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DGIM Newsletter 04/2014 - Deutsche Gesellschaft für Innere

Einbetten
DGIM aktuell 4/2014
DGIM aktuell
Newsletter der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin
Inhalt
Editorial
Liebe Kolleginnen
und Kollegen,
in den letzten
Wochen des
Jahres ist immer
wieder besonders
die Zeitverdich­
tung in unserer
ärztlichen Arbeits­
welt zu spüren. Darüber wird intensiv
geredet. Wir ringen um die optimale Ver­
wendung der knappen Ressource Zeit,
sowohl in der Arbeit als auch im Leben
insgesamt. Durch die immer stärker
werdende, oft fast industriell optimierte
Behandlung der Patienten in Institutio­
nen wie Krankenhäusern, Gemeinschaftspraxen oder Praxisnetzwerken wird
dieser Druck häufig noch viel stärker.
Eine große Gefahr für die Innere Medizin
ist dabei, dass das wichtigste Gut für
den Patienten, nämlich das Gespräch,
das Nachdenken und die Möglichkeit,
auch komplizierte Fälle in angemessener
Zeit zu lösen und zu behandeln, verloren
geht bzw. an Wert verliert.
Ich hoffe, dass die kommenden Wochen
uns allen Zeit geben, über diese teil­
weise fehlerhafte Entwicklung der Medi­
zin nachzudenken. Es möge Ihnen
sowohl im privaten als auch im beruf­
lichen Bereich genügend Zeit bleiben,
um die positiven, besinnlichen Momente
unseres beruflichen und privaten Lebens
zu genießen. In diesem Sinne wünsche
ich Ihnen eine schöne Advents- und
Weihnachtszeit, einen guten Wechsel in
das neue Jahr. Ich freue mich auf die
gemeinsamen Aufgaben im Jahr 2015.
4/2014
Editorial
DGIM – Presidential News
Was uns auch 2015 noch beschäftigen wird –
121. Internistenkongress und gesundheitspolitische Umbrüche
In seinen Presidential News wirft Professor Dr. med.
Michael Hallek einen Blick auf den nahenden 121. Inter­
nistenkongress und thematisiert aktuelle Gesetzes-­
entwürfe wie das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz
und Vorschläge zur Delegation ärztlicher Leistungen.
➜ Seite 2
DGIM – aktiv
Neues Fortbildungsmodul in der DGIM e.Akademie
Die Fortbildungsakademie der DGIM bietet mit dem neuen
e.Tutorial plus „Ernährung im Alter“ praktische Handlungs­
ansätze, präventive Maßnahmen und Handlungsanweisun­
gen bei kognitiver Beeinträchtigung.
➜ Seite 3
Mitgliederbefragung zur DGIM e.Akademie
Ende August bis Anfang September führte die DGIM eine
Online-Umfrage zur DGIM e.Akademie unter den Mitglie­
dern durch. Ziel der DGIM war es, zu erfahren, wie und ob
die Mitglieder die Angebote der digitalen Fortbildungsplatt­
form nutzen, wie zufrieden sie mit dem Angebot sind und
welche Wünsche für die Zukunft bestehen.
➜ Seite 3
DGIM im Gespräch: Professor Daniel Grandt über Arzneimitteltherapiesicherheit
Wie sich die Abläufe zwischen Haus- und Fachärzten bes­
ser abstimmen lassen und damit Qualität und Sicherheit
steigen, diskutiert die DGIM in ihrer neuen Arbeitsgruppe
Arzneimitteltherapie-Management & Arzneimitteltherapie­
sicherheit (AMTS). Wie Ärzte mit Multimorbidität umgehen
können und welche Ergebnisse sich die DGIM von der Ar­
beitsgemeinschaft verspricht, berichtet Professor Dr. med.
Daniel Grandt im Gespräch mit DGIM aktuell. ➜ Seite 4
MEDICA EDUCATION CONFERENCE: Neues Konzept überzeugt
Ein beeindruckendes interdisziplinäres Programm bot die
MEDICA EDUCATION CONFERENCE, die in diesem Jahr erst­
mals von der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin in
Kooperation mit der Messe Düsseldorf veranstaltet wurde
und parallel zur MEDICA Fachmesse für Medizintechnik
stattfand.
