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05 2014
report
AK TION FÜR
VERFOLGTE CHRISTEN
UND NOTLEIDENDE
AVC
NR.
IRAK Reden ist Silber, Schweigen ist Mord
PHILIPPINEN Er kam, sah und handelte
MAROKKO Unerbittliche Stimme
MADAGASKAR Wo Wege enden
klareewtoartteen. .
stark
Helfen Sie den Opfern im Irak! Filmclip auf der Website
Spenden I online: ww.avc-de.org I mit Zahlschein
oder 9 EUR pro SMS an Nr. 81190, eingeben: GIB9 NCH
2
AVC REPO RT
VERFOLGUNG
Inhalt
Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser,
2
Editorial
3
Demo für Christen im Irak
Reden ist Silber, Schweigen ist Mord
4
Ukraine
Von Schmerz zerrissen
5
Vietnam
Jesus ist ein H‘re
6
Philippinen
Er kam, sah und handelte
8
Laos
Weisst du, wo Jesus wohnt?
9
Marokko
Unerbittliche Stimme
10 Tansania
Schwarzes Gold
11 Madagaskar
Wo Wege enden
12 Costa Rica
Unspektakulär effizient
13 Gebetstag für verfolgte Christen
Wir schweigen nicht
14 AVC Porträt
Impressum
15 AVC
Events für Sie
16 Irak
Gesichter der Verfolgung
Titelbild Von AVC
initiierte Demonstration
am 22. August 2014
in Frankfurt
in dieser Ausgabe des AVCreports bewegen uns zwei
Themenbereiche ganz besonders.
An neuen Brennpunkten sind neben anderen besonders Christen massiv in Bedrängnis geraten. In der
Ukraine durch die Separatisten; im Irak durch die
mordenden Truppen der IS. Für uns als AVC Herausforderung zum Handeln (S. 3–4 und 16).
Zudem geben wir Ihnen Einblick in das Leben einiger
unserer einheimischen Mitarbeiter und Partner. Sie
sind Menschen wie Sie und ich. Viele von ihnen haben
eine dramatische Vergangenheit hinter sich. In der
Gegenwart sind sie konfrontiert mit existenziellen
Alltagssorgen und Herausforderungen wie Verfolgung,
Armut, Naturkatastrophen ... Diese Leute sind oft
unscheinbar, haben keinen großen Bekanntheitsgrad,
leisten aber Großartiges.
Wir sind gleichzeitig stolz und dankbar, ein weltweites
Netz solcher Menschen zu haben wie Thien in Vietnam,
Havika und seine Freunde in Laos, El Bachir in Marokko, Mama Elly in Tansania und Pastor Edmond Randriamanana auf Madagaskar. Gegenüber ausländischen
Mitarbeitern haben einheimische viele Vorzüge: Sie
kennen Sprache, Kultur und Mentalität ihres Landes,
finden leichter Zugang und können so, den örtlichen
Verhältnissen angepasst, sehr effizient arbeiten.
Fließt noch ein Quäntchen westlicher Mentalität,
kommt eine starke Initiativkraft dazu, die Projekte ins
Leben ruft und voranbringt, wie zum Beispiel auf den
Philippinen oder Costa Rica.
Alle diese Mitarbeiter und Hunderte darüber hinaus
sind dankbar für Ihre Gebete und finanzielle Unterstützung. Zusammen können wir viel bewirken.
Herzlich
Johannes Dappen, AVC-Mitarbeiter
AVCREPORT
DEMO FÜR CHRISTEN IM IRAK
3
r
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i
S
t
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d
Re eigen ist Mord
Schw
»Wir haben damals geschwiegen;
heute wollen wir aufschreien,
damit sich das Unheil nicht weiter
entwickelt. Der Irak und Syrien
gleichen derzeit einer Hölle.«
Johannes Dappen
Mitarbeiter AVC
Dieser Satz von Volker Baumann macht deutlich, warum
AVC in Frankfurt eine Demonstration durchgeführt hat.
nach Frankfurt hatte. Doch dann dachte er daran,
dass manche verfolgte Christen ebenfalls gebrochene
Knochen und extreme Schmerzen haben – mit dem
Unterschied, dass sie ohne medizinische Versorgung
auskommen müssen. »Für mich war klar: Auch mit
Schmerzen werde ich fahren und für unsere verfolgten
Brüder und Schwestern beten und demonstrieren. Am
folgenden Tag waren meine Schmerzen weg!«
Einer der bewegendsten Momente war, als wir auf der
Straße niederknieten, um zu beten. Denn Gebet verbindet. Und im Gebet steckt Macht.
Massenmord an Christen
In den letzten 100 Jahren hat es allein im Irak fünf
große Massaker an Christen gegeben, das letzte ist
gerade einmal vier Jahre her. Die Welt hat kaum eine
Reaktion gezeigt. Ist das Drama, das sich nun in Mosul abspielte, eine Konsequenz des Schweigens?
»Wo sind die
Kirchen, die
Gemeinden,
die Christen?
Sind das hier
alle, die durch
Seit am 9. Juni 2014 in Mosul das »Islamische
das Elend beKalifat« ausgerufen wurde, überstürzen sich die Er- wegt sind?«
eignisse. Christen und andere Minderheiten werden
vor die Wahl gestellt: zum Islam konvertieren,
eine horrende Kopfsteuer zahlen oder getötet
werden. Da schon im Vorfeld Massaker verübt
worden waren, sind allein aus Mosul zwischen
25 000 – 50 000 Menschen in panischer Furcht
geflohen; weit über Hunderttausend aus anderen Gebieten des Nordirak. An Straßensperren
wurden sie der wenigen Habseligkeiten, die sie
mitnehmen konnten, beraubt. Kinder wurden
getötet, Frauen vergewaltigt, Männer erhängt.
Und das Morden geht weiter.
Unterwegs aufgeschnappt
Was eine Demonstration für die Betroffenen bedeutet, soll ein Beispiel
verdeutlichen. Ein Teilnehmmer,
selbst einmal wegen seines Glaubens inhaftiert und gefoltert, sagte
tränenüberströmt: »Ich werde euer
Bekenntnis zu uns und zu Jesus allen
zu Hause erzählen. Das gibt uns Mut,
durchzuhalten.« 
Stimme erheben für die Verfolgten
Frankfurt am Main, 22. August 2014. Rund
400 Teilnehmer, darunter über 100 Chaldäer,
Assyrer und Aramäer, versammeln sich zu
einer Demonstration, um gegen diesen Genozid zu protestieren.
Es herrscht eine sehr offene Atmosphäre, mit
Passanten können anregende Gespräche geführt
werden. Einer fragt: »Wo sind die Kirchen, die
Gemeinden, die Christen? Sind das hier alle, die
durch das Elend bewegt sind?« Eine gute Frage!
