close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Information zur Pressekonferenz

EinbettenHerunterladen
INFORMATION
zur Pressekonferenz
mit
Sozial-Landesrätin Mag.a Gertraud Jahn
am
22. Jänner 2015
zum Thema
"Ein Jahr Sozial-Landesrätin Gertraud Jahn – Bilanz und
Ausblick"
Weiterer Gesprächsteilnehmer:
Mag. Albert Hinterreitner
Bilanz und Ausblick Sozialressort
2
1. EINLEITUNG
Das oberösterreichische Sozialressort bietet umfangreiche Leistungen für die
Oberösterreicher/innen – von der frühen Kindheit bis ins hohe Alter
Vor einem Jahr hat Landesrätin Mag.a Gertraud Jahn das oberösterreichische Sozialressort
mit
den
Themenbereichen
Soziales
(Altenpflege
und
-betreuung,
Menschen
mit
Beeinträchtigungen, Grundversorgung für Asylwerber/innen, Integration von Menschen mit
Migrationshintergrund, Kinder- und Jugendhilfe) sowie Jugendschutz und Tierschutz
übernommen. Im ersten Jahr konnten zahlreiche neue Projekte und Initiativen umgesetzt
und Bewährtes weitergeführt werden. Dazu zählen unter anderem ....
Soziales
-
Altenpflege-
und
betreuung:
Qualitative
Weiterentwicklung
und
Fortsetzung
Neubau/Erneuerungsoffensive von Heimplätzen
-
Menschen mit Beeinträchtigungen: Novellierung des Chancengleichheitsgesetzes mit
Verbesserungen der Angebote, Initiative für die Schaffung eines Inklusionsfonds
(vormals "Behindertenfonds), Angebotsausbau ohne zusätzliche, finanzielle Mittel
-
Asylwerber/innen: Bewältigung der Flüchtlingskrise durch die Schaffung neuer, kleinerer
Quartiere unter aktiver Einbindung der betroffenen Gemeinden
-
Kinder- und Jugendhilfe: neues Kinder- und Jugendhilfegesetz mit qualitativen
Verbesserungen u.a. durch die Einführung eines 4-Augen-Prinzipes bei der Abklärung
von Gefährdungsmeldungen
Jugendschutz
-
Bestmöglicher Schutz unserer Jugend durch die Novelle des Jugendschutzgesetzes:
Verbot von Shishas/E-Sishas/E-Zigaretten bis zum vollendeten 16. Lebensjahr.
Prävention durch Testkäufe im Einzelhandel und bei Tankstellenshops.
Die Leistungen des Ressorts von Landesrätin Mag.a Jahn erstrecken sich über alle
Altersgruppen unserer Gesellschaft und tragen wesentlich dazu bei, soziale Risiken zu
vermeiden, auszugleichen oder zu vermindern und bei unterschiedlichsten Problemlagen
bzw. Herausforderungen unterstützend einzugreifen. "Jede/jeder kann im Laufe seines
Lebens in Situationen geraten, in denen sie/er die Hilfe anderer benötigt. Ich möchte als
Sozial-Landesrätin den Oberösterreicher/innen die Sicherheit geben, dass die Gesellschaft der Sozialstaat - für sie auch da ist, wenn sie Hilfe und Unterstützung brauchen. Um den
oberösterreichischen
Weg
einer
qualitativen
Versorgung,
einer
möglichst
hohen
Selbstbestimmung auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten weiter gehen zu können, habe
ich mir drei Leitlinien gesetzt. Erstens, an sozialen Innovationen zu arbeiten, zweitens, die so
Pressekonferenz am 22. Jänner 2015
Bilanz und Ausblick Sozialressort
3
wertvolle Funktion des Sozialstaates sichtbar zu machen und drittens, das Budget so
zielgerichtet wie möglich einzusetzen und Optimierungsmöglichkeiten auszuschöpfen. Denn
auch in Zukunft müssen sich die Menschen auf eine gute Versorgung, unabhängig vom
jeweiligen Einkommen, verlassen können", so Jahn.
