten
Unia-Gewerkschafter Corrado Pardini will Gewerkschaften
und Arbeitgeberverbände an einen Tisch bringen. Gemeinsam
sollen sie sich in einem Pakt auf konstruktive Lösungen zur
Bewältigung allfälliger Währungsprobleme einigen.
gegenüber
«Das war kontraproduktiv», kri- Durchschlagskraft
tisiert Unia- Gewerkschafter und Bundesrat und Parlament vertre-
SP-Nationalrat Corrado Pardini
(BE) die Aussagen von Arbeitgeberverbandsdirektor Roland
Müller. Dieser sagte, dass bei einem starken Franken in den betroffenen Branchen wie Touris-
dern auch um die bilateralen Ver- Verknüpfung
Löhne sinken könnten. «Solche
Feststellungen schüren Unsicherheit und machen es schwie-
den», begründet der Gewerkschafter seine Kritik. Angesichts
ler lehnt das Angebot nicht ab,
kommentiert es aber noch zu-
ten, anstatt sich in öffentlichen rückhaltend: «Gespräche unter
Auseinandersetzungen zu ver- Sozialpartnern finden ohnehin
statt.» Der Direktor des Schweizetteln.
Dabei geht es Pardini nicht nur zerischen Arbeitgeberverbands
um den starken Franken, son- (SAV) attestiert auch, dass eine
mus und Exportindustrie die
riger, tragfähige Lösungen zu fin-
«Ohnehin Gespräche»
Der angesprochene Roland Mül-
Corrado
Corrado Pardini
sucht
sucht das
das
Gespräch
Gespräch mit
mit
Gegnern.
Gegnern.
zwischen
Wäh-
rungsproblemen und bilateralen
Verträgen sinnvoll sein könne.
Doch wahrscheinlich sei es dafür
noch zu früh, meint Müller. Erst
in einigen Monaten sei absehbar,
wie sich der Eurokurs entwickle
und welche Folgen das für die
Wirtschaft habe. «Wenn Franken
und Euro Ende Jahr immer noch
Aufgabe des Euromindestkurses
fordert Pardini, dass Arbeitge- träge mit der EU, die seit dem Ja gleich viel wert sind, dann haben
berverbände und Gewerkschaf- zur Initiative «Gegen Massen- wir ein echtes Problem.»
ten an einen Tisch sitzen und Lö- einwanderung» auf der Kippe Drei Themen
sungen ausarbeiten. Das Ganze stehen. Er hofft, dass so ein Konsoll in einen Pakt münden: Die sens gefunden wird, der die Pardini skizziert auch schon drei
Vertreter sehr unterschiedlicher schlimmstmöglichen Szenarien Punkte, die aus seiner Sicht disInteressen sollen die Resultate für die Wirtschaft verhindert und kutiert und in einem Pakt fixiert
der ernsten Situation nach der
danach gemeinsam mit mehr gleichzeitig den Interessen der werden sollen. Als Erstes nennt
Arbeitnehmer Rechnung trägt.
Medienbeobachtung
Medienanalyse
Informationsmanagement
Sprachdienstleistungen
er ein Anliegen, für das sich Linke
ARGUS der Presse AG
Rüdigerstrasse 15, Postfach, 8027 Zürich
Tel. 044 388 82 00, Fax 044 388 82 01
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Argus Ref.: 56554773
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und Gewerkschaften einsetzen, ber 2008 und September 2009
seit es die Personenfreizügigkeit drei solche Pakete im Umfang
gibt: «Schweizer Arbeit muss mit von insgesamt 2,1 Milliarden
einem Schweizer Lohn honoriert Franken. Eine anschliessende
werden.» Oder mit anderen Wor- Evaluation durch die Eidgenössi-
ten: Die Löhne dürfen nicht auf sche Finanzkontrolle ergab ein
Druck ausländischer Konkur- durchzogenes Bild.
renz sinken. Zweitens möchte Geplant waren unter anderem
Pardini festlegen, wie dem Tou- Investitionen in Bauprojekte,
rismus und der Exportindustrie Unterstützung für Erwerbslose
unter die Arme gegriffen werden und Exportförderung. Die Vorgakann. Drittens glaubt er, dass ben, dass die Massnahmen zielForschung und Entwicklung ge- gerichtet, rechtzeitig und nur
fördert werden müssen, damit vorübergehend wirken, konnten
die Wirtschaft international den nicht durchgehend eingehalten
Anschluss nicht verpasst.
