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KULTURZENTRUM BEI DEN MINORITEN
Mariahilferplatz 3, 8020 Graz : 21. Jänner - 21. Februar 2015
DI-FR 10-17 Uhr, SA 11-17 Uhr
SHIFTING
CONSTELLATIONS
ANSIEDLUNG in Graz _ künstlerische Statements
w w w. k u l t u m . a t
ausstellung
SHIFTING
CONSTELLATIONS
Künstlerische Statements über
ANSIEDLUNG in der Stadt Graz
22. Jänner - 21. Februar 2015
Eröffnung: MiTTWOCH, 21. Jänner 2015, 19.00 Uhr
20.30 Uhr / ImCubus: KonzerT-Performance: The stars are still in your eyes
live-elektronik mit Soprano Kaoko Amano & Tamara Friebel
Zur Eröffnung lädt Frau LR Dr.in Bettina Vollath zum Buffet.
Podiumsdiskussion: DIENSTAG, 27. JÄNNER 2015, 19.00 Uhr
Kuratorenführung: Samstag, 31. JÄNNER 2015, 11.00 Uhr
Kulturzentrum bei den Minoriten, Mariahilferplatz 3/I
Öffnungszeiten: DI – FR 10.00 – 17.00 Uhr, SA 11.00 – 17.00 Uhr
Eintritt € 3,– / € 2,–
Kurator: Johannes Rauchenberger
Einem fremden Blick fällt etwas anderes
auf, was diese Stadt auszeichnet. 13
Künstlerinnen, die vor kurzer oder längerer
Zeit nach Graz gezogen sind, reflektieren
„settlement“, was man im Deutschen etwas
langatmig „Ansiedlung“ nennt. Sie denken
dabei über wechselseitige Prozesse des Gebens und Nehmens nach: „Wir haben Graz
viel zu geben.“ Und: „Wir haben von Graz
viel genommen.“ Es ist ein Wechselverhältnis. Konstellationen also, die sich bedingen:
SHIFTING CONSTELLATIONS.
In der Realität eines Ansiedlungsprozesses ergreifen fast immer Frauen die Initiative: Sie sind
es, die das „Networking“ betreiben, wenn es um
Kinderkrippe, Kindergarten, Schule geht – nur ein
Beispiel für den Prozess von settlement.
Dieses kollektive Ausstellungsprojekt reflektiert
den Prozess von Ansiedlung auf einem fremden
Territorium mit den Mitteln der Kunst: Langsam,
poetisch und in allen künstlerischen Medien –
von Geruchs-, Klang-, Luft- und Rauminstallationen bis hin zu Fotografie und Malerei – wird der
Adaptierungsprozess erzählt, über die Möglichkeiten nachgedacht, in denen sich Inklusionen
eröffneten. Die Biografien sind derart lesbar wie
offene Bücher, Landkarten einer Stadt: Im Dialog
mit dem Publikum findet auch in der Ausstellung
ein Wechselverhältnis statt: Am Ende steht die
Behauptung: Wir haben Graz reicher gemacht.
Und sind durch diese Stadt reicher geworden.
02
PODIUMSDISKUSSION
27. JÄNNER 2015, 19.00 Uhr:
Virginia Argarate im Gespräch mit
den Künstlerinnen
„So habe ich es gemacht“
FRAUEN – SIEDLUNG – KOMMUNIKATION
Im Zuge der Ausstellung „Shifting Constellations“ wird
Kurator Johannes Rauchenberger mit der Initiatorin
und den teilnehmenden Künstlerinnen ein Gespräch
führen, bei der die persönlichen Erfahrungen des
Siedelns, des Umsiedelns zur Sprache kommen
werden. Es ist weder die Geschichte der Frauen, der
Zeitraum ihrer Umsiedlung noch ihre Herkunft, die
hier im Mittelpunkt stehen, vielmehr die im Prozess
der Siedlung gemachten Erfahrungen und Episoden.
