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Ausgabe Nr. 05 / Jänner 2015

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DIALOG
DIE QUARTALSZEITUNG DER PERSÖNLICHEN ASSISTENZ GMBH
Stundenknappheit
steigt
Seite 4 – 5
Intimität
ein Tabu in der Persönlichen Assistenz?
Seite 10 – 11
Nr. 05/Jänner 2015
Nr. 05
Geschäftsführung Persönliche Assistenz GmbH
VON (UN)GERECHTER ENTLOHNUNG
Plädoyer für die Anerkennung der Arbeit der Persönlichen Assistenten/innen
in Zeiten von Gehaltskürzungen
Günther Breitfuß
Die Geschichte der Persönlichen Assistenz ist weltweit
eine Erfolgsgeschichte. Sie
zeichnet ein völlig neues Bild
von Menschen mit Beeinträchtigung, jenseits alter Traditionen. Sie ist jene Form der
Unterstützung, die von einem
eigenverantwortlichen Leben
ausgeht auf dessen Basis
Selbstbestimmung erst
ermöglicht wird.
Unser Ziel ist, dass Menschen mit Beeinträchtigung
selbst bestimmen können, von wem sie Assistenzleistungen bekommen, wann sie Unterstützung
brauchen, welche Hilfestellungen das sein sollen,
wie sie diese erledigt haben möchten und die Freiheit haben, sich mit Persönlicher Assistenz auch
von zu Hause fortzubewegen, mobil zu sein. Sie
bekommen bei uns in Oberösterreich einen amtlichen Bescheid, der ihnen das Recht dazu ausweist.
Das ist vorbildlich, denn in vielen Bundesländern ist
der Begriff „Persönliche Assistenz“ noch gar nicht
bekannt.
Damit ist es aber nicht getan. Gegenüber dem
Anspruch auf alle diese Bestimmungsmöglichkeiten
braucht es auch jemanden, der diese Leistungen
erbringt. Es geht um Unterstützungen und Hilfestellungen, die zu jeder Tages- und Nachtzeit benötigt
werden können, an jedem Tag im Jahr. Tätigkeiten,
die von einfachen Handreichungen bis zu schwerer
körperlicher Arbeit reichen.
Es braucht einfühlsame Persönlichkeiten, die sich
sehr nahe auf andere Menschen einlassen, ihnen
Aufmerksamkeit und Verständnis entgegen bringen,
ohne sich aufzudrängen. Menschen, die bereit sind,
das Leben des Anderen so zu akzeptieren, wie es
ist, auch wenn sie selbst es ganz anders machen
würden. Sie müssen sich flexibel auf die unterschiedlichsten Situationen einstellen können und
sollten das Bewusstsein haben, nicht aus Mitleid zu
2
handeln, sondern aus wertschätzendem Respekt.
Es braucht Menschen, die bereit sind, sich auf eine
besondere Arbeitsbeziehung einzulassen, bei der
man sich umständehalber sehr nahe kommen kann,
bis in die intimsten Bereiche. Sie müssen in der Lage
sein, mit Konflikten umzugehen und die Fähigkeit
haben, unter all den Ansprüchen, die hier abverlangt
werden, auf sich selbst zu achten um bestehen zu
können. Es braucht Persönliche Assistenten und
Assistentinnen, die zu all dem bereit und in der Lage
sind.
Was ist eine solche Arbeit wert? Wie soll man den
Wert einer Arbeit überhaupt bemessen? Was ist ein
gerechter Lohn? Persönliche Assistenz galt lange
als unqualifizierte Tätigkeit, weil man dafür keine
Ausbildung benötigte. Berufliche Qualifikation wird
bei uns an Hand von Ausbildungen und Abschlüssen
gemessen und weniger an persönlichen Fähigkeiten.
Aber gerade diese qualifizieren Persönliche Assistenten/innen besonders.
Jetzt gibt es wenigstens die Verankerung im Oö.
Sozialberufegesetz und den darin vorgeschriebenen
Grundkurs. Diese Qualifikation ist inhaltlich und
formell sehr wertvoll, sagt aber in Wahrheit noch
wenig darüber aus, wie gut wer assistieren wird.
Persönliche Assistenten/innen „studieren“ ihre Arbeit
in der alltäglich Praxis. Sie werden Spezialisten für
die Bedürfnisse und den Lebensstil einer Person.
Auf keiner Universität kann man erlernen, was ein
einzelner Mensch konkret braucht. Würde man
Auftraggeber/innen fragen, ob ihnen für die täglichen Unterstützungsleistungen langjährig studierte
Akademiker/innen lieber wären als ihre Persönlichen
Assistenten/innen, liegt die Antwort auf der Hand.
Der wahre Wert einer Arbeit kann nicht einfach am
Ausbildungsniveau gemessen werden.
Genau genommen bestimmen Auftraggeber/in
und Persönliche/r Assistent/in den Wert der Arbeit
gemeinsam. Nur die Auftraggeber/innen wissen, wie
wertvoll für sie die Assistenzleistungen sind und nur
Geschäftsführung Persönliche Assistenz GmbH
die Persönlichen Assistenten/innen selbst können
erkennen, ob sie mit dem, was sie dafür bekommen
zufrieden sind und gerecht bezahlt werden. Das ist
individuell und situationsbezogen verschieden.
Als gemeinnütziger Dienstgeber ohne Gewinnabsichten muss man sich hinsichtlich der Entlohnung
an weiteren Aspekten orientieren. Zuerst geht es
um die Wertschätzung der Dienstleistung an sich.
Soziale Arbeit hat gesellschaftlich einen geringeren
Wert als viele andere Dienstleistungen. Besonders
Persönliche Assistenten/innen werden vielerorts
ausgenützt und mittels freien Dienstverträgen unter
den gesetzlichen Tarifen entlohnt. Insofern waren
wir sehr froh, dass wir wenigstens die eine oder
andere Zulage und anderes über dem Mindesttarif
bezahlen konnten. Das war nie als „Überbezahlung“
zu verstehen, bestenfalls eine angemessene Anerkennung der oft sehr anspruchsvollen Tätigkeit. Dass
diese Zulagen künftig wegfallen, ist deshalb alles
andere als gerecht!
Wir müssen uns auch am Geldgeber orientieren.
Wir bemühen uns, das Land Oberösterreich zu
überzeugen, wie wertvoll Persönliche Assistenz ist.
