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Kollegiale Coachinggruppe „Calendula“

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Schwerpunktthema
Calendula-Gruppe
Kollegiale Coachinggruppe „Calendula“
Die Ausbildung zum Systemischen Coach bedeutet nicht nur von den Trainern lernen, sondern auch
voneinander lernen. Zu diesem Zweck gibt es im Rahmen der Coachausbildung an der LEL ergänzende
kollegiale Coachinggruppen. Sie dienen dazu, die Inhalte der Ausbildungsmodule zu üben und zu
vertiefen, Praxiserfahrungen auszutauschen und unterstützen die berufliche und persönliche
Weiterentwicklung. Den Teilnehmern wird empfohlen, die Gruppe über die Ausbildung hinaus
bestehen zu lassen. Einige Absolventen der Ausbildungsjahrgänge 2006-2007 und 2008-2009
haben sich das zu Herzen genommen und treffen sich auch nach ihrem Abschluss zum „Systemischen
Coach“ noch regelmäßig. Gruppenname: „Calendula“.
D
ie Mitglieder arbeiten in ganz Baden-Württemberg in verschiedenen Institutionen vom
Beratungsdienst bis zu unterschiedlichen Fachbereichen der Landwirtschaftsämter. Allen gemein
ist, dass die Coaching-Gruppentermine eine große Priorität haben – sie kommen trotz hoher Arbeitsbelastung und weiter Wege, manche auch in
ihrer Freizeit. Warum? Die kollegiale Coachinggruppe wird als einzigartiges Diskussions- und
Feedbackforum erlebt, das methodische Hilfestellung für schwierige Beratungsfälle liefert. Wer Anliegen einbringt, darf davon ausgehen, dass diese
nicht nur oberflächlich bearbeitet werden, sondern dass die Kollegen zusammen mit dem Fragesteller ehrlich und empathisch Lösungswege suchen, aber auch „konsequent und erbarmungslos
den Finger in die Wunde legen“. Dabei ist der
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Umgang wertschätzend und konstruktiv. Auf diese Weise ist die Gruppe ein Baustein zur Qualitätssicherung der eigenen Arbeit und ermöglicht eine
methodische Weiterentwicklung. Nicht nur, weil
die Auswahl geeigneter Methoden für konkrete
Beratungssituationen diskutiert und die Wirksamkeit verwendeter Vorgehensweisen kritisch reflektiert werden, sondern auch, weil neue Methoden
vorgestellt und ausprobiert sowie Visualisierungen entwickelt werden (siehe Bild).
Die fachliche und regionale Heterogenität, welche
auf den ersten Blick ein Nachteil sein könnte, wird
von den Coaches als Chance erlebt: Sie erleichtert
ein unbefangenes, unvoreingenommenes Feedback zur Beratungsmethodik. Die Gefahr, ins
Fachliche abzurutschen, ist gering.
Landinfo 4 | 2014
Schwerpunktthema
Mitglieder der Coachinggruppe „Calendula“
Thomas Bidmon, LRA Alb-Donau-Kreis, Fachdienst Landwirtschaft , Ulm
Erhard Gapp, BD ökologischer Landbau Ulm e. V.
Katrin Fackler, LRA Emmendingen, Landwirtschaftliches
Bildungszentrum Hochburg
Hannelore Green, LRA Breisgau-Hochschwarzwald, Fachbereich
Landwirtschaft, Titisee-Neustadt
Elmar Hink, BD Milchviehaltung Schwarzwald-Baar-Heuberg e.V, Rottweil
Fabian Schmid, Landwirtschaftlicher BD Leutkirch e.V.
Reiner Schmidt, BD Ökologischer Landbau Schwäbisch Hall e.V., Ilshofen
Ulrike Soldner, BD Endverkauf Südbaden e.V., Breisach
Ulrich Spatscheck, BD Milchviehaltung Schwarzwald-Baar-Heuberg e.V,
Donaueschingen
Ute Welsch, LRA Bodenseekreis, Landwirtschaftsamt, Friedrichshafen
„Visualisierungen
unterstützen die
Beratung - die
Gruppe kann bei der
Suche nach
geeigneten Bildern
unterstützen“
Während die ausbildungsbegleitenden Gruppen
üblicherweise aus vier bis maximal sechs festen
Teilnehmern bestehen, gibt es rund zehn „Calendulas“. Die Fusionierung zweier Kleingruppen
hat den langfristigen Fortbestand der Gruppe gesichert, da selten alle zu den Treffen kommen können. Der Gruppe ist wichtig, dass sie einen geschützten Rahmen bietet, für den nicht nur Vertraulichkeit, sondern Verschwiegenheit gilt. Die
Begegnung auf Augenhöhe und mit Fairness
ebenso wie die Verbindlichkeit zur konstruktiven
Zusammenarbeit sind weitere Erfolgsfaktoren.
Logische Folge und willkommene Begleiterscheinung ist, dass die Treffen mittlerweile auch als
„Boxenstopp mit emotionalem Reifenwechsel“
erlebt werden. Sie helfen, sich neu zu justieren und
Energie zu tanken.
Eine Frequenz von drei Treffen im Jahr hat sich
für die Gruppe bewährt. Unerlässlich ist es, Datum und Ort des Folgetermins während der Sitzung festzulegen. Der Gastgeber lädt die Kollegen
kurz vor dem neuen Treffen ein, fragt nach Themen und Anliegen und stimmt den organisatorischen Rahmen ab.
Zu Beginn jeder Sitzung wird gemeinsam die Tagesordnung festgelegt und ein Moderator bestimmt. Erwartungen und Regeln für die Zusammenarbeit wurden bereits bei der Konstituierung
der Gruppe diskutiert und gelten weiter. Gestartet wird mit einer kurzen Runde zur „Wetterlage“:
Wie geht es mir? Was beschäftigt mich? Welche
Beratungsfälle oder Anliegen bringe ich mit? Daneben werden auch andere Themen bearbeitet.
Im vergangenen Jahr gehörte dazu regelmäßig die
Beratung 2020. Die meisten Mitglieder haben zwischenzeitlich das CECRA-Zertifikat erworben
Landinfo 4 | 2014
„Konsequente Moderation und konzentriertes Arbeiten sind
unerlässlich für den Erfolg der Coachingtreffen“
Bild: K. Fackler
oder befinden sich im Qualifizierungsprozess.
Der Erfahrungsaustausch war hierbei für einige
Impuls und Ermutigung. Den Abschluss bildet
eine Feedbackrunde.
Eine kollegiale Coachinggruppe so viele Jahre am
Leben zu halten und mit Leben zu füllen verlangt
ein großes Interesse an methodischer Weiterbildung und ein hohes Maß an Verbindlichkeit mit
der Bereitschaft, sich Zeit zu nehmen, wenn man
„eigentlich“ keine Zeit hat. Für die „Calendulas“
ist der berufliche und persönliche Gewinn so
groß, dass sie dies gerne tun.„
Calendula-Gruppe
Ansprechpartnerin
Katrin Fackler
LRA Emmendingen
Tel. 07641/ 451-9145
k.fackler@landkreisemmendingen.de
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