Ein Teilnehmer schrieb uns, dass man ihm geraten
hätte zu Hause zu bleiben, weil er sich bei einem
Sturz eine Rippe gebrochen und drei Stunden Fahrt
Dem Tod
(vorerst)
entronnen
Christen auf
der Flucht
t, weisen wir auf den
Weil Gebet Wirkung ha
für verfolgte Christen«
»Weltweiten Gebetstag
e
d auf unsere Gebetskett
am 9. November 2014 un
.
hin
Verfolgten
»2016for2016« für die
s und nähere Infos bei
ial
ter
Ma
s
Bestellung de
492 47.
.org I Tel. +49 (0)6043 98
Erika Gitt I e.gitt@avc-de
Kurzer Irak-Filmclip
auf der Website
4
AVC REPO RT
UKRAINE
Von Schmerz zerrissen
Tod, Zerstörung, Flucht und Vertreibung – unermessliches Leid ist über die Menschen
in der Ukraine gekommen. Christen sehen sich auf die Abschussliste gesetzt.
bietet. Die Hälfte der Häuser und die gesamte Infrastruktur sind zertrümmert, Leichen und Körperteile verwesen
auf den Straßen. Der furchtbare Krieg trennt und macht
die Menschen zu Feinden. Angst und Panik beherrschen
die Stadt. Der Sohn eines Pastors postet auf Facebook,
er bete für die Ukraine. Am nächsten Tag stehen bewaffnete Männer vor der Tür und drohen, ihm und der ganzen
Familie die Kehle durchzuschneiden, sollte er nochmals
Ähnliches veröffentlichen.
Pawel Sturz
Leiter AVC Deutschland
AVC hat zahlreiche Gemeinden in der Ukraine gegründet und noch mehr finanziell und mit Hilfsgütern
unterstützt. Unsere Freunde beschreiben in dramatischen Worten die verzweifelte Situation in ihrem Land.
Hiobsbotschaften in Serie
Pastor Igor*, ein Freund aus Mariupol, schildert in seinem Brief die traurigen und entsetzlichen Ereignisse in
der Ukraine – sein Herz schier zerrissen vor Schmerz.
Vor kurzem wurde sein Freund, ein Arzt und Regionalpastor einfach erschossen. Seiner Familie helfen wir
als AVC finanziell.
Wenig später erfährt Igor, dass vier seiner Bekannten,
junge Diakone einer Pfingstgemeinde, von den Separatisten entführt, gefoltert und ermordet wurden. Zwei von
ihnen, die Söhne des Pastors der Gemeinde in Slavjansk.
Weitere Christen wurden ermordet. Die Separatisten
haben sich die Säuberung der Ostukraine von allen
nicht-orthodoxen christlichen Gemeinschaften auf die
Fahnen geschrieben. Dies aus der Vorstellung heraus,
dass Evangelikale und Andersdenkende eng mit dem
Westen verbunden und von dort gesteuert werden.
Unsere Pastoren und die Mehrzahl der Gemeindemitglieder aus Lugansk sind vor den Kämpfen geflohen und
haben alles zurücklassen müssen. Lediglich 15 sind im
Gemeindehaus in Lugansk geblieben und leben dort.
Dieses ist auf fantastische Weise zu einer Anlaufstelle
für die Bevölkerung geworden. Denn während es in der
Stadt keinen Strom und kein Wasser gibt, kann diese
Gemeinde ihr Wasser – unabhängig von der städtischen
Wasserversorgung – aus einer Quelle beziehen und
an die Bevölkerung austeilen. Wasser zum Leben, das
diese Gemeinde jetzt in einem doppelten Sinn weitergibt.
Was in der Ukraine vor sich geht, ist exemplarisch für
Krieg, Mord, Zerstörung, Terror. Allzu leicht gewöhnen
wir uns an solche Bilder und Nachrichten. Sie berühren
uns kaum (mehr) – solange wir nicht selbst betroffen
sind. Doch wo Menschen leiden, sind wir betroffen,
können wir nicht wegsehen. Bitte beten
Sie für das Land und helfen Sie mit, die
Kaum etwas gefasst erfährt Igor, dass ein Freund, der Wasser
geflüchteten Familien zu unterstützen. 
ihn besuchen wollte, in dem abgeschossenen malay- zum Leben
gibt diese *Name zur Sicherheitgeändert
sischen Flugzeug saß.
Leben von Angst durchfurcht
Viktor*, Pastor einer der von AVC gegründeten Gemeinden in Lugansk, schildert, dass die Stadt ein grausames
Bild der Zerstörung, der Brutalität und des Mordens
Gemeinde
jetzt in
einem
doppelten
Sinn weiter.
AVCREPORT
VIETNAM
Daniel Hofer
Leiter AVC Schweiz
Er war 17, als er sich durch Selbstmord den Problemen entziehen
wollte, die ihn und seine Familie zu ersticken drohten, doch er hatte
keine Ahnung, wie er ihn bewerkstelligen könnte.
Bibel wendet Selbstmord ab
Auf der Suche nach inspirativen Ideen irrt Thien* ziellos durch die Gegend, steht plötzlich vor einer neu erbauten Kirche. »Meine Verzweiflung trieb mich hinein. Drinnen gab mir jemand ein Neues Testament. Zuhause verschlang ich es – und übergab Jesus mein Leben.«
Selbstmord ist für Thien kein Thema mehr – umso mehr der Besuch
jener Kirche. »Ich wurde Gemeindemitglied und sagte Gott, er könne
mit mir machen, was er wolle. Er tat es und half mir, meine gesamte
Familie, Vater, Mutter, Brüder, Schwestern und weitere Verwandte zu
Jesus zu führen – ungefähr 50 Leute.«
Nicht General, aber …
Thien wird Pastor, später Regionalleiter und einer der Leiter der Vietnam Evangelical Fellowship. »Gott benützt mich heute als eine Art
Brücke, um die Denominationen in Vietnam zu verbinden. Aktuell sind
es 43, mit insgesamt 2000 Gemeinden und rund 250 000 Mitgliedern.
Zum Traumberuf meiner Jugend habe ich es nicht geschafft, doch in
gewisser Weise zu etwas Ähnlichem.«
Dringend gesucht: Bibeln für Vietnam
»Die Bibel hat mein Leben, das meiner Familie und
Verwandten radikal verändert. Ich erwarte, dass Gott
durch sein Wort mein ganzes Land verändern wird.