Von jenen Politikern und Beamten, die sich auf uns
eingelassen und ernsthaft mit Persönlicher Assistenz auseinandergesetzt haben, erfahren wir auch
entsprechende Anerkennung, die uns bis heute
ermöglichte, das Entlohnungsschema zu halten.
Jetzt, wo schon seit Jahren dem Land hint' und vorn'
die Gelder fehlen, werden andere Gerechtigkeiten in
den Vordergrund gerückt. Wenn für alle Sozialdienstleister der Kollektivvertrag schon lange nicht mehr
den Mindestlohn definiert, sondern gleichzeitig der
bezahlte Höchstlohn ist, ist für uns auf Dauer keine
Ausnahme haltbar.
Bund und Land sind auch für jene Menschen verantwortlich, die keine Unterstützung mehr bekommen.
Rund 300 warten alleine auf Persönliche Assistenz,
tausende auf eine andere Leistung, wie Wohnen
oder Arbeit. Aus diesen Gründen ist das uns vom
Land OÖ auferlegte Sparpaket auch verständlich.
Aus meinem Verständnis kommt die Kündigung
der Betriebsvereinbarung und der Dienstverträge,
um neue Verträge unter schlechteren Bedingungen
zu schließen, einem Vertrauensbruch gleich. Man
macht Verträge, damit man sich darauf verlassen
kann. Freunde haben mir deshalb nahegelegt, diese
Schritte nicht zu setzen und lieber zurück zu treten.
Das wäre vielleicht ein Zeichen gewesen, hätte aber
keinen Vorteil gebracht.
Für jeden anderen wäre es ungleich schwerer, die
Auswirkungen möglichst gering zu halten und die
Gefahr, dass die Maßnahmen radikaler erfolgen,
wäre groß. So habe ich mich entschlossen, die
Kürzungen umzusetzen, obwohl ich sie für die
Persönlichen Assistenten/innen für ungerecht halte
und meine, dass diese Dienstleistung mehr Wert ist.
Ich weiß, dass die Kürzungen manche weniger
und manche schwerer treffen werden. Ich habe
Verständnis und Mitgefühl, für alle die Enttäuschung, Betroffenheit und Wut empfinden. Ich
denke an jene, deren Existenz womöglich durch
diese Maßnahmen gefährdet ist, die sich eine andere
oder zusätzliche Arbeit suchen müssen. Auch das
wird vorkommen.
Die Kürzungen bedeuten in keinster Weise eine
Herabwürdigung der Leistung und des Engagements der Persönlichen Assistenten/innen. Sie
sind in der Budgetsituation der öffentlichen Hand
begründet. Vielmehr ist wichtig zu verstehen, was
in der Persönlichen Assistenz wirklich alles geleistet
wird, damit sie entsprechend Anerkennung und
Wertschätzung findet. Deshalb haben wir uns für das
nächste Jahr vorgenommen, unsere Arbeit verstärkt
in die Öffentlichkeit zu bringen.
Günther Breitfuß (Geschäftsführer)
breitfuss@p-ass.at
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Nr. 05
Geschäftsführung Persönliche Assistenz GmbH
STUNDENKNAPPHEIT STEIGT
Immer mehr Auftraggeber/innen kommen nicht mehr mit ihren bewilligten Stundenkontingenten aus. Der Druck in den Teams wächst! Doch was kann man tun?
Edgar Hagmüller
Bei einigen Auftraggebern/
innen hat eine straffe Stundenorganisation Abhilfe
geschaffen. Bei anderen ist der
Bedarf jedoch so viel höher,
dass trotzdem kein Auslangen
gefunden werden kann. Der
zusätzliche Bedarf ist bei der
Bezirkshauptmannschaft
meist schon lange gemeldet,
doch ist die Aussicht auf eine
Stundenaufstockung gering.
Neben den Auftraggebern/innen ist diese Situation
auch für Persönliche Assistenten/innen besonders
belastend. Zu sehen, dass jemand Unterstützung
benötigt und diese nicht in dem Ausmaß erhält,
bedeutet, dass Stress entsteht. Großer Stress!
Speziell wenn man diese Person schon lange kennt,
eine gute Arbeitsbeziehung besteht und einem das
Wohlergehen des Anderen auch am Herzen liegt.
Mancherorts wird aufgrund dieser Not über „andere
Lösungsansätze“ nachgedacht, gesprochen oder
diese werden auch bereits praktiziert. Mit „anderen
Lösungen“ meine ich im Konkreten, dass z.B. ein Teil
der Stunden nicht mehr verrechnet wird. Es kommt
zu einem „Ehrenamt aus der Not heraus“. Ich kann
mir auch vorstellen, dass ein weiterer „Lösungsversuch“ die Schwarzarbeit ist.
kaum aushalten, weil wir wissen was es bedeutet,
wenn die nötige Unterstützung ausfällt. Viele dieser
„anderen Lösungen“ kommen in der Hoffnung
zustande, dass dadurch der Druck wieder aushaltbar
wird.
Durch diese vermeintlichen „Lösungen“ wird die
seit Jahren anhaltende „Politik des Sparens“ indirekt
unterstützt, da das wirkliche Ausmaß der Not für
das Land OÖ nicht augenscheinlich wird und der
Eindruck entsteht, dass dieses Sparen in Ordnung ist.
Ein System des „es geht eh noch“ wird somit indirekt
gestützt und bestätigt. Das Land OÖ trägt eindeutig
Verantwortung für Menschen mit Beeinträchtigung
und wird durch diese Praxis leider viel weniger in die
Verantwortung genommen, als dies nötig wäre.
Für mich stellt diese Entwicklung auch eine Gefahr
für Persönliche Assistenz an sich dar. Unser Angebot
ist aus einer Bewegung entstanden, die sich klar
vom Ehrenamt abgrenzt. Man wollte nicht mehr
jemandem dankbar sein müssen, etwas zu essen
zu bekommen oder z.B. aufs WC gehen zu können.
Die Einführung von Persönlicher Assistenz war ein
Meilenstein in der Gleichstellung von Menschen mit
Beeinträchtigung, die somit von „Almosenempfängern/innen“ zu „Arbeitgebern/innen“ wurden. Das ist
der Grund, warum wir ehrenamtliche Tätigkeit durch
unsere Mitarbeiter/innen so klar ausschließen.