Viele Sektoren des oberösterreichischen Sozialressorts sind seit Jahrzehnten mit steigenden
Bedarfen konfrontiert. Mit dem Einsetzen der Wirtschaftskrise und der damit verbundenen
deutlichen Reduktion der Budgetzuwächse stellt die Deckung zusätzlicher Bedarfe eine
enorme Herausforderung dar:
2. MENSCHEN MIT BEEINTRÄCHTIGUNGEN
OÖ kann derzeit den Bedarf an Wohn-, Arbeits- und Beschäftigungsplätzen für Menschen
mit Beeinträchtigungen nicht abdecken.
Den dynamischsten Bereich im Sozialressort stellen die Angebote für Menschen mit
Beeinträchtigungen. Oberösterreich steht hier weiterhin mit den stark wachsenden
Bedarfen vor großen Herausforderungen. Menschen mit Beeinträchtigungen werden dank
des guten Umfelds immer älter; viele Eltern benötigen inzwischen selbst Unterstützung und
fallen
damit
als
Betreuungspersonen
aus;
immer
mehr
junge
Menschen
mit
Beeinträchtigungen wollen berechtigterweise ihren eigenen Weg gehen und aus dem
Elternhaus ausziehen. Aktuell fehlen ca. 3.500 Wohn- und 2.300 Beschäftigungsplätze für
Menschen mit Beeinträchtigung. Diese Herausforderung ist für ein Bundesland alleine nicht
mehr zu bewältigen, deshalb braucht es mit der Schaffung eines Inklusionsfonds den
finanziellen (zweckgewidmeten) Einstieg des Bundes.
Novelle zum Oö. Chancengleichheitsgesetz (Oö. CHG) stand unter dem Zeichen der
Optimierung und brachte Verbesserungen für Menschen mit Beeinträchtigungen
Die Novellierung des Oö. CHG im Jahr 2014 stand unter dem Zeichen der Optimierung von
Verwaltungsabläufen und Leistungen. Auch wesentliche Maßnahmen zur Umsetzung der
UN-Behindertenrechtskonvention wurden berücksichtigt. So wurde in der persönlichen
Assistenz
das
sogenannte
Auftraggebermodell
eingeführt.
Menschen
mit
Beeinträchtigungen, die dazu in der Lage sind, organisieren sich diese Dienstleistung
eigenständig (war bisher nur über einen Angebotsträger möglich). "Da Verwaltung und
Organisation durch einen Angebotsträger wegfallen, können mit denselben finanziellen
Mitteln mehr Leistungsstunden in Anspruch genommen und der Grad an Selbstbestimmung
noch einmal erhöht werden", so Sozial-Landesrätin Jahn. Das Angebot der Frühförderung
wurde um die Familienbegleitung erweitert. Familien können nun bei Bedarf neben der
Pressekonferenz am 22. Jänner 2015
Bilanz und Ausblick Sozialressort
4
Frühförderung auch eine Unterstützung in der Erziehung erhalten. "Als einen kleinen, aber
besonders wichtigen Meilenstein" bezeichnet die Landesrätin die Neuerung, Bescheide in
"Leichter Verständlich" und auf Wunsch in "Leicht Lesen" zu verfassen. " Damit nehmen wir
europaweit im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention eine Vorbildfunktion ein".
Mit dem Ziel einer Angebotsausweitung ohne zusätzliche finanzielle Mittel wurden
entsprechende Kostendämpfungsmaßnahmen vereinbart/gesetzt.
-
Im Bereich der Arbeitsplätze werden z.B. mit Hilfe der Trägerorganisationen in den
nächsten drei Jahren jeweils zusätzlich 40 Plätze geschaffen.
-
Auch in der persönlichen Assistenz wird durch weitere Optimierungsschritte eine
zusätzliche Preissenkung gelingen.
-
Vor allem durch eine verbesserte "Zuweisungs- und Aufnahmepraxis" wird die
Auslastung der "Kurzzeitunterbringung" erhöht, sodass 20 zusätzliche Dauerwohnplätze
geschaffen werden können.
