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DAS M AGA Z I N DES K O N Z ER T H A U S D O R T M U N D
J a nu a r 0 3
Nils Landgren
Partner des Konzerthaus Dortmund
2 0 14 15
Der Partner
Jazz, Jazz, Jazz
Die Partner-Stiftung
Die Hauptsponsoren
Die Sponsoren
Danke für: So klingt nur Dortmund.
TitelFOTO: Sonja Werner FOTO: Pascal Amos Rest
Die Förderer
Nils Landgren ist ein fabelhafter
Kerl. Ich mag nicht nur, dass er als hochgeschätzter Musiker seit vielen Jahren der internationalen Jazz-Szene wichtige Impulse verleiht,
sondern auch ihn als Typ: Er sprüht vor positiver
Energie und Kreativität und steckt damit alle
an, die sich in seiner Nähe aufhalten. Er hat mit
den Größen des Jazz und des Pop zusammen
gespielt. Dabei kennt er keine Berührungsängste. Kein Stil ist vor seiner Posaune sicher. Er
kann alles. Und er macht richtig viel. Seit Jahren
schon leitet er das berühmte Jazz-Fest »JazzBaltica«. Dort kann er sich ungehemmt stilistisch
austoben. Seine CDs sind Bestseller und unzählige Veranstalter und Festivals wollen ihn haben.
Nils Landgren ist nicht nur »Mister Red Horn«,
für mich ist er »Mister everywhere«. Die Besonderheit dabei ist nun, dass er nicht – wie man es
vielleicht schon bei Künstlern erlebt hat – rastlos oder überfordert ist, sondern weiterhin beste
Stimmung verbreitet. Nils Landgren lebt seine
Musik.
Ich habe Nils Landgren vor 15 Jahren in Hamburg kennengelernt. Damals wechselte Landgren gerade zur NDR Bigband. Sein Durchbruch
in Deutschland stand noch bevor, während er in
Schweden bereits ein großer Star war. Und so
erzählte er mir launig seine Geschichten; zum
Beispiel die, wie er mit der Gruppe ABBA zusammen gespielt hatte. Die Mega-Pop-Band
nahm gerade einige Songs auf und sie wollten
unbedingt ihn als Posaunisten haben. Er nahm
das Engagement an, spielte seine Posaune und
begann während der Auftritte plötzlich auch zu
singen – von da an war er nicht mehr nur ein Posaunist.
Als ich von Hamburg nach Dortmund zog, ließ
er anfragen, ob er in meine alte Wohnung in der
Hansestadt ziehen könne. Das hätte er von mir
aus nur zu gerne machen können, leider jedoch
war sie schon vergeben. Ich versprach ihm zum
Trost, ihn nach Dortmund einzuladen. Und so
sollte es geschehen: Seitdem besucht er uns
regelmäßig und ist nun sogar in einem ZeitinselPorträt zu erleben.
Das »Porträt Nils Landgren« fasst all diese interessanten und verrückten Geschichten und
noch viel mehr in einem Festival zusammen. Ich
freue mich auf drei wunderbare Tage im Zeichen
des Jazz und unseres Freundes Nils Landgren.
Keep on Swinging
Benedikt Stampa
Intendant und Geschäftsführer des
KONZERTHAUS DORTMUND
editorial 03
06 interview
03 editorial
In der Mitte gibt es keine Kunst
04 einblick
Heinz Holliger verrät, was er Brahms nie verzeihen konnte
Sa 21.02. 2015 · 20.00 Uhr
So 22.02. 2015 · 16.00 Uhr
05 inhalt
10 titel
GEWANDHAUSRiccardo Chailly
Dirigent,
Julian Rachlin
ORCHESTER
26 augenblick
Swedish dynamite
Jazz, Funk, Symphony und Pippi Langstrumpf: Es ist viel los auf der Zeitinsel
Nils Landgren
Violine
28 briefe
29 ausblick I rätsel I impressum
14 orchesterzyklus
Sa: Werke von Tschaikowsky und Rachmaninow
So: Werke von Mendelssohn Bartholdy und Mahler
30 haus und verkauf
Der Energietanker
LEIPZIG
Wo nimmt der die Power her? Andris Nelsons strotzt vor Tatendrang
17 liederabend
Zweifeln heißt nicht verzweifeln
Christian Gerhaher fragte sich lange: Soll ich, soll ich nicht?
Kann ich, kann ich nicht?
20 konzertante oper
Allround-Expertin
Karina Gauvin singt sie alle, auch die kaltherzige »Niobe, regina di Tebe«
22 musik für freaks
Musik von anderen Planeten...
Get your freak out: David Greilsammer und Wu Man
24 pop-abo
Zündender Sound
FOTOs: Julia Wesely, Marco Borggreve, Michael Slobodian, Wind Music
Die britischen Dandys von Tindersticks blicken auf mehr als 20 Jahre
Bandgeschichte zurück
04 einblick
25 streichquartett
Rule Finlandia
Währenddessen in Finnland... Meta4 und Olli Mustonen
14
20
22
inhalt 05
In
der
Mitte
gibt
es
keine
Kunst...
»Sie sind ein berühmter Dirigent, ja?« »Nein,
nein«, wiegelt der Angesprochene bescheiden ab. Eigentlich ist er schon ziemlich berühmt. »Sie sind so ein Dirigent wie Karajan,
ja?« Der Restaurantchef serviert Palatschinken mit Heidelbeeren. »Oh nein, bloß der
nicht!«, wehrt sich der Gast jetzt mit Entschiedenheit. »War Karajan denn etwa kein
großer Dirigent?« »Zumindest hatte er ein
übergroßes Ego«, lautet die Antwort, und
der Gastwirt schüttelt verständnislos seinen
Kopf. Gerade hat Heinz Holliger, einer der
weltbesten Oboisten, in der Stadt am Rhein
mit dem übergroß leuchtenden Bayer-Kreuz
das Musikkollegium Winterthur dirigiert. Am
6. Februar leitet er das Mahler Chamber Orchestra und Musiker der MCO Academy am
Orchesterzentrum|NRW im Konzerthaus. Für
das Konzert hat der Schweizer Komponist
Holliger auch zwei eigene Werke ausgesucht,
die für die Studierenden sowohl spielbar wie
instruktiv sind.
06
interview 07
Fr 06.02.2015 · 20.00 Uhr
Heinz Holliger
1939 in Langenthal (Schweiz) geboren
In der Schulzeit Studium Oboe und Komposition am Berner Konservatorium,
ab 1958 in Paris, 1961 – 1963 Studium bei Pierre Boulez an der Musikakademie Basel, 1965 Professor an der Hochschule für Musik Freiburg im Breisgau
Erste Preise bei Musikwettbewerben (»Internationaler Musikwettbewerb
Genf« 1959; »Internationaler Musikwettbewerb der ARD« 1961)
Beginn intensiver internationaler Konzerttätigkeit als Oboist
Komponisten wie Henze, Penderecki, Ligeti, Carter, Lutosławski, Stockhausen
und Berio schreiben für ihn.
Eigene Komposition von Bühnenwerken, Orchester-, Solo- und Kammermusikwerken und Vokalstücken
1998 Uraufführung der Oper »Schneewittchen« am Opernhaus Zürich
»Frankfurter Musikpreis« 1988, »Ernst von Siemens Musikpreis« 1991,
»Prix de Composition Musicale de la Fondation Prince Pierre de Monaco«
1994, »Zürcher Festspielpreis« 2007, »Rheingau Musik Preis« 2008
Composer in Residence: Orchestre de la Suisse Romande, »Internationale
Musikfestwochen« Luzern, »Grafenegg Festival«, Internationale Ensemble
Modern Akademie beim Festival »Klangspuren«
2003 ihm gewidmete Konzertwoche bei der Cité de la Musique Paris
2011 Mittelpunkt der »Salzburger Mozartwoche«, 2012 der Reihe »Salzburg
contemporary«
Dirigiert ein Komponist anders als ein Nur-Dirigent?
