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UNABHÄNGIGE ÜBERPARTEILICHE TAGESZEITUNG
...
Augsburger Allgemeine
Finanzen
Wie Eltern richtig
für den Nachwuchs sparen
Geld & Leben
MONTAG, 26. JANUAR 2015
AUSGABE AS | NR. 20 | 71./164. JAHRGANG
Auf diplomatischem Parkett
Das leise Comeback
des Christian Wulff
Politik
Schneeschauer, 2 Grad
Teils etwas Schnee,
teils auch Sonne
Wetter
www.augsburger-allgemeine.de
PREIS ¤ 1,60
Im Namen Allahs
Haushoher Sieg
der Linkspartei
in Griechenland
Blickpunkt Lokales
Polizei ist abhörsicher
Während früher jedermann mit dem
Radio den Polizeifunk abhören
konnte, ist dieser inzwischen sicher.
Das wurde durch den neuen Digitalfunk möglich.
Wahl Alexis Tsipras wird wohl Regierungschef.
Bleibt Athen in der Euro-Zone?
Kommentar
VON WINFRIED ZÜFLE
» w.z@augsburger-allgemeine.de
Athen Griechenland steht vor einem
historischen Regierungswechsel: Bei
der Parlamentswahl wurde das
Linksbündnis Syriza mit deutlichem
Vorsprung stärkste Kraft. Die Partei
von Alexis Tsipras kam Hochrechnungen zufolge auf 36,5 Prozent der
Stimmen und legte damit im Vergleich zur Wahl 2012 um rund zehn
Prozentpunkte zu. „Wir haben heute Geschichte geschrieben“, sagte
Tsipras am späten Abend vor tausenden jubelnden Wählern im Zentrum Athens. Dennoch gab es eine
Zitterpartie, ob die Stimmen für die
absolute Mehrheit von 151 der 300
Sitze im Parlament ausreichen. Syriza profitiert von einer Besonderheit
des griechischen Wahlsystems:
Demnach erhält die stärkste Partei
einen Zuschlag von 50 Sitzen, um
die Chancen für die Bildung einer
starken Regierung zu erhöhen.
Die bislang regierenden Konservativen von Regierungschef Antonis
Samaras kamen lediglich auf 27,7
Prozent. Hochrechnungen zufolge
landeten die bislang mitregierenden
Sozialisten der Pasok, die 2009 noch
bei über 40 Prozent lagen, knapp unter fünf Prozent. Viele Stammwähler
der Pasok wählten demnach das
Linksbündnis Syriza. Die neue Partei des früheren sozialdemokrati-
schen Regierungschefs Giorgos Papandreou scheiterte wohl knapp an
der
Drei-Prozent-Hürde.
Die
rechtsextreme Partei Goldene Morgenröte, deren Führung im Gefängnis sitzt, lieferte sich mit der proeuropäischen Partei To Potami des früheren Fernsehmoderators Stavros
Theodorakis ein Rennen um den
dritten Platz bei einem Stimmenanteil von rund sechs Prozent.
Die Wahl gilt als richtungsweisend für den Verbleib des Landes in
der Euro-Zone. Tsipras will den von
den internationalen Geldgebern verordneten Sparkurs beenden und einen weitgehenden Schuldenerlass
erreichen. Sollte Tsipras seine Ankündigungen wahr machen, drohe
Griechenland der Ausstieg aus dem
Euro, warnten politische Gegner.
Der Syriza-Chef betonte im Wahlkampf jedoch, seine Partei wolle
Griechenland im Euro halten.
Die internationalen Geldgeber
hatten Athen in den vergangenen
Jahren mit Darlehen in Höhe von
rund 240 Milliarden Euro vor dem
Staatsbankrott bewahrt. Die EuroStaaten wollen eine Verlängerung
des Rettungsprogramms von Bedingungen an die neue Regierung abhängig machen. (afp, dpa, AZ)
»Kommentar und Politik
Jetzt muss
Tsipras liefern
D
Der Glaubenskrieg ist im Volkstheater angekommen
Für Generationen von Deutschen war Lessings
Theaterstück „Nathan der Weise“ aufklärerische
Schullektüre – nachdem die Nazis das humanistische
Werk verboten hatten. Jetzt, wenige Tage nach den
perfiden Attentaten von Paris, jetzt, in Zeiten
Dresdner Pegida-Demonstrationen, hat Lessings
Schauspiel wieder brisante Aktualität erlangt. Und
jetzt steht es auf dem Programm des Volkstheaters
München, dessen Intendant Christian Stückl das
Stück zuspitzt, indem er einen islamistischen Glaubenskrieger mit bewaffneten Gleichgesinnten ins
Spiel einführt (Bild oben). Während der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel mit Andersdenkenden in
Dresden spricht (Politik), wartet Melek hinterhältig
darauf, gegen Juden und Christen gewaltsam vorgehen zu können (Feuilleton).