Auch für Persönliche Assistenten/innen hat die
Alle Auftraggeber/innen haben sich im Vertrag mit
Entwicklung zum Ehrenamt bzw. zur Schwarzarbeit
uns dazu verpflichtet, alle geleisteten Stunden als
viele negative Folgen wie z.B. Verdienstentgang bzw.
Dienstzeit anzuerkennen. Weiters ist dort eine ehren- Verlust von Versicherungszeiten.
amtliche Tätigkeit durch Persönliche Assistenten/
innen eindeutig ausgeschlossen. Auch Persönliche
Und was passiert, wenn der Bedarf auch nicht mehr
Assistenten/innen sind zur korrekten Abrechnung
mit Ehrenamt abgedeckt werden kann?
aller Stunden verpflichtet, was sowohl Schwarzarbeit als auch Ehrenamt ausschließt. Betrieblich
Um nicht falsch verstanden zu werden, möchte ich
könnten wir somit sagen: es ist eh alles geregelt und noch etwas klarstellen. Ehrenamt (bzw. Freiwilligenes darf einfach nicht sein. Doch was hilft uns diese
arbeit) ist sehr wichtig für unsere Gesellschaft. Vieles
Tatsache, wenn das Nötigste nicht mehr möglich
könnte ohne dieses Engagement in Österreich gar
ist? Das eigentliche Problem liegt ja darin, dass wir
nicht angeboten werden und wir profitieren alle
alle klar die Not erkennen, sie ernst nehmen und sie stark davon, dass Menschen freiwillige Arbeit leisten.
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Geschäftsführung Persönliche Assistenz GmbH
In unserem Fall sehe ich einerseits keine Freiwilligkeit, wenn die Not zur Freiwilligkeit zwingt und
andererseits gefährdet eine Vermischung zwischen
Persönlicher Assistenz und Freiwilligkeit durch
dieselbe Person unser Angebot.
Nicht auf diese „anderen Lösungsansätze“ ausweichen zu können, bedeutet jedoch auch, Not
ertragen und einen hohen Druck aushalten zu
müssen.
Ich möchte Ihnen/Dir dazu unsere Unterstützung
anbieten. Die Assistenzbegleitung steht hierfür
als Anlaufstelle vertrauensvoll bereit und auch ich
möchte mich für Gespräche anbieten. Es geht uns
hier nicht um Schuldzuweisung, sondern um aufzuzeigen was dieses Handeln längerfristig bewirkt.
Auftraggebern/innen möchte ich nahe legen, den
Druck in Richtung Land OÖ zu verstärken. Fordern
Sie intensiv die Verantwortung des Landes Oberösterreich ein. Leider zeigt die Praxis, dass nur jene, die
hartnäckig dran bleiben auch eine Chance auf Erfolg
haben.
Reden Sie auch ganz offen im Team über diesen
Druck, denn es ist ein Zeichen für eine funktionierende Arbeitsbeziehung, wenn diese nahe geht und
bewegt.
Gegen die Not können wir nur dann etwas machen,
wenn sie offenkundig wird, die Mauer des Stillschweigens durchbricht und nicht im Verborgenen
in den Teams abgefedert wird. Aus meiner Sicht
braucht es ganz andere Lösungen als Ehrenamt und
Schwarzarbeit. Öffentlichkeit und öffentliche Verantwortung.
Edgar Hagmüller (Assistenzleiter)
hagmueller@p-ass.at
PHIL HUBBE
DIE LIZENZ ZUM PARKEN
Phil Hubbe, selbst an MS erkrankt,
zeichnet Cartoons über Behinderungen. Wie wertvoll und wichtig es
ist, in jeder Lebenslage den Humor zu
bewahren, zeigt die positive Resonanz,
auf die seine erfrischend selbstironischen und befreienden Cartoons
stoßen.
Lappan Verlag;
ISBN: 978-3-8303-3338-8
www.hubbe-cartoons.de
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Nr. 05
Inklusa
ALLIANZ ZUR CHANCENGLEICHHEIT
Die Podiumsdiskussion am 18. September 2014 war ein voller Erfolg! Die „Online-Petition
für Menschenwürde und Chancengleichheit“ startete am 19. September 2014!
Karin Kaufmann
„So voll war der Saal im Neuen
Rathaus selten. Mehr als 700
Menschen – viele im Rollstuhl
– drängten sich, um die
Diskussion zum brisanten
Thema zu verfolgen: Abbau
der Wartelisten für Menschen
mit Beeinträchtigung. Die
traurigen Fakten, an denen
sich seit Jahren nichts Signifikantes zum Besseren ändert,
lauten: Mehr als 6000 Oberösterreicher/innen mit körperlicher und/oder geistiger Beeinträchtigung warten vergeblich
auf Unterstützungsleistungen.
Konkret geht es beispielsweise
um rund 3200 Menschen, die auf
Josef Zweckmayr
einen Wohnplatz warten. Mehr
als 1400 möchten mobil betreut werden und warten
vergeblich. 300 Menschen mit Beeinträchtigung haben
um Persönliche Assistenz angesucht – ohne Erfolg. In den
drei genannten Kategorien erhält ca. nur jeder zweite
Betroffene die ihm durch das oberösterreichische Chancengleichheitsgesetz (ChG) zustehende Unterstützungsleistung.
Der Pferdefuß an der Sache: Im ChG befindet sich ein
Schlupfloch, wonach die Leistungen nach "Maßgabe
der budgetären Mittel" erfolgen. Im Klartext: Wenn das
Sozialbudget erschöpft ist, ist Schluss mit Unterstützung, sei es fürs Wohnen, für geschützte Arbeitsplätze
oder Assistenzleistungen für ein selbstbestimmtes
Leben.“ Dies sind die Worte des Redakteurs der Ober­
österreichischen Nachrichten Klaus Buttinger.
Diese Zahlen haben sich bis jetzt leider auch nicht
geändert. Ohne die Bemühungen des Landes
Oberösterreich kleinreden zu wollen, muss die
Politik sich klar werden, dass diese Betroffenen jetzt
Hilfe brauchen und nicht erst, wenn es die wirtschaftliche Lage wieder zulässt. Menschliche Not
ist kein Bauprojekt, das man einfach nach hinten
verschieben kann.