Es gibt gute Dirigenten unter den Komponisten, aber das sind
Ausnahmen. Ich mache, was im 18. und 19. Jahrhundert alle gemacht haben: Es gab Mendelssohn als den besten Dirigenten,
der außerdem ein grandioser Pianist und Bratschist war. Bach hat
Bratsche, Geige, Orgel gespielt und dirigiert. Bruno Maderna ist
für mich ein Vorbild: Geigen- und Dirigierwunderkind und großartiger Komponist. Bei Boulez ist es umgekehrt, als er die genialsten Stücke schrieb, hat er bei Jean-Louis Barrault Bühnenmusik
dirigiert, über das Dirigieren wurde er salonfähig – eigentlich tragisch. Und Witold Lutosławski hat seine Stücke so gut dirigiert,
dass er, als er starb, keinen Nachfolger hatte. George Benjamin
08
dirigiert und ist ein sehr guter Pianist. Pintscher hat als Dirigent
ein breites Repertoire. Ich bin also kein Unikum, aber dennoch
werde ich angeschaut wie ein komisches Tier. Nur komponieren
oder dirigieren finde ich schrecklich. Und einen Dirigenten, der
nicht ein Instrument in höchster Vollkommenheit beherrscht, halte ich für total lächerlich. Karajan hat das dritte Klavier im Mozartkonzert gespielt, was für ein Kind geschrieben ist, und in der von
ihm gesetzten Europahymne sind ihm zwei Quintparallelen unterlaufen...
In Dortmund stehen zwei Ihrer Werke auf dem Programm...
»Tonscherben«, in memoriam David Rokeah, des polnisch-israelischen Dichters. Nelly Sachs, Paul Celan und Erich Fried haben
ihn übersetzt. Ich habe ihn erst zwei Jahre vor seinem Tod kennengelernt, er ist 1985 in einem Hotel in Köln gestorben. Ein paar
Tage vorher gab es noch ein gemeinsames Konzert, er hat seine
Gedichte gelesen. Ich hatte mich mit ihm verabredet; er sei ab
Juni in der Akademie der Künste, wir wollten telefonieren. Kurz
darauf entwarf ich acht Orchester-Fragmente, am 29. Mai diesen
letzten Satz mit der Überschrift »funebre«. Ich wusste überhaupt
nichts, bin nach Hause gegangen, habe am Kiosk eine Zeitung
gekauft und gelesen, dass er gestorben ist, genau zu der Zeit, als
ich dieses Skelett von einem Trauermarsch schrieb. Einen Abschnitt gibt es in meinem Stück, wo ich nur die Schlagzeugpartie
verwende, die ich wie einen Einband für eine Gedichtsammlung
von Rokeah geschrieben hatte. Darüber legt sich nun ein sehr lei-
Foto: Neda Navaee
Herr Holliger, das heutige Programm mit Brahms’
Violinkonzert und der Schottischen von Mendelssohn war ganz
nach Ihrem Geschmack...
Da bin ich zuhause, rund um Schumann. Ich mache wenig Brahms,
weil ich ihm übel nehme, dass er Clara Schumann vor ihrem Tod
überredet hat, die letzte Komposition ihres Mannes zu verbrennen, die fünf Romanzen für Cello und Klavier. Darüber habe ich
ein Stück »Romancendres« geschrieben. Oft frage ich mich, was
Brahms hinter seinem Bart alles versteckt. Aber das Geigenkonzert finde ich, wie viele seiner späten Werke, wunderbar. Am Anfang komponierte Brahms ziemlich mutig, nachher etwas anpasserisch. Alle seine Jugendwerke hat er verbrannt, er war eigentlich ein bisschen ein Pyromane.
ser Orchesterklang. Es sind kurze Formen, ähnlich einem japanischen Haiku, keine Miniaturen im Werbern’schen Sinn, sondern
Tonscherben, wie wenn ein riesiger Korpus in sich zerbricht und
nur noch Geräusch dahinter ist. Das ist die Idee, und ich habe dieses Stück gewählt, weil es für Musiker, die vielleicht noch nicht
so viel experimentelle Musik gespielt haben, auf kleinem Raum
sehr viele Neuigkeiten bietet, die wirklich gut realisierbar sind. Mit
den Rückert -Liedern kommt dann eine bei dem späten Mahler
neue Klangwelt, die mir sehr nahe ist, nicht zuletzt wegen der
Oboe d’amore. Auch das Orchester singt in diesen Liedern. »Ardeur noire« habe ich nach Debussys letztem Klavierstück geschrieben. Paris war von den Deutschen umzingelt, es gab keine Kohlen mehr, er konnte sein Sterbezimmer nicht einmal heizen. Dann
hat er herausgefunden, dass ein Monsieur Tronquin, ein Kohlenhändler, leidenschaftlich Autografen sammelte. Debussy schrieb
ihm also dieses Stück, wunderbar wie eine japanische Kalligrafie, und bekam dafür die Kohlen. Ich nehme es und instrumentiere
es völlig neu, ganz Debussy- fremd, mit Heterofonien, Echos,
Verzögerungen, wie wenn man in einem Schwindelanfall Musik
hört. Im zweiten Teil ist das originale Baudelaire-Lied zitiert, »Les
soirs illuminés par l’ardeur du charbon« aus Debussys glücklicher Zeit, an die er im Titel seines Klavierstücks erinnert. Daneben gibt es noch viele weitere Debussy-Andeutungen. Wie bei
einem Sterbenden, dessen frühere Inkarnationen oder Lebensalter gleichzeitig an seinem Bett stehen. Debussys Musik war von
jeher meine Sprache. Aber ich habe mich nie an »La Mer« gewagt,
weil ich es als zu oft gespielt empfand. In Dortmund dirigiere ich
»La Mer« zum ersten Mal.
Gerade ist der Begriff der »Musikvermittlung« sehr in Mode.
Müssen Ihre Kompositionen vermittelt werden?
Alles will man heute vermitteln, in die Mitte bringen... Nein, das
ist unstatthaft, Musik darf nur in den Extremen sein, in der Mitte
gibt es keine Kunst. Ich komponiere ja nicht, um daneben noch
einen Text zu liefern oder ein Bild. Ich gebe gerne eine Einführung, aber keine »kopfigen« Dinge, sondern ich möchte Ohren
öffnen, die heute zugepflastert sind durch soviel Lärm, sodass
Musik nicht mehr Sprache ist. Musik wird immer fortbestehen,
solange es nur die Kreativität – das Wichtigste im Leben – gibt
und nicht nivelliert oder kaputt gemacht wird.
Gerade ist die dritte CD Ihres Schumann-Zyklus mit dem WDR
Sinfonieorchester Köln erschienen. Wie geht es weiter?
Im Februar, März, April folgen die nächsten Sitzungen. Dann
kommen alle Konzerte und das Konzertstück für vier Hörner an
die Reihe, aber auch die Zwickauer Jugendsinfonie, die Ouvertüren und die »Ouvertüre über das Rheinweinlied«. Mein innigster
Wunsch ist »Der Rose Pilgerfahrt« aufzunehmen, die Missa sacra und den ganzen »Manfred«, außerdem das Requiem und das
»Requiem für Mignon«. Da sind wir noch dran...