Der erste Missionar kam 1911 nach Vietnam und heute,
mehr als 100 Jahre danach, gibt es hier nur zwei Millionen Christen. Unsere Vision ist eine Verdoppelung in
den nächsten zehn Jahren und eine christliche Gemeinde in jedem der 54 Volkstämme, in jedem Dorf, in jeder
Stadt. Dazu brauchen wir dringend Bibelübersetzungen
für die verschiedenen Stammessprachen, um das Herz
dieser Menschen erreichen zu können. Unsere Übersetzungsteams sind fieberhaft an der Arbeit.«
Jesus ist nicht Amerikaner
Thien berichtet, ein Ordnungshüter
»Sie haben
hätte einer älteren Dame vom H´remich angeStamm, die Christin geworden war,
logen! Jesus
weismachen wollen, das Christenist kein
tum sei eine amerikanische Religion. Amerikaner,
Und dass sie als Vietnamesin nicht
sondern
den Amerikanern hinterherlaufen
vom Stamm
solle! Kurz darauf habe ihr Pastor im
der H´re.«
Gottesdienst aus einem soeben fertiggestellten Neuen Testament in der
H’re-Sprache vorgelesen. Die ältere Dame sei anschließend schnurstracks zum Polizeiposten gelaufen und habe
dem verdutzten Polizisten deutlich gemacht: »Sie haben
mich angelogen! Jesus ist kein Amerikaner, sondern vom
Stamm der H´re. Wie sonst könnte er unsere Sprache
verstehen und sprechen?«
Wie Sie sehen, lohnt sich die Investition in Bibeln in
den Stammessprachen. Und Ihre Unterstützung. 
* Name zur Sicherheit geändert
5
In die Wirren des
Vietnamkriegs
hineingeboren,
steht für den
Heranwachsenden
der Entschluss fest:
Ich werde General!
Er wurde Leiter über
Tausende – unter ihnen
eine alte Dame – aber
anders, als er es sich
vorgestellt hatte.
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J ist ein H
AVC engagiert
sich in Vietnam
 Church Empowerment Programs:
Dreitägige Seminare
für Leiter aus allen
Denominationen
zwecks Motivation
zum Gemeindebau
und Förderung
der Einheit.
 Literaturdruck und
Verteilung: 10 000
NT in vietnamesisch,
2000 Hmong-Bibeln
 Unterstützung
einer »Mobilen
Bibelschule«
6
AVC REPO RT
PHILIPPINEN
Sehen, betroffen sein
und handeln: Das ist
für ihn Lebensstil.
Carsten Austs Antrieb
ist sein Riesenherz für
verachtete und vernachlässigte Randgruppen
der Gesellschaft.
Er kam, sah
und handelte
Andreas Rossel
Public Relations I Multimedia
»Man kann doch nicht Kinder hungern sehen und verschwinden, als wenn nichts wäre!« Carsten Aust zeigt
uns beim Besuch einer Schule auf Bantayan Klassenräume, die der AVC-Projektleiter zusammen mit Teams
im Rahmen der Katastrophen- und anschließenden
Aufbauhilfe neu errichtet hatte.
Momentaufnahme
Uns fällt ein Junge auf, mit dürren Armen, hervorquellendem Bauch, traurigen Augen, einen Kopf kleiner
als die Klassenkameraden. Auf Nachfrage erklärt
der Schulleiter,
es gäbe noch
zwanzig weitere
Schüler in ähnlichem Zustand.
Insgesamt 80
weisen starke
Mangelerscheinungen auf. Schon
der vierte Antrag
ans Sozialamt um
NahrungsmittelJunge in
hilfe sei wegen angeblicher Formfehler zurückgrün Einen
gewiesen worden. Der Verdacht liegt nahe, dass
Kopf kleiner
aufgrund von das bereitliegende Budget in die Taschen einiger
ansonsten untätiger Beamter versickert. Der größMangelernährung
te Budgetposten der philippinischen Regierung ist
der für den öffentlichen Dienst – sprich Durchfütterung eines unüberschaubaren Beamtenheeres –, der
kleinste für die Schulbildung.
»Ab morgen kriegen die betroffenen Kids für die
nächsten zwei Monate jeden Tag eine Mahlzeit!« Carsten ist entschlossen. »Ist Geld vorhanden?«, werfe ich
ein. »Nein!«
Reguläre Hilfsprojekte
Das Herz von Carsten und seiner philippinischen Frau Mercy schlägt besonders für Benachteiligte, Chancenlose,
Verachtete. Entsprechend finden wir hier
verschiedene Einrichtungen für sie vor:
 Eine Kindertagesstätte in einem der zahlreichen Slums von
Manila.
 Ein Heim für von Mangel und Krankheit gezeichnete Kinder aus den
Slums, die dem sicheren
Tod entrissen, aufgepäppelt und an gesunde
Familien
weitervermittelt
werden.
 Eine Schule im Dorf eines verachteten Stammes von Ureinwohnern in den Bergen im Norden der Philippinen.
AVCREPORT
MADAGASKAR
PHILIPPINEN
Sturmsichere
Häuser Vorfabrikation in
der improvisierten Fabrikhalle
und Aufbau auf
den Inseln
Irregulärer Wirbelsturm
November 2013. Der verheerendste Wirbelsturm, der
je die Philippinen getroffen hat, fegt über zahlreiche
Inseln hinweg, hinterlässt Tod und Verwüstung. Carsten
schmeisst seine Pläne über den Haufen, handelt kurz
entschlossen. Nur Tage danach ist er vor Ort, organisiert
erste Hilfslieferungen und zieht samt Familie ins Katastrophengebiet um. Nach der ersten Phase der Nothilfe
werden die Inselbewohner mit Baumaterialien versorgt. In der eigens dafür improvisierten Fabrik werden
Bauelemente vorgefertigt, auf die Inseln transportiert
und unter Mithilfe der betroffenen Familien aufgebaut.
Von der Momentaufnahme zur Tat
Zurück zur Momentaufnahme. Am Morgen nach dem
Schulbesuch dampfen die Kochtöpfe in Carstens Haus;
25 Portionen für die am schlimmsten betroffenen Kids
werden abgepackt und zur Schule gefahren. Im neu
aufgebauten Schulzimmer machen sie sich über das
Menü her: Reis, Hühnchen und Karotten. Manche der
Kids scheinen vitaminhaltige Beilagen wie Gemüse
und proteinhaltiges Fleisch nicht gewohnt zu sein,
lassen diese (noch) im Teller liegen.
Junge in
grün (Bild S. 6),
diesmal in blau
Erste dringend
benötigte
Kalorien- und
Vitaminzufuhr
In den kommenden Tagen wird auf dem Schulareal
kurzerhand eine kleine Küche gebaut, um alle 80 Kinder
versorgen zu können. Eltern werden ins Projekt eingespannt. Carsten legt Wert darauf, keinen »Vollservice« zu
bieten, sondern Betroffene in die Mitarbeit einzubeziehen.
Ich überlege: Wie wäre es, eine Aktion zu starten,
um die nötigen Finanzen für die Speisung der Kleinen
zusammenzubringen? 