Neuorganisation der Krisenhilfe im Bereich der psychiatrischen Vor- und Nachsorge
Die Krisenhilfe im Bereich der psychiatrischen Vor- und Nachsorge wird in Oberösterreich
neu organisiert. Trägerorganisationen, welche bis jetzt Leistungen in diesem Bereich
angeboten haben, bündeln mittels eines landesweiten Krisenplans ihre Ressourcen in einem
Trägerverbund. Dadurch kann künftig ein flächendeckendes Angebot in Oberösterreich
sichergestellt werden. "Ab 2016 werden die Oberösterreicher/innen die mobile Krisenhilfe
und genügend regionale Beratungsmöglichkeiten im ganzen Bundesland in Anspruch
nehmen können", so Landesrätin Gertraud Jahn.
"Sozial innovativ" – Forschung und Entwicklung für Menschen mit Beeinträchtigungen in OÖ
Das Kompetenznetzwerk Informationstechnologie zur Förderung der Integration von
Menschen mit Behinderungen (KI-I) entwickelt und forscht an technischen Innovationen, die
Menschen mit Behinderungen das Leben im Alltag erleichtern. So werden bspw.
Steuerungen entwickelt, die es Menschen mit Beeinträchtigungen – aber auch älteren
Menschen – ermöglichen, mit Kopfbewegungen, Augenbewegungen oder dem Mund Geräte
zu steuern. Es wird die Lebensqualität für beeinträchtigte Menschen wesentlich erhöht, wenn
in einer Wohnung das Licht, die Jalousien, Computer oder der Fernseher bedient werden
können. Mit Spezialjoysticks können auch ferngesteuerte Spielzeuge bedient werden. Damit
können auch Kinder mit Beeinträchtigungen Dart spielen oder einen Hubschrauber steuern.
Mit dem vom KI entwickelten EasyMailer können ganz einfach und bedienerfreundlich EMails gesendet und empfangen sowie E-Mail-Adressen verwaltet werden.
Pressekonferenz am 22. Jänner 2015
Bilanz und Ausblick Sozialressort
5
3. ALTENPFLEGE UND -BETREUUNG
Auch in der Altenpflege und -betreuung steht Oberösterreich ein überproportionales
Wachstum der pflege- und betreuungsbedürftigen Personen bevor. Hier und in allen anderen
Bereichen soll der erfolgreiche oberösterreichische Weg einer flächendeckend gleich guten
Qualität im gesamten Land fortgesetzt werden. "Unabhängig von ihrem Einkommen sollen
alle Oberösterreicher/innen in Würde alt werden können", erläutert Sozial-Landesrätin Mag.a
Jahn. Aktuell sind die Bedarfsdeckungsgrade in den Bezirken – historisch gewachsen - noch
unterschiedlich. Eine der Zielsetzungen des in Überarbeitung befindlichen Bedarfs- und
Entwicklungsplans liegt darin, die unterdurchschnittlich ausgebauten Bezirke zumindest an
den Oberösterreichschnitt heranzuführen.
Im Bereich der Alten- und Pflegeheime lag einer der Schwerpunkte, der gemeinsam mit den
Heimträgern auch in den kommen Jahren fortgeführt wird, in der inhaltlich-konzeptiven
Weiterentwicklung der Häuser bzw. generell der qualitativen Weiterentwicklung. Eines der
Beispiele für diese konzeptive Weiterentwicklung war im Jahr 2014 die Eröffnung der ersten
"Oase für Menschen mit Demenz" im Bezirksseniorenheim Sarsteinerstiftung in Bad Ischl
unter der Trägerschaft des Sozialhilfeverbandes Gmunden. Mit dieser "Oase", die auch
ausschließlich für diese Zielgruppe zur Verfügung steht, kann wesentlich besser auf die
Situation an schwerer und schwerster Demenz leidender Bewohner/innen eingegangen
werden. Anstelle der sonst in Alten- und Pflegeheimen üblichen Ein-PersonenWohneinheiten wurde hier eine Räumlichkeit für sechs Bewohner/innen (die sog. Oase)
geschaffen, in der sich eine untertags ständig anwesende Betreuungsperson intensiv den
Bewohner/innen widmen kann. Auch die Neubau- und Erneuerungsoffensive wird in den
kommenden Jahren fortgesetzt. So konnten im Jahr 2014 in Oberösterreich knapp 430
Alten- und Pflegeheimplätze in sechs Heimen neu errichtet oder saniert werden. In den
Jahren 2015 – 2017 sollen in dieser Bilanz rd. 1.400 Plätze in 16 Heimen dazukommen.
