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08 Interview_!Standard-Seite NZZ

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Donnerstag, 22. Januar 2015
Seite 8
Interview zum Gesundheitswesen:
Bedarf an psychiatrischen
Leistungen steigt
Das Leistungsangebot am Kantonsspital wird ausgebaut, sowohl in der Behandlung von Krankheiten als auch in
der Diagnostik und der Prävention. Der FRIDOLIN will vom Direktor, lic.oec HSG Markus Hauser, wissen, warum
dem so ist.
Hat sein Unternehmen im Griff – lic. oec. Markus Hauser.
Das Kantonsspital scheint zu wachsen. Gibt es mehr kranke Glarnerinnen und Glarner?
Die Anzahl der stationären Patienten ist in den letzten drei Jahren auf
einem hohen Niveau stabil geblieben. Die ambulanten Behandlungen am Kantonsspital Glarus nehmen von Jahr zu Jahr deutlich zu.
Die zunehmende Alterung der Bevölkerung ist ein wesentlicher
Grund für hohe Patientenzahlen.
Das Kantonsspital hat in den vergangenen Jahren aber auch neue
(Foto: mst.)
Leistungsangebote geschaffen oder
die bestehenden personell verstärkt.
Ich denke da beispielsweise an
die Akutgeriatrie (Umfassende Betreuung von älteren Patienten mit
akuten Erkrankungen), die Gefässund Bauchchirurgie, die Onkologie,
die Psychiatrie, die Diabetologie
oder die Kardiologie (Lehre vom
Herz).
Dadurch können wir heute Patienten an unserem Spital behandeln,
die früher auswärts behandelt werden mussten.
Marktausblick der Glarner Kantonalbank:
Dr. Liebi relativiert
Euro-Mindestkurs
Der Andrang in der Aula war riesig, als die Glarner Kantonalbank letzten
Montag zum Marktausblick einlud. Ganz klar erwartete das Publikum eine
Stellungnahme zum Thema «Aufhebung des Euro-Mindestkurses» und die
Stimmung war knisternd bis spannungsgeladen.
D
ie Finanzprofis der Glarner
Kantonalbank mit CEO Hanspeter Rhyner an der Spitze
verströmten bereits zu Beginn Optimismus und blickten auf ein erfolgreiches 2014 zurück. Glanzlicht
des vergangenen Jahres ist der Börsengang und die Tatsache, dass bereits 2000 Aktionäre gewonnen
werden konnten. Dies zeige das
Vertrauen und die starke Verbundenheit zur Glarner Kantonalbank,
freute sich Hanspeter Rhyner. Die
erste Aktionärsversammlung findet
am 24. April 2015 in der lintharena
statt. In Netstal konnte die Filiale
im Wiggispark eröffnet werden.
Rhyner betont, dass damit die
Dienstleistung weiter ausgebaut
wurde. Die Schalteröffnungszeiten
sind nämlich identisch mit denjenigen des Einkaufscenters. Auch
der Umbau des Flaggschiffes der
GLKB, der Filiale Glarus, verläuft
planmässig, und Geschäftsleitungsmitglied Sven Wiederkehr ist zuversichtlich, dass die Kunden ab
Mitte April in den neuen Räumen
empfangen werden können. Innovativ zeigt sich die Glarner Kantonalbank im Onlinegeschäft. Nach
dem Hypomat werden im Verlauf
des Jahres als Erweiterung der
Dienstleistungen die Websites
«kontomat.ch» und «risikomat.ch»
aufgeschaltet. Wie bereits kommuniziert, wurden im vergangenen
Jahr die Beteiligungen an Swisscanto an die ZKB verteilt. Dass dies
keinen Einfluss auf die Zusammenarbeit mit Swisscanto hat, zeigt die
Tatsache, dass deren Chefökonom
und Anlagespezialist Dr. Thomas
Liebi als Gastredner in die Aula eingeladen wurde. Dieser wartete mit
einem rhetorischen Feuerwerk
über die weltweiten Anlagestrategien auf. Liebis Thema hiess «Geht
Anlagespezialist Swisscanto, Dr. Thomas Liebi, überzeugte mit seinem
Fachwissen.
Gerade wurde bekannt, dass die
Psychiatrie ausgebaut wird. Wie erklären Sie diese Entwicklung?