Lesen und handeln
Für 10 EUR erhält ein unterernährtes Kind
einen Monat lang jeden Schultag eine Mahlzeit.
Sind Sie dabei? Helfen Sie mit.
7
8
AVC REPO RT
LAOS
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wo Jesu
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Nachdem der Mann den Bus bestiegen hatte, begann er sofort, alle Passagiere nach dem Wohnort von Jesus zu befragen. Eine Antwort blieb aus.
A. Hoch/A. Rossel
Redaktion AVCreport
AVC engagiert sich in Laos
 Church Empowerment Programs: Dreitägige Seminare für
Leiter aus allen Denominationen
zwecks Motivation zum Gemeindebau und Förderung der Einheit.
 Druck und Verteilung von
Literatur: 3 000 NT’s in Minderheitensprachen
 Unterstützung der »Harvest
Center« zur Ausbildung
in Landwirtschaft
 Unterstützung der Primarschule einer Minderheit
 Unterstützung von Gefangenen und deren Familien
Spitzel der Regierung?
Keoki ist Evangelist, wüsste die
Antwort, aber schweigt. Was,
wenn der aufdringliche neue
Laos ist Thema am weltweiten
Passagier ein Spitzel der komGebetstag für verfolgte Christen
munistischen Regierung ist?
Tieropfer für Dämonen
Nach einer Stunde erreicht der
»Zunehmend wurden Familienangehörige krank. Was
Bus die Endstation; die Pasblieb anderes übrig, als meine Tiere zu opfern, um die
sagiere zerstreuen sich, auch
erzürnten Geister zu besänftigen?« Worauf einer der
Keoki geht nach Hause. Am nächsten Morgen auf dem
Arbeiter, ein Christ, seinen Mut zusammenraffte und
Marktplatz ist er nicht wenig überrascht: Havika steht
sein Glaubensbekenntnis abgab: »Tieropfer helfen da
noch immer da, wartet auf den Bus und erklärt dem
gar nichts! Aber die Bibel macht klar, dass Jesus Autoriverdutzten Evangelisten, er werde Jesus jetzt in der
tät über die Mächte der Finsternis hat und imstande ist,
nächsten Stadt suchen. Keoki begreift: Dieser Mann
deine Familie vor dämonischen Attacken zu schützen!«
ist kein Spitzel, der meint es mit seiner Suche ernst!
Er nimmt ihn mit nach Hause und erklärt ihm die
Zwei Jahre später: Nachdem die Armutsfalle für Havika
gute Nachricht von Jesus. Havika ist tief berührt und
und seine Familie definitiv zugeschnappt ist, erinnert er
braucht keine zweite Einladung, eine Beziehung mit
sich an die Aussage jenes Christen. »Wenn
Jesus einzugehen. Unserem AVC-Partner in Laos
der recht hat, brauche ich dringend die... und wieder bleibt noch, ihn einige Tage lang zu unterrichten
sen Jesus!« Früh morgens macht sich der
und dann zu taufen.
liegt er den
Verzweifelte zusammen mit Freunden aus
Leuten um
dem Dorf Kengsai auf zur Hauptstraße, um
Feuer fangen und durchs Feuer gehen
sich herum in Havika fängt Feuer, geht nach Hause, und wieder
den Bus zu erwischen. Denn er erinnert sich,
gehört zu haben, Jesus würde irgendwo am den Ohren.
liegt er den Leuten um sich herum in den OhHighway 9 leben. Ihn wollen sie jetzt suchen. Diesmal nicht ren. Diesmal nicht mit Fragen, sondern mit der
mit Fragen,
Doch der Bus kommt nicht. Ein Freund
Antwort. Viele seiner Freunde finden zu Jesus,
nach dem anderen gibt auf, kehrt ins Dorf sondern mit
was den Spitzeln der Regierung nicht verborgen
zurück. Nur Havika bleibt, wartet unver- der Antwort.
bleibt. Polizisten tauchen auf, verhaften Havika
drossen. Endlich, abends um sechs, ist
und ein paar seiner Freunde, kerkern sie ein und
der Bus da. Der Mann steigt ein und belästigt sogleich
verweigern ihnen sieben Tage jede Nahrung. Doch
die Passagiere mit seiner Umfrage nach der Residenz
die Misshandlungen und Drohungen sind ohne Erfolg.
von Jesus. Keiner kann ihm Auskunft geben, und einer
Havika und seine Freunde bleiben standhaft. 
will nicht – Keoki*.
Mittagspause. Die Waldarbeiter kauen ihren Reis und
bejammern trübsinnig ihr Elend. Havika*, Angehöriger
des Stammes der Bru, zum Beispiel hatte fast den
ganzen Viehbestand verloren. Warum das?
* Name zur Sicherheit geändert
AVCREPORT
MAROKKO
Stimme
El Bachir rackert sich ab.
Betet fünf Mal am Tag.
Und fünf Mal am Tag ist er
irritiert durch eine Stimme:
»Das ist nicht der richtige Weg!«
El Bachir*
Name zur Sicherheit geändert
Mein Zuhause ist Marokko. Ich bin jetzt 42 Jahre alt,
verheiratet und habe zwei Kinder. Nach dem Studium
zum Computerprogrammierer habe ich im Fernstudium den Master in Theologie gemacht.
Von einer Stimme gedrängt
Erzogen im Islam stieß ich wie ans Ende einer Sackgasse und spürte: »Ich bin leer! In meinem Leben fehlt
Gott!« Also strengte ich mich noch mehr an, bemühte
mich, gute Werke zu tun. Noch verbissener verrichtete
ich meine fünf Gebete am Tag – in der Moschee oder
zu Hause – doch zunehmend verunsichert durch eine
Stimme in mir: »Das ist nicht der richtige Weg.« Einen
Monat hielt ich das durch – dann gab ich das Beten auf.
Später machte ich eine Entdeckung: Mein Bruder besitzt
eine Bibel! Die schnappte ich mir, fing bei Genesis an und
stieß auf das Matthäus-Evangelium. Und schon beim ersten Kapitel war sie wieder da – die Stimme – doch mit veränderter Botschaft: »Das ist der Weg!« An
»Ich bin leer! diesem Tag ackerte ich durch das Evangelium hindurch und hörte pro Kapitel
In meinem
mindestens einmal: »Das ist der Weg!« Ich
Leben fehlt
entschied
mich, Jesus zu folgen. Das war
Gott! Also
1991.
strengte ich
mich noch
mehr an ...«
Von Angst bedrängt
Vier Jahre später begann ich, Hausgemeinden zu gründen. Bis 2010 wuchs die
Zahl der Christen auf über 350 in 28 Hauskirchen. Dann
brach Verfolgung aus und mit ihr die Angst. Mitarbeiter gingen auf Distanz, und die »Schafe« folgten ihrem
Beispiel. An dem Punkt, als noch 20 Leute und kaum
Mut verblieben waren, sagte uns Samuel Saltzmann
die weitere Unterstützung durch AVC zu. Eine gewaltige
Ermutigung, durchzuhalten.
