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ÖSTERREICHISCHE
THEATERGEMEINDE
MAGAZIN
61. JAHRGANG | JÄNNER/FEBRUAR 2015 | NR. 530
Sunshine
EXPERIMENT AM LIECHTENWERD | von William Mastrosimone
Ein Wort zuvor | S. 02
Theater-Abo | ab S. 03
Im Interview | S. 05
Konzert-Abo | S. 09
Jubiläumsreihe | S. 10
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Das
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ÖSTERREICHISCHE THEATERGEMEINDE AUF FACEBOOK:
WWW.FACEBOOK.COM/OSTERREICHISCHE.THEATERGEMEINDE
JUBILÄUM
60
JAHRE
Ein Wort zuvor
Liebe Mitglieder!
Vorab darf ich Ihnen ein gutes Neues Jahr wünschen.
Gesundheit, Zufriedenheit und Erfolg mögen auch 2015
Ihre Begleiter sein.
Leider sind den Prognosen nach die Aussichten auf eine
Erholung der Wirtschaft eher gedämpft. Dennoch sollten
wir mit einigem Optimismus in die Zukunft blicken und die
Zuversicht auf Besserung der Situation nicht aufgeben.
Auch 2015 wird die ÖTG wieder zwei Eigenproduktionen
unter meiner Regie herausbringen. Ab 8. April im Theater
Die Neue Tribüne die köstliche Komödie „Liebling ich zieh
ein“ von der österreichischen Autorin Susanne Felicitas
Wolf. Im Oktober gibt es im Theater Metropol wegen des
großen Erfolges eine Wiederaufnahme von „Honigmond“
von Gabriel Barylli. Als Gastregisseur inszeniere ich im
Theater Experiment das Schauspiel „Sunshine“ von William
Mastrosimone, das vom 3. März bis 21.März zu sehen
sein wird. Ich hoffe sehr, dass Sie diese Vorstellungen
verstärkt besuchen werden. Mehr Informationen finden
Sie auf meiner Homepage “ www.erichmartinwolf.at “.
Wie ich bereits mehrfach darauf hingewiesen habe, feiert
die Österreichische Theatergemeinde im November 2015
ihr
JUBILÄUM
60
JAHRE
ÖSTERREICHISCHE
THEATERGEMEINDE
Als besonderes Highlight darf ich Ihnen jetzt schon
ankündigen, dass ich anlässlich dieses Jubiläums die
„Liebelei“ von Arthur Schnitzler im Theater Center Forum
inszenieren werde. Premiere ist am 21. Oktober und es ist
mir eine besondere Ehre, dass ich Frau Burgschauspielerin
Ulli Fessl dazu verpflichten konnte.
Um unser Jubiläum schon im Vorfeld entsprechend
zu würdigen, werden wir laufend in jeder Ausgabe
unseres Magazins einen kurzen Rückblick auf 60
Jahre
Österreichische
Theatergemeinde
werfen.
Die Novemberausgabe wird dann als umfangreiche
02 | ÖTG MAGAZIN
Jubiläumsfestschrift, für Sie wie immer kostenlos,
erscheinen. Wir hoffen, dass Sie gemeinsam mit uns
dieses besondere Jubiläum feiern werden.
Unsere Aktion „Mitglieder werben Mitglieder“ ist für uns
ein ganz wesentlicher Bestandteil für den Weiterbestand
unserer Organisation. Nur wenn wir viele Abonnenten
haben, können wir als einzige private, nicht geförderte
Besucherorganisation, unseren Fortbestand absichern.
Ich denke das sollte uns allen ein wichtiges Anliegen sein
und daher brauchen wir Ihre Unterstützung. Welche?
Eigentlich ganz einfach: Werben Sie neue Mitglieder. Denn
nur viele Mitglieder sind unser aller Garant für die Zukunft.
Empfehlen sie uns bitte weiter!
Wie sie sicher gelesen haben, plant der Finanzminister
die Mehrwertsteuer unter anderem auch auf Bücher und
Theaterkarten von 10% auf 20% zu erhöhen. Kultur soll
also teurer werden. Was das für uns, aber auch für die
Theater bedeuten würde, kann sich jeder denken. Ein
Besucherrückgang wäre wohl unausbleiblich und die den
Theatern fehlenden Mittel müssten wohl über Subventionen
wieder ausgeglichen werden. Wir bekommen keinen
Ausgleich und daher wäre unser Weiterbestand mehr als
gefährdet. Auf der einen Seite sollen die Bürger mit der
Steuerreform entlastet werden und auf der anderen Seite
holt sich der Staat von uns das Geld wieder zurück. Daher
mein Appell: Wo immer Sie Gelegenheit dazu haben, legen
Sie gegen dieses Vorhaben lautstark Protest ein.
Wir werden uns auch 2015 jedenfalls bemühen, Ihnen so
anspruchsvolle Theaterabende wie möglich zu bieten,
können aber auch nur aus dem vorhandenen Repertoire
der Wiener Theater schöpfen. Besuchen Sie auch die
kleinen Bühnen, sie alle kämpfen ebenfalls teilweise ohne
Subvention ums Überleben. Nur die Vielfalt an Theatern
sichert auch das breite Spektrum an kulturellem Angebot.
Probieren Sie auch einmal Ungewohntes, Unbekanntes,
Experimentelles, es ist einen Versuch wert.
In eigener Sache darf ich Sie bitten, an die fällige
Abonnementzahlung zu denken und diese rechtzeitig
(Anfang Feber) vorzunehmen. Bitte vergessen Sie nicht,
uns immer rechtzeitig Ihre Urlaube bzw. sonstigen
Verhinderungen bekannt zu geben.
