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Gemeindebrief 2 - baptisten

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Gemeindebrief
Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Brandenburg a. d. Havel
www.baptisten-brandenburg.de
Glaube ist ein Geschenk Gottes
 Seite 3 / Foto: Lehmann
2
Februar
2015
'Evangelisch-Freikirchlich' klingt
Ihnen fremd, aber 'Baptisten' haben
Sie schon mal gehört?
Wir taufen keine Säuglinge, sondern nur
entscheidungsfähige Menschen. Hierauf
geht auch die Bezeichnung "Baptisten",
das heißt Täufer, zurück.
Wir sind Christen
Hofkirche am Jakobsgraben
Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde - Baptisten
Jahnstraße 1  14776 Brandenburg an der Havel
Wir glauben an Gott, den Vater, den Sohn
und den Heiligen Geist, wie er uns im Alten
und im Neuen Testament bezeugt wird. Auf
der Grundlage dieses Glaubens haben wir
uns persönlich und freiwillig für ein Leben
mit Gott und seiner Gemeinde entschieden.
/Fax
03381/661563
E-Mail
info@baptisten-brandenburg.de
Wir sind evangelisch
Gemeindebüro: Sprechzeit Mittwoch 12-14 Uhr
oder nach Vereinbarung
Mit den Kirchen der Reformation bekennen wir Jesus Christus als den Herrn und
Retter der Welt, der uns allein aus Gnade
und allein durch den Glauben vor Gott gerecht gemacht hat. Die Bibel ist der Maßstab für unsere Lehre und unser Leben.
Wir sind eine Gemeinde gläubig
getaufter Christen
Wir taufen Menschen, die aufgrund ihrer
persönlichen Glaubensentscheidung die
Taufe erbitten und Mitglied der Gemeinde
werden wollen.
Wir sind eine Freikirche
Seit unserer Entstehung treten wir für
Religions- und Gewissensfreiheit ein und
befürworten die Trennung von Kirche und
Staat. Wir verzichten auf staatlich erhobene
Kirchensteuern und finanzieren durch
freiwillige Spenden alle Ausgaben der
Gemeinde.
Wir sind eine Baptistengemeinde
Unsere Gemeinde ist Mitglied im Bund
Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in
Deutschland. Als Ortsgemeinde ordnen wir
unser Leben und unsere Dienste selbst.
Obwohl wir als Gemeinde selbständig sind,
wissen wir uns von Gott in unserem
Gemeindebund zusammengeführt.
Internet www.baptisten-brandenburg.de
Bank
Pastor
Spar- und Kreditbank Bad Homburg
IBAN: DE54 5009 2100 0000 7500 00
BIC: GENODE51BH2
Thilo Maußer
Hevellerstr. 8
14776 Brandenburg an der Havel
 03381/7934252 oder 0179/7922270
E-Mail imbilde@bildspiele.net
Unser Pastor steht für persönliche Gespräche
gerne zur Verfügung. Ort und Zeit können jeweils
miteinander verabredet werden.
Gerne kann auch eine Abendmahlsfeier für ältere
oder kranke Geschwister verabredet werden.
Impressum
Redaktion Gemeindebrief
Manfred Kulka  03381/705755
Heinz Lemke  03381/662849
E-Mail lemke.heinz@online .de
Pastor Thilo Maußer (verantw.)  siehe oben
Layout Rainer Schultz  03381/711448
E-Mail rainer.schultz@arcor.de
Redaktionsschluss
Ausgabe Februar 2015: 15.01.2015
Ausgabe März 2015: 12.02.2015
Ausgabe April 2015: 19.03.2015
Briefe an die Redaktion sind keine redaktionellen
Beiträge. Sie spiegeln die Meinung der namentlich
genannten VerfasserInnen wider. Das Redigieren
von Briefen und erbetenen Beiträgen behält sich
die Redaktion vor.