Farbenpracht
Gebetsraum
in Marokko
Von Gebet angetrieben
Christ sein im islamischen Umfeld bedeutet Kampf.
Das Gebet ist die wichtigste Basis unserer Arbeit. 2004
eröffneten wir in einem gemieteten Appartement ein
Gebets-»Haus«. Und im März 2013 wurde unser Traum
wahr und wir konnten dank der Unterstützung von AVC
unser eigenes Gebetshaus einweihen!
Aktiv in Marokko
Heute führen wir in unserem Zentrum regelmäßig Gebetsnächte, ein 48-Stunden-Gebet und weitere Veranstaltungen durch. Wir schulen Leute mit dem Potenzial,
Schlüsselpositionen einzunehmen, ihr Umfeld zu
erreichen und Gemeinden zu gründen. In Marokko und
ganz Nordafrika, denn die jungen Leute kommen aus
Libyen, Algerien, Tunesien und Mauretanien. Mit Handarbeitskursen begegnen wir muslimischen Frauen, mit
Seelsorge-Seminaren Ehepaaren. Das Publizieren von
Lehrmaterial und Kinderarbeit, vor allem mit Kindern
armer muslimischer Eltern, sind weitere wichtige
Aufgaben unserer Gemeinde.
Unsere Welt, besonders die arabische, wird derzeit
massiv erschüttert. Wir danken AVC und euch Freunden und Spendern für die ermutigenden Impulse und
die finanzielle Unterstützung. 
9
10
AVC REPO RT
TANSANIA
sinnvolle Arbeit, die schöne Umgebung und das gute Arbeitsklima im
Waisenhaus. Doch die Umstellung
war äußerst herausfordernd. Kümmerte ich mich im vorherigen Heim
um Babys und Kleinkinder, hatte ich
jetzt plötzlich zusätzliche Verantwortung für größere Kinder. Doch
Gott hat mir geholfen, mich einzuleben und zurechtzukommen.«
Gelassenheit auf dem Prüfstand Afrika wäre nicht
Afrika, hätten wir nicht immer wieder mit riesigen
Herausforderungen zu kämpfen, die uns manchmal
an unsere Grenzen bringen – auch Mama Elly. »Die
auf mich einstürzenden Probleme sind mir oft
über den Kopf gewachsen, bis an den Punkt, an
dem ich aufgeben wollte«, sagt sie rückblickend.
»Ich bin nicht nur Gott dankbar, dass er mir in
diesen Krisenzeiten die nötige Kraft und das
Durchhaltevermögen gegeben hat, sondern auch
der Familie Drotleff. Sie haben mich stets sehr
Mama Elly ist eine Tansanierin, bescheiden, ruhig,
ermutigt, wenn mich Widrigkeiten und Entmutiäußerst zuverlässig, strahlt Gelassenheit aus und
gungen außer Gefecht zu setzen drohten.«
Schwarzes
Gold
kann auch mal durchgreifen – ein Glücksfall, in Afrika ein solches Goldstück als Mitarbeiterin zu haben.
Tina Drotleff
Leiterin Waisenheim Morogoro
Vor zehn Jahren begann sie bei uns im Agape Children
Village: Elly Yusto Sarakikya.
Von Schüchternheit zu Gelassenheit
Anfangs eher schüchtern und ruhig, ist sie schon
bald zu einer aufgeschlossenen und freudigen Mama
geworden. Es bereitet viel Spaß, mit ihr und all den
Mamas im Center zusammenzuarbeiten. Geht’s zwischendurch mal drunter und drüber, strahlt sie eine
ansteckende Gelassenheit aus. Fühle ich mich hilflos,
wenn heikle und schwierige Entscheidungen anfallen,
bin ich gut beraten, mich mit Mama Elly zu besprechen. In den Jahren sind wir uns gegenseitig ans Herz
gewachsen und zu dicken Freundinnen geworden.
Gelassenheit hat seinen Preis
In unsere Arbeit einzusteigen, war für Mama Elly nicht
nur leicht – im Gegenteil. Sie erinnert sich: »Am
1. Mai 2004 habe ich hier meine Aufgabe übernommen
und bin von Anfang an begeistert gewesen. Über die
Bewährte Treue
Was Mama Elly die Krone aufsetzt, ist ihre Treue –
beinahe unfassbar für tansanische Verhältnisse.
Ich kann ihr bedenkenlos die Finanzen überlassen,
und sie verwaltet diese in großer Treue! Sind
»Extra-Meilen« gefragt, ist Mama Elly stets zur
Stelle, unterstützt die ihr anvertrauten Kids, kann
aber auch streng sein, wenn es nötig ist. Werden
die Kinder krank, kümmert sie sich rührend und
zuverlässig um sie und verabreicht ausgewogen
Liebe und Medizin.
Perlen wie Mama Elly bedeuten mir persönlich sehr
viel. Ihre weise Art zu raten, ihre Freundschaft und
ihre Treue. Ich wünsche mir, dass wir noch viele
Jahre zusammen unsere Aufgabe hier in Agape für
den Herrn und die Kinder erfüllen können!
Und Mama Elly bedeutet es viel, ihren Dank auszudrücken: »Ich will mich ganz herzlich bei AVC/
NEHEMIA bedanken
für die Bereitschaft,
euch um diese Kinder »Die auf mich
und um mich zu
einstürzenden
kümmern! Gott segne Probleme sind
euch!« 
mir oft über den
Kopf gewachsen,
bis an den Punkt,
an dem ich aufgeben wollte«
AVCREPORT
MADAGASKAR
Sie sind abgelegen und
nur schwer erreichbar.
Wer es schafft, sich zu den
Dörfern durchzuschlagen, trifft auf Menschen
mit weit offenen Herzen.
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Dr. Friedhelm Ernst
Projektleiter Madagaskar
Pastor Edmond Randriamanana leitet zusammen mit
seiner Frau die »Assemblies of God«-Gemeinde in
Antsohihy, Madagaskar. Seit Jahren verbindet ihn und
unseren Mitarbeiter Jean Forschlé das Anliegen, die
Dörfer um dieses regionale Zentrum mit der guten
Nachricht von Jesus Christus zu erreichen. Ich komme
mit ihm ins Gespräch.
FE: Pastor Edmond, gestern habt ihr im Dorf Ankobakobaka vierundzwanzig Leute getauft. Was ist dem
vorausgegangen?