Dabei könnten Fragen wie diese besonders interessant
sein: Haben Ansiedlung und Integration für eine Frau
eine andere Bedeutung? Konnte Kreativität und Kunst
in der Phase der Siedlung helfen? Was in den Arbeiten
erzählt über die Heimat der jeweiligen Künstlerin, was
wurde mitgebracht? Wie wurden die Werke in die
neue Umgebung eingebettet? Auch der status quo als
freischaffende Künstlerin in Graz wird beleuchtet.
„
Tamara Friebel
Cubus
where is your horizon, below or above me;
We don‘t see anymore, do we?”
The stars are still in your eyes ...
Tamara Friebel,
The stars are still in your eyes
Sound Installation
... beansprucht ihre poetische Wahrheit immer dann,
wenn man sich auf diesem Planeten bewegt, lebt,
atmet. Die Sterne werden dort sein, wo auch immer du dich hin bewegst. In deiner Perspektive
starrst du sie an in der Nacht, bist in diesem
Moment ein Voyeur. Sie sind still und starr,
abgesehen von einem Flackern oder dem
Glücksfall, dass du eine Sternschnuppe
erblickst.
Wie man sich selbst an einem neuen Ort
erkennt und seinen Horizont weitet, ist für
mich die Herausforderung des Denkens. Es ist
eine Reise von Erinnerung, die an eine universelle Erfahrung rührt. Sie wird meistens wahrgenommen in den Sternen jeder Nacht – Mond, sieh
doch, wie du sie in deiner Erinnerung einverleibt hast!
„
Nayari Castillo
Zelle 02
Die Eindrücke über die Sinne
... sind wichtiger Teil der Erinnerung. Ich werde eine Installation entwickeln, die innerhalb von Graz einen sensorischen Widerhall meiner anderen Städte findet. Seit ich ein kleines Mädchen bin, bin ich
eine zwanghafte Obst-Esserin. Obst-Affe, rief mich mein Großvater
liebevoll. Ich werde ein Archiv der
Erinnerungen von Berührung und
Geschmack entwickeln und eine
Karte der emotionalen Orte erstellen. Die Stadt findet Übersetzung im Zusammentragen
zahlreicher Erinnerungsstücke. Die Idee ist es, den
Prozess der konstanten
Zerrissenheit zu visualisieren und das gemischte Imaginäre
zu verstehen, das
zwischen den Städten
entsteht.“
„Voices“, 2012, Rauminstallation
Foto: Nayari Castillo
03
ausstellung
Der Grazer Schlossberg prägt nicht nur
das Stadtbild, sondern auch mein persönliches Lebensumfeld. Er ist in
meiner Wohnung präsent, die sowohl Lebens- als auch Arbeitsraum ist, wie auch an meinem
Arbeitsplatz. Eigentlich Zentrum, scheint er mich ständig
wie ein Faden zu umspinnen. Ich wurzle nicht im Boden, meine eigentliche Heimat
verschwand als Land und ideologischer Begriff aus den Karten.
Meine Wurzeln sind ein fragiles Geflecht in der Luft, unsichtbare Fäden
zwischen Menschen und Tätigkeiten.
Was ich dennoch brauche, um wo
langfristig verweilen zu können,
sind die mir vertrauten Gerüche
und der Geschmack.
Raum 01
„
Kate Howlett-Jones
Ich habe nie auf
Deutsch geträumt -
Mein Ausgangspunkt ist der emotionale Abstand
zwischen der unbekannten Sprache im neuen Land und
der intimen Muttersprache. Vokabeln des Alltags, in der
Reklame, in der Bewältigung
der Bürokratie... Diese Reihe
ist eine Kollektion von
„gefundenen“ deutschen
Phrasen – schriftlichen,
mitgehört, falsch gehört – im öffentlichen Raum gesammelt, eine Vielzahl winziger Fetzen
Papier, zusammengetragen und auf Stoff
aufgesteckt zu Textkollagen - zu einer spielerischen
Poesie, die einen Weg ins
Private jenseits öffentlicher Sprache sucht.“
Küche
„
meet me industries
Meet me and I will feel at home!
04
„
Severin Hirsch
Zelle 03
Ich habe einmal eine Heimat
verloren, ohne sie zu verlassen.
meet me industries sind Sara González
Novi und Veza María Fernández.
