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PRESSEMITTEILUNG
6. November 2014
Neue Studie des Instituts für Regionalforschung der Uni Kiel vorgestellt
Überschaubare wirtschaftliche Effekte durch Ausbau der Erneuerbaren
Energien
In Schleswig-Holstein soll die Produktion von Strom aus Wind, Sonne und Biomasse bis
2020 auf das Drei- bis Vierfache des regionalen Stromverbrauchs steigen. Die Ausbaupläne betreffen insbesondere die Windkraft, wo die Zahl der Mühlen auf rund 4.800
steigen und sich die installierte Leistung der Windkraftanlagen dadurch nahezu verdreifachen wird. Die durch den Zubau generierte Wertschöpfung wirkt sich während der
Betriebsphase der Anlagen spürbar, während der Investitionsphase, in der die Mühlen,
Photovoltaik- und Biogasanlagen aufgestellt werden, jedoch deutlich geringer aus. Die
Beschäftigungswirkung hingegen fällt in beiden Phasen in etwa gleich hoch aus. Das ist
das Ergebnis einer Untersuchung des Instituts für Regionalforschung der ChristianAlbrechts-Universität zu Kiel, die am Montag (3. November) in Kiel vorgestellt wurde.
Angeregt und gefördert wurde die empirische Studie, die direkte und indirekte Effekte
des staatlich mit dem EEG induzierten Nachfrageschubs untersucht, von der Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein GmbH (EKSH). Zu den Aufgaben
der gemeinnützigen EKSH gehört die Förderung angewandter Forschung zu Energie und
Klimaschutz.
„In der Spitze entsteht im Jahr 2020 eine Wertschöpfung von 835 Millionen Euro pro
Jahr, das entspricht etwa einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts SchleswigHolsteins“, sagte der Leiter des Projekts Prof. Dr. Johannes Bröcker bei der Vorstellung
der Studie auf dem „Kieler Energiediskurs“. Eine Ursache liege darin, dass wesentliche
Komponenten der Windmühlen nicht aus Schleswig-Holstein kommen. Befragungen
der hiesigen Planer und Projektentwickler zeigten, dass von den Gesamtkosten von
rund 4,7 Millionen Euro für die Errichtung einer 3,2 Megawatt-Anlage im Mittel 28 Prozent in Schleswig-Holstein verausgabt werden – vor allem für Planung, Fundament, Erschließung und Installation. Dagegen liege der Regionalanteil bei der Mühle selbst erheblich niedriger, da diese überwiegend in anderen Bundesländern bzw. im benachbarten Dänemark produziert würden und Schleswig-Holstein nur wenige Zulieferer habe.
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„Den größten Batzen der Wertschöpfung generiert der Wind“, sagte Bröcker. Windenergie werde in Schleswig-Holstein am stärksten ausgebaut und erziele während der
Betriebsphase höhere Betreibereinkommen und damit verbundene Steuereinnahmen
als Strom aus Photovoltaik und Biomasse. Letztere spielten, wie auch der Netzausbau,
nur eine untergeordnete Rolle für Wertschöpfung und Beschäftigung im Bundesland –
sowohl in der Betriebs- als auch in der Bauphase.
Bei der Beschäftigung sei in der Spitze mit einem Zuwachs von 7.700 Arbeitsplätzen im
Land zu rechnen – dies sind 0,6 Prozent der Arbeitsplätze in Schleswig-Holstein -, die in
der Betriebsphase nach Abschluss der Investitionen auf dauerhafte 3.600 zurückgingen.
„Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist vergleichbar mit einem großen Industrieansiedlungsprojekt – nicht mehr und nicht weniger“, so Bröckers Fazit.
In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Frank Nägele und Dr. Wolf-Dieter Schmidtke-Glamann, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit,
Kiel, ging es auch um die längerfristigen Effekte des Ausbaus für das Pionierland der
Windkraft. Das hier entstandene Know-how, zum Beispiel für Planung, Finanzierung
und Betrieb, ist bereits heute ein Wertschöpfung schaffendes Exportgut. Bröcker regte
an, auch das Innovationspotenzial bei den Energieverbrauchern in den Blick zu nehmen.
Regionen, die hier mit Forschung und Entwicklung Innovationen generierten, würden
die Basis legen für den Export von Know-how ins In- und Ausland. Damit ließen sich positive volkswirtschaftliche Effekte aus der Energiewende schaffen.
Die Studie steht unter www.eksh.org/service/publikationen/ zum Download zur Verfügung.
Verantwortlich für diesen Pressetext:
Sabine Recupero
T 0431 9805-860, F 0431 9805-888
recupero@eksh.org, www.eksh.org
Boschstraße 1, 24118 Kiel
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