➜ Seite 6
Junge Ärzte fordern Bürokratieabbau und reformierte Arbeitsabläufe
Mehr als drei Stunden täglich verbringen Ärzte allein mit
der schriftlichen Dokumentation ihrer Arbeit. Das „Bündnis
JUNGE ÄRZTE“ kritisiert die zunehmende Arbeitsverdich­
tung im deutschen Gesundheitssystem. Der wirtschaftliche
Druck führe früher oder später zu Qualitätseinbußen in der
medizinischen Versorgung.
➜ Seite 7
Mit herzlichen Grüßen
Neue Leitlinien in der DGIM Leitlinien-APP verfügbar
➜ Seite 7
DGIM – Kongress
Michael Hallek
DGIM-Onlinekongress auch zum 121. Internistenkongress
➜ Seite 8
DGIM – Korporative Mitglieder
DGIM Herbstsymposium 2014: Vorbeugen oder behandeln – wohin geht die Innere Medizin?
Die Behandlung von Patienten mit Übergewicht, Diabetes
mellitus Typ 2 und Bluthochdruck ist Alltag in der Inneren
Medizin. Die Therapie dieser Volkskrankheiten bindet gro­
ße Ressourcen im Gesundheitssystem. Das Grundproblem
Bewegungsmangel und Überernährung löst sie damit nicht.
➜ Seite 8
1
DGIM aktuell 4/2014
DGIM – Presidential News
Kontakt:
Prof. Dr. med. Michael Hallek
Universitätsklinikum Köln (AöR)
Klinik I für Innere Medizin
Kerpener Str. 62
50937 Köln
Tel.: 0221 478-4400
Fax: 0221 478-5455
E-Mail:
michael.hallek@uni-koeln.de
Was uns auch 2015 noch beschäftigen wird –
121. Internistenkongress und gesundheitspolitische Umbrüche
Der nächste Kongress der Deutschen Gesell­
schaft für Innere Medizin im April 2015 rückt
immer näher. Alles deutet darauf hin, dass der
diesmal in Mannheim stattfindende Kongress
eine unveränderte Resonanz unter den internistisch tätigen Ärzten des deutschsprachigen Rau­
mes erfahren wird. Der Rücklauf zu Vor­trägen,
die Beteiligung der Partner aus der
Industrie und auch die Rückmeldungen zu den
eingeladenen Vorträgen sind durchweg sehr
positiv. Die Deutsche Gesellschaft für Innere
Medizin und das Kongressorganisationsteam
sind zuversichtlich, dass ein sehr ausgewoge­
nes, breites und dem aktuellen Fortschritt Rech­
nung tragendes Programm zusammengestellt
werden konnte. Ich lade Sie hiermit herzlich ein,
den Termin vom 18. bis 21. April 2015 noch ein­
mal in Ihren Kalender einzutragen.
Die derzeitigen Wochen stehen in der Gesund­
heitspolitik im Zeichen zahlreicher umfassender
Gesetzesentwürfe. So liegt der Referentenent­
wurf des Bundesgesundheitsministeriums zu ei­
nem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz vor. Er
enthält ein breites Bündel an Maßnahmen zu
vielen Themen der ambulanten und stationären
Versorgung, die auch unser Fach betreffen. So
werden beispielsweise Vorgaben zur integrier­
ten Versorgung und zur ambulanten Versorgung
unter dem Stichwort „Besondere Versorgung“
neu formuliert. Hier soll Krankenkassen und
ihren Vertragspartnern künftig die Möglichkeit
gegeben werden, neue Formen der Versorgung
zu erproben. Es werden darüber hinaus zahlrei­
che neue Vorschläge entwickelt zu Fragen wie
Delegation von ärztlichen Leistungen an nicht­
ärztliches Personal, Fallmanagement bei länge­
rer Krankheit, die Finanzierung und Erstattung
der Tätigkeit von Hochschulambulanzen, die
Honorar und Honorarangleichung sowie Honorarverteilung, die Einrichtung eines Innovations­
fonds und die Neufassung und Überarbeitung
des §116 A und B für die ambulante Versorgung
in Krankenhäusern.
Die wenigen Stichworte zeigen, wie wichtig die­
se Themen sind. Die Deutsche Gesellschaft für
Innere Medizin wird sich gemeinsam mit dem
Berufsverband Deutscher Internisten in die Dis­
kussion einbringen. Wir möchten sicherstellen,
dass auch in Zukunft eine innovative, umfas­
sende Versorgung unserer Patienten gesichert
wird.