Das Interview führte Jan Boecker.
interview 09
Swedish Dynamite
10
titel 11
Zeitinsel
PortrÄt
Nils Landgren
Fr 06.03.2015 · 20.00 Uhr
Nils Landgren Funk Unit feat. Lira
Nils Landgren
Gesang,
Posaune, Lira
Gesang
Sa 07.03.2015 · 20.00 Uhr
Nils Landgren Symphony
Bochumer Symphoniker, Jörg Achim Keller Dirigent,
Nils Landgren Gesang, Posaune, Vince Mendoza Arrangements
So 08.03.2015 · 11.00 Uhr
Familienkonzert
Michel, Pippi, Karlsson & Co – nicht im Zeitinsel-Abo enthalten
So 08.03.2015 · 20.00 Uhr
Bohuslän Big Band
Nils Landgren Gesang, Posaune, Leitung, Ida Sand Gesang
Nils Landgren steht immer unter Höchstspannung. Wenn man ihn nur kurz antippt, entlädt sich gleich eine
ten ABBA zuhörte – so gab er vor zehn Jahren
zu Protokoll – »da fand ich das natürlich grauenhaft. Ich war ein ernster Mensch oder hielt
mich jedenfalls dafür, ich trank schon Kaffee
und rauchte schwarze Zigaretten, und dann trällerten die ›Ring, ring‹ und gewannen den nationalen Song-Wettbewerb.« Ein Jahr später, Landgren hatte derweil an seinem Jazz-Repertoire
weiter gearbeitet, siegte ABBA beim »Grand Prix
d’Eurovision«, und ›Waterloo‹ wurde zum Welthit. »Ich mochte die Musik noch immer nicht,
aber heimlich waren wir Schweden doch alle ein
bisschen stolz.«
Dynamitladung voller Energie – freundlicher Energie.
Die Lebensgeschichte des am 15. Februar 1956 in Degerfors, Värmland geborenen Nils Landgren ist vermutlich nur deshalb noch nicht
verfilmt worden, weil es schwierig ist, das Budget für einen Sechsteiler zusammen zu bekommen. Darunter aber wäre die Karriere des
Sohnes eines Jazz-Kornettisten kaum zu erzählen. Schon als Sechsjähriger begann Landgren damit, Schlagzeug zu spielen, mit 13 wechselte er zur Posaune und studierte ihr (klassisches) Spiel von 1972 bis
1978. Auch wenn er in den Folgejahren mit Herbie Hancock, Eddie
Harris und The Crusaders ebenso musizierte wie mit seinen Landsleuten von ABBA: Vom Ruhm war er damals aber noch ziemlich weit
entfernt.
Den ersten Anlauf Richtung Siegertreppchen startete er 1992 mit
der Gründung der Nils Landgren Unit, doch erst zwei Jahre später,
umbenannt zur Nils Landgren Funk Unit, sammelte er auf dem Festival »JazzBaltica« in Salzau nennenswerte Meriten. Außer bei man-
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chen als Jazz-Polizei verrufenen Kritikern, die
ein Konzert nur dann im Genre Jazz verorten,
wenn auf der Bühne mehr Menschen stehen als
vor derselben. Eine Haltung, von der Landgren
nicht länger zu begeistern war und sie vermutlich auch zuvor niemals vertreten hat. Er liebte
es vielmehr neben sich Gäste wie Maceo Parker, Till Brönner oder die Brecker Brothers zu
begrüßen, unterschrieb einen bis dato gültigen
Vertrag beim Label ACT und spielte in zunehmend verlässlich ausverkauften Hallen seine
dem Rare Groove eines James Brown verschriebenen Shows, die regelmäßig in beinahe schon
orgiastischen Partys zu enden pflegten.
Spätestens hier wäre es jetzt an der Zeit, sich
dem Entertainer Nils Landgren zu nähern. Wofür
sich das Jahr 2004 ganz besonders gut eignet.
Nachdem Nils Landgren sich 2001 als künstlerischer Leiter des »JazzFest Berlin« etabliert
hatte, veröffentlichte er drei Jahre später das
Album »Funky ABBA«, bestückt mit gänzlich
neu interpretierten Cover-Versionen der schwedischen Pop-Legende – die deren Fans keineswegs befremden mussten. Als Nils Landgren mit
17 Jahren 1973 zum ersten Mal seinen Landsleu-
Illustration: Maroine Dib
Fragt man Nils Landgren zum Beispiel nach Details
über die Planungen seiner Zeitinsel im Konzerthaus, in die er seine
ganze musikalische Vielfalt packt, erwartet man von einem so vielbeschäftigten Musiker eher schnelle, knappe Antworten. Kurz vor
Mitternacht kommt seine E-Mail aus Stockholm. Leider sei er schon
seit fünf Uhr früh auf den Beinen und komme gerade erst aus Kopenhagen zurück. Und ja, es tue ihm leid, er könne nur »eher kurz
angebunden« zurückmailen. Aber weit gefehlt! Denn dann schreibt
er so viel mehr...
Und nun machte er als Schwede sich daran,
die – Pardon! – ollen Kamellen in den Funky
Suit zu kleiden. Einen ABBA-Hit zu covern ist ja
noch kein Problem, Songs wie ›Dancing Queen‹,
›S.O.S.‹, ›Gimme! Gimme! Gimme!‹ oder ›Money,
Money, Money‹ aber zu echtem Funk umzubauen, das grenzt an Genialität. »Und dabei kann
ich nicht einmal sagen«, so Landgren, »weshalb
ich etwa an ›Fernando‹ scheiterte, es aber mit
›Super Trouper‹ klappte.« Das Kunststück gelang
vor allem auch deshalb, weil Landgrens Funk
Unit seit bereits 13 Jahren keine Jazzband ist,
die hie und da mal ein paar Funky Tunes einstreut. Vielmehr spielt kaum ein Musiker außerhalb Amerikas den Funk so down to earth wie
Landgrens Mannen, und des Bandleaders Ver-
bundenheit mit dem traditionellen Jazz auf der einen und seine unbändige Lust am Wildern in fremden Revieren auf der anderen Seite
lässt ihn wieder und wieder zu einmaliger Balance finden. Vor seiner
Bühne tanzen die Kids und weiter hinten neigen die Älteren anerkennend ihre Häupter.
Und trotzdem ist hinter den Erfolgen mit der Funk Unit das mittlerweile riesenhafte Repertoire des Schweden, das er unermüdlich in
immer wieder wechselnden Besetzungen darbietet, nicht im Schatten verschwunden. Landgren führt kleine, kompakte Bands an, spielt
mit Sinfonie-Orchestern wie mit Bigbands, gestaltet alljährlich heiter-besinnliche Weihnachtskonzerte, vertont Astrid Lindgrens hinreißende Kindergeschichten und steht als Gast bei vielen Festivals
neben manchmal noch berühmteren Kollegen. Und nachdem ihm
über Jahre seine ihm längst zum Markenzeichen gewordene rote Posaune als Ausdrucksmittel genügte, ist Landgren inzwischen auch
noch zum Sänger geworden, zumindest gelegentlich.
Doch ganz egal, ob er im Trio jazzmusikalische Kammermusik, mit
Orchestern opulenten Jazz oder mit seiner Funk Unit »Mardi Gras«Vergnügen nach Europa bringt: Zwei essentielle Ingredienzen fehlen
bei keinem seiner Konzerte. Ohne ein Mindestmaß an Groove im
Rücken lässt Landgren sein Red Horn nie erklingen. Und wo immer
er seinen Fans ins Antlitz blickt, verteilt er sein Lächeln wie Hostien
unters Volk und ist so zu etwas geworden, wovon im Jazz seltener
die Rede ist als in den Nachbardisziplinen Pop und Rock: Landgren
ist nicht nur ein profund freundlicher Mensch, er agiert mehr noch als
ein talentierter und spürbar begeisterter Entertainer. Das überträgt
sich bis in die letzte Reihe. Bis dorthin also, wo sonst die Kritiker
skeptisch an der Wand lehnen.
titel 13
Der Energietanker
Sein Name wird immer gehandelt, wenn es um die attraktivsten
Posten der Elite-Orchester geht. Seit Sommer ist der Lette Andris
Nelsons Chefdirigent beim Boston Symphony Orchstra. Nach Dortmund reist er mit dem Concertgebouw Orchestra aus Amsterdam an.