Sie sind seit kurzer Zeit befreundet. Sara ist neu in Graz, sie ist
hier noch nicht sesshaft. Veza
ist halb sesshaft in Graz, weil
sie die Hälfte der Woche
in Wien lebt. Ihre Strategie für die Aneignung der
Seßhaftigkeit ist ihre Sozialisierung durch die Begegnung
mit Menschen, die sich mit ihnen
anfreunden wollen. Grazer BürgerInnen bekommen eine Einladung,
zu allen Orten der Stadt Graz zu kommen, wo sich auch die beiden Freundinnen bis
Dato getroffen haben. An diesen Orten können
sich GrazerInnen mit ihnen unterhalten und einen Freundschaftsvertrag abschließen.
SHIFTING
CONSTELLATIONS
„
Clara Oppel
BE ONE -
Gang West
hr
u
o: M
Foternot
G
Der Schriftzug aus Lautsprechern
bildet das Wort BE ONE. Zu hören sind Sammlungen gesprochener Aphorismen die sich
zum Lautgedicht formen.
„BE ONE“ 2013 Klangobjekt, Lautgedicht.
Dimension: 58 x 320 cm, 2- Kanal Audio,
Litze, Holz, 103 Lautsprecher.
„Sfumato“, Klangobjekt, Triptychon, 136 x 194 cm,
Karlottenlautsprecher, Litze, MDF, 2-Kanal Audio.
Foto: Clara Oppel
„
Tuuli Sundén-Uusimäki
Ich möchte die Bewegungen
der unendlich weit entfernten
Himmelskörper mit dem menschlichen Körper zu persönlichen
Konstellationen verbinden.
Aus einem bipolaren Rauschgeflecht, weißes
und rosa Rauschen, formen sich Laute und
Töne die sich langsam zu Wortfragmenten
bilden.
Das intentionale Hören wird irritiert, da
die Töne sich immer wieder im schwingenden Zwischenraum verlieren.
Durch die fixierte Schallausrichtung befindet sich die RezipientIn
Zelle
im schwingenden Raum mit
Ausblick in die leere Mitte. Dies
führt unweigerlich in eine reflexive
Position des Ichs.
04
Wenn man sich die Welt als zweidimensionale Ebene, als Landkarte
vorstellt, und die eigenen Bewegungen auf Papier kartiert,
ist es wahrscheinlich, dass
eine „Sternkonstellation“
entsteht. Ich würde es
eine persönliche Konstellation nennen. Meine
eigenen täglichen und
monatlichen Wege produzieren einige persönliche
Konstellationen, die als Sternkarte organisiert sind. Ich werde
meine Lebensmuster in zwei Städten kartografieren, Turku und Graz.
Ich werde diese Idee durch Siebdruck und
Zeichnung implementieren, mit großen
Karten in Form eines Sternatlas.“
Raum 07
05
ausstellung
Raum 04
„
Jessie Servenay
zeit auf-nehmen
Seit Ende 2009 arbeite ich mit Improvisationstanz. Bei „zeit auf-nehmen“
spielten zeitgenössischer Tanz, Musik
und Videokunst zusammen. Das Ergebnis
wurde erstmals 2012 im Tanz und Theater Zentrum Graz gezeigt: Grundidee
war, Tänzer und Musiker bei ihrer
gemeinsamen Improvisation an
ausgewählten Plätzen der Stadt
zu filmen: In Parks, Kirchen,
Restaurants, Geschäften, Museen, Haltestellen, an der Universität, auf Friedhöfen. Ein Ort
hat starken Einfluss auf die Improvisationen. „zeit auf-nehmen“ war
ein Projekt über Vergänglichkeit – des
Ortes, des Menschen, der Musik, des
Tanzes… von allem eben.“
„
Daniela Brasil
tracing (Verfolgung) – den Körper
in der Umgebung verorten.