© Rheinisches Bildarchiv Köln, rba_c004581
Prof. Dr. med. Michael Hallek, Köln
Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft
für Innere Medizin (DGIM)
Als Leitmotiv des 121. Internisten hat Kongress­
präsident Hallek das Gemälde „Hauptweg und
Nebenwege“ von Paul Klee gewählt. Mehr zu den
Hintergründen seiner Wahl erfahren Interessiert im
Video-Interview im Internet unter www.dgim2015.de
2
DGIM aktuell 4/2014
DGIM – aktiv
Neues Fortbildungsmodul in der DGIM e.Akademie
Im e.Curriculum Geriatrie sind
bereits vier Module erschienen
und stehen weiterhin online zur
Verfügung:
Bewegung, Immobilität und
Sturzgefahr
Depression, Suizidalität,
Demenz und Delir
Notfallmedizin
Polymedikation
Senioren weisen sehr häufig Ernährungs­
defizite auf. Dadurch kann wiederum die
körper­liche Leistungsfähigkeit stark negativ
beeinflusst werden. Mit der richtigen Diagnose
gilt es, den Teufelskreis aus verminderter körperlicher Funktionalität und Mangelernährung
zu durchbrechen. Die Fortbildungsakademie
der DGIM bietet mit dem neuen e.Tutorial plus
„Ernährung im Alter“ praktische Handlungsansätze, präventive Maßnahmen und Handlungs­
anweisungen bei kognitiver Beeinträchtigung.
Weitere Informationen finden Interessierte im
Internet unter www.dgim.de➔Fortbildung/
Weiterbildung➔e.Akademie
Multimediale Highlights des e.Tutorial plus
„Ernährung im Alter“ sind interaktive Fallfragen
sowie Animations- und Experteninterviewfilme
zur Diagnose, Prävention und Therapie. Das
Modul ist mit fünf CME-Punkten von der Akade­
mie Nordrhein zertifiziert. Jeder Fortbildungs­
kurs schließt mit einem CME-Fragebogen ab.
Mit 70 Prozent und mehr richtig beantworteter
Fragen gilt die Fortbildung als bestanden und
die CME-Punkte werden übermittelt.
Mitgliederbefragung zur DGIM e.Akademie
Ende August bis Anfang September führte die
DGIM eine Online-Umfrage zur DGIM e.Akademie unter den Mitgliedern durch. Ziel der DGIM
war es, zu erfahren, wie und ob die Mitglieder
Ausgewählte Ergebnisse der Mitgliederbefragung:
Wie beurteilen Sie die e.Tutorials
plus der e.Akademie?
1,5%
5,4% 0,2%
20%
Was wünschen Sie sich für
die Zukunft der e.Akademie?
533
202
141
17
72,8%
Ausgezeichnet
Gut
Befriedigend
Mäßig
Schlecht
3
590
Aktuelle Leitlinien
Facharzt-Repetitorium
Praxismanagement
Weiteres
Gesamte Teilnehmerzahl
die Angebote der digitalen Fortbildungsplattform nutzen, wie zufrieden sie mit dem Angebot
sind und welche Wünsche für die Zukunft bestehen.
Nach Einführung im Frühjahr 2012 und einer
zweieinhalbjährigen Pilotphase dienen die Er­
gebnisse der Evaluation und Weiterentwicklung
der Fortbildungsakademie. Das elektronische
Fortbildungsangebot der DGIM wird seit 2012
in Kooperation mit Springer Medizin entwickelt
und betrieben. Die Umfrage wurde per E-Mail
durchgeführt. Rund 85 Prozent der über 21 000
Mitglieder der DGIM besitzen eine E-MailAdresse und wurden zur Teilnahme eingeladen.
Insgesamt nahmen 955 Mitglieder an der Be­
fragung teil. Die Ergebnisse brachten zum Aus­
druck, dass die Mitglieder großes Vertrauen in
die Angebote der DGIM haben. Für die Zukunft
wünschen sich die Mitglieder fallbezogene
Module mit einem Leitlinienbezug. Die ausführ­
lichen Ergebnisse finden Sie im Internet unter
www.dgim.de➔Presse/Publikationen➔Positionspapiere/Stellungnahmen/Mitteilungen
DGIM aktuell 4/2014
DGIM – aktiv Fortsetzung von Seite 3
DGIM im Gespräch: Professor Daniel Grandt über Arzneimittel­therapie­
sicherheit bei multimorbiden Patienten
Professor Dr. Daniel Grandt
ist Chefarzt der Klinik für Innere
Medizin I, Klinikum Saarbrücken
gGmbH. Er leitet die neu gegründete
DGIM Arbeitsgruppe Arzneimittel­
therapie-Management & Arznei­
mittel­therapiesicherheit (AMTS).