Schnittstelle Altenpflege und –betreuung und Menschen mit Beinträchtigungen
Eine der Ankündigungen von Sozial-Landesrätin Jahn zu Ressortantritt lag in der
Implementierung von innovativen Projekten, die an der Nahtstelle zwischen Altenpflege und
-betreuung und Menschen mit Beeinträchtigungen angesiedelt sind, um – dort wo es
sinnvoll ist - die bisher starren Systemgrenzen zwischen diesen Bereich zu überwinden. In
zwei ersten Pilotprojekten wird diese Zielsetzung realisiert.
Seit Herbst 2014 ist eine von zwei geplanten Wohngruppen im Alten- und Pflegeheim
Schloss Hall der Caritas (in Bad Hall) mit neun Plätzen in Betrieb, in der Menschen ab 50
Jahren mit sehr hohem Pflege- und Betreuungsbedarf (bspw. nach einem Schlaganfall)
Pressekonferenz am 22. Jänner 2015
Bilanz und Ausblick Sozialressort
6
versorgt werden. In den derzeit in Planung befindlichen Neubau des Alten- und
Pflegeheimes Ansfelden-Haid wird eine Wohngruppe von sechs Menschen mit apallischem
Syndrom integriert, die vom Träger des Hauses dem Sozialhilfeverband Linz-Land geführt
werden wird. Mit diesen Pilotprojekten können erstmals Synergieeffekte zwischen der
Altenpflege/betreuung und dem Angebotsbereich der Menschen mit Beeinträchtigungen
erzielt werden. Zudem soll und wird diese Zusammenarbeit voraussichtlich zu einem
gegenseitigen Austausch und einer damit verbundenen Weiterentwicklung führen.
4. KINDER- UND JUGENDHILFE
Neues Kinder- und Jugendhilfegesetz
Ebenfalls im Jahr 2014 wurde das neue Oö. Kinder- und Jugendhilfegesetz beschlossen.
Dieses Gesetz bringt entscheidende qualitative Verbesserungen in der Arbeit der Kinderund Jugendhilfe, etwa durch die Einführung eines "4-Augen-Prinzipes" bei der Abklärung von
Gefährdungen. Durch die Einbeziehung von zwei Sozialarbeiter/innen gibt es mehr
Sicherheit für alle Beteiligten, also neben dem verbesserten Kinderschutz auch mehr
Sicherheit
für
die
Sozialarbeiter/innen
in
Entscheidungsprozessen.
Auch
die
Schulsozialarbeit der Kinder- und Jugendhilfe sowie die logopädische Betreuung im
vorschulischen Bereich sind darin landesgesetzlich vorgesehen und damit rechtlich
abgesichert.
Schulsozialarbeit (SuSA)
"SuSA – abgekürzt für Schule und Sozialarbeit – ist ein Bindeglied zwischen Stützsystemen
der Schule und den Leistungen der Jugendwohlfahrt, wenn familiäre Probleme sich massiv
auf den Schulalltag auswirken, vielleicht sogar Schulverweigerung oder Suspendierung
drohen. An dieser Stelle bieten Schulsozialarbeiter/innen der Kinder- und Jugendhilfe OÖ
Hilfe an, indem sie die Eltern beraten oder zu anderen Hilfsangeboten begleiten. Der
Großteil der Arbeitszeit der SuSA-Sozialarbeiter/innen ist Betreuungsarbeit in und mit den
Familien. Inzwischen ist SuSA in allen Bezirken mit 62 Schulsozialarbeiter/innen präsent.