Als der Organist Christian Schmitt vor wenigen Wochen bei
Berlins Philharmonikern den Orgelpart in Richard Strauss’ »Also sprach Zarathustra« spielen sollte, meinte er zwei Stunden vor dem Konzert: »Nelsons
ist einfach unglaublich!« Warum? »Weil er so mitreißend ist, weil in jeder
Faser seines Körpers Musik steckt, weil er aus allen Musikern das Maximum
herausholt.«
Damit wäre im Grunde schon alles gesagt über den Letten, der in Riga
einst Trompete lernte und sich dann in kleinen Schritten dem Dirigieren zuwandte, bevor er bei Neeme Järvi und der finnischen Dirigenten-AusbilderLegende Jorma Panula studierte und sich anschließend von Mariss Jansons privat unterrichten ließ. Nelsons war gerade einmal 24 Jahre jung, als
er in seiner Geburtsstadt die Lettische Nationaloper übernahm, bevor er
sich durch Gastspiele in Berlin und Wien in die erste Reihe der internationalen Aufmerksamkeit katapultierte. Welche Wertschätzung er inzwischen
genießt, lässt sich allein an der Tatsache ablesen, dass man ihn auserkor,
in Luzern im vergangenen Sommer jene Konzerte zu übernehmen, für die
eigentlich Claudio Abbado vorgesehen war.
Die Inkubationszeit für seinen heutigen Beruf war kurz: rund drei Stunden! Als seine Eltern einst den jungen Andris in Riga in eine Aufführung von
Richard Wagners »Tannhäuser« schleppten, ist er anschließend »regelrecht
zusammengebrochen«. Der Fünfjährige bekam hohes Fieber, »weinte drei
Tage lang und konnte nicht schlafen. Das war wie eine Initiation, und danach wollte ich um jeden Preis Dirigent werden.« Wagners berauschende
Wirkung hatte das Kind erfasst. Was mag er wohl gedacht haben, als er
27 Jahre später erstmals in Bayreuth dirigieren durfte, dem Pilgerhügel für
alle Wagner-Enthusiasten? 2010 leitete er dort die »Lohengrin«-Produktion
in der rattigen Inszenierung von Hans Neuenfels ... Nelsons vergleicht die
Anforderungen bei Wagner mit denen an einen Marathonläufer. »Entweder
du stirbst nach den ersten 20 Kilometern, oder du überwindest den toten
Punkt und hast das Gefühl, ewig weiterrennen zu können.«
14
orchesterzyklus 15
Fr 13.03.2015 · 19.00 Uhr
Royal Concertgebouw
Orchestra
Andris Nelsons
Dirigent,
Anne-Sophie Mutter
Violine
Werke von Sibelius und Schostakowitsch
Zweifeln heiSSt
nicht verzweifeln
Über die nötige Energie dafür verfügt Nelsons ohne Zweifel. Wer ihn einmal im Konzert oder bei Proben erlebt hat, fragt sich, woher dieses Maß
an Energie überhaupt stammt. Emphatisch und subtil, mit großer Gebärde
und kleinem Lächeln, mit überbordendem Schwung und flüsternder Gestik
treibt er seine Orchester regelmäßig zur Höchstform. Im Gespräch gehen ihm
immer so viele Gedanken durch den Kopf, dass er oft Sätze anfängt und sie
ganz woanders beendet, und trotzdem weiß jeder genau, was er meint. Bei
Nelsons fügen sich analytischer Scharfsinn und untrügliches Bauchgefühl
zu einer Einheit, die ihm Musiker und Publikum gleichermaßen abnehmen.
Im Jahr 2008 hat Nelsons das City of Birmingham Symphony Orchestra
übernommen, wo bis zehn Jahre zuvor Simon Rattle das Sagen und aus
dem langjährigen Provinz- ein Vorzeigeorchester geformt hatte. Und nun
kursieren wieder Gerüchte über ein Rattle -Erbe durch die Musikblätter.
Würde Nelsons, obwohl er sich gerade der Aufgabe in Boston zugewandt
hat, auch die Berliner Philharmoniker übernehmen wollen? Dazu bekennt
Nelsons nur, dass er »noch mehr reduzieren muss.« Konkret: In Birmingham
zumindest ist nächstes Jahr Schluss. Er muss das Bostoner Orchester auf
die nächste Europa-Tournee vorbereiten und ist für 2016 wieder in Bayreuth
eingeplant – als »Parsifal«-Dirigent. Obendrein hat er ja noch Familie: seine
Frau, die Sopranistin Kristı¯ne Opolais, und eine kleine Tochter.
Andris Nelsons’ musikalische Heimat ist eindeutig die (Spät-)Romantik. Das
merkt man selbst, wenn er Beethoven dirigiert. Nelsons steht nicht für ausgedünnten Klang, eher für das Opulente, Schillernde, für satte Farben, aber
auch für das Dazwischen, für Schattierungen, die sonst gern verloren gehen,
für Übergänge, an denen sich gute von durchschnittlichen Dirigenten unterscheiden.
Egal, wann und wo man Andris Nelsons antrifft, er ist immer freundlich
und entgegenkommend, jugendlich und Heiterem aufgeschlossen. Zwar
kann auch er mal müde erscheinen – auch das! –, doch dann rafft er sich
binnen kurzer Zeit wieder auf, füllt seine Energietanks und ist für alles zu
haben. Immer neugierig, immer bereit zu hinterfragen, immer entschlossen,
seine Überzeugungen zu vermitteln, kommt Nelsons nie wirklich zur Ruhe.
In einem Zeitschriften-Interview gestand er einmal: »Manchmal weiß man
nicht, wie man phrasieren soll, soll man die zehn Takte oder doch eher
die zwanzig Takte zusammenfassen. Und dann entdecke ich plötzlich im
Traum: Da ist noch dieses eine Motiv, das hast du zu wenig beachtet, diese
Farbe muss stärker herauskommen. Dann wache ich auf und denke: ›So
muss es sein, so funktioniert es.‹ Und schreibe es sofort auf.«
16
Cool und fotogen, sportlich fit, möglichst unkompliziert, unkritisch und bereit zu jedem Zugeständnis. Und natürlich
ewig jung. Behauptet der Münchner Bariton Christian Gerhaher sich gegenüber diesem Anforderungskatalog?
Diese Auflagen gelten heutzutage nicht nur für Models und Filmstars, sondern auch für Künstler, besonders
für Sänger. Nicht nur die modernen Vermarktungsstrategien der Agenturen, Medien und Labels fordern dies, zunehmend
leider auch immer mehr Opern- und Theaterregisseure. Auf den ersten Blick scheint Christian Gerhaher sich nicht in
dieses Raster zu fügen. Introvertiert ist er und Sätze wie »Die längste Zeit des Sängerlebens ist Verfall« lassen ihn nicht
gerade wie ein Ausbund jenes kraftstrotzenden Berufsoptimismus und Pragmatismus wirken, den viele Künstler sich auch
als Selbstschutz zulegen. Ungeschminkt gibt Gerhaher Einblick in seine Seele, spricht über sein notorisches Lampenfieber,
seine Angst vor dem Versagen, weshalb die Medien ihn »Der Zweifler mit der Weltkarriere« nannten.
Denn Weltkarriere hat er zweifellos gemacht, »trotzdem«, wie er betont. Und meint damit nicht nur sein sensibles Gemüt,
sondern auch sein Repertoire. Operngalas mit Arien-Kost, wie sie sich so kassenträchtig vermarkten lassen, haben ihn
nie interessiert. Gerhahers Liebe gilt dem Kunstlied. Etwa 150 Lieder hat er mit seinem langjährigen Klavierpartner Gerold
Huber einstudiert. Schubert, Schumann, Mahler, das ganze große Repertoire. Große Preise gab es dafür, darunter mehrfach
den »Echo-Klassik«, den »Midem Classical Award«, den »Gramophone Award«.