Kontakt:
Klinik für Innere Medizin I
Klinikum Saarbrücken
Winterberg 1
66119 Saarbrücken
Tel.: 0681 963-2531
Fax: 0681 963-2514
E-Mail:
dgrandt@klinikum-saarbruecken.de
4
In Deutschland steigt Zahl der Menschen, die
an mehreren chronischen Krankheiten gleichzeitig leiden: Zwei Drittel aller über 65-Jährigen
sind von mindestens zwei Erkrankungen betroffen. Ihre medikamentöse Therapie ist komplex
und abstimmungsaufwändig: In einer inter­
nationalen Studie gaben die Hälfte dieser
multimorbiden Patienten an, Fehler in der Koordination der ärztlichen Behandlung erlebt zu
haben. Wie sich die Behandlung zwischen
Haus- und Fachärzten noch besser abstimmen
lässt, um Qualität und Sicherheit zu steigern,
diskutiert die DGIM in ihrer neuen Arbeitsgruppe Arzneimitteltherapie-Management & Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS). Wie Ärzte mit
Multimorbidität umgehen können und welche
Ergebnisse sich die DGIM von der Arbeitsgruppe verspricht, berichtet Professor Dr. med.
Daniel Grandt im Ge­spräch mit DGIM aktuell.
Eine Umfrage offenbart, dass die Hälfte aller
befragten multimorbiden Patienten in Deutschland bereits Fehler bei der Behandlungskoor­
dination erlitten haben. Wie können Sie sich
solch hohe Zahlen erklären?
Prof. Grandt: Ich sehe die Zahlen als Ausdruck
des gestiegenen Koordinationsbedarfs. Früher
wurde ein Patient häufig nur von seinem Haus­
arzt behandelt. Die Arzt-Patienten-Beziehung
bestand über Jahre, oft waren ganze Familien
beim selben Arzt. Heute hingegen behandeln
nicht selten fünf oder noch mehr Ärzte einen
Patienten. Das resultiert aus der fortschreiten­
den Spezialisierung der ärztlichen Behandlung
– und diese Spezialisierung kommt natürlich
auch dem Patienten zu Gute! Häufig mangelt es
dadurch jedoch am Informationsaustausch und
an der Abstimmung zwischen den Ärzten. Das
ist nicht der Nachlässigkeit des Arztes geschul­
det, sondern der gesteigerten Komplexität von
Behandlungsprozessen und dem beständig
steigenden Abstimmungsbedarf. Der Patient
allein kann und muss es nicht leisten, den
jeweiligen Ärzten ausreichend Auskunft über
Details seiner Behandlung zu geben und für
Abstimmung zu sorgen. Dieses Problem betrifft
übrigens keinesfalls nur Patienten in Deutsch­
land – internationale Studien zeigen ganz ähn­
liche Zahlen.
Bei multimorbiden Patienten läuft die Behandlung der verschiedenen Krankheiten mitunter
konträr – was raten Sie dem behandelnden Arzt
in einer solchen Situation?
Prof. Grandt: Die behandelnden Ärzte sollten die
Gesamtmedikation im Blick behalten und darauf
achten, dass aus der Kombination der Arzneimit­
tel nicht weitere Gesundheitsrisiken resultieren.
Insbesondere bei multimorbiden Patienten kann
es von Nachteil sein, wenn alle Leitlinien konse­
quent umgesetzt werden. Oft hilft dann nur ei­
nes: die Therapie der Erkrankungen unter Be­
rücksichtigung der Zielvorstellungen des
Patienten zu priorisieren. Hier gilt: Eine Behand­
lung darf nicht nur aus dem Umsetzen von Leit­
linien bestehen, es sind immer auch die ärzt­
liche Kunst und Erfahrung gefragt.
Sofern Leitlinien bei Multimorbiden an Gültigkeit einbüßen, wie lässt sich damit umgehen?
Prof. Grandt: Leitlinien stützen sich auf
publizier­te Daten, also Studiendaten. Studien
schließen jedoch alte und vielfach erkrankte
Patienten sehr häufig aus. Damit fehlt eine aus­
reichende Datengrundlage für Empfehlungen mit
hohem Evidenzgrad zur Behandlung von Patien­
ten mit Multimorbi­dität. Wenn man fordert, dass
Leitlinien auch diese Patientengruppen berück­
sichtigen, muss man akzeptieren, dass hier
Empfehlungen auf ärztlichen Erfahrungen und
deutlich seltener auf großen klinischen Studien
beruhen. Das halte ich aber für wesentlich
besser, als aus metho­dischen Gründen zu
schweigen und das Problem dem Hausarzt zur
Lösung zu überlassen.