Edmond: Es begann vor sechs Jahren. Damals gab es
noch keine christliche Gemeinde im Dorf. Wir waren
auf der Durchreise und wurden aufgehalten, weil wir
auf unseren Honighändler warten mussten. Wir ergriffen die Gelegenheit und predigten das Evangelium.
Einige Menschen kamen zum Glauben. Heute gibt‘s
hier eine Gemeinschaft mit über hundert Mitgliedern
und vier Ablegern.
FE: Wie viele Gemeinden sind in den letzten Jahren
entstanden?
Edmond: Dreiundzwanzig. Pastor Forschlé hat bei
sechzehn von ihnen mitgewirkt; diese haben ihrerseits
inzwischen bereits sieben Tochtergemeinden gegründet. Um die
tausend Menschen sind hier in den
letzten Jahren Christen geworden.
FE: Ihr habt uns um Fahrräder, ein
Motorrad und sogar um ein Quad
gebeten. Wo sollen diese Vehikel
zum Einsatz kommen?
Edmond: Die Ortschaften sind sehr
abgelegen und nur über schwer
befahrbare Pisten zu erreichen.
Nicht überall sind Pastoren ansässig; Neugründungen von Gemeinden
müssen durch einen Reisedienst
betreut werden. Da sind die Fahrzeuge hochwillkommen.
FE: Neue Gemeinden brauchen neue Leiter. Wie
bildet ihr diese aus?
Edmond: In Kooperation mit AVC haben wir eine Videobibelschule auf die Beine gestellt – mit inzwischen
bereits 32 Studenten. Diese machen sich regelmäßig
aus ihren Dörfern auf den Weg, um die Blockseminare
in unserer Zentrale zu besuchen.
FE: Diese Entwicklung ist beeindruckend – aber liegen auch Steine im Weg?
Edmond: Ja, Steine und mitunter auch »Felsbrocken«!
Menschen, die an unseren Evangelisationen teilnehmen wollen, werden manchmal auf seltsame Weise
am Besuch gehindert. Wir spüren, dass massive
Kräfte von Zauberei wirksam sind. Auch wäre es gut,
möglichst rasch feste Gebäude zu bauen. Die Grasdächer unserer Kirchen könnten allzu leicht angezündet
werden.
FE: Kannst du uns von einer Erfahrung berichten, die
dich besonders begeistert hat?
Edmond: Letzte Woche besuchten wir ein Dorf, in dem
noch keine Gemeinde besteht. Und was erleben wir?
Spontan sind zwölf Menschen eine Beziehung mit Jesus
eingegangen – darunter der Dorfvorsteher (!).
FE: Habt ihr für die nächste Zeit weitere Einsätze
geplant?
Edmond: Klar! Und großartig ist: Wir werden zeitweise
einen Hubschrauber zur Verfügung haben, um neue
Dörfer anfliegen zu können. So schaffen wir in Minuten,
was mit dem Land Cruiser nur in mühevollen Stunden
erreichbar ist.
FE: Du bist voll im Feuer. Welche Vision treibt dich an?
Edmond: Eine große! Zehn neue Gemeinden pro Jahr!
Es ist begeisternd, begeisterte Gemeindearchitekten
zu unterstützen. Lassen Sie sich anstecken! 
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AVC REPO RT
COSTA
IRAN
RICA
Oft wird er unterwegs, in Restaurants
oder Läden angesprochen. Man kennt ihn, den Unscheinbaren,
den »Gringo« mit einem Hauch von Prominenz.
Unspektakulär effizient
A. Hoch / A. Rossel
Redaktion AVCreport
Bill Dunton ist ein unspektakulärer Typ, doch ein Beispiel
dafür, dass wir auch als Normalsterbliche beträchtliche
Spuren hinterlassen können.
Ein gewöhnlicher Bürger …
Bill ist jetzt 62 Jahre jung, Single und lebt in Costa
Rica. Sein Name legt nahe, dass er eher weiter nördlich das Licht der Welt erblickt hat. In Kalifornien aufgewachsen, erfährt sein Leben eine radikale Kehrtwende, nachdem ihm ein Kollege von Jesus Christus
erzählt hatte. Bill begriff, dass auch der brave Normalbürger Gott braucht. Zwei Jahrzehnte schuftete er
in einer Surfboardfabrik. Bis zum großen Umbruch.
… fängt Feuer für Arme
1989 begann Bills Herz dafür zu schlagen, Patenschaftsprogramme zu fördern. 1992 wagt er den großen Sprung
in den Süden, zuerst nach El Salvador, 1995 dann weiter
nach Costa Rica, um die Leitung der Patenschaftsadministration der von AVC unterstützten Escuelas Cristianas zu
übernehmen. Diese Institution arbeitet seit 1983 unter den
Ärmsten in Costa Rica und betreut gegenwärtig in sechs
Schulen rund 1600 Kinder. Ziel ist, den Schülern durch eine
qualifizierte Bildung und Impulse des christlichen Glaubens einen Anschub in ein sinnerfülltes Leben zu geben.
Von Mühsal und Belohnung
»Das Hauptproblem in unserer
Arbeit ist ein Mangel an Kontinuität«, erklärt Bill. »Arme Leute
sind kaum sesshaft. Finden
Eltern irgendwo einen Job oder
fehlt das Geld für die Miete, ziehen sie einfach weg. Irgendwohin.
So werden jährlich rund 20%
unserer Schüler ausgewechselt,
was für Pateneltern manchmal
etwas frustrierend ist. Wir investieren jedoch jeden Tag in die
Schüler, so viel wir können, während wir sie bei uns haben – egal
ob ein paar Monate oder Jahre:
Bildung und darüber hinaus viel
Liebe und das Evangelium.«
Was Bill für alle administrative Plackerei belohnt, ist die
Freundschaft, die er über die Jahre mit Schülern und
Lehrern aufgebaut hat. Betritt er ein Geschäft in San José,
wird er oft von ehemaligen Schülern angesprochen. »Das
freut mich! Obwohl … ich kämpfe dann, die Namen aus
meinem Gedächtnis hervorzuholen. Ich habe seit 1995
mit 18 000 Schülern zu tun gehabt. Von ihnen hingegen
erinnern sich fast alle an mich, den hellhäutigen Gringo.«
Von Generation zu Generation
Die Investitionen zeigen Früchte. 24 Jahre hat Ines
Rodriguez Kinder unterrichtet. Eine ihrer ersten
Schülerinnen war Connie Solano. Diese unterrichtete
nach der Erfüllung ihres Traums, Lehrerin zu werden,
Raquel Quiros. Raquel ist heute 20 Jahre alt, vollzeitliche Mitarbeiterin und führt ein christliches Trainingsprogramm für aktuelle und ehemalige Schüler durch.
