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Aktuell - Butzbacher Zeitung

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Stadt und Land
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Montag , 26. Januar 2015 · Seite 17
168. Jahrgang, Nr. 21
heutemontag
Butzbach
Tagestipps der Redaktion
Aktuell
Leserbriefe
Für die unter dieser Rubrik veröffentlichten
Einsendungen übernimmt die Redaktion keinerlei
Verantwortung. Die Redaktion behält sich die
Kürzungen von Beiträgen vor.
„Waldzerstörung
schön geredet“
Betr.: Sitzung des Bauausschusses am
20.1.2015
Am 20. Januar besuchten wir als Zuhörer die Bauausschusssitzung im Butzbacher Bürgerhaus. Da uns der Waldschutz
und die Zukunft des Areals Merowinger
Straße, dessen Bebauung geplant ist, sehr
am Herzen liegt, waren wir ganz besonders interessiert am Waldwirtschaftsplan
und der Bauleitplanung für die Merowinger Straße. Als erstes wurde der Waldwirtschaftsplan behandelt. Aber noch bevor
der Forstamtsleiter Bernd Müller ihn vorstellte, wurden die Ausschussmitglieder
darauf eingeschworen, sich nicht durch
die Debatten und Leserbriefe der letzten
Wochen zur Waldbewirtschaftung beeinflussen zu lassen. Was soviel heißt wie:
kümmert euch nicht um das Geschwätz
der Bürger!
Herr Müller erklärte dann mit Schaubildern den Plan für das laufende Jahr. Sein
Versuch, die geplante und schon laufende Waldzerstörung schön zu reden, war
nicht sonderlich überzeugend. Immer
wieder wurde betont, dass doch weniger
eingeschlagen wurde - und wird - als geplant und der Erlös wahrscheinlich höher ausfällt als die vorgesehenen 120.000
Euro. Es wurde aber kein Wort darüber
verloren, dass der geplante Einschlag von
16.095 Kubikmetern etwa der vierfachen
Menge entspricht, die in früheren Jahren
eingeschlagen wurde.
Ganz besonders hat uns das Verhalten
der Ausschussmitglieder bei der darauf
folgenden Debatte entsetzt; wenn man
es überhaupt Debatte nennen kann. Anstatt sich mit den wirklich wichtigen Dingen zu befassen, wurde minutenlang eine
völlig belanglose Konversation geführt.
Keiner verlor ein Wort über die vielen
besorgten Bürger, die es nicht mehr hinnehmen wollen, dass ihr Wald von Hessen Forst geplündert und verwüstet wird.
Kein Wort wurde über Raubbau, Zerstörung und schwere Umweltschäden verloren. Kein Natur-, Umwelt- und Klimaschutz. Kein Wort über die vielen Tiere,
die plötzlich ihr Habitat verlieren und oft
ganz verschwinden.
Bei soviel Desinteresse und Gleichgültigkeit war es nicht überraschend, dass der
Plan mit einer Enthaltung durchgewunken wurde. Besonders enttäuschend war
das Verhalten der UWG mit der Stimmenthaltung von Gudrun Reineck, der
Fraktionsvorsitzenden. Eine Stimmenthaltung ist immer eine indirekte Zustimmung. Von einer Partei, die vorgibt, sich
für den Wald einzusetzen und die noch
vor einigen Wochen die Wichtigkeit des
Waldes in ihr Parteiprogramm aufgenommen hat, hätte man die Ablehnung
des Plans und eine Erklärung erwarten
können.
Daraufhin wurde die Bauleitplanung
für die Merowinger Straße behandelt.
Obwohl auf diesem Areal mehr als 200
Bäume stehen und jedes Jahr weit mehr
als hundert Vögel brüten, etwa 30 Vogelarten heimisch sind, Fledermäuse in den
Dächern und unter den Kaminverkleidungen überwintern, Haselmaus und Siebenschläfer schon seit Jahrzehnten präsent sind, wie auch eine sehr große Population an Buntspecht, Zaunkönig und
Eichhörnchen zum Alltag gehören, wurde die Aufstellung des Bebauungsplans
trotz Ablehnung der UWG beschlossen.
Auch hier fiel wieder kein Wort zum Thema Natur- und Umweltschutz; kein Wort
über die bei einer Bebauung völlige Zerstörung des Areals.
Laut Barbara Krutzsch vom Planungsbüro Fischer, welches mit dem Areal beauftragt wurde, sind schon ArtenschutzUntersuchungen im Gange, wovon wir als
Anwohner allerdings noch nichts mitbekommen haben. Sollte ein „wirklich unabhängiges Gutachten“ erstellt werden, würde keine Umweltbehörde eine Bebauung
zulassen. Denn all die oben aufgeführten
Tierarten sind nur präsent, weil das Nahrungsangebot in den Gärten deren Überle-
ben sichert. Ein Zurückziehen in den angrenzenden Wald ist wegen der dort fehlenden Nahrung nicht möglich.
Auf die Frage von Gudrun Reineck, wie
viel Wald für die Bebauung gefällt werden
müsse, antwortete Barbara Krutzsch, dies
wäre nicht vorgesehen, worauf Bürgermeister Merle einwarf, dass für das Wohnen am Limes auch keine Bäume gefällt
worden seien. Wir wissen nicht, wie lange
Herr Merle nicht mehr an diesem Waldrand war, es muss aber schon lange her
sein, denn kurz nach dem Beginn der
Bebauung wurde der gesamte Waldrand
rücksichtslos gerodet und verwüstet.