Tägliche und saisonale Verschiebungen, die
Stadt verändert den Körper. Oder ist es umgekehrt? Sich ständig eingewöhnen, wieder
verunsichert werden. Linien überschneiden sich, neue Punkte entstehen. Einige
entwickeln Wurzeln, andere bleiben
als Duft in der Luft hängen. Leben in
der Stadt zu verorten, zu kartieren
ist mehrschichtig: unterschiedliche
Dimensionen von Zeit und Ort zeichnen sich zu einer verschachtelten, in
sich verflochtenen Struktur. Neben Sachhinweisen und vergessenen Erinnerungen.
Diese Installation wird eine Raumkarte sein,
angepasst an die Besonderheit des verfügbaren
Raums. Die Karte wird vorwiegend aus unterschiedlichen vernähten Papier-, Plastik und Bekleidungsstücken bestehen. Kleine Objekte, Notizbücher
und Collagen werden an bestimmten Punkten gezeigt.“
Raum 08
06
SHIFTING
CONSTELLATIONS
„
Daphna Weinstein
AMMM - Die soziale
und individuelle
Funktion der Luft.
Die Luft als Informationsträger. Das Nichts als etwas Erwägenswertes; wie
die Luft um uns herum.
Nichts, wie ein Vakuum
verdichtet oder die Farbe Weiß. Wie ich durch
die Stadt Graz gehe, vermischt sich das Atmen der
Umgebung mit meinem
persönlichen Atmen und
generiert ein spontanes,
stetig wandelndes Muster.
Diese Metamorphose wird
Teil des strukturellen Musters. Das Individuum ist ständig
gezwungen, die Umgebung zu analysieren.“
Raum 07
„
Maryam Mohammadi
Iragz. Photographische
Echos meiner Stadt
zwischen der Vergangenheit
und der Gegenwart.
Eine Art Parallelwelt an
zwei unterschiedlichen
Orten, im echten wie im
virtuellen Leben. Die
Grazer Stadtstruktur erweckt in mir
Erinnerungen
an einige iranische Städte. Manchmal,
wenn
ich durch Graz
spaziere, fühle ich
mich, als wäre ich
in vertrauten Straßen und Gassen meines
Heimatlandes unterwegs.
In meiner Arbeit werde ich
diesen Erinnerungen, diesen
Resonanzen folgen und beobachten, wie Migranten diese
Annäherung an ihre Heimat suchen, um sesshaft werden zu
können.“
Gang West
07
SHIFTING
CONSTELLATIONS
„
Marie Aimetti
Nirgends ist es so wie daheim.
Zelle 01
„
Mar Vicente
Das künstlerische
Objekt passt sich
dem Raum, von
dem es umgeben ist, an.
Es wird ein Teil des
Raumes, wo es keine Grenzen gibt und
die Form der Präsentation nicht unbedingt
traditionelle Wege gehen
muss. Was meine Arbeit anbelangt, haben alle Fragestellungen ihre Wurzel in der Malerei. Der Aktionsradius geht
jedoch über die klassische aber begrenzte
Leinwand hinaus. Meine Absicht ist es,
neue und andere Wege der „Inszenierung”,
des „In-Szene-Setzens“ des Kunstwerks zu
erforschen.
Meine Installation passt sich den gegebenen Ausstellungsräumen im Korridor bei den Minoriten an.
Die Raum-Intervention ist so gedacht, dass der Zuschauer an ihr teilnimmt und sie durchschreiten kann
und soll. In diesem Fall zeigt sich Malerei als ein architektonisches Element.“
Gang Süd
08
Der Ort, wo du geboren wurdest, das
Land, aus dem
du stammst, die
Sprache,
die
Kinderkrankheiten, das
H e i m weh, die
Sehnsucht
nach
der
Kindheit oder
eine nach einer
besseren
Zeit,
einem
besseren
Ort, der Himmel,
der Planet des Kleinen
Prinzen… Das sind Teile der vielen Facetten des deutschen Wortes „Heimat“.