Bitte bleiben Sie uns treu und genießen Sie mit unserer
Mithilfe auch im neuen Jahr viele schöne, erbauliche
Theaterabende.
Mit freundlichen Grüßen
Erich Martin Wolf
Obmann
Die Kameliendame
JOSEFSTADT | von Alexandre Dumas
Warum ich mich verkauft habe? Weil ehrliche Arbeit mir
niemals den Luxus erlaubt hätte, nach dem ich mich so
sehnte. Dabei bin ich weder verderbt noch neidisch, ich
wollte nur die Freude, die Genüsse und die Feinheiten
einer eleganten und kultivierten Umgebung kennenlernen.
(Marie Duplessis, Vorbild für Die Kameliendame)
Die historische Marie Duplessis war die Tochter eines
Kesselflickers aus der Normandie, ein Arbeitermädchen,
das in jungen Jahren als Wäscherin und Dienstmagd
arbeitete und früh sexuell ausgebeutet wurde. Mit
fünfzehn Jahren kam sie nach Paris, tagsüber Verkäuferin,
am Abend in Gesellschaft von Studenten und Künstlern.
Sie fand einflussreiche und vermögende Liebhaber
und stieg bald als Mätresse in die höchsten Kreise der
Halbwelt auf. Alexandre Dumas der Jüngere, Sohn des
Romanschriftstellers Alexandre Dumas père, hatte Marie
Duplessis 1844 kennengelernt.
Das Verhältnis dauerte nur zwei Monate. Auf die Nachricht
von ihrem Tod im Jahr 1847 hin beschloss er, der
leidenschaftlichen und unvergessenen Liebesaffäre ein
literarisches Denkmal zu setzen. Bereits ein Jahr später
lag der Roman der Kameliendame vor, Dumas’ erstes
Buch und der größte Erfolg seiner literarischen Laufbahn,
den nur die eigene Bühnenbearbeitung des Stoffes noch
zu steigern vermochte.
Das Theaterstück wurde am 2. Februar 1852 in Paris
uraufgeführt, das aufsehenerregendste Bühnenereignis in
Frankreich um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts.
Der Boxer
JOSEFSTADT | von Felix Mitterer
Frei nach dem Schicksal des Sinto-Boxers
Johann “Rukeli” Trollmann
Im Juni 1933 kommt es beim Boxkampf um den deutschen
Meistertitel im Halbschwergewicht zum Eklat. Johann
Verdi sah eine der Aufführungen und machte im folgenden
Jahr aus Dumas’ Kameliendame sein “melodramma in drei
Akten” über die Frau, “die vom Weg abkam”, “La Traviata”.
Längst hat die Gestalt der Kameliendame sich von
ihrem realen Vorbild und seiner konkreten Individualität
gelöst. Einst die ideale Projektionsfigur kollektiver
Männerphantasien, Inbegriff der erotischen Wünsche des
arrivierten Bourgeois, existiert sie heute vor allem als Ikone
tragischer Weiblichkeit.
Sie verkörpert in nahezu reiner Form den Typus der
liebenden Kurtisane, der ehrbaren Dirne, der hochherzigen
Sünderin, die von der Gesellschaft grausam verstoßen
und ein Opfer der Bürgermoral wird.
(Hanjo Kesting)
Eine Kurtisane ist weniger als eine Mätresse, aber mehr als
eine Dirne. Sie ist darum weniger als eine Mätresse, weil
sie ihre Liebe für materiellen Gewinn verkauft, und darum
mehr als eine Dirne, weil sie sich ihre Liebhaber auswählt.
Die Kurtisane ist also im Grunde eine Frau, deren Beruf die
Liebe und deren Kundschaft mehr oder weniger vornehm
ist. Bei den Kurtisanen kann es sich um Frauen handeln,
die dank einer unglücklich verlaufenen Liebesgeschichte
in die demi-monde geraten sind; oder es sind Frauen von
niedrigem Herkommen, deren einzige Hoffnung, im Leben
etwas zu erreichen, auf ihren körperlichen Reizen gründet.
Dieses Gewerbe ist schwer, und wenn die Kurtisane
ein gewisses Alter erreicht hat, ist sie entweder reich
und angesehen, vielleicht sogar gut verheiratet, oder
aber sie ist vorzeitig gealtert, einsam und unfähig, ihren
Lebensunterhalt zu verdienen.
(Joanna Richardson)
“Rukeli” Trollmann, der einer Sinti-Familie entstammt,
punktet mit seinem schnellen, für damalige Zeiten
ungewöhnlichen Boxstil in jeder Runde. Doch die Jury
betrachtet die Leistungen der Kämpfer als ungenügend
und weigert sich den Kampf zu werten: Der Boxstil des
Zigeuners entspreche nicht dem deutschen Faustkampf.
Nur aufgrund massiver Proteste der Zuschauer wird
Rukeli Trollmann schließlich doch zum Deutschen Meister
ernannt, kurz darauf wird ihm der Titel “wegen schlechten
Boxens” wieder aberkannt. Rukelis vielversprechende
Boxkarriere ist unter dem nationalsozialistischen Regime
jäh zu Ende, mit blankem Zynismus erinnert man sich ihrer.
Im KZ wird Rukeli gezwungen, für die SS gegen andere
Häftlinge zu boxen. Wer verliert, stirbt. Rukeli stirbt im Jahr
1944.
