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Gehaltsstudie
2014
Gehaltsvergleich, Wechselneigung, kluge Köpfe –
Hard und Soft Facts aus der Marktforschung
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Ein Blick in die Branche der Marktforscher | Gehaltsstudie 2014
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis …………………………………………………………………………………… S. 1
Vorwort Dr. Anke Müller-Peters
…………………………………………………………………… S. 2
Vorwort Dr. Frank Gehring und Dr. Joachim Schroer ……………………………………………… S. 3
1. Die Gehaltsstudie 2014 ………………………………………………………………………… S. 5
1.1. Bildungsabschluss und Studienrichtung ……………………………………………………… S. 7
1.2. Unternehmensart und –größe ………………………………………………………………… S. 11
1.3. Berufserfahrung und Führungsverantwortung ………………………………………………… S. 12
1.4. Das Zusammenspiel der Gehaltsfaktoren ……………………………………………………… S. 14
1.5. Gehaltsfaktor Geschlecht ……………………………………………………………………… S. 17
1.6. Gehaltsfaktor Bundesland ……………………………………………………………………… S. 20
1.7. Die Gehaltsfaktoren im Gesamtbild …………………………………………………………… S. 21
2. Wechselbereitschaft der Arbeitnehmer in der Marktforschungsbranche ……………………… S. 23
2.1. Arbeitszufriedenheit und Engagement ………………………………………………………… S. 23
2.2. Wechselbereitschaft in der Marktforschung …………………………………………………… S. 24
2.3. Determinanten der Wechselneigung …………………………………………………………… S. 26
3. Die Sicht der Arbeitgeber ……………………………………………………………………… S. 27
3.1. War for talents …………………………………………………………………………………… S. 27
3.2. Rekrutierung …………………………………………………………………………………… S. 29
4. Berechnen Sie Ihr durchschnittliches Jahresgehalt …………………………………………… S. 32
1
Gehaltsstudie 2014 | Ein Blick in die Branche der Marktforscher
Dr. Anke Müller Peters
Liebe Leserinnen und Leser,
im Erhebungszeitraum 2013/2014
bei 55.856€. In Kapitel eins nehmen wir hierauf Bezug und zeigen
eine detaillierte Analyse der Einflussfaktoren auf das individuelle
Einkommen. Passend dazu können
Sie im Flussdiagramm am Ende des
Gehaltschecks individuell errechnen, ob Ihr Gehalt dem Branchenvergleich standhält: Eine ideale
Vorbereitung für kommende Gehaltsverhandlungen!
in diesem Jahr wird der große Gehaltscheck von marktforschung.de
vier Jahre alt. Im Januar 2010 haben
wir erstmals Leserinnen und Leser
unseres Portals dazu eingeladen
an dieser Umfrage teilzunehmen.
Seitdem haben bereits über 4.000
Einzelpersonen Angaben zu ihren
Gehältern und weiteren Aspekten
des täglichen Arbeitslebens in der
Branche gemacht. Die Auswertung
der Studie wird so von Jahr zu Jahr
und von Version zu Version genauer und detaillierter und zeichnet ein
immer klarer werdendes Bild dieses Bereichs der Marktforschungsbranche.
Herzlicher Dank gilt an dieser Stelle
den Kollegen von der tivian GmbH,
die seit 2010 sowohl die technische
Betreuung des Gehaltschecks als
auch wesentliche Teile der Datenauswertung verantworten.
Das durchschnittliche Jahresgehalt
in der Marktforschungsbranche lag
2
David gegen Goliath: Welchen
Einfluss Arbeitnehmer auf die
Arbeitgeber haben
Eine weitere große Frage, der wir
im Rahmen unserer Untersuchung
nachgegangen sind, lautet: Wandelt sich das Kräfteverhältnis am
Arbeitsmarkt? Die Antwort erhalten Sie in Kapitel zwei.
Wir betrachten unter anderem
die Einflussmöglichkeiten der Arbeitnehmer auf die Arbeitgeber.
Welche Freiheiten ausgehandelt
werden und wie Arbeitgeber ihre
Betriebe attraktiver machen können, sind Grundfragen dieses Teilabschnitts.
Marktforscherinnen und Marktforscher sind überwiegend zufrieden mit ihrer Arbeit und in hohem
Maße engagiert, für den Erfolg
ihres Unternehmens einzustehen.
Trotzdem gibt es eine Vielzahl
latent wechselbereiter Arbeitnehmer. Die hauptsächlichen Treiber
dabei sind Unzufriedenheit, fehlende Aufstiegschancen und das
eigene, als zu gering empfundene
Gehalt. Auch hier gibt Kapitel zwei
nähere Auskunft.
Kampf um die Talente
Die Perspektive der Arbeitnehmer
wird in Kapitel drei durch den Blick
der Arbeitgeber ergänzt. Die Parole „Kampf um Talente“ ist auch in
der Marktforschung angekommen.
Personaler finden es zunehmend
schwierig, gehobene Positionen
mit guten Mitarbeitern zu besetzen. Welche Faktoren diesen Trend
bedingen, lesen Sie im dritten Abschnitt.
Bitte nehmen Sie dieses Vorwort als
Appetithappen und steigen Sie auf
den folgenden Seiten tief in die Details der Erhebung ein. Ich bedanke
mich herzlich auch im Namen des
Teams von marktforschung.de für
die intensive Nutzung des Gehaltschecks und wünsche Ihnen spannende Einblicke beim Lesen der
Studie.
Herzlichst, Ihre
Dr. Anke Müller-Peters
marktforschung.de
Ein Blick in die Branche der Marktforscher | Gehaltsstudie 2014
Dr. Frank Gehring und
Dr. Joachim Schroer
Seit nunmehr vier Jahren beteiligen sich Marktforscherinnen
und Marktforscher am fortlaufenden Gehaltscheck von tivian und
marktforschung.de. Im Schnitt kamen pro Erhebungsjahr etwa 1.000
neue Datensätze hinzu, sodass wir
mittlerweile auf eine breite Datenbasis von über 4.000 Personen zurückgreifen können. Allen Teilnehmern noch einmal ein herzliches
Dankeschön!
Die Gehaltsstudie 2013 hat es gezeigt: Das Gehalt selbst macht
nicht besonders glücklich, entscheidend ist der Gehaltsvergleich. Zwischen der Gehaltshöhe
und der Arbeitszufriedenheit der
Marktforscherinnen und Marktforscher zeigte sich ein geringer
Zusammenhang. Deutlich stärker
fiel der Zusammenhang für die
Angemessenheit des Gehalts und
die Arbeitszufriedenheit aus. Der
Vergleich des eigenen Gehalts mit
dem Gesamtdurchschnitt in der
Branche ist allerdings noch wenig
aussagekräftig. Es geht vielmehr
um die Frage, wie das eigene Gehalt im Vergleich zu Kolleginnen
und Kollegen ausfällt, die die gleiche Qualifikation haben oder eine
vergleichbare Position bekleiden.
In diesem Sinne geben die Marktforscherinnen und Marktforscher
beim Gehaltscheck nicht nur an,
wie viel sie im Jahr verdienen,
sondern machen zahlreiche weitere Angaben, zum Beispiel zu Bildungsabschluss und Studienfach,
Unternehmensart und -größe, Berufserfahrung und Führungsverantwortung.
Mit der Gehaltsstudie 2014 steht
Marktforscherinnen und Marktforschern auch in diesem Jahr wieder
eine differenzierte Gehaltsanalyse zur Verfügung. Die detaillierte
Aufschlüsselung der Gehälter nach
personen- und arbeitgeberbezo-
genen Faktoren ermöglicht eine realistische Einordnung des eigenen
Gehalts. Sie kann als „Hilfestellung“
für die nächste Gehaltsverhandlung oder für die Formulierung
der Gehaltsvorstellungen in einem
Vorstellungsgespräch dienen. Aber
auch Abiturienten und Schulabgängern zeigt die Studie Wege in
die Marktforschung auf und bietet
Orientierung bei der Berufs- oder
Studienwahl. Da wir die Gehaltsstudie in diesem Jahr zum vierten
Mal veröffentlichen, blicken wir außerdem an einigen Stellen zurück
darauf, wie sich die Gehälter in den
letzten vier Jahren in der Branche
entwickelt haben.
Maximale Vergleichbarkeit bietet
unsere Systematik zur Eigenkalkulation des Gehalts am Ende der Studie. In diese Kalkulation fließen alle
berücksichtigten Gehaltsfaktoren
ein, womit es den Marktforscherinnen und Marktforschern möglich
ist, ein auf ihre individuelle Situation zutreffendes durchschnittliches
Jahresgehalt zu ermitteln.
Wir wünschen allen Leserinnen und
Lesern eine anregende Lektüre!
Dr. Frank Gehring & Dr. Joachim
Schroer, tivian GmbH
3
Gehaltsstudie 2014 | Ein Blick in die Branche der Marktforscher
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4
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Ein Blick in die Branche der Marktforscher | Gehaltsstudie 2014
1. Die Gehaltsstudie 2014
Die Gehaltsstudie stützt sich
auf einen fortlaufenden Gehaltscheck, der seit 2010 von
marktforschung.de und tivian bereitgestellt wird1. In den letzten
vier Jahren nutzten 4.148 Marktforscherinnen und Marktforscher
das Tool, um ihr eigenes Gehalt mit
den Gehältern in der Branche zu
vergleichen. Aus Gründen der Plausibilität und Datenqualität wurden
Teilnehmer mit einem Jahreseinkommen unter 15.000€ (n=80)
und über 280.000€ (n=28) nicht
berücksichtigt, womit sich die aktuelle Studie auf die Angaben von
4.040 Personen stützt. Neben dem
Jahresgehalt werden mit dem Gehaltscheck weitere Vergütungsaspekte wie variable Gehaltsanteile,
die Vergütung von Überstunden,
Zuschüsse zur betrieblichen Altersversorgung, weitere Zuschüsse
und Firmenwagen erfasst. Diese
Angaben werden für jeden Teilnehmer zu einem Gesamtwert für das
Jahreseinkommen verrechnet2. Die
im Folgenden dargestellten Analysen und Ergebnisse beziehen sich
stets auf diesen Gesamtwert.
Das durchschnittliche Jahresgehalt hat sich zwischen 52.000€
und 56.000€ „eingependelt“
Die Gehaltsstudie wird in diesem
Jahr zum vierten Mal veröffentlicht.
Grund genug, einmal zurückzublicken. Abbildung 1 gibt einen Überblick über die Gehaltsentwicklung
in der Marktforschungsbranche in
den letzten vier Jahren. Insgesamt
hat sich das durchschnittliche Jahresgehalt in der Branche zwischen
etwa 52.000€ und 56.000€ „eingependelt“ (Gesamtdurchschnitt:
54.290€/Jahr). Ein signifikanter Gehaltsunterschied ist lediglich für die
Erhebungszeiträume 2011/12 und
2013/14 festzustellen (ca. 3.700€/
Jahr bezogen auf die Mittelwerte).