Elternbildung
-
Jedes Jahr finanziert die Kinder- und Jugendhilfe mit dem Ziel der Elternbildung in vielen
Gemeinden rund 300 Vorträge und 300 mehrteilige Seminare und Workshops. Im Angebot
der Kinder- und Jugendhilfe können sich Eltern, auch ganz individuell auf ihre Bedürfnisse
zugeschnitten, von Fachleuten beraten lassen und sich damit persönlich in ihrer Elternrolle
weiterbilden. So wird bspw. eine völlig erschöpfte Mutter von einer Psychologin der IGLUBeratungsstelle begleitet, damit ihr Baby einen Schlafrythmus erlernen kann. Oder das
Pressekonferenz am 22. Jänner 2015
Bilanz und Ausblick Sozialressort
7
Elternpaar, das in der Erziehungs- und Familienberatungsstelle Rat sucht, weil es sich
wegen der Kindererziehung ständig in den Haaren liegt, oder die Eltern eines
sprachauffäligen
Vierjährigen,
denen
eine
Logopädin
mit
Hilfestellungen
und
Therapieangeboten weiterhilft, oder, oder.... Möglichst zeitgerechte Hilfe anzubieten ist, wie
so oft, besonders wichtig. Im Bereich Elternbildung werden - zusätzlich zu den oben
genannten Angeboten – im Jahr 2015 besondere Schwerpunkte gesetzt:
-
Im Bezirk Linz-Land wurden zwei Sozialarbeiter/innen zu SAFE-Mentor/innen ausgebildet
(SAFE = Sichere Ausbildung für Eltern). Am 22. Februar startet in Leonding die erste
SAFE-Elterngruppe. Hier werden werdende Eltern 1 1/2 Jahre in der Gruppe begleitet.
Ziel ist, ihnen Sicherheit zu vermitteln, damit sie mit ihrem Baby eine sichere Bindung
aufbauen können, als Fundament für die spätere gute Entwicklung.
-
In der Stadt Wels startet ein Pilotprojekt, wo frischgebackene Eltern zu Hause von einer
Hebamme oder Kinderkrankenschwester besucht werden, um sicherzustellen, dass sie
mit dieser neuen Familiensituation zurechtkommen und zu klären, ob sie Unterstützung
brauchen.
-
In der Landesfrauen- und Kinderklinik und bei den Barmherzigen Brüdern wird in
Ambulanzen, die von Eltern mit kleinen Kindern besucht werden, über die hauseigenen
Infoscreens über das Angebot der Eltern-/Mutterberatung informiert. Gezeigt wird ein
Kurzfilm über das fachliche Angebot.
Logopädie - Neues Modell des Sprachförderung im Kindergarten
Ein weiterer innovativer Ansatz im Sozialressort ist es, Kinder bereits zwei Jahre vor
Schuleintritt in der Sprachentwicklung zu erfassen, um bis zum Schuleintritt ausreichend Zeit
für notwendige Therapie zu haben. Erstmals steht den Logopädinnen landesweit
einheitliches Testmaterial zur Verfügung.
5. JUGENDSCHUTZ
Verbot von E-Shishas und E-Zigaretten
Gesellschaftliche
Veränderungen
machen
immer
wieder
gesetzliche
Anpassungen
notwendig, die den Schutz unserer Kinder und Jugendlichen gewährleisten. "Mit
1. Dezember 2014 trat die Novelle zum Oö. Jugendschutzgesetz in Kraft. Damit wird der
Erwerb und Konsum von Shishas, E-Shishas und E-Zigaretten bis zum vollendeten
16. Lebensjahr verboten. "Die Gefahren dieser Produkte werden vielfach unterschätzt. Mit
dem Verbot wollen wir die Kinder und Jugendlichen vor schädlichen Einflüssen schützen.
Pressekonferenz am 22. Jänner 2015
Bilanz und Ausblick Sozialressort
8
Begleitend ist es aber notwendig, verstärkt Aufklärung und Information zu betreiben", so die
für den Jugendschutz zuständige Landesrätin Jahn.
Testkäufe zu Alkohol und Nikotin
Als präventive und aufklärende Maßnahmen haben sich die im Jahr 2014 durchgeführten
Testkäufe im Jugendschutz bestens bewährt. Mit einer standardisierten Vorgehensweise
wurden Lebensmittel-Einzelhandelsbetriebe und Tankstellenshops dahingehend getestet, ob
sie gebrannten Alkohol und Zigaretten an Jugendliche unter 16 Jahren abgeben. Dabei
wurde festgestellt, dass in rund einem Drittel der Betriebe die geltenden Bestimmungen nicht
eingehalten wurden und hier noch großer Aufklärungsbedarf besteht. Die Testkäufe sind ein
gutes Instrument der Bewusstseinsbildung vor Ort, weil sie das direkte Gespräch mit den
Verkäufer/innen und Verkäufern ermöglichen. 2015 werden die Testkäufe auch auf die
Gastronomie ausgeweitet.