werden. Einsprachen und langMüller relativiert seine Aussa- wierige Baubewilligungsverfahgen zu Lohnsenkungen. Kurzfris- ren führten dazu, dass die Gelder
tig sei nicht damit zu rechnen: nicht wie beabsichtigt zum über«Im März senkt sicher kein Un- wiegenden Teil in der Rezessiternehmen die Gehälter seiner onsphase eingesetzt werden
Angestellten.» Nur wenn der Eu- konnten. Zudem existierten
rokurs bis Ende Jahr oder länger nicht genügend Projekte, die
auf sehr tiefem Niveau verharre, überzeugten. Rund 400000
könne das zum Thema werden. Franken der vorgesehenen MitUnd selbst dann hänge dies auch tel liessen sich nicht einsetzen.
vom Einverständnis der Ange- Das Staatssekretariat für Wirtstellten ab, zum Beispiel, wenn es schaft (Seco) schätzte, dass das
keinen anderen Weg gebe, ein Programm zu einem WachstumsUnternehmen zu retten. Mit ei- impuls von 0,6 Prozent des Brutner Lohnsenkung lasse sich auch toinlandprodukts geführt habe.
kurzfristig eine grosse Wirkung Ein Seco-Vertreter kommentiererzielen. Wenn der Staat zum te damals, dass die psychologiBeispiel mit Steuersenkungen sche Wirkung des Programms
bessere
Rahmenbedingungen sehr wichtig gewesen sei.
schaffe, so dauere es oft mehrere
Jahre, bis die entsprechenden
politischen Entscheide umgesetzt seien.
Umstrittene Programme
Etwas rascher als Gesetze wirken
im Idealfall Konjunkturprogramme, doch ihr Nutzen ist um-
stritten. Nach der grossen Finanzkrise beschloss die Eidgenossenschaft zwischen Dezem-
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Bernhard Kislig
«Wenn Franken
und Euro Ende Jahr
immer noch gleich
viel wert sind, dann
haben wir ein echtes
Problem.»
SAV-Direktor Roland Müller
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DIE FOLGEN IM AUSLAND
Die Aufwertung des Schweizer
Frankens macht Kreditnehmern
im Ausland zu schaffen. Betroffen sind Privathaushalte und
Gemeinden, welche wegen der
tiefen Zinsen Kredite in Franken
aufgenommen haben. Dies trifft
beispielsweise auf viele der
36000 Gemeinden in Frankreich
zu. Viele griffen nach den
scheinbar günstigen FrankenKrediten, die allerdings in Euro
rückzahlbar sindund deren
wechselkursindexierte Zinsen
exponentiell zunehmen. Ein
Beispiel ist die Kathedralenstadt Chartres: Sie zahlte Anfang
Januar bereits 21,9 Prozent
Zinsen für die sogenannten
Bumerangkredite; seit einigen
Tagen erreichen sie sogar 44,2
Prozent.
Bei Frankenfremdwährungskrediten hat in der Europäischen
Union indes Österreich die
Nase vorn. Mit 35,6 Milliarden
Euro Kreditausleihen führen
Banken der Alpenrepublik die
Rangliste vor Polen (34 Milliarden Euro) und Frankreich
(21,2 Milliarden Euro) an. In
Deutschland mit zehnmal
so vielen Einwohnern sind
14,9 Milliarden Euro an Frankenkrediten ausstehend.
Frankenkredite erfreuten sich
in Österreich bei Eigenheimbauern grosser Beliebtheit. 2008
verbot die Finanzmarktaufsicht
solche Kredite für private Haushalte. Anfang 2009 hatten noch
270000 Haushalte einen Fremdwährungskredit, zuletzt nur noch
knapp 154000. sb/sda
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Der Schweizer Franken hat
sich gestern ganz leicht abgeschwächt: Ein Euro kostete
gestern um 19 Uhr rund
1.02 Franken.
Der Schweizer Aktienmarkt hat
sich gestern ein wenig vom Kurssturz der Vorwoche erholt. Der
Sm/iss-Market-Index stand am
Ende 3,21 Prozent im Plus bei
8152,78 Punkten. Nach dem
SNB-Entscheid zur Aufhebung
der Eurountergrenze war der Index zwischenzeitlich auf fast
7800 eingebrochen von einem
Niveau von 9200 Punkten aus.
Gestern meldeten sich
schliesslich die grossen Reiseanbieterzu Wort: Kuoni und Hotelplan versprachen, ihren Kunden
sofort einen Preisnachlass von 15
bis 20 Prozent zu gewäh ren. sda
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