Mehrfacherkrankungen bringen nicht selten mit
sich, dass Nebenwirkungen verabreichter Medikamente mit weiteren Medikamenten bekämpft
werden müssen und zuletzt die Compliance des
Patienten leidet. Wie kann der Mediziner dem
begegnen?
Prof. Grandt: Zunächst muss man den Patienten
fragen, welche Medikamente er oder sie ein­
nimmt und welche nicht. Dies nicht im Sinne
eines vorwurfsvollen Nachhakens, sondern
um herauszufinden, wie weit der Patient die
Behandlung überhaupt mittragen kann. Dann ist
DGIM aktuell 4/2014
DGIM – aktiv Fortsetzung von Seite 4
Foto: Thieme Verlagsgruppe
Die aktuelle Pressemeldung
der DGIM zum Thema Arznei­
mitteltherapie-Management
finden Interessierte im Internet
unter www.dgim.de
➔ Presse/Publikationen
➔ Pressemeldungen
es wichtig, danach zu fragen, ob die Medika­
mente vertragen werden. Gibt es Symptome, die
auf die Therapie zurückzuführen sein können?
Keine leichte Aufgabe, denn manche Patienten
nehmen zehn oder noch mehr Medikamente
täglich ein. Wenn dem Patienten der Überblick
über die Sinnhaftigkeit einzelner Medikamente
fehlt, wirkt sich das auch negativ auf die Com­
pliance aus. Wenn Einnahme und Verträglich­
keit sowie die Notwendigkeit der weiteren
Einnahme und natürlich die Dosierung und das
Risiko von Wechselwirkungen regelmäßig über­
prüft werden, ist viel gewonnen.
Gerade mit fortgeschrittenem Lebensalter häuft
sich Multimorbidität. Die Gruppe der Betroffenen wächst – ist das System in der Lage, dem
gerecht zu werden?
Prof. Grandt: Das Problem hat sich über Jahre,
sogar Jahrzehnte entwickelt, ist also nicht plötz­
lich aufgetaucht. Unser Gesundheitssystem ist
insofern gut vorbereitet, als es über gut ausge­
bildete und engagierte Ärzte in allen Fachrich­
tungen verfügt. Dies ist eine gute Basis, um die
jetzt dringlich notwendige Verbesserung von
Priorisierung und Abstimmung der Therapien
und der Verbesserung der Behandlungskoordi­
nation zu meistern. Hierzu wird die AG einen
Beitrag leisten. Wir müssen aber auch sehen,
dass die Zahl der tätigen Ärzte in der Zukunft ab­
nehmen wird und bereits heute nicht nur in
ländlichen Regionen Ärzte fehlen. Es ist daher
nicht zielführend, wenn Ärzte einen wesentli­
chen Teil ihrer Zeit mit ausufernden verwaltungs­
technischen Tätigkeiten verbringen, statt sich
zentral ärztlichen Tätigkeiten widmen zu können.
Für die neue Arbeitsgruppe der DGIM eröffnet
sich damit ein weites Feld, das sicherlich nicht
ohne weiteres zu erschließen ist. Was wird der
erste Punkt auf der Agenda sein?
Prof. Grandt: Die AG wird sich bemühen, not­
wendige, aber bisher fehlende Hilfestellungen
für das Management von Patienten mit Multi­
morbidität und Polypharmazie zu entwickeln.
Gerade weil hier Studien fehlen, sind ärztliche
Expertise und der breite Erfahrungshintergrund
der Internisten gefordert. Um nicht falsch ver­
standen zu werden: Natürlich wird dies in Ab­
stimmung mit Allgemeinmedizinern und den an­
deren Facharztgruppen geschehen. Priorisierung
und Koordination funktionieren nur gemeinsam.
Damit es aber geschieht, muss jemand den An­
fang machen, und das haben wir getan.
Vielen Dank für das Gespräch!
5
DGIM aktuell 4/2014
DGIM – aktiv Fortsetzung von Seite 5
MEDICA EDUCATION CONFERENCE: Neues Konzept überzeugt
DGIM vergibt Promotions­
stipendien
Mit bis zu fünf Stipendien fördert
die DGIM überdurchschnittlich
qualifizierte Studierende und
möchte sie dazu motivieren, eine
wissenschaftliche Laufbahn fort­
zusetzen oder anzustreben.