6. ASYL IN OBERÖSTERREICH
Das Land Oberösterreich ist gesetzlich dazu verpflichtet, durch eine 2004 abgeschlossene
Vereinbarung zwischen Bund und Ländern, hilfs- und schutzbedürftige Flüchtlinge
aufzunehmen und zu versorgen. Diese Verpflichtung hat das Bundesland 2014 vor eine
enorme Herausforderung gestellt, da aufgrund der verheerenden Kriegssituation im nahen
Osten der Flüchtlingsstrom stark zugenommen hat.
Insgesamt suchten 27.691 Menschen im vergangenen Jahr um Asyl in Österreich an, im
Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung der Antragszahlen um 58 Prozent.
Ähnlich hohe Antragszahlen wurden zuletzt im Jahr 2003 (32.359 Asylanträge) verzeichnet.
Oberösterreich hat sich seiner Verantwortung gestellt und die Herausforderung bisher gut
gemeistert. Im Jahr 2014 wurden in Oberösterreich 1.437 zusätzliche Plätze für Flüchtlinge
geschaffen, davon mehr als 1.300 im letzten Halbjahr. Dieser ernorme Kraftaufwand war nur
zu bewältigen, weil eine Welle der Solidarität durch die Bevölkerung geht und leerstehende
Wohnungen und Häuser für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt werden. Im Sinne einer sozial
verträglichen Verteilung wird versucht, die Flüchtlinge in kleinen Gruppen - über möglichst
viele Gemeinden verteilt - zu beherbergen. "Massenunterkünfte tragen nicht zu einem
gelingenden Zusammenleben bei und sind der Integration nicht zuträglich, daher werden
diese von uns ganz klar abgelehnt," so Landesrätin Jahn.
Die Krise dauert 2015 weiter an. Deshalb wird mit Hochdruck an der Schaffung
ausreichender, kleinerer Quartierplätze gearbeitet. Flüchtlinge, die anerkannt wurden, gilt es
Pressekonferenz am 22. Jänner 2015
Bilanz und Ausblick Sozialressort
rasch zu integrieren.
9
Die Herausforderung für 2015 besteht darin, ausreichend
Deutschkursmöglichkeiten für die Flüchtlinge anbieten zu können. Da das Erlernen der
Sprache des neuen Landes eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen erfolgreichen
Start in ein eigenständiges Leben ist, wird auch 2015 hier ein Schwerpunkt gesetzt. "Ich
ersuche die Bevölkerung auch weiterhin, offen auf die Flüchtlinge zuzugehen und ihnen die
Hand zu reichen. Diese Menschen haben Schlimmes hinter sich und sind unglaublich
dankbar für jedes freundliche Wort oder Lächeln, das ihnen entgegengebracht wird",
appelliert Jahn.
7. INTEGRATION
"Integration ist ... was wir daraus machen!"
Dieser Satz gilt als eine der Leitideen der istOÖ - Integrationsstelle des Landes OÖ, die im
Jahr 2001 eingerichtet wurde. Die istOÖ versteht es als ihre Aufgabe, Integrationsprojekte
und
-initiativen
des
Landes
zu
koordinieren,
Akteurinnen
und
Akteure
in
der
Integrationsarbeit zu unterstützen und neue Entwicklungen zu erkennen. Das Thema
Integration durchzieht als Querschnittmaterie sämtliche gesellschaftliche Teilbereiche
(Bildung, Arbeit, Gesundheit, Wohnen, Freizeit, etc.) und richtet sich an sämtliche
Gesellschaftsgruppen (Kinder, Jugendliche, Eltern, Arbeiterinnen und Arbeiter, die ältere
Bevölkerung etc.) in ihrer Vielfalt. Wichtig ist es, gesellschaftliche Vielfalt als Tatsache
anzuerkennen und Partizipation bzw. Teilhabe als eine der Voraussetzungen für ein
gelingendes Zusammenleben und somit Integration zu sehen.