Der Bedarf an psychiatrischen Leistungen ist leider auch im Kanton
Glarus stark zunehmend. Gründe
für die Zunahme der Fallzahlen und
Pflegetage sind die generelle Zunahme psychischer Störungen in
komplexeren familiären Strukturen
und einem stärkeren beruflichen
Spannungsfeld. Der Umgang mit
diesen Faktoren in unserer heutigen
Gesellschaft ist erschwert.
Die Glarner Spital- und Rehabilitationsplanung 2012, aber auch eine
Studie des Kantonsspitals zeigten
einen erhöhten Bedarf nach alternativen Angebotsstrukturen neben
den stationären Spitalbehandlungen auf. Deshalb wurde in Zusammenarbeit mit den Psychiatrischen
Diensten
Graubünden
(PDGR) ein tagesklinisches Angebot geschaffen. Dieses Angebot ist
eine Antwort auf die psychiatrische
Unterversorgung im Kanton Glarus und ist auf eine gute Reintegration in das soziale und berufliche
Umfeld ausgerichtet.
Welche Krankheiten beschäftigen
das Ärzteteam am meisten? Welche
sind rückläufig, resp. innert kurzer
Zeit heilbar?
Ein Blick in unsere Statistiken zeigt,
dass wir am meisten stationäre Patienten mit «Krankheiten und Stödie Aktienparty bald zu Ende?». Er
hält fest, dass der Schweizer Markt
nach wie vor teuer ist. Die Zinsen
befänden sich nach wie vor auf dem
Tiefststand – und den Zeitpunkt der
Verkündung der Aufhebung des
Euro-Mindestkurses erachte er als
ungünstig. Aufgrund seiner Erfahrungen sei die Aufhebung des Mindestkurses jedoch nicht mit der
Wirtschaftslage gleichzusetzen. Es
hätte, beispielsweise in Japan, eine
ähnliche Situation gegeben und dies
hätte der Wirtschaft nicht geschadet. «Aktien bleiben die attraktivste
Anlagekategorie, aber die Luft wird
dünner.», macht Liebi den Bankkunden beliebt. Im Anschluss an
sein hochkarätiges Referat beantwortete Dr. Liebi Fragen aus dem
Publikum, bevor er mit Lob und
Anerkennung durch Hanspeter
Rhyner verabschiedet wurde. Kein
Marktausblick ohne kulturellen
Höhepunkt, scheint sich das Team
der GLKB auf die Fahne geschrieben zu haben. Dieses Jahr hat das
Programm mit dem Auftritt von
«Fröilein Da Capo» alles Bisherige
übertroffen. Mit ihrer Musikalität,
der wunderschönen Stimme und
den treffenden Texten riss sie auch
die konservativsten Gäste von den
Sitzen und erntete dafür tosenden
Applaus. Der Marktausblick 2015
war spannend, aufschlussreich und
humorvoll zugleich. ●
«Fröilein Da Capo» riss das
Publikum vom Hocker.
rungen an Muskel-Skelett-System
und Bindegewebe» behandeln. Sie
machen mit fast 1000 Patienten rund
einen Fünftel aller Patienten aus.
Am zweitmeisten behandeln wir
Krankheiten und Störungen der
Verdauungsorgane. Dann folgen die
Geburten, die aber glücklicherweise
nicht zu den Krankheiten zählen.
Patienten nach operativen Eingriffen können das Spital in der Regel
früher verlassen als Patienten aus
dem Fachgebiet der Inneren Medizin oder psychiatrische Patienten.
Krankheiten mit rückläufigen Fallzahlen sind keine auszumachen.
Welchen Stellenwert hat Prävention
und Nachbetreuung?
Das Kantonsspital Glarus heilt
nicht nur Krankheiten, sondern es
berät und untersucht Patienten, um
Krankheiten zu vermeiden oder
rechtzeitig zu erkennen. Deshalb
bieten wir beispielsweise eine ganze
Reihe präventiver Untersuchungen
an, beispielsweise Magen-DarmSpiegelungen, Mammographien
(Brustuntersuchungen) oder die
Prüfung der Herzfunktionen. Solche gezielten Untersuchungen dienen dazu, Krankheiten bei bestimmten Menschen rechtzeitig zu
erkennen. Unsere Patienten beraten
wir, wie sie Lebensgewohnheiten
für ein gesünderes Leben umstellen
können, beispielsweise im Bereich
der Ernährung.