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Um das in die Köpfe der Politiker zu bekommen, hat
die Allianz am 19. September 2014 eine „Petition für
Menschenwürde und Chancengleichheit“ gestartet.
Mittlerweile haben wir über 9000 Unterschriften
(online 4400 und handschriftlich 5000) und es werden
immer mehr. Bis 31. Jänner 2015 zählt jede Unterschrift.
Mehr als 10.000 Unterschriften sind unser Ziel! Sie
sind alle aufgerufen, uns weiterhin tatkräftig zu unterstützen! Rühren Sie die Werbetrommel!
Was ist in der Zwischenzeit passiert:
• Mittlerweile unterstützen uns 45 Organisationen, Interessen- und Elternvertreter! Zu Beginn waren wir 31
• 444 Bürgermeister wurden eingeladen, die Petition in
ihren Gemeinden aufzulegen und zu unterstützen
• Artikel im Newsletter der Antidiskriminierungsstelle
• Bischof Dr. Ludwig Schwarz hat am 11. November
2014 die Online-Petition unterschrieben
• Alle Pfarrämter in Oberösterreich bekamen eine Einladung, dasselbe zu tun
• Der weltberühmte Dirigent Franz Welser Möst hat am
26. November 2014 unsere Petition unterschrieben
• Am Tag der Behinderung, 3. Dezember 2014 war ein
Allianzstand auf der Landstraße und warb um Unterschriften
• Interview von Radio FRO für ihren Newsletter
• Ein Folder für die Allianz wurde gedruckt, ein Rollup
gestaltet
• Leserbriefe wurden geschrieben (siehe Neuigkeiten
auf der Homepage)
• und viele, viele weitere kleine und große Schritte
wurden und werden getan, damit alles am Laufen
bleibt
Die „Allianz zur Chancengleichheit für Menschen mit
Beeinträchtigung“ bemüht sich sehr um Aufklärung
der Bevölkerung und dass sie breit aufgestellt ist. Wir
brauchen weiterhin Ihre tatkräftige Unterstützung
und bitten Sie um Ihre Solidarität mit den Menschen
auf der Warteliste. Jede Unterschrift zählt!
Karin Kaufmann (Obfrau)
karin.kaufmann@inklusa.at
Josef Zweckmayr (Obfrau-Stellvertreter)
josef.zweckmayr@inklusa.at
Betriebsrat
SPAREN VERSUS QUALITÄT
Die geplanten Einsparungsmaßnahmen des Landes OÖ treffen
in erster Linie die Persönlichen Assistenten/innen.
In den letzten Wochen sind wir
mit den sehr unerfreulichen
Sparplänen des Landes OÖ
konfrontiert worden. "Kostendämpfung" heißt das Zauberwort.
Das Kilometergeld soll auf
€ 0,404 gekürzt werden. Der
Angelika Diwald
Grundkurs und die damit
verbundenen Fahrten werden nicht mehr als
Arbeitszeit anerkannt. Lediglich die Teilnahme daran
bleibt kostenlos. Die Zuschlagszeiten, die bisher
über dem Kollektivvertrag gelegen haben, werden
gestrichen und diesem angepasst. Die Vermittlungsgrenzen werden neu überdacht und neu geregelt,
um den größten Kostenfaktor, die Fahrtkosten, in
den Griff zu bekommen. Alle diese Maßnahmen
sollen helfen, die Kosten zu dämpfen.
Diese Kosten sind das Einkommen der Persönlichen Assistenten/innen!
Wenn an diesen Schrauben gedreht wird, muss allen
Verantwortlichen bewusst sein, dass damit auch die
Lebensgrundlage von Persönlichen Assistenten/
innen massiv betroffen sein kann. Sicherlich, der
Beruf Persönliche/r Assistent/in ist in erster Linie ein
Nebenjob, ein Zuverdienst-Job. Doch immer mehr
Menschen machen diesen Beruf zu ihrem Hauptberuf und zu ihrem Haupteinkommen. Sie leben von
diesem Job.
Jetzt ist der freie Dienstvertrag an sich schon ein
prekäres Arbeitsverhältnis und verlangt den Persönlichen Assistenten/innen ein hohes Maß an Flexibilität ab. Schwankendes monatliches Einkommen,
Einkommensverlust bei längeren Krankenständen,
extreme Benachteiligung für Frauen, wenn sie ein
Baby erwarten, um nur einige Situationen beim
Namen zu nennen.
Verschlechtert sich die Einkommenssituation,
werden sich sicherlich einige Persönliche Assistenten/innen überlegen müssen, ob sie weiterhin in
diesem Job arbeiten werden können.
Der Betriebsrat hat die möglichen Folgen der
geplanten Maßnahmen Frau Landesrätin Jahn bei
einem Gespräch am 2. Dezember 2014 in aller Deutlichkeit klar gelegt.
Um ein genaueres Bild von den Auswirkungen zu
bekommen, hat der Betriebsrat ebenfalls Anfang
Dezember 2014 eine Umfrage gestartet. Zum Zeitpunkt, da ich diesen Artikel schreibe, ist die Umfrage
noch im Laufen und die Beteiligung ist groß! Das
Ergebnis werden wir auch Landesrätin Jahn präsentieren.
Der Beruf Persönliche/r Assistent/in etabliert sich
immer mehr. Das ist nicht irgendein Job, den
man halt so nebenbei erledigt. Er stellt enorme
Ansprüche sowohl auf physischer als auch auf
mentaler Ebene und verlangt ein hohes Maß an
Empathiefähigkeit und Eigenverantwortung, um nur
einige Anforderungen zu nennen.
Eine Beschneidung des Einkommens wird sich
auch auf die Qualität der Dienstleistung "Persönliche Assistenz" auswirken. Denn eine angemessene Bezahlung sichert langfristig auch, dass sich
Menschen finden, die in diesem Beruf arbeiten
wollen und können.
Angelika Diwald (Betriebsratsvorsitzende)
br@p-ass.at
Hinweis: Betriebsversammlung für Persönliche
Assistenten/innen am 29. Jänner 2015 im Volkshaus
Kandlheim, Edlbacherstraße 1, Beginn 10:00 Uhr
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Nr. 05
Interessenvertretung
SELBSTBESTIMMTES LEBEN –
EIN GRUNDRECHT
Wenn es darum geht Persönliche Assistenz in unserem Alltag einzusparen, zwingt
uns die Politik an unserer Entscheidung eines selbstbestimmten Lebens zu sparen.