Die Fachgesellschaft unterstützt
Forschungsfreisemester und
Forschungsaufenthalte mit jeweils
maximal 10 000 Euro.
Bewerbungen können Interessierte
bis zum 28. Februar 2015 an den
DGIM Generalsekretär richten:
Deutsche Gesellschaft
für Innere Medizin e.V.
Prof. Dr. med. Dr. h.c.
Ulrich R. Fölsch
Generalsekretär der DGIM
Irenenstraße 1
65189 Wiesbaden
280 Veranstaltungen mit 350 Referenten an vier
Tagen stellten die Verknüpfung von Wissen­
schaft und Medizintechnik in den Mittelpunkt.
Aufgrund der Neustrukturierung der CME-zerti­
fizierten Konferenz widmete man sich an den
einzelnen Konferenztagen jeweils einem
Schwerpunkt: der „Telemedizin und Robotik“,
der „Interventio­nelle Medizin“, „Infektion und
Entzündung“ und „Gastrointestinale Onkolo­
gie“. Die Veranstaltungen hatte das Programm­
komitee bewusst interdisziplinär geplant, um
die Vernetzung der einzelnen Fächer der Medi­
zin zu fördern. Ausgewählte Symposien und
Kurse wurden simultan ins Englische übersetzt.
Veranstaltungen zur Endoskopie, Labormedizin
und Ernährungsmedizin, neueste Erkenntnisse
in der Behandlung von Hepatitis C sowie die
Vorstellung des Robotik-Systems MiroSurge
bildeten einige der Höhepunkte des Pro­
gramms. Auch aktuelle Themen, die die öffent­
liche Debatte bestimmen, wie beispielsweise
Social Freezing oder Ebola, waren im Programm
CME
EDUCATION
CONFERENCE
vertreten. Zur Plattform für Anwender und Ent­
wickler wurde das Industriesymposium zur So­
nografie, bei dem Ärzte mit den Herstellern bei
einem gemeinsamen Hands-on an den innova­
tiven Ultraschallgeräten ins Gespräch kamen.
„Von den Teilnehmern gab es sehr positive
Rückmeldungen zur Qualität der Vorträge und
der Referenten“, sagt Professor Dr. Hendrik Leh­
nert, Konferenz-Präsident der MEDICA EDUCATI­
ON CONFERENCE. „Die Resonanz zeigt, dass wir
mit der klaren Fokussierung des Programms, die
wir vorgenommen haben, richtig liegen. Damit
ist auch die Vernetzung zwischen den Fächern
und Disziplinen sehr gut gelungen.“ Grund ge­
nug, um optimistisch ins kommende Jahr zu
schauen: Dann findet die MEDICA EDUCATION
CONFERENCE vom 16. bis 19. November 2015
wieder parallel zur weltgrößten Messe für Medi­
zintechnik, der MEDICA, in Düsseldorf statt.
Foto: Messe Düsseldorf
Mehr Informationen dazu finden
Sie hier:
www.dgim.de
➔ Preise und Ehrungen
➔ Promotionsstipendien
Ein beeindruckendes interdisziplinäres Programm bot die MEDICA EDUCATION CONFERENCE, die in diesem Jahr erstmals von der
Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin
in Kooperation mit der Messe Düsseldorf ver­
anstaltet wurde und parallel zur MEDICA Fach­
messe für Medizintechnik stattfand.
6
DGIM aktuell 4/2014
DGIM – aktiv Fortsetzung von Seite 6
Foto: Thieme Verlagsgruppe
Junge Ärzte fordern Bürokratieabbau und reformierte Arbeitsabläufe
Mehr als drei Stunden täglich verbringen Ärzte
allein mit der schriftlichen Dokumentation
ihrer Arbeit. Das „Bündnis JUNGE ÄRZTE“ kritisiert die zunehmende Arbeitsverdichtung im
deutschen Gesund­heitssystem. Der wirtschaftliche Druck führe früher oder später zu Qualitätseinbußen in der medizinischen Versorgung.