Gemeindebrief Februar 2015
Seite 2
Glaube ist ein Geschenk Gottes
Betrachtung zum Monatsspruch von Carmen Jäger
Ich bin zwar Pastorin, aber das muss doch
nicht jeder gleich merken. Bloß kein Klischee
bedienen wie: Kirche gleich altmodisch,
Spaßbremse … Eine Zeitlang habe ich es
für ein Kompliment gehalten, wenn jemand
erstaunt sagte: "Ach, Sie sind Pastorin, das
sieht man Ihnen gar nicht an."
Schade, denke ich jetzt, ich würde so gern
als Christin erkannt werden. Ich habe doch
eine großartige Botschaft zu vertreten: Das
Evangelium ist eine Kraft Gottes, die jeden
rettet, der glaubt. Und dabei liegt die Betonung auf rettet. Es ist gut lutherisch, die
Bedingung für die Rettung auf Gottes Handeln zu schieben und nicht auf meine
Glaubensaktivität.
Paulus hat schon damit zu kämpfen, dass
auch die Herkunft darüber entscheidet, ob
jemand als vollwertiger Gläubiger gilt. Bis
heute rümpfen mitunter Gemeindeglieder
die Nase, wenn so komische Typen eine
Kirche bevölkern.
Nein, ich schäme mich des Evangeliums
nicht. Für mich ist es eine wertvolle Lebenskraft. Ich möchte, dass diese Kraft Kreise
zieht, anderen wichtig wird und als Grundlage für Entscheidungen übers Privatleben
hinaus dient.
Glaube ist ein Geschenk Gottes. Manchmal
wird dieses Geschenk aber von Menschen
so sehr verknotet, dass das Öffnen einfach
keinen Spaß macht oder so verkompliziert
wird, dass mancher aufgibt. Ich habe aber
nicht das Recht, jemanden am Auspacken
dieses Geschenkes zu hindern, denn es ist
eine Kraft Gottes, die jeden rettet, der glaubt.
Glaube ist ein Geschenk Gottes.
Manchmal wird dieses Geschenk aber von Menschen so sehr
verknotet, dass das Öffnen einfach keinen Spaß macht oder so
verkompliziert wird, dass mancher aufgibt.
Gemeindebrief Februar 2015
Seite 3
N a c h r ic h t e n
a u s de m G em e i n d el e be n
Foto: Wodicka
unterstützten ihn mit musikalischen Beiträgen. Auch das Abendmahl, an Tischen,
war in der Stunde eingebettet.
… dass die Jahreslosung uns in Dankbarkeit und neues Denken leitete: "Nehmet
einander an wie euch Christus angenommen
hat zu Gottes Lob"Römer 15,7. Offenheit und
Annahmebereitschaft für einander sind gefragt und möglich und nötig bei Verschiedenheit und Andersartigkeit mit der wir uns –
auch in einer kleinen Gemeinde - begegnen.
Wir danken Gott und freuen uns,
… dass wir am letzten Sonntag des vergangenen Jahres noch einmal nachdachten
"Mit den Hirten will ich gehen…", um mit
ihnen etwas von der "Herrlichkeit des
Herrn" (nach)zuerleben.
… dass die Weihnachtssammlung und
weitere Spenden für die Aktion "Brot für die
Welt" 710 € gegeben wurden. Gott möge
Spender und Geld segnen für das Leben
von Notleidenden und Hungernden.
... dass am 28. Dezember das Opfer für die
Initiative "Kirchenasyl St. Gotthardtkirche"
für einen Flüchtling aus Libyen in der Hofkirche 273,65 € betrug, das bis zum 11.
Januar auf 365 € angewachsen war. Wir
sind froh zu hören, dass ihm weiterhin
Kirchenasyl gewährt wird.
… dass in einer ungewohnten, aber sehr
herzlichen Form die Neujahrsbegegnung
am 1. Januar stattfand. Manfred Domrös
leitete die Begegnung und Ute und Rico W.