Ein Heimatland zu haben hat ebenso mit „Heimat“ zu
tun. Jemand nennt ein Haus sein Eigen, einen Besitz,
ein Auto, ein Handy, einen Hund... viele ein Kind, eine
Frau, einen Mann, eine Nation. Unser Planet ist voll von
Eigentümern. Über unseren Ursprung nachzudenken,
kann auch heißen an das Meer, die Berge, einen Fluss zu
denken, also das, was wir gemeinsam haben.
Der Körper ist unser gemeinsames Land. Einen Körper
zu haben ist etwas Universelles! Der eine lebt im Kopf,
der andere im Herzen und andere in anderen Teilen ihres Körpers! Könnte es sein, dass die eigentliche Heimat
unser Körper ist?“
biographieN
Marie Aimetti,
1973 in Beziers, Frankreich, geboren. Absolvierte
das nationale Hochschuldiplom der Bildenden
Kunst (Master of Art) in der Villa Arson, Nizza,
2004. Sie lebt seit 2005 in Graz, ist verheiratet
und Mutter von 2 Kindern. Im Jahre 2013 absolvierte sie die Meisterklasse für Keramik. Ihre
Arbeit erstreckt sich von kleinen keramischen
Objekten bis zu großen Rauminstallationen. Mit
vielen ihrer Arbeiten, die oft eine spiegelnde
Oberfläche haben, gibt sie dem Betrachter die
Möglichkeit, eine andere Wahrnehmung von sich
selbst zu haben - eigentlich nicht das Bild, das
man sich erwartet. Seit 2003 hat sie an mehreren
internationalen Ausstellungen teilgenommen:
„Lee 3 Tau Ceti Central Armory Show“ Stephane
Magnin, Nizza. „Yellow Pages“ John Armleder &
404 Team, Deutschland. „Errer la nuit“, „Generation 2004“ Nizza, Frankreich. „Bound_less“ Jan
Christensen, Oslo, Norwegen.
Virginia Argarate,
lebt mit einem reichen Schatz an vielfältiger internationaler Erfahrung seit 2011 in Graz. Als gebürtige Argentinierin führte sie ihr Weg aus ihrer
Heimat zunächst nach Deutschland, später über
Kanada nach Österreich: Länder in denen sie lebte, arbeitete und wirkte und sich bis heute nachhaltig für private Organisationen und NGO’s engagiert. Sie verfügt über einen Studienabschluss
in Kommunikationswissenschaften und absolvierte in Kanada berufliche praxisorientierte Höherqualifizierungen in den Bereichen der Organisationsentwicklung und der Sozialberatung mit
den Schwerpunkten Diversität, Gleichheit und
Inklusion. Argarate ist Journalistin und Schriftstellerin. Sie arbeitet und berät Organisationen,
die inklusive Managementansätze implementieren wollen, in dem sie aus der Vielfältigkeit ihrer
Mitglieder und ArbeitnehmerInnen individuelle
wie originelle Lösungen entwickeln. Sie ist verheiratet und Mutter von fünf Kindern.
Daniela Brasil,
geboren 1975 in Rio de Janeiro, Brasilien. Professur am Institut für Zeitgenössische Kunst /
TU Graz. Sie kommt aus den Disziplinen Kunst,
Architektur sowie Urbanistik und verbindet diese
in Theorie und Praxis. Sie kombiniert Poetik mit
Politik und erkundet mit ihrer Arbeit den Körper
und die Stadt als sozial und kulturell situierte
Untersuchungsorte sowie als Potenzial, welche
durch gelebte Erfahrungen verwirklicht werden.
Durch das Herstellen von Objekten und Instal-
lationen in Verbindung mit Interventionen in
öffentliche Debatten sollen die Wahrnehmung
verändert, Interaktionen initiiert und Verhaltensweisen hinterfragt werden. Die Künstlerin
arbeitet mit unterschiedlichen Hilfsmitteln und
Techniken vor allem in partizipativen und Kooperationsprojekten.
