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EXTRA
::
650 JAHRE MESSE HAMBURG
SONNABEND/SONNTAG, 24./25. JANUAR 2015 / NR. 20 / 4. WOCHE / 67. JAHRGANG
GRUSSWORT
Alles begann
im Jahr 1365
OLAF SCHOLZ
:: Seit 650 Jahren besitzt die Stadt
Hamburg das Recht, Messen und
Märkte abzuhalten. Sie zählt damit zu
den ältesten Messestädten Deutschlands. Als Kaiser Karl IV. am 29. Januar 1365 der Stadt Hamburg in einem
Freibrief das Messeprivileg verlieh,
begann eine großartige und spannende
Entwicklung der Messen und Kongresse in unserer Stadt. Heute markieren Hanseboot, Internorga oder WindEnergy Hamburg wichtige Termine im
Messekalender.
Zusätzlich hat sich in den letzten
Jahrzehnten national und international ein wachsender Kongressmarkt
entwickelt. Das verdeutlicht: Direkte
Kommunikation und persönliche Begegnung bleiben trotz Internet und
digitaler Kommunikation unverzichtbar. Messen und Kongresse bringen
globales Wissen in die Region, ziehen
neue Talente sowie Investitionen an
und sind Schaufenster der Region.
Wissenschaftler, Experten und interessierte Bürger informieren sich und
bauen Netzwerke auf. Deshalb ist das
Messe- und Kongressgeschäft relevanter Teil der Standortpolitik.
Für Messen und Kongresse benötigt man nicht nur Platz, sondern auch
die passende Infrastruktur. Von der
Ernst-Merck-Halle im damaligen Zoologischen Garten über die Messehallen
in Planten un Blomen bis zum ersten
Kongresszentrum Europas, dem CCH:
Die Messe- und Kongressstadt Hamburg modernisierte sich stets. Und so
wird die Freie und Hansestadt Hamburg nach der Revitalisierung des CCH
auch künftig in der ersten Reihe der
Messe- und Kongressstädte stehen.
Hamburgs
zweites Tor
zur Welt
Die Messe ist heute ein unverzichtbarer
Wirtschaftsfaktor der Stadt. Ihre Anfänge
reichen zurück in die Zeit von Karl IV.
Treffpunkt unterm Fernsehturm: Neben international bekannten Fachmessen sind es Publikumsschauen wie Hanseboot, Mineralien und Reisen Hamburg, die auf dem Messegelände stattfinden Foto: Michael Zapf
H A N N S - S T E FA N G R O S C H
:: Hamburg gilt als Deutschlands Tor
zur Welt. Und das verdankt die Hansestadt beileibe nicht nur ihrem Hafen:
Immer wenn eine der großen Messen in
Hamburg ihre Tore öffnet, wird das
weltoffene Motto besonders erlebbar.
Beispiel SMM: Die Weltleitmesse der
maritimen Wirtschaft lockte im vergangenen September wieder rund 50.000
internationale Fachbesucher nach
Hamburg. Mehr als 2100 Aussteller aus
67 Ländern präsentierten ihre maritimen Innovationen in den Messehallen,
ein gewaltiger Schiffspropeller vor dem
Haupteingang begrüßte die Teilnehmer
des Mega-Events der Schiffbauer und
Zulieferer.
Neben Fachmessen wie SMM, Internorga und der neuen WindEnergy
sind es Publikumsschauen wie Hansepferd, Hanseboot, Mineralien oder Reisen Hamburg, die die Hansestadt einige
Tage lang für ein bestimmtes Thema
zum Nabel der Welt machen. Während
dabei für die Profis Geschäftskontakte
und -abschlüsse im Vordergrund stehen, geht es den normalen Besuchern
um Ideen für ihr Leben: Rund die Hälfte
der deutschen Bevölkerung über 14 Jahre (48 Prozent) besucht laut Ausstellungs- und Messeausschuss der Deutschen Wirtschaft (AUMA) zumindest
gelegentlich Publikumsmessen, um
sich über neueste Produkte oder Leistungen für ihr Hobby oder ihren Haushalt zu informieren. Publikumsmessen
haben damit einen erheblichen Stellenwert bei Freizeitgestaltung, Information und Einkauf. Gut 300 Messen, Kongresse sowie kulturelle und kulinarische Veranstaltungen locken Jahr für
Jahr mehr als eine Million Besucher aus
aller Welt in die Hansestadt.
Mit ihren modernen Messehallen
unter dem Fernsehturm sowie dem
Congress Center Hamburg (CCH) am
Dammtorbahnhof ist die Hamburg
Messe mittlerweile ein prägender Faktor im Stadtbild und ein wichtiger Wirtschaftstreiber für die Metropolregion
Hamburg. Aussteller und Besucher bescheren dem örtlichen Einzelhandel,
den Hotels und Restaurants und anderen Dienstleistungsbetrieben ein jährliches Umsatzplus von rund 700 Millionen Euro – und geben damit der heimischen Wirtschaft wichtige Impulse.
Angefangen hat alles im Jahr 1365:
Vor 650 Jahren gewährte Kaiser Karl
IV., Herrscher des Heiligen Römischen
Reiches Deutscher Nation, Hamburg
das begehrte Messeprivileg: Die Hansestadt durfte jährlich drei Wochen lang
um Pfingsten herum eine Handelsmesse abhalten. Der Kaiser, der von Prag
aus regierte, wollte Hamburg damit
zum nördlichen Endpunkt der Handelsrouten seines Reiches machen – ihr
176 Jahre zuvor gegründeter Hafen war
schließlich der ideale Umschlagsplatz
für Im- und Exporte. Die norddeutsche
Metropole, die damals weniger als
10.000 Einwohner zählte, gehört damit
zu den ältesten Messestädten Deutsch-
durchgeführt wird. Das Messegelände
ist bereits seit Langem ausgebucht.
„Mit 1300 Ausstellern auf einer Ausstellungsfläche von rund 100.000 Quadratmetern bricht Europas wichtigste und
größte Messe im Marktsegment alle bisherigen Rekorde“, sagt Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburg Messe & Congress.
Durch hochkarätige Kongresse, innovative Ausstellungs- und Side Events
sowie den Einsatz moderner Medien
behalten Großereignisse wie diese auch
im Zeitalter des Internets ihre Anziehungskraft: Messeschauen bleiben entscheidend für die Geschäftsanbahnung,
sagt AUMA-Vorsitzender Walter Mennerkes. „Messen eliminieren geografische Nachteile.“ Gerade für Firmen abseits der Metropolen seien sie unverzichtbar. Das spiegelt sich auch im Messebudget der deutschen Wirtschaft wi-
lands. Schon 18 Jahre später wurde die
Pfingstmesse abgeschafft – der Handel
auf den übrigen Messen ging aber weiter (s. Panorama S. 6/7). Regelrecht zu
florieren beginnt das Messewesen dann
im 19. Jahrhundert: Eine vom Hamburger Kaufmann Ernst Freiherr von
Merck initiierte „Internationale Landwirtschaftliche Ausstellung“ lockt 1863
innerhalb von zehn Tagen rund 200.000
Besucher aufs Heiligengeistfeld. Von
Merck ist es auch, der den Grundstein
für das moderne Messewesen in Hamburg legt – mit einem Zoologischen
Garten auf dem heutigen Gelände von
Planten un Blomen. 1921 findet dort in
der Ernst-Merck-Halle die erste „Nordwestdeutsche Frühjahrsmesse für den
gesamten Bedarf von Hotel-, Restaurations-, Café- und Großküchenbetreibern“ statt – die Geburtsstunde der Internorga, die im März 2015 zum 89. Mal
Die HMC im Überblick
Jährlich werden auf dem
Gelände und in den
Gebäuden der Hamburg
Messe und Congress
GmbH rund 300 Messen, Kongresse, Symposien, Konzerte, Workshops, Meetings oder
Feiern veranstaltet, zu
denen mehr als eine
Million Besucher kommen. 2008 wurde die
„Neue Messe“ im Herzen der Hansestadt
fertiggestellt. Elf feste
Hallen bieten eine Ausstellungsfläche von
87.000 Quadratmetern.
Hinzu kommen 10.000
Quadratmeter Freige-
lände und 37 Konferenzräume. Das benachbarte Congress Center
Hamburg (CCH) punktet mit 23 flexibel nutzbaren Sälen und insgesamt 12.500 Sitzplätzen. Die Ausstellungsfläche beträgt
10.000 Quadratmeter.
der: Jedes dritte Unternehmen mit
Messeerfahrung will 2015 und 2016
mehr für seine Präsenz auf Messen ausgeben, so das Ergebnis einer aktuellen
Befragung von 500 deutschen Unternehmen durch TNS Infratest.
Auch wenn virtuelle Kommunikation und Telefonkonferenzen in vielen
Unternehmen Einzug gehalten haben:
Für die echte Begegnung gibt es keinen
Ersatz. „Gerade im digitalen Zeitalter
gewinnen persönlicher Kontakt, Vernetzung und Informationsaustausch
auf Messen, Kongressen und Tagungen
zunehmend an Bedeutung“, sagt Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch.
Das empfindet selbst Europas größte
Hacker-Vereinigung so, der Chaos
Computer Club, der Ende Dezember
sein Jahrestreffen im Hamburger CCH
mit 12.000 Computer-Freaks aus aller
Welt abhielt.
Von der Pfingstmesse bis zum wichtigen Dienstleister für Wirtschaft und
Kultur: Aus dem heutigen Leben der
Stadt ist die Messe nicht mehr wegzudenken. Als Mitgestalter von Großereignissen wie dem Hafengeburtstag
nimmt die Messe einen hohen Stellenwert in der Stadt ein. International ist
sie ein wichtiger Botschafter für die heimische Wirtschaft im In- und Ausland –
etwa wenn sie deutsche Pavillons auf
weltweiten Messen organisiert und gestaltet. „Lokal verankert – global verbunden“ hat die Hamburg Messe ihren
Jahresbericht 2013 überschrieben. Tor
zur Welt eben.
Olaf Scholz ist Erster Bürgermeister Hamburgs.
K L A RT EXT
Interview mit Messe-Chef
:: Bernd Aufderheide, Vorsitzender
der Geschäftsleitung der Hamburg
Messe, nimmt Stellung zu Vergangenheit und Zukunft und beantwortet dabei auch unbequeme Fragen.
>> >> Seite 2/3
Foto: Bodig
H I N T E R D E N KU L I SS E N
Mitarbeiter im Porträt
:: Vielseitiger Job: Sales Managerin
Vera Többen und weitere fünf MesseMitarbeiter werden mit ihren Aufgaben
im Hintergrund der großen Events
porträtiert.
>> >> Seite 5/6
Foto: Bodig
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+
2
HamburgerAbendblatt
650 JAHRE MESSE HAMBURG
Sonnabend/Sonntag, 24./25. Januar 2015
„Wir sichern hier mehr als 4000
Messe-Chef Bernd Aufderheide über Veränderungen
in 30 Jahren Business und zukünftige Projekte
Kundenbindung. Und wenn wir etwa
mit unserer Weltleitmesse der Schifffahrt, der SMM, in Indien sind, akquirieren wir dort neue Aussteller für die
Veranstaltung in Hamburg.
P ET E R L I N D E M A N N
H A N N S - S T E FA N G R O S C H
:: Der Chef der Hamburg Messe und
Congress GmbH, Bernd Aufderheide,
hält das Geschäftsmodell stationärer
Ausstellungen für zukunftsfähig und
wünscht sich zum 650. Jubiläum noch
mehr Unterstützung durch die Stadt.
Sie treiben die Internationalisierung also
weiter voran?
Aufderheide: Das Auslandsgeschäft ist
ein wichtiger Bestandteil unseres Geschäftsmodells. In einem Ausbau sehen
wir hier durchaus Potenzial. Dafür setzen wir auf Kooperationen mit deutschen und internationalen Messegesellschaften und konzentrieren uns dabei auf die Kernbereiche, in denen wir
stark sind und die thematisch zur Branchenstruktur der Metropolregion Hamburgs passen: unter anderem maritime
Wirtschaft und erneuerbare Energien.
Hamburger Abendblatt: Sie sind seit knapp
30 Jahren im Messegeschäft. Was hat
sich in dieser Zeit verändert?
Bernd Aufderheide: Im Wesentlichen
die eingesetzten Hilfsmittel. Für Akquise, Technik oder die Vernetzung mit Besuchern und Ausstellern nutzen wir
heute natürlich alle Möglichkeiten digitaler Medien. Wir sind nicht nur während, sondern auch zwischen den Veranstaltungen dichter an unseren Zielgruppen als vor 30 Jahren. Am ursprünglichen Konzept hat sich aber im
Grunde nichts geändert. Messen sind,
wie schon vor 650 Jahren, als Hamburg
das Messeprivileg verliehen wurde, ein
stationäres Geschäft. Wir bieten den
beteiligten Industrien und Kunden am
Standort Hamburg und zunehmend
auch im Ausland eine attraktive Plattform für ihre Geschäfte – und daran
wird sich auch in absehbarer Zukunft
nichts ändern.
Bernd Aufderheide, 55, ist Vorsitzender der Geschäftsleitung der Hamburg Messe ...
Gibt es konkrete Pläne für neue Projekte?
Aufderheide: Wir wollen in diesem Jahr
unser Auslandsmessegeschäft in Indien
ausbauen und haben konkrete Pläne in
Südostasien und den Emiraten.
In Hamburg funktionieren
breit aufgestellte
Verbrauchermessen offenbar
nicht mehr.
Bernd Aufderheide
Widerspricht die Internationalisierung
der Messe nicht dem Grundgedanken der
Wirtschaftsförderung in der Heimatstadt?
