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Bühne fängt Verlorenheit ein

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Samstag, 24. Januar 2015 / Nr. 19
Neue Luzerner Zeitung Neue Zuger Zeitung Neue Nidwaldner Zeitung Neue Obwaldner Zeitung Neue Urner Zeitung
Fahrer rettete sich
durch Sprung
Obwalden/Nidwalden
Bühne fängt Verlorenheit ein
STANS Barbara Pfyffer,
erfolgreiche Bühnenbildnerin,
arbeitet fürs Theater eng mit
Volker Hesse zusammen.
Das demolierte Auto.
Bild Kapo Nidwalden
BÜREN red. Einen spektakulären
Unfall hat ein einheimischer Autofahrer gestern Morgen gegen 9 Uhr
glücklicherweise unverletzt überlebt.
Das meldet die Kantonspolizei Nidwalden. Auf der Buochserbergstrasse
talwärts Richtung Büren kam sein
Fahrzeug auf eisglatter Fahrbahn ins
Rutschen. Bevor der Personenwagen
über das Strassenbord geriet, konnte
sich der 57-Jährige mit einem beherzten Sprung aus dem Auto retten.
Sein Wagen rollte den Hang hinunter,
überschlug sich und landete im Trogmattwald.
Damit die Rettungskräfte an den
Einsatzort gelangen konnten, musste
zunächst das Strasseninspektorat Salz
streuen. Neben der Polizei waren die
Stützpunktfeuerwehr Stans sowie der
Rettungsdienst des Kantonsspitals vor
Ort. Beim Unfall entstand Totalschaden.
Was Hänschen
nicht lernt ...
A
ls Zaungast und beruflich habe
ich kürzlich an einem KniggeSeminar teilgenommen. Ich durfte
beobachten, wie sich Kinder auf
dem Parkett des guten Benehmens
versuchten. Alles ein alter Hut, dachte ich mir. Ausgestattet mit mittlerer
Lebenserfahrung kann mich da so
schnell nichts aufs Glatteis führen.
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im Internet.» Bei einem weiteren Treffen
habe sie dann ihre Bildersammlung
Volker Hesse vorgestellt. «Er fühlte sich
von einigen Bildern angesprochen und
reagierte sehr stark darauf. Das zeigte,
dass wir bereits einen gemeinsamen
Nenner gefunden hatten.»
Langer Gang und grässliche Farben
ROMANO CUONZ
redaktion@nidwaldnerzeitung.ch
Eine Woche bis zur Premiere von
«King Kongs Töchter» im Theater an der
Mürg: Es ist früher Abend, noch sind
die Spieler nicht auf der Bühne. Umso
bestimmter geht eine junge Frau dort
hin und her. Hier schmirgelt sie an einer
alten Eckbank, weil sie noch schäbiger
aussehen soll. Dort testet sie den Wasserdruck eines Schlauchs für eine spätere Waschszene in einer Nasszelle. Die
Frau heisst Barbara Pfyffer. Bei der
neusten Theaterproduktion in Stans, die
heute Premiere feiert, ist sie als Bühnenbildnerin für den Raum zuständig.
«Denkt wie ein Bühnenbildner»
Die Inszenierung von «King Kongs
Töchter» (Autorin: Theresia Walser) ist
fürs Theater Stans in vielerlei Hinsicht
besonders. Vorab, weil das Laientheater
den international renommierten Volker
Hesse für die Regie gewinnen konnte.
Und Hesse hat denn auch professionelle Mitarbeiter mitgebracht. Eine ist die
aus Luzern stammende Barbara Pfyffer.
Trotz jungen Jahren ist sie landesweit
als Bühnenbildnerin mit unverwechselbarer Handschrift bekannt geworden.
«Volker Hesse habe ich vor drei Jahren
erstmals getroffen», erzählt sie.
Anlässlich der Zürcher Festspiele hätten sie im Theater Rigiblick gemeinsam
ein Stück über den vom Wahnsinn gezeichneten Friedrich Nietzsche («Die
Heimkehr» von Ludger Lütkehaus) entwickelt. «Ich konnte Bühnenbild und
Kostüme entwerfen. Dabei zeigte sich,
wie gut wir zusammenarbeiten können»,
erinnert sich Pfyffer. Schon beim Lesen
der Stücke habe Hesse ein starkes Ge-
Noch einmal schmirgeln: Barbara Pfyffer erarbeitete das
Bühnenbild für das Stanser Theaterstück «King Kongs Töchter».
Bild Romano Cuonz
fühl. Er stelle sich alles recht bildhaft
vor. «Ja, Volker Hesse denkt beinahe wie
ein Bühnenbildner», vermutet Barbara
Pfyffer. Das mache die Zusammenarbeit
spannend. «Wir unterhalten uns dann
angeregt und intensiv über Text, Emotionen, Atmosphären und Räume.»