Nayari Castillo,
Geboren 1977 in Venezuela. Molekularbiologin
und Künstlerin (MFA in Zeitgenössischen Visuellen Repräsentations-Systemen und MFA in Kunst
im öffentlichen Raum), hat an zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen teilgenommen,
u.a. in Brüssel, Salzburg, Berlin, Belgrad, Budapest, Miami und Mexico City. In Venezuela selbst
nahm sie an vielen Ausstellungen teil und erhielt
nacheinander eine Vielzahl von Auszeichnungen,
u.a gewann sie den „62. Nationalen Kunstpreis
Arturo Michelena“ und den „VIII CANTV Wettbewerb für junge Kunst mit FIA“. Ihre Arbeiten
finden Erwähnung in den Publikationen: “21 venezolanische Photographinnen / M. T. Boulton“,
„Photographie in Venezuela 1960-2000 / J. C.
Palenzuela“ und „Offene Karten: Lateinamerikanische Photographie 1991-2002 / A. Castellote“.
Gegenwärtig lebt und arbeitet sie in Graz, Österreich. Die meisten ihrer Arbeiten sind in Video,
Text, Fotografie als Installation gezeigt.
Veza María Fernández,
geboren 1986. Ist freischaffende Performerin
und Tänzerin. Sie studierte Anglistik und Romanistik und erwarb ihre Tanzausbildung durch
verschiedene Tanztrainings und Workshops im
Rahmen von IG Tanz Steiermark, Bühnenwerkstatt, Impulstanz, Salzburger Tanztage und andere. Ihre Arbeit steht an der Schnittstelle zwischen Tanz und Theater, Tanz Komposition und
Text Kreation. Sie kreiert alleine Performances
und im Kollektiv „And then we ran into the ocean“ zusammen mit dem Lyriker Christoph Szalay
und im Kollektiv „Sámaheydi Sisters“ zusammen
mit der Performerin Christina Lederhaas. Sie hat
auch als Darstellerin und Tänzerin unter anderem
für Oleg Soulimenko und als Performerin für den
visuellen Künstler Jesse Ash gearbeitet. Ihr Solostück „Calamocos“ gewann den Publikumspreis
bei Best off Styria 2014.
09
Tamara Friebel,
geboren 1975 in Cohuna / Australien, ist Komponistin, Klangkünstlerin und Performerin, ausgebildet in Komposition und Elektroakustik an
der Universität für Musik und darstellende Kunst
Wien, am Royal College of Music, London, an
der Huddersfield University und in Architektur
an der Universität für angewandte Kunst Wien,
am RMIT Melbourne, mit einem Hintergrund in
Soziologie und Theologie an der Universität Melbourne. Seit 2002 in Wien, studierte sie zunächst
Architektur an der Universität für Angewandte
Kunst (Meisterklasse Zaha Hadid 2008), später
auch Komposition an der Universität für Musik
und darstellende Kunst bei Chaya Czernowin,
Karlheinz Essl (elektroakustische Komposition).
Friebel erlangte ihren PhD in Komposition mit
einem Portfolio an Werken Generative Transcriptions, an opera of the self im Juni 2013. Zur
Zeit arbeitet sie im Rondo Atelier N° 6 / Graz.
Severin Hirsch,
geboren 1972 in Celje/Jugoslawien (heutiges
Slowenien), besuchte die Schule für Design, Grafik und Fotografie in Ljubljana. Seit 2003 lebt sie
in Graz, arbeitete in Slowenien und Österreich
als Fotografin und Restauratorin, bevor sie sich
vermehrt der Kunst zuwandte und 2013 die
Meisterschule für Kunst und Gestaltung/Malerei
bei Erwin Talker absolvierte. Ihr künstlerisches
Schaffen liegt im Bereich Medienkunst, Installation und Malerei. In ihren photographischen Arbeiten beschäftigt sie sich mit gesellschaftlichen
Veränderungen und Werten im Wandel.
Kate Howlett-Jones,
wurde 1971 geboren und wuchs in London auf.
1989 -1993 Masterstudium in Französischer und
Russischer Literatur an der University of Oxford.