Dann gewinnen wir alle und lernen, im anderen Christus zu sehen. Und Gott freut sich
darüber, wenn wir gemeinsam mit Christus
"Abendmahl feiern". In Tag-für-Tag-Alltagssprache? So: "Trauet einander etwas zu Nehmet einander an - Teilet einander mit
- Suchet einander auf - Holet einander ab
- Kommet einander zuvor - Stehet einander
bei - Rufet einander an - schließet euch
einander auf - Trauet einander etwas zu Mutet euch einander zu - Haltet aneinander
fest - Redet miteinander offen - Verzeihet
einander viel - Danket einander alles - Traget
einander nichts nach - So lebt ihr nicht mehr
aneinander vorbei." (Friedrich Schorlemmer)
… dass der Gottesdienst am 11. Januar
zum Thema "Spiritualität und Gebet" ein
guter Einstieg in die Allianzgebetswoche
war. Schöne Musik und starke Lieder ließen
etwas spüren vom guten Geist Gottes, der
uns treibt, anschiebt und auch über manche
Gemeindebrief Februar 2015
Seite 4
Problemberge hinüber schiebt. - Ronald und
unser Pastor berichteten in einem Gesprächsbeitrag von einer wunderbaren, gemeinsamen Gebetserfahrung, die zum Miteinanderund Füreinander-Beten ermutigt. In der
Predigt ging es um Lukas 18 ab Vers 35,
wo Jesus den Blinden fragt: "Was willst
du, dass ich dir tun soll?" - Ohne Angst
und Ärger auf andere, mutig und offen
Jesus antworten und um Hilfe bitten. Ein
guter Weg zur Christuserfahrung.
… dass wir die Freiheit haben, uns mit ökumenischen, politischen und sozialen Gruppen
auch öffentlich für eine Willkommenskultur
für Flüchtlinge und gegen Ausländerfurcht
und -feindlichkeit einzutreten, wie sie von
PEGIDA und anderen Gruppierungen demonstriert wird. Gott segne alle Bemühungen
um Frieden und Gerechtigkeit, Verständigung
und Hilfe. Wie viele werden wohl aus unserer Gemeinde bei der geplanten Gegendemonstration dabei sein?
… dass die Märkische Allgemeine Zeitung
am 13. Januar zu den dramatischen und
furchtbaren Ereignissen in Paris vielseitig
berichtete und u.a. unter "Gesagt ist gesagt"
auch ein Zitat vom Präses der Evangelischen
Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski
brachte, das so kurz und knapp wie es ist,
etwas klärt: Der sogenannte "Islamische
Staat" hat so viel und so wenig mit dem
Koran zu tun wie der Dreißigjährige Krieg
… dass die Seniorenaktiv -Gruppe am 8. Januar zu einem Nachmittag der "Begegnung mit
der Neuapostolischen Kirche" in ihrer neuen Kirche sehr freundlich empfangen wurden. Wir
erlebten zwei Stunden die sehr informativ waren. "Nehmt einander an … zu Gottes Lob". Die
Jahreslosung gilt auch in der Unterschiedlichkeit der Konfessionen, das haben wir in der
Begegnung mit der Neuapostolischen Kirche neu erfahren. – Das "Café in der Kirche" ist
wirklich einen Besuch wert!
Gemeindebrief Februar 2015
Seite 5
mit der Bibel. "Wir haben allen Grund, nicht
der Bibel oder anderen heiligen Schriften
etwas anzuhängen oder ankreiden zu lassen,
was auf "Religion" und "Religionsmissverständnisse und –missbrauch" zurückzuführen
ist.
… dass aus den Weihnachtsbaum-Sternen
"Sterntaler" werden. Wer eins oder mehr
der Schmuckstücke bei den Produzenten
kauft, der füllt die Baukasse für den Anbau
mit einem Sterntalerregen. Vorbestellungen
waren in der dritten Januarwoche schon
eine ganze Menge eingegangen.
... dass die abendlichen Sammlungen während der Gebetswoche insgesamt 391 € einbrachten, die mithelfen, dass während der
Bundesgartenschau für die Besucher von
fern und nah ein Verteilheft mit Glaubensberichten von Christen der Havelregion angeboten werden kann.
