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Jahreslosung 2015

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Nehmt einander an,
wie Christus euch angenommen hat
zu Gottes Lob.
Paulus an die Römer 15,7 – Jahreslosung für 2015
Ein paar Gedanken dazu
(Ralf Euker)
Einladung zum Vorstellungsgespräch beim lieben Gott,
und das gleich auf die erste Bewerbung hin.
Ach, Quatsch, auf welche Bewerbung hin denn?
Eigentlich reichte schon der bloße innerliche Entschluss,
mich mal dort, bei Jesus und bei Gott zu melden.
Schon war ich bei ihm.
„Guten Tag, mein Bester“, spricht der liebe Gott, „Nach ausführlicher
Sichtung ihrer und der anderen nicht geschriebenen Bewerbungen und
Lebensläufe (Wir wissen ja, was da alles drinstehen würde, an Wahrem,
an beim Bewerbungstraining Erlerntem, an Selbstbeweihräucherung…)
haben wir Sie, (Was heißt hier eigentlich „Sie“, bis jetzt haben wir hier
doch noch immer alle geduzt…?), also DICH zu diesem
Bewerbungsgespräch eingeladen.
Du bist also der Ralf Euker –
es sollte mich wundern, wenn es nicht so ist.
Was hat dich denn bewogen, deine Bewerbung ausgerechnet an „Trinity“
zu richten (Das heißt übrigens auf Deutsch „Dreifaltigkeit“, benannt nach
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der Dreifaltigkeit unserer drei in einem Geschäftsinhaber Vater, Sohn und
Heiliger Geist.)?“
„Nun ich glaubte“, höre ich mich sprechen, „ich würde mit meinen
zahlreichen auf inländischen und ausländischen international anerkannten
Universitäten ‚Trinity‘ maßgeblich bereichern.“
„Gut auswendig gelernt, mein Bester, das steht so, wenn uns nicht alles
täuscht, auf Seite 53 von deinem Bewerbungsratgeber, nicht wahr? Wir
Vater, Sohn und Heiliger Geist, glaubten eher, dass wir eine maßgebliche
Bereicherung für DICH darstellen… Es wäre nicht zu deinem Schaden,
wenn diese Einsicht mit der Zeit auch bei dir reifen würde. – Aber, wenn
wir schon bei dem Thema sind, was ist es denn, was du da alles gelernt
haben willst?“
„Ich bin natürlich top strukturiert. Ich beherrsche diverse theologische
Theorien. Ich rede grundsätzlich rhetorisch versiert und kann immer
wieder Menschen von der Stelle weg, von meinen Ideen und Visionen
überzeugen. Drei alte Sprachen spreche ich (fast) fließend. Auf der
Gitarre bin ich ein anerkannter Virtuose.“
Skepsis in den Augen meines Gegenübers… Dann beginnt es zu sprechen:
„Viel ‚ich‘ und nochmal ‚ich‘ in deinen Worten. Findest du nicht auch? Wir
von Trinity glaubten eher, dass Du die anderen, die schon bei uns sind
brauchst und sie dich. Hörst du die Worte ‚du‘ und ‚ihr‘ – oder überhörst
du solche Worte lieber?“
Ein komisches Vorstellungsgespräch, nicht wahr?
Aber es geht noch weiter.
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„Machen wir uns nichts vor“, sprach einer der Inhaber von Trinity, „jeder
Mensch hat Schwächen. Und würden wir als dein Erschaffer und Erlöser
Deine nicht wenigen Schwächen nicht kennen, so würden wir doch
annehmen, dass auch du hier keine Ausnahme machen würdest… Drum
sprich: Welche ist deine schwerwiegendste Schwäche und wie gehst du
gewöhnlich mit ihr um?“
„Ungeduld“, schießt es aus mir heraus, „ich bin immer furchtbar
ungeduldig, wenn etwas nicht schnell genug geht und setzte mich dann
mit ganzer Kraft dafür ein, dass die Sache innerhalb kürzester Zeit zum
Erfolg geführt wird!“
„Das war jetzt Seite 59 in deinem Bewerbungsratgeber… – du kannst
wirklich gut auswendig lernen. Und es war schon wieder mit sehr viel ‚ich‘,
aber null ‚du‘ und ‚wir‘.“ Wir wissen natürlich, dass auch du manchmal
ganz schön träge bist, deine Sachen manches Mal nicht rechtzeitig fertig
bekommst und gerade in letzter Zeit einfach nicht genug Leute zum
Mitmachen gewinnen kannst.