Die übrigen Gehaltsunterschiede der Jahre 2010 bis 2014 sind
statistisch nicht signifikant, womit die Unterschiede im Gesamtdurchschnitt als unsystematische
Schwankungen aufgefasst werden
können.
Jahreseinkommen in €
70.000
60.000
Mittelwert
50.000
Median
40.000
30.000
Erhebungszeitraum
2010/11
(n = 1.389)
Abbildung 1.
Erhebungszeitraum
2011/12
(n = 767)
Erhebungszeitraum
2012/13
(n = 732)
Erhebungszeitraum
2013/14
(n =1.152)
Entwicklung des durchschnittlichen Jahresgehalts in der Marktforschungsbranche im Zeitraum von 2010 bis 2014
1
http://www.marktforschung.de/stellenmarkt/gehaltscheck/
2
Angaben von Teilnehmern, die Teilzeit beschäftigt waren, wurden auf eine volle Stelle hochgerechnet.
5
Gehaltsstudie 2014 | Ein Blick in die Branche der Marktforscher
Es soll aber nicht unerwähnt bleiben, dass das durchschnittliche
Jahreseinkommen im vergangenen
Erhebungszeitraum im Vergleich
zum Vorjahr um etwa 4% gestiegen ist. Das durchschnittliche Jahreseinkommen lag im Erhebungszeitraum 2013/14 bei 55.856€ und
damit noch etwas über dem bisher
höchsten Wert aus dem Zeitraum
2010/11, der 54.704€ betrug. Ob
sich diese Tendenz im kommenden
Jahr bestätigen wird, bleibt abzuwarten.
Medianwert stabil zwischen etwa
45.000€ und 48.000€
Zur weiteren Einordnung dieser
Durchschnittswerte dient der Medianwert, der gegenüber Ausreißern robuster ist als der Mittelwert.
Mit dem Median ergibt sich für die
Auswertung insgesamt ein geringeres durchschnittliches Jahresgehalt von 45.712€. Das bedeutet,
50% der Marktforscher verdienen
mehr als 45.712€ im Jahr, 50% verdienen weniger. Wie Abbildung 1
zeigt, hat sich auch der Medianwert
über die letzten vier Jahre hinweg
stabil eingependelt, und zwar zwischen etwa 45.000€ und 48.000€.
Das durchschnittliche Jahresgehalt aller Marktforscherinnen
und Marktforscher ist eine „grobe
Hausnummer“. Für den individuellen Gehaltsvergleich ist es noch
wenig aussagekräftig. Wie viel ein
6
Marktforscher verdient, hängt von
verschiedenen Einflussfaktoren ab.
So dürfte es einen Unterschied machen, wie lange jemand bereits in
der Marktforschung arbeitet und
ob er Führungsverantwortung hat.
Gehaltsunterschiede könnten sich
aber auch in Abhängigkeit vom
Studienfach, vom Bundesland oder
dem Geschlecht der Marktforscher
ergeben.
Zu den arbeitgeberbezogenen
Faktoren zählen (1) die Unterscheidung zwischen der Arbeit in einem
Institut, in einer Unternehmensberatung oder der betrieblichen
Marktforschung, (2) die Größe des
Instituts bzw. Unternehmens und
(3) das Bundesland, in dem sich der
Arbeitgeber befindet.
Die Marktforscherinnen und Marktforscher, die am Gehaltscheck teilnehmen, machen deshalb nicht
nur Angaben zu ihrem Jahresgehalt, sondern auch zu verschiedenen personen- und arbeitgeberbezogenen Faktoren (s. Abb. 2). Die
personenbezogenen Faktoren stellen im Wesentlichen die Eckdaten
des beruflichen Werdegangs dar.
Erhoben werden (1) der höchste erworbene Bildungsabschluss, (2) bei
Akademikern das Studienfach, (3)
die Länge der Berufserfahrung und
(4) der Grad der Führungsverantwortung sowie (5) das Geschlecht.
Der bewährte Aufbau der Studie
wurde auch in diesem Jahr beibehalten. Die Ergebnisdarstellung
orientiert sich am Werdegang eines Marktforschers. Der Vergleich
der Gehälter nach Bildungsabschlüssen und Studienrichtung
liefert nicht nur Marktforschern
mit Berufserfahrung Antworten
darauf, wie viel Kollegen mit vergleichbarer Qualifikation verdienen, sondern kann auch Abiturienten und Schulabgängern Wege
in die Marktforschung aufzeigen
und eine Hilfestellung bei der Berufs- oder Studienwahl sein. Nach
der Ausbildung bzw. dem Studium stellt sich für Absolventen oft
Personenbezogene Faktoren
Arbeitgeberbezogene Faktoren
Bildungsabschluss
Studienfach
Unternehmensart
Berufserfahrung
Unternehmensgröße
Führungsverantwortung
Bundesland
Geschlecht
Abbildung 2. Personen- und arbeitgeberbezogene Einflussfaktoren des Gehalts
Ein Blick in die Branche der Marktforscher | Gehaltsstudie 2014
die Frage, wo sie sich bewerben
sollen. Bei einem kleineren Unternehmen mit „Startup-Geist“ oder
doch besser in einem größeren
Betrieb oder Konzern? Die Gehaltsstudie zeigt, mit welchen Gehältern in Instituten, Beratungen und
der betrieblichen Marktforschung
zu rechnen ist und inwieweit die
Unternehmensgröße eine Rolle für
die Gehaltshöhe spielt. Im weiteren Berufsleben dürfte das Gehalt
vor allem durch die Berufserfahrung und den Grad der Führungsverantwortung bestimmt sein. Mit
der Aufschlüsselung der Gehälter
nach diesen beiden Faktoren können die Gehaltsperspektiven in der
Marktforschung abgeschätzt wer-
den. Schließlich werden auch wieder die Durchschnittsgehälter nach
Bundesländern abgebildet. Kaum
ein Marktforscher wird wegen des
Gehalts in ein anderes Bundesland
ziehen. Die Ergebnisse können
aber bei einem Wechsel zu einem
Arbeitgeber in einem anderen Bundesland eine wertvolle Hilfe für die
Formulierung der Gehaltsvorstellungen bzw. ausstehende Gehaltsverhandlungen sein.
Im Anschluss an den Gehaltsvergleich nach einzelnen Faktoren
wird das Zusammenspiel der Gehaltsfaktoren untersucht. Es wird
analysiert, ob für bestimmte Bildungsabschlüsse und Studienfä-
cher mit zunehmender Berufserfahrung und Führungsverantwortung
größere Gehaltszuwächse festzustellen sind als für andere. Schließlich ist auch das Geschlecht als Gehaltsfaktor in Betracht zu ziehen.
Es wird deshalb auch ermittelt, ob
und wie stark Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen
in der Branche ausgeprägt sind.
Im Rahmen einer Regressionsanalyse werden die Gehaltsfaktoren
abschließend im Gesamtbild betrachtet und ermittelt, wie viel Prozent der Einkommensunterschiede
insgesamt durch die einzelnen Gehaltsfaktoren vorhergesagt werden
können.
1.1. Bildungsabschluss und
Studienrichtung
Bachelor und Master auf
dem Vormarsch
Die überwiegende Mehrheit der
befragten Marktforscher hat studiert (N = 3.667). Der Anteil der
Akademiker lag in den letzten Jahren konstant bei etwa 90%. Am
stärksten sind mit 79% nach wie
vor die Diplom- und Magisterabschlüsse vertreten, die wesentlich
häufiger an einer Universität (64%;
N = 2.337) als an einer Fachhoch-
schule erworben werden (N = 559).
Der Anteil dieser Abschlüsse ist allerdings rückläufig und sank in den
letzten vier Jahren um 10 Prozentpunkte von 84% auf 74% (s. Abb.
3). Stete Zuwächse sind dagegen
bei den neuen Bachelor- und Masterabschlüssen zu verzeichnen,
die in den letzten beiden Jahren
bereits rund 20% der akademischen Abschlüsse ausmachten
(zum Vergleich: Erhebungszeitraum 2010/11: 9%; 2011/12: 14%;
2012/13: 20%; 2013/14: 21%).
Die überwiegende Mehrheit der
Marktforscher hat studiert
Aus Abbildung 3 geht außerdem
hervor, dass Bachelor- und Masterabschlüsse in den letzten Jahren etwa gleich häufig vertreten
waren. Eine Ausnahme stellt das
vergangene Jahr 2013 dar, in dem
der Anteil der Masterabschlüsse
weiter zunahm (von 10% auf 12%),
der Anteil der Bachelorabschlüsse
jedoch abnahm (von 9% auf 7%).
7
Gehaltsstudie 2014 | Ein Blick in die Branche der Marktforscher
100%
90%
Anteil der Bildungsabschlüsse in %
80%
Bachelor
70%
Master
60%
Bachelor und Master
zusammen
50%
Diplom und Magister
(Uni oder FH)
40%
Promotion
30%
20%
10%
0%
Erhebungszeitraum
2010/11
Erhebungszeitraum
2011/12
Erhebungszeitraum
2012/13
Erhebungszeitraum
2013/14
Abbildung 3. Verbreitung akademischer Abschlüsse in der Marktforschungsbranche in den Jahren 2010 bis 2014
Dies könnte darauf hindeuten, dass
sich der Masterabschluss allmählich gegenüber dem Bachelorabschluss durchsetzt. Nur geringe
Veränderungen zeigen sich bei
den Promovierten (6%, N = 227),
deren Anteil sich in den letzten
Jahren konstant zwischen 5% und
7% bewegte, sowie den Personen,
die keinen Hochschulabschluss haben (insgesamt 9%, N = 350; Ausbildung: N = 172, Abitur: N = 143,
mittlere Reife: N = 29, Hauptschulabschluss: N = 6).
Studium lohnt sich für
angehende Marktforscher
Interessanter als die Häufigkeit
der Bildungsabschlüsse sind die
Gehälter, die Personen mit diesen
Abschlüssen in der Marktforschung
erreichen. In den letzten Jahren
zeigte sich, dass sich ein Studium
8
in der Marktforschungsbranche
durchaus lohnt. Marktforscher mit
Diplom-, Magister- und Masterabschlüssen erreichen Jahresgehälter zwischen 47.000€ und 56.000€
(s. Abb. 4). Ein etwas höheres
Durchschnittseinkommen ergibt
sich für die Befragten, die nach
dem Studium noch promoviert
haben (73.860€, Median 60.060€).
Die Ergebnisse für die übrigen
Abschlüsse sollten aufgrund der
vergleichsweise kleinen Fallzahlen
mit Vorsicht interpretiert werden:
Personen mit Hauptschulabschluss
verdienen durchschnittlich etwa
26.000€ im Jahr. Bei mittlerer Reife
oder einer Ausbildung werden um
die 40.000€ erreicht. Das Durchschnittsgehalt der Teilnehmer, die
das Abitur als höchsten Abschluss
genannt haben, liegt bei knapp
57.000€.