Foto: Arno Declair
Droht der „Grexit“?
Bereits nach der Stimmabgabe feierte
Tsipras wie ein Wahlsieger.
Foto: dpa
Neuer Streit über
Umgang mit Pegida
Berlin SPD-Chef Sigmar Gabriel hat
mit seiner Teilnahme an einer Diskussion mit Pegida-Anhängern eine
Kontroverse über den Umgang mit
der islamkritischen Bewegung ausgelöst. Der Grünen-Politiker Volker Beck warf dem Vizekanzler eine
Aufwertung von Pegida vor. Auch
die Juso kritisierten den Parteichef.
Dieser hatte am Freitag in Dresden
an einer Diskussion der sächsischen
Landeszentrale für politische Bildung mit Anhängern und Gegnern
von Pegida teilgenommen. Er bekräftigte aber, dass es mit den Pegida-Organisatoren keine Gespräche
geben dürfe. Unterdessen versammelten sich am Sonntagnachmittag
in Dresden 17 000 Pegida-Anhänger
und hunderte Gegner der islamkritischen Bewegung zu neuen Demonstrationen. (afp)
»Politik
● Begriff Der Ausdruck „Grexit“
setzt sich aus „Greece“ und „exit“
zusammen und meint Griechenlands
Ausscheiden aus der Euro-Zone.
● Rechtliche Lage Ein solches Szenario ist ohne Vorbild, und es ist in
den EU-Verträgen auch nicht vorgesehen. So können die anderen Euro-Länder keinen Rauswurf Athens
beschließen. Theoretisch könnte
Griechenland allenfalls selbst seinen
Austritt erklären.
● Wahrscheinlichkeit Das Szenario, über das vor allem deutsche
Politiker diskutierten, gilt nicht als
realistisch. (AZ, dpa)
Widerstand gegen Stromautobahn
Energie 1000 Bürger protestieren in Oettingen. Dialog ohne Einigung
Oettingen Rund 1000 Menschen haben gestern in Oettingen (Landkreis
Donau-Ries) gegen die geplante
Stromtrasse
durch
BayerischSchwaben demonstriert. Die Teilnehmer der Kundgebung kamen dabei nicht nur aus der Region, sondern auch aus dem mittelfränkischen Landkreis Ansbach sowie aus
Baden-Württemberg. Als Redner
traten unter anderem die Landräte
Stefan Rößle (Landkreis DonauRies), Leo Schrell (Dillingen) und
Jürgen Ludwig (Ansbach) auf. Sie
kritisierten die Pläne des Netzbetreibers Amprion, Hochspannungsleitungen von Sachsen-Anhalt bis
zum Endpunkt in Gundremmingen
zu ziehen. Es fehle der Nachweis der
Notwendigkeit einer solchen Stromautobahn, betonten sie.
Den Streit um neue Stromtrassen
konnte auch der Energiedialog der
Staatsregierung nicht lösen. Wie am
Wochenende bekannt wurde, haben
sich die Mitglieder der zuständigen
Warum tut der Rücken weh?
Medizin Ulmer Forscher haben Bindegewebe als Übeltäter im Visier
VON SIBYLLE HÜBNER-SCHROLL
Ulm/Günzburg Chronische Rückenschmerzen sind hierzulande ein
Volksleiden. Immer wieder zeigen
Untersuchungen, dass Millionen
Deutsche von Rückenschmerz betroffen sind. Die Ursachen sind bekanntlich vielfältig: Wirbel- oder
Bandscheibenschäden, Fehlhaltungen, Stress, die Muskulatur ... Aber
Ulmer Forscher sind überzeugt,
dass es noch einen weiteren Übeltäter gibt, der lange zu wenig beachtet
wurde: die Faszien, im Falle von
Rückenschmerz genauer die sogenannte Thorakolumbalfaszie.
Faszien sind Bindegewebshäute,
die die Muskeln umhüllen und den
gesamten Körper durchziehen. Sie
geben dem Organismus Struktur
und Halt. Die Forschergruppe Fascia Research der Universität Ulm im
Bezirkskrankenhaus Günzburg hält
das Gewebe bei einem Teil der Patienten mit chronischen Rückenschmerzen für bedeutsam.