Viele persönliche Beobachtungen
«Volker Hesse wusste, dass ich schon
einmal mit den Bewohnern in einem
Heim für begleitetes Wohnen ein Stück
erarbeitet hatte. Wohl einer der Gründe,
weshalb er mich fürs Bühnenbild in
Stans anfragte», denkt Barbara Pfyffer.
«Bei ‹King Kongs Töchter› stand für die
Bühnengestaltung die Frage im Vordergrund, warum sich die alten Leute in
einem Heim verloren fühlen», sagt sie.
Gemeinsam hätten Hesse und sie sich
Gedanken darüber gemacht. Dabei seien sie auch von sehr persönlichen Beobachtungen ausgegangen. «Später
schaute ich einige Heime selber an.
Dann suchte ich auch ergänzend Bilder
Jung und erfolgreich
ZUR PERSON cuo. Nach ihrem Studium in Szenografie und bildender
Kunst mit ersten Bühnenbildern
folgte eine Anstellung als Bühnenbildassistentin am Schauspielhaus
Zürich, wo Barbara Pfyffer (35)
unter anderem mit Sebastian Nübling zusammenarbeitete. Es folgten
verschiedene Assistenzen, so zum
Beispiel am Opernhaus Zürich und
am Grand Théatre de Genève.
Seit 2012 gestaltet Pfyffer selbstständig Bühnenbilder. «Villa Dolorosa» mit der Gruppe Grenzgänger
brachte ihr einen Werkbeitrag der
Stadt Luzern ein, und von Pro Helvetia erhielt sie 2014 ein Stipendium für die Teilnahme am Internationalen Forum des Berliner
Theatertreffens.
Auf der Vorbühne des Theaters wird
den Zuschauern gleich zu Beginn eine
marode Eckbank auffallen. Eigentlich
sollte sie eine heimelige Atmosphäre
ausstrahlen. Kissen gibt es da, magere
Pflänzchen und eine Madonnenstatue.
Ein Aufenthalts- und Essraum! «Dieses
Bild, das man mehrfach deuten kann,
überzeugte uns gleichermassen», schildert Barbara Pfyffer. Ein anderes Bild,
das sie mitgebracht hatte, zeigte eine
ältere Person mit einem Stock in einem
langen Gang. Rundherum grässliche
Farben. Ein steriler, glatter Boden. Überall Material, das sich gut reinigen lässt.
Auch diese Atmosphäre habe sie inspiriert. In Stans hat nun Barbara Pfyffer
diesen Gang im hinteren Teil der Bühne in die Tiefe hinein aufgebaut. Vorerst
sieht man ihn nur unscharf. Geht dann
der Vorhang einmal auf, friert es einen
beinahe ob der Sterilität der wasserabstossenden Badezimmerkacheln.
Mit Türen und Requisiten werden
weitere Räume angedeutet. «Stimmungen, die für die einzelnen Szenen notwendig sind, erarbeiten Lichtdesigner
Martin Brun, Volker Hesse und ich in
enger Zusammenarbeit», sagt Pfyffer.
Bereits im Sommer fand auf der Bühne
eine erste Bauprobe statt. «Wir simulierten das Volumen und präzisierten
anhand eines Computermodells mit
Architekt Marcel Büchel die Planung des
Baus.» Mit der Zeit kam die gesamte
Bühnenmannschaft dazu. Im Dezember
begann dann der Aufbau der Bühne.
Pfyffer sagt: «Ich bin schon etwas aufgeregt und gespannt, was wir mit dem
Stück auslösen werden.»
Mehr über Theater und Bühnenbildnerin unter
www.theaterstans.ch und barbarapfyffer.ch
Irrtum. Spätestens bei der Bestecksprache horchte ich auf. Dass man
mit Messer und Gabel – parallel
Wohlig warme Klänge im Eismonat
Martin Uebelhart
abgelegt – das Ende der Nahrungsaufnahme anzeigt, war mir noch
geläufig. Dass man mit gekreuztem
Besteck für einen Nachschlag zu
haben ist, schon weniger. Das absolute «no go» sei jedoch, so musste
ich mich belehren lassen, mit dem
Besteck «Brücken» zwischen Tellerrand und Tisch zu bauen. Die Werkzeuge gehörten während einer Pause vielmehr in den Teller.
BLITZLICHT
Grund genug, bei den nächsten
Mittagspausen im Restaurant mal
verstohlen den Blick schweifen zu
lassen. Erleichtert stelle ich fest: Ich
bin nicht allein. Allerdings musste
ich bei meiner Recherche auch Sachen beobachten, die meine «Tischbrücken» locker in den Schatten
stellen. Im Beisein des Gegenübers
am Handy zu sprechen oder das
Servierpersonal mittels hocherhobenem Finger und schnalzenden Zungengeräuschen herbeizuzitieren zeugt
auch nicht eben von guter Etikette.
Löblich also, dass bereits die Kleinen
die wichtigsten Regeln kennen lernen.