Sie brennt dafür, dass junge Leute Jesus tiefer kennenlernen – mit beeindruckendem Effekt: Eltern rufen an,
um ihre Freude über die positiven Veränderungen im
Leben ihrer Kinder auszudrücken.
Bill Dunton ist »nur« Patenschaftsverwalter. Nichts
»Besonderes«. Aber sein Leben hinterlässt Spuren.
Auch Sie können unspektakulär effizient helfen. Übernehmen Sie eine Patenschaft.
AVCREPORT
GEBETSTAG FÜR VERFOLGTE CHRISTEN
Wir schweigen nicht
Viele Millionen Christen sind von Diskriminierung und Verfolgung bis hin zu Vertreibung, Gefängnis, Folterung und Tod betroffen. Die Entwicklung geht ungebremst weiter, ein Ende ist nicht abzusehen. Wir stehen für die Verfolgten ein: in öffentlichen Demonstrationen und im Gebet zu Gott.
Die Ereignisse der letzten Wochen und Monate fordern uns
heraus. Die Situation der Christen im Irak und in Syrien ist eine
Katastrophe mit fast beispiellosen Dimensionen. Doch leider ist
sie kein Einzelfall. Christen leiden weltweit. Deshalb rufen wir Sie
erneut auf, zu beten.
Der zweite Sonntag im November, der 9. November 2014, ist
weltweit als Gebetstag für verfolgte Christen deklariert. Überall beten Christen für ihre verfolgten Brüder und Schwestern.
Als AVC stellen wir für diesen Tag Infos und eine DVD mit zwei
Kurzfilmen über den Irak und Laos bereit. Dies bietet wertvolle
Hintergrundinformationen und gibt Impulse zum Beten.
Wir legen Ihnen ans Herz: Bestellen Sie dieses Material – und
nutzen sie es.
Und fahren Sie über diesen Tag hinaus fort, für Ihre verfolgten Brüder und Schwestern zu beten, denn Verfolgung geschieht täglich. Wir laden Sie ein, sich an unserer Gebetskette
»2016for2016« für verfolgte Christen zu beteiligen.
Unterlagen für den Gebetstag und Infos zur Gebetskette erhalten Sie bei Erika Gitt, e.gitt@avc-de.org, Tel. +49 (0)6043 98492 47.
Beten macht einen Unterschied! Ihr Gebet macht einen Unterschied! Beten Sie mit! 
Geschafft!
Sie haben gebüffelt und gepaukt. Dann sind sie mit
zitternden Knien zu den Prüfungen gegangen.
re Aufgabenfelder der Verwaltung eines
Hilfswerkes.
Erfolgreicher
Abschluss
Viktor Wall und
Christian Spohn
mit Ausbildungsleiter Frank Göttel
Startschuss vor drei Jahren: Christian Spohn
und Viktor Wall beginnen bei AVC ihre Ausbildung zum Bürokaufmann.
Im Rahmen ihres Ausbildungsprogrammes
erhalten die beiden neben der Vermittlung der klassischen Schwerpunkte wie Bürowirtschaft, Organisation,
Lagerhaltung, Marketing, Rechnungswesen, Auftragsund Rechnungsbearbeitung auch Einblicke in ande-
Die Lehrer an der Berufsschule bescheinigen unseren Azubis eine weit überdurchschnittliche Ausbildung in praktischen
Belangen. Diese beschränkte sich nicht auf
reine Wissensvermittlung, sondern leitete zu Selbstständigkeit und eigenverantwortlichem Handeln an. Ein
großes Lob für unseren Ausbildungsleiter Frank Göttel.
Da wundert es nicht, dass Christian und Viktor unter
den Jahrgangsbesten sind und ihre Prüfungen gut
gemeistert haben.
AVC ist weltweit engagiert, aber auch zu Hause aktiv, um
einen Beitrag zur Qualifizierung junger Leute zu leisten. 
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AVC REPO RT
PORTRÄT
Impressum
AVC Aktion für verfolgte Christen und Notleidende
AVC Auftrag und Werte
AVC International
 AVC Deutschland I www.avc-de.org
 AVC Schweiz I www.avc-ch.org
 AVC Österreich I www.avc-at.org
 Nehemia Christliches Hilfswerk e.V.
www.nehemia.org
AVC investiert in Menschen; arbeitet in Kooperation
mit lokalen Partnern kompetent, vertrauenswürdig
und zukunftsweisend auf vier Kontinenten:
1. AVC steht verfolgten Christen bei
Wir geben ihnen eine Stimme und helfen praktisch:
 mutig  entschlossen  wirksam.
AVC Deutschland / Nehemia
Hassiaweg 3 I 63667 Nidda
Tel. +49 (0)6043 98492-0 I Fax +49 (0)6043 98492-99
mail@avc-de.org I www.avc-de.org
mail@nehemia.org I www.nehemia.org
Leiter Pawel Sturz
2. AVC hilft Notleidenden
Wir leisten bedürfnisorientierte humanitäre Hilfe:
 schnell  unbürokratisch  effektiv.
Bankverbindungen
AVC IBAN: DE37 5206 0410 0004 1130 12
BIC GENODEF1EK1
Nehemia IBAN: DE56 5206 0410 0004 0015 08
BIC GENODEF1EK1
3. AVC macht Jesus Christus bekannt
Wir verbreiten die christliche Botschaft:
 engagiert  respektvoll  mit Herz.
AVC hat zur Umsetzung humanitärer Projekte
die Tochterorganisation Nehemia gegründet.
AVC Schweiz
Industriestrasse 21 I CH–2553 Safnern b. Biel
Tel. +41 (0)32 356 00 80
mail@avc-ch.org I www.avc-ch.org
Leiter Daniel Hofer
Irak Christen aus
Bagdad bringen
Flüchtlinge in
vorübergehende
Sicherheit in der
Hauptstadt
e.
klare wort
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te
ta
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a
st
AVC Österreich
Julius-Fritsche-Gasse 44 I A-5111 Bürmoos
Tel. +43 676 8969 2600
mail@avc-at.org I www.avc-at.org
Leiter Edwin Jung
Der AVC report
ist eine Publikation von AVC International
Verantwortung Redaktion
Angelika Hoch I a.hoch@avc-de.org
Redaktion und Layout
Andreas Rossel I a.rossel@avc-ch.org
Bildnachweis AVC I istockphoto.com I 123rf.com
Druck Druckerei Klaus Grill, D-71172 Hemmingen
Zweckgebundene Spenden
werden entsprechend verwendet und bei einem Überschuss für ein möglichst ähnliches Projekt eingesetzt.
Ich habe Interesse ...
einen AVC-Vertreter zu einem Event einzuladen
(Infoveranstaltung / Gottesdienst / Hauskreis)
eine Patenschaft zu übernehmen für ...