Neben der gezielten Förderung von Maßnahmen, Projekten und Initiativen stellt für
Landesrätin Gertraud Jahn die regionale und kommunale Integrationsarbeit einen der
Schwerpunkte auf strategischer Ebene dar. Diese ist deshalb von Bedeutung, weil
erfolgreiche Integration vor Ort der Schlüssel zu einer funktionierenden Gesellschaft und
einem gelingenden Zusammenleben ist. „Nirgends wird Integration spürbarer als im täglichen
Miteinander der Menschen vor Ort“, betont Jahn. Daher wird 2015 an der strategischen
Weiterentwicklung
der
regionalen
Integrationsbüros
gearbeitet
und
ein
Lehrgang
Integrationskompetenz vor Ort geschaffen.
Die Zusammenarbeit mit Migranten/innen-Selbstorganisationen stellt einen weiteren Fokus
der Arbeit der Integrationsstelle des Landes OÖ dar. In diesem Zusammenhang lud
Landesrätin Jahn die Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlichster ethnischer Vereine in
OÖ im Dezember 2014 erstmals zu einem Informationsabend, um gemeinsam mit
Pressekonferenz am 22. Jänner 2015
Bilanz und Ausblick Sozialressort
10
Expertinnen und Experten zum Thema Jugend und (Aus-) Bildungsmöglichkeiten zu
informieren.
Ein weiteres Highlight des Jahres 2014 war die Integrationskonferenz des Landes OÖ, die im
Mai zum Thema "Integration ist ... was wir daraus machen! – Potentiale entfalten, Innovation
ermöglichen" bereits zum siebten Mal stattfand. Die Integrationskonferenz dient einerseits
zur Information über gesellschaftspolitisch relevante Entwicklungen im Zusammenhang mit
Migration und Integration. Sie bietet den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aber auch die
Möglichkeit, sich über die neuesten Entwicklungen und deren Relevanz für die
Integrationsarbeit in Oberösterreich auszutauschen und über gemeinsame Aktivitäten für
spezifische Herausforderungen zu beraten. Für das Jahr 2015 sind unter anderem folgende
Veranstaltungen bzw. Schwerpunkte geplant:
-
8. Integrationskonferenz des Landes OÖ, am Dienstag, den 2. Juni 2015 im OÖ
Kulturquartier
-
Veröffentlichung des 3. Umsetzungsberichtes zum Integrationsleitbild des Landes OÖ
-
weitere
Intensivierung
der
regionalen
und
kommunalen
Integrationsarbeit
in
Zusammenarbeit mit ausgewählten Trägerorganisationen
-
weitere Informationsangebote von Landesrätin Gertraud Jahn für Vertreterinnen und
Vertretern der Migranten/innen-Selbstorganisationen
8. TIERSCHUTZ
2014 wurde das oberösterreichische Tierschutzportal weiter ausgebaut. Damit kann man
rund um die Uhr auf einer Homepage nach abgängigen Haustieren suchen. Aber auch auf
der Suche nach neuen Haustieren wird man fündig, da auch die Tiere der Tierheime dort
erfasst sind. Somit kann man rasch und unkompliziert nach seinem Wunschtier suchen.
Insgesamt wurden jährlich rund 1.400 Fundtiere pro Jahr über das Portal erfasst.
Am
Welttierschutztag im Oktober fand wieder der Tag der offenen Tür in den Tierheimen statt.
Viele Besucher/innen hatten die Möglichkeit, ein attraktives Rahmenprogramm in den
Tierheimen zu erleben.
2015 wird es erstmals ein Treffen aller Landestierschutzreferent/innen geben. Ebenfalls im
heurigen Jahr stehen die Sanierungen der Tierheime in Linz und Freistadt an. Ein
wesentlicher Schwerpunkt im Tierschutzressort liegt im kommenden Jahr in der Vermittlung
des richtigen Umgangs mit Tieren, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen.