Aufderheide: In der Tat haben sich damit viele Gesellschafter der Messen lange Zeit sehr schwergetan. Hier hat in
den vergangenen Jahrzehnten aber ein
nachhaltiges Umdenken stattgefunden.
Wir begleiten unsere Aussteller und
Branchen ins Ausland – das schafft
Haben sich die Erwartungen Ihrer Kunden im Verlauf der Jahrzehnte verändert?
Aufderheide: Der Verkauf von Produkten oder Vertragsabschlüsse direkt auf
der Messe spielen inzwischen eine
deutlich geringere Rolle. Es geht insbesondere auf Fachmessen vielmehr darum, neue Produkte vorzustellen und
zu erläutern oder bestehende Kontakte
zu pflegen und neue zu potenziellen Geschäftspartnern aufzubauen. Als Veranstalter mussten wir lernen, dass sich etwa auf der SMM die Aussteller auch als
Besucher begreifen und deshalb froh
sind, wenn sie Zeit haben, die Messe
auch als Gast besuchen zu können. So
etwas berücksichtigen wir in unserer
konzeptionellen Arbeit.
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Fürchten Sie nicht, dass Messen im Zeitalter von virtuellen Welten und Videokonferenzen zu einem Auslaufmodell
werden?
Aufderheide: Das war vor zehn Jahren
das große Schreckgespenst. Die Besucher- und Ausstellerzahlen erfolgreicher Messen zeigen aber ein anderes
Bild. In Hamburg verzeichnen wir von
2012 auf 2014 einen Anstieg der Besucherzahl um rund zwölf Prozent. Natürlich verändert die zunehmende Digitalisierung unser Geschäft, aber niemand
kauft im Industriegüterbereich Produkte auf Basis von Videokonferenzen
oder aus dem Internet heruntergeladener Beschreibungen. Bei Konsumgütern sieht es sicher etwas anders aus.
Aber auch hier spielen Vertrauen und
langfristige Lieferbeziehungen eine
große Rolle. Messen werden deshalb dafür auch weiterhin ein geeigneter
Marktplatz sein.
... und gibt sich im Gespräch zuversichtlich, mit neuen Konzepten bei Besuchern ...
Offenbar gilt das aber nicht für „Du und
Deine Welt“. Warum haben Sie diese traditionsreiche Verbraucherausstellung
sterben lassen?
Aufderheide: Die Entscheidung ist uns
sehr schwergefallen, war jedoch aus
kaufmännischen Gründen notwendig.
Das Messekonzept war nicht mehr zeitgemäß und der Produktzyklus zu Ende.
Ein Comeback war trotz intensiver Bemühungen auch mit externer Hilfe
nicht mehr möglich. In Hamburg funktionieren breit aufgestellte Verbrauchermessen offenbar nicht mehr. Die
Konkurrenz durch die großen, modernen Einkaufszentren und durch das Internet ist einfach zu groß.
Stehen weitere Publikumsmessen vor
dem Aus?
Aufderheide: Nein. Von aktuell insgesamt 18 verschiedenen Verbrauchermessen betreiben wir die Reisen Hamburg, die HansePferd, die Hanseboot
und die Mineralien in Eigenregie. Alle
vier Messen laufen gut, weil sie sich an
eine klar definierte Zielgruppe richten.
Und auch die von privaten Veranstaltern auf unserem Gelände ausgerichteten Messen funktionieren erfolgreich
nach dem gleichen Prinzip. Die Themen, die den Menschen in der Metropolregion Hamburg geboten werden,
sind so bunt wie vielfältig: angefangen
bei Spirituosen über Golf und Motorräder bis zur Babywelt.
Geld verdienen Sie aber vor allem mit
Fachmessen wie SMM, Internorga und
WindEnergy. Was planen Sie hier?
Aufderheide: In der Tat sind wir sehr zufrieden mit der Entwicklung und legen
den Schwerpunkt unserer Arbeit auf
dieses Segment. Wie erwähnt, haben
wir dabei insbesondere die großen
Branchen der Metropolregion im Blick
und unterstützen so die Clusterpolitik
unserer Gesellschafter. Entsprechend
liegt unser Fokus auf den großen Themen erneuerbare Energien, maritime
Wirtschaft, Luftfahrt und Life Science.
Das lässt erwarten, dass Sie bald eine eigene Life-Science-Messe präsentieren.
Aufderheide: Wir werden mit einer neuen Messe in Eigenregie kommen. Zur
Branche sage ich aber noch nichts.
Grundsätzlich gilt aber auch für Fachmessen: Man muss nicht alles selbst
machen. Ein gutes Beispiel ist hier die
Ausrüstermesse Air Craft Interiors Ex-
po, die seit 15 Jahren bei uns ist und von
einem britischen Veranstalter betrieben wird.
Eigene Veranstaltungen sind aber
lukrativer?
Aufderheide: Pauschal würde ich das so
nicht sagen. Aber für die Bereiche, in
denen unsere Kernkompetenz liegt und
wir die notwendigen Ressourcen vorhalten, ist das richtig. Unsere finanziellen Mittel sind begrenzt, und deshalb
prüfen wir sehr genau ihre Verteilung.
Was spricht für den Messestandort Hamburg?
Aufderheide: Die Standortvorteile liegen auf der Hand: attraktive Stadt, tolle
Lage des Messegeländes, gut erreichbar,
exzellente Verkehrsanbindung, riesiges
Angebot vergleichsweise preisgünstiger
Hotels mit hohem Standard. Und bei
den großen Industriemessen spricht
unsere Branchenkompetenz für uns.
Die maritime Wirtschaft ist international konkurrenzfähig, und im Flugzeug-
Zur Person
Bernd Aufderheide, 55, ist seit
Januar 2004 Geschäftsführer der
Hamburg Messe und Congress
GmbH. Im April 2007 übernahm
er den Vorsitz der Geschäftsführung. Er wurde 1959 im westfälischen Herford geboren, ist
verheiratet und hat einen Sohn.
Aufderheide ist ehrenamtlicher
Handelsrichter in Hamburg, Fregattenkapitän der Reserve und
engagiert sich in mehreren Vereinen, Verbänden und Organisationen. Bernd Aufderheide hat an
der Universität Köln Anglo-Amerikanische Geschichte, Englische
Philologie, Alte Geschichte und
Volkswirtschaftslehre studiert.
Bevor er zum HMC-Geschäftsführer bestellt wurde, bekleidete
er Führungspositionen bei Messegesellschaften u. a. in Düsseldorf,
Singapur und Köln.
In seiner Freizeit kocht er mit Freude für Freunde und Familie. Neben Musik interessiert er sich sehr
für Literatur. Weitere Hobbys sind
Ausflüge mit seiner Familie und
Reisen in fremde Länder.
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Hamburg – Metropolitan Region
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Hamburg
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Bureau
Sonnabend/Sonntag, 24./25. Januar 2015
650 JAHRE MESSE HAMBURG
HamburgerAbendblatt
3
Arbeitsplätze in Hamburg“
bau ist Hamburg weltweit die Nummer
drei – beste Voraussetzungen für erfolgreiche Messen.
Und trotzdem erwirtschaftet die HMC
keine Gewinne. Wann werden Sie denn
profitabel?
Aufderheide: Wir streben die „Schwarze
Null“ für 2016 an. Der Blick nur auf das
betriebswirtschaftliche Gesamtergebnis wird aber in keiner Weise unserer
erfolgreichen Arbeit gerecht. Wir haben
vor zehn Jahren unsere Ausrichtung
überarbeitet und frühzeitig ein Effizienzprogramm gestartet. Der Umsatz
hat sich seither auf rund 100 Millionen
Euro beinahe verdoppelt. Die operative
Marge liegt 2014 bei etwa 20 Prozent.
Das ist ein Spitzenwert für ein öffentliches Unternehmen. Und statt der geplanten 13 Millionen Euro beträgt das
Defizit 2014 nur noch rund fünf Millionen Euro.
Wir stehen im internationalen
Wettbewerb. Und wer ein
Großer sein will, muss sich
auch so präsentieren.
Bernd Aufderheide
Ein Minus bleibt es doch.
Aufderheide: Dabei müssen Sie berücksichtigen, dass wir nach der Erweiterung des Messegeländes für 370 Millionen Euro 29 Jahre lang einen zweistelligen Millionenbetrag als Leasingraten
zahlen müssen. Die Entscheidung wurde vor Jahren so getroffen, und damit
müssen wir leben. Aber bei einer kreditfinanzierten Investition wären unsere
Belastungen halb so hoch. Dann könnten wir heute rund vier Millionen Euro
Gewinn abliefern. Ohnehin halte ich die
Erwartungshaltung für überzogen, dass
ein Messegelände große Gewinne erwirtschaftet. Vergessen Sie nicht, dass
die Aussteller und Besucher viel Geld in
der Stadt lassen: jedes Jahr bis zu 750
Millionen Euro. Das sichert mehr als
4000 Arbeitsplätze in Hamburg. Allein
1,2 Millionen Hotelübernachtungen
werden durch die Messen und Kongresse generiert.
Die Sanierung des Congress Centers
Hamburg für knapp 200 Millionen Euro
ist beschlossen. Gibt es ein neues Nutzungskonzept?
Aufderheide: Am Charakter des CCH
ändert sich nicht grundsätzlich etwas.
Aber nach der Revitalisierung werden
dort dann auch kleinere Veranstaltungen wirtschaftlich attraktiver für uns.
Eine zeitgemäße Technik ermöglicht
künftig eine parzellierte Nutzung, ohne
dass etwa das gesamte Heizungssystem
hochgefahren werden muss. Die Aussichten auf dem Kongressmarkt sind
prima, und wir sind bestens aufgestellt.
Es wird auch weiterhin reine GastroVeranstaltungen geben, die wie der Abschlussball der Tanzschulen zu Hamburg gehören, an denen wir aber wenig
verdienen. Unser Fokus liegt auf mittleren und großen Kongressen.
Welchen Wunsch haben Sie zum
Jubiläum?
Aufderheide: Ich würde mir noch mehr
Unterstützung für die Messe durch die
Stadt wünschen. Hier hat in den vergangenen Jahren ein enormes Umdenken
stattgefunden – die Bewilligung der Investitionen für das CCH ist das jüngste
Beispiel. Doch es geht nicht nur ums
Geld, sondern um die schnelle und unbürokratische Unterstützung unserer
Arbeit.
Konkret?
Aufderheide: Beim „City-Dressing“ gibt
es zum Beispiel noch viel Luft nach
oben. Mitunter ist die Welt zu Gast in
Hamburg, und man sieht es kaum. Wir
dürfen nicht vergessen, dass wir in einem internationalen Wettbewerb stehen. Wer ein Großer sein will, muss sich
auch so präsentieren.
... und Ausstellern
zu punkten. Ein
anspruchsvolles
Ziel sei für das
Jahr 2016 die
„Schwarze Null“
Fotos: Klaus Bodig
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Stark für
Herzlichen
Glückwunsch,
Hamburg!
Unternehmer
650 Jahre Messeerfahrung in der Hansestadt: Darauf baut
auch die Nordstil – und gratuliert zu diesem Jubiläum. Die
regionalen Ordertage Hamburg werden von der Messe Frankfurt
auf dem Gelände der Hamburg Messe für den Einzelhandel im
Norden veranstaltet. Zweimal jährlich wird hier eine Vielfalt
an Konsumgütern präsentiert, die sämtliche Lifestylethemen
abdeckt. Mehr unter nordstil.messefrankfurt.com
urs:
k
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Weiter
15
25. – 27. 7. 20
6
16. – 18. 1. 201
+
4
650 JAHRE MESSE HAMBURG
HamburgerAbendblatt
Vom Auszubildenden bis zur VIP-Betreuerin, vom Finanzcontrolling
bis zur Gebäudetechnik – Sebastian Meißner stellt sechs Mitarbeiter
der Hamburg Messe, ihre Aufgaben und ihren Berufsalltag vor
Sonnabend/Sonntag, 24./25. Januar 2015
Sie sorgen im Hintergrund für
Sie hat den Blick fürs Ganze
::
Catja Bagger, Stellvertretende
Abteilungsleiterin Controlling
2014 war nicht nur das veranstaltungsreichste Jahr in der Geschichte der
Hamburg Messe, sondern auch das
erfolgreichste. Dass die Ziele übertroffen wurden, ist auf das hohe Engagement aller Mitarbeiter zurückzuführen – und damit auch auf das
von Catja Bagger. Die Controllerin hat
gemeinsam mit ihren zwei Kollegen
und einem Vorgesetzten stets die
übergeordneten Unternehmensvorgaben im Blick. „Wir sind Ansprech-
Zwischen Messe und Uni
partner der Geschäftsführung, bewerten Chancen und Risiken und
achten darauf, dass die Kosten nicht
aus dem Ruder laufen“, sagt die 40jährige Diplom-Betriebswirtin. Eine
Verantwortung, die hohe Zuverlässigkeit, Genauigkeit und strategisches
Denken erfordert.
Vor ihrem Engagement bei der HMC
arbeitete Catja Bagger zunächst für
eine Private-Equity-Firma, später
dann für ein Handelsunternehmen.
„Mein Wunsch war es aber immer
schon, für ein mittelständisches Un-
::
ternehmen zu arbeiten. Und da gehört
in Hamburg die Messe sicherlich zu
den spannendsten und attraktivsten
Arbeitgebern“, sagt Bagger, die vor
allem den Mix aus langjährigen Mitarbeitern und jungen Kollegen schätzt.
Besonders gerne ist Bagger auf der
Publikumsmesse Hanseboot. „Ich mag
das maritime Flair. Dann herrscht in
der Halle immer ein Hauch von Fernweh und Aufbruchstimmung“, sagt sie.