Auch wenn ich den Verdacht nicht
loswerde, dass jene Menschen, die
Knigge-Seminare besuchen oder ihre
Kinder dorthin schicken, nicht die
sind, die es am nötigsten hätten.
Aber noch einmal zurück zum
Besteck: Glauben Sie mir, ein Verhalten, das man seit Jahrzehnten auf
die eine oder andere Weise tut,
ändert man nicht eben so von einem
Tag auf den anderen.
martin.uebelhart@nidwaldnerzeitung.ch
SARNEN Die Pfarrkirche war
erfüllt vom Glanz sakraler
Musik. Solisten aus Italien und
dem Tessin begeisterten rund
700 Konzertbesucher.
Der künstlerische Leiter des Ensembles, Daniel Moos, kündigte den Abend
mit «The Glory oft sacred Music» an.
Bruno Thürig, Direktor der gastgebenden Obwaldner Kantonalbank (OKB),
bezeichnete den Anlass hingegen als
Obwaldner Eismond-Konzert. Er verwies
auf den sonst eiskalten Januar, der im
alten Obwaldner Dialekt als Eismond
(Eismonat) bezeichnet wird. Alles andere als eisig, sondern wohlig wärmend
wirkte das Programm auf die Gemüter
der geladenen Bankkunden. Was das
Mailänder Dom Ensemble und die beiden Stimmen aus der Welt der Oper zu
bieten hatten, bezeichnete Thürig zu
Recht als musikalisches Highlight.
Professionelle Qualität
Die weltbekannte Melodie «Jesus meine Freude» von Johann Sebastian Bach
(1685–1750) zog sich in unterschiedlichen musikalischen Fassungen wie ein
roter Faden durch den Abend. Von
künstlerischer Reife, handwerklicher
Fertigkeit und vollendeter Artikulation
zeugte dann «Let the bright Seraphim»
von Georg Friedrich Händel (1685–
1759). Mit diesem Stück aus Händels
Londoner Zeit wurde deutlich, weshalb
die Sopranistin Linda Campanella nicht
nur in der Sarner Pfarrkirche, sondern
auch an renommiertesten Opernhäusern der Welt zu Gast ist. Musik aus
Renaissance, Barock, Klassik und der
Oper – von Bach, Händel, Vivaldi, Bellini, Mozart, Franck, Purcell, Bizet, Puccini und anderen – meisterten nicht nur
die Sopranistin, sondern ebenso das
Instrumentalensemble unter Leitung des
Pianisten und Organisten Daniel Moos
mit professioneller Qualität. Auch Tenor
Solisten am Obwaldner Eismond-Konzert (von links): Claude Hauri (Cello), Flaviano Rossi (Flöte), Giovanni
Sanvito (Oboe), Paolo Russo (verdeckt, Trompete), Linda Campanella (Sopran) und Aldo Bertolo (Tenor).
PD
Aldo Bertolo liess erkennen, dass die
internationalen Opernbühnen seine
Welt sind.
Zwischen Altar und Orgel
Besondere Erwähnung verdient Trompeter Paolo Russo, der laut Moos «dort
zum Einsatz kommt, wo die meisten
seiner Bläserkollegen passen müssen».
In einer Fantasie über Themen von
Vincenzo Bellini (1801–1835) zauberte
Russo auf seinem Cornetto in Es die
sanftesten Melodiebögen mit Hingabe
und die kühnsten Tonskalen mit bestechender Präzision. Nicht weniger
faszinierend wirkte sein virtuoses Spiel
auf der hohen Barocktrompete in A.
Zudem ist die Leistung von Daniel Moos,
der via Kirchturmstiege mehrmals zwischen Piano im Altarraum und Kirchenorgel auf der zweiten Empore pendeln
musste, musikalisch und physisch kaum
hoch genug einzuschätzen. An beiden
Orten überzeugte der künstlerische Leiter durch seine Gabe, das Ensemble
kompetent zu führen. Seine sympathische Moderation mit Anekdoten aus
dem Leben der gespielten Komponisten
sorgte zudem für eine lockere und
gleichwohl respektvolle Atmosphäre.
Schweizerpsalm zum Schluss
Getreu dem Zitat «Es ist mir lieber,
jemand singt falsch, als überhaupt nicht»
forderte Moos zum Schluss das Publikum auf, gemeinsam mit den Künstlern
den Schweizerpsalm zu singen. «Wir
wollen damit an den Zusammenhalt
und die gemeinsamen Werte in unserem
Lande denken», betonte er.
Laut Bruno Thürig sind weitere Eismond-Konzerte möglich. Gegenüber
unserer Zeitung sagte der OKB-Direktor
nach dem in allen Teilen gelungenen
Konzert, dass man darob die jüngeren
und jugendlichen Kunden nicht vergisst:
«Für sie werden wir in absehbarer Zeit
einen Event mit angesagter Musik organisieren.»
PRIMUS CAMENZIND
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