Felix Mitterer hat Rukelis – fast vergessenes – Schicksal
zum Inhalt seines neuen Stückes gewählt. Rukelis
Leidensweg steht dabei stellvertretend für den so vieler
Roma und Sinti, die dem Nationalsozialismus zum Opfer
ÖTG MAGAZIN | 03
fielen. Dazu Felix Mitterer: “Der Boxer erinnert an die
ermordeten Sinti und Roma und gibt ihnen und uns einen
Helden, der sich von den Nazis niemals unterkriegen ließ,
auch wenn sie ihn am Ende töteten. Rukeli lebt.”
Regie..........................................................Stephanie Mohr
Bühnenbild.....................................................Florian Parbs
Kostüme...........................................Nicole von Graevenitz
Musikalische Leitung......................................Stefan Lasko
Fotocredit Keyfoto: Jan Frankl, Theater in der Josefstadt
eher konfliktscheu sind. Denn die Mechanismen des
Ehestreits mit der spezifischen Rollenverteilung – sie
stichelt, er fährt drüber – sind uns im Alltag bestens vertraut
und haben sich über die Generationen wenig verändert.
Der polemische Kleinkrieg der Worte ist geradezu ein
Volkssport. “Mein” Ehepaar Joana und Valentin Dorek
erhebt ihn zur olympischen Disziplin.
(Daniel Glattauer)
Die Wunderübung
KAMMERSPIELE | von Daniel Glattauer
Der international erfolgreiche Wiener Autor Daniel Glattauer
hat sich für seine neueste Komödie eines zerstrittenen
Ehepaares mittleren Alters angenommen und schickt die
beiden in eine Paartherapie.
Joana und Valentin sind erfahrene und smarte Streiter. Sie
kontern schlagfertig, reagieren geistesgegenwärtig, nutzen
brillant rhetorische Tricks und stellen den Therapeuten vor
eine schier unlösbare Aufgabe.
Wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte ganz
bestimmt nicht – wenn er ihr Paartherapeut ist. Die Idee
für Die Wunderübung ist mir während meines kürzlich
absolvierten Studiums zum “Psychosozialen Berater”
gekommen. Da war die Arbeit mit krisengeschüttelten
Partnern ein großes Thema. Mittendrin bekam ich Lust,
mich diesem Stoff auf komödiantische Weise anzunähern.
Nun steht die turbulente Therapiestunde auf der Bühne.
Für die Zuseher gibt es, so denke ich, großen
Wiedererkennungswert, auch für jene, die selbst vielleicht
Quartetto
KOMÖDIE AM KAI | von Sir Ronald Harwood
Für sie alle war die Musik der Sinn ihres Lebens und
ihre Stimmen das einzige Mittel, ihrer Seele Ausdruck zu
verleihen: Sie waren Stars. Doch nun, da die Zeit ihrer
größten Triumphe viele Jahrzehnte zurückliegt, sind sie
gezwungen, ihr Leben mit anderen Inhalten zu füllen. Cecily,
Reginald und Wilfred, ehemals berühmte Opernsänger,
leben in einem Altenheim für Musiker. Die 70 haben sie
hinter sich gelassen, und sie bemühen sich, die Balance
04 | ÖTG MAGAZIN
BERATER Eines würde mich schon interessieren. (Pause.)
Warum trennen Sie sich eigentlich nicht?
(Beide wirken überrascht, verdutzt und unangenehm
berührt, fast ein wenig empört.)
JOANA Wie bitte?
VALENTIN Wieso fragen Sie?
JOANA Wie meinen Sie das?
BERATER Trennen. Ich meine trennen, ganz normal
trennen, wie man sich eben trennt. Wie man auseinander
geht. Wenn es nicht funktioniert, wenn es einfach nicht
und nicht funktioniert, wenn man glaubt, dass man schon
alles probiert hat, und wenn man noch etwas Zusätzliches
probiert, und es funktioniert wieder nicht, noch immer
nicht, weil es … weil es … schon ewig lange nicht mehr
funktioniert, weil es eigentlich mehr oder weniger von
Anfang an nicht funktioniert hat, dann könnte man ja,
dann könnte man ja durchaus auf die Idee kommen …
es ist eigentlich eine … eine sehr naheliegende Idee, die
Schlussfolgerung, die logische Konsequenz sozusagen,
dass man sagt, okay, beenden wir es, lassen wir es sein,
hören wir auf, gehen wir auseinander, trennen wir uns. Ja
trennen, ganz normal trennen. So habe ich es gemeint.
(Auszug aus Die Wunderübung)
Regie - Michael Kreihsl
zu finden zwischen dem Schwelgen in Erinnerungen
und einem nicht allzu wehleidigen Auskommen mit der
Gegenwart.
Reginald denkt viel über das Wesen der Kunst nach
oder schreibt an seinen Memoiren, während Wilfred sich
mehr für die körperlich-sexuellen Dinge interessiert oder sagen wir: Er spricht zumindest permanent darüber.
Cecily hört gerne alte Aufnahmen an, auf denen sie zu
hören ist, erwartet diverse Tantiemeneingänge oder
freut sich darüber, dass verschiedene Leute von Reisen
zurückgekehrt sind, die sie in Wirklichkeit nie angetreten
hatten. Alle haben sie ihre liebenswürdigen Schrullen und
Spleens.
Die Ankunft einer “Neuen” sorgt für Aufregung: Cecily
kippt beinah aus ihren Patschen, als sie DER britischen
Opern-Diva gegenübersteht: Jean Horton! Auch Reginald
trifft fast der Schlag: Ausgerechnet unter einem Dach mit
seiner Ex-Frau, die ihm einst das Herz gebrochen hat, soll
er seinen Lebensabend verbringen?