Der Gehaltsunterschied
zwischen Bachelor- und Masterabsolventen beträgt rund 5.700€
Zwischen Bachelor- und Masterabsolventen zeigte sich in den
letzten Jahren stets ein deutlicher
Gehaltsunterschied, der insgesamt
rund 9.000€ beträgt. Marktforscher
mit Bachelorabschluss verdienen
rund 38.000€ im Jahr, Personen mit
Masterabschluss etwa 47.000€. Da
Bachelor- und Masterabschlüsse
erst seit etwas mehr als 10 Jahren
vergeben werden, haben Absolventen jedoch in aller Regel auch
weniger Berufserfahrung als ihre
Kollegen mit Diplom- und Magisterabschluss. Werden Teilnehmer miteinander verglichen, die die gleiche
Berufserfahrung haben, sind nach
wie vor keine Gehaltsunterschiede
zwischen Personen mit Diplom-
Ein Blick in die Branche der Marktforscher | Gehaltsstudie 2014
und Personen mit Masterabschluss
festzustellen.
80.000
70.000
Jahreseinkommen in €
Der Gehaltsunterschied zwischen
Bachelor- und Masterabsolventen war allerdings nie so gering
wie im letzten Erhebungszeitraum
2013/14. Wie aus Abbildung 5 hervorgeht, bewegte sich der Unterschied in den vergangenen Jahren
zwischen 10.000€ und 12.000€
pro Jahr. Im letzten Jahr betrug
die Differenz nur noch ca. 5.700€.
So sank das durchschnittliche Jahreseinkommen der Masterabsolventen erstmals deutlicher unter
die 50.000€-Marke, das Durchschnittsgehalt der Bachelorabsolventen überschritt erstmals die
40.000€-Marke. Das durchschnittliche Einkommen der Personen mit
dem Diplom- oder Magisterabschluss einer Universität liegt stabil zwischen 50.000€ und 60.000€.
Eine größere Variation weisen die
Gehälter der Personen mit FHAbschluss und Promotion auf.
Erstere sind in den letzten beiden
Jahren deutlich von ca. 50.000€
auf 64.000€ gestiegen. Letztere
machten im vergangenen Jahr einen Sprung von etwa 71.000€ auf
78.000€.
60.000
50.000
40.000
30.000
20.000
10.000
0
keine
Angabe
Hauptschule
Mittlere
Reife
Abitur
Ausbildung
Master
Diplom/
Magister FH
Diplom/
Magister
Universität
Promotion
Mittelwert 52845
26694
40245
56811
38992
38832
47282
56840
55507
73860
41000
25990
38400
45770
31350
36500
39550
49000
47520
60060
29
143
172
238
306
559
2337
227
Median
N
21
6
Abbildung 4. Jahreseinkommen nach Bildungsabschluss (Erhebungszeitrum 2010-2014)
Die Studienrichtungen der befragten Marktforscher sind sehr
vielfältig
Der Bildungsgrad der Marktforscher ist einheitlich. Recht vielfältig
sind hingegen die eingeschlagenen Studienrichtungen. Die meisten der befragten Marktforscher
haben entweder einen wirtschaftsoder aber einen geistes- bzw.
sozialwissenschaftlichen Hinter-
grund. Auf der Basis unserer Daten
ist kein deutliches Übergewicht
eines der beiden Studienfelder
festzustellen: 42% der befragten
Marktforscher wählten einen wirtschaftswissenschaftlichen Studiengang. Fast ebenso häufig sind mit
35% die Geistes- und Sozialwissenschaften vertreten.
Die Betriebswirte stellen die größte Gruppe dar (N = 1.124; s. Abb.
6), gefolgt von den Soziologen
(N = 881). 402 Teilnehmer haben
Psychologie studiert und 274 ein
Bachelor
80.000
Master
70.000
Jahreseinkommen in €
Bachelor
60.000
Bachelor und Master
(FH)
50.000
Diplom und Magister
(Uni)
40.000
Promotion
30.000
Erhebungszeitraum
2010/11
Erhebungszeitraum
2011/12
Erhebungszeitraum
2012/13
Erhebungszeitraum
2013/14
Abbildung 5. Durchschnittliche Jahresgehälter nach akademischen Abschlüssen in den Jahren 2010 bis 2014
9
Gehaltsstudie 2014 | Ein Blick in die Branche der Marktforscher
anderes wirtschaftswissenschaftliches Fach. Ein kleiner Teil der Befragten kommt aus der Mathematik
(N = 54). Ein gutes Fünftel (22%; N
= 788) ordnet sich einem anderen
Studienfach („Sonstiges“) zu. In
dieser Gruppe findet sich eine Vielzahl von Studienfächern, häufig
genannt werden Medien-, Kommunikations-, Kultur-, Sprach- und
Politikwissenschaften.
Die Jahresgehälter der BWLer,
Wirtschaftswissenschaftler
und
Psychologen unterscheiden sich
nur geringfügig. Sie verdienen
rund 56.000€ bis 59.000€ pro Jahr.
Etwas weniger verdienen die Volkswirte (rund 54.000€/Jahr) und die
Soziologen (rund 49.000€/Jahr).
Deutlich höher ist das durchschnittliche
Einkommen
der
Mathematiker (rund 68.000€/Jahr),
das jedoch aufgrund der geringen
Teilnehmerzahl nach wie vor nur
eingeschränkt mit den Gehältern
der anderen Gruppen zu vergleichen ist.
BWLer, Wirtschaftswissenschaftler und Psychologen verdienen im Schnitt 56.000€ bis
59.000€ pro Jahr
Abbildung 7 zeigt die Entwicklung des durchschnittlichen Jahreseinkommens von Absolventen
der häufig genannten Studiengänge BWL, VWL, Psychologie und
Soziologie sowie weiterer wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge in den letzten vier Jahren.
Die Jahresgehälter der BWLer und
Psychologen haben sich zwischen
etwa 55.000€ und 60.000€ eingependelt. Das durchschnittliche
Einkommen der Soziologen liegt
stabil um 50.000€ im Jahr. Größere Schwankungen zeigen sich bei
den Gehältern der Volkswirte und
der sonstigen Wirtschaftswissenschaftler. Diese sind aufgrund der
geringen Stichprobengröße in den
jeweiligen Auswertungsgruppen
(N = 27 bis N = 90) jedoch nur eingeschränkt interpretierbar.
80.000
Jahreseinkommen in €
70.000
60.000
50.000
40.000
30.000
20.000
10.000
0
Psychologie
Soziologie
Mathematik
Sontiges
BWL
VWL
Sonstiges
wirtschaftswissenschaftliches
Studium
Mittelwert
59467
53931
56326
57828
49069
68283
52984
Median
49500
44750
48280
48000
42040
54308
45222
N
1124
138
274
402
881
54
778
Abbildung 6. Jahreseinkommen nach Studienfach (Erhebungszeitrum 2010-2014)
10
Ein Blick in die Branche der Marktforscher | Gehaltsstudie 2014
BWL
80.000
VWL
Jahreseinkommen in €
70.000
60.000
Sonstiges wirtschaftswissenschaftliches
Studium
50.000
Psychologie
40.000
Soziologie
30.000
Erhebungszeitraum
2010/11
Erhebungszeitraum
2011/12
Erhebungszeitraum
2012/13
Erhebungszeitraum
2013/14
Abbildung 7. Durchschnittliche Jahresgehälter nach Studiengängen in den Jahren 2010 bis 2014
1.2. Unternehmensart und -größe
Die meisten der befragten Marktforscher arbeiten in einem Marktoder
Sozialforschungsinstitut
(N = 2.801). Dort werden mit durchschnittlich 51.354€ pro Jahr aber
keineswegs die höchsten Gehälter
erzielt. Personen aus der betrieblichen Marktforschung (N = 718)
verdienen rund 66.000€ und damit
etwa 15.000€ mehr im Jahr. Sie liegen auch vor den Kollegen in den
Beratungen (N = 268), deren durchschnittliches Jahreseinkommen bei
rund 54.000€ liegt.
Die Größe des Unternehmens
hat Einfluss auf die Höhe des
Gehalts
Für das Gehalt „vorteilhaft“ ist
außerdem ein größeres Unternehmen (s. Abb. 8). In kleineren Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitern
werden im Durchschnitt zwischen
48.000€ und 50.000€ gezahlt. In
Unternehmen mit über 100 Mitarbeitern liegt das durchschnittliche
Jahreseinkommen der Marktforscher bei ca. 55.000€ und bei über
500 Mitarbeitern bei ca. 64.000€.
Die
Gegenüberstellung
der
Gehälter nach Art und Größe
des Unternehmens führte in den
letzten Jahren zu vergleichbaren
Ergebnissen.
11
Gehaltsstudie 2014 | Ein Blick in die Branche der Marktforscher
N
Mittelwert (Streuung)
Median
Unternehmensart
Markt- oder Sozialforschungsinstitut
2.801
51.354 (28.378)
43.080
Unternehmensberatung
268
54.754 (28.220)
46.291
Unternehmen (betriebliche Marktforschung)
718
66.729 (32.031)
59.950
Sonstiges
218
48.238 (22.909)
42.860
35
68.230 (55.061)
53.400
1-5 Mitarbeiter
282
48.528 (29.073)
40.000
6-10 Mitarbeiter
329
48.790 (26.969)
42.000
1.146
49.496 (26.106)
42.250
51-100 Mitarbeiter
515
48.990 (25.475)
41.500
101-500 Mitarbeiter
665
55.520 (33.140)
45.500
1.094
64.128 (31.204)
56.020
9
62.979 (48.675)
46.429
keine Angabe
Unternehmensgröße
11-50 Mitarbeiter
mehr als 500 Mitarbeiter
keine Angabe
Abbildung 8.
Jahreseinkommen nach Unternehmensart und -größe (Erhebungszeitraum 2010-2014)
1.3. Berufserfahrung und Führungsverantwortung
Wie sind die Perspektiven
in der Marktforschung?
Im weiteren Berufsleben sollte
es für die Gehaltshöhe vor allem
von Bedeutung sein, wie viel Berufserfahrung ein Marktforscher
mitbringt und ob er Führungsverantwortung hat. In Bezug auf die
Länge der Berufserfahrung zeigen
die Teilnehmer des Gehaltschecks
12
eine ausgewogene Verteilung;
es nahmen sowohl „Neulinge“ wie
auch „alte Hasen“ teil, die seit über
20 Jahren im Geschäft sind.
Vergleicht man die Jahresgehälter von Marktforschern mit unterschiedlicher Berufserfahrung,
zeichnet sich mit zunehmender
Erfahrung ein kontinuierlicher
Gehaltsanstieg ab (s. Abb. 9). Im
ersten Berufsjahr liegt das durch-
schnittliche Gehalt bei 33.967€
(2013: 33.875€), nach drei Jahren
werden 46.304€ (2013: 46.145€)
erreicht und nach sechs Jahren bereits 55.445€ (2013: 54.957€). Mit
über 10-jähriger Berufserfahrung
können schließlich rund 70.000€
und bei mehr als 20 Berufsjahren
kann sogar ein Jahresgehalt von
100.000€ erreicht werden.