1999 Umzug nach Graz. Seit dem als Übersetzerin (deutsch, französisch, russisch), Journalistin
und Autorin tätig. Sie schrieb zahlreiche Short
Stories und konnte 2007 die „Guardian Short
Story Competition“ gewinnen. 2010 / 2011 erhielt
sie ein Stipendium im Rondo Atelier Graz. Mitorganisation von und Teilnahme an Lesungen und
Ausstellungen, z.B „Around the Block“ und „Rondomat“ (2010), „Rondorama“ und „Round/about“
(2011), „Time Lag“ und „Entangled“ ( 2013), wo
Textkunst, Installationen und Perfomances gezeigt wurden. 2013 Mitbegründerin des “The
Daily Rhythms Collective”.
18
Maryam Mohammadi,
stammt aus dem Iran und lebt und arbeitet seit
2009 in Graz, wo sie 2013 mit dem Kunstförderungspreis der Stadt ausgezeichnet wurde. Freischaffende Dokumentar- und Stage-Fotografin.
In ihren Arbeiten setzt sie sich intensiv mit den
Auswirkungen von kulturellen, religiösen und gesellschaftspolitischen Effekten, vornehmlich auf
die Situation von Frauen und MigrantInnen, auseinander und beleuchtet, wie lokale und globale
Konditionen sich in die individuellen Biographien
und Identitäten einschreiben. Dabei reflektiert sie
immer wieder auch eigene Alltagserfahrungen in
zwei sehr unterschiedlichen Gesellschaftssystemen. Immer wieder setzt sie sich auch sich selbst
als Anschauungsobjekt und -subjekt ein.
Ernesto Molinari,
wurde 1956 in Lugano geboren, studierte Klarinette in Basel und Bassklarinette in Amsterdam
und ist ein herausragender und vielseitiger Solist auf jedem Instrument der Klarinettenfamilie.
Zahlreiche Kompositionen wurden speziell für
ihn geschrieben und seine wagemutigen Interpretationen hat eine neue Generation von Klarinettisten inspiriert. Seine rege Konzerttätigkeit
als Solist und Kammermusiker führten ihn zu
den wichtigsten Festivals in ganz Europa und auf
der ganzen Welt. Von 1994 bis 2005 war er Klarinettist im Solisten-Ensemble des Klangforum
Wien. Er ist Professor für Klarinette und Bassklarinette, Kammermusik, zeitgenössische Musik
und Improvisation an der Hochschule der Künste
in Bern. Seit 2000 Dozent bei den Internationalen
Ferienkursen für Neue Musik Darmstadt.
Sara González Novi,
geboren 1988 in Madrid, studierte Architektur
in Barcelona und lebt derzeit in Graz. Bereits in
jungen Jahren kam sie in intensiven Kontakt mit
Theater und Musik, besonders beeinflusst von
Shia Arbulú, und wirkte als Laiendarstellerin in
mehreren Theateraufführungen mit. Sie arbeitet
als Architektin in Graz und bewegt sich in ihrer
Freizeit zwischen kreativer Arbeit, Theater und
Design. Dabei vereint sie performative Energie
aus unterschiedlichen Disziplinen und schafft
neue und kreative Zugänge.
biographieN
Clara Oppel,
geboren 1967 in Haßfurt, Bayern, lebt und arbeitet
in Graz.
Studium der Bildhauerei und Malerei an der Akademie der bildenden Künste Nürnberg, Wien und Medienkunst an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Sie war künstlerische Mitarbeiterin von Prof.
Bruno Gironcoli und Meisterschülerin bei Prof. Diet
Sayler. Parallel zu zahlreichen Stipendien folgten
Ausstellungen in Österreich, Deutschland, Italien,
Türkei, Großbritannien, Mexiko und Venezuela.
Jessie Servenay, studierte unter anderem in Paris und begann ihre choreographische Arbeit 2009
in Graz mit “Intimität Triptik: Anwesenheit/Abwesenheit/Existenz”. Sie ist besessen von Vergänglichkeit. In ihren Darstellungen “Die 4 Jahreszeiten”,
2011 und “zeit auf-nehmen”, 2012, stellt sie immer
wieder die Frage nach dem Platz des Menschen in
Zeit und Raum. Ganz ohne Wörter. Seit 2011 praktiziert sie ausschließlich improvisierten Tanz (z.B.
in “Orpheus & Eurydike”, initiiert von Lisa Horvath,
2013). Für 2014 war zusammen mit internationalen
Künstlern das Projekt “Statt Körper” geplant.
