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Leseprobe zum Titel: Süddeutsche Zeitung (19.01.2015)

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Von der Last des Reichtums: Ist die Schweiz unbezahlbar?
Die Seite Drei
NEUESTE NACHRICHTEN AUS POLITIK, KULTUR, WIRTSCHAFT UND SPORT
WWW.SÜDDEUTSCHE.DE
HF1
(SZ) Gerade ist Muhammad Ali 73 Jahre alt
geworden, deshalb kramen die Redaktionen wieder seine größten Gedichte hervor.
Ali war zwar Boxer, aber er war auch ein
prophetischer Poet oder poetischer Prophet: In seinen Werken sagte er oft den
Kampfausgang voraus. „Jürgen Blin, der
fällt hin“ war als Gedicht eher mittelmäßig, als Vorhersage aber durchaus belastbar. Blin, ein Preisboxer aus Hamburg,
fiel in der siebten Runde hin. Vor dem legendären Duell mit Sonny Liston legte sich
der Dichter Ali entsprechend in die Seile.
„Schon ist Liston nicht mehr zu sehen, die
Menge wogt hin und her. / Doch unser Radar hat ihn erfasst, er ist schon weit überm
Meer.“ Wenn man das im Nachhinein mit
dem Kampf abgleicht, kann man sagen:
geht so weit in Ordnung. Liston war derart
erledigt, dass er nach der sechsten Runde
nicht mehr von seinem Höckerchen aufstand. Dass er schon weit überm Meer
gewesen wäre, wirkt etwas übertrieben,
aber das Meer war schon immer eine
ausdeutbare Metapher.
Bei der Beurteilung von Alis literarischem Werk geht es darum, den Radar
empfangsbereit zu halten, um die kleinen
Dinge erkennen und ihre Größe begreifen
zu können. Eine in ledernem Stimmklang
vorgebrachte Zeile wie „This might shock
and amaze ya / but I’m gonna retire Joe
Frazier“ entwickelt grobe Kraft, aber nicht
Alis längste und lauteste Gedichte waren
die bedeutendsten, wobei er im Lauf der
Zeit ohnehin dazu übergegangen war, die
Arbeit zu delegieren. „Wir haben alle hier
und da schon mal ein paar Zeilen geschrieben“, sagte sein Trainer Angelo Dundee.
Weil Ali – der Größte – ein Mann der Extreme ist, geriet sein bestes Gedicht kürzer als
jedes andere, kürzer noch als „Adam / Had
’em“ von Strickland Gillilan. Ali sprach
eine sauber gereimte Weltformel in die
dunstige Luft des Hörsaals der Harvard
University. „Me / We.“ Da saßen die Studenten und hatten die Münder offen.
Me / We bringt nicht nur Alis Kämpfe
auf den Begriff. Er hatte sich ja mit den Zuschauern verbündet, um beim Rumble in
the Jungle gegen den felsartigen George
Foreman bestehen zu können. Dem Einzelnen geht es besser, wenn er erkennt, dass
er in Beziehung zu allen anderen steht. Me
/ We. Man fängt und wird gefangen. Die Bibel ist voll davon, und Udo Jürgens hat von
nichts anderem gesungen. Nur eben nicht
so kurz. Das alles fällt einem ein, wenn
man jetzt Twitter aufruft, die zeitgemäße
Plattform des Me / We, und diese liebevollen Tweets liest, mit denen die Welt Ali
zum Geburtstag gratuliert. Er ist gerade 73
geworden, er war der beste Boxer, der erste
Rapper und wäre der tollste Twitterer,
aber er twittert nicht, denn er hat
Parkinson und scheint müde, mürbe zu
sein. Alis Geschichte ist eine Erzählung,
die dramatisch, bitter und berührend
klingt. Ein Lebensweg, in aller Kürze: Epiker wird Lakoniker wird Schweiger.