Die Nachbetreuung hat unterschiedliche Phasen. Selbstverständlich betreuen wir Patienten auch
nach einer Operation, solange dies
notwendig und sinnvoll ist. Neu
können Herzpatienten ein akkreditiertes ambulantes Rehabilitationsprogramm absolvieren. Oft sind
aber andere Institutionen für die
Nachbetreuung zuständig, beispielsweise die RehaClinic oder die
Pflegeheime. Die wichtigste Funktion in der Nachbetreuung übernehmen aber zweifelsohne die
Hausärzte.
Wie viele Mitarbeitende beschäftigen Sie heute und wie viele werden
es in 5 Jahren sein?
Wir beschäftigen heute gegen 600
Mitarbeitende, davon rund 80 in
Ausbildung. Für einen beachtlichen
Teil unserer Mitarbeitenden bieten
wir Teilzeitbeschäftigungen an. Ich
gehe davon aus, dass wir auch in
den nächsten Jahren zusätzliche Arbeitsplätze schaffen werden. Dies,
weil wir einerseits unser Dienstleistungsangebot ergänzen wollen und
weil die qualitativen Anforderungen
weiterhin steigen werden. Die Finanzierung der Arbeitsplätze wird
jedoch eine grosse Herausforderung bleiben.
Wird das Angebot in naher Zukunft
weiter ausgebaut? Wenn ja, in welche Richtung?
Wir überprüfen unser Angebot
ständig und passen es den Bedürfnissen der Bevölkerung und der medizinischen Entwicklung an. Ein besonderes Augenmerk richten wir
auf Behandlungen, die heute ausserkantonal erbracht werden. Wir ergänzen unser Angebot aber auch,
um die Qualität zu erhöhen. ●
(zim)
Chocolatier Läderach:
Ausbauprojekt Produktionsstandort Ennenda
Die nachhaltige und positive Geschäftsentwicklung des Glarner Familienunternehmens Läderach hat die bestehende Infrastruktur in Ennenda an ihre
Leistungsgrenzen gebracht. Im Dezember 2014 hat der Verwaltungsrat des
Unternehmens eine Erweiterung des Betriebsgebäudes am Standort Ennenda
beschlossen. Das Büro Leuzinger Architektur AG, Netstal, wurde mit der
Planung und Umsetzung beauftragt. Die erweiterte Infrastruktur soll im Herbst
2016 in Betrieb gehen.
Läderach-CEO Ralph Siegl und Inhaber und VR-Präsident Jürg Läderach
(von links) stellten an der Pressekonferenz in Ennenda das Vorhaben vor.
(Foto: mst.)
M
it der Investition von über
15 Millionen Schweizer
Franken bekennt sich das
Unternehmen langfristig zum Standort Ennenda. Läderach schafft die
Voraussetzungen für weiteres
Wachstum und für über 100 zusätzliche Arbeitsplätze in den
kommenden Jahren. Geplant sind
weitere Räumlichkeiten für die
hochwertige, vornehmlich handwerkliche Fertigung sowie die
Erneuerung der Garderoben und
der Kantine. Ausserdem werden
auch die Entwicklungsabteilung,
Besucherräume und das Hochregallager erweitert. Um den hohen
eigenen Ansprüchen bei der Lebensmittelsicherheit und den immer anspruchsvolleren regulatorischen Auflagen im In- und Ausland
gerecht zu werden, wird auch
das gesamte Zutritts- und Hygienekonzept baulich in die nächste
Generation überführt. Im Einklang
mit der Firmenphilosophie wird
der Anbau nach den aktuellen Minergie-Standards realisiert. Weiter
prüft das Unternehmen geeignete
Massnahmen, wie die Mitarbeitenden vermehrt zur Nutzung des
öffentlichen Verkehrs motiviert
werden können.
«Läderach –
the chocolate family»
«Läderach – the chocolate family»
steht seit 19 62 für hochwertigste
handgefertigte Schweizer Schokolade- und Konfektspezialitäten. Das
Familienunternehmen mit gruppenweit über 700 Beschäftigten hat
seinen Stammsitz in Glarus in der
Schweiz. Seit September 2012 stellt
Läderach in einer neu gebauten
Produktionsstätte in Bilten seine
Schokoladenmasse selbst her. Als
einer der wenigen Premiumanbieter garantiert Läderach eine nachhaltige Qualität unter direkter Kontrolle, von der Kakaobohne bis hin
zur Ladentheke. ●
pd.
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