Dafür spreche etwa, dass das Gewebe reichlich Schmerzrezeptoren
enthalte. Aber auch Mikrorupturen,
kleinste Verletzungen der Faszien,
könnten eine Rolle spielen. Zudem
hat sich gezeigt, dass die Thorakolumbalfaszie – eine Bindegewebsplatte, die im Lendenbereich angesiedelt ist –, bei Männern, die an
chronischem Rückenschmerz leiden, oftmals verdickt ist.
Bei Bewegungsarmut oder mit
steigendem Alter werden die Fas-
zien nach Angaben der Forscher zunehmend unelastisch und trocken.
Sie können verkleben und verfilzen,
sodass sie nicht mehr problemlos auf
der Muskulatur gleiten können,
heißt es. Deshalb sollten auch die
Faszien gezielt trainiert und damit
fit gehalten werden.
In der Faszientherapie sehen die
Ulmer Wissenschaftler eine Ergänzung zu anderen Methoden in der
derzeit üblichen Behandlung des
Rückenschmerzes; einen zusätzlichen Baustein, der gefehlt habe. Sie
hoffen, damit künftig mehr Menschen mit chronischem Rückenschmerz helfen zu können. Und:
Die Faszienforschung sehen sie momentan weltweit in einer „Aufbruchstimmung“.
»Gesundheit
Arbeitsgruppe bis zum Schluss nicht
auf einen Kompromiss verständigt.
Demnach hält zwar eine Mehrheit
zumindest eine neue Hochspannungsleitung nach Bayern für notwendig. Die Trassengegner bleiben
aber bei ihrem klaren Widerstand.
Damit ist jetzt Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) am Zug. Sie
will ihre Entscheidung am 2. Februar treffen und dann mit dem Kabinett und der CSU-Fraktion abstimmen. (jaka, dpa)
»Bayern
Neureuther wieder
auf dem Podest
Kitzbühel Felix Neureuther hat die
Serie seiner Podestplätze fortgesetzt. Beim Slalom in Kitzbühel
schaffte es der
30-Jährige
auf
Rang drei. Neureuther fehlten 63
Hundertstelsekunden auf den
Schweden Mattias
Felix Neureuther
Hargin.
● Schempp folgt
Greis Simon Schempp wandelt auf
den Spuren von Michael Greis. Wie
der Allgäuer hat Schempp im Biathlon erstmals drei Weltcup-Rennen
am Stück gewonnen.
● Handballer gegen Ägypten
Die
deutschen Handballer treffen heute
im WM-Achtelfinale (16.30 Uhr/
Sky) auf Ägypten. (AZ)
»Sport
ie Griechen haben klarer als erwartet für den Wechsel gestimmt. Die Linkspartei Syriza hat
die bisher tonangebenden Konservativen um Längen abgehängt. In
Athen beginnt eine neue Ära.
Der junge Volkstribun Alexis
Tsipras hat den Griechen erfolgreich eingeredet, dass der radikale
Sparkurs beendet werden muss,
weil dieser das Wachstum abwürgt.
Das Argument ist auch in anderen
Südländern zu hören. Und tatsächlich: Zum Beispiel in Griechenland
ist von Wachstum, das zu höheren
Steuereinnahmen führt, mit denen
man dann Schulden zurückzahlen
kann, nichts zu spüren. Doch dabei wird übersehen, dass nur Reformen das Fundament schaffen können, auf dem nachhaltiges Wachstum gedeiht.
Es wird spannend sein zu sehen,
wie sich der neue strahlende Held
aus Athen in der Praxis schlägt. Er
darf die Griechen nicht enttäuschen, kann aber auch die europäischen Partner und die internationalen Geldgeber nicht überfordern.
Doch Kompromisslinien sind
längst erkennbar. Ein neuer Schuldenschnitt ist denkbar. Und um
Reformen, vor allem im Steuerwesen, wird auch Tsipras nicht herumkommen. Ein Zuckerschlecken
wird es auch für ihn nicht werden.
Heute in Ihrer Zeitung
Raketen töten 30 Zivilisten
Der Konflikt in der Ostukraine eskaliert. Am Wochenende starben
bei einem Raketenangriff auf die
Hafenstadt Mariupol 30 Zivilisten.
Der Westen macht prorussische Rebellen verantwortlich.
»Politik
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