Tuuli Sundén-Uusimäki,
1979 in Rauma, Finnland, geboren. Studierte Grafik
an der Akademie in Turku mit Schwerpunkt Holzschnitt. Ihre Arbeit verbindet grafische Techniken
mit Illustrationen und Buchbindehandwerk und
generiert Situationen, die die räumliche Wahrnehmung des Betrachters verändern. Ihre Werke wurden bereits in vielen Ausstellungen gezeigt, wie z.B.
auch 2012 bei „Home Sweet Home“ an der KU Linz.
2011 Stipendium des Atelier Rondo / Graz, Ausstellungen „Rondorama”, „Contemporary views” and
„Round / about”.
Mar Vicente,
geboren 1979 in Lugo, Galicien, Spanien. 1999
- 2004 Studium der Bildenden Kunst an der Universität Vigo, Spanien. Lebt und arbeitet in Wien
und Graz. Zusammenarbeit mit Galerien in Spanien (Galería Trinta in Santiago de Compostela und
Coll Blanc in Castellón) sowie der Rittergallery in
Klagenfurt. 2011 stellte sie im Museum Fridericianum (Kasseler Kunstverein) aus. Während des Rondo-Atelier-Stipendiums – Teilnahme an verschiedenen Gruppenausstellungen in Madrid, Santiago
de Compostela, Barcelona, Budapest, Klagenfurt,
Graz und Passau.
Daphna Weinstein,
geboren 1971 in Israel. Sie erhielt ihre künstlerische
Ausbildung auf der Wimbledon School of Art sowie
am Chester College der Liverpool University (GB).
Ihre Werke wurden in Großbritannien, Österreich,
Japan, Russland und Italien ausgestellt. Der Fokus
ihrer Arbeit liegt im grafischen Bereich. 2007 war
die Künstlerin Stipendiatin des Landes Steiermark
im Atelier Rondo und lebte anschließend bis 2011 in
Graz, wo sie in zahlreichen Ausstellungen zu sehen
war und ist.
19
TE R M I NE
SHIFTING
CONSTELLATIONS
ANSIEDLUNG in Graz _ künstlerische Statements
Eröffnung: MI, 21. Jänner 2015, 19.00 Uhr
AUSSTELLUNG: SHIFTING CONSTELLATIONS:
kÜNSTLERISCHE sTATEMENTS ÜBER DEN
pROZESS DER aNSIEDLUNG IN DER sTADT GRAZ
Marie Aimetti | Daniela Brasil | Nayari Castillo |
Severin Hirsch | Kate Howlett-Jones | Tamara Friebel
| Maryam Mohammadi | meet me industries (Sara
González Novi und Veza María Fernández) | Clara
Oppel | Jessie Servenay | Tuuli Sundén-Uusimäki |
Mar Vicente | Daphna Weinstein
Kulturzentrum bei den Minoriten
Mariahilferplatz 3/I
Ausstellungsdauer bis SA, 21. Februar
Öffnungszeiten:
Di – Fr 10.00 – 17.00 Uhr,
Sa 11.00 – 17.00 Uhr
MI, 21. JÄNNER 2015, 20.30 Uhr
Konzert-Performance:
The stars are still in your eyeS
Soprano Kaoko Amano + Tamara Friebel
(live-elektronik) / ImCubus
DI, 27. JÄNNER 2015, 19.00 Uhr
SHIFTING CONSTELLATIONS
Podiumsdiskussion
Virginia Argarate im Gespräch mit den Künstlerinnen:
„So habe ich es gemacht“
SA, 31. Jänner 2015, 11.00 Uhr
SHIFTING CONSTELLATIONS
Kuratorenführung mit Johannes Rauchenberger
SA, 21. Februar 2015, 17.30 Uhr
Impuls Minutenkonzerte
Galerienrundgang mit Musik
Kulturzentrum bei den Minoriten,
Mariahilferplatz 3/I
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