„Das Schöne an unserem Job ist, dass
wir das Ergebnis unserer Bemühungen
am Ende live erleben können.“
Christian Bargmann,
Azubi zum Informatikkaufmann
Schon als Kind erlebt Christian Bargmann die besondere Atmosphäre von
Messen. An der Seite seines Vaters
durchstreift er die Hallen, bestaunt die
Stände und die vielen Innovationen,
die sie zeigen. Als der gebürtige Hamburger dann kurz vor seinem Abitur
steht und eine kaufmännische Ausbildung anschließen möchte, ist die
Hamburg Messe und Congress GmbH
(HMC) seine erste Wahl. Der Plan
geht auf: Bargmann ist der erste Auszubildende zum Informatikkaufmann
in der Geschichte des Unternehmens.
In der Messetechnik kümmert er sich
um die Prüfung des Standbaus bei den
Veranstaltungen, beim Service-Desk
ist er Ansprechpartner für IT-Probleme, im Marketing betreut er die
Social-Media- und Webseiten des
Konzerns. Aber auch Datenschutz und
Rechnungswesen sind Teil seiner Ausbildung. Die meiste Zeit verbringt er
in der IT. „Die Aufgabe unserer Abteilung ist es, Prozesse noch weiter zu
vereinfachen. Dafür installieren wir
Updates, betreuen die Systeme und
schulen die Mitarbeiter“, sagt der
21-Jährige. Einsatz, der sich auszahlt:
Im Anschluss an seine Ausbildung
wird Bargmann von der HMC – als
Application Manager übernommen
und startet ein duales Studium an der
HAW.
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650 JAHRE
1365
2 15
UEBERKOPF gratuliert und wünscht der
HAMBURG MESSE UND CONGRESS
ganz herzlich alles Gute zum Jubiläum!
Catja Bagger, 40, achtet darauf, dass die Kosten nicht aus dem Ruder laufen
Azubi Christian Bargmann, 21
Sie kümmert sich um das Wohlergehen der prominenten Gäste
::
Karen Zeigert,
Referentin Protokoll
Wenn die Prominenz rund um Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz Ende
Januar beim Gottesdienst im Hamburger Michel und beim anschließenden
Festessen das Jubiläum „650 Jahre
Messen in Hamburg“ feiert, wird sich
Karen Zeigert ein zufriedenes Lächeln
nicht verkneifen können. Denn als
Protokollreferentin ist sie bei der
Hamburg Messe und Congress GmbH
(HMC) für die Betreuung von
besonders wichtigen Gästen zuständig.
Diese Aufgaben übernimmt sie nicht
nur bei Sonderveranstaltungen, sondern auch bei den Messen. „Für die
An- und Abreise, die Unterbringung
und das Wohlbefinden der VIP-Gäste
bin ich genauso verantwortlich wie
dafür, dass diese von unserer Geschäftsleitung persönlich in Empfang
genommen werden“, sagt Zeigert.
Freundlich, serviceorientiert und zu-
Karen Zeigert, 42,
betreut VIP-Gäste
und organisiert
deren An- und
Abreise sowie die
Unterbringung
rückhaltend – so beschreibt die 42Jährige die wichtigsten Eigenschaften
eines idealen VIP-Betreuers. Eigenschaften, die auf Karen Zeigert voll
zutreffen.
Schon während ihres Jura-Studiums
hatte Karen Zeigert als Messe-Hostess
in Hamburg gearbeitet. Nach dem
zweiten Staatsexamen begann sie
2004 in einer Projektleitung bei der
HMC. Ein Jahr später stieg sie als
Assistentin in der Abteilung Protokoll,
Events und Rahmenprogramm ein.
Seit 2007 ist sie dort Referentin.
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Räume voller Geschichte und Geschichten.
Wir gratulieren zu 650 Jahren Messen in Hamburg
& danken für die partnerschaftliche Zusammenarbeit.
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Sonnabend/Sonntag, 24./25. Januar 2015
650 JAHRE MESSE HAMBURG
HamburgerAbendblatt
5
einen reibungslosen Ablauf
Sie ist Ansprechpartnerin für die Aussteller
::
sind sehr unterschiedlich“, sagt Steinbach. Zur Unterstützung kann die
studierte Gymnasiallehrerin bei Bedarf auf Auslandsvertreter in den jeweiligen Ländern zurückgreifen.
Um die Messeabläufe weiter zu optimieren und den Markt aus erster
Hand zu beobachten, reist Steinbach
regelmäßig zu Konkurrenzveranstaltungen ins Ausland. „Man muss immer
am Puls der Zeit sein“, sagt sie. Auch
um die Akquise neuer Kunden kümmern sich Steinbach und ihre Kollegen.
Bis zu 150 Debütanten gibt es bei jeder
SMM, die eine besondere Betreuung
brauchen. Steinbach kann sie ihnen
geben, auch weil sie seit nunmehr 14
Jahren bei der HMC arbeitet.
Schon während ihres Studiums war
Carin Steinbach als Hostess bei der
Messe tätig. Das maritime Flair in
Hamburg und die Messe lagen ihr
schon immer am Herzen. Auch dank
ihres Einsatzes surft die SMM weiter
auf der Erfolgswelle.
Carin Steinbach,
Stellvertretende Projektleiterin
Markus Friedland, 32, ist zuständig dafür, dass technisch alles in Ordnung ist
Er ist immer unterwegs in Sachen Sicherheit
::
Markus Friedland,
Objektleiter B-Gelände
Als Markus Friedland sich vor drei
Jahren in eine Hamburgerin verliebt,
bewirbt sich der damalige Berliner bei
der Messegesellschaft in Hamburg –
und wird genommen. Ein doppelter
Glücksgriff. „Da sind gleich zwei Träume auf einmal in Erfüllung gegangen“,
sagt der gelernte Ingenieur für Gebäudetechnik. Bei seinem neuen Arbeitgeber ist er dafür zuständig, dass
in den elf Hallen auf dem B-Gelände
der Hamburg Messe alles seine Ordnung hat. Zusammen mit einem Team
aus rund zehn Haustechnikern und
Betriebshandwerkern überprüft er
Sprinkleranlagen, Notbeleuchtung und
Brandschutztüren in den insgesamt
sieben festen Hallen des Geländes.
Die Wartungszyklen sind gesetzlich
vorgegeben. „Die Funktionalität einer
Brandschutztür etwa muss alle vier
Wochen getestet und dokumentiert
werden“, sagt der 32-Jährige. Für die
offizielle Abnahme bestellt Friedland
regelmäßig externe Firmen ins Haus.
Insgesamt sind mehr als 100 Unternehmen mit der Gebäudesicherheit
betraut.
Rund die Hälfte seiner Arbeitszeit
verbringt Friedland im Büro, plant
Wartungen, legt Abläufe fest und verteilt die erforderlichen Aufgaben. Die
verbleibende Zeit ist er in den Hallen
unterwegs, um sich persönlich von der
korrekten Durchführung seiner Anleitungen zu überzeugen.
Vor einer Messe wird die Schlagzahl
deutlich erhöht. „Dann werden auch
Einrichtungen für den Einsatz vorbereitet, die zwischen den Veranstaltungen außer Betrieb sind“, sagt Friedland. Dazu zählen zum Beispiel Lüftungen, Aufzüge und Fahrtreppen.
Auch die Sprachalarmsignale werden
dann noch einmal geprüft. „Wir müssen sichergehen, dass im Notfall in
jeder Halle der passende Text zu hören ist“, sagt Friedland.
Mehr als 2000 Aussteller präsentieren
alle zwei Jahre auf der maritimen
Leitmesse SMM ihre Innovationen.
Carin Steinbach ist diejenige, die dafür
sorgt, dass jeder Aussteller im richtigen Fachbereich untergebracht wird.
„Viele Besucher sind nur ein, zwei
Tage vor Ort und haben einen vollen
Terminkalender. Eine gute Einteilung
in Fachbereiche hilft dabei, die Orientierung zu behalten und die richtigen
Ansprechpartner schnell zu finden“,
sagt die stellvertretende Projektleiterin SMM.
Wie ein großes Puzzle mit vielen Teilen sei ihre Arbeit, sagt Steinbach.
Damit jedes Teil am Ende am richtigen Platz sitzt, sind viele Zwischenschritte erforderlich. Wichtig sind ein
hohes Maß an Flexibilität und Organisationstalent. „Wir haben es mit Besuchern und Ausstellern aus allen
Kontinenten zu tun – die kulturellen
Besonderheiten und Arbeitsweisen
Carin Steinbach,
48, kümmert sich
schwerpunktmäßig
um die Aussteller
der Schiffsbaumesse SMM
Fotos (6): Klaus Bodig
Vera Többen, 27, liebt an ihrem Job vor allem den Kontakt zu den Kunden
Sie findet den Rahmen für jeden Anlass
::
Vera Többen, Sales Managerin
Tagungen, Konferenzen, Hauptversammlungen und Firmen-Events:
Wann immer Unternehmen im CCH –
dem Congress Center Hamburg –
zusammenkommen wollen, ist Vera
Többen zur Stelle. Die Sales Managerin findet den passenden Termin, die
passende Räumlichkeit und das passende Angebot. „Dabei muss man die
Wünsche des Kunden genau erkennen
und umsetzen“, sagt sie. Alles Fähigkeiten, die die ausgebildete Veranstaltungskauffrau zweifellos mitbringt.
Zu Vera Többens Stärken zählen außerdem Kommunikationsfähigkeit,
eine ausgeprägte Lösungsorientierung
– und viel Begeisterung für den Job:
„Ich liebe an meinem Beruf vor allem
die Vielseitigkeit und den engen Kontakt zu unseren Kunden. In intensiver
Zusammenarbeit entwickeln wir den
passenden Rahmen für jeden Anlass“,
sagt Többen. Rund 250 Veranstaltungen finden jedes Jahr im Kongress-
zentrum statt, von denen einige mit
den Kollegen der Hamburg Messe
gemeinsam organisiert werden. „Dazu
zählen zum Beispiel die Konferenzprogramme der Internorga, die Eröffnungsgala der SMM sowie zahlreiche
Gastveranstaltungen“, sagt Többen.
Für die Sales Managerin hat jede Veranstaltung ihren Reiz. Besonders in
Erinnerung geblieben ist ihr der Besuch des Dalai Lama im vergangenen
Jahr. „Seine herzliche Art und die
Atmosphäre im Raum während seines
Vortrages haben mich bewegt“, sagt
Többen.
Die Zusammenarbeit mit der Messe
bringt für alle viele Vorteile. „Vor allem für unsere Gäste ist es ein absoluter Gewinn“, sagt die 27-Jährige.
„Sie haben kurze Wege zwischen den
Messehallen und dem CCH, sind
schnell an Bahnhof und Flughafen und
können außerdem abends zu Fuß ins
Schanzenviertel oder St. Pauli eintauchen.“
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6
650 JAHRE ME
HamburgerAbendblatt
Die Geschichte der Messe – vom
Die Hansestadt Hamburg zählt zu den ältesten Messestädten Deutschlands. Wie alles 1365 mit Kaiser Karl IV. began
Entwicklung der heutigen Messevielfalt nahm und wie schwere Jahre zu überstehen waren, beschreibt Hanns-Stefan Gr
Kupferstich:
Kaiser Karl IV.
(urspr. Wenzel)
von Luxemburg
Foto: akg-images
1869: Internationale
Gartenbauausstellung Foto: Gartendenkmalpflege Hamburg
Am 29. Januar 1365
verleiht Kaiser Karl IV.
der Stadt Hamburg
das Messeprivileg
Das Faksimile ist eine
Leihgabe des Staatsarchivs
Hamburg
Die erste Internorga findrt 1921
statt Foto: HMC
Ab 1765: Neue
Ausstellungen
entstehen
Foto: Patriotische
Gesellschaft
1863 wird der erste Zoologische Garten
auf dem heutigen Gelände von Planten
un Blomen eröffnet
D
er Handel mit Waren für
den täglichen Bedarf erfolgte im Mittelalter auf
Märkten, die in regelmäßigem Rhythmus stattfanden. So boten in Hamburg Bauern aus den Vier- und Marschlanden Obst, Gemüse oder Brot und –
für hohe Feiertage bzw. den privilegierten Teil der Bevölkerung – Fleisch an.
Auf Jahrmärkten gab es Rohstoffe wie
Holz und Getreide oder Werkzeuge und
Tuche für die handwerkliche Produktion. Die sogenannten Messen (von lateinisch missa = Aussendung) zeichneten
sich durch ein noch umfangreicheres
Angebot aus und ermöglichten auch
den Handel mit eher exotischen Produkten aus ferneren Regionen. Sie wurden deshalb nur in bedeutenden Städten an Schnittpunkten wichtiger Handelsrouten abgehalten.
Von Privilegien
und Geleitschutz
Die Verleihung von Markt- und Messeprivilegien war Vorrecht der Territorialherren. Darin war im Allgemeinen der
Standort einer Messe, Beginn und Ende
sowie die Bedingungen der Teilnahme
festgelegt. Die Messeprivilegien der
einzelnen Messestädte wurden oft um
weitere Privilegien über Abgaben, Gerichtsbarkeit, Münzwesen bis hin zur
päpstlichen Befreiung von Fastengeboten ergänzt.
Das „Barbarossaprivileg“ für Aachen im Jahre 1166 diente ganz allgemein dazu, die Entwicklung bereits bestehender Märkte und Messen zu fördern. Eine Sonderstellung unter den
Messeprivilegien nahm dagegen das
von Friedrich II. am 11. Juli 1240 für die
Messen in Frankfurt/Main erteilte Pri-
vileg ein. Der Kaiser gewährte in der Urkunde den zu der Herbstmesse reisenden Kaufleuten kaiserlichen Geleitschutz. Die Messen in Leipzig entwickelten sich zunächst unter dem Schutz
von landesherrschaftlichen Privilegien
der sächsischen Herrscher seit 1156.