… dass zum ersten Mal auch ein AllianzGebetsabend in der Katholisch Pfarrgemeinde
Heilige Dreifaltigkeit stattfand.
... dass der Abschlussgottesdienst der Gebetswoche im Gemeindesaal St. Katharinen
mit Musik und Gesang, Gebet und Predigt
zum Thema "Herrlichkeit" stattfand. Für
die Kinder gab´s ein Sonderprogramm, wo
"die heiligen drei Könige" eine Hauptrolle
spielten. – Die Opfersammlung erbrachte
446 € für das Allianz-Haus in Blankenburg.
… dass Trainingsstunden von MitmachZirkus-Gruppen bei uns in der Hofkirche und
auch in der Turnhalle des von SaldernGymnasiums regelmäßig üben und von
netten Leuten versorgt werden und dass
sich immer wieder Geld in unserem MünzenSlalom-Renngerät zusammenklimpert. Für
die Arbeit im Mitmach-Zirkus HOPPLA.
kamen 2014 162 € zusammen.
… dass mir ein Bruder nach dem Gottesdienst beim Kaffee erzählt: Am Sonntag besuche ich oft einen 94-jährigen nachmittags.
Heute auch wieder. Das ist für mich auch
Gottesdienst. Hans Stapperfenne
Jahresthema 2015
"Die Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist."
Als Gemeindeleitung haben wir uns entschieden, obiges Zitat von Dietrich Bonhoeffer
tatsächlich zum Jahresthema zu machen.
Dies hat sich erst in den vergangenen Monaten aus der Arbeit bei den Treffen im Rahmen des Theologischen Gesprächs entwickelt.
Diesem Gemeindebrief liegt eine Karte mit
dem Text Bonhoeffers bei, wie er im letzten
Gemeindebrief bereits abgedruckt war. Die
Karte hat den Zweck, dass ihr sie an einen
Ort tun könnt, wo sie euch immer wieder
begegnet und damit an die Fragen erinnert,
die mit dieser Aussage Bonhoeffers aufgerissen werden. Ich bin davon überzeugt, dass
bereits der kontinuierliche Umgang mit diesem radikalen Text unsere Sinne dafür schärfen wird, was unsere Berufung als Gemeinde
praktisch bedeutet.
Das Gottesdienst-Thema am 1. Februar
wird "Spiritualität und das Tun des Gerechten" sein und das Jahresthema aufgreifen.
In der Jahresmitgliederversammlung am
1. März wird es einen kurzen Impuls von
mir zu dem kirchengeschichtlichen Zusammenhang geben. Dabei werde ich weitere
Themenfelder vorstellen, die sich aus dem
Jahresthema ergeben.
Die nächsten Theologischen Gespräche beschäftigen sich weiter mit Bonhoeffer: Am
24. Februar befassen wir uns mit seinem
Gedicht "Christen und Heiden", dass einen
direkten Zusammenhang mit dem Jahresthema hat. Am 24. März, steht das Gedicht
"Wer bin ich" auf dem Programm. Hier lässt
sich eine Verbindung auf der seelsorgerlichen
Ebene entdecken. Thilo Maußer
Gemeindebrief Februar 2015
Seite 6
Spaß, Erfolg und Weiterbildung
Mitmach-Zirkus HOPPLA: Trainingstag am 10. Januar
Es war das erste Mal, dass ein Trainingstag
unseres Zirkus Hoppla in der Busch-Schule
auf dem Görden stattfand. Dort hatten wir
zwei durch eine Tür verbundene Turnhallen
zur Verfügung. Unterstützt wurden wir von
drei Mitarbeitern des Zirkus Harlekids aus
Cottbus, die mit uns allen zunächst ein paar
Spiele zur Aufwärmung gemacht haben. Besonders gut hat mir das Spiel "Pinguine und
Eisbären" gefallen, bei dem zwei Gruppen
gegeneinander antreten. Jede Gruppe Pinguine muss einen Eisbären, der auf einer
Eisscholle sitzt, zu einer Ziellinie ziehen. Die
Eisscholle war eine Turnmatte und der Eisbär
ein Spieler der gegnerischen Mannschaft,
der sich gegen seine Verschleppung durch
die gegnerischen Pinguine dadurch zur Wehr
setzen konnte, dass er versuchte deren
ziehenden Hände "abzuschlagen". Haben
Pinguine Hände? Können Eisbären von Pinguinen gekidnappt werden? Es hat Spaß
gemacht, auch wenn diese Fragen offen
blieben.