Ein Blick in die Branche der Marktforscher | Gehaltsstudie 2014
N
Mittelwert (Streuung)
Median
bis 1 Jahr
461
33.967 (8.641)
33.600
bis 3 Jahre
841
37.503 (12.552)
36.400
bis 6 Jahre
858
46.304 (12.855)
44.055
bis 10 Jahre
631
55.445 (18.268)
52.000
bis 15 Jahre
644
68.810 (29.778)
62.140
bis 20 Jahre
291
83.148 (38.252)
74.150
mehr als 20 Jahre
305
93.135 (48.996)
82.200
9
56.026 (27.180)
52.000
Berufserfahrung
keine Angabe
Abbildung 9. Jahreseinkommen nach Berufserfahrung (Erhebungszeitraum 2010-2014)
Marktforscher mit Führungsverantwortung verdienen im
Durchschnitt 71.626€
Ein schnellerer und auch stärkerer
Gehaltsanstieg kann durch eine
Führungsposition erzielt werden.
Auch in der Marktforschung gibt
es erwartungsgemäß Gehaltsun-
terschiede in Abhängigkeit davon, ob und wie viele Mitarbeiter
geführt werden (s. Abb. 10). Für
die Befragten, die keine Führungsverantwortung haben, ergibt sich
ein durchschnittliches Gehalt von
45.356€ (2013: 44.222€). Für Personen mit Führungsverantwortung
liegt der Durchschnitt bei 71.626€
(2013: 71.524€) und damit um rund
26.000€ höher. Bei einer Führungsspanne von bis zu 20 Mitarbeitern
werden bereits über 80.000€ erreicht. Marktforscher, die für eine
größere Anzahl an Mitarbeitern
verantwortlich sind oder der Geschäftsführung angehören, erreichen mitunter Jahresgehälter von
100.000€.
N
Mittelwert (Streuung)
Median
2.599
45.356 (17.183)
41.716
bis 5 Mitarbeiter
892
60.703 (28.184)
54.000
bis 20 Mitarbeiter
264
83.104 (38.863)
75.000
bis 100 Mitarbeiter
41
91.816 (58.405)
87.000
über 100 Mitarbeiter
16
84.110 (70.623)
52.553
170
105.072 (54.088)
97.305
58
41.255 (12.476)
39.607
Führungsverantwortung
keine Führungsverantwortung
Geschäftsführung
keine Angabe
Abbildung 10. Jahreseinkommen nach Führungsverantwortung (Erhebungszeitraum 2010-2014)
13
Gehaltsstudie 2014 | Ein Blick in die Branche der Marktforscher
1.4. Das Zusammenspiel der
Gehaltsfaktoren
Die Höhe des Gehalts ist durch verschiedene personen- und arbeitgeberbezogene Faktoren wie Bildungsabschluss, Studienfach oder
Unternehmensgröße
bestimmt.
Im Folgenden geht es darum, inwieweit die einzelnen Gehaltsfaktoren zusammenspielen. Im Fokus
stehen dabei die Berufserfahrung,
die Führungsverantwortung und
das Geschlecht der Marktforscher.
Zeichnen sich für bestimmte Bildungsabschlüsse und Studiengänge mit zunehmender Berufserfahrung oder Führungsverantwortung
unterschiedlich starke Gehaltszuwächse ab? Und verdienen Frauen
bei gleicher Berufserfahrung bzw.
Führungsverantwortung genauso
viel wie Männer?
Personenbezogene
Faktoren und Berufserfahrungen
In Abbildung 11 sind die durchschnittlichen Gehälter der befragten Marktforscher nach Bildungsabschluss und Berufserfahrung
zusammengestellt. Für die beiden
Gehaltsfaktoren kann eine Wechselwirkung nachgewiesen werden.
So unterscheiden sich die Gehälter
von Diplom-, Bachelor- und Masterabsolventen im ersten Berufsjahr nur geringfügig. Absolventen
mit Masterabschluss verdienen
sogar etwas mehr als Absolventen
mit Diplom. Personen, die eine Promotion vorweisen können, steigen
etwas höher ein als die übrigen
Gruppen.
Deutliche Gehaltszuwächse
nach drei Jahren im
Unternehmen
Ab drei Berufsjahren sind schließlich in allen Gruppen deutlichere
Gehaltszuwächse
festzustellen
(s. Abb. 11). Personen mit Diplom-,
Magister- und Masterabschlüssen
verdienen bei bis zu drei Jahren
Berufserfahrung rund 37.000€ bis
39.000€. Danach liegen die durchschnittlichen Gehälter zwischen
44.000€ und 48.000€. In den letzten
Jahren zeigten sich dabei mit zunehmender Berufserfahrung auch
größere Unterschiede zwischen
den Abschlüssen. Im letzten Erhebungszeitraum verringerten sich
diese Unterschiede. So verzeichneten die herkömmlichen Diplomund Magisterabschlüsse im letzten
Jahr nach drei Jahren Berufserfahrung noch einen Gehaltsvorsprung
von rund 5.000€ gegenüber den
Masterabschlüssen. In diesem Jahr
liegen die Durchschnittsgehälter
mit 46.000€ bis 48.000€ nicht mehr
über dem Durchschnitt der Personen mit Masterabschluss.
Berufserfahrung
bis 1 Jahr
Mittelwert
N
(Streuung)
Berufserfahrung
bis 3 Jahr
Mittelwert
N
(Streuung)
Berufserfahrung
bis 6 Jahr
Mittelwert
N
(Streuung)
Bachelor
76
33.785 (9.787)
83
35.250 (7.956)
31
46.143 (19.600)
Master
96
34.751 (6.032)
105
38.886 (12.464) 47
44.163 (11.821)
Diplom/ Magister FH
37
32.793 (8.627)
97
37.250 (6.530)
136 48.429 (13.112)
Diplom/ Magister Uni
210
33.565 (8.142)
442
38.326 (8.780)
552 46.443 (11.743)
Promotion
13
45.633 (9.093)
26
49.309 (8.366)
44
Bildungsabschluss
54.287 (13.218)
Abbildung 11.
Jahreseinkommen nach Bildungsabschluss und Berufserfahrung (Erhebungszeitraum 2010-2014)
14
Ein Blick in die Branche der Marktforscher | Gehaltsstudie 2014
Aus Abbildung 12 geht hervor, wie
sich die durchschnittlichen Jahresgehälter für verschiedene Studienfächer mit zunehmender Berufserfahrung entwickeln. Auch für diese
beiden Gehaltsfaktoren ist eine
Wechselwirkung festzustellen. Be-
sonders stark ist der Einkommenszuwachs bei den Betriebswirten.
Nach sechs Jahren Berufstätigkeit
verdienen BWLer 15.800€ mehr als
beim Einstieg. Etwas geringer fällt
der Zuwachs bei den anderen Wirtschaftswissenschaftlern und bei
den Psychologen aus. Die Gehälter der Soziologen und der sonstigen Studiengänge fallen hingegen
nach einigen Berufsjahren deutlich
geringer aus als die der anderen
Gruppen.
Berufserfahrung
bis 1 Jahr
Mittelwert
N
(Streuung)
Berufserfahrung
bis 3 Jahr
Mittelwert
N
(Streuung)
Berufserfahrung
bis 6 Jahr
Mittelwert
N
(Streuung)
BWL
103
34.442 (7.278)
217
38.730 (7.237)
244 50.270 (13.887)
VWL
23
34.197 (8.039)
40
40.533 (8.417)
26
47.310 (8.286)
Sonstiges wirtschaftswiss. Studium
30
35.389 (10.701)
56
38.825 (9.630)
54
49.496 (13.873)
Psychologie
47
33.457 (8.345)
76
40.119 (11.355) 67
46.864 (9.635)
Soziologie
137
33.500 (7.574)
201
36.780 (8.555)
225 44.797 (11.356)
Mathematik
7
38.703 (7.554)
5
36.920 (5.784)
11
Sonstiges
84
34.231 (9.728)
157
38.089 (11.504) 182 44.562 (11.963)
Studienfach
50.406 (16.039)
Abbildung 12.
Jahreseinkommen nach Studienfach und Berufserfahrung (Erhebungszeitraum 2010-2014)
Personenbezogene
Faktoren und Führungsverantwortung
Nicht nur für die Berufserfahrung,
sondern auch für die Führungsverantwortung sind Wechselwirkungen mit personenbezogenen
Faktoren in Betracht zu ziehen. Auf
Basis der Daten des Gehaltschecks
ist sowohl für den Bildungsabschluss als auch für das Studienfach eine Wechselwirkung mit der
Führungsverantwortung
festzustellen. Das bedeutet, für Marktfor-
scher, die bestimmte Bildungsabschlüsse erworben bzw. bestimmte
Fächer studiert haben, zeigen sich
mit zunehmender Führungsverantwortung unterschiedlich starke Gehaltszuwächse.
Abbildung 13 gibt einen Überblick über das durchschnittliche
Jahreseinkommen nach Bildungsabschluss, Studienfach und Führungsverantwortung.
Geringere
Gehaltszuwächse ergeben sich
für die Marktforscher mit Bachelorabschluss. Hier liegt das durchschnittliche Jahresgehalt auch bei
größeren Führungsspannen unter
50.000€. Die übrigen Gruppen erzielen mit zunehmender Führungsverantwortung durchschnittliche
Jahresgehälter zwischen 60.000€
und 80.000€ und bei Zugehörigkeit zur Geschäftsführung mitunter auch über 100.000€. Diese
Unterschiede könnten jedoch wie
erwähnt auch darauf zurückzuführen sein, dass Bachelor- und
Masterabschlüsse erst seit kurzem
erworben werden und Absolventen auf eine kürzere Berufstätigkeit
zurückblicken.
15
Gehaltsstudie 2014 | Ein Blick in die Branche der Marktforscher
Wirtschaftswissenschaftler
verdienen bei mittelgroßen
Führungsspannen mehr als
Marktforscher mit einem anderen
Studium
Die Auswertung nach Studienfächern (s. Abb. 13) zeigt, dass Wirtschaftswissenschaftler bei mittelgroßen Führungsspannen von bis
zu 20 Mitarbeitern im Durchschnitt
mehr verdienen als die Vertreter
der anderen Studienfächer. Bei
größeren Führungsspannen oder
Zugehörigkeit zur Geschäftsführung sind diese Unterschiede nicht
mehr zu finden. Die kleine Gruppe
der Mathematiker ist aufgrund der
noch geringen Fallzahlen nur bedingt mit den übrigen Gruppen zu
vergleichen.
Keine Führungsverantwortung
Mittelwert
N
(Streuung)
Bis zu
20 Mitarbeiter
Mittelwert
N
(Streuung)
Bachelor
179
38.110 (13.033)
49
41.233 (14.965) 5
44.111 (17.484)
Master
240
41.669 (15.986)
51
59.624 (34.409) 14
98.802 (55.230)
Diplom/ Magister FH
359
48.002 (18.558)
167
69.490 (35.358) 28
97.657 (57.717)
Diplom/ Magister Uni
1500
46.581 (15.819)
685
67.156 (31.047) 124 101.727 (49.326)
Promotion
106
56.827 (17.359)
92
81.486 (33.389) 25
121.192 (63.581)
BWL
707
49.184 (18.282)
340
72.127 (35.852) 68
104.921 (59.826)
VWL
97
43.890 (13.125)
27
72.979 (27.036) 13
90.636 (31.843)
Sonstiges wirtschaftswiss. Studium
187
47.326 (15.442)
73
72.786 (38.393) 11
105.715 (41.334)
Psychologie
243
46.398 (17.981)
120
67.203 (25.810) 33
109.515 (62.333)
Soziologie
597
43.128 (13.337)
233
58.963 (27.079) 34
91.241 (43.801)
Mathematik
27
49.204 (29.048)
23
85.977 (47.713) 3
107.101 (71.784)
Sonstiges
521
45.043 (16.018)
227
63.844 (29.397) 34
102.023 (48.762)
Mehr als 20 Mitarbeiter,
Geschäftsführung
N
Mittelwert
(Streuung)
Bildungsabschluss
Studienfach
Abbildung 13.