MÜNCHEN, MONTAG, 19. JANUAR 2015
71. JAHRGANG / 4. WOCHE / NR. 14 / 2,40 EURO
„Systembruch
des Völkerrechts“
Ex-Verfassungsrichter geißelt
geplante TTIP-Schiedsgerichte
München – Private Schiedsgerichte in den
Freihandelsabkommen Ceta und TTIP verstoßen nach Ansicht des Staatsrechtlers
Siegfried Broß gegen Verfassungsrecht.
„Deutschland und die EU dürfen diese Abkommen mit den jetzt bekannt gewordenen Klauseln über Investorschutz und private Schiedsgerichte nicht abschließen“,
sagte er der Süddeutschen Zeitung. „Diese
Klauseln verstoßen gegen deutsches Verfassungsrecht, Recht der EU und bedeuten
einen Systembruch des Völkerrechts“, so
Broß, der bis 2010 Richter des Bundesverfassungsgerichts war. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Regeln vor dem Bundesverfassungsgericht und dem Europäischen
Gerichtshof scheitern, sei sehr hoch. Broß
kritisierte, dass der Staat mit solchen Klauseln einen Teil seiner Souveränität an private Schiedsgerichte abtrete. „Dafür gibt
es keine Legitimation nach deutschem Verfassungsrecht.“ Er plädierte dafür, staatliche Schiedsgerichte einzurichten, die es
bisher so auf dieser Ebene nicht gibt. Der
Verfassungsrechtler hat im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung
dazu eine Studie erstellt, die demnächst
veröffentlicht wird. sz
Wirtschaft
Papst in Plastik
Das Wetter hat es auf den Philippinen nicht sehr gut gemeint mit Franziskus. Der Besuch des Pontifex im katholischsten Land Asiens
war von Sturm und Regen umtost. Das hielt am letzten Tag in Manila Millionen Menschen nicht vom Versuch ab, dem Papst nahe zu
sein. Und der zeigte wieder, dass er das Bekleidungsprotokoll des Vatikan nicht für gottgegeben hält. Wie viele andere schützte er
sich mit einer Regenhaut. Immerhin ist Gelb eine der Farben der Vatikanstaatsflagge. FOTO: J. EISELE/AFP
Seiten 4 und 7
Polizei verbietet Dresdner Pegida-Demo
Wegen Morddrohungen im Internet untersagen die Behörden alle Versammlungen im Freien,
auch den Aufmarsch der Islamgegner. Derweil läuft europaweit die Fahndung nach Terrorzellen
von jan bielicki
München – Weil Dresdens Polizei Terroranschläge befürchtet, hat sie für diesen
Montag eine Demonstration der antiislamischen Pegida-Bewegung verboten. Sie untersagte alle öffentlichen Versammlungen
unter freiem Himmel und damit auch die
Gegenkundgebung des Bündnisses „Dresden für alle“. Es bestehe „eine konkrete Gefahr“, begründete Polizeipräsident Dieter
Kroll das Verbot. Attentäter seien aufgerufen worden, sich unter die Protestierenden
zu mischen, um „zeitnah einen Mord an einer Einzelperson des Organisationsteams
der Pegida-Demonstrationen zu begehen“,
heißt es in der Verbotsverfügung.
Die Morddrohung richtet sich nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa
gegen den Pegida-Mitgründer Lutz Bach-
mann. Bachmann selbst wollte sich auf Anfrage der Süddeutschen Zeitung nicht äußern. Die „Patriotischen Europäer gegen
die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) hatten ihre für Montagabend geplante
Kundgebung vor der Semperoper bereits
zuvor unter Verweis auf Warnungen der Polizei abgesagt. Auch sie schrieben von einer konkreten Drohung gegen ein Mitglied
ihres Führungsteams: „Seine Hinrichtung
wurde durch IS-Terroristen befohlen“,
hieß es auf der Facebook-Seite der Organisation. Dieser Hinweis auf die Terrormiliz
Islamischer Staat wurde später entfernt.
Der Mordaufruf ähnele einem über Twitter