Als auch noch vom Komitee zur Ausrichtung der jährlichen
Geburtstagsgala zu Ehren von Giuseppe Verdi der
Vorschlag unterbreitet wird, unsere vier Protagonisten
mögen doch - wie vor vielen Jahrzehnten - noch einmal
das berühmte Quartett aus dem “Rigoletto” zusammen
singen, ist das Gefühlschaos komplett...
Harwood (Oscarpreisträger für „Der Pianist“) zeichnet
seine Figuren mit viel Witz und großer Zärtlichkeit. Diese
Künstler sind zwar nicht selten sonderlich, aber sie haben
nichts von ihrem Charme verloren und auch wenig von der
liebenswürdigen Hysterie überspannter Künstler, wie wir
sie lieben.
Ulli Fessl, Helma Gautier, Peter Kuderna & Heinz Zuber
– ein herausragendes Ensemble kämpft sich durch die
Irrungen und Wirrungen der Liebe und des Alters. Immer
wieder wird über die Gebrechen des Alters gespöttelt
und selbstironisch das eigene Wehleiden kommentiert.
Im Vordergrund steht jedoch stets die Freude am Leben
und an der Musik. Ein warmherziges, romantisches und
unterhaltsames Stück für jung und alt über die Liebe, das
Altwerden und die Kraft der Musik als ewiger Jungbrunnen.
Ein Theaterabend, der rundum glücklich macht mit
subtilem Humor, pointierten Dialogen, scharfsinnigem
Witz und einer Traum-Besetzung.
Im Interview
Begegnung mit Heinz Zuber
Wenn sich am 24.1.2015 in der Komödie am Kai zu der
außergewöhnlichen Komödie „Quartetto“ der Vorhang
öffnet, werden vier einzigartige Schauspieler gemeinsam
auf der Bühne stehen. Mit drei von ihnen durfte ich für
die Österreichische Theatergemeinde schon plaudern:
Ulli Fessl, Helma Gautier und Peter Kuderna. Der vierte
im Bunde ist Heinz Zuber. Er gab mir zu Probenbeginn,
die Ehre und das Vergnügen ihn ein wenig über seine
eindrucksvolle und vielfältige Karriere befragen zu dürfen.
Etwas aufgeregt platzte ich in das erste Probengewirr,
Kostümproben, Plakatdiskussionen. Trotz allem wurde ich
herzlich empfangen. Mir gegenüber saß ein überaus lieber
Mensch, eine große Persönlichkeit die selbstverständlich
und liebenswürdig - frisch von der Leber weg - plaudert.
Sein atemberaubendes Repertoire an Menschentypen
in den bisher 48 Jahren seiner Karriere, findet er ganz
normal. Bescheiden erzählt er, dass er oft glücklich
war nicht für die Hauptrolle, sondern für interessante
Nebenrollen engagiert zu werden. Die Aussage und die
Qualität einer Rolle waren ihm wichtig. Genau deshalb hat
er sich auch für die herrliche Rolle des Wilfred Bond in der
Komödie am Kai entschieden. Da gibt es viele Nuancen
und Einzelheiten herauszuarbeiten und das macht einfach
unendlich Freude. Menschen zum Lachen zu bringen und
sie auch zu berühren.
Dabei fing alles so an, dass es gar nicht nach einer
künstlerischen Laufbahn aussah! Im April 1941 wurde er
in der Kleinstadt Weil am Rhein geboren, ganz nahe der
Schweizer Grenze. Er verbrachte da auch seine Kindheit und
machte eine Lehre als Speditions- und Reedereikaufmann.
Mit 18 beschloss er die Welt zu erkunden und ging nach
Paris. Zuerst blieb er seinem kaufmännischen Beruf treu.
Bald aber begann er mit künstlerischen Arbeiten den
Lebensunterhalt zu finanzieren. Er malte u.a. Karikaturen
am Montmartre.
Paris war drei Jahre sein zu Hause und seine Ausbildung
umfasste Schauspiel, und Pantomime und Chansons. Die
Größen des Chansons haben es ihn besonders angetan.
So erinnert er sich gerne an Auftritte von Edith Piaf,
Charles Aznavour, Jacques Brel und Josephine Baker im
Pariser Olympia. Dort wurde er Stammgast. “Diese Zeit
war für mich sehr wichtig und prägend” erzählt er. Ich
merke, dass er auch noch heute Leidenschaft und Liebe
zu Paris empfindet. Es war schließlich der Beginn seiner
künstlerischen Laufbahn.
Aber das Schicksal führte ihn nach Wien! Er übersiedelte
nach Österreich. Von 1963 bis 1966 besuchte er das
Reinhardt-Seminar. Bei Vilma Degischer, Susi Nicoletti,
Fred Liewehr und dem jungen Otto Schenk holte er sich
den letzen Schliff für die Bretter die die Welt bedeuten. In
Wien fühlte er sich sofort zu Hause!
Durch seine Jahre in Paris konnte er perfekt französisch und
als im Fernsehen ein Franzose neben Helmut Qualtinger
gesucht wurde begann eine wunderbare Karriere.
Jetzt waren auch seine Eltern beruhigt. Fernsehen, na
dann ist es geschafft.
Ab 1966 war er fix am Burgtheater - spielte unzählige
Rollen mit allen wunderbaren und Großen dieser Zeit. Er
erzählt dies mit einer Bescheidenheit die berührt. Seine
erste Rolle war der “Robin” Falstaffs Page in “Die lustigen
Weiber von Windsor” an der Seite u.a. von Paula Wessely,
Käthe Gold, Ewald Balser, Walter Reyer, Theo Lingen
und Hermann Thimmig. Er erzählt mir von der für ihn
beeindruckenden Zusammenarbeit mit George Tabori in
ÖTG MAGAZIN | 05
“Mein Kampf” wo er die Rolle des “Himmler” verkörperte.