In Zeiten wo es den Eindruck
erweckt, dass Politik nicht ihre
Grundaufgabe, ein Leben wo
die Teilhabe aller Menschen zu
gleichen Teilen in der Gesellschaft möglich gemacht wird,
an erster Stelle sieht, sondern
es nur darum geht, wo noch
gespart und reduziert werden
Martin Reidinger
kann, ist natürlich aus unserer
Sicht auch der Gestaltungsspielraum im Leben
mit Persönlicher Assistenz massiv betroffen.
Stundenknappheit und Einsparungen in der alltäglichen Lebensplanung können durchaus an der
Tagesordnung sein. Ich möchte Sie als Auftraggeber/
in im Rahmen Ihrer Möglichkeiten darum bitten, ja
mehr noch, Sie dazu auffordern, sich mit der Interessensvertretung zu vernetzen, um gemeinsame Aktivitäten für mehr und höhere Stundenkontingente
erreichen zu können.
Weiters möchte ich dazu animieren, wenden Sie sich
bei Stundenknappheit bitte direkt an die politisch
Verantwortlichen des Landes Oberösterreich. Es
kann und darf nicht so sein, dass die Budgetaufteilung der Politik zu Lasten von Menschen mit Beeinträchtigung und deren gewählten Lebensformen
geht.
8
Ein weiterer hervorzuhebender Aspekt ist, dass es
kaum legale Möglichkeiten gibt, einen eventuellen
Stundenengpass zu kompensieren. Um ein selbstbestimmtes Leben als Auftraggeber/in führen zu
können, darf das Land ganz einfach nicht mehr
länger aus der Verantwortung genommen werden,
sodass nur Sie als Auftraggeber/in sich überlegen
müssen, wo und wie kann ich noch mehr Stunden
sparen.
Deshalb bekräftigen wir von der Interessensvertretung unsere Bitte an Sie, machen Sie, gerne auch mit
unserer Hilfe, gegenüber dem Land Oberösterreich
klar, wie schwer es für Sie im Einzelfall ist, mit den
wenigen zur Verfügung stehenden Stunden mit
Persönlicher Assistenz den Alltag zu leben.
Aus Sicht der Interessensvertretung für Auftraggeber/innen ist es ganz einfach menschenunwürdig,
dass man sich vielleicht mit den Gedanken an
Schwarzarbeit oder Ehrenamt auseinander setzen
muss. Es ist Grundrecht jedes einzelnen von uns,
ein selbstbestimmtes Leben als Auftraggeber/in zu
führen. Wir alle sind es ganz einfach wert, in einer
inklusiven Gesellschaft zu leben.
Martin Reidinger (IV-AG Obmann)
iv-ag@p-ass.at
Freizeit
TANZEN MIT ROLLSTUHL? –
UND ES GEHT DOCH!
Nachdem ich immer schon die Wheelchair–Profitänzer bewundert habe, war ich hocherfreut, als ich
durch einen Zufall von einem Tanzkurs für Menschen
mit Beeinträchtigung in der Tanzschule „Horn“
in Linz erfuhr. Obwohl ich es mir nicht vorstellen
konnte, dass auch ich wirklich tanzen kann, dachte
ich mir einfach – „Probieren geht über Studieren!“
Gemeinsam mit meiner Persönlichen Assistentin
machte ich mich am 6. Dezember 2012 zum ersten
Mal auf nach Linz in die Tanzschule. Die Mittänzer
waren alle total nett und auch der Tanzlehrer ging
speziell auf meine Fähigkeiten als Rollstuhlfahrerin
ein, sodass ich optimal mitmachen konnte! Von
diesem Moment an war ich vom Tanzfieber infiziert
und es hieß jeden Donnerstag – auf nach Linz zum
Rollstuhltanzen!
Natürlich mussten wir nach dem ganzen Tanzen
unsere Reserven bei dem einen oder anderen Cocktail wieder auffüllen und dabei wurden auch die
Schritte aufgeschrieben, um sie ja nicht wieder zu
vergessen. Seit diesem ersten Tag sind nun 2 Jahre
vergangen, doch die Begeisterung fürs Tanzen ist
noch immer ungebrochen.
Nachdem die Tanzkurse in Linz aufgrund der zu
geringen Nachfrage im April 2014 eingestellt
wurden, war ich zuerst etwas enttäuscht und dachte
mir, das war´s nun leider schon wieder mit meinem
liebgewonnenen Hobby.
Doch ich hatte nicht mit meiner Persönlichen Assistentin gerechnet, die mir meine Enttäuschung
ansah. Sie hatte selbst auch durch einen Zufall von
der „Eule“ erfahren, die verschiedenste Kurse für
Menschen mit Beeinträchtigung anbietet und
darunter auch meinen heißgeliebten Tanzkurs, noch
dazu mit dem gleichen Tanzlehrer! Toll ist auch, dass
wir nun nicht mehr bis nach Linz fahren müssen
– das heißt leider auch keine Cocktails mehr ;) –
sondern nur mehr bis nach Steyr.
Seit Mai 2014 haben wir nun keinen Tanzkurs der
„Eule“ mehr verpasst und es geht auch heuer wieder
weiter. Doch nicht nur in den Tanzkursen kann ich
seitdem mein Hobby ausleben, sondern auch auf
diversen Bällen, Festen und Veranstaltungen kann
ich mit meiner Persönlichen Assistentin den Rollstuhl schwingen und die Leute überraschen!
Hoffentlich konnten wir nun auch einige von Euch
fürs Tanzen begeistern und zeigen, dass der Rollstuhl
dabei kein Hindernis ist!
Melanie Rosensteiner (Auftraggeberin)
Eva Eberharter (Persönliche Assistentin)
Links zum Thema:
Eule – Programm:
www.organos.at/eule.html
Tanzschule Horn:
www.danceschool.at/SOLO/Menschen-mit-Beeintraechtigung
Seit Okt. 2014 gibt es auch in Linz wieder Kurse in der Tanzschule Horn
9
Nr. 05
Assistenzbegleitung
INTIMITÄT – EIN TABU IN DER
PERSÖNLICHEN ASSISTENZ?