Heute ist der Hang auf mehreren hundert Metern völlig mit Brombeeren verbuscht. Dies wird in der Merowinger
Straße auch passieren, nur in viel größerem Ausmaß, da es sich hier um einen alten Hochwald handelt. Kein Mensch gibt
mehrere hunderttausend Euro für ein
Haus und Grundstück aus, wenn er jedes Jahr dutzende Zentner Laub aufnehmen und entsorgen muss. Auch dass die
Sonne schon um zwei Uhr mittags hinter
den Blättern der Bäume verschwindet,
wird keiner akzeptieren. Außerdem wird
das aus dem Wald drückende Wasser große Kosten für die Bauherren verursachen,
die bei jedem Unwetter die Feuerwehr
zum Auspumpen der Keller rufen müssten. Dass es dort sehr wasserreich unter
der Erde ist, belegt auch der im oberen
Bereich der Merowinger Straße befindliche Reserve-Brunnen der Stadt. Und mit
jedem alten Baum, der gefällt wird, dürfte
das Problem noch größer werden.
All das hätte von den Ausschussmitgliedern berücksichtigt werden müssen,
die sich nach unserer Meinung völlig unvorbereitet und unprofessionell mit diesen Tagesordnungspunkten befassten.
Aber von einem Ausschuss, in dem solch
eine Einvernehmlichkeit besteht, dass
man nicht unterscheiden kann, wer welcher Partei angehört, kann man keine
objektive Entscheidung erwarten. Unser
Fazit: armes Butzbach! Möge der Butzbacher Wähler dem Drama 2016 ein Ende setzen.
Klaus Bartosch, Inge Bartosch und Benjamin Bartosch, Butzbach
Erhalt der
Feuerwehrstandorte
Betr.: Leserbrief von Herrn Wasmuth
(vg. BZ 24.1.2015)
Im Gegensatz zu Herrn Wasmuth bin ich
froh, dass ein Umdenken stattgefunden
hat und eine Möglichkeit gefunden wurde, alle Feuerwehr-Standorte zu erhalten.
Viele Feuerwehr-Frauen und -Männer investieren viele Stunden ihrer Freizeit, damit wir Mitbürger/innen ruhig leben und
schlafen können.
Ich möchte mich auf diesem Weg bei allen Feuerwehrleuten der Stadt Butzbach
für ihren Einsatz bedanken. Ich persönlich kenne keinen „selbstverliebten Feuerwehrhäuptling“ in Butzbach.
In den nächsten Wochen wird sicherlich noch viel Arbeit auf alle Feuerwehren, die Stadtverwaltung und das Parlament zukommen, um das gesteckte Ziel
„alle Standorte zu erhalten“ zu erreichen.
Es ist Alles nicht so einfach, wie Herr
Wasmuth dies darstellt. In Zeiten von Finanzlöchern müssen sich alle Beteiligten
zu Kompromissen bereit erklären, damit
eine gute und starke Freiwillige Feuerwehr
in Butzbach erhalten werden kann.
Klaus-Werner Otto,
SPD-Stadtverordneter in Butzbach
700 Menschen demonstrierten
in Gießen gegen Rassismus
GieSSen (epd). Rund 700 Menschen
haben am Sonntag in Gießen gegen
Rassismus und Ausgrenzung demonstriert. „In Gießen ist kein Platz
für Pegida und ihre Anhänger“, sagte die Gießener Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz (SPD) auf
der Kundgebung.
Wenige Meter entfernt versammelten sich auf dem Bahnhofsvorplatz
etwa 30 Menschen zu einer Kundgebung mit dem Titel „Gemeinsam
für die Zukunft - Demo gegen Salafisten und ISIS“. Dazu hatten zwei
Privatpersonen aufgerufen, die im
Internet betonten, kein Pegida-Ableger zu sein. Die Kundgebung ging
im Pfeif- und Rufkonzert der Gegendemonstranten unter, die unter anderem „Heuchler“ und „Es
gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda“ riefen.
Die Gegendemonstranten trugen
Plakate wie „Es gibt nicht zu viele
Flüchtlinge, sondern zu viele Rassisten“, „Wir sind farbenfroh“ oder
„Deutschland ist bunt“. Zu dieser
Demonstration hatte ein Bündnis
aus linken Gruppen, SPD, Grünen,
der Gewerkschaft Verdi und Religionsgemeinschaften aufgerufen.
„Habt keine Angst vor Muslimen,
wir sind Teil dieses Landes“, sagte
ein Sprecher der islamischen Gemeinden in Gießen.
Die Polizei hatte beide Gruppen voneinander abgeschirmt. Der
Bahnhofsvorplatz war gesperrt, für
Reisende wurden Korridore gebildet.
Zu einem Zug durch die Stadt, den
die 30 Demonstranten ursprünglich
geplant hatten, kam es nicht mehr,
wie eine Sprecherin der Polizei dem
Evangelischen Pressedienst (epd)
sagte. Beide Kundgebungen seien
friedlich verlaufen.
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