An diesem Samstag erfuhr ich eine sehr
individuelle Fortbildung durch die Cottbusser.
Mit viel Sachverstand wurden mir die Grundfertigkeiten in Sachen Diabolo-Spielen beigebracht. Diabolos sehen ein wenig wie
symmetrische Abendmahlskelche aus, die
um ihre Achse in der Waagerechten mittels
einer Schnur gedreht werden. Weil das kein
Mensch versteht und es viel anschaulicher
ist, wenn man es selbst gesehen hat, lade
ich herzlich dazu ein, sich selbst ein Bild
zu machen. Unser nächster Trainingstag
findet am 28. Februar 2015, ebenfalls in
der Busch-Schule in der Zeit von 10 bis ca.
14 Uhr statt (Bitte saubere Schuhe für die
Halle mitbringen!).
Hagen - Trainer aus Cottbus, der mir das
Diabolo-Spielen nahegebracht hat - fragte
mich, ob ich bei der Aufführung, die unser
Treffen abrunden sollte, gleich etwas mit
dem Diabolo vorführen würde. Aus Solidarität zu den Kindern, die ja auch etwas vorführen sollten, stimmte ich zu. Allerdings
muss ich zugeben, dass ich während der
Aufführung, die er moderierte, hoffte, dass
er mich vergessen würde. Hat er aber nicht
und es war ok.
Ich bekomme ja relativ viel auch von dem
Training unter der Woche mit und bin von
vielen kleinen und einigen großen Erfolgen
vollkommen begeistert, die sich die Kinder
seit November erarbeitet haben.Thilo Maußer
Gemeindebrief Februar 2015
Seite 7
10-Minuten-An(ge)dacht
Haben wir es vergessen?
Damit meine ich das Lied "Vater unser, Vater im Himmel …". 1980 wurde es in das Gemeindeliederbuch aufgenommen. Es gehörte zu unserem bekannten Liedergut. In "Feiern & Loben",
dem aktuellen Liederbuch, ist es nicht mehr vorhanden. Dafür eine neue Fassung von 1995.
Neue Zeit – neue Sprache? Das glaube ich nicht. Wir beten im Gottesdienst die "alte Sprache"
beim "Vater unser". Warum nicht auch einmal wieder das beinah vergessene Lied singen?
Es wurde auf eine westindische Melodievorlage getextet. Nachfolgend möchte ich die Texte
einmal gegenüber stellen.
Vater unser, Vater im Himmel. Bist zu uns wie ein Vater, der sein Kind nie vergisst.
Der trotz all seiner Größe immer ansprechbar ist.
Geheiligt werde dein Name.
Vater, unser Vater, alle Ehre deinem Namen!
Bis ans Ende der Zeiten.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe.
Deine Herrschaft soll kommen. Das, was du willst, geschehn.
Auf der Erde, im Himmel sollen alle es sehn.
Unser täglich Brot, Herr,
gib uns heute.
Gib uns das, was wir brauchen, gib uns heut unser Brot.
Und vergib uns unsere Schuld. Und vergib uns den Aufstand gegen dich und dein Gebot.
Wie auch wir vergeben
unseren Schuldnern.
Lehre uns zu vergeben, so wie du uns vergibst.
Lass uns treu zu dir stehen, so wie du immer liebst.
Und führ uns, Herr, nicht in
Versuchung. Sondern erlöse
uns von dem Bösen.
Nimm Gedanken des Zweifels und der Anfechtung fort.
Mach uns frei von dem Bösen durch dein mächtiges Wort.
Denn dein ist das Reich und
die Kraft. Und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.