Kaiserliche Privilegien erhielten sie
erst ab 1497 von Kaiser Maximilian I.
Dagegen stammt das erste Hamburger Messeprivileg von 1365 aus kaiserlicher Hand: Denn für die Pläne des
römisch-deutschen Kaisers Karl IV.,
der in Prag residierte, spielte Hamburg
eine wichtige Rolle. Die Stadt hatte gerade erst begonnen, sich von den verheerenden Folgen der Pest zu erholen,
die 1350 ausgebrochen war und innerhalb weniger Monate mehr als 60 Prozent der über 10.000 Bewohner das Leben kostete. Hamburg sollte nach Karls
Willen nun einer der Endpunkte eines
mächtigen Wirtschaftskreuzes mit Prag
als Zentrum werden. Die Idee: Prager
Kaufleute würden die besten Importwaren aufkaufen, über die Elbe auf direktem Weg nach Prag schaffen lassen
und erst dort auf den Markt bringen.
Handelsgüter vom Mittelmeer oder aus
dem Orient würden aus Prag kommend
über Hamburg nach Westen, Norden
und Osten verteilt.
Das kaiserliche Privileg stellte eine
reibungslose Abwicklung aller Handelsgeschäfte von der Elbmündung nach
Hamburg sicher. Die neue Messe sollte
um Pfingsten herum drei Wochen dauern, fand aber zunächst wenig Anklang.
Doch auch ohne die strategische Unterstützung aus Prag prosperierte die Metropole im Norden. Im Verbund der
Hanse hatte sie sich zur wichtigsten Hafenstadt des Reiches entwickelt. Um
1378, dem Todesjahr Karls IV., liefen
jährlich rund 2000 Schiffe Hamburg an
– eine für damalige Zeiten schier unvorstellbare Zahl. Der 1365 mit dem Messeprivileg verbundene Schutz des Handels blieb für die Stadt interessant – die
Basis, die Pfingstmesse, gab Hamburg
aber schon 1383 zunächst wieder auf.
Ernst Freiherr von Merck
legt 1863 den Grundstein
für das moderne
Messewesen in Hamburg
Aufklärung:
Renaissance der Messe
Bis ins 17. Jahrhundert hinein blieb
Hamburg der Umschlagsort für den Außenhandel mit Frankreich, Spanien und
England – und baute seine Position als
europäische Hafenstadt für die Verbindung nach Westindien oder zu den europäischen Kolonien in Nordamerika
weiter aus. Die Hanse verlor dann allerdings im Zuge der Kleinstaaterei aus
zahlreichen Fürstentümern zunehmend an Bedeutung. Im Jahre 1669
fand in Lübeck der letzte Hansetag des
alten Kaufmannsbundes statt.
Europas Wirtschaft stand von nun
an für mehr als zwei Jahrhunderte im
Zeichen des Merkantilismus. Das Wirtschaftsmodell des Absolutismus fußte
auf staatlichem Dirigismus und schützte die eigenen Manufakturen durch hohe Zölle vor Produkten aus dem Ausland – naturgemäß Gift für den Handel.
Eingeführt wurden idealerweise ausschließlich Rohstoffe. Fertigwaren wie
Textilien oder Luxusgüter wie Porzellan gingen in den Export.
Die vielfältigen Zoll- und Ländergrenzen erschwerten den Binnenhandel enorm, sodass der Warenaustausch
im 17. Jahrhundert nur noch an wenigen Orten stattfand. Auf den großen
Messen wie der Leipziger Frühjahrsund Herbstmesse trafen sich Fernhändler, die sich auf den Binnenhandel mit
Manufakturwaren spezialisiert hatten.
Daneben gab es Spezialmessen. So hatte
sich schon im 15. Jahrhundert die
Frankfurter Buchmesse als Hauptumschlagsort des Verlagsbuchhandels
etabliert. Daneben entwickelten sich etwa Messen für Seidenstoffe und Juwelen. Da solche Luxusgüter im Fokus
standen, blieb die Zahl der Messeplätze
überschaubar.
Hamburg machten der Merkantilismus und die wirtschaftliche Abschottung der Territorien schwer zu schaffen. Als dann 1756 auch noch der Siebenjährige Krieg ausbrach, in dessen
Folge der Außenhandel mit Nordamerika drastisch schrumpfte, geriet die
Stadt in eine schwere Wirtschaftskrise.
In dieser Zeit bringen die Ideen der
Aufklärung die Lösung dringender so-
zialer und wirtschaftlicher Probleme
voran: Engagierte Bürger gründen 1765
die „Hamburgische Gesellschaft zur Beförderung der Künste und nützlichen
Gewerbe“ (Patriotische Gesellschaft).
In diesem Zusammenhang erfuhr auch
der Messegedanke eine Renaissance:
Eine gemeinsame Ausstellung, die alle
Gewerbe der Stadt unter einem Dach
versammelte, sollte zu einer Steigerung
der Qualität der handwerklichen Erzeugnisse führen.
Ganz im Geiste der Aufklärung ging
es bei der „Hamburger Gewerkausstellung“ weniger um Wettbewerb als um
Gemeinnützigkeit. Die erste dieser
Schauen nach englischem Vorbild fand
1790 im großen Saal des damaligen
Ratskellers statt – und damit mehr als
20 Jahre vor der ersten vergleichbaren
Ausstellung in Düsseldorf. Weil viele
Handwerker die erforderlichen Vorleistungen scheuten, überwogen eher
künstlerische Berufe. Neben Malereien
und (architektonischen) Zeichnungen
wurden von den 60 Ausstellern in 18
Gewerke-Gruppen aber auch Tischlerund Gürtlerarbeiten gezeigt. Hamburg
ist hier Vorreiter und damit Ausgangspunkt für das bürgerliche und gewerbliche Ausstellungswesen in ganz
Deutschland.
19. Jahrhundert:
Von der Gewerbeausstellung zur
Landwirtschaftsschau
Die napoleonische Besatzung (1806 bis
1813) unterbricht Hamburgs Aufschwung. Die von Frankreich verhängte
Kontinentalsperre gegen britische Waren trifft die hanseatischen Handelshäuser hart. Doch nach der Neuordnung Europas durch den Wiener Kongress 1815 nimmt der Handel schnell
wieder zu. Der Beginn der Industriali+
sierung lässt die Warenströme ansteigen. In zahlreichen Städten in Übersee
entstehen Niederlassungen Hamburger
Handelshäuser. Auf der Hinfahrt werden Textilien und Werkzeuge nach Südamerika verschifft. Importgüter sind
Zucker, Kaffee, später auch Kautschuk
und Salpeter.
Die Patriotische Gesellschaft veranstaltet erneut eine Reihe von Gewerbeausstellungen. Dort werden etwa im
Möbelsegment zunehmend reproduzierbare Muster statt kunstvoll gefertigter Einzelstücke präsentiert. Die
Entwicklung von der Waren- zur Mustermesse führt dazu, dass neben Kunsthandwerkern immer mehr Fabrikanten
ihr Angebot präsentieren. Neuer Ausstellungsort ist der Konzertsaal des damaligen Stadt-Theaters am Stephansplatz.
Die drei Gewerbeausstellungen mit
dem Titel „Hamburger Kunst- und Industriearbeiten“ (1832, 1834 und 1838)
sind überaus erfolgreich und erzielen
stattliche Überschüsse. Doch der Große
Hamburger Brand von 1842, der ein
Viertel des Stadtgebiets zerstört, verhindert zunächst eine Weiterentwicklung. Zwar setzt danach erneut ein wirtschaftlicher Aufschwung ein – vor allem
durch den Getreidehandel mit den USA
boomt der Hafen, die Zahl der Schiffe
und Reedereien steigt. Doch schon 1857
folgt der nächste Schock: die erste große
Weltwirtschaftskrise.
Für die Erholungsphase Anfang der
1860er-Jahre setzt das Messewesen
entscheidende Impulse: 1863, also
knapp 500 Jahre nach Erteilung des
Messeprivilegs, findet in Hamburg wieder eine wegweisende Ausstellung statt:
die „Internationale Landwirtschaftliche Ausstellung“ auf dem Heiligengeistfeld. Sie wird vom Hamburger
Kaufmann Ernst Freiherr von Merck
initiiert und vom Senat finanziell unterstützt, der das Ausstellungsgelände zur
Verfügung stellt. Die zehntägige Veranstaltung ist mit etwa 200.000 Besuchern und Ausstellern aus insgesamt 14
Ländern eine echte Großveranstaltung.
Theodor Fontane lobt in der „Neuen
Preußischen Zeitung“ die große Vielfalt
an Exponaten, von Tierschauen und der
Vorführung dampfbetriebener Traktoren, mit denen man Probefahrten auf
dem Gelände unternehmen kann. In
den benachbarten Wallanlagen werden
bis zur Jahrhundertwende einige große
Gartenschauen durchgeführt, 1869 findet im Alten Elbpark die erste Internationale Gartenbauausstellung statt.
Von Merck, an den bis heute ein Relief in der Messehalle B4 erinnert, wird
noch auf andere Weise zum Vater des
modernen Messewesens in Hamburg.
Er gewinnt 800 Aktionäre für den Bau
des ersten Hamburger Zoologischen
Gartens, der 1863 auf dem heutigen Gelände von Planten un Blomen eröffnet
wird. Erster Direktor ist Alfred Brehm,
der hier Teile seines berühmten Werkes
„Brehms Tierleben“ verfasst. Der Zoo
und der angrenzende Botanische Garten werden nicht nur architektonisch
verbunden, sie teilen auch ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm mit Freiluftkonzerten und Gartenausstellungen
– etwa 1886 die „Rosen- und Blumenausstellung“ des „Gartenbau-Vereins
für Hamburg, Altona und Umgebung“.
Messe, Massen, Missbrauch
Die Industrialisierung hat nun auch
Hamburg erreicht. Der Anschluss ans
reichsweite Eisenbahnnetz macht die
Hansestadt wieder zum wichtigen Knotenpunkt, zwischen 1880 und 1914 verzehnfacht sich die Zahl der Gewerbebetriebe. Dampfmaschine, Transformator, Elektromotor: Der technische Fortschritt übt eine enorme Faszination auf
die Menschen aus – auf Messen kann
das Publikum die Neuerungen erleben.
Die Großindustrie bevorzugt dagegen
Fachveranstaltungen zur Geschäftsanbahnung. Deren Förderung dient die
1907 gegründete „Ständige Ausstellungskommission für die deutsche Industrie“, aus der später der „Ausstellungs- und Messeausschuss der Deutschen Wirtschaft“ (AUMA) wird.
SSE HAMBURG
Sonnabend/Sonntag, 24./25. Januar 2015
7
Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert
wer in den späteren Jahren Einfluss auf die
ch in einer historischen Übersicht
Aus dieser Ausstellung
entwickelt sich die
Weltleitmesse der
maritimen Industrie,
die SMM Foto: HMC
Wie die Internorga
Besucher 1977
anspricht
1967: Die Ausstellung „Du und Deine Welt“
richtet sich an die ganze Familie
Ansicht der alten ErnstMerck-Halle von 1925
Foto: Bildarchiv Hamburg
Deutsche BootsAusstellung, ab
1985 Hanseboot
Foto: HMC
In der NS-Zeit ab 1933 steht
Propaganda statt Gewerbeschauen
auf dem Programm
1952 laden noch gezeichnete
Damen auf den Plakaten ein
Die Messe Hamburg und Congress heute, zu der am
3. Juni 2004 der Grundstein gelegt wurde Foto: HMC
Plakat zur Camping-Ausstellung,
noch in gezeichneter Form
Ebenfalls 1907 gerät der Hamburger Zoo durch die Eröffnung von Hagenbecks Tierpark in Stellingen zunehmend in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Da sich Ausstellungen als wirtschaftlich erfolgreich erwiesen haben,
erweitert der Zoo sein Angebot um
Messen. Bereits die erste ist der Auftakt
einer bis heute anhaltenden Erfolgsgeschichte: Albert Lubisch, Redakteur der
„Deutschen Gastwirtzeitung“, organisiert 1921 in der Ernst-Merck-Halle des
Zoologischen Gartens die „Nordwestdeutsche Frühjahrsmesse für den gesamten Bedarf von Hotel-, Restaurations-, Café- und Großküchenbetrieben“
– Vorläuferin der Internorga, die in diesem Jahr zum 89. Mal durchgeführt
wird. Gezeigt werden Innovationen in
„technischer und kulinarischer Hinsicht“. Die Resonanz ist so groß, dass
bereits im Herbst desselben Jahres eine
Folgeveranstaltung stattfindet – mit
180 Ausstellern, die zum Teil in Pavillons im Zoo oder umliegende Restaurants ausgelagert werden müssen. Lubisch wird 1923 Direktor der neu gegründeten „Zoo-Ausstellungs-Hallen
AG“ und damit erster Messedirektor
der Hansestadt.
In ganz Deutschland wird zunehmend die Bedeutung von Messen als Instrument regionaler Wirtschaftsförderung erkannt: So entstehen auch in Berlin Leitmessen, die bis heute existieren:
die „Internationale Funkausstellung“
(IFA) 1924 und die „Internationale
Luftfahrtausstellung“ (ILA) 1928.
Die 1930er-Jahre bringen für das
Hamburger Messewesen einschneidende Veränderungen: Lubisch wird von
den Nationalsozialisten abgesetzt, der
„Werberat der deutschen Wirtschaft“,
eine Institution des Propagandaministeriums, kontrolliert das Messe- und
Ausstellungswesen. Damit wandeln
sich die Messen von frei organisierten
Gewerbeschauen zu staatlich geplanten
„Kultur- und Lehrschauen mit wirtschaftlichem Einschlag“ – eingebettet
in die NS-Propaganda und technisch
fortschrittlich umgesetzt. Ein Beispiel
ist die Nutzung moderner Medien wie
Film und Rundfunk auf der „Nordmark-Rundfunk-Ausstellung“
1934:
Ausschließlich „arische“ Firmen präsentieren technische Neuerungen nicht
nur für das Fachpublikum, sondern
auch für breite Schichten der Bevölkerung.
