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14 AGRARPOLITIK
der Schafhalter heute unterliegt, genauso wie die mangelnde wirtschaftliche Anerkennung der Leistungen.
▶▶Sichere Deiche durch
Schafbeweidung
Schäfer in der Mitte der Gesellschaft (v.l.n.r.): Wilhelm Neu, die Landtagsabgeordneten Manfred Krick, Annette Watermann-Krass, Norbert Meesters und Norwich Rüße, Schäfermeister Maik Dünow, Staatssekretär Horst Becker, Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, Hans-Jörg Rohwedder, MdL, und Landrat Dr. Ansgar Müller.Fotos: Christiane Närmann-Bockholt
Die Schäfer im Film
Dabei scheinen die Berufsschäfer mit
ihrem 2012 gegründeten Bundesverband die Interessen der Schäfer durchaus erfolgreich zu vertreten. So hat sich
der Landtag in NRW im Juni dieses Jahres über die Parteigrenzen hinweg für
die Erhaltung der Schäferei ausgesprochen. Das neue „Programm zur Entwicklung des ländlichen Raumes NRW
von 2014 bis 2020“ enthalte Verbesserungen, unter anderem bei der Förderung extensiver Grünlandnutzung, bei
der Beweidung im Naturschutz, beim
Erhalt gefährdeter Schafrassen sowie
bei der Regionalvermarktung. Das
machte auch Staatssekretär Horst Becker in seinen Ausführungen in Wesel
deutlich.
Berufsschäfer stellten neuen Imagefilm in der Schäferei Dünow in Wesel vor
Informierte die
Schäfer über das
neue Förderprogramm: Horst Becker, Staatssekretär
im Düsseldorfer
Landwirtschaftsministerium.
„Wir Schäfer stehen nicht mehr allein
auf der Weide, wir Schäfer stehen mitten in der Gesellschaft.“ Mit diesen
Worten, die von einem gesunden
Selbstbewusstsein zeugen, begrüßte
Schäfermeister Maik Dünow am Mittwoch letzter Woche die Gäste auf seinem Hof in Wesel. Eingeladen wurde
zur Vorstellung des neuen Imagefilms
„Die Schäfer“. Der vom Bundesverband
Berufsschäfer ausgesprochenen Einladung auf den Betrieb ihres Landessprechers Maik Dünow waren eine Reihe
von Gästen aus Politik und Gesellschaft
gefolgt, darunter der Parlamentarische
Staatssekretär im Düsseldorfer Landwirtschaftsministerium Horst Becker
sowie einige Landtagsabgeordnete.
▶▶Agrarökologische
Dienstleister
Ihre Rolle als „agrarökologische Dienstleister“ stellen die Schäfer in den Mittelpunkt des 21 Minuten langen Films.
Der von Peter Schanz gedrehte Kurzfilm
hatte kürzlich seine Premiere in der
Staatskanzlei in Mainz im Rahmen eines Festaktes des 32. Deutschen Naturschutztages. „Wir pflegen Natur und
Umwelt durch Beweidung, ein Viertel
unserer Einkünfte stammt heute aus
dem Naturschutz. Diese Leistung ist
zwar gesellschaftlich gefragt, aber leider ist die Bezahlung dafür bisher keineswegs existenzsichernd. Wir Berufsschäfer werden immer weniger“, machte Dünow deutlich. In Nordrhein-Westfalen ist die Schafhaltung seit der Jahrtausendwende um über 30 % rückläufig, heute gibt es im Land noch rund
150 Berufsschäfer.
Gedreht wurde unter anderem in der
Schäferei Dünow am Niederrhein und
im ostwestfälischen Betrieb von Ortrun
Humpert, der Vorsitzenden des Landesschafzuchtverbandes NRW. Der Film
macht die Rolle der Schafe als Klimaschützer und als lebende Rasenmäher
auf Deichen und Grünlandflächen deutlich, genauso wie ihren Einsatz im
Dienst der Biodiversität. Schafe werden
auch als „Naturtaxi mit goldenem Tritt“
bezeichnet, heißt es im Film, weil sie in
ihrem dichten Fell Samen von Pflanzen
wie auch Insekten von Standort zu
Standort weitertragen. Wissenschaftler,
wie die Grünlandexpertin Prof. Dr. Nicole Wrage-Mönnig von der RheinWaal-Hochschule Kleve, kommen mit
ihren Untersuchungen zur Stickstoffbindung ebenso zu Wort wie Prof. Dr.
Peter Poschlod von der Uni Regensburg
mit seinen Experimenten zur Biodiversität. Im Film angesprochen wird aber
auch die ausufernde Bürokratie, der je-
Schäfer stehen mitten in der Gesellschaft
und nicht mehr allein auf der Weide: Schäfermeister Maik Dünow, Landessprecher des
Bundesverbandes der Berufsschäfer.
In der Diskussion nutzten die Schäfer
die Gelegenheit, den Politikern ihre
drängenden Sorgen zu veranschaulichen. So appellierte der Vorsitzende
des Kreisschafzuchtverbandes, Hans
Holtkamp, an die Politiker, dass die
Deichpflege vorrangig durch Schafe
und nicht durch Maschinen erfolgen
sollte. Unterstützt wurde diese Forderung durch Ingo Hülser, den Deichgräf
des Deichverbandes Mehrum. Er stehe
als Deichgräf zu 100 % hinter der
Deichpflege mit Schafen, der Tritt der
Schafe festige die Grasnarbe und sichere damit den Deich. In einer Forderung
waren sich die Berufsschäfer einig: Insbesondere bei der Vergabe öffentlicher
Flächen sollten die Schäfer stärker berücksichtigt werden und öfter zum Zuge
kommen.cnb
LZ 51/52 · 2014
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Seele and Geist
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