Pressekonferenz am 22. Jänner 2015
Bilanz und Ausblick Sozialressort
11
9. ENTWICKLUNG DES LANDES-SOZIALBUDGETS
Der Sozialstaat kommt aufgrund der immer stärker lahmenden Konjunktur von zwei Seiten
unter Druck. Einerseits steigt das Sozialbudget aufgrund verringerter Budgeteinnahmen nur
gering, andererseits steigt der Bedarf an Unterstützungsleistungen (da wegen der
Wirtschaftskrise immer mehr Personen diese in Anspruch nehmen müssen). "Daher ist es
absolut notwendig, die Konjunktur durch zusätzliche Maßnahmen so rasch als möglich zu
stärken. Jedes Prozent Wirtschaftswachstum bringt zusätzlich österreichweit 1,5 Mrd. Euro
an Steuereinnahmen und hält und bringt Menschen in Beschäftigung. Ein wichtiger Faktor
am Arbeitsmarkt ist auch der Sozialbereich. In Oberösterreich arbeiten mittlerweile rund
23.500 Menschen in diesem Sektor, so Jahn.
Das Kernbudget der Abteilungen Soziales und Kinder- und Jugendhilfe des Landes wird von
2014 auf 2015 um 3,76 Prozent erhöht und beträgt ca. 497 bzw. 26 Mio. Euro. Unter
Einrechnung von Grundversorgung und Pflegefonds (hier werden rd. 90 Prozent an
Sozialhilfeverbände und Statutarstädte weiter verteilt) ergibt dies ein Gesamtbudget des
Sozialressorts für 2015 von knapp 585 Mio. Euro. Den mit Abstand größten Anteil - knapp 79
Prozent am Budget der Abteilung Soziales -
nehmen auch 2015 die Leistungen für
Menschen mit Beeinträchtigungen ein. (siehe Tabelle im Anhang)
Pressekonferenz am 22. Jänner 2015
Bilanz und Ausblick Sozialressort
12
Sozialbudget - Vergleich Voranschlag 2013 -2015
Oö. ChG-Pflicht
"ProduktVA 2014
verteilung"
VA 2015
"Produktverteilung"
376.975.600
74,21%
356.697.000
73,39%
22.617.500
4,45%
24.207.500
4,98%
9.504.100
1,87%
7.782.900
1,60%
900.000
0,18%
761.400
0,16%
Soziale Dienste
25.100.000
4,94%
27.357.000
5,63%
Freie Wohlfahrt
19.533.300
3,85%
20.139.200
4,14%
7.893.900
1,55%
8.145.700
1,68%
Oö. ChG-Ermessen
BMSG-Pflicht - Wohnungslosenhilfe (ohne Frauenhäuser)
BMSG-Förderungen
Frauenhäuser, Schuldnerberatung, Sozialberatungsstellen
Integration
5.175.000
1,02%
5.200.000
1,07%
Alten- und Pflegeheime-Investförderung
3.000.000
0,59%
3.000.000
0,62%
SHG-24-Stunden-Betreuung
6.520.300
1,28%
6.617.400
1,36%
Sonstiges
2.200.000
0,43%
2.138.600
0,44%
* abzüglich Hilfen in besonderen sozialen Lagen 2014
* abzüglich Übertragung an Wirtschaft 2014
Erhöhung im Vergleich zum Vorjahr -
Kernbudget Abteilung Soziales
479.419.700
3,76%
462.046.700
28.562.800
5,62%
24.000.000
507.982.500
100,00%
Grundversorgung
Kernbudget Abteilung Soziales + Grundversorgung
Pflegefonds
Gesamtbudget Abteilung Soziales
Jugendwohlfahrt
588.000
7.303.000
486.046.700
50.400.000
39.312.300
558.382.500
525.359.000
26.348.580
3,76%
4,94%
100,00%
25.394.700
Sozialressort gesamt (bereinigt)
584.731.080
550.753.700
* sind in den einzelnen Budgetgruppen bereits mit Abzug berücksichtigt; diese Mittel wurden in andere Ressorts übertragen
OÖ ChG gesamt
399.593.100
78,66%
380.904.500
78,37%
* in blau und gelb sind die jeweiligen "Produktverteilungen" für die Voranschläge 2014 und 2015 im Verhältnis zum Gesamtbudget der Abteilung Soziales
ohne Pflegefonds dargestellt
Pressekonferenz am 22. Jänner 2015
Autor
Document
Kategorie
Bildung
Seitenansichten
4
Dateigröße
82 KB
Tags
1/--Seiten
melden