Er hatte nur ein Huhn auf der Bühne und Tabori meinte
er solle einfach etwas daraus machen. So nahm er sich
einfach das Kochbuch seiner Großmutter und bereitet textlich - das Huhn nach der “Süddeutschen Küche zu.
Mit einem schelmischen Lächeln erwähnt er, dass diese
- seine Szene - in den Kritiken als Höhepunkt des Stückes
hervorgehoben wurde.
Und es waren 30 wunderbare Jahre und manchmal
natürlich auch große Herausforderungen am Wiener
Burgtheater. Er erarbeitete Rollen mit allen wichtigen
Regisseuren dieser Jahrzehnte: u.a. Savary, Lindberg,
Tabori, Strehler, Barrault und Zadek. Nicht immer war jede
Arbeit einfach, aber ich habe den Eindruck, als wäre jede
Arbeit für Heinz Zuber ein wichtiger Puzzlestein zu seiner
einzigartigen Persönlichkeit. Er nahm von jedem etwas
mit. Manchmal kommen harte Worte durch, aber nein schon wechselt er das Thema und erzählt von positiven
Ereignissen.
Neben den Burgtheater gab es auch das Musical, dass
ihn sofort holte und womit er die Herzen des Publikums
in Sturm eroberte. Von “Hello Dolly” mit Marika Rökk bis
zum “Herrn von Unruh” in “Die Schöne und das Biest” den
er über 500 mal verkörperte. Zuletzt in vielen Operetten in
Baden unter der Regie vom, leider verstorbenen, Robert
Herzl. Und auch die Volksoper holte ihn oft ins Haus.
Und dann - ist nur so ganz nebenbei - noch seine Karriere
im ORF. Es begann mit dem Film “Samba” neben Helmut
Qualtinger, dann folgten zahlreiche Auftritte in Serien
wie “Tatort” oder TV-Spiele u.a. “Familienrat” um nur
eines namentlich zu erwähnen. Seine Freude zu spielen,
zu erfreuen, seine positive Energie und die liebevolle
Einstellung mit und für Kinder zu arbeiten brachte ihn
dann zur Kindersendung “Das kleine Haus” und “Am Dam
Des”. Dies ist sicher noch vielen von Ihnen in wunderbarer
Erinnerung. Und dann wurde der Clown “Enrico” geboren.
Ich versuchte das Thema vorsichtig anzugehen, da ich es
Supergute Tage
VOLKSTHEATER | von Simon Stephens
Die sonderbare Welt des Christopher Boone
(The Curious Incident of the Dog in the Night-Time)
Wellington ist tot. Er liegt auf dem Rasen, eine Mistgabel
ragt aus seinem Körper. Wellington ist der Nachbarshund
und ausgerechnet Christopher findet seine Leiche,
sieben Minuten nach Mitternacht. Christopher Boone ist
fünfzehn Jahre, drei Monate und zwei Tage alt. Er kennt
alle Länder und deren Hauptstädte sowie sämtliche
Primzahlen bis 7507. Er mag Puzzles und Polizisten, aber
06 | ÖTG MAGAZIN
nicht wollte ihn nur mit dieser Rolle zu fokussieren - aber
Heinz Zuber kam selbst auf das Thema und erzählte mit
großer Freude und Leidenschaft von seiner Enrico-Zeit.
Interessant für mich, seine Definition, dass er mit dem
Enrico unheimlich viel machte was ihm selber ungeheuren
Spaß bereitete und dass er viel von sich selbst geben
konnte. Etwas dass vielleicht gar nicht so bewusst ist: es
war ständig viel, sehr viel Text zu lernen.
Nur etwas was Spaß macht ist auch leicht zu lernen.
Sein Enrico zauberte vielen kleinen und großen Kindern
ein Lächeln ins Gesicht und ist einfach unvergessen.
Ein klein wenig mit Stolz erzählt er dann über die immer
ausverkauften Vorstellungen des “Enrico und seine Tiere”
am Burgtheater.
Doch es gab nicht immer nur Positives. Enrico sollte aus
dem Programm verschwinden - aber eine große Aktion der
“Kronen Zeitung” zeigte wie beliebt der “Clown Enrico”
bei jung und alt war. So musste man die Sendung wieder
ins Programm nehmen. Über 4.000 Auftritte wollten es
werden. 2004 gab es den letzten. Nur ganz selten, in
Ausnahmefällen kommt “Enrico” wieder kurz zurück.
Heinz Zuber ist ab Jänner 2015 in der Komödie am
Kai zu sehen. Viel kann ich ihm, so ganz am Beginn
der Probenzeit, noch nicht entlocken. Dieses Stück
von Sir Ronald Harwood schildert die Problematik des
Alterns von Künstlern. Diese großartige Komödie ist ein
liebenswürdiger Blick auf einen Berufstand, wo Privatleben
und Beruf kaum zu trennen sind. Er hat sich sofort in diese
Rolle verliebt - erzählt er mir mit strahlenden Augen.
Und was macht Heinz Zuber privat? Mit seinem Hund
spazieren gehen und die Natur genießen!
Ein interessantes Gespräch geht zu Ende. Jetzt dürfen wir
uns auf die Vorstellungen von “Quartetto” freuen. Zögern
Sie nicht zu lange: nur bis 14. März 2015 in der Komödie
am Kai zu sehen!