Jahreseinkommen nach Bildungsabschluss, Studienfach und Führungsverantwortung
(Erhebungszeitraum 2010-2014)
16
Ein Blick in die Branche der Marktforscher | Gehaltsstudie 2014
1.5. Gehaltsfaktor Geschlecht
Am 21. März 2014 war „Equal Pay
Day“, ein internationaler Aktionstag
für die Entgeltgleichheit von Frauen und Männern, der in Deutschland 2008 erstmals auf Initiative
der Business und Professional Women (BPW) Germany durchgeführt
wurde3. Das sog. „Gender Pay Gap“,
der Verdienstunterschied zwischen
den Geschlechtern, betrug in
Deutschland im vergangenen Jahr
22% zugunsten der Männer. Der
Unterschied liegt seit 2006 konstant bei 22% bis 23%. Auch der
innerdeutsche Ost-West-Vergleich
ergibt Unterschiede: In den westdeutschen Bundesländern verdienten Männer rund 23% mehr als
Frauen, in den ostdeutschen Bundesländern lediglich 8% mehr4.
„Verdienstlücke“ zwischen
Marktforscherinnen und Marktforschern hat sich in den letzten
vier Jahren etwas geschlossen
Auch für die Marktforschungsbranche stellten wir in den letzten
Jahren stets Verdienstunterschiede
fest. Das Gender Pay Gap bewegte sich zwischen 22% und 24%. In
diesem Jahr ermitteln wir für die
Branche insgesamt eine „Lücke“
von 20%, der Verdienstunterschied
fällt also etwas geringer aus als in
den Vorjahren. Die Marktforscherinnen, die am Gehaltscheck teilnahmen, erzielen ein durchschnittliches Jahresgehalt von 42.350€
(Median), der Durchschnitt der
Männer liegt bei 50.975€ (Median)
und damit um 8.625€ über dem
Wert der Kolleginnen. Wertet man
den Gehaltscheck für Ost- und
Westdeutschland getrennt aus,
ergibt sich für Ostdeutschland ein
Verdienstunterschied von 8% und
für Westdeutschland von 21% zugunsten der Männer (bezogen auf
die Medianwerte). Diese Werte
entsprechen in etwa den bundesweit vorzufindenden Verhältnissen.
Insgesamt lassen unsere Daten erfreulicherweise erkennen, dass
sich die „Verdienstlücke“ zwischen
Marktforschern in den letzten vier
Jahren etwas geschlossen hat. So
betrug das unbereinigte Gender Pay
Gap im letzten Erhebungszeitraum
nur noch 14%, allerdings bewegte sich das bereinigte Gender Pay
Gap in den letzten beiden Jahren
nach wie vor zwischen 7% und 9%
(s. Abb. 14).
30%
Gender Pay Gap in %
25%
20%
Unbereinigtes
Gender Pay Gap
15%
Bereinigtes
Gender Pay Gap
10%
5%
0%
Erhebungszeitrum
2010/11
Erhebungszeitrum
2011/12
Erhebungszeitrum
2012/13
Erhebungszeitrum
2013/14
Abbildung 14. Entwicklung des Gender Pay Gaps in der Marktforschungsbranche in den Jahren 2010 bis 2014
5
3
www.equalpayday.de (letzter Aufruf am 11.04.2014)
4
https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2014/03/PD14_104_621.html (letzter Aufruf am 11.04.2014)
5
Die Berechnung des Gender Pay Gaps bezieht sich jeweils auf die Medianwerte
17
Gehaltsstudie 2014 | Ein Blick in die Branche der Marktforscher
Deutlicher kommen die Gehaltsunterschiede zwischen Frauen
und Männern mit zunehmender
Berufserfahrung und Führungsverantwortung zum Tragen. Für beide
Faktoren ist eine Wechselwirkung
mit dem Geschlecht nachweisbar.
Aus Abbildung 15 geht hervor,
wie sich die Gehälter von Marktforscherinnen und Marktforschern
mit zunehmender Berufserfahrung
entwickeln. Gehaltsunterschiede
zeigen sich dabei vor allem nach
mehrjähriger Berufserfahrung. Bei
über 10 Jahren verzeichnen Männer wesentlich stärkere Gehaltszu-
wächse als Frauen. Nach über 20
Berufsjahren steigen die Gehälter
nicht mehr so stark an, doch ist der
Gehaltsanstieg auch hier bei den
Männern deutlicher als bei den
Frauen.
Jahreseinkommen in €
120.000
100.000
80.000
Marktforscherinnen
Marktforscher
60.000
40.000
20.000
bis 1 Jahr
bis 3 Jahre
bis 6 Jahre
bis 10 Jahre
bis 15 Jahre
bis 20 Jahre
mehr als 20
Jahre
Abbildung 15.
Gehaltsentwicklung von Marktforscherinnen und Marktforschern mit zunehmender Berufserfahrung (Erhebungszeitraum 2010-2014)
Ähnlich entwickeln sich die Gehälter in Abhängigkeit von Geschlecht
und Führungsverantwortung (s.
Abb. 16). Besonders deutlich zeigen sich die Gehaltsunterschiede
ab Führungsspannen von 20 bis
100 Mitarbeitern. Für noch größere Führungsspannen und Mit-
18
glieder der Geschäftsführung
entwickeln sich die Gehälter von
Marktforscherinnen und Marktforschern zwar ähnlich, die Gehälter
der männlichen Kollegen liegen
jedoch zumeist um ca. 10.000€ bis
20.000€ über den Gehältern der
weiblichen Kollegen. Die Gehälter
und Gehaltsunterschiede für Führungsspannen bis 100 und über
100 Mitarbeitern sollten aufgrund
der geringen Fallzahlen (zwischen
N = 6 und N = 33) noch mit Vorsicht
interpretiert werden.
Ein Blick in die Branche der Marktforscher | Gehaltsstudie 2014
Jahreseinkommen in €
120.000
100.000
80.000
Marktforscherinnen
Marktforscher
60.000
40.000
un
g
te
r
sc
Ge
üb
er
10
0
hä
M
fts
ita
fü
rb
hr
ei
te
r
ita
bi
s1
00
M
0
s2
bi
M
ita
rb
ei
rb
ei
te
r
te
r
ei
rb
ita
M
s5
bi
Ke
i
ve ne F
ra ü
nt hr
w un
or g
tu sng
20.000
Abbildung 16.
Gehaltsentwicklung von Marktforscherinnen und Marktforschern in Abhängigkeit von der Führungsverantwortung (Erhebungszeitraum 2010-2014)
Im Rahmen einer Regressionsanalyse, in die neben dem Geschlecht
auch die übrigen Gehaltsfaktoren
einflossen, konnte außerdem gezeigt werden, dass das Geschlecht
einen eigenständigen, über die
anderen Gehaltsfaktoren hinausgehenden Einfluss auf die Gehaltshöhe hat (s. S. 21f ). Hierbei wurden
aus Gründen der Aktualität nur
die Daten der letzten beiden Erhebungswellen 2012/13 und 2013/14
berücksichtigt. Werden alle anderen Faktoren mit berücksichtigt,
können der Analyse zufolge 0,6%
der Einkommensvarianz auf das
Geschlecht der Marktforscher zurückgeführt werden.
5
Männer erhalten durchschnittlich
4.542€ mehr als Frauen
Pro Jahr bedeutet das unseren
Daten zufolge aber für Männer
mit gleichen Voraussetzungen
(Bildungsabschluss, Studienfach,
Berufserfahrung,
Führungsverantwortung,
Unternehmensart
und -größe, Bundesland) durchschnittlich 4.542€ mehr im Jahr
als für Frauen (s. auch Systematik
zur Eigenkalkulation des Gehalts
am Ende dieser Studie (s. S. 32).
Gemessen am Durchschnittseinkommen aller Marktforscher waren
damit in den letzten beiden Jahren
etwa 8% des Einkommens auf das
Geschlecht zurückzuführen Dieses
sog. „bereinigte Gender Pay Gap“
entspricht den in Deutschland
branchenübergreifend gefundenen bereinigten Verdienstabständen zwischen Frauen und Männern6.
https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2013/03/PD13_108_621.html (letzter Aufruf am 11.04.2014)
19
Gehaltsstudie 2014 | Ein Blick in die Branche der Marktforscher
1.6. Gehaltsfaktor Bundesland
Wo verdienen Marktforscher am meisten?
Die Gehaltsstudie stützt sich mittlerweile auf Daten aus fast allen
Bundesländern. Am stärksten
sind die Bundesländer Bayern
(N = 986), Nordrhein-Westfalen
(N = 873), Hamburg (N = 690) und
Hessen (N = 479) vertreten. Auch aus
den übrigen Ländern haben mittlerweile viele Marktforscherinnen
und Marktforscher teilgenommen
(s. Abb. 17).
„Lohngefälle“ zwischen Nordund Süd- sowie Ost- und Westdeutschland
Auch in diesem Jahr sind, wie in
den letzten Jahren, „Lohngefälle“
zwischen Nord- und Süd- sowie
Ost- und Westdeutschland festzustellen. Im Norden der Republik
(Schleswig-Holstein, MecklenburgVorpommern und Niedersachsen)
verdienen Marktforscher im Durchschnitt 49.339€ (2013: 47.587€) und
damit jährlich rund 9.000€ weniger
als die Kollegen im Süden (Bayern,
Baden-Württemberg und Hessen),
deren durchschnittliches Jahresgehalt bei 58.005€ (2013: 57.703€)
liegt. Für die „neuen Bundesländer“ ergibt sich ein durchschnittliches Jahresgehalt von 41.098€
(2013: 39.552€). Marktforscher in
Ostdeutschland verdienen damit
durchschnittlich rund 14.000€
weniger als die Kollegen in Westdeutschland, deren Durchschnitt7,8
bei 55.601€ liegt (2013: 54.826€).
Die Gehälter in den alten und neuen Bundesländern haben sich zwar
in den letzten Jahren etwas angeglichen. Für die Marktforschung
sind aber auf der Basis der vorliegenden Daten nach wie vor (statistisch) bedeutsame Einkommensunterschiede zwischen Ost- und
West-, aber auch zwischen Nordund Süddeutschland vorzufinden.