Die Ausstellung „Segen des Meeres“ 1939 trommelt für die NS-„Autarkiepolitik“. Sie soll das Deutsche Reich
unabhängig von Importen aus dem Ausland machen und findet ihren Niederschlag unter anderem in einer „Reichsschau“, die auch in Hamburg gezeigt
wird. Die Propaganda-Ausstellung
„Wehr und Sieg“ präsentiert 1941 Waffen und Kriegstrophäen. An der Jungiusstraße entsteht 1938 zunächst ein
Aufmarschgelände. Ab Juli 1941 werden
hier insgesamt 24 Baracken für mehr als
900 Zwangsarbeiter gebaut.
Wiederaufbau und Wachstum
Von August 1948 an (bis 1967) ist Albert
Lubisch erneut Direktor der Messe, die
nun „Ausstellungspark der Freien und
Hansestadt Hamburg“ heißt. Nach den
Kriegs- und Hungerjahren giert die Bevölkerung nach Konsum- und Investitionsgütern – vom eigenen Auto bis zum
ersten Fernseher. 1950 findet erstmals
die Sonderausstellung „Schau für die
Frau“ als Teil der „Lebensmittelfachausstellung“ (LEFA) statt. Im Fokus:
neue Haushaltstechnik. Aus ihr entwickelt sich fünf Jahre später eine der bekanntesten Hamburger Messen, die
„Du und Deine Welt“, die bis 2014 läuft.
Publikumsrenner und Boom
In den beginnenden 60er-Jahren erlebt
das Messewesen dann einen regelrechten Boom. Viele Konzepte entwickeln
sich zu Publikumsrennern: 1963 präsentiert sich in der Halle B in Planten
un Blomen erstmals die Ausstellung der
„Vereinigung der Schiffs-Ingenieure zu
Hamburg“ (VSIH). 35 deutsche Aussteller zeigen Neuerungen rund um den
Schiffbau. Aus ihr wird die Weltleitmesse der maritimen Wirtschaft, die SMM,
auf der 2014 mehr als 2100 Aussteller
aus 67 Nationen rund 50.000 Fachbesuchern ihr Portfolio präsentieren. Bereits 1961 feiert die „1. Bundes-Fachaus-
17 Millionen Menschen
besuchten bei rund 15.000
Veranstaltungen das CCH
stellung – das Sport- und Gebrauchsboot“ Premiere, auf der 65 Aussteller
5000 Interessierten die Neuerungen
aus Bootsbau und Wassersport vorführen. Die Messe trifft den Geist des Wirtschaftswunders, zu dem auch die Suche
nach Romantik und der Besitz von Statussymbolen gehören. Seit 1985 heißt
die Messe Hanseboot – im vergangenen
Jahr erreichten hier 557 Aussteller
rund 76.000 Besucher.
Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges beginnt der Neubau der
dringend benötigten Ausstellungshallen. Die wichtigste ist die 1951 eröffnete
Ernst-Merck-Halle, mit 6400 m2
Grundfläche und einer Kapazität von
6000 Zuschauern größte und modernste Veranstaltungshalle Norddeutschlands. Neben Ausstellungen finden hier
große Sportveranstaltungen, aber auch
legendäre Konzerte statt. Dabei wird
regelmäßig das Mobiliar zerlegt – die
Eintrittskarte enthält vielfach den Hinweis, dass das Gestühl nur als Sitzplatz
zu verwenden sei und der Besucher für
verursachte Schäden aus „anderweitiger Benutzung“ aufzukommen habe.
„Durchaus besorgt um sein Saalgestühl
zeigte sich Hamburgs ‚Planten un Blomen‘-Direktor Albert Lubisch, dessen
Ernst-Merck-Halle vor sieben Jahren
von Bill-Haley-Fans demoliert worden
war. Erst als ihm die Polizei Saalschutz
zusicherte, sagte er yeah und stellte den
Rolling Stones die Halle zum Konzert
bereit“, schreibt der „Spiegel“ im September 1965.
Für die neuen Messen reicht der
Platz bald nicht mehr. Und so werden
auf dem Gelände an der Jungiusstraße
kontinuierlich neue Hallen gebaut. Bis
1971 wächst die Ausstellungsfläche auf
52.500 m2, in den 1980er-Jahren sind es
schon zwölf Hallen mit 64.000 m2.
Ein Meilenstein ist die Eröffnung des
Congress Centrums Hamburg durch
Bundespräsident Gustav Heinemann
im April 1973. Nach nur dreijähriger
Bauzeit war das vom Architekten Jost
Schramm entworfene fünfstöckige
Kongresszentrum inklusive einer doppelstöckigen Tiefgarage für die damals
unglaubliche Summe von 146 Millionen
D-Mark fertiggestellt.
Seit dem ersten Spatenstich am 21.
November 1969 hatten mehr als 260
Handwerker, Bauarbeiter und über 50
Ingenieure 38.000 Kubikmeter Beton
und 4800 Tonnen Stahl verbaut. Allein
für die Telekommunikationskabel
mussten 100.000 Verbindungsstellen
noch von Hand gelötet werden, die Länge des verbauten Kabels würde von
Hamburg nach Madrid reichen.
Internationale Stars und Staatsoberhäupter finden hier im CCH eine
Bühne, Weltkongresse und große Unternehmen sind regelmäßig zu Gast.
Seit der Eröffnung haben insgesamt
mehr als 17 Millionen Menschen rund
15.000 Veranstaltungen im CCH besucht.
Das neue Jahrtausend:
Investitionen in die Zukunft
Die Wiedervereinigung Deutschlands
bringt für Hamburg und seine Messe
neue wirtschaftliche Impulse. Die Hansestadt erhält ihre alte Funktion als OstWest-Drehscheibe zurück, die Nachfrage nach Konsum- und Investitionsgütern aus den neuen Bundesländern ist
gewaltig. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist Hamburg zunehmend von der
auch politisch geförderten Bildung
wirtschaftlicher Cluster geprägt. Stichworte sind hier neben der maritimen
Wirtschaft die Luftfahrtindustrie, Medien, Lifesciences und erneuerbare
Energien. Hamburg wird mit thematisch angebundenen Messen und Kongressen zum wichtigen internationalen
+
Branchentreffpunkt – auch durch Gastveranstaltungen, die externe Veranstalter auf dem Gelände der Messe durchführen.
Den wachsenden Anforderungen
folgt auch die Gestaltung des Geländes:
Im Juni 2004 wird der Grundstein für
die Neue Messe Hamburg gelegt. Leitmessen wie Internorga und SMM benötigen mehr Platz. Von den zwölf Hallen
auf dem alten Gelände werden acht abgerissen und durch drei moderne, größere Hallen ersetzt. Auf dem neuen Gelände unterhalb des Fernsehturms entstehen vier weitere Hallen. Die überdachte Ausstellungsfläche vergrößert
sich von 64.000 auf 87.000 m2. Zeitgleich erhält das CCH einen weiteren
Konferenztrakt und eine 7000 m2 große
Ausstellungshalle. Insgesamt werden
420 Millionen Euro investiert. Das erweiterte CCH kann 2007, das neue Messegelände Ende 2008 vollständig genutzt werden.
Mehr als 40 Messen sowie gut 250
Kongresse und kulturelle Veranstaltungen ziehen Jahr für Jahr über eine Million Besucher in die Stadt – und stehen
für etwa ebenso viele Übernachtungen.
Mit der WindEnergy Hamburg und der
Ordermesse nordstil hat die HMC seit
2014 zwei neue Messen im Programm.
Das CCH ist Austragungsort bedeutender internationaler Medizinerkongresse und seit Jahrzehnten eine der
deutschen Top-Adressen für Hauptversammlungen börsennotierter Unternehmen. Nach einer Erhebung des
„HV-Magazins“ belegte das CCH in dieser Kategorie 2014 einmal mehr den
ersten Platz. Das hat auch Folgen für die
Hamburger Wirtschaft: Nach einer Berechnung des Münchner ifo-Instituts
für Wirtschaftsforschung geben die
Aussteller und Besucher der Hamburg
Messe und Congress pro Euro Umsatz
des Unternehmens weitere 7,60 in der
Stadt aus. 2014 waren das rund 700 Millionen Euro – für Übernachtungen,
Dienstleistungen, Taxifahrten und im
Einzelhandel.
Als Partner der Stadt kümmert sich
die Hamburg Messe und Congress außerdem um einmalige Großveranstaltungen wie die 96. Lions Club Interna-
tional Convention Hamburg im Jahr
2013 oder wiederkehrende Feste wie
den Hafengeburtstag, den sie seit mittlerweile 20 Jahren im Auftrag der Wirtschaftsbehörde organisiert.
Betreuung deutscher Aussteller
rund um den Erdball
In Eigenregie oder im Auftrag verschiedener Bundesministerien betreut die
Hamburg Messe darüber hinaus deutsche Unternehmen bei ihren Auftritten
auf Messen im Ausland. Im Jahr 2013
organisierte die Hamburg Messe und
Congress 16 offizielle Gemeinschaftsbeteiligungen und begleitete dabei 640
deutsche Aussteller auf Messen rund
um den Erdball.
Ein Netz von 26 Auslandsvertretungen in Europa, Amerika und Asien
sorgt dafür, dass ausländische Aussteller auch in ihren Ländern beraten und
betreut werden. Die erst kürzlich von
der Bürgerschaft beschlossene Revitalisierung für knapp 200 Millionen Euro
macht das CCH fit für die Zukunft.
8
HamburgerAbendblatt
650 JAHRE MESSE HAMBURG
Sonnabend/Sonntag, 24./25. Januar 2015
Die Internorga gilt
als die europäische
Leitmesse für
Hotellerie,
Gastronomie,
Bäckereien und
Konditoreien
Foto: Michael Zapf
Zeitgemäß bleiben,
Konzepte dem
Wandel anpassen
Weshalb „Du und Deine Welt“
trotz neuer Themenwelten
eingestellt werden musste
In Hamburg werden auf
zahlreichen Fachmessen
verschiedener Branchen
Trends ausgelotet und
überdies internationale
Netzwerke gepflegt
ler Trends und Komplettlösungen für
den Außer-Haus-Markt. „Die Internorga ist ein absoluter Muss-Termin für
Profis in Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung. Ein Messeplatz, der
für Inspiration und Innovation steht –
und das in einer der spannendsten Städte Deutschlands. Absolut einzigartig“,
schwärmt Gretel Weiß, Herausgeberin
„gv-praxis“, „food-service“, „FoodService Europe and Middle East“. 2015 vergrößert sich der internationale Branchentreff mit einem neuen Ausstellungsbereich auf insgesamt rund
100.000 Quadratmeter. Zur größten Internorga aller Zeiten, die vom 13. bis 18.
März stattfinden wird, rechnet die
HMC mit insgesamt 1300 Ausstellern.
SEBASTIAN MEISSNER
:: Die Messen in Hamburg sind auch
ein internationaler Treffpunkt für Entscheider und Experten aus den unterschiedlichsten Branchen. Unter dem
Motto „Die Messe zur Welt“ finden in
Hamburg jedes Jahr mehr als 40 Veranstaltungen mit insgesamt rund 12.000
Ausstellern statt. Sie locken rund
700.000 Besucher aus aller Welt auf das
Messegelände in der Hansestadt. Wichtiges Segment sind Fachmessen.
„Hamburg ist auf der Weltkarte der
Fachmessen ein zentraler Standort“,
sagt Bernd Aufderheide, Vorsitzender
der Geschäftsführung der Hamburg
Messe und Congress GmbH (HMC).
Das Portfolio umfasst Bereiche wie
Tourismus, erneuerbare Energien,
Elektro, Schiffbau, Luftfahrt oder Gastronomie. Dabei orientiert sich das
Messeangebot an den starken Wirtschaftsclustern, die für die Metropolregion Hamburg einen besonders hohen Stellenwert haben und im Fokus
der Wirtschaftspolitik des Senats stehen: die SMM, Weltleitmesse der maritimen Industrie, die neue WindEnergy,
die europaweit führende Gastro-Messe
Internorga oder zahlreiche Großveranstaltungen wie die Nortec, Ausstellung
für Produktionstechnik.
HMC ist auch Kooperationspartner
für Fremdveranstalter
Treffpunkt für Experten
und Entscheider
Jüngstes Aushängeschild der HMC
ist die WindEnergy
Die größte Fachmesse in Hamburg
ist die SMM, Weltleitmesse der maritimen Wirtschaft. Alle zwei Jahre pilgern
die hochrangigsten Vertreter und Repräsentanten der wichtigsten Schifffahrtsunternehmen nach Hamburg, um
Trends zu setzen. 2014 brach die maritime Großveranstaltung sämtliche Rekorde: Mehr als 2100 Aussteller aus aller Welt und 50.000 Fachbesucher füllten drei Tage lang rund 90.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. „Die SMM
gehört zu Hamburg wie der Michel und
die Elbe. Diese Stadt ist die gewachsene
Heimat dieser renommierten Messe“,
sagt Frank Horch, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation in Hamburg. Auf der SMM wird die ganze
Bandbreite der maritimen Neuentwicklungen präsentiert. Die Produkte reichen von großindustrieller Schiffs- und
Werfttechnik über Schiffseinrichtung
Fachbesucher informieren sich in Halle
A1 Fotos (3): Michael Zapf
Die WindEnergy-Messe feierte im
vergangenen Jahr ihre Premiere
Morgendlicher Besucherandrang auf
dem Messegelände
und -ausrüstung bis zu Ladungsumschlagsystemen, Meerestechnik und
maritimen Dienstleistungen.