Das liegt gewiss nicht daran, dass Gerhaher mit seinen wirren Locken und einer runden Brille glatt als Doppelgänger
von Franz Schubert durchgehen könnte. Nein, die Stimme, sein Gesang ist es, der rührt: ganz auf den Text bezogen, ohne
Pathos, und doch tut sich die ganze Welt der Romantik auf, mit allem, was den Menschen im tiefsten Innern bewegt. Vom
»Fingerabdruck der Seele auf den Stimmbändern« sprach der Gesangsexperte Jens Malte Fischer.
liederabend 17
Do 29.01.2015 · 20.00 Uhr
Liederabend
Christian Gerhaher
Christian Gerhaher
Bariton,
Gerold Huber
Klavier
Franz Schubert »Winterreise«
FOTO: peyman azhari
Als junger Mann wollte Gerhaher Arzt werden, inspiriert von der Mutter, die aus familiären Gründen ihr Medizinstudium
abbrach. Aber auch von jener langen Zeit im Krankenhaus, in das er als Jugendlicher kam, mit einer rheumatischen und
chronischen Krankheit. Im Studium aber merkte er, dass er »acht Stunden im OP« auf Dauer kaum aushalten könnte, was
ihn allerdings nicht davon abhielt, zum Dr. med. zu promovieren. Gleichzeitig entschied er, seine Stimme ausbilden zu
lassen, die bereits seinem Geigenlehrer aufgefallen war. »Werde nur kein Sänger!« ermahnte ihn damals die Mutter. »Sie
dachte, ich bekomme einen schlechten Charakter«, lacht er. »Ich sagte ihr: Das siehst du falsch, ich werde Sänger, weil
ich einen schlechten Charakter habe!« Ein Jahr nach dem Physikum nahm er ein Gaststudium an der Musikhochschule auf
und lernte unter anderen bei Dietrich Fischer-Dieskau und bei der berühmt-berüchtigten Elisabeth Schwarzkopf, bekannt
für ihre unorthodoxen Methoden. Die Unterweisung verlief wie erwartet. Kaum hatte er mit Richard Strauss’ Lied ›Nichts‹
angesetzt, da zischte sie bereits: »Ach, ein Witzbold?« Zwei Takte weiter dann ein lautes »Stopp!« Und: »Also, wenn da
mein Mann, der berühmte Walter Legge, vorbeigekommen wäre, dann hätte er gesagt, was brüllt denn da für ein Ochse?!«
Doch Gerhaher ließ sich nicht einschüchtern. Selbstbewusst und auch etwas ängstlich habe nun er sie unterbrochen.
»Entschuldigen Sie. Jetzt habe ich zwei Takte gesungen, jetzt lassen Sie mich doch erst einmal zu Ende singen!« Das Eis
war gebrochen. Von nun an habe sie seine Stimme »schön gefunden« und gemeint: »Die Stimme hört sich nach einer
internationalen Karriere an«.
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In diesem Moment muss er, der stets zweifelte, ihr einfach geglaubt haben. Andernfalls hätte er nicht die Kraft gehabt,
die berühmte »Ochsentour« durch die Provinz durchzustehen, die auf die meisten Künstler wartet. Gerhaher ging ans
Würzburger Theater, sang sich dort von der Operette bis zur großen Oper hoch. Etliche Opernpartien, die sein Stimmfach
für ihn bereit hält, hat er gesungen, darunter den Orfeo von Monteverdi, Pelléas von Debussy wie den Wolfram aus Wagners »Tannhäuser«. Verstärkt möchte er sich Verdi zuwenden, weil er »ehrliche« Musik geschrieben habe, und Wagner. Seinen »Abgründen« könne er sich »nicht entziehen«. »Ich, ein Womanizer?«, witzelte er zwar, als er 2014 an der Frankfurter
Oper als Don Giovanni debütierte, den er dann doch als eine in sich zerrissene Persönlichkeit darstellte. »Zweifeln heißt
nicht verzweifeln«, betont er. »Ich könnte die Lieder Schuberts, Schumanns oder Mahler nie so tiefgründig interpretieren,
wenn ich nicht auch diese Facette hätte.«
liederabend 19
Allround-Expertin
Sa 31.01.2015 · 19.00 Uhr
Niobe
Karina Gauvin Niobe, Philippe Jaroussky
Boston Early Music Festival Orchestra
Anfione,
Agostino Steffani »Niobe, regina di Tebe«
Auch wenn Karina Gauvin als Barockexpertin gilt, ist das keineswegs das einzige Spezialgebiet der kanadischen Sopranistin.
Am Anfang der Alte-Musik-Renaissance vor gut 30
Jahren standen die Spezialensembles und Puristen, die sich ausschließlich der Rekonstruktion des »Originalklangs« widmeten.
Seitdem ist viel passiert: Auch große Sinfonieorchester spielen
ihren Bach und Mozart mit wenig Vibrato, viele Musiker wechseln
zwischen modernen und historischen Instrumenten und gehören
Originalklang-Ensembles ebenso an wie Philharmonischen Orchestern.
Auch bei den Sängern ist eine solche Entwicklung zu einem
unkomplizierten Nebeneinander von historischer Aufführungspraxis und modernerem Repertoire zu beobachten. Die kanadische
Sopranistin Karina Gauvin ist hierfür ein Beispiel: Als Händel- und
Vivaldi-Interpretin erfolgreich geworden, pflegt sie auch ihre Liebe zum französischen Repertoire der Romantik und gilt gar als
Expertin für Brittens Orchesterlieder »Les Illuminations« (im Konzerthaus noch in der vergangenen Saison mit Ian Bostridge zu
hören).
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Als Tochter professionell ausgebildeter Sänger, die doch nie
eine große Bühnenkarriere verfolgten, erbte Karina Gauvin deren
Liebe zur Musik und begann als Achtjährige im Kanadischen
Opern-Kinderchor ihre Gesangslaufbahn, die sie inzwischen insbesondere als Konzertsängerin an die renommierten Bühnen der
Welt führt.
Auch in Dortmund wird man sie in einer konzertanten Aufführung erleben, in der sie ihre ausdrucksstarke Stimme der überheblichen Königin Niobe leiht, die an der Seite ihres amtsmüden
Königs Anfione (dargestellt von Countertenor Philippe Jaroussky)
letztlich vor Kummer zu Stein erstarrt. Zuvor jedoch fallen der
Sängerin dieser Partie einige der wohl schönsten Arien und Duette
des barocken Opernrepertoires zu. Ähnlich wie Händel, dessen
Melodienerfindungsreichtum Gauvin bewundert, war Agostino
Steffani ein Meister der Stimmführung, der der Sängerin das gesamte emotionale Spektrum von zartschmelzenden Liebeserklärungen über Wut bis hin zur Erstarrung abverlangt.
konzertante oper 21
Musik von anderen
Planeten und der
aufgehenden Sonne
Do 15.01.2015 · 20.00
Musik für Freaks
David Greilsammer Klavier, präpariertes Klavier
Werke von Scarlatti und Cage
So 01.03.2015 · 18.00 Uhr
Musik für Freaks
Wu Man Pipa
The Journey of Chinese Pipa
Wenn der israelische Pianist David Greilsammer Sonaten von Domenico Scarlatti aus dem 18. Jahrhundert Sonaten des Avantgarde-Klassikers John Cage aus dem 20. Jahrhundert gegenüberstellt, ist das ohne Zweifel »Musik für Freaks«. Auch die
weltweit bekannteste Botschafterin traditioneller chinesischer Musik, Wu Man, findet ihren Platz in der Konzerthaus-Reihe.
Aber natürlich sind
nicht nur die Freaks eingeladen,
sich solchen Ohrenschmaus zu
Gemüte zu führen. Für jeden
mit feinsinnigem Gehör ergeben Scarlatti und Cage, die historisch also gut 200 Jahre voneinander trennen, eine überaus
exquisite Mischung, sozusagen
wie wenn in einem Feinschmeckergericht Vanille und Koriander sich kreuzen und neue Geschmacksknospen sich auftun,
von deren Existenz man vorher
nicht einmal eine Ahnung hatte.