80.000
70.000
60.000
50.000
40.000
30.000
20.000
10.000
0
keine
Angabe
BadenWürttemberg
Bayern
Berlin
Bremen
Hamburg
Hessen
Niedersachsen
NRW
Saarland
Rheinland-Pfalz
SchleswigHolstein
Neue Bundesländer
Mittelwert
58984
54780
58569
47847
52230
51915
59206
49603
52219
61760
48759
48681
41098
Median
48400
27962
47910
42000
41327
43335
49300
42300
45680
51600
42020
43980
37520
96
351
986
221
26
690
479
119
873
5
64
42
88
N
Abbildung 17. Jahreseinkommen nach Bundesland (Erhebungszeitrum 2010-2014)
20
7
Die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen wurden aus den Vergleichen zwischen Nord- und Süd- bzw. Ost- und Westdeutschland ausgeschlossen, da häufig auch ein
Lohngefälle zwischen städtisch und ländlich geprägten Regionen festzustellen ist.
8
Die Ergebnisse für Bremen und das Saarland sind aufgrund der geringen Zahl an Antworten (N = 26 bzw. N = 5) nur eingeschränkt mit den übrigen Werten zu vergleichen.
Ein Blick in die Branche der Marktforscher | Gehaltsstudie 2014
1.7. Die Gehaltsfaktoren im Gesamtbild
Mit einer Regressionsanalyse können die verschiedenen personen- und arbeitgeberbezogenen
Gehaltsfaktoren schließlich im Gesamtbild betrachtet werden. Das
Ergebnis dieser Analyse zeigt, wie
stark sich die einzelnen Gehaltsfaktoren auf die Höhe des Gehalts
auswirken, wenn zugleich alle
anderen Faktoren berücksichtigt
werden. Hierfür werden die Faktoren schrittweise in ein Regressionsmodell aufgenommen. Mit jedem
9
Regressionsschritt wird geprüft,
ob der neu aufgenommene Gehaltsfaktor einen eigenständigen,
über die bereits in das Modell aufgenommenen Faktoren hinausgehenden Beitrag zur Vorhersage der
Gehaltshöhe leistet9.
Das Ergebnis der Regressionsanalyse ist in Abbildung 18 dargestellt. Es ist aufgeführt, wie viel Prozent der Einkommensunterschiede
durch die einzelnen Gehaltsfak-
toren und nach jedem Schritt
insgesamt aufgeklärt werden
können. Die Ergebnisse aus dem
letzten Jahr sind zum Vergleich in
Klammern aufgeführt. Die eigenständigen Beiträge der einzelnen
Faktoren sind der linken Spalte in
Abbildung 18 zu entnehmen. Der
Anteil insgesamt aufgeklärter Varianz in den Gehaltsunterschieden
wird in der rechten Spalte berichtet, in der die einzelnen Beiträge
schrittweise aufsummiert werden.
Im ersten Regressionsschritt wurde dabei derjenige Gehaltsfaktor in das Regressionsmodell aufgenommen, der den größten Beitrag zur Aufklärung der Gehaltsunterschiede leistet.
In den darauf folgenden Regressionsschritten wurde stets der Faktor eingeführt, dem über die vorangehenden Faktoren hinaus die größte Vorhersagekraft zukommt.
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21
Gehaltsstudie 2014 | Ein Blick in die Branche der Marktforscher
Zusätzlicher Beitrag der
weiteren Gehaltsfaktoren
(1) Berufserfahrung
Anteil aufgeklärter
Einkommensunterschiede
38,4% (2013: 40,3%)
(2) Führungsverantwortung
9,4% (2013: 9,1%)
47,8% (2013: 49,4%)
(3) Unternehmensgröße
4,7% (2013: 3,4%)
52,4% (2013: 52,8%)
(4) Bildungsabschluss
1,5% (2013: 2,5%)
54,0% (2013: 55,3%)
(5) Bundesland
1,8% (2013: 1,0%)
55,7% (2013: 56,3%)
(6) Unternehmensart
1,4% (2013: 0,9%)
57,1% (2013: 57,2%)
(7) Geschlecht
0,6% (2013: 0,4%)
57,7% (2013: 57,6%)
(8) Studienfach
0,4% (2013: 0,3%)
58,1% (2013: 58,0%)
Abbildung 18.
Aufklärung von Gehaltsunterschieden durch personen- und arbeitgeberbezogene Faktoren
(Erhebungszeitraum 2010-2014)
Das wichtigste Ergebnis: Mit jedem
Schritt der Regressionsanalyse wird
ein bedeutsamer Beitrag zur Aufklärung der Einkommensunterschiede erzielt. Damit leisten alle
acht Gehaltsfaktoren einen eigenständigen, über die Beiträge der
vorangehenden Faktoren hinausgehenden Beitrag zur Vorhersage
der Gehaltshöhe.
Berufserfahrung leistet größten
Beitrag zur Vorhersage der
Gehaltshöhe
Den größten Beitrag zur Vorhersage der Gehaltshöhe leistet die Berufserfahrung der Marktforscher,
durch die 38% der Gehaltsunterschiede erklärt werden können, gefolgt von der Führungsverantwortung, die rund 9% erklärt (s. Abb.
18). Rund 5% der Einkommensunterschiede sind auf die Größe des
Unternehmens
zurückzuführen.
Dem Bildungsabschluss kommt ein
Anteil von 1,5% zu. Auf das Bundesland sind überdies noch 1,8%
22
und auf die Unternehmensart 1,4%
der Einkommensunterschiede zurückzuführen. Werden alle diese
Faktoren bereits im Modell berücksichtigt, sind immer noch 0,6% der
Unterschiede auf das Geschlecht
und 0,4% auf das Studienfach der
Teilnehmer zurückzuführen. Insgesamt kann durch die in dieser
Studie berücksichtigten personen- und arbeitgeberbezogenen
Einflussfaktoren ein nicht unerheblicher Anteil von fast 60% der
Einkommensunterschiede erklärt
werden. Das Ergebnis bestätigt die
Ergebnisse der Regressionsanalyse
aus den letzten Jahren.
Mit Hilfe regressionsanalytischer
Techniken kann zum einen ermittelt werden, wie stark sich die einzelnen Gehaltsfaktoren auf die Gehaltshöhe auswirken. Zum anderen
können für die einzelnen Ausprägungen der Gehaltsfaktoren, so
z.B. den Bildungsabschluss Master
oder das Studienfach BWL, Regressionsgewichte bestimmt werden.
Diese Gewichte ermöglichen es,
ein unter Berücksichtigung aller
o.g. personen- und arbeitgeberbezogenen Faktoren zutreffendes
individuelles Jahresgehalt in der
Marktforschungsbranche zu ermitteln.
Wir haben diese Gewichte für Sie
am Ende dieser Studie in einer Systematik zusammengestellt. Dort
können Sie das für Sie zutreffende
durchschnittliche Jahresgehalt in
der Branche ermitteln, indem Sie
die Gewichte Ihrer Personen- und
Arbeitgebermerkmale (z. B. UniDiplom, BWL, Unternehmensberatung, etc.) schrittweise zu einem
Ausgangswert, dem durchschnittlichen Gehalt aller Marktforscher,
hinzu addieren bzw. davon subtrahieren (s. S. 32).
FU
Wi
gru
erh
ma
Da
Un
1
N
E
M
D
L
Ein Blick in die Branche der Marktforscher | Gehaltsstudie 2014
2. Wechselbereitschaft der Arbeitnehmer in der Marktforschungsbranche
2.1. Arbeitszufriedenheit und Engagement sind hoch
Marktforscher mit ihrer Arbeit sehr
zufrieden oder zufrieden sind. Aus
Arbeitgebersicht dürften die 27%,
die nur teilweise zufrieden sind,
besondere Aufmerksamkeit verdienen, denn hier können geeignete
Die allgemeine Arbeitsplatzzufriedenheit in der Marktforschungsbranche ist weiterhin auf hohem
Niveau. Auch in diesem Jahr zeigt
sich wieder, dass ca. zwei Drittel der
befragten Marktforscherinnen und
Zufriedenheit mit dem
Arbeitsplatz
16%
Mitarbeiterbindungsmaßnahmen
die Zufriedenheit erhöhen und
damit einen eventuellen Wechsel zu einem anderen Arbeitgeber
verhindern.
49%
27%
6% 2%
Antwortverteilung
Sehr zufrieden
Zufrieden
Teils, teils
Unzufrieden
Sehr Unzufrieden
Abbildung 19. Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz
Ich würde meinen Arbeitgeber Freunden
und Bekannten weiterempfehlen
24%
In meinem Unternehmen haben wir ein
gutes Arbeitsklima.
36%
24%
32%
Ich bin bereit, mich über das erwartete
Maß hinaus für den Erfolg meines Unternehmens einzusetzen.
44%
38%
12%
18%
43%
4%
5% 1%
14%
4%1%
Antwortverteilung
Trifft voll und ganz zu
Trifft eher zu
Teils, teils
Trift eher nicht zu
Trifft überhaupt nicht zu
Abbildung 20. Weiterempfehlungsbereitschaft, Engagement und Arbeitsklima
FUNDIERTE ENTSCHEIDUNGEN DURCH ZUVERLÄSSIGE FELDARBEIT:
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23
Gehaltsstudie 2014 | Ein Blick in die Branche der Marktforscher
Die überwiegend hohe Zufriedenheit schlägt sich auch in entsprechend hoher Weiterempfehlungsbereitschaft des eigenen
Arbeitgebers und in einer positiven
Bewertung des Arbeitsklimas nieder. Gerade dieses ist eine wichtige
Voraussetzung für Arbeitszufriedenheit und eine starke emotionale Bindung der Mitarbeiter an das
Unternehmen10.
Die Wochenzeitung „Die Zeit“ berichtet unter dem Titel „Meine
Firma liebt mich nicht“ in der Ausgabe vom 3. April 2014 von der
Lustlosigkeit deutscher Arbeitnehmer. Mit Bezug auf eine aktuelle
Gallup-Studie wird berichtet, dass
67% der Beschäftigten nur Dienst
nach Vorschrift machen. Für die
Teilnehmer der Gehaltsstudie von
marktforschung.de ergibt sich ein
deutlich erfreulicheres Bild (s. Abb.
20), denn die breite Mehrheit ist
dazu bereit, sich über das erwartete Maß hinaus für den Erfolg des
Unternehmens zu engagieren.
2.2. Wechselbereitschaft in der Marktforschung
Die Teilnehmer der Gehaltsstudie
arbeiten mehrheitlich seit bis zu 6
Jahren bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber. Das heißt: viele Befragte
der marktforschung.de Gehaltsstudie stehen eher am Anfang ihres
Berufslebens. In dieser Phase ist
das Bedürfnis nach Gehaltsvergleichen besonders hoch und damit
auch die Motivation an der Befragung zum Gehaltscheck für Marktforscher teilzunehmen.
Auch Zufriedene verfolgen den
Stellenmarkt. Obwohl Zufriedenheit, Engagement und Bindung
an den jetzigen Arbeitgeber hoch
ausfallen, verfolgen fast 40% der
Teilnehmer des Gehaltschecks die
Stellenmärkte, indem sie sich Benachrichtigung mit Stellenanzeigen
von Jobportalen schicken lassen.