Susanne Resperger
nicht die Farben Gelb und Braun. Rot hingegen liebt er,
und ein superguter Tag ist für ihn, wenn der Schulbus an
fünf hintereinander geparkten roten Autos vorbeifährt.
Unordnung, Überraschungen und fremde Menschen
versetzen ihn in Panik, denn Christopher leidet am
Asperger-Syndrom, einer leichten Form von Autismus.
Komplizierte menschliche Gefühle und Stimmungen kann
er nicht verstehen, aber in Mathematik ist er nahezu genial.
Darum ist die kommende Prüfung auch so wichtig, da sie
ihm den Weg zu einem Studium ebnen soll. Und nun das!
Gegen den Willen seines Vaters, der ihn seit zwei Jahren
allein erzieht, beginnt Christoper mit Nachforschungen
über den Hundemord; Vorbild ist ihm dabei die glasklare
Logik von Sherlock Holmes. Bei den Recherchen trifft der
Junge Menschen, mit denen er noch nie gesprochen hat,
obwohl sie in seiner Straße wohnen. Und er entdeckt einen
Stapel Briefe, die seine Mutter an ihn geschrieben hat, alle
datiert nach ihrem angeblichen Tod. Seine Ermittlungen
werden zu einem Abenteuer, das ihn aus seiner vertrauten
Umgebung in einer atemberaubenden Irrfahrt bis nach
London führt …
Durch seine akribischen Aufzeichnungen sehen wir
unsere scheinbar so geordnete Welt mit Christophers
Augen. Und das ist mitreißend, witzig und zutiefst
berührend. Mark Haddons Roman Supergute Tage oder
Die sonderbare Welt des Christopher Boone wurde 2003
ein internationaler Bestseller. Für das Londoner National
Theatre hat Simon Stephens, einer der meistgespielten
Gegenwartsdramatiker, 2012 Haddons Stoff für die
Bühne bearbeitet. „Stephens’ packende, emotionale und
theatralisch wirkungsvolle Bearbeitung ist ein Triumph
… Die Ökonomie seines Textes lässt dem Zuschauer
viel Raum für die eigene Vorstellungskraft und vermeidet
gekonnt vorschnelle Erklärungen.“ (Variety)
Fotos: © Christoph Sebastian
Floh im Ohr
VOLKSTHEATER | von Georges Feydeau
Verwechslungen. Anonyme Briefe. Ein eifersüchtiger
Spanier. Ein Mann mit Sprachfehler. Überraschungseffekte
beim Rendezvous. Hosenträger. Ohrfeigen ohne Zahl.
Sprünge in der Ehe. Seitensprünge aus der Ehe.
Überpotenz und Impotenz: Elementarteilchen einer
schwindelerregenden Farce, deren Plot sich unmöglich
in einem einigermaßen klaren Bericht zusammenfassen
lässt. Die ganze Welt ist ein Bordell, und alle Frauen und
Männer Huren und Freier – könnte man jedoch, ganz frei
nach Shakespeare, als Motto über dieses Stück setzen.
Feydeau setzt in seinem 1907 uraufgeführten Feuerwerk
der Pointenmechanik seine Figuren wie Marionetten in
Bewegung, zugespitzt durch Elfriede Jelineks sprachlich
brilliante Übersetzung. Das Personal: Kleinbürger, die
sich nach dem großen erotischen Abenteuer sehnen. Die,
während sie mit dem Kopf bereits im Plüsch ersticken,
mit den Beinen noch munter zappeln. Wie von einem
Wirbelsturm werden sie erfasst, in die Luft geschleudert
– über sich selbst hinaus, über ihre beengte Welt, und
schließlich hinweggefegt. „Wie immer bei Feydeau
zeichnet sich im ersten Akt die Gefahr eines Ehebruchs ab,
die sich im zweiten Akt drastisch erhöht und am Ende des
Stücks plötzlich wieder verflogen scheint. Doch der gleich
eingangs unterstellte Seitensprung des Protagonisten
Monsieur Chandebise findet hier niemals statt, bleibt
vielmehr bis zuletzt ein bloßer ‚Floh im Ohr‘ seiner Frau
Raymonde.“ (Wolfram Nitsch)
Fotos: © Lalo Jodlbauer
„Die Figuren meiner Stücke stelle ich mir bildlich vor – und
zwar nicht nur ihr Aussehen, sondern ihren Ausdruck,
wenn sie die Szene betreten und die Türe öffnen …“:
Reif für die Insel
NEUE TRIBÜNE WIEN | von Dirk Waanders
Anton Klemm ist ein berühmter Schauspieler. Chrysothemis
„Crissy“ Feuerstein ist sein größter Fan, und auch sein
größter Albtraum - denn Crissy ist eine Stalkerin mit
Helfersyndrom.
Das geht sogar so weit, dass Anton sich kaum mehr
getraut seine Wohnung zu verlassen.
Daher muss Antons Freund Ben das Essen liefern. Darüber
hinaus nutzt Ben Antons Wohnung in dessen Abwesenheit
um zu arbeiten – an seiner Habilitation und an seiner
hübschen Freundin Caro.
Als Anton bei Dreharbeiten über seine Kollegin stolpert und
sich dabei das Bein verstaucht, bekommt er Reha-Auszeit
verordnet. Anton beschließt diese auf Gran Canaria zu
verbringen.
Crissy hat sich mittlerweile „ganz zufällig“ mit Bens
Freundin Caro angefreundet, die ihren Plan unterstützt.