Wir von Trinity würden uns an diesem Punkt etwas mehr Demut und
Einsicht von dir wünschen, früher nannte man das Buße und Umkehr.
Buße und Umkehr bringen Bewegung ins Leben. Stolz und Hochmut
zementieren es. Soviel versteinertes, ungelebtes Leben, das ertragen wir
hier bei Trinity immer kaum. – Kommen wir aber schließlich zu deinen
Gehaltsvorstellungen…“
„Geld will ich natürlich nicht“, spreche ich tatsächlich, „aber eine
sinngebende Tätigkeit – etwas die Welt verbessern und die
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entsprechende Anerkennung, auch in der Öffentlichkeit, das würde mir
schon reichen.“
„Etwas die Welt verbessern…“, höre ich die Heilige Dreifaltigkeit meine
Worte wiederholen. „Weltverbesserer möchtest du also sein, endlich mal
wahrgenommen werden, vielleicht sogar mal im Mittelpunkt stehen!
Willst du mal was wissen: Wir von Trinity empfinden bei Dir ganz schön
viel Bekommen-, aber recht wenig Gebenwollen und –können. Mit
Sicherheit wirst auch du uns, wie schon manch anderer hier bei Trinity,
noch jede Menge Ärger machen mit deinen ganzen Psycho- und
Sozialmarotten…
Wir wollen dich aber dennoch nicht lange zappeln lassen (Von wegen: Sie
hören dann von uns oder so…) und sagen dir schon heute: Wir nehmen
dich! Denn wir sind davon überzeugt: Auch du brauchst den dreifaltigen
Gott, Vater, Sohn und Heiligen Geist, genau so wie unseren Stützpunkt auf
Erden, seine Gemeinde!
Herzlich willkommen also im Unternehmen – der Arbeitsvertrag, wir
nennen ihn hier „Lebensvertrag“, ist unsererseits schon lange
unterschrieben und gesiegelt– gleich damals, als du geboren worden bist.
Eine Befristung ist nicht vorgesehen, noch nicht einmal durch den Tod.
Denn Trinity und seine Gemeinde besteht selbstverständlich nicht nur in
der Zeit, sondern auch in der Ewigkeit!
Im Kleingedruckten der Bibel findest du noch so manche
Verhaltensrichtlinie. Es wäre gut, wenn du dich damit immer einmal
wieder beschäftigen könntest und dir diese Lebensregeln auch aneignen
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könntest. Auf eine Lebensregel wollen wir dich aber schon heute recht
ausdrücklich hinweisen:
Vergiss nie, dieses merkwürdige Einstellungsgespräch. Du bist
angenommen – nicht nur, weil du so bist, wie du bist, sondern zu einem
bedeutsamen Teil auch, OBWOHL du so bist, wie du bist.
Wir von Trinity nennen dieses, unser Verhalten, Liebe und Barmherzigkeit.
Wir wissen einfach, dass für dich persönlich, für die Gemeinde und
eigentlich auch für die ganze Gesellschaft nichts Besseres und vor allem
keine Alternative gibt zu Liebe und Barmherzigkeit. Denn du bist wie du
bist, und die anderen sind auch wie sie sind, und andere als die, die es
gibt, gibt es nicht – ebenso für die Gemeinde wie auch zum Leben.
Deswegen vergiss nie, wie wir dich angenommen haben – und gewöhne
dir an, auch andere Menschen so zu anzunehmen, wie sie sind. Die sind
wie du und machen’s wie du: Alle Nas‘ lang stellen sie sich besser dar, als
sie sind. Mit der Zeit aber bröckelt die schöne Fassade, verblasst der
schöne Schein. Irgendwann wird dann auch bei ihnen mehr ‚Ich‘ und
‚Habenwollen‘ als ‚Wir‘ und ‚Gebenwollen‘ sichtbar. Spätestens dann
wird die Sache ärgerlich. Konflikte brechen auf. Aus Gemeinschaft droht
wieder Einsamkeit zu werden. Wir sagten dazu einmal: ‚Es ist aber nicht
gut, dass der Mensch allein sei‘.
Wir haben unseren Mitarbeiter Paulus beauftragt, das Ganze mal in
treffende Worte zu fassen und auch dafür gesorgt, dass diese seine Worte
im Jahr des Herrn 2015 endlich einmal die Jahreslosung sind:
‚Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.‘
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Seele and Geist
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