22
Wie jeder gute Koch – oder Compositeur oder Pianist – hat Greilsammer vorher dieses Rezept ausprobiert, obwohl diese besondere Zusammenstellung zu einem Konzertprogramm auch funktioniert: jüngst auf einer gefeierten CD. »Musik von einem anderen
Planeten«, wie er sagt.
Die für ihre Einspielungen vierfach »Grammy«-nominierte Künstlerin Wu Man setzt sich unermüdlich für die mehr als 2000 Jahre
alte Geschichte der chinesischen Musikkultur ein, indem sie ihr
Lauten-ähnliches Instrument, die Pipa, auf der ganzen Welt sowohl in traditionellen als auch zeitgenössischen Werken vorstellt.
Bei zahlreichen Konzerttourneen hat sie hunderte neuer Werke
für die Pipa uraufgeführt. Nun ist sie mit ihrem Programm »Journey of the Pipa« wieder unterwegs und möchte auch in der Reihe »Musik für Freaks« zeigen, welche musikalischen Schätze der
westlichen Welt bisher verborgen geblieben sind. Mit ihrem
Wesen und ihrer Virtuosität hat
Wu Man bereits ein breiteres
Publikum erreicht und kulturelle Grenzen durchbrochen – für
sie, geht aber immer noch mehr.
Honoriert wurde ihr unermüdliches Engagement, als sie 2013
den Award »Musical America’s
Instrumentalist of the Year« erhielt. Das erste Mal, dass dieser prestigeträchtige Preis an
einen Instrumentalisten nichtwestlicher Instrumente ging.
musik für freaks 23
Zündender Sound
Rule Finlandia
Sa 07.02.2015 · 20.00 Uhr
TINDERSTICKS
Genreübergreifende Arbeitstiere
im Dandy-Look
Fr 23.01.2015 · 20.00 Uhr
Meta4 &
Sole Mustonen Oboe, Olli Mustonen Klavier
Meta4: Antti Tikkanen Violine,
Minna Pensola Violine, Atte Kilpeläinen Viola,
Tomas Djupsjöbacka Violoncello
Olli Mustonen
Werke von Mustonen, Haydn und Franck
Zwar leben in Finnland nur etwa fünfeinhalb Millionen Menschen, aber dennoch (oder gerade darum?) ist
die Musikszene höchst lebendig. Dies beweisen nicht nur die vielen Rock- und Pop-Hitparadenexporte,
sondern vor allem die klassischen Künstler wie Meta4 und Olli Mustonen.
Die Story der britischen Band Tindersticks ist bewegt und dauert bereits mehr als zwei Jahrzehnte an: Studioalben, Musik für diverse Filme, Museen, Shows und Installationen, Welttourneen, Auftritte mit großen Orches-
Die Mannen um Stuard A. Staples waren in den vergangenen
Jahren ausgesprochen produktiv und haben eine Menge künstlerischer Projekte realisiert. Beispielsweise brachten sie »Singing
24 pop-abo
Skies« heraus, ein Songbook mit Gemälden, und
starteten die erste offizielle Kollaboration mit
Stuart A. Staples’ Frau, der Malerin Suzanne Osborn, mit Ausstellungen u. a. in Berlin. Darüber
hinaus kreierten sei für das Erster-Weltkrieg-Museum »In Flanders Fields« in Ypres, Belgien, einen
Soundtrack: Eine orchestrale Klanginstallation,
die sie im Oktober 2014 ebenfalls als Album veröffentlichten.
Die Tindersticks sind also genreübergreifende
Arbeitstiere, die jedoch im schicken Dandy-Look
daherkommen, um ihren meist recht dunklen,
vielschichtigen Sound zu präsentieren – very
british.
FOTO: Stefan Bremer
Aber es war zum Glück doch nicht das tatsächliche
Ende: Sie formatierten sich um, fanden ihren Effet zurück und
nahmen und traten wieder auf. Ihr 2012er-Album »The Something Rain« wurde bei Erscheinen als ihr bestes gefeiert. Um eine
Landmarke zu setzen entschieden die Tindersticks daraufhin, direkt wieder ins Studio zu gehen und zehn ihrer Songs zu re-arrangieren und neu einzuspielen – ihr zehntes Studioalbum »Across
six leap years« entstand. Dieses Album ist weniger ein Bestof-Album, denn Ausdruck des Anliegens, Songs, die in den vergangenen zehn Jahren auf die eine oder andere Weise unter die
Räder gekommen waren, mit neuem Klang wiederzubeleben.
FOTO: Christophe Agou
tern, Kooperationen mit vielen anderen Künstlern... Und dann: der Zusammenbruch – das Ende der Band.
Olli Mustonen ist…? Pianist, Komponist, Dirigent?
Auf jeden Fall ist er anders, fantasievoll, abenteuerlustig, überraschend, leidenschaftlich und unvergleichlich talentiert. Diese oder
ähnliche Attribute finden sich in den Rezensionen über Konzerte
oder Einspielungen des 47- jährigen Finnen immer. Eben weil er
in seinem Spiel die Musikliteratur stets sehr selbstbewusst und
bisweilen ungewöhnlich interpretiert. Der Pianist Mustonen spielt
Bach auf dem großen Konzertflügel. Der Komponist Mustonen
bricht Fugen und Präludien von Bach und Schostakowitsch auf
ihre Mathematik herunter und re-arrangiert sie gemeinsam nach
numerischen Regeln zu einem neuen Werk. Eine sehr ungewöhnliche Herangehensweise, aber »einzelne Stücke nur aus rein geschmacklichen Gründen aus den beiden Zyklen herauszunehmen,
wäre unbefriedigend gewesen...«, wie er sagt. Über den Dirigenten Mustonen sagt das »BBC Music Magazine«, dass dieser dem
Pianisten sehr ähnle: »Detail für Detail wird fein und präzise, fast
wie mit Nadelstichen herausgearbeitet... In manchen Passagen
vermitteln seine Klarheit und außergewöhnliche Finesse einen
Eindruck, den man nur als visionär bezeichnen kann.« So schafft
Mustonen den musikalischen Dreisprung spielend, aber eben ein wenig anders.
Ebenfalls nicht gewöhnlich ist Meta 4, das finnische Streichquartett, das aus der Klasse der
Kammermusik-Persönlichkeit Hatto Beyerle hervorgegangen ist. Die vier Streicher Antti Tikkanen, Minna Pensola, Atte Kilpeläinen und Tomas
Djupsjöbacka leben die moderne flirrende Komponistenszene in Finnland aktiv und sind darum
die Spezialisten für zeitgenössische Musik ihrer
Heimat. Häufig entstehen die Werke ihres Repertoires im unmittelbaren Diskurs zwischen Schaffenden und Interpreten. Aber nichtsdestoweniger
beherrschen sie ebenfalls den Kanon der klassischen Literatur für Streichquartett – von Haydn
bis Bartók, dem sie aber nicht auf »Teufel komm
raus« versuchen ihren prägenden Stempel aufzudrücken.
streichquartett 25
W
ohngemeinschaft aufgelöst
Zwölf Jahre lang war die Chorakademie unser Mitbewohner hier im Konzerthaus-Verwaltungsgebäude an der Reinoldistraße. Während sonst bei WG-Castings potentielle Mitbewohner kritisch nach ihren musikalischen Vorlieben und Übeplänen
befragt werden, gab es zwischen Konzerthaus und Chorakademie darüber ebenso wenig Streit wie über Putzpläne oder verschimmeltes Essen im Kühlschrank. Doch irgendwann ist man
ja bekanntlich dem WG-Alter entwachsen und will sein eigenes
Reich. Nachdem beide Institutionen in den vergangenen Jahren
gewachsen sind, suchte die Chorakademie schon seit längerer
Zeit eine geeignete Bleibe in der Innenstadt, um Chorproben-,
Stimmbildungs- und Büroräume zentral zusammen zu führen.