Deine Macht hat kein Ende, wir vertrauen darauf.
Bist ein herrlicher Herrscher, und dein Reich hört nie auf.
Gemeindelieder Nr. 73 Textgestaltung: Ernst Arfken 1958 nach einer amerikanischen Vorlage, Melodie: Westindien
Gemeindelieder Feiern & Loben Nr. 82, Text (nach Matthäus 6,9-13): Christoph Zehender, Melodie: Hans Werner Scharnowski
Gemeindebrief Februar 2015
Seite 8
Mensch Jesus! Was ist Nachfolge?
Teil 4
"Wir haben alle unseren Packen zu tragen ..."
Als ich mein Geld noch als Fotograf verdiente,
habe ich etliche Hochzeiten mit meiner Kamera begleitet. Dabei habe ich nie aufgehört, mich darüber zu verwundern, wie es
unversehens geschah, dass ich als Fremder
und eigentlich bloßer Dienstleister Teil der
Hochzeitsgesellschaft wurde. Diese Art von
Intimität führte vor vielen Jahren einmal dazu, dass der Bräutigam ein Anliegen an mich
herantrug, bei dem er selbst die Befürchtung hatte, dass ich sein Ansinnen sehr
schräg finden würde. In einem der ruhigeren Momente, die die meisten Hochzeiten
ja auch haben, lenkte er unser Gespräch
auf das Thema, wie gut es denn möglich
wäre, Handy-Aufnahmen so aufzuarbeiten,
dass man wenigstens einen etwa postkartengroßen Abzug davon machen könnte. Darauf antwortete ich, dass da prinzipiell einiges möglich sei, dass ich aber die Aufnahmen selbst in Augenschein nehmen müsste,
um Genaueres sagen zu können. Und dann
erzählt er mir, worum es eigentlich ging. Als
Paar hatten sie vor mehreren Jahren noch
ein weiteres Kind, das aber tot zur Welt gekommen war. Sie waren als Eltern damals
nicht recht darauf vorbereitet. Er erzählte
mir einiges davon, wie es nach der Geburt
im Krankenhaus war. Die Schwestern hatten ihr totes Baby angezogen und sie bekamen die Möglichkeit, sich zu verabschieden.
In der Hilflosigkeit dieser Situation hat er
eben auch mit seinem Handy einige Fotos
von ihrem Kind gemacht, die aber viel zu
dunkel waren und nur eine geringe Auflösung
hatten. Als er mir das alles erzählte, war ich
ganz bei ihm. "Das tut mir sehr leid", sagte
ich schließlich. Ich glaube, dass er die Aufrichtigkeit meiner Anteilnahme wohl verstanden hatte. Denn seinerseits antwortete
er: "Das braucht es nicht. Wir haben alle unseren Packen zu tragen und so ist es nun
einmal. Wir haben aber gemerkt, dass es
uns helfen würde, wenn wir diese Fotos so
hätten, dass wir sie immer einmal in die Hand
nehmen und betrachten könnten. Sie halten
das wahrscheinlich für verrückt ..." "Nein,
ich halte das absolut nicht für verrückt", versicherte ich ihm und ich versprach ihm, mich
mit seinen Fotos zu beschäftigen. Für Postkartengröße hat es nicht ganz gereicht, aber
es ließ sich ein Ergebnis erzielen, das ein
wenig wie eine Polaroid-Aufnahmen wirkte.
Ich erinnere mich noch, dass er und seine
Frau quer durch Berlin gefahren waren, um
die Abzüge und Bilddateien bei uns persönlich abzuholen - was nicht nötig gewesen
wäre. Von den beiden ging eine große Dankbarkeit aus, dass ich mich auf die Fotos von
ihrem toten Kind überhaupt eingelassen
hatte. Ob es meinerseits gelungen ist, ihnen
zu vermitteln, wie beeindruckt ich sowohl
von der Klarheit ihres Bedürfnisses als auch
von ihrer Zielstrebigkeit war, eine tragfähige
Trauerarbeit zu leisten, weiß ich nicht. Ich
wollte ihnen gerne das Gefühl geben, dass
es nicht verrückt, sondern einfach richtig
ist, die Begegnung mit diesem Teil ihrer
gemeinsamen Geschichte zu suchen. Denn
hätten sie versucht, ihren Schmerz zu verdrängen, käme er mit zerstörerischer Kraft
immer wieder zurück.