Jüngstes Aushängeschild der HMC
ist die WindEnergy Hamburg. „Windkraft wird eine zunehmend wichtigere
Rolle für die Energieversorgung spielen
und zum Klimaschutz beitragen“, sagte
Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf
Scholz anlässlich der Messeeröffnung
2014. „In der Metropolregion finden
sich nicht nur die führenden Hersteller
für Anlagen und Windparks, sondern
auch mittelständische Betriebe für Projektentwicklung, Installation und Wartung. Ganz klar: Hamburg ist die Hauptstadt der Windenergie“, sagte Scholz.
Dauerbrenner in Hamburg ist seit
1921 die Internorga – und markiert den
Beginn des neuzeitlichen Messewesens
der Hansestadt. Die Idee zur „Nordwestdeutschen Frühjahrsmesse für den
gesamten Bedarf von Hotel-, Restaurations-, Café- und Großküchenbetrieben“, hatte Albert Lubisch, Redakteur
der „Deutschen Gastwirtzeitung“. Er
sollte zwei Jahre später Hamburgs erster Messedirektor werden.
Heute ist die Internorga die europäische Leitmesse für Hotellerie, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung,
Bäckereien und Konditoreien. Jedes
Jahr im März präsentieren die Ausstel-
Eine weitere innovative Fachmesse
mit großem Publikumszuspruch ist die
Coteca, die erste Fachmesse in Europa
für Kaffee, Tee und Kakao. Alle zwei
Jahre dreht sich alles um die beliebten
Heißgetränke. Als größter Importhafen
von Kaffee, Tee und Kakao in Europa
und mit seinen zahlreichen hier ansässigen Verarbeitungs- und Veredelungsbetrieben ist Hamburg der ideale
Standort für diese Messe.
Zum Geschäftsfeld der HMC gehört
nicht nur die Organisation und Durchführung von Messen, sondern auch die
von Kongressen. Die räumliche Nähe
von Ausstellungsgelände und Kongresszentrum ist perfekt geeignet für verbundene Veranstaltungen. Dazu zählt
etwa die Seatrade, die Europäische
Kongressmesse für Fährschifffahrt,
Kreuzfahrt & Flusskreuzfahrt. Zum Angebot der HMC gehört auch die Organisation und Durchführung von Fremdveranstaltungen. „Wir müssen nicht alles selbst machen“, sagt Messechef
Bernd Aufderheide. Bei Fremdmessen
mieten die Ausrichter das Messegelände, Kongresshallen und buchen Dienstleistungen. Von dem erfolgreichen Konzept profitieren alle Seiten: „Solche Modelle verschaffen uns die Möglichkeit,
immer mehr Fachmessen dem Publikum in unserer Region anzubieten“,
sagt Aufderheide.
Umgekehrt expandieren viele Messen von Hamburg aus in die ganze Welt.
So hat die SMM inzwischen erfolgreiche Auslandstöchter in Istanbul und
Mumbai. Voraussetzung ist ein internationales Netzwerk mit erfahrenen Vertriebspartnern. Die HMC ist mit Repräsentanten in über 40 Ländern vertreten
– von Andorra bis Zypern. „Durch die
Auslandsvertretungen pflegen wir exklusive Kontakte in bedeutende Wirtschaftsregionen und zu wertvollen Multiplikatoren inklusive der Medienvertreter“, sagt Aufderheide.
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Fleisch hat eine lange Tradition in der Schanze.
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts versorgt der Standort
die Stadt Hamburg und das dazugehörige Umland
Im Laufe der Zeit entstand im Herzen von Hamburg eines der modernsten
Handels- und Bearbeitungszentren für die Fleischwirtschaft in Europa.
Unser Gewerbepark auf dem Traditionsgelände ist ein attraktiver Handelsplatz
für Unternehmen unterschiedlichster Couleur & Branchen. Über 250 ansässige
Betriebe mit mehr als 4.000 Mitarbeitern importieren, exportieren, zerlegen,
veredeln, handeln Fleisch, Wurst und Lebensmittel aller Art und bieten somit
mehrere tausend verschiedene Produkte und Dienstleistungen an.
Vielfalt & Qualität werden hier noch groß geschrieben.
Der gelungene Messekompromiss und die langjährige und vertrauensvolle
Zusammenarbeit zwischen dem Fleischgroßmarkt Hamburg und der
Hamburg Messe und Congress GmbH haben hierzu wesentlich beigetragen.
Dafür möchten wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken.
Der Fleischgroßmarkt Hamburg und seine hier ansässigen Unternehmen
gratulieren ihrem langjährigen Nachbarn der Hamburg Messe und Congress
GmbH zu ihrem 650. Jubiläum.
+
:: Sie war eine Hamburger Instituti-
on: die Verbrauchermesse „Du und Deine Welt“. Seit 1955 informierten sich
Besucher der Messe über Produkte
rund um den Haushalt, Essen und Trinken, Reiseziele. Kamen vor zehn Jahren
noch rund 165.000 Gäste, waren es 2010
nur noch gut 93.500 und 2014 sogar nur
noch 79.000 – trotz Schaffung neuer, aktueller Themenwelten und Programmpunkte. „Wir wissen, dass die ,Du und
deine Welt‘ Generationen von Hamburgern viel Freude gemacht hat. Insofern
war ihr Ende für uns eine schwere, aber
wirtschaftlich notwendige Entscheidung“, sagt HMC-Chef Bernd Aufderheide. Zu stark war das Wettbewerbsumfeld von Internet, breit aufgestellten
Shoppingcentern, verlängerten Ladenöffnungszeiten und einem umfangreichen Veranstaltungsangebot.
Der Trend geht weg von Mehrbranchenmessen. Gefragt sind stattdessen
Publikumsmessen mit klar abgegrenzten Themenbereichen und Zielgruppen. Das zeigt auch die Premiere der
GET Nord – die einzige gemeinsame
Fachmesse für Elektro, Sanitär, Heizung und Klima im Norden. Mit
Schwerpunktthemen wie Energieeffizienz, Energiemanagement und Gebäudesteuerung traf sie den Nerv der Zeitund lockte 40.000 Fachbesucher nach
Hamburg. „Als Unternehmen ist es
auch unsere Aufgabe, solche Trends zu
erkennen und auf sie zu reagieren. Nur
so können wir mit unserem Angebot die
Bedürfnisse unserer Aussteller und
Kunden befriedigen“, sagt Aufderheide.
Zeitgemäße Messekonzepte haben
längst nicht mehr nur das wiederkehrende Event im Blick. Gerade die Digitalisierung der Medienwelt bietet neue
Möglichkeiten. Sie kombiniert die Vorteile einer stationären Messe mit den
Vorzügen des Internets: persönlicher
Kontakt und effiziente Onlinepräsenz.
Über Online- und Social-Media-Plattformen findet Networking von Ausstellern und Kunden statt. Die Befürchtung, dass klassische Messegeschäft
könnte in der virtuellen Welt unter die
Räder kommen, bestätigt sich nicht.
„Meiner Einschätzung nach ist ihre Bedeutung sogar noch gewachsen“, sagt
Andreas Horbelt, Kreativchef bei Uniplan, einer internationalen Agentur für
Live Communications, die Messeauftritte organisiert. Gerade im Umfeld der
Digitalisierung spiele der persönliche
Kontakt und die Auseinandersetzung
mit Produkten vor Ort eine wichtige
Rolle. „Geschäfte werden zwischen
Menschen gemacht, die sich dabei in die
Augen schauen möchten“, sagt Horbelt.
Es kommt also auf den richtigen Mix an
– und der stimmt: Die Besucherzahl der
HMC stieg von 2012 auf 2014 um zwölf
Prozent. (sm)
Sonnabend/Sonntag, 24./25. Januar 2015
650 JAHRE MESSE HAMBURG
Pferde, Reisen und mehr
Klare Zielgruppen und direkter
Kontakt mit den Anbietern machen
Verbrauchermessen so erfolgreich
SEBASTIAN MEISSNER
:: Einfach mit öffentlichen Verkehrs-
mitteln, mit dem Rad oder zu Fuß in die
Messehalle: Das gibt es so wohl nur in
Hamburg. Wegen ihrer zentralen Lage
im Herzen der Stadt sind die Messehallen bei den großen Publikumsveranstaltungen ein beliebtes Ausflugsziel für die
Bürger der Stadt und aus dem Umland.
Daran ändert auch das jüngst beschlossene Aus für die traditionsreiche
„Du und Deine Welt“ nichts. In Zeiten
von Internet, Online-Shopping und
großen Einkaufszentren war das Ausstellungskonzept nicht mehr zeitgemäß. „In Hamburg funktionieren breit
aufgestellte Verbrauchermessen offenbar nicht mehr“, bestätigt HMC-Chef
Bernd Aufderheide. Doch wenn die
Zielgruppen klar definiert sind, stehe
dem Erfolg nichts im Weg: „Die Themen
sind so bunt wie vielfältig und begeistern die Menschen in der Metropolregion“, sagt Aufderheide.
Klassiker und Newcomer locken
viele Besucher aus dem Umland an
Segel- und Motorbootenthusiasten
zieht es bereits seit Jahrzehnten in die
Hallen im Karolinenviertel. Wenn auf
der Außenalster zum Saisonende die
deutsche Segelelite ihre „Meisterschaft
der Meister“ um den begehrten Hanseboot-Cup ausrichtet, geht’s auch in den
Messehallen maritim zu: 2014 hat die
55. Hanseboot 557 Aussteller aus 18 Nationen und rund 76.000 Besucher angelockt. An neun Messetagen konnten
Einsteiger, Freizeitskipper und Profis
490 Boote und Yachten inspizieren und
zum Messepreis ordern oder sich über
neue Trends und Services informieren.
Dabei profitiert die Messe von ihrer
geografischen Nähe zu den vielfältigen
Wassersportrevieren im Binnenland,
an Nord- und Ostsee sowie von ihren
zahlreichen regionalen Schiffbaubetrieben. „Die Hanseboot ist unverwechselbar und unverzichtbar“, sagt Torsten
HamburgerAbendblatt
9
Messekalender
Publikumsveranstaltungen 2015
Reisen Hamburg – 4. bis 8. Februar
Hafengeburtstag – 8. bis 10. Mai
Hanseboot – 31. Oktober bis
8. November
Mineralien Hamburg – 4. bis
6. Dezember
2016
HansePferd Hamburg – 22. bis
24. April 2016
Fachveranstaltungen 2015
Internorga – 13. bis 18. März
FH Nord – die Messe für das
Fleischerhandwerk im Norden –
15. bis 17. März
Seatrade Europe – 9. bis
11. September
Inmex SMM India – 23. bis
25. September
2016
Anna Stolz und Jörg Thurow begeisterten das Publikum der Galashow auf der HansePferd im vergangenen Jahr Foto: Michael Zapf
Conradi, Präsident des Deutschen
Boots- und Schiffbauer-Verbandes.
Für Pferdeliebhaber ist Nordeuropas größte Pferdemesse, die HansePferd, ein Pflichttermin. 2014 strömten
Eintauchen in fremde Welten auf der
Reisen Hamburg Foto: HMC/Wallocha
Messe für Mineralien, Fossilien, Edelsteine und Schmuck, lockte 20.000 Besucher an. Ein besonderes Highlight
stellte die Sonderschau „Königliche
Schätze aus dem Reich der Queen“ dar.
Sie zeigte eine große Auswahl einzigartiger und außergewöhnlicher Exponate
aus dem Vereinigten Königreich.
Präsentiert wurden etwa ausgewählte Stücke einer Nachbildung der
britischen Kronjuwelen. Die Originale
gelten als eine der wertvollsten Diamant- und Juwelensammlungen weltweit und werden unter höchsten Sicherheitsanforderungen im Londoner
Tower verwahrt. „Was den Besuchern
hier gezeigt wurde, das war die bislang
größte und hochwertigste Ausstellung
über englische Mineralien, die es je außerhalb des Königreichs gegeben hat“,
mehr als 45.000 Freizeitreiter, Turnierambitionierte und Pferdehalter in die
Messehallen – vor allem aus Hamburg,
Niedersachsen und Schleswig-Holstein.
Mehr als 450 Aussteller aus 15 Nationen
informierten über Pferdegesundheit
und Futter, boten die neuesten Reitsportartikel oder ausgefallene Reiterurlaube an. Erstklassige, international
anerkannte Reiter demonstrierten ihr
Können, Top-Trainer und Experten gaben Tipps und Geheimnisse preis.
Züchter präsentierten rund 300 Pferde
und Ponys aus mehr als 40 Rassen. Täglich 130 Vorführungen und Vorträge
rundeten das Programm ab.
Aber auch neuere Publikumsmessen ragen aus dem Veranstaltungsangebot der Elbmetropole weit heraus. Die
Mineralien Hamburg, Internationale
fasst Rainer Bode, Fachberater der Mineralien Hamburg, zusammen. Edward
Loye, Kurator der Camborne School of
Mines, ging noch weiter: „Eine so gute
Mischung, wie sie hier gezeigt wurde –
das hat es selbst in Großbritannien
noch nicht gegeben.“
„Träum nicht davon, komm her“
lautet das Motto der diesjährigen Reisen Hamburg. Auf der größten Messe
für Urlaub, Caravaning, Outdoor und
Rad im Norden informieren von Mittwoch, 4., bis Sonntag, 8. Februar 2015,
mehr als 900 Reiseveranstalter, Airlines und Hotels zum Saisonstart über
neue Angebote und Programme. In diesem Jahr im Trend: Urlaub im Orient,
Touren durch Skandinavien, OutdoorErlebnisse in den USA und Erholung
am Mittelmeer.