Fast ein Viertel der Studienteilnehmer hat sich in den letzten sechs
Monaten auf eine andere Stelle
beworben.
24
10
vgl Analyse in der Gehaltsstudie 2013 von marktforschung.de
Auch Zufriedene verfolgen
den Stellenmarkt
4%
13%
5%
13%
29%
bis 1 Jahr
bis 3 Jahre
bis 6 Jahre
bis 10 Jahre
15%
bis 15 Jahre
bis 20 Jahre
mehr als 20 Jahre
21%
Abbildung 21. Dauer der Betriebszugehörigkeit
Ein Blick in die Branche der Marktforscher | Gehaltsstudie 2014
Ich habe im letzten Jahr aktiv nach möglichen Alternativen zu meinem jetzigen
15%
20%
15%
24%
26%
Arbeitsplatz gesucht.
Ich lasse mir regelmäßig passende Stellen-
23%
anzeigen von Jobportalen schicken.
6% 3%
18%
10%
31%
in
e
18%
63%
n
auf andere Stellen beworben.
12%
Ke
In den letzten 6 Monaten habe ich mich
16%
Wahrscheinlich werde ich in zwei Jahren
36%
27%
15B
18%
auch noch bei meinem jetzigen Arbeitge-
14%
5%
r
er
be
ew
ber beschäftigt sein.
In den letzten 6 Monaten bin ich von ande-
28%
17%
9%
9%
37%
0B
e
1
6-
ren Arbeitgebern oder Personalvermittlern
w
angesprochen worden, ob ich meine
er
b
er
Arbeitsstelle wechseln möchte.
M
Trifft eher zu
eh
r
Trifft voll und ganz zu
Antwortverteilung
Teils, teils
Trift eher nicht zu
Trifft überhaupt nicht zu
als
11
Abbildung 22. Wechselbereitschaft
Ein weiterer Fakt zur Wechselbereitschaft: Fast der Hälfte der Befragungsteilnehmer wurde vor
kurzem von anderen Arbeitgebern
oder von Personalvermittlern ein
Arbeitsplatzwechsel angeboten.
13%
30%
Die Verdichtung der Items zur
Wechselneigung (s. Abb. 23) auf
einen Faktor und die Gruppierung
der Befragungsteilnehmer anhand
der Faktorwerte zeigt, dass ca. 60%
der Personen, die am Gehaltscheck
teilgenommen haben, stark an ihren Arbeitgeber gebunden sind
und nahezu keine Wechselneigung
zeigen.
57%
Hohe Wechselneigung
Latente Wechsneigung
Keine Wechselneigung
Abbildung 23. Wechselneigung
25
Gehaltsstudie 2014 | Ein Blick in die Branche der Marktforscher
2.3. Determinanten der Wechselneigung
Keine Wechselneigung
Latente Wechselneigung
Hohe Wechselneigung
Durchschnittsalter
40 Jahre
38 Jahre
36 Jahre
Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit
7,2 Jahre
6 Jahre
5 Jahre
Durchschnittsgehalt
63.147 €
57.182 €
50.174 €
Hohe Arbeitszufriedenheit
65 %
48 %
22 %
Attraktive berufliche Entwicklungsmöglichkeiten
54 %
43 %
9%
Zufriedenheit mit dem Gehalt
57 %
30 %
15 %
Engagement sich für das
Unternehmen einzusetzen
85 %
76 %
71 %
Abbildung 24. Determinanten der Wechselneigung
Die wechselwilligen Marktforscherinnen und Marktforscher sind etwas jünger und etwas kürzer bei
ihrem derzeitigen Arbeitgeber beschäftigt. Die Wechselneigung von
betrieblichen Marktforschern unterscheidet sich nur marginal von
der ihrer Kollegen in den Instituten. Auch zwischen Männern und
Frauen bestehen in dieser Hinsicht
kaum Unterschiede.
Zufriedenheit, Perspektive
und Gehalt bestimmen
Wechselneigung
Damit ist der Arbeitsplatzwechsel
keinesfalls eine Notwendigkeit im
Berufslebenszyklus. Die Haupttreiber der Wechselneigung sind Ar26
beitszufriedenheit, die Perspektive,
sich beruflich weiter zu entwickeln
sowie das Gehalt. Die Arbeitszufriedenheit und die Wahrnehmung beruflicher Perspektiven sind bei den
stark Wechselwilligen besonders
niedrig. Dies schlägt sich jedoch
nicht in mangelndem beruflichem
Engagement nieder. Denn 71%
derjenigen, die sich auf dem Absprung zum nächsten Arbeitgeber
befinden, sind trotzdem bereit, sich
über das erwartete Maß hinaus für
den Erfolg ihres jetzigen Unternehmens zu engagieren.
Personalverantwortliche beklagen,
dass es schwierig ist, erfahrene Mitarbeiter für gehobene Positionen
zu finden. Offensichtlich sehen sie
sich zur Lösung dieser Problema-
tik gerne auch bei der Konkurrenz
nach guten Arbeitskräften um.
Die Empfehlung an die HR-Abteilungen, stärker im eigenen Haus in
Personalentwicklungsmaßnahmen
zu investieren, liegt daher auf der
Hand. Das Aufzeigen von beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten,
verbunden mit entsprechenden
Einkommensperspektiven, ist ein
vielversprechendes Mittel, um
Mitarbeiter, die bereit sind sich engagiert für das Unternehmen einzusetzen, an das eigene Haus zu
binden.
Ein Blick in die Branche der Marktforscher | Gehaltsstudie 2014
3. Die Sicht der Arbeitgeber
Ergänzend zu der Befragung von
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in der Marktforschung
haben uns in diesem Jahr ebenfalls 75 Verantwortliche aus Personalabteilungen sowie Geschäfts--
führer aus Marktforschungsinstituten Auskunft zu ihren Rekrutierungserfahrungen gegeben.
Antworten der befragten HR-Verantwortlichen bestätigen dies.
Stellen ist es derzeit noch leichter,
Mitarbeiter zu finden, aber auch
bei den Junior-Projektmanagern
zeichnen sich schon Schwierigkeiten ab. Damit steigen die Chancen
für Bewerber, die vielleicht keine
Top-Noten mitbringen, dafür aber
mit ihrer Persönlichkeit oder außerfachlichen Erfahrungen punkten.
3.1. War for Talents
Unzählige Arbeitsmarktexperten
prognostizieren, dass sich das
Kräfteverhältnis zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern in den
nächsten Jahren verändern wird.
Anders gesagt, der sich abzeichnende Mangel an Arbeitskräften
wird Arbeitnehmer zunehmend in
die Lage versetzen, konkrete Ansprüche an ihren Arbeitsplatz zu
formulieren, während Unternehmen gezwungen sein werden, attraktive Bedingungen zu schaffen,
um gute Mitarbeiter zu finden. Die
Senior Projektmanager/in
schwer zu finden
70% der Personaler geben an, es sei
schwierig, einen adäquaten Senior
Projektmanager einzustellen. Eine
Managementposition mit einem
qualifizierten Mitarbeiter zu besetzen, scheint sogar fast unmöglich. Bei den weniger qualifizierten
23%
Auszubildende/r
Junior Projektmanager/in
Qualifizierte Mitarbeiter sind
38%
8%
6%
Management-Position
35%
43%
4%
43%
30%
41%
22%
6%
31%
40%
60%
Antwortverteilung
Sehr leicht
Leicht
Schwer
Sehr schwer
Abbildung 25. Wie leicht oder schwer war es Ihrer Meinung nach, für folgende Stellen adäquate Mitarbeiter zu finden?
27
Gehaltsstudie 2014 | Ein Blick in die Branche der Marktforscher
Unternehmen wollen ihr Personal
aufstocken
Neben dem demographischen
Faktor ist auch die derzeit gute
Mitarbeiter in den nächsten 6 Monaten ausbauen. Nur wenige planen, die Zahl der Beschäftigten zu
reduzieren.
wirtschaftliche Situation ein Treiber der veränderten Kräfteverhältnisse am Arbeitsmarkt. Über ein
Drittel der befragten Personalverantwortlichen will die Anzahl der
2%
Bewerber formulieren
Erwartungen
Ein weiterer Hinweis auf die oben
bereits skizzierte Entwicklung ist,
dass über die Hälfte der HRler aktuell wahrnehmen, Bewerber formulierten konkrete Erwartungen an
sie als Arbeitgeber. Allerdings werden Stellenangebote derzeit von
den Bewerbern zum überwiegenden Teil akzeptiert. Noch ist keine
Tendenz erkennbar, dass Bewerber
sich aus mehreren Stellenangeboten das Beste heraus suchen, um
ein Wunsch-Portfolio zu erstellen.
35%
63%
Zunehmen
Gleich bleiben
Abnehmen
Abbildung 26. Geplante Zahl der Beschäftigten in 6 Monaten
Kündigungen gehen eher vom
Arbeitnehmer aus
Wenn ein Mitarbeiter erst einmal
eine Stelle bekleidet, sitzt er bei
den meisten Unternehmen fest
im Sattel. Gut 80% der Personal-
verantwortlichen geben an, dass
Mitarbeiter, die das Unternehmen
verlassen, dies auf eigenen Wunsch
tun.
Die meisten Bewerber formulieren konkrete Erwartungen an uns als Arbeitgeber
(z.B. die Möglichkeit, teilweise im Home-
4%
50%
41%
6%
office zu arbeiten).
Wenn wir einem qualifizierten Bewerber
46%
eine Zusage erteilen, nimmt er diese in der
50%
4%
Regel an.
Sofern Mitarbeiter unser Unternehmen
39%
42%
17%
verlassen, geschieht dies meist auf eigenen
Wunsch.
Antwortverteilung
Stimme voll und ganz zu
Stimme zu
Stimme nicht zu
Abbildung 27. Perzipierte Erwartungen von Bewerbern
28
Stimme überhaupt nicht zu
2%
Ein Blick in die Branche der Marktforscher | Gehaltsstudie 2014
Die Hälfte der befragten HRler zeigt
sich offen für unterschiedliche
Qualifikationen der Berufsanfänger. Auch dies ist ein Zeichen dafür,
dass Arbeitgeber sich zunehmend
nach dem Angebot auf dem Arbeitsmarkt richten und nicht mehr
starr auf bestimmte Qualifikationen bestehen. Den „sicheren“ Einstieg in die Branche haben jedoch
Absolventen mit einem MasterAbschluss, denn die Personaler, die
eine klare Vorstellung von der „notwendigen“ Qualifikation haben,
gaben an, dass sie sich diesen Abschluss bei einem Festangestellten
in ihrem Unternehmen wünschen.
2%
50%
44%
4%
Nein
Ja, Bachelor
Ja, Master
Ja, Promotion
Abbildung 28. Bevorzugter Hochschulabschluss
3.2. Rekrutierung erfolgt via Internet
Die Ausschreibung von Stellen
über die eigene Website ist für die
meisten Unternehmen zum Standard geworden. Dieser Weg bringt
viele Bewerbungen, deren Qualität
als überwiegend positiv bewertet
wird.