Kinder
Evangelisten
verfolgte Christen
den AVC-report (zweimonatlich) kostenlos zu erhalten
den Rundbrief (in der Regel zweimonatlich) zu erhalten
als Mail
als Brief
Name / Vorname
Strasse / Nr.
PLZ / Ort
Telefon
E-Mail
Bitte einsenden an: AVC I Hassiaweg 3 I 63667 Nidda
Rückmeldung
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AVCREPORT
EVENTS FÜR SIE
klare worte. starke taten.
Konferenzen Freizeiten 2014/15
Event
AVC Regionalkonferenz
in Zwickau
Datum
12. Oktober 2014
10.00 Uhr
Infos
Ev. Christengemeinde Elim Zwickau, Parkstr. 22, 08056 Zwickau
AVC Regionalkonferenz
mit Youth special
in Nidda
18. Oktober 2014
10.00 Uhr
Bürgerhaus Nidda, Hinter dem Brauhaus 15, 63667 Nidda
Evangelisation
in der Slovakei
17.–26. Okt. 2014
Einsatz im Rahmen von »Europa braucht Jesus«
Infos/Anmeldung bei Johannes Dappen, j.dappen@avc-de.org, Tel. 06043 984 92 16
AVC Regionalkonferenz
in München
25. Oktober 2014
10.00 Uhr
Charismatisches Zentrum
Emil-Geis-Str. 39, 81379 München
Demonstration für verfolgte
Christen in Karlsruhe
8. November 2014
12.00 Uhr
Treffpunkt 12.00 Uhr auf dem Schlossplatz, Karl-Friedrich-Denkmal
Abschlusskundgebung 12.45 Uhr, Ende gegen 13.30 Uhr.
AVC Regionalkonferenz
in Karlsruhe
9. November 2014
10.00 Uhr
Citygemeinde Karlsruhe
Pfannkuchstraße 2, 76185 Karlsruhe-Daxlanden
Aktion Strahlende Augen
28. Dez. 2014
bis 4. Jan. 2015
Infos und Anmeldung
bei Elizabeth Gersner, e.gersner@avc-de.org, Tel. 06043 98492 19
AVC Regionalkonferenz
in Frankfurt
7. März 2015
10.00 Uhr
Freie Christengemeinde Frankfurt
Eckenheimer Landstraße 180, 60318 Frankfurt
Events mit AVC Filme, Inputs
OKTOBER / NOVEMBER 2014
Tag Datum Zeit Ort
Adresse
So. 9. Nov. 14 10.00 72270 Klosterreichenbach Christuszentrum Klosterreichenbach, Baiersbronner Str. 15
So. 16. Nov. 14 10.00 74321 Bietigheim-Bissingen Volksmission Bietigheim, Industriestr. 3
Referent
Lothar Riegel
Lothar Riegel
Mission experience international 2014/15
Event
Tansania
Datum
6. – 20. Juni 2015
Infos
Projektbesuche und Tourismus, max. Teilnehmerzahl: 10 Personen.
Infos und Anmeldung bei Danuta Sturz: Tel. 06043 98492 42, d.sturz@avc-de.org
Südostasien
Burma, Laos, Kambodscha
18. Okt.–1. Nov. 2015 Projektbesuche und Tourismus, Kosten ca. 2950.- CHF all inclusive
Fragen und Anmeldung Sacha Ernst I +41 (0)81 850 13 24 I s.ernst@avc-ch.org
Orden gibt‘s keine bei
AVC, aber sinnvolle
Tätigkeiten.
ige)
Bundesfreiwilligendienst (18-70-Jähr
FSJ (18-26-Jährige)
frei.
Für das Jahr 2014 haben wir noch
Stellen
iche Tätigkeiten in unserer
Das erwartet dich Abwechslungsre
sarbeiten an den ImmobiliLogistik, Pflege- und Instandhaltung
/FSJ-Seminare, die dich
en, Unterkunft, freie Verpflegung, BFD
rlich gute Gemeinschaft mit
persönlich weiterbringen, und natü
anderen Freiwilligen.
liedschaft in einer christliDas erwarten wir Verbindliche Mitg
se B, handwerkliches und/
chen Gemeinde, Führerschein Klas
oder technisches Geschick.
enslauf und Bild bitte an
Schriftliche Bewerbungen mit Leb
3, 63667 Nidda, oder vollAVC, Herrn Frank Göttel, Hassiaweg
ettel@avc-de.org senden.
ständige Unterlagen per Mail an f.go
Aktion
Strahlende
Augen
Viele Kinder haben noch nie im Leben ein Geschenk
bekommen. Doch mit nur wenigen Mitteln kann ein
Päckchen gepackt werden, das die Augen dieser
Kinder zum Strahlen bringt und Gottes Liebe greifbar
macht. Mach mit: www.strahlende-augen.info
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AVC REPO RT
VERFOLGUNG
Postvertriebsstück D 13051 F – Entgelt bezahlt –
AVC, Hassiaweg 3, 63667 Nidda
Gesichter
der Verfolgung
Im Irak herrschen Chaos und Anarchie.
Volker Baumann ist vor Ort gereist,
um die Hilfe von AVC zu koordinieren.
Er schildert erste Eindrücke.
orte.
klareewta
ten.
rk
ta
s
Volker Baumann
AVC Katastrophenhilfe
Nordirak. Es ist unmöglich, alle Eindrücke der ersten
eineinhalb Reisetage zu ordnen. Zu grausam und zu
unterschiedlich sind die Berichte. An der Stadtgrenze
von Dahok stauen sich Autos vor zwei großen Vergnügungsparks mit Feststimmung! Morden und schänden
die Milizen der IS nicht in unmittelbarer Nähe? Über
500 000 Iraker und Syrer aus nördlichen Provinzen
sind in den letzten drei Monaten geflüchtet. Städte
verdoppeln ihre Einwohnerzahl, Krankenhäuser sind
mehr als achtfach überbelegt. Über 670 Schulen sind
Quartier für Flüchtlinge. Doch was geschieht, wenn in
einer Woche die Schule wieder startet?
Die einheimische Bevölkerung und das lokale »Emergency Operations Committee« leisten Großes, auch
unseren Partner »CAPNI« im Nordirak. In Bagdad
beherbergen unser Partner und Freund, Pastor J.,
und seine Gemeinde inzwischen bereits über 1000
Flüchtlinge in Privathäusern.
Die Horrorberichte sind zu grausam, um beschrieben zu
werden. Fact ist, dass den Christen und Yeziden außer
ihrem nackten Leben fast nichts geblieben ist. Die Gesichter der Verfolgung sprechen lautlos – aber deutlich.
Die Flüchtlinge brauchen dringendst weitere Soforthilfe – Ihre Hilfe! 
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Seele and Geist
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