Nortec – Die Fachmesse
für Produktion im Norden
26. bis 29. Januar 2016
SMM Istanbul – 24. bis
25. Februar
Internorga – 11. bis 16. März
SMM – 6. bis 9. September
WindEnergy Hamburg –
27. bis 30. September
GET Nord – Fachmesse Elektro,
Sanitär, Heizung, Klima –
20. bis 22. November
Gastveranstaltungen 2015
Hochzeitstage Hamburg – 24. bis
25. Januar
AUTOTAGE Hamburg – 4. bis
8. Februar
Einstieg Hamburg – 6. bis
7. Februar
5. Hanse Spirit – Verbraucher-
messe für Whisky & Spirituosen –
6. bis 8. Februar
Hanse Golf – 13. bis 15. Februar
Aircraft interiors EXPO – 14. bis
16. April
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10
HamburgerAbendblatt
650 JAHRE MESSE HAMBURG
Sonnabend/Sonntag, 24./25. Januar 2015
Höchste Funktionalität und kühle Eleganz
Architektonisch ein großer Wurf ist die 1951 erbaute und 2008 grundlegend umgestaltete und erweiterte Messe im Herzen der Stadt zwischen Planten un Blomen und Karoviertel
ANGELA ANDRESEN- SCHNEEHAGE
:: Wo genau Hamburgs erste Messe in
den Pfingsttagen des Jahres 1365 abgehalten wurde, lässt sich heute nicht
mehr exakt rekonstruieren; vermutlich
auf dem Marktplatz vor dem ehemaligen Rathaus an der Trostbrücke. Der
heutige Standort der Hamburg Messe
und Congress (HMC) im Herzen der
Hansestadt ist nicht zu übersehen.
Das öffentliche Interesse war beachtlich, als 1951 die 6400 Quadratmeter große Ernst-Merck-Halle eröffnet
wurde – Keimzelle eines prosperierenden Ausstellungsgeländes. Neben Messen und Ausstellungen fanden darin
auch Publikumsveranstaltungen für bis
zu 6000 Zuschauer statt: Boxkämpfe
ebenso wie die legendären Konzerte
von Bill Haley, den Beatles oder den
Rolling Stones.
In den frühen 1960er-Jahren
boomte das Messewesen, die vorhandene Fläche reichte schon bald nicht mehr
aus. Kontinuierlich wurden auf dem
„Messegelände an der Jungiusstraße“
Hallen für alle Fälle
Hamburgs Messehallen setzen
Maßstäbe bei der Funktionsvielfalt. Vier separate Besuchereingänge erlauben die zeitgleiche
Durchführung mehrerer Veranstaltungen. Weitgehend freitragende Deckenkonstruktionen sind
für die Abhängung großer Lasten
ausgelegt und bieten Ausstellern
viel gestalterischen Freiraum. Die
Stützenfreiheit erlaubt auch die
Anordnung von Spielfeldern für
internationale Sportveranstaltungen. Alle Gebäude sind technisch
miteinander vernetzt, sodass ein
Austausch von Daten, Ton- und
Videosignalen gewährleistet ist.
(heute: St. Petersburger Straße) weitere
Bauten errichtet. Bis 1971 wuchs die
Ausstellungsfläche auf rund 50.000
Quadratmeter, in den 1980er-Jahren
wurde sie auf 64.000 Quadratmeter in
zwölf Hallen vergrößert.
Ihr aktuelles Gesicht verdankt die
Neue Messe Hamburg einer 2008 abgeschlossenen grundlegenden Umgestaltung und Erweiterung nach den Plänen
des renommierten Düsseldorfer Architekten Christoph Ingenhoven. Zur Umsetzung des neuen Raumkonzeptes
wurden aus dem bis dahin vorhandenen
Sammelsurium verschiedener Epochen
acht Hallen abgerissen und durch drei
große, moderne ersetzt.
Gleichzeitig erschloss man nördlich der Karolinenstraße eine weitere
Fläche für vier neue Hightech-Hallen.
In das zur Straße hin großflächig verglaste Ensemble mit dem markanten
Dach wurde auch das denkmalgeschützte Backsteingebäude des ehemaligen Elektrizitätswerks integriert. Eine
glasumhüllte Fußgängerbrücke verbindet das ursprüngliche Messegelände
mit der westlichen Erweiterungsfläche.
Städte wie Leipzig oder München
haben im Zuge der Modernisierung ihre
Messe an die Peripherie verlagert.
Hamburg entschied sich dagegen – und
stärkte den Ausbau des innerstädtischen Standorts. Vor allem die unmittelbare Nachbarschaft zum Congress
Center Hamburg war ein entscheidendes Argument für einen Verbleib der
Hallen im Karoviertel. Kritiker dieser
stadtplanerischen Festlegung bedauern
allerdings bis heute die versäumte
Chance, an eben dieser Stelle urbanen
Wohnungsbau zu realisieren. „Die zentrale Lage der Hamburg Messe in der
Stadt ist etwas Besonderes“, betont
Oberbaudirektor Jörn Walter. Und weil
die Neue Messe Hamburg nun unverrückbar „in den Grundriss der Hansestadt eingewoben“ ist, resultiert hieraus
für den Messe- und Kongressbetrieb
nahezu ein Alleinstellungsmerkmal.
Eine glasumhüllte Fußgängerbrücke verbindet das ursprüngliche Messegelände mit der westlichen Erweiterungsfläche Foto: Michael Zapf
setzten Hallen, sondern Bögen, die mit
ihrem Schwung den Fernsehturm
städtebaulich wunderbar einspannen.“
Das Erscheinungsbild repräsentiert aber nur einen Teil der Neuen
Messe – die Funktionalität ist ein mindestens ebenso bedeutender Faktor.
Auf den beiden heute mit A (neu) und B
(alt) bezeichneten Geländeteilen stehen in elf Hallen 87.000 Quadratmeter
Ausstellungsfläche zur Verfügung, weitere 6000 Quadratmeter bietet der Au-
Mit ihrem Entwurf wurde die
städtebauliche Einbindung der Messe
noch gestärkt: Der vorgelagerte Gang
für Besucher verleiht der Messe jetzt
ein Gesicht zur Stadt. Die Hallen mit ihrer Tonnenform nehmen die Maßstäblichkeit der Gründerzeithäuser im Karolinenviertel auf und integrieren sich
so ins Stadtbild. Ingenhoven: „Außerdem bilden die Hallen zur Karolinenstraße im Gegensatz zum alten Messegelände keine eckigen, zueinander ver-
ßenbereich. Um diese Flächen für Veranstaltungen wirtschaftlich bestücken
zu können, ist eine reibungslos funktionierende Logistik vonnöten. Optimale
Voraussetzung dafür schaffen die breiten Logistikhöfe zwischen den Messehallen; sie tragen zu kurzen Auf- und
Abbauzeiten bei. Ein für Lkw befahrbarer Tunnel verbindet A- und B-Gelände
unterhalb der Karolinenstraße. Dies
entlastet den Straßenverkehr und beschleunigt die Messeabläufe.
Zum Raumprogramm der Messehallen gehören Gastronomiebereiche,
Konferenzräume, ein Geschäfts- und
Pressecenter sowie eine VIP-Lounge.
Autofahrern stehen 2000 überdachte
Parkplätze zur Verfügung. „Die Neue
Messe verleiht unserer Metropole auf
eindrucksvolle Weise Gesicht und Gestalt“, sagt Messe-Geschäftsführer
Bernd Aufderheide. „Im Herzen Hamburgs ist sie internationaler Treffpunkt
und Blickfang zugleich.“
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650 Jahre mit leuchtendem Beispiel
voran – Respekt!
vora
Seit viele
vielen Jahrzehnten sorgen wir mit unserer Technik
und uns
unserem Know-how dafür, dass die Messe Hamburg im
besten Licht
L
dasteht. In diesem Sinne gratulieren wir
unserem Partner zum 650. Geburtstag und freuen uns auf
viele we
weitere hochspannende Jahre. Danke!
Herzlichen Glückwunsch
zu 650 Jahren
Messen in Hamburg!
Danke für die WindEnergy, SMM und NORTEC
AG Marine Equipment and Systems
FV Motoren und Systeme
FV Power Systems
LV Nord
+
Sonnabend/Sonntag, 24./25. Januar 2015
650 JAHRE MESSE HAMBURG
HamburgerAbendblatt
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Kongress-Hotspot im Norden
250 Veranstaltungen im Jahr: Im Congress Centrum Hamburg treffen sich Impulsgeber aus Wirtschaft und Forschung
ANGELA ANDRESEN- SCHNEEHAGE
:: Was in den 1960er-Jahren als Visi-
on für die Hansestadt begann und im
April 1973 als Congress Center Hamburg (CCH) eingeweiht wurde, ist seit
mehr als vier Jahrzehnten ein wichtiger
Treffpunkt für Besucher aus aller Welt.
Im Vorfeld allerdings war der Bau des
Kongresszentrums alles andere als unumstritten. Als der damalige Bürgermeister Herbert Weichmann 1970 den
Grundstein für das 100 Millionen DMark teure Projekt legte, sprachen Kritiker von Gigantomanie und Fehlinvestition. Sie prognostizierten leere Säle,
hohe Defizite – und irrten.
Bei seiner Eröffnung verfügte das
CCH über 17 Säle für insgesamt 10.000
Gäste und war das modernste Gebäude
seiner Art in Deutschland. Schnell wurde es zu einem Vorzeigeprojekt und
brachte Millionen von Kongressbesuchern an die Alster. Der Track-Record
ist beeindruckend: Bis heute fanden allein 130 Weltkongresse im CCH statt.
Eine der ersten Großveranstaltungen war 1974 der Europäische Mikrowellen-Kongress mit fast 18.000 Teilnehmern; der Weltpostkongress im
Jahr 1984 ging mit einer Dauer von 40
Tagen als längste Tagung in die CCHChronik ein. Regelmäßig diskutieren
Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft in Hamburg über Fragen und
Entscheidungen von globaler Bedeutung. Und die Kongresse im CCH eröffneten nicht nur sinnbildlich neue Wege:
Eigens für den von 10.000 Fachleuten
Der kürzlich verstorbene Udo Jürgens
gab im CCH einige Konzerte
Die schwedische Popgruppe ABBA
begeisterte in den 70er-Jahren
besuchten Welt-Krebskongress 1990
wurde eine neue Fußgängerverbindung
zwischen CCH und Universität errichtet, die bis heute als beliebte Abkürzung
unter den Gleisen am Dammtorbahnhof genutzt wird.
Insbesondere die regelmäßigen
großen Medizin- und Wissenschaftskongresse tragen zu hohen Besucherzahlen bei. 2015 werden sich unter anderen internationale Nuklearmedizi-
den.“ Und der Senat spielt mit. Die
knapp 200 Millionen Euro teure Revitalisierung wurde erst kürzlich genehmigt.
Die Umstrukturierung nach Plänen
der Architektenbüros agn Leusmann
und Tim Hupe soll bis 2019 gelingen.
Der Eingangsbereich wird neu errichtet, der Vorplatz neu gestaltet. Der große denkmalgeschützte Saal wird grundlegend saniert und mit neuer Gebäudetechnik für Sicherheit, Klima und Medien ausgestattet. Während der Bauphase sollen Ersatzflächen auf dem
Messegelände genutzt werden.
ner, Mathematik-Didaktiker und Krankenhausapotheker hier miteinander
austauschen. Ein weiterer Schwerpunkt sind Hauptversammlungen börsennotierter Unternehmen: Mit durchschnittlich acht pro Jahr gehört das
CCH zu den führenden Austragungsorten von Aktionärsversammlungen in
Deutschland. Die Vorstände und Aufsichtsräte von Lufthansa, Aurubis,
Jungheinrich oder Beiersdorf lassen
sich regelmäßig hier entlasten, selbst
der Deutsche Alpenverein bittet seine
Mitglieder zur Hauptversammlung ins
norddeutsche Flachland.
Herausragende
Großereignisse
rund um CCH und Messegelände waren
zuletzt die Lions Clubs International
Convention mit etwa 25.000 Teilnehmern aus 200 Ländern sowie der Deutsche Evangelische Kirchentag 2013 mit
100.000 Besuchern. Die aus diesen Aktivitäten resultierenden Umsätze und
Einnahmen für die Stadt sind erheblich:
So hat das ifo-Institut für Wirtschaftsforschung ermittelt, dass jeder Tagungsteilnehmer durchschnittlich 436
Euro in Hamburg ausgibt. Durch 140
Tagungen und Kongresse sowie 100
weitere Veranstaltungen mit insgesamt
390.000 Besuchern bescherte das CCH
der Stadt allein im Jahr 2014 eine Umwegrendite von geschätzten 100 Millionen Euro.
Um Hamburg eine solche Wertschöpfung auf Dauer zu erhalten, müssen sich die Verantwortlichen anstrengen. Bei seiner Eröffnung war das CCH
das modernste Kongresszentrum in
Deutschland. Damals galten ausreichendes Licht, gute Mikrofone und ein
hochwertiger Diaprojektor schon als
Highend-Technologie. Aber das Gebäude ist in die Jahre gekommen.
Der Erweiterungsbau 2007 war
deshalb ein erster Schritt zum Erhalt
langfristiger Wettbewerbsfähigkeit. Er
erhöhte die Kapazitäten des CCH auf 23
flexibel nutzbare Säle mit 12.500 Sitzplätzen, moderner technischer Ausstattung und 10.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Der inzwischen unter
Denkmalschutz stehende Altbau hingegen kann den geänderten Ansprüchen
bezüglich Raumbedarf und Kongressabläufen heute nicht mehr standhalten.