Mit dem Umzug der Handelskammer wurden dann passende
Räumlichkeiten frei, sodass unsere bisherigen Mitbewohner Anfang November schräg gegenüber in der Reinoldistraße ihr neues
Domizil beziehen konnten. Natürlich wird man sich weiter regelmäßig sehen – beispielsweise zu den gemeinsamen »Carmina
Burana« mit Exklusivkünstler Yannick im Juni.
ufstrebende Sterne
Jedes Jahr nominieren die Mitgliedshäuser der European Concert Hall Organisation (ECHO) acht »Rising Stars« – junge Musiker aus ganz Europa, die die Möglichkeit bekommen, in den 21 renommiertesten Sälen Europas aufzutreten. Zum
zweiten Mal machen die Rising Stars nun auch in Dortmund Station. Die Besonderheit hier: Alle acht Solisten und Ensembles sind innerhalb eines einzigen Konzertabends zu erleben! Durch den »Sternstundenmarathon« am 14. März führt in diesem
Jahr der bekannte Fernsehmoderator Malte Arkona. Konzertbesucher der beiden
Konzerte des Gewandhausorchesters Leipzig am 21. und 22. Februar dürfen sich
übrigens auf eine kostenlose CD mit Hörproben der Rising Stars 2014 /15 freuen,
die im September auch dem Klassik-Magazin »Fono Forum« beilag.
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I
n der Saison ist vor der Saison
Ein wenig anders als bei der allumfänglichen Fußballweisheit
»Nach dem Spiel ist vor dem Spiel«, ist im Konzerthaus bereits »In der
Saison vor der Saison«. Alle Bereiche arbeiten mit Hochdruck daran,
die Weichen für die Spielzeit 2015 | 16 zu stellen. Momentan sind die
verschiedenen Abteilungen noch auf unterschiedlichen Strecken unterwegs, die sich aber immer weiter annähern, um schließlich auf dem
Gleis zu münden, das nur ein Ziel kennt: eine wunderbare Spielzeit,
die dem Publikum besondere Highlights und kleine Besonderheiten
bietet. Manche Mitarbeiter scouten derzeit frische Talente für eine
neue Staffel der »Junge Wilde«-Reihe, andere planen Konzerte, die
nächsten kümmern sich um das Saisonbuch sowie das gesamte äußerliche Erscheinungsbild der Konzerthaus-Publikationen und wiederum
andere behalten den Überblick in all dem Gewusel. Es haben also alle
alle Hände voll zu tun, um bis zur Pressekonferenz im April Spielplan
und Nashorn gezähmt zu haben. Eine kleine Sneak-Peak: Nach drei
Jahren wird unser Exklusivkünstler Yannick Nézet-Séguin sich mit
einem dreifachen Feuerwerk verabschieden. Seien Sie gespannt – und
trauen Sie sich!
augenblick 27
Boecker besorgt
Impressum
Liebe Leserinnen und Leser der hörbar,
die erste Konzerthaus-Zeitinsel der Saison Ende Oktober mit drei Prokofiew-Konzerten, Valery Gergiev und seinen St. Petersburger Mariinsky-Ensembles hat für
Zündstoff gesorgt. Dass wir den Zeitzünder so genau eingestellt hatten, ließ sich
bei der Planung Jahre vorher kaum ahnen. Wer hat die Krim-Annexion vorausgesehen, wer wusste, dass Gergiev sich engagiert für die Wiederwahl Putins einsetzen
würde, dass seine politischen Äußerungen zu Protesten gegen ihn als designierten
Münchner Chefdirigenten führen sollten? Schließlich das letzte Werk der Zeitinsel,
Prokofiews Filmmusik zu »Iwan der Schreckliche«, bewirkte Verstörung:
Herausgeber
Ausblick
Konzerthaus Dortmund GmbH
Intendant und Geschäftsführer
Benedikt Stampa, V.i.S.d.P.
Redaktion
Dr. Jan Boecker, Katharina Kierig,
März 04 2014 15
Katrin Philipp
Kent Nagano Ein Münchner in Hamburg
Autoren
Sehr geehrte Redaktion,
als ich bei »Iwan« die Übertitelung las, stockte mir der Atem: »Doch werden wir mit dem heutigen Tage auch von diesen Ländern wieder Besitz ergreifen. Und in diesem Moskowiter Reich werde ich künftig einzig und allein herrschen!« Dies von dem
Putin-Freund Gergiev dirigiert vor dem Hintergrund der Ereignisse in der Ukraine ... »Eine Zumutung«, schrieb die WAZ. Dürfen
solche Werke noch aufgeführt werden?
Ulrike Dickhoff, Dortmund
Dr. Jan Boecker, Judith Jordans,
Jasmin Tabatabai Film? Theater? Konzerthaus-Bühne?
Katharina Kierig, Stefan Krulle,
Jonas Kaufmann Er ist die Welt für viele
Katrin Philipp, Teresa Pieschacón
René Pape I love NY... und Dresden
Raphael, Benedikt Stampa,
Renske Steen, Christoph Vratz
Gestaltung
Kristina Erdmann
Sehr geehrte Frau Dickhoff,
zunächst war es die großartige Musik, die wir Ihnen präsentieren wollten und die in zahlreichen Aufnahmen von respektablen
Dirigenten wie Muti, Rostropovich, Järvi und eben Gergiev eingespielt worden ist. Dann kam also die aktuelle politische Dimension hinzu. Sergej Eisensteins »Iwan der Schreckliche« mit der Musik Prokofiews gilt als Meisterwerk sowjetischer Filmkunst,
ungeachtet seiner Entstehungszeit 1944 und trotz der Implikation Stalins, dessen Identifikationsfigur Zar Iwan IV. war, der deshalb den zweiten Filmteil über die Gräueltaten Iwans verbot. Mit der unerquicklichen Verquickung von Musik und Macht, Kunst
und Politik sprechen Sie eines der schwierigsten und kontrovers diskutierten Themen an. Bewegt sich die Kunst innerhalb der
Doktrin, winken ihrem Schöpfer Staatspreise und Belobigungen, bei Grenzüberschreitung drohen hingegen Aufführungsverbot
und Gulag. Prokofiew und sein jüngerer Komponistenkollege Schostakowitsch haben diesen Balanceakt zwischen Angepasstheit und Avantgarde in ihren Werken immer wieder vollführt. Dass einem Genie mit gestutzten Flügeln unter dem Diktat des
»sozialistischen Realismus« dabei immer noch geniale Musik gelingen konnte, belegen Werke wie Prokofiews Ballett »Romeo
und Julia« oder – sein »Iwan«. Nicht weniger typisch als der frühe, »westlich-dekadente«, ist der Sowjet-Komponist Prokofiew.
Auch diese Seite wollten wir zeigen.
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Das hörbar-Rätsel
Katrin Philipp, T 0231 - 22 696 213
Druck
Hitzegrad Print Medien & Service
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Termin- und Programmänderungen
sowie Druckfehler vorbehalten.
Konzerthaus Dortmund
Brückstraße 21
44135 Dortmund
Im Juni führt Yannick Nézet-Séguin die »Carmina Burana« eines Komponisten auf, der sich »während des Regimes in sehr
konkreten Punkten mehr als notwendig kompromittiert hatte« (Michael H. Kater). Als Präsident der Reichsmusikkammer ließ
sich auch der greise Richard Strauss zunächst vor den Karren der Nazis spannen, um Schlimmeres zu vermeiden, wie er später
sagte. Müssen nun strenggenommen Werke von Orff und Strauss, um nur zwei Beispiele zu nennen, unter besondere Beobachtung gestellt werden? Valery Gergiev ist die Brisanz des »Iwan« offenbar bewusst geworden. In seiner Ansprache nach
dem Konzert hat er ein weiteres Beispiel angeführt und auf Wagner, dessen Missbrauch im Dritten Reich und seine romantische
Oper »Lohengrin« verwiesen. Einigermaßen absurd: Hier wird, 1850, von einem neuen Heilsbringer gesprochen. »Seht da den
Herzog von Brabant! Zum Führer sei er euch ernannt!« ...