Die vollständige Pressemeldung
des Bündnis JUNGE ÄRZTE finden
Sie im Internet unter
www.dgim.de
➔ Presse/Publikationen
➔Stellungnahmen/
Positionspapiere/Mitteilungen
Eine alternde Gesellschaft und moderne,
aufwändige Therapien treiben die Kosten im
Gesundheitswesen in die Höhe. Viele Kliniken
reagieren darauf mit Einsparungen, auch beim
Personal. Gerade die Behandlung chronisch
Kranker und Patienten mit Mehrfacherkrankun­
7
Die DGIM begrüßt das Positionspapier des
„Bündnis JUNGE ÄRZTE“. Gerade die Qualität der
Weiterbildung darf nicht auf der Strecke bleiben,
betonte DGIM Generalsekretär Pro­fessor Dr.
med. Dr. h.c. Fölsch. Das Bündnis schlägt vor,
die finanzielle Förderung von Weiterbildung an
Qualitätskriterien zu koppeln, um hochwertige
Programme zu fördern. Darüber
hinaus sprechen sich die jungen Ärzte dafür
aus, Arbeitsabläufe zu reformieren. Nur so
könne sich der Arzt wieder auf seine eigentliche
Tätigkeit, die Behandlung von Patienten, kon­
zentrieren. Eine Möglichkeit wäre hier die
Delegation nicht ärztlicher Aufgaben an geschul­
tes Personal. Aber auch ganz praktisch orientier­
te Lösungsansätze könnten die Ärzte entlasten:
Schon effizientere IT-Systeme sparen Zeit, die
den Patienten direkt zu Gute kommt.
Neue Leitlinien in der DGIM Leitlinien-APP verfügbar
Börm Bruckmeier Verlag
Die aktuellen Leitlinien
im Überblick
Venenthrombose und
Lungenembolie (S2)
Chronische Pankreatitis (S3)
Aszites, spontan bakterielle
Peritonitis und hepatorenales
Syndrom (S3)
Chronische Obstipation bei
Erwachsenen (S2k)
Nosokomiale Pneumonie (S3)
Lungenkarzinom (S3)
Rheumatoide Arthritis (S1)
Praxisempfehlung Therapie
des Typ-1-Diabetes
Praxisempfehlung Therapie
des Typ-2-Diabetes
Management der arteriellen
Hypertonie
gen nehme sehr viel Zeit in Anspruch – das
persönliche Gespräch bleibe da mitunter auf der
Strecke, sagt Dr. Alexis Müller-Marbach, der die
DGIM beim Bündnis vertritt. Doch insbesondere
die in der Betreuung und Dokumentation zeit­
intensiven Patienten, wie beispielsweise Men­
schen mit seltenen Erkrankungen, seien aus rein
finanzieller Sicht für Kliniken unattraktiv. Dies
müsse das DRG-System ausgleichen, das die
Vergütungen im Gesundheitswesen
regelt. Das Bündnis fordert dafür klare Kriterien
anstelle der erneut dokumentationsintensiven
Nachweispflicht des Aufwands im Einzelfall.
Seit November dürfen
sich Nutzer der DGIMAPP „Mobile Leitlinien
Innere Medizin“ über
die inzwischen zehnte
Leitlinie freuen. Diese
befasst sich mit dem
Management der arte­
riellen Hypertonie. Dem­
nächst ist die Imple­
mentierung dreier wei­
terer internistischer Leit­
linien aus dem Bereich
der Gastroenterologie
geplant. Die App ist kostenlos im App Store (iOS
und Android) verfügbar. Nach dem Download
können sich DGIM-Mitglieder mit ihrer DGIM-­
Mitgliedsnummer und ihrem DGIM-Passwort,
den ersten drei Buchstaben des Nachnamens
in Kleinbuchstaben, einloggen und die Inhalte
gratis herunterladen. Diese sind innerhalb der
medizinischen Fachgesellschaften und Verbände
abgestimmt. Die digitale Aufbereitung der Leit­
linientexte und das umfassende Angebot an in­
teraktiven Tools erleichtern dem Mediziner die
leitliniengerechte Diagnostik und Therapie im
klinischen Alltag.
DGIM aktuell 4/2014
DGIM – Kongress
DGIM-Onlinekongress auch zum 121. Internistenkongress
Der Deutsche Ärzte-Verlag wird im Auftrag
der DGIM und in Zusammenarbeit mit der
Kongress­organisation m:con wieder einen
Großteil der Sitzungen des 121. Kongresses
der DGIM aufzeichnen, multimedial aufbereiten
und nach der Tagung als Webcasts im Internet
unter www.dgim-onlinekongress.de zur Ver­
fügung stellen.