Wir vermuten, dass das Thema Intimität in der Persönlichen Assistenz GmbH viel mehr
praktische Relevanz hat, als es nach außen verbalisiert und ausgesprochen wird.
Verena Aichinger
Für Persönliche Assistenten/
innen haben wir daher ein
Infoblatt erstellt, das ermutigen soll Unsicherheiten
auszusprechen, das eigene
Bewusstsein zu erweitern und
handlungsfähig zu bleiben
(abzurufen auf unserer Homepage im Login-Bereich der
Persönlichen Assistenten/
innen unter Infoblätter).
Weiters arbeiten wir daran,
ethische Grundlagen und eine
betriebliche Haltung zum Thema
„Intimität und Grenzen wahren“
auszuarbeiten, einzunehmen
und allen zugänglich zu machen.
Maria Casagrande
Ab wann reden wir von Intimität
Sobald ein/e Persönlicher/e Assistent/in die
Wohnung des/der Auftraggebers/in betritt, tritt er/
sie auch gleichzeitig in deren Privatsphäre ein. Die
Privatsphäre definiert eher eine räumliche Gegebenheit; die Intimsphäre betrifft den persönlichen
Bereich eines Menschen, der vom Bereich der
Öffentlichkeit normalerweise abgegrenzt ist. Diese
Grenze ist keine gegebene oder vorgezeichnete.
Die Notwendigkeit in diesen Bereich einzudringen,
weil Menschen mit Beeinträchtigung Hilfe brauchen,
fordert alle Beteiligten.
Persönliche Assistenten/innen haben als Laienhelfer/innen wenig bis keine Erfahrung im Umgang
mit so viel körperlicher Nähe am Arbeitsplatz:
heben, bewegen, ankleiden, waschen, Assistenz
beim WC-gang, duschen, Intimpflege, etc., aber
auch der Einblick in sehr private Themen, wie
familiärer Umgang, Bankgeschäfte, Telefonate,
etc. beschreiben den sehr engen Kontakt mit den
10
Auftraggebern/innen. Außerdem arbeiten Persönliche Assistenten/innen meist alleine, also ohne
Kollegen/innen im privaten Wohnbereich der
Auftraggeber/innen und müssen einen eigenen
Umgang mit diesen Gegebenheiten erst entwickeln.
Der Blick sei hier im Speziellen auf die körperliche
Nähe und die damit verbundenen Herausforderungen gerichtet.
Auftraggeber/innen sind körperliche Nähe vielleicht
eher gewöhnt, weil sie jahrelang auf Unterstützung
angewiesen sind, dennoch kann dieser Bereich
schambesetzt sein und große Verunsicherung
auslösen. Auftraggeber/innen sind gefordert, schon
bei der Personalwahl sorgfältig zu entscheiden, wem
sie Einblick und aktives Handeln in der Privat- und
Intimsphäre anvertrauen.
Eigene Grenzen erkennen
Um eigene Grenzen wahren zu können, müssen sie
erkannt werden.
Folgende Fragen können dabei hilfreich sein:
• Wo in meinem Körper spüre ich, dass eine Grenze
erreicht ist?
• Wie viel körperliche Nähe im Arbeitsbezug ist für
mich persönlich verträglich?
• Welche Tätigkeiten sind mit dieser Person für mich
vorstellbar, welche nicht?
• Woran spüre ich, dass mir die Nähe zu einer
Person unangenehm ist?
Wenn Sie/Du die Antworten auf diese Fragen ernst
nehmen/nimmst, ist einiges geschafft! – steh dazu.
Assistenzbegleitung
Grenzen wahren
• anzügliche Blicke und Gesten
Jede Zusammenarbeit braucht daher eine klare
Beschreibung und Vertretung der eigenen Grenzen
von Auftraggebern/innen und Persönlichen Assistenten/innen. Diese Grenzen können und dürfen
sich verändern und müssen deshalb immer wieder
neu besprochen werden.
• Berührungen bzw. geforderte Berührungen
Daher ist die Wahrnehmung, das ernst nehmen und
die Wahrung der eigenen Grenzen für das berufliche
und persönliche Wohlbefinden notwendig. Und
genauso notwendig ist es, dass Auftraggeber/innen
sich positionieren und gut gemeinte Ratschläge
oder Aktionen von Persönlichen Assistenten/innen
zurückweisen.
• „kuppeln“ um sexuelle Begegnung zu fördern
Durch den körperlichen Kontakt oder auch
einfach durch die vertraute Zusammenarbeit,
können körperliche Reaktionen oder auch sexuelle
Bedürfnisse ausgelöst werden. Der Grat zwischen
„normalen“ körperlichen Reaktionen, Bedürfnissen
und Übergriffen ist schmal. Umso wichtiger ist die
genauere Betrachtung der eigenen Empfindungen.
Wo fängt Grenzüberschreitung an? Wann spricht
man von sexueller Belästigung?
„Als sexuelle Belästigung gilt ein unerwünschtes
Verhalten mit sexuellem Bezug“ (1). Was genau als
unerwünschtes Verhalten empfunden und somit als
Grenzüberschreitung wahrgenommen wird, ist sehr
individuell. Was für den einen normal und unproblematisch ist, kann für den anderen verletzend und
entwürdigend sein. Es zählt hier wieder die „eigene“
Grenze.
Sexuelle Grenzüberschreitungen können z.B. sein:
• direkte Aufforderung zu sexuellen Handlungen
• animieren zu sexuellen Erfahrungen (z.B. Prostitution, Pornos anschauen, …)
• etc.
Wichtig ist: Sobald das Gefühl von unwohl/ irritiert/
herabgewürdigt/ belästigt/ ausgeliefert sein etc.
auftaucht, bedarf es näherer Betrachtung der Situation und einer Auseinandersetzung mit den eigenen
Grenzen.
Es ist ein Grundanliegen der Persönliche Assistenz
GmbH, dass eine menschenwürdige Begegnung im
Assistenzalltag stattfindet; insbesondere in Bezug
auf die Wahrung der persönlichen Grenzen.
Daher stehen wir Assistenzbegleiterinnen für Unterstützung, Begleitung und Schutz als Ansprechpersonen zur Verfügung. Wir garantieren einen vertrauensvollen und sorgsamen Umgang mit Deinen/Ihren
Anliegen.