T 0231 - 22 696 0
F 0231 - 22 696 222
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www.konzerthaus-dortmund.de
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Tickethotline
T 0231 - 22 696 200
Bis zum nächsten anregenden Gedankenaustausch grüßt Sie herzlich
Ihr Jan Boecker
Kontakt
Per Post an: Konzerthaus Dortmund, Stichwort: Leserbrief, Brückstraße 21, 44 135 Dortmund · Per Fax an: 0231- 22 696 155
Per E-Mail an: info@konzerthaus-dortmund.de, Betreff: Leserbrief · Über unser Kontaktformular auf: www.konzerthaus-dortmund.de
Wenn Sie wollen, dass Ihre Zuschrift in der hörbar abgedruckt wird, geben Sie uns bitte schriftlich Ihr Einverständnis zur Veröffentlichung.
Wir behalten uns zudem vor, Leserbriefe gekürzt zu veröffentlichen.
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FOTO: Felix Broede, Alfonso Batalla
Lauter Fragen, Zweifel und keine Antworten. Eine Musik im luftleeren politischen Raum gibt es nicht, leider. Die Zumutungen
müssen bleiben.
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Dortmund
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Der gesuchte Künstler wurde 1980 schlagartig durch einen Wettbewerbspreis, den er nicht gewann, weltberühmt: Beim »Internationalen Chopin Wettbewerb« schied er verfrüht aus. Die Pianistenlegende Martha Argerich nannte ihn ein Genie und verließ unter Protest die Jury, was ihm wohl
zu größerer Bekanntheit verhalf, als ein Sieg es jemals vermocht hätte. Mit einem Ersatzkonzert für
das ausgefallene Konzert des Pianisten Yundi Li, gab der gesuchte Musiker bereits im Jahre 2007
sein Debüt im KONZERTHAUS DORTMUND. Seitdem ist er unser regelmäßiger Gast.
Wenn Sie die Lösung wissen, schicken Sie sie uns auf einer Postkarte mit dem Stichwort »hörbar-Rätsel« an: KONZERTHAUS DORTMUND, Judith Jordans, Brückstraße 21, 44135 Dortmund oder per Fax an: 0231- 22 696 159 oder per E-Mail an: judith.jordans@
konzerthaus-dortmund.de
Einsendeschluss ist der 20.02.2015. Unter den richtigen Einsendungen verlosen wir fünf CDs der erst am 16. Januar erscheinenden Aufnahme des Boston Early Music Festival Orchestra von »Niobe, regina di Tebe« mit Philippe Jaroussky und Karina Gauvin in
den Hauptrollen. Viel Glück! Die Lösung des letzten hörbar-Rätsels: Klaus Hoffmann
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Persönlich
Ticketing+ Abonnementberatung,
Ludwigstraße / Ecke
Reinoldistraße,
44135 Dortmund
Öffnungszeiten
Montag bis Freitag
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Per Telefon
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KONZERTHAUS DORTMUND,
Vertrieb, Brückstraße 21
44135 Dortmund
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2. Balkon
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1. Balkon links
Zahlungsarten
Barzahlung und per Kreditkarte
(MasterCard, American Express
und VISA). Bei Bestellungen bis
spätestens zehn Werktage vor
der jeweiligen Veranstaltung ist
auch eine Zahlung per Lastschrift
möglich. Bitte Postlaufzeiten berücksichtigen.
gen Veranstaltung. Die Hörplätze werden an der Abendkasse
ausschließlich nach Verfügbarkeit ausgegeben. Anspruch auf
Bereitstellung der Hörplätze besteht nicht, eine Reservierung
dieser Plätze ist nicht möglich.
Je Interessent wird nur eine Karte ausgegeben.
Internet
Ticketshop auf
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Service für Rollstuhlfahrer
Bitte buchen Sie frühzeitig, damit
wir Ihre gewünschten Plätze und
unseren Extra-Service garantieren können. Falls Sie keine Begleitperson mitbringen, stellen
wir Ihnen kostenfrei einen Servicemitarbeiter zur Verfügung.
Abendkasse
Die Abendkasse im Foyer des
KONZERTHAUS DORTMUND
öffnet 90 Minuten vor der jeweili-
Genuss
feinster Handarbeit
Preiskategorie 1
Preiskategorie 2
Preiskategorie 3
Preiskategorie 4
Preiskategorie 5
Preiskategorie 6
Preiskategorie 7 *
Rollstuhlplätze
Keine volle Podiumssicht
* Hörplätze sind 90 Minuten vor
Beginn der Veranstaltung erhältlich
(Sonderregelungen vorbehalten)
Nutzer von Hörhilfen
Für Nutzer von Hörhilfen gibt es
auf den meisten Plätzen eine Induktionsschleife. Bei der Platzwahl berät Sie unser Ticketing.
AGB
Die allgemeinen Geschäftsbedingungen des KONZERTHAUS
DORTMUND können im Ticketing des Konzerthauses, im Internet und in der Saisonbroschüre
eingesehen werden.
Preiskategorien
Alle Saalpläne finden Sie unter
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die Botschafter Des KONZERTHAUS DORTMUND
Prof. Dr. Lutz Aderhold · Apano Investments · audalis Kohler Punge & Partner · BAKER TILLY ROELFS AG
Guido Baranowski · Dr. Andreas Bellmunt · Lilo und Frank Bünte · Busche Verlagsgruppe · Commerzbank
Dortmund · Prof. Dr. Stefan Dieterle · Susanne und Udo Dolezych · ELMOS Semiconductor AG · Christa
und Heinrich Frommknecht · Hitzegrad Print Medien & Service GmbH · Martina und Hans Jörg Hübner
HUSEMANN EICkHOFF SALMEN & PARTNER GBR · Dr. Carsten Jaeger · Ulrich Jordan · Hans-Jörg Karthaus
Annette und Dr. Uwe Kiszka · Dr. Wolfram Kiwit · Dr. Martin Kleine · BRENNEREI LIKÖRFABRIK & SCHOKOLATERIE KRÄMER · Traudel Kroh · Dr. Alice L. und Dr. Jochen Kühner · Verlag Lensing-Wolff · Dr. Eva und
Dr. Rainer Löb · Maiwald Klavier & Flügel Galerie · Brigitte und Dr. Hans Messerschmidt · Jutta und HansHugo Miebach · MVZ Prof. Dr. Uhlenbrock & Partner · Margarete und Axel Nill · Pantel + Einhaus Steuerberater · Prof. Dr. Tido Park · PARK Wirtschaftsstrafrecht. · POCO Einrichtungsmärkte · Ines PohlmannFeuerhake-Fund und Peter Pohlmann · Beatrix Polchau · Inge Polchau · Prevent.On GmbH · Rotkäppchen
Peter Jülich GmbH & Co. KG · Dr. Marie-Theres Schnarrenberger-Weitkamp · Dr. Wolfgang Schröder
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Spielmann · Marie Elise und Dr. Hans Stetter · Technologie Zentrum Dortmund · Marijke und Sybe Visser
Heidrun und Dr. Hans v. Dewall · ASTRID UND ALEXANDER VON SCHWEINITZ · Axel Vosschulte · Peter Wiegmann
Danke für: So klingt nur Dortmund.
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Musik ist wie ein Puzzle aus Tönen: Viele Elemente fügen sich zusammen zur Erfolgsmelodie
des KONZERTHAUS DORTMUND. Unterstützen auch Sie hochkarätige Konzerte und profitieren
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Infos: T 0231- 22 696 261· www.konzerthaus-dortmund.de
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