"Wir haben alle unseren Packen zu tragen." Dieser Satz ist mir sehr lebendig bei
dieser Begegnung im Gedächtnis geblieben,
denn er erinnert mich in einer bestimmten
Weise an etwas, das Jesus über Nachfolge
gesagt hat: "Wer mir nachfolgen will, der
... nehme sein Kreuz auf sich." Ich bin mir
im Klaren darüber, dass das noch vieles offen lässt, aber ist es nicht bemerkenswert,
dass Jesus damit zum Ausdruck bringt, dass
"ihm Nachfolgen" und "sein Kreuz auf sich
nehmen" gleichzeitig sind? Würde das nicht
heißen, dass es wesentlicher Teil meines
Lebens mit Jesus ist, meinem Packen ins
Gemeindebrief Februar 2015
Seite 9
Auge zu sehen? Meine Trauer, mein Leid,
meine Probleme wären dann nichts, was mir
seine Einladung, ihm nachzufolgen, verbauen würde, sondern - recht bedacht - sie
erst eröffnete. Ich finde das bedenkenswert.
Der zitierte Ausspruch Jesu findet sich
beispielsweise in Markus 8,34b. Das "verleugne sich selbst und" habe ich weggelassen.
Darum kümmere ich mich in der nächsten
Ausgabe. Thilo Maußer
Besondere
Veranstaltungen und
Termine

Jahresgemeindemitgliederversammlung: Nachdenken über Gemeinde
Wir wollen dieses Jahr bereits um 14 Uhr mit der Versammlung beginnen. Denn
nach dem Gottesdienst wird ein gemeinsames Essen angeboten werden, so dass
wir gleich beisammen bleiben können.
Lena, Ljudmilla, Margarete und Antje werden uns mit Suppe, ukrainischem
Kartoffelsalat, Kaffee und Kuchen versorgen. Weitere Kuchenspenden sind willkommen. Und weil wir ja noch mitten im Projekt "Nutze dein Talent!" stecken,
sollen 2,50 € als Spende für das Essen erbeten werden, wobei der Netto-Erlös
der Baukasse zu gute kommen wird.
Ein freundliches "Danke" von Antje Chmiel.

"Willst du reich sein?" - Familiengottesdienst um 10 Uhr
Geld kann man nicht zweimal ausgeben und wenn man es doch tut, hat man
Schulden. Wir wollen uns in diesem Gottesdienst mit der Sehnsucht beschäftigen,
die uns davon träumen lässt, sich alles kaufen zu können, wozu man gerade
Lust hat. Jesus hat in Sachen Reichtum dagegen ein paar kritische Bemerkungen
gemacht. Schauen wir mal! Thilo Maußer

Bibel.Lese.Abend – 17. Februar 2015, 19.30 Uhr
Die lectio divina ist eine Meditationstechnik, um sich Bibeltexte zu erschließen.
Sie hat einen lateinischen Namen, weil sie aus dem klösterlichen Leben des
Mittelalters stammt. Man könnte es mit "göttlicher Lesung" übersetzen.
1.3.
15.2.
17.2.
Gemeindebrief Februar 2015
Seite 10
Es geht dabei darum, sich einen Bibeltext in vier Schritten zu erschließen:
Zuerst wird der Text gelesen (lectio) und in seiner Gestalt und mit seinen Besonderheiten wahrgenommen. Es geht darum, Textbeobachtungen zu machen und
auf Deutungen zunächst zu verzichten. Denn darum geht es erst im zweiten
Schritt (meditatio). Hier wird darüber nachgedacht, was der Text an sich bedeutet und was er für mich heißt. Der dritte Schritt (oratio) lädt dazu ein, diese
Gedanken bewusst mit Gott zu teilen, indem man sie als persönliches Gebet
formuliert. Man könnte sagen, dass man sich in den ersten beiden Abschnitten
darauf vorbereitet, um im dritten dann mit Gott darüber zu reden. Der vierte
und abschließende Schritt nennt sich contemplatio und hat das Ziel, in der
Gegenwart Gottes mit dem stille zu werden, was in den drei Schritten zuvor
thematisiert wurde.