Verena Aichinger (Assitenzbegleiterin)
aichinger@p-ass.at
Maria Casagrande (Assistenzbegleiterin)
casagrande@p-ass.at
„Verstehen sie keinen Spass Schwester?“ Schweizer Berufsverband
der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner
SBK-ASI, 2009
(1)
• (mehr oder weniger witzige) Äußerungen mit
sexuellem Bezug
11
Nr. 05
Pflegebegleitung
SICHERHEIT – VERTRAUEN –
VERANTWORTUNG
Bei der Persönlichen Assistenz GmbH wurden wir, Gernot Nowak und
Maria Scherrer zu Sicherheitsvertrauenspersonen (SVP) bestellt.
Gernot Nowak
Sicherheitsvertrauensperson
– was ist das?
Welche Angelegenheiten können diesbezüglich
im Assistenzalltag auftreten?
SVP informieren, beraten und
unterstützen die Arbeitnehmer/
innen in Fragen der Sicherheit
und des Gesundheitsschutzes.
Alle Arbeitgeber sind gesetzlich
für die Arbeitssicherheit verantwortlich. SVP sind zur Unterstützung der Umsetzung vorgeschrieben. Der Arbeitgeber ist
verpflichtet diese zu bestellen.
• Sicherheit im Haushalt – bewusstes Wahrnehmen,
- wo gibt es mögliche Gefahren für Auftraggeber/
innen oder Persönliche Assistenten/innen
Aufgaben der Sicherheitsvertrauensperson
Maria Scherrer
• die Arbeitnehmer/innen und die
Belegschaftsorgane zu informieren,
zu beraten und zu unterstützen,
• die Interessen der Arbeitnehmer/innen gegenüber dem Arbeitgeber, den zuständigen Behörden
und sonstigen Stellen zu vertreten (in Abstimmung mit den Belegschaftsorganen),
• Unfallverhütung, z.B. beim Fenster putzen, Gefahr
durch Sturz von der Leiter, elektrische Geräte,
Brandverhütung, …
• Gesundheitsschutz - Schutzmaßnahmen treffen
– Handschuhe anziehen, Desinfektionsmittel
verwenden, auf Hygiene achten
• Hände gut, alles gut
• Eigenschutz – richtiges Heben, Tragen – Kinaesthetisches Bewegen
• Sicherheit beim Fahren mit Rollstuhl, Verkehrssicherheit
• die Arbeitgeber bei der Durchführung des Arbeitnehmerschutzes zu beraten,
• auf die Anwendung der gebotenen Schutzmaßnahmen zu achten,
• mit den Sicherheitsfachkräften und Arbeitsmedizinern zusammenzuarbeiten.
Quelle: https://www.wko.at/Content.Node/Service/Arbeitsrecht-und-Sozialrecht/Arbeitsrecht/Arbeitnehmerschutz/Sicherheitsvertrauensperson_Aufgaben_und_Rechtsstellung.html
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Bild: wunderkinder/shutterstock.com
• auf das Vorhandensein der entsprechenden Einrichtungen und Vorkehrungen zu achten und die Arbeitgeber über bestehende Mängel zu informieren,
Pflegebegleitung / Allgemeines
Was kann zur Sicherheit beitragen und die
Sicherheit fördern?
Wir freuen uns auf einen regen Austausch zu
diesem Thema!
• Auf die eigene Sicherheit und Gesundheit achten!
Maria Scherrer (Pflegebegleiterin)
scherrer@p-ass.at
• Erkennen von gefährlichen Situationen
• Vorbeugende Maßnahmen treffen
Gernot Nowak (Pflegebegleiter)
nowak@p-ass.at
Für einen sicheren Arbeitsplatz trägt jeder Verantwortung, Auftraggeber/in und Persönliche/r Assistent/in. Auch die Persönliche Assistenz GmbH hat als
Arbeitgeber Verantwortung und fordert diese klar
ein.
NEUE MITARBEITERIN IM BÜROTEAM
Liebe Auftraggeber/innen, liebe
Persönliche Assistenten/innen,
im Büro der Persönlichen
Assistenz GmbH bin ich die
neue Stimme am Telefon und
möchte mich kurz bei Ihnen/Dir
vorstellen:
Karin Hörmansdorfer
Mein Name ist Karin Hörmansdorfer und ich bin 36 Jahre alt. Mit meinem
Lebensgefährten und unserer Tochter wohne ich im
schönen Mühlviertel.
Bisher habe ich hauptsächlich in der Hotellerie an
der Rezeption gearbeitet und es ist mir schon immer
sehr wichtig, in meiner Arbeit und auch privat viel
Kontakt zu meinen Mitmenschen zu pflegen.
die Telefonzentrale und die Assistenzvermittlung
zuständig. Somit bin ich Ihre/Deine neue Ansprechpartnerin für die Bezirke: Linz-Stadt, Perg, Freistadt,
Urfahr-Umgebung, Rohrbach, Eferding, Schärding, Grieskirchen, Ried und Braunau. Die Arbeit
macht mir großen Spaß, da sie sehr interessant und
abwechslungsreich ist.
Meine Freizeit verbringe ich am meisten und
liebsten mit meiner 2-jährigen Tochter. Ich arbeite
gerne im Garten, gehe spazieren, treffe Freunde und
lese gerne.
Ich freue mich, Sie/Dich am Telefon begrüßen und
bei den Vermittlungen unterstützen zu dürfen und
stehe bei Fragen gerne zur Verfügung!
Karin Hörmansdorfer (Empfang, Vermittlung)
vermittlung@p-ass.at
Seit 01. September 2014 arbeite ich bei der Persönlichen Assistenz GmbH am Empfang und bin für
13
Nr. 05
Allgemeines
BETRIEBSAUSFLUG NACH
SCHLIERBACH AM 24. OKTOBER 2014
Heuer organisierte unsere Betriebsrätin Angelika
Diwald einen Betriebsausflug für Mitarbeiter/
innen in das Genusszentrum Schlierbach.
Wir trafen uns im Panoramacafe und konnten dort
bei einer guten Tasse Kaffee den wunderschönen
Blick in die umliegende weite Landschaft genießen.
Zuerst gingen wir mit einem sehr erfahrenen Stiftsführer ins Stift. Dort sahen wir uns das gesamte
Gebäude mit der Schule und den Prunkräumen,
die Käseproduktion und die Glaserzeugung an. Bei
dieser Führung erfuhren wir nicht nur Zahlen und
geschichtliche Fakten, sondern auch sehr wertvolle
Lebensweisheiten über Zeit, Alltag und Eigenverantwortung.