Gemeinsam reisen sie dem Schauspieler hinterher. Sonne,
Sand und Meer sollen helfen Antons Herz zu erobern.
So weit so gut – nur: Anton ist weit über 70 und Crissy,
seine Stalkerin, ebenfalls längst im zweiten Frühling
angekommen.
Wir begleiten zwei, im Grunde einsame Herzen, auf ihrem
heiteren, sandigen Pfad zueinander.
Eine heitere, einfühlsame Komödie der besonderen Art.
ÖTG MAGAZIN | 07
Sunshine
EXPERIMENT IM LICHTENWERD |
Von William Mastrosimone
mit Beate Gramer, Michael Mischinsky und
Sebastian Blechinger
Bearbeitung und Regie: Erich Martin Wolf
Bühne: Erwin Bail
Assistenz und Technik: Hannah Wölfl
Auf der Flucht vor ihrem brutalen Ehemann gerät Sunshine
in die Wohnung eines ihr unbekannten Mannes, Nelson,
der ihr widerwillig Schutz gewährt.
Nelson möchte nichts anderes, als sie so schnell wie
möglich wieder los zu werden. Sunshine aber, durch
ihre Arbeit in einer Peepshow an den Umgang mit
“unverstandenen” Männern gewöhnt, geht einfühlsam
auf ihn und seine Eheprobleme ein. Mit der Zeit wird die
Atmosphäre immer vertrauter, und als Nelson hinter der
Maske aus dick aufgetragener Schminke die warmherzige
Frau entdeckt, entspinnt sich ein intimer und zugleich
chaotischer Liebesdialog.
Diese Beziehung, die so aussichtslos und abwegig
begann, endet wie im Märchen: Nelson holt Sunshine aus
der Peepshow heraus und fährt mit ihr in eine ungewisse,
aber vielversprechende Zukunft.
Mit den dürren Worten einer Inhaltsbeschreibung ist die
Poesie dieses Studiostücks nicht wiederzugeben. Eines
ist jedenfalls sicher: William Mastrosimone ist seinem Ziel,
die schönste Liebesszene der Welt zu schaffen, sehr nahe
gekommen. Den Wechsel zwischen Witz, Spannung und
Gefühl, dabei dem Kitsch immer entwischend, macht ihm
so schnell kein anderer Autor nach.
Beate Gramer, in Klagenfurt geboren, begann im Alter von
6 Jahren mit einer Ballettausbildung und nach Abschluß
der Matura am Musikgymnasium in Viktring/Klagenfurt,
vollendente sie ihre Tanzausbildung am Konservatorium
der Stadt Wien. Nach dem Diplom arbeitete sie mehrere
Jahre als freiberufliche Tänzerin und hatte Engagements
in Österreich, Griechenland, Rumänien, Amerika und
Kanada. Anschließend entschloß sie sich noch zu einer
Schauspielausbildung an der First Filmacademy in Wien.
Nach ihrem Abschluß hatte sie Engagements am Gloria
Theater, am Schuberttheater und in der Komödie am Kai
in Wien.
Es kommt dabei alles zur Sprache, die Macheloikes der
Banken, die Burgtheatermisere, wo sie bald das Blattgold
von den Kulissen kratzen müssen, die Klassenkämpfe
in den Schulen um mehr Bildung oder das BundesheerFiasko!
Zaster - Desaster
THEATER IM CAFE PRÜCKL | Brennesseln
Die “Brennesseln” seit vielen Jahren fixer Bestandteil der
österreichischen Kabarettszene und von jeglichen Preisen
unbehelligt, werden auch in ihrem 34. Bestandsjahr nicht
müde, um ein 34. aktuelles Programm auf die Bühne zu
bringen. Angesichts der mißlichen Lage der Regierung
sieht sich diese nämlich genötigt, ein neues Ministerium
ins Leben zu rufen, das amtsübergreifend über allen
anderen steht: das Dementi-Ministerium! Sollte irgendwas
schief laufen, irgendeine Aussage zu entgegnen sein,
eine Reform abzustreiten oder schönzureden sein, das
Dementi-Ministerium ist die geeignete Plattform.
Hier wird auch alles vernichtet, was nur irgendwie das
Regieren stören könnte. Darum trifft man sich im Keller
beim Aktenvernichter, der die Republik neu ordnet. Es darf
nichts übrigbleiben was nicht sein darf!
08 | ÖTG MAGAZIN
Der Sekundenschlaf der Regierenden dauert Monate, aber
alles paßt hervorragend in die Gelduntergangsstimmung
der Gegenwart. Die Wirtschaftsforscher, also die
Prognosen-Muppets und Kommastellentüftler, reden jene
Statistiken schön, die schon morgen das Papier nicht
wert sind, auf dem sie gedruckt sind! Denn die Reichen
werden reicher und die Armen zahlreicher! Überall findet
sich ein Teppich unter dem alles gekehrt werden kann.
Man blickt auch mittels Freischaltung in die Haftzellen
diverser “Geiz-ist-geil-Aktivisten” und Steuerhinterzieher
aus der Politbranche und dem Bankenwesen, die weiter
der Meinung sind, “Korruption muß leistbar bleiben”!
Währenddessen motzt der Renitenzrentner durch die
Niederungen des Alltags, bei seiner Suada zwischen
Rollator-Parkhaus, also dem Heim, und dem Essen auf
Rädern!
Militariasammler
offenbaren
ihr
Hobby
und
Burschenschafter erquicken die Zuseher mit einem
Marsch. Die Gesellschaft verflacht wie die Bildschirme,
darum wundert es auch nicht, daß dort wo die Macht
geistlos ist, der Geist machtlos ist! Was bedeutet die
Unschuldsvermutung, wie entsteht ein Gesetz und
welchen Weg gehen Zeitungen und Journalisten?