Impressum
Herausgeber:
Deutsche Gesellschaft für
Innere Medizin e. V. (DGIM)
Geschäftsstelle:
Hausanschrift:
Irenenstraße 1, 65189 Wiesbaden
Postfachadresse:
Postfach 21 70, 65011 Wiesbaden
Tel.: +49 (0)6 11 2 05 80 40 - 0
Fax: +49 (0)6 11 2 05 80 40 - 46
E-Mail: info@dgim.de
Redaktion:
Pressestelle DGIM
Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: +49 (0)7 11 89 31 - 1 15
Fax: +49 (0)7 11 89 31 - 1 67
E-Mail:
info@medizinkommunikation.org
8
DGIM – Korporative Mitglieder
DGIM Herbstsymposium 2014: Vorbeugen oder behandeln –
wohin geht die Innere Medizin?
Die Behandlung von Patienten mit Über­
gewicht, Diabetes mellitus Typ 2 und Bluthochdruck ist Alltag in der Inneren Medizin. Die
Therapie dieser Volkskrankheiten bindet große
Ressourcen im Gesundheitssystem. Das Grundproblem Bewegungsmangel und Überernährung
löst sie damit nicht.
Grund genug für die DGIM, die tägliche Balance
in Forschung, Klinik und Praxis zwischen Prä­
vention und Therapie kritisch zu beleuchten.
„Vorbeugen oder behandeln – wohin geht die
Innere Medizin?“ war deshalb der Titel des
diesjäh­rigen Herbstsymposiums der Korpora­
tiven Mitglieder der DGIM: Am 29. Oktober
trafen sich im Kurhaus Wiesbaden Experten der
Inneren Medizin mit führenden Vertretern der
pharmazeutischen Industrie und Kranken­
kassen, um verschiedene Ansätze und Erkennt­
nisse rund um das Thema zu diskutieren. Unter
Leitung von DGIM-Generalsekretär Dr. med.
Dr. h.c. Ulrich Fölsch und Prof. Dr. med. Bianca
Wittig, Medical Director bei Abbvie, spannte
sich der Bogen von neuesten Erkenntnissen aus
der Arzneimittelentwicklung zur Behandlung
metabolischer Erkrankungen über Grundlagen­
forschung zu Krankheitsentstehung und Präven­
Foto: Fotolia
Das nächste Treffen der DGIM
mit ihren Korporativen Mitgliedern
findet im Rahmen des DGIM
Opinion Leader Meetings vom
16. bis 17. Januar 2015 im Schloss
Reinhartshausen bei Erbach im
Rheingau statt. Titel der Veran­
staltung ist: Molekulare Prinzipien
der Inneren Medizin: Aufbruch in
eine neue Ära „From Genome to
Medicine“.
Der DGIM-Onlinekongress vereint wissenschaft­
liche Inhalte aus den DGIM-Kongressen 2013,
2014 und 2015, der Fachgesellschaft, der Industrie und redaktionelle Beiträge. Einen ersten
Eindruck können Interessierte sich über die
Video-Vorträge des DGIM-Kongresses 2014 ver­
schaffen. Mit dem Zugangscode „DGIM2014“
können sich Mitglieder der Fachgesellschaft
kostenlos registrieren. Die Sitzungen, die aufge­
nommen werden, sind im jeweiligen Kongressprogramm mit dem Play-Logo gekennzeichnet.
Der DGIM-Onlinekongress ist die ideale Ergän­
zung der Veranstaltung vor Ort. Die Kongressin­
halte sind orts- und zeitunabhängig verfügbar –
auch für jene, die keine Gelegenheit hatten, die
Tagung zu besuchen. Der Zugang zu den Videos
wird wieder für alle Kongressbesucher und alle
Mitglieder der DGIM kostenlos sein.
tion bis hin zu den Herausforderungen und
Lösungsansätzen im Gesundheitswesen aus
Sicht der Krankenkassen. Die DGIM werde sich
der Prävention zukünftig noch mehr widmen, als
sie es bisher getan habe, fasste Prof. Fölsch die
Veranstaltung zusammen. Und: An den Grund­
problemen Bewegungsmangel und Übergewicht
müsse man dringend etwas ändern – dafür sei
jedoch auch ein gesamtgesellschaft­liches Um­
denken notwendig. In diesem Zusammenhang
ergänzte Prof. Dr. med. Michael Hallek, Vorsitzender der DGIM 2014/2015, dass über Jahre eine
Milliarden­summe im Gesundheits­system einge­
spart werden könnte, wenn auf Prävention mehr
Wert gelegt würde.
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