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Danach gingen wir mit zwei blinden Mitarbeitern
des Genusszentrums in einen komplett abgedunkelten Raum. Dort konnten wir unsere Sinne im
Finstern beim Tasten, Riechen, Hören und Fühlen
stärken. Diese beiden nichtsehenden Menschen
gaben uns einen „EinBLICK“ in die Welt, wo das
Sehen fehlt.
Beim Mittagessen und der anschließenden Wanderung konnten wir ein bisschen plaudern und unsere
Kollegen/innen von rundherum kennenlernen.
Den Abend ließen wir im Gasthaus Schröck bei einer
guten Jause ausklingen.
Ulrike Bramberger (Persönliche Assistentin)
Allgemeines
FORUM ERLEBEN
ANKÜNDIGUNG
FRÜHLINGSFEST AM
FREITAG, DEN 17. APRIL 2015
Forum Erleben Reisen GmbH ist ein Reisebüro der
etwas anderen Art. „Am Leben teilhaben, sich und die
Welt entdecken und die Möglichkeit haben, unterwegs zu sein, wie alle anderen auch“. Nach dem Motto
„Reisen für Alle“, wollen die Reiseanbieter auch jenen
Menschen das Reisen ermöglichen, die Begleitung
oder Betreuung benötigen. Der Reisekatalog 2015
ist einsichtig – die Reiseziele teilen sich in Österreich-Trips, Städtereisen, Europareisen und Fernreisen.
Was liegt Ihnen/Dir im Zusammenhang mit Persönlicher Assistenz am Herzen? Schilderungen aus dem
Alltag, Ideen, Gedanken, Anregungen, Dank, usw.
Beim "offenen Podium" wird es möglich sein, all das
auszusprechen. Jeder der Lust hat, ist herzlich eingeladen mitzumachen.
Kontaktdaten:
Forum Erleben Reisen GmbH
Salzburger Straße 3
4870 Vöcklamarkt
Telefon: +43 7682 20431
www.forum-erleben.at
office@forum-erleben.at
Weiters bietet sich wieder die Gelegenheit eigene
Werke zu präsentieren bzw. zum Verkauf anzubieten.
Bezüglich Koordinierung der Ausstellungsflächen
bitte um Anmeldung bis spätestens 31. März 2015
unter sekretariat@p-ass.at oder 0732/711621 DW 22
Wir freuen uns auf Ihre/Deine Mitgestaltung
unseres Festes.
Eine schriftliche Einladung folgt per Post.
NACHRUF
NACHRUF
BEATE
SCHWAMBERGER
JOSEF
SIMA
Wir geben mit großer Betroffenheit
bekannt, dass Frau Beate Schwamberger, eine langjährige Auftraggeberin, ganz unerwartet am 14.10.2014
im Alter von 31 Jahren verstorben ist.
Unsere große Anteilnahme gilt ihrer
Familie und ihren Freunden/innen.
Wir geben mit großer Anteilnahme
bekannt, dass unser langjähriger
Auftraggeber Josef Sima am 13.12.2014
im 35. Lebensjahr verstorben ist.
Seiner Familie, den Freunden/innen
und den Persönlichen Assistenten/
innen gehört unser tiefes Mitgefühl.
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Nr. 05
TERMINE
1. Quartal 2015
TREFFEN FÜR AUFTRAGGEBER/INNEN
Steyr mit Esteban Grieb und Martin Reidinger
05. Februar 2015
16:00 Uhr
Steyr
17:30 bis 19:30 Uhr
Linz
U-30 Treffen
17. Februar 2015
IHRE/EURE
MEINUNG IST
UNS WICHTIG!
Leserbriefe bitte an
dialog@p-ass.at
oder per Post an die
Persönliche Assistenz GmbH,
Redaktionsteam Dialog
GRUNDKURSE FÜR PERSÖNLICHE ASSISTENTEN/INNEN
20./21. Jänner und 19./20. Februar 2015
Linz
24. bis 27. März 2015
Linz
14./15. April und 07./08. Mai 2015
Linz
FORTBILDUNGEN FÜR PERSÖNLICHE ASSISTENTEN/INNEN
Persönliche Assistenz in der Familie – Wer hat was zu sagen?
10. Februar 2015
Linz
Kinaesthetics
12. Februar 2015
Linz
Grundkurs Update
24. Februar 2015
Linz
EDV Grundlagen
10. März 2015
Linz
Achtsamkeit auf Körper und Lebensenergie
18. März/22. April 2015
Linz
Wertschätzender Umgang mit Sexualität
19. März 2015
Linz
Dein Bild von mir
30. März 2015
Linz
Basics 2.0 – warm, satt, sauber – genügt das?
16. April 2015
Linz
Medieninhaber:
Persönliche Assistenz GmbH
Edlbacherstraße 13/3, 4020 Linz
Tel.: 0732 / 71 16 21 - 0
Fax: 0732 / 71 16 21 - 20
Email: buero@p-ass.at
www.persoenliche-assistenz.at
Redaktionsteam:
Verena Aichinger, BA
(Assistenzbegleitung),
Angelika Diwald (Betriebsrat),
Mag. (FH) Edgar Hagmüller
(Assistenzleitung),
Manuela Lengauer (Sekretariat),
Martin Reidinger (IV-AG),
Josef Zweckmayr (Inklusa)
© Alle Rechte, insbesondere das
Recht der Vervielfältigung und
Verbreitung sowie Übersetzung,
vorbehalten. Kein Teil des Werkes
darf in irgendeiner Form ohne
schriftliche Genehmigung des
Medieninhabers reproduziert oder
unter Verwendung elektronischer
Systeme gespeichert, verarbeitet,
vervielfältigt oder verbreitet
werden. Druck- und Satzfehler
vorbehalten
Gestaltung:
Erste Hilfe Grundkurse
27./28. April 2015
IMPRESSUM
Linz
Ein herzliches Dankeschön den Autoren/
innen für das Verfassen der Artikel!
Wir ersuchen um Übermittlung der Beiträge für die nächste
Ausgabe bis Freitag, 06. März 2015 an dialog@p-ass.at.
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Seele and Geist
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