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Erasmus Herbstsemester 2014 in Trondheim

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Erasmus Herbstsemester 2014 in Trondheim
Dass ich während des Studiums ins Ausland wollte, hatte ich mir anfangs Studium
vorgenommen. Einmal in einem fremden Land wohnen und studieren, in einer neuen
Umgebung lernen und Erfahrungen sammeln und nebenbei eine unvergessliche Zeit
haben - „Erasmus“ das wollte ich mal erlebt haben. Für mich persönlich war aber
auch die Gastuni und das Gastland ein wichtiger Punkt und da mich Skandinavien
schon immer fasziniert hatte fiel meine Wahl auf Trondheim.
Vorbereitungen & Anreise
Nach der Anmeldung und Zusage für das Erasmussemester von Basel aus, bekam
ich von der Uni in Trondheim eine Anmeldung zugeschickt die ich mit allerlei übrigen
Dokumenten (zertifizierte Kopie meines Passes, Zeugnis, Zertifikat von guten
Englischkentnissen) nach Trondheim zuschicken musste. Dann bekam ich Ende Mai
endlich die Zusage, dass das klappen würde mit dem Semester in Trondheim.
Ich bin eine Woche vor dem Beginn der Vorlesungen angereist. Dann findet auch
eine „Orientation week“ für alle Studenten statt, die sehr empfehlenswert ist, auch um
Leute kennenzulernen. Falls man zuvor noch etwas Norwegisch lernen möchte,
bietet die NTNU auch eine Summer School 3 Wochen vor Beginn der Vorlesungen
an.
NTNU & St. Olavs Hospital
Eines der wenigen Nachteile an
Trondheim als Gastuni, besteht
darin, dass das Curriculum eher
wenig
mit
dem
in
Basel
übereinstimmt. Ich habe das
„English semester IID“ besucht,
welches im 4. Jahr in Norwegen
stattfindet
Themenblöcke
Geburtshilfe,
und
die
Gynäkologie,
Pädiatrie,
Endokrinologie,
Nephrologie
und
Kinder-und
Jugendpsychiatrie beinhaltet. Da es das Semester ist, wo die meisten Norweger in
den Austausch gehen und die meisten Austauschstudenten kommen, bestand der
Jahreskurs etwa halb aus Norwegern und Austauschstudenten. Unterrichtssprache
ist Englisch und auch im AP Unterricht wird übersetzt. Allerdings kann ich nur
empfehlen, im Vornerein schon etwas Norwegisch zu können. Ich denke ich konnte
so noch mehr mitnehmen aus den Patientenkontakten (und die Norweger sind ganz
aus dem Häuschen wenn ein Austauschstudent Norwegisch spricht...)
Der Unterricht findet an 3 Tagen im Hörsaal mit Vorlesungen statt, 2 Tage in der
Woche sind jeweils fest für die „Uketjeneste“ (= AP) und das PBL eingeplant. Im AP
ist man je nachdem auf der Station, in der Poliklinik oder auch mal im OP. Diese 2
Tage in der Woche waren immer das Highlight und ich habe in diesem Semester
unglaublich viel lernen und mitnehmen können. Die Dozenten im AP Unterricht sind
super nett und sehr bereit einem etwas zu lehren und machen zu lassen.
Die Prüfungen finden gleich im Anschluss an das Semester statt und sind ähnlich wie
in Basel aufgebaut.
Alltag in Trondheim
Fast alle Austauschstudenten leben in einem der vielen Student villages die von der
SiT (Studentsamskipsnaden) bewirtschaftet werden. Da der Wohnungsmarkt in
Trondheim speziell im Herbstsemester nicht gerade einfach ist, würde ich es
wärmstens empfehlen sich für ein Zimmer zu bewerben. Ausserdem ist es billiger,
als wenn man privat wohnt. Die Miete beträgt ca.400-500 Fr. Die meisten
internationalen Studenten wohnen in Moholt, dort finden dann auch mehr Partys und
Events statt. Ich selbst wohnte in einem anderen Studentendorf in Steinan, was den
Vorteil hatte, das meine zwei Mitbewohnerinnen aus Norwegen waren, was sehr
praktisch war. Leider liegen Moholt und Steinan beide nicht gerade im Zentrum, aber
mit dem Velo oder Bus ist man schnell an der Uni.
Finanzmässig sollte man sich vielleicht bewusst sein, dass Norwegen eines der
wenigen Länder ist, wo die Ausgaben auf dem Schweizer Niveau bleiben werden
oder dieses sogar übersteigen. Aber mit einigen kleinen Tricks lassen sich die
Ausgaben gut senken, ich kann gerne einige weitergeben J
Freizeit
Wer Natur mag und sich gerne draussen bewegt ist in Norwegen goldrichtig. Gleich
ausserhalb von Trondheim, manchmal, wie in meinem Fall vor der Haustür
erstrecken sich grosse Naherholungsgebiete mit Seen und Wäldern, die man
erkunden kann. Ausserdem besitzt der Unisport der NTNU ca. 20 Koien, kleine
Hütten rund um Trondheim, die man
für wenig Geld mieten kann und die
bei den Austauschstudenten sehr
beliebt sind. Der Unisport selbst, ist
der grösste Studentensportverein in
Norwegen
und
Sportarten
(unter
bietet
unzählige
anderem
auch
Quidditch!) an.
Natürlich kann man auch weiter
reisen und Norwegen erkunden, die
Möglichkeiten sind gross. Das Erasmus Student Network (ESN) organisiert nebst
Events in Trondheim auch einige Trips in Norwegen, wie zum Beispiel auf die
Lofoten – sehr empfehlenswert!
Ein Semester – lohnt sich das überhaupt?
Manche mögen argumentieren, ein Semester in den Austausch zu gehen mache
wenig Sinn, da man, wenn man sich eingelebt hat, gleich wieder abreisen müsse. Ich
persönlich finde jedoch, dass sich ein Semester in Trondheim sehr lohnt. Dies liegt
auch daran, dass das Semester etwas länger ist als in Basel (August-Dezember).
Ausserdem bleiben die meisten Austauschstudenten nur ein Semester, da das von
der Uni auch so konzipiert ist mit diesem englischsprachigen Semester. Klar, am
Ende wäre es schon schön noch ein bisschen bleiben zu können, ich finde jedoch,
dass sich das eine Semester in Trondheim auf jeden Fall gelohnt hat. Nicht nur habe
ich unglaublich viel mitnehmen können aus diesem Semester, ich denke, das halbe
Jahr in Norwegen hat mir zu neuer Motivation in meinem Studium verholfen und ich
fühle mich durch die viele Praxis im Spital bereiter ins Wahlstudienjahr zu gehen.
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