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Eurokrise: Erste Firma beschleunigt Auslagerung - PeKo

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Datum: 23.01.2015
Hauptausgabe
Aargauer Zeitung
5001 Aarau
058/ 200 58 58
www.aargauerzeitung.ch
Medienart: Print
Medientyp: Tages- und Wochenpresse
Auflage: 78'282
Erscheinungsweise: 6x wöchentlich
Themen-Nr.: 211.003
Abo-Nr.: 1077322
Seite: 5
Fläche: 28'582 mm²
Eurokrise: Erste Firma beschleunigt Auslagerung
VON FRANZ SCHAIBLE
Standort Schweiz Der teure
gert. Das sei die Fortführung eines bereits
seit längerem laufenden Prozesses. Am
Standort Schweiz wolle man sich in der FerFranken fordert erste «Opfer»:
Der Ostschweizer Industriekon- tigung verstärkt auf hochwertige Tätigkeiten
konzentrieren. Stadler hält fest, dass nicht
zern SFS will die Auslagerung ins explizit Arbeitsplätze, sondern gewisse TätigAusland rascher als geplant um- keiten ausgelagert werden sollen. Deshalb sei
setzen. Und die umstrittene Lohn- offen, in welchem Ausmass und ob davon
überhaupt Arbeitsplätze in der Schweiz abanbindung an den Euro ist im
gebaut würden. SFS beschäftigt in der
Emmental bereits Realität.
Schweiz inklusive Handelssektor 2500 MitarDie Frankenstärke belastet die Schweizer Ex- beitende, davon rund 1500 in der Fertigung.
portfirmen schwer: Ihre Produkte wurden Weltweit zählt SFS rund 8700 Beschäftigte.
unmittelbar nach der Aufhebung der Euro- Derweil wird zwischen den Sozialpartnern
Kursuntergrenze von Fr. 1.20 um 15 bis gestritten, ob die Löhne künftig in Euro aus20 Prozent teurer. Die Ostschweizer SFS bezahlt werden sollen. Insbesondere betrofGroup in Heerbrugg reagiert jetzt: «Arbeits- fen wären Grenzgänger, die in der Schweiz
intensive Aktivitäten mit beschränktem arbeiten, aber im Ausland wohnen. Das ist
Know-how und Technologiegehalt werden rechtlich schwierig durchzusetzen. So hat
rascher als bisher geplant in eigene Werke im das Kantonsgericht Baselland im Dezember
Ausland verlagert», gab der Hersteller von 2012 entschieden, es sei unzulässig, wenn eiPräzisionsformteilen und mechanischen Be- ne Firma Grenzgängern den Lohn kürze.
Dies verstosse gegen das Diskriminierungsfestigungssystemen gestern bekannt.
Zwar sei es in den letzten Jahren gelungen, verbot im Freizügigkeitsabkommen zwidas Ungleichgewicht zwischen Erträgen in schen der Schweiz und der EU.
verschiedenen Währungen und Kosten in Mopac im Emmental ging voraus
Schweizer Franken deutlich zu reduzieren, Das Thema ist aber nicht neu. Anfang
sagt SFS-Sprecher Claude Stadler. Dennoch 2011 kürzte das Verpackungsunternehmen
habe die jetzige starke Aufwertung des Fran- Mopac Modern Packaging AG im emmenkens «erhebliche Auswirkungen auf die zukünftigen Umsätze und Betriebsergebnisse».
Was das heisst, rechnet die Firma gleich
selbst vor. Der Umsatz 2014 hätte sich bei einem Wechselkurs von Fr. 1.10 zum Euro und
Fr. 0.90 zum Dollar um rund 120 Millionen
Franken reduziert und die Betriebsgewinnmarge (Ebita) würde um 100 bis 140 Basispunkten negativ beeinflusst. Aktuell liegt der
Eurokurs bei Fr. 0.99. 2014 erwirtschaftete
talischen Wasen den Lohn der rund
«Arbeitsintensive
Aktivitäten mit
beschränktem
Know-how werden
rascher als bisher
geplant in eigene
Werke im Ausland
verlagert.»
SFS einen Umsatz von 1,4 Milliarden Franken
Claude Stadler Sprecher der SFS
und eine Marge von 14,1 Prozent.
Group, Heerbrugg
«Durch Eurozerfall verschärft»
220 Mitarbeitenden wechselkursbedingt
um zehn Prozent. Die indirekte Koppenahmen sollen im 2015 dazu beitragen, den
lung an den Eurokurs sorgte landesweit
währungsbedingten Rückgang der Betriebsfür Schlagzeilen. Die Gewerkschaft Unia
gewinnmarge abzufedern. «Aber die Auszog die Firma vor das Regionalgericht EmBereits eingeführte Verbesserungsmass-
gangslage hat sich durch den weiteren Euromental-Oberaargau. Allerdings liegt noch
zerfall verschärft», sagt Stadler. Deshalb würkein Urteil vor.
den eben Aktivitäten beschleunigt ausgela-
Die Lohnkürzung sei immer noch in
Medienbeobachtung
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ARGUS der Presse AG
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Kraft, sagt Rainer Füchslin, Geschäftsfüh- ort und die Arbeitsplätze in Wasen zu er-
rer der Mopac, die 55 Prozent ihrer Produkte exportiert. Die Massnahme sei nicht
vergleichbar mit jener im Baselland. Die
Kürzung gelte erstens für die gesamte Belegschaft und zweitens werde der Lohn
nicht in Euro ausbezahlt. Deshalb sei er
halten. Und das sei gelungen. Mit dem
jüngsten Eurotaucher werde es nicht einfacher. Die Lohnkürzung werde erst aufgehoben, wenn das Betriebsergebnis vor
Zinsen, Steuern und Abschreibungen
(Ebitda) über 4 Millionen liege oder der
zuversichtlich, vor Gericht Recht zu Eurokurs auf Fr. 1.35 ldettere. Rainer
Füchslin: «Ersteres haben wir 2014 nicht
erhalten.
Ziel der Massnahme sei es, den Stand- erreicht und Letzteres ist illusorisch.»
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