Eine noch sehr kleine Gruppe aus unserer Gemeinde praktiziert dies seit einem
knappen Jahr in einer Gesprächsform. Das erforderte etwas Übung. Jetzt haben
wir das Bedürfnis, dazu noch einmal aktiv einzuladen, weil wir dem Ablauf inzwischen auch eine überschaubare liturgische Form gegeben haben mit ein wenig
Singen, Eingangsgebet und Segenspruch zum Abschluss. Jeder, der sich für diese
Art der Begegnung mit biblischen Texten interessiert und Lust hat mitzumachen,
ist herzlich eingeladen.
Für die nächsten Monate haben wir uns vorgenommen, Text aus dem Buch
Jeremia in dieser Weise gemeinsam zu lesen. Thilo Maußer
18. Februar - 5. April
Die Fastenaktion der
evangelischen Kirche
Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters.
Studien zufolge empfinden die meisten Menschen ebenmäßige Züge und harmonische Formen als schön. Die
Lebenserfahrung aber zeigt, dass es das Eigenwillige und
Besondere ist, was wir ins Herz schließen: die Zahnlücke,
die beim Lächeln sichtbar wird, den Hund mit dem ewig
abgeknickten Ohr, den Humor der Kollegin.
In der Fastenzeit 2015 möchten wir mit "7 Wochen
Ohne" das Unverwechselbare entdecken und wertschätzen.
"Du bist schön! Sieben Wochen ohne Runtermachen"
lautet das Motto. Wir laden Sie ein, aus vollem Herzen zu sagen: "Du bist schön!" - zum
Menschen an Ihrer Seite wie auch dem eigenen Spiegelbild. Und sieben Wochen lang soll
gelten: "ohne Runtermachen!"
Wir wollen die Schönheit suchen, würdigen und feiern, vor allem da, wo sie sich nicht herausputzt und in Pose wirft. "Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz
an", weiß die Bibel. Aber auch unser Herz sieht sehr gut: "Schön ist eigentlich alles, was man
mit Liebe betrachtet" (Christian Morgenstern). Diesen Blick wollen wir schulen und das Herz
öffnen für die Schönheiten jenseits der Norm. Wir sind umgeben von Ebenbildern Gottes, Sie
können sie leuchten sehen!  siehe Veranstaltungskalender
Gemeindebrief Februar 2015
Seite 11
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G e m ei n de f a mi l i e
Änderung im Mitgliederverzeichnis
Zugang durch Überweisung: Anette Chmiel-Hamling
Reckahner Dorfstr. 20, 14778 Reckahn
Wir gratulieren herzlich zum Geburtstag
02.2. Sorina Heidemann-Petzold
07.2. Benjamin Detje
08.2. Ljudmila Delau
15.2. Siegfried Raddatz
16.2. Lennert Ryback
17.2. Johannes Wolter
19.2. Antje Chmiel
21.2. Edith Hempe
23.2. Christel Kulka
27.2. Ingrid Lemke
Du bist ein Gott, der mich sieht!
1. Mose 16,13
Wir wollen uns im Blick behalten…
indem wir füreinander beten, aneinander denken und durch
Besuche, Telefonate, eventuelle Besorgungen gerne helfen.
Besonders: Irmgard Christow, Margarethe Lemke, Siegfried
Raddatz, Marianne Rademacher, Gerda Rektenwald, Ruth
Scheller, Hardy Schrader, Kornelius Wall, Hilde und Johannes
Wolter. Foto: epd bild
Gemeindebrief Februar 2015
Seite 12
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