„Hamburg braucht als internationale
Metropole eine erstklassige Infrastruktur für Tagungen und Kongresse. Der
zentrale Standort des CCH ist hervorragend und international hoch anerkannt“, so Wirtschaftssenator Frank
Horch. „Jetzt aber muss das vier Jahrzehnte alte Gebäude dringend saniert
und zeitgemäß umstrukturiert wer-
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650 Jahre
Messestadt Hamburg.
Tradition verbindet.
Eugen Block und Mitarbeiter
gratulieren
der Hamburg Messe zu 650 Jahren
nationaler und internationaler Messen,
Veranstaltungen und Kongresse.
Für uns ist die Messe Hamburg
nicht nur die Messe zur Welt, sondern
auch ein zuverlässiger und
inspirierender Partner.
Eugen Block
Glamour und Weltstars
Mit der Eröffnung des CCH fanden
Der 14. Dalai Lama besuchte im vergangenen Sommer die Hansestadt. Das Pressegespräch fand im CCH statt Foto: Marcelo Hernandez
nicht nur Weltkongresse und
Hauptversammlungen eine neue
Heimat. Auch für Konzerte, Shows
und gesellschaftliche Events wurden die Säle am Dammtor zur
unverzichtbaren Spielstätte. Stars
von internationalem Ruhm kamen
seitdem nach Hamburg und brachten „Glanz in die Hütte“: Das
schwedische Pop-Quartett ABBA
erfreute seine Zuhörer am Dammtor ebenso wie die Sopranistin
Maria Callas. Für ausverkaufte
Säle sorgten David Bowie, Tom
Jones, Tina Turner und Mario
Barth; fünfmal fand die Gala zur
Echo-Verleihung im CCH statt. Als
legendär gilt der Raum 211: die
Garderobe der Weltstars. Hier ließ
Komiker Jerry Lewis ein teures
Büfett auffahren, von dem er angeblich nur eine einzige Traube
naschte; eigens für den unvergesslichen Udo Jürgens wurde eine
Badewanne installiert. (aas)
Entspannt übernachten
Hotelvielfalt vom Vier-Sterne-Haus bis zur Privatunterkunft rund um Messe und Congress Center
:: Perfekte Anbindung an öffentliche
Verkehrsmittel, Nähe zu Alster, Rathaus und Hafen: Die Lage der Hamburger Messe ist unschlagbar. Darüber hinaus finden Aussteller, Besucher und
Kongressteilnehmer eine Fülle von
Übernachtungsmöglichkeiten in fußläufiger Entfernung. Allein im Umkreis
von einem Kilometer rund um die Messe stehen rund 30 Hotelbetriebe zur
Verfügung – vom privaten Individualhotel bis zu großen Häusern renommierter, internationaler Ketten.
Neu ist das InterCityHotel Hamburg Dammtor-Messe direkt auf dem
Messegelände. 275 modern eingerichtete und schallisolierte Zimmer stehen
seit Dezember vergangenen Jahres zur
Verfügung. Die Tagungs- und Veranstaltungsräume in der 13. Etage bieten Platz
für bis zu 220 Personen – Panoramablick inklusive. Nur einen Steinwurf
von den Messehallen entfernt liegt das
mit vier Sternen ausgezeichnete Mövenpick Hotel. Sein Ambiente verdankt
es der Architektur des ehemaligen Wasserturms, hinter dessen Mauern sich
heute moderne Zimmer und Konferenzräume befinden.
Mit Blick auf den Fernsehturm
übernachten Gäste in einem der 180
Zimmer im Mercure Hotel an der
Schröderstiftstraße. Nach dem Frühstück ist es nur noch ein Katzensprung
Zentral und von viel Grün umgeben bietet das Hamburger Congress Center Platz für
eine Vielzahl von kleinen und großen Veranstaltungen Fotos (3): HMC
bis zum Messestand oder dem Congress
Center. Wer auf dem kürzesten Weg
vom Hotelbett zur Tagung im CCH
kommen möchte, der bucht ein Zimmer
im Radisson Blu, das direkt mit dem
CCH verbunden ist. Nur fünf Minuten
benötigen Gäste des NH Hamburg City
an der Feldstraße, um zu Fuß zu den
Messehallen zu gelangen. Schlagen sie
die andere Richtung ein, sind sie fast
ebenso schnell an der Reeperbahn.
Messebesucher, die kleinere private Hotels bevorzugen, finden rund um
die Rothenbaumchaussee eine gute
Auswahl, ohne auf eine schnelle Erreichbarkeit des Hallengeländes verzichten zu müssen. (aas)
+
HamburgerAbendblatt
Die Hamburg Messe ist
als Gastgeber und
Mitorganisator eine
sichere Bank, nicht nur
beim Marathon
650 JAHRE MESSE HAMBURG
Sonnabend/Sonntag, 24./25. Januar 2015
B E F RAG U N G
Vom Hafengeburtstag
bis zum Eisbeinessen
Deutschlands Messen
2015 auf Wachstumskurs
:: Der Branchenverband Ausstel-
lungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (AUMA) rechnet in
diesem Jahr mit konstanten bis leicht
wachsenden Messekennzahlen. Insgesamt sind im Inland 161 Messen mit internationaler oder nationaler Bedeutung geplant. Nach einer Prognose des
AUMA werden sich an den Messen rund
168.000 Aussteller auf einer Standfläche von 6,1 Millionen m2 beteiligen, außerdem werden 9,6 Millionen Besucher
erwartet. Für alle drei Kennzahlen
könnte sich am Schluss des Jahres ein
kleines Plus ergeben, zumindest aber
ein stabiles Ergebnis. Denn große Messe-affine Branchen wie Maschinenbau
und Elektrotechnik rechnen laut
AUMA-Ausstellerbefragung mit leichten Umsatzzuwächsen. (hsg)
P ET E R L I N D E M A N N
:: Es ist einer der renommiertesten
Film- und Fernsehpreise, die in
Deutschland vergeben werden. In diesem Jahr aber dürfte die Verleihung
noch größer und glamouröser ausfallen
als ohnehin schon. Am 27. Februar werden in Hamburg zum 50. Mal deutsche
und internationale Schauspieler, Musiker, Filme und Shows mit der Goldenen
Kamera der „Hörzu“ geehrt. Nach 40
Jahren kehrt die schillernde Verleihung
damit von Berlin in ihre Heimatstadt
zurück.
Hamburgs Erster Bürgermeister
war hörbar stolz auf den Umzug der
prestigeträchtigen Goldenen Kamera.
„Das ist eine gute Nachricht für den Medienstandort Hamburg und ein Kompliment für alle, die bei uns in der Branche
arbeiten“, sagt Olaf Scholz. Nach dem
Hotel Vier Jahreszeiten 1966 ist die
Hamburg Messe Congress (HMC) 2015
Gastgeber der hochkarätig besetzten
Jubiläumsveranstaltung.
Die Wahl für den Austragungsort
fiel nicht allzu schwer: „Die Hamburg
Messe bietet mit über 10.000 Quadratmetern sowie modernster Ausstattung
allerbeste Voraussetzungen für unser
Event“, sagt Jochen Beckmann, Verlagsgeschäftsführer Programm- und
Frauenmedien der Funke Mediengruppe, in der die „Hörzu“ erscheint. Nicht
nur die attraktive Lage im Herzen der
Hansestadt machen Messegelände und
Kongresszentrum attraktiv. Schon oft
hat sich die HMC ihre Meriten als Gastgeber, Mitgestalter und Organisator von
Veranstaltungen verdient, die weit über
die Stadtgrenzen hinaus Strahlkraft
entfachen.
Dabei gehören Superlative zum Alltagsgeschäft: Bereits seit 1994 organisiert die HMC jedes Jahr für die zuständige Wirtschaftsbehörde die größte Hafensause der Welt. 2014 feierte der
Hamburger Hafen seinen 825. Geburtstag – mit mehr als 200 Programmpunkten und rund 1,5 Millionen Besuchern.
Wenn die Schlepper auf der Elbe ihr
Ballett aufführen, unzählige Bands an
der Promenade aufspielen oder Kreuzfahrtschiffe nach genauer Regieanweisung durch den Hafen schippern, haben
die Mitarbeiter der Hamburg Messe immer ihre Finger im Spiel. Im Hintergrund ziehen sie vor und während der
Mammutveranstaltung die Fäden.
Ein Einsatz, der sich auch wirtschaftlich für die Elbmetropole rechnet. Bei den Besuchern kommt der Hafengeburtstag gut an. Eine repräsentative Umfrage belegt die hohe Zufrieden-
M ESS E
Ökumenischer Gottesdienst
am 29. Januar
:: Das Messeprivileg erhielt Hamburg
am 29. Januar 1365. Anlässlich des 650.
Jahrestags der Urkundenverleihung
findet in der Hauptkirche St. Michaelis
ein bischöflicher ökumenischer Gottesdienst statt. Die Messe beginnt um 18
Uhr, und alle Hamburger und Besucher
sind eingeladen. Im Juni 2015 folgt eine
zweiwöchige Ausstellung zur Geschichte der Hamburg Messe und Congress in
der Rathausdiele. (HA)
J U B I L ÄU M S B U C H
E-Book zur Geschichte
ab 30. Januar
Seit 1994 organisiert die HMC das größte Hafenevent der Welt mit Schlepperballett, Musikbands und 1,5 Millionen Besuchern im vergangenen Jahr Foto: Hartmut Zielke
Eisbeinessen der Schiffsmakler im CCH
Foto: Klaus Bodig
Besucher des Evangelischen Kirchentags beim Abendsegen Fotos (2): dpa
Präsident Wayne A. Madden bei der 96.
Lions Clubs International Convention
heit: 87 Prozent der „Geburtstagsgäste“
würden demnach einen Besuch des Festes empfehlen – seit 2003 hat sich die
Besucherzahl um 300.000 erhöht. Für
die Tourismus-orientierte Hansestadt
ein Glücksfall, denn das Portemonnaie
der Gäste sitzt lockerer als noch vor gut
zehn Jahren. Ihre durchschnittlichen
Ausgaben auf dem Hafengeburtstag haben sich auf knapp 50 Euro pro Kopf nahezu verdoppelt.
Noch entscheidender aber ist, dass
knapp 500.000 auswärtige Besucher
ausschließlich wegen des Hafenfestes
nach Hamburg reisen – und im Durch-
schnitt mehr als zwei Tage Quartier beziehen. Davon profitieren Hotels, Restaurants, Geschäfte, Dienstleister, Museen oder Konzertveranstalter. Das
Messe- und Veranstaltungsgeschäft hat
eine Katalysatorfunktion für eine Reihe
von Branchen in der Freien und Messestadt Hamburg.
Jedes Jahr gehen eine Million
Übernachtungen auf das Konto der
Messe- und Kongressbesucher. Und aus
zufriedenen Gästen werden häufig Wiederholungstäter. So ist die Organisatorin Barbara Grewe überzeugt, dass
Hamburg nachhaltig vom Weltkongress
der Lions-Club-Mitglieder im Juli 2013
profitiert – der dritte, der in Europa,
und der erste, der in Deutschland abgehalten wurde. Beteiligt an Vorbereitung
und Durchführung war auch die HMC –
die Veranstaltung mit 23.000 Teilnehmern aus 127 Nationen fand zum Großteil auf dem Messegelände statt. Eine
besondere Herausforderung war die
Logistik: „Die Teilnehmer mussten jeden Tag mit 170 Bussen aus 72 Hotels
abgeholt werden“, sagt Grewe.
Großereignisse schrecken die
Hamburg Messe nicht: Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag 2013 mit
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rund 130.000 Teilnehmern und prominenten Bundes- und Landespolitikern
kann als weiterer Beleg dafür herangezogen werden. „Die offene und fröhliche Stimmung hat die ganze Stadt angesteckt, der Geist der Zusammenkunft
einen bleibenden Eindruck hinterlassen“, befand Bürgermeister Olaf Scholz.
Das lässt sich auch über eine Traditionsveranstaltung der ganz anderen
Art sagen. Seit 1948 lädt die Vereinigung
Hamburger Schiffsmakler und Schiffsagenten (VHSS) Schifffahrtskaufleute
aus der ganzen Welt nach Hamburg ein,
um am traditionellen Eisbeinessen teilzunehmen. Beim letzten Großkampftag
im November 2014 wurden rund vier
Tonnen Eisbein für 5000 Gäste aufgefahren – 800 Kilo Sauerkraut, 700 Kilo
Kartoffeln, 400 Kilo Kassler und 9000
Liter Bier rundeten den kulinarisch bodenständigen Abend im CCH ab.
Ganz so politisch geht es nicht zu,
wenn im Frühjahr 2015 der 30. HaspaMarathon auf der Karolinenstraße neben der Hamburg Messe gestartet wird.
Nach fünf Jahren Pause kehrte der Marathon 2013 mit Start und Ziel wieder
an seine alte Wirkungsstätte zurück –
Qualität setzt sich durch.
:: Anekdoten, Beispiele und Erinnerungen: In dem reich bebilderten Jubiläumsbuch „650 Jahre Messen in Hamburg“ wird schlaglichtartig ein Blick auf
die wechselvolle Entwicklung des Messe- und Kongressgeschäfts in Hamburg
und die Stadtgeschichte geworfen. Ab
30. Januar können die zahlreichen großen und kleinen Geschichten als EBook kostenlos unter www.hamburgmesse.de/jubilaeum heruntergeladen
werden. (HA)
IMPRESSUM
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Redaktion:
Leitung: Georg J. Schulz
Konzept und Texte: Peter Lindemann,
Hanns-Stefan Grosch, printprojekt-GbR
Koordination und Produktion: Manuela Keil
Mitarbeit: Frauke Maaß
Layout: Andrea Riesch
Lektorat: Carsten Fecker
Online: Frank Mares
Telefon: 040/347-22258
Anzeigen:
Dirk Seidel
Telefon: 040/347-22556
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Seele and Geist
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