Begonnen vom lachsfarbenen Feigenblatt bis zu Jeannee,
dem Hemingway des Prekariats? Man erfährt Näheres
über die Hausbesuche einer Partei, Hausbesuche, die
eher Heimsuchungen gleichkommen. Fragen über Fragen
tun sich auf im Unterholz des politischen Hinterwalds,
Katzenzungen
THEATER CENTER FORUM | Miguel Mihura
Konzerthaus
GROSSER SAAL
Sonntag, 22. Februar 2015, 19.30 Uhr, Großer Saal
Wiener Kammer Orchester
Narek Hakhnazaryan Violoncello
Dirigent Stefan Vladar
Georges Bizet
Symphonie Nr. 1 C-Dur
Camille Saint-Saëns Violoncellokonzert Nr. 1 a-moll op. 33
Ludwig van Beethoven
Symphonie Nr. 8 F-Dur op. 93
Camille
Saint-Saëns
sei,
so
sagte Romain Rolland, ein Mann
gewesen, “den keine Leidenschaften
quälen”. Einer mit dunklem Teint
und nervöser Disposition, feinen
scharfen Gesichtszügen und klaren,
wachen Augen. Angeblich hatte
er eine bemerkenswert schrille
und laute Stimme und sprach so
schnell, dass es schwerfiel, ihm
und dazu die ständig aktualisierten Conferencen zum
Tagesgeschehen. Das alles erwartet die Besucher im 34.
Programm der routinierten Pointenschleuderer!
Ein politisches Kabarettprogramm der “Brennesseln”
sieht nämlich so aus, daß 4 ältere Herren auf der Bühne
2 Stunden lang recht haben! Schonungslos und frech,
daß man gar nicht zum Schlucken kommt, weil einem das
Lachen im Hals steckt. Die “Brennesseln” sind nämlich in
einem Alter, in dem sie auf keine Karriere mehr Rücksicht
nehmen müssen! Sie stehen keiner Partei nahe, aber allen
unterschiedlich fern! Und das kosten sie aus, sehr zum
Gaudium des Publikums!
Zwei alte Damen, Schwestern, sind besorgt um die
Zukunft des schüchternen Vincenz. Dieser ist Besitzer
einer Schokoladenfabrik, in der Katzenzungen hergestellt
werden, und läuft Gefahr, Junggeselle zu bleiben. Die
beiden Damen sind daher überglücklich, als Vincenz ihnen
eines Tages seine neue Bekanntschaft, Babsi, vorstellt.
Dieses Mädchen, das Vincenz in einem Wiener Nachtlokal
kennen gelernt hat, und das aus dem „horizontalen
Gewerbe“ kommt, gibt sich vorerst als Studentin aus.
Allmählich wird Babsi ob ihrer Lüge von Gewissensbissen
geplagt und sie versucht, die Wahrheit zu sagen. Da ist es
aber schon zu spät: Was immer Babsi behauptet - alles
wird ihr zum Vorteil ausgelegt. Man spricht sogar von
Heirat. Nach anfänglichen Bedenken freundet sich Babsi
mit dieser Idee an.
zu folgen. Er sei, so sagte Gabriel Fauré über Camille
Saint-Saëns, sein ältester und liebster Freund und vor
allem der “vollkommenste Musiker, den wir je hatten,
vergleichbar mit den großen Meistern vergangener Tage.
Sein unbegrenztes Wissen, seine wunderbare Technik,
seine klare, erlesene Sensibilität, seine Integrität, die
Vielfalt und erstaunliche Zahl seiner Werke—rechtfertigt
dies alles nicht für ewige Zeiten seinen Anspruch auf
Anerkennung?” Das Cellokonzert mag da die Antwort
sein. Vielleicht? Bestimmt jedoch ist diesem Werk des
Komponisten quasi für ewige Zeiten seine Anerkennung
als eines der Paradestücke für Cellisten.
Charles Camille Saint-Saëns (* 9. Oktober 1835 in Paris;
† 16. Dezember 1921 in Algier) war ein französischer
Pianist, Organist, Musikwissenschaftler, Musikpädagoge
und Komponist der Romantik. Er wurde vor allem durch
seine „große zoologische Fantasie“ Karneval der Tiere und
die Oper Samson et Dalila bekannt.
Camille Saint-Saëns’ musikalisches Talent wurde schon
früh von seiner Mutter und seiner Großtante gefördert.
Mit 3 Jahren konnte er lesen, im Alter von sechs Jahren
schrieb er erste Kompositionen, mit elf Jahren gab er 1846
sein erstes öffentliches Konzert in der Salle Pleyel in Paris.
Von manchen Zeitgenossen wurde er als neuer Mozart
gehandelt. Mit 16 war er bereits Student an der Universität
in Paris, mit 15 Jahren hatte er zuvor schon die Sinfonie
A-Dur komponiert.
Am Pariser Konservatorium studierte er Klavier bei Camille
Stamaty, Orgel bei François Benoist und Komposition bei
Jacques Fromental Halévy. 1852 wurde er Organist von
Saint-Séverin in Paris. In diesem Jahr lernte er Franz Liszt
kennen, der auch musikalisch einen nachhaltigen Einfluss
auf ihn ausüben sollte.
ÖTG MAGAZIN | 09
JUBILÄUM
60
Weitere Gründungsmitglieder der Österreichischen Theatergemeinde
Amtsdirektor Walter Mock und Prof. Otto Ander
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