Die Suche nach Bewerbern geht allerdings in den meisten Fällen über
die eigene Internetseite hinaus:
80% der Personalverantwortlichen
nutzen externe Stellenmärkte.
Dabei liegt ein deutlicher Schwerpunkt auf Onlineausschreibungen.
Printstellenanzeigen in branchenspezifischen Medien werden von
ca. einem Drittel der Personalverantwortlichen geschaltet, Printanzeigen in allgemeinen Medien spielen in der Marktforschungsbranche
dagegen eher eine untergeordnete
Rolle.
30% der HRler nutzen darüber
hinaus häufig oder immer die
Dienstleistungen von Personalvermittlern, weitere 31% tun dies zumindest zuweilen. Dabei werden
Headhunter eher bei der schwierigen Besetzung von hochqualifizierten Stellen eingeschaltet. Die
Präsenz auf Karriere- und Jobmessen ist insgesamt wenig verbreitet
und dient vermutlich mehr der Präsentation als Arbeitgeber, denn zur
Rekrutierung konkreter Bewerber
(vgl. Abb.29).
29
Gehaltsstudie 2014 | Ein Blick in die Branche der Marktforscher
74%
Eigene Unternehmens-Website
Branchenspezifische Online-Stellenmärkte
Allgemeine Online-Stellenportale
17%
(z.B. stepstone.de, Monster.de)
6%
35%
32%
9%
12%
25%
26%
30%
Branchenspezifische Print-Stellenanzeigen
12%
18%
2% 11%
21%
(z.B. planung & analyse, context)
Allgemeine Print-Stellenanzeigen
29%
24%
(z.B. marktforschung.de)
11%
24%
46%
65%
(z.B. FAZ, Zeit)
Personalvermittler / Headhunter
17%
2%
33%
48%
25%
Job- und Karrieremessen 1% 5%
69%
Antwortverteilung
Immer
Häufig
Selten
Nie
Abbildung 29. Welche Rekrutierungswege nutzen Sie bei der Suche nach neuen Mitarbeitern?
80%
70%
60%
27%
50%
Platz 2
40%
21%
21%
Platz 1
30%
42%
20%
24%
10%
26%
6%
15%
6%
0%
Eigene UnternehmensWebsite
Allgemeine
Branchenspezifische
Online-Stellenportale
Allgemeine
Branchenspezifische
Print-Stellenanzeigen
Abbildung 30. TOP 2 der Rekrutierungswege für die Anzahl der Bewerbungen
30
Ein Blick in die Branche der Marktforscher | Gehaltsstudie 2014
70%
60%
25%
50%
Platz 2
40%
30%
Platz 1
30%
20%
41%
19%
10%
0%
9%
Eigene UnternehmensWebsite
Allgemeine
16%
22%
5%
Branchenspezifische
Online-Stellenportale
4%
4%
Allgemeine
Branchenspezifische
Print-Stellenanzeigen
Abbildung 31. TOP 2 Wege der Rekrutierungswege für die Qualität der Bewerbungen.
Sowohl hinsichtlich der Nutzung,
aber auch bezüglich der Bewertung von Qualität und Quantität
der Bewerbungen haben Internetstellenmärkte eine deutlich
höhere Bedeutung als Print-Stellenmärkte. Der Vergleich zwischen
branchenspezifischen und allgemeinen Märkten zeigt in unserer
Studie besonders bei der Qualität
der erhaltenen Bewerbungen eine
deutliche Stärke bei branchenspezifischer Ausschreibung von vakanten Arbeitsplätzen.
Unabhängig davon, welche Position zu besetzen ist, laden die
meisten Unternehmen ein bis fünf
Bewerber zu einem persönlichen
Gespräch ein. Zur Besetzung von
Junior-Projektmanagerstellen oder
Ausbildungsplätzen werden jedoch gelegentlich auch mehr potenzielle Kandidaten geladen. Für
9%
3% 2%
86%
Keiner
1-5 Bewerber
6-10 Bewerber
Mehr als 10 Bewerber
Abbildung 32. Wie viele Bewerber werden zum Gespräch eingeladen
die gehobenen Positionen kommen dagegen manchmal mangels Bewerbern sogar gar keine
Gespräche resultierend aus einer
1
Stellenausschreibung zustande.
ls 1
hr
Me
a
er
erb
0
6-1
1n
ine
Ke
er
rb
we
e
5B
w
Be
31
Gehaltsstudie 2014 | Ein Blick in die Branche der Marktforscher
4. Berechnen Sie Ihr durchschnittliches Jahresgehalt!
Im Folgenden haben Sie die Möglichkeit, das auf Ihre individuelle Situation zutreffende durchschnittliche Jahresgehalt in der
Marktforschungsbranche zu ermitteln. Und so geht´s: Sie starten mit
dem Ausgangswert 55.704€. Das
ist das durchschnittliche Jahres-
gehalt aller Marktforscher, die an
der Gehaltsstudie teilgenommen
und einen Hochschulabschluss haben.11 Ausgehend von diesem Wert
beantworten Sie einfach Schritt
für Schritt die Fragen des Flussdiagramms. Jede Antwortalternative
ist mit einem „Gewicht“ versehen,
das Sie, je nach Vorzeichen, zum
Ausgangswert hinzuzählen bzw.
abziehen. Das Endergebnis der
Kalkulation gibt Ihr durchschnittliches Jahresgehalt wieder. Viel Spaß
wünschen marktforschung.de und
tivian!
Ausgangswert:
55.704€
Welches ist Ihr höchster
Bildungsabschluss?
Bachelor
- 5.014€
Master
+ 578€
Diplom / Magister (FH)
+ 137€
Diplom / Magister (Uni)
- 895€
Promotion
+ 13.601€
Aus Gründen der Aktualität basiert das vorliegende Kalkulationsschema auf den Daten der letzten beiden Jahre. Da die Marktforscher, die in diesem Zeitraum teilnahmen, zu 90% über
einen Hochschulabschluss verfügen, wurde das Schema auf der Basis der Daten der Hochschulabsolventen (N = 1.693) erstellt. Es wird für andere Personengruppen (z. B. mit Hauptschulabschluss oder mittlerer Reife) erweitert, sobald eine ausreichende Datenbasis vorliegt. Das vorliegende Kalkulationsschema beruht auf den Ergebnissen einer regressionsanalytischen
Auswertung. Die „Gewichte“ der Kalkulation stellen Schätzwerte dar, die auf der Datenbasis der Gehaltsstudie (N = 1.693 Marktforscher) ermittelt wurden. Es kann nicht ausgeschlossen
werden, dass in bestimmten Einzelfällen, die durch die Datenbasis bislang nicht abgedeckt werden, unplausible (z. B. negative) Endergebnisse resultieren.
11
32
Ein Blick in die Branche der Marktforscher | Gehaltsstudie 2014
Was haben Sie studiert?
BWL
+ 1.949€
VWL
- 3.437€
Sonstiges wirtschaftswiss.
Studium
- 408€
Psychologie
+ 1.287€
Soziologie
- 1.281€
Mathematik
+ 5.841
Einen anderen Studiengang
- 1.702€
Wo sind Sie tätig?
Markt- oder
Sozialforschungsinstitut
- 1.805€
Im Unternehmen als
betrieblicher Marktforscher
+ 7.260€
Unternehmensberatung
+ 1.559€
Sonstiges
- 4.384€
Wie viele Mitarbeiter hat das Unternehmen,
in dem Sie tätig sind?
1-5
51-100
- 5.499€
6-10
- 3.412€
11-50
- 2.664€
- 3.843€
101-500
+ 2.094€
Mehr als 500
+ 5.488€
33
Gehaltsstudie 2014 | Ein Blick in die Branche der Marktforscher
Wie viele Jahre sind Sie schon berufstätig
Bis 1 Jahr
- 13.315€
Bis 3 Jahre
- 10.241€
Bis 6 Jahre
- 3.997€
Bis 10 Jahre
+ 1.024€
Bis 15 Jahre
+ 7.388€
Bis 20 Jahre
+ 16.442€
Mehr als 20 Jahre
+ 26.245€
Haben Sie Führungsverantwortung
Nein
Keine Führungsverantwortung
- 5.859€
34
Ja
Geschäftsführung
+ 36.475€
Bis 5 Mitarbeiter
+ 3.449€
Bis 20 Mitarbeiter
+ 21.476€
Bis 100 Mitarbeiter
+ 14.588€
Über 100 Mitarbeiter
+ 28.543€
Ein Blick in die Branche der Marktforscher | Gehaltsstudie 2014
In welchem Bundesland arbeiten Sie?11
Baden-Württemberg
- 103€
Bayern
+ 3.479€
Berlin
- 8.443€
Bremen
- 4.733€
Hamburg
- 1.592€
Hessen
+ 3.946€
Niedersachsen
- 3.447€
Nordrhein-Westfalen
- 1.587€
Rheinland- Pfalz
- 2.370€
Schleswig- Holstein
- 9.428€
Neue Bundesländer
- 7.550€
Sie sind…
weiblich
- 2.188€
männlich
+ 2.354€
Ihr durchschnittliches Jahresgehalt:
Für das Saarland wurde aufgrund der bislang geringen Teilnehmerzahl (N = 5) noch kein Kalkulationsgewicht ermittelt.
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Gehaltsstudie 2014 | Ein Blick in die Branche der Marktforscher
Über
marktforschung.de
Branchenwissen und Aktuelles aus der Marktforschung an zentraler Stelle bündeln und
abrufbar machen - das ist das Hauptanliegen
von marktforschung.de. Seit 2006 richtet sichmarktforschung.de mit seinem stetig wachsenden und täglich aktualisierten Informationsangebot rund um die Marktforschung sowohl an
Marktforschungsinstitute, Panelbetreiber und
Studienherausgeber als auch an deren Kunden
aus Wirtschaft, Politik und Bildung. Zusätzlich
bietet marktforschung.de zahlreiche Informationen für Experten aus Forschung und Wissenschaft.
Das aktuelle Publikationsangebot beinhaltet
neben der laufend aktualisierten Website die
tägliche Onlinezeitung marktforschung.depesche sowie das redaktionelle Onlineformat
marktforschung.dossier, in dem monatlich
ein besonders wichtiges, neues oder dynamisches Thema von führenden Experten aus der
Branche durchleuchtet wird. Zusätzlich bietet
marktforschung.de der Branche mittels der beliebten Webinare eine Online-Weiterbildungsplattform an.
Über
tivian
Die tivian GmbH ist ein führender Entwicklungs- und Umsetzungspartner für Evaluationsprozesse in der Organisationsentwicklung.
Wir begleiten namhafte Organisationen im Inund Ausland als Berater und Dienstleister bei
der Planung, Organisation und Umsetzung von
Kundenbefragungen, Mitarbeiterbefragungen
und Führungskräfte-Feedbacks, unter anderem adidas, Evonik Industries und Lufthansa.
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Impressum:
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Herausgeber: Prof. Horst Müller-Peters
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Inhaltlich verantwortlich nach § 10 Absatz 3
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Redaktionsleitung: Claas Lübbert
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Abbildung. 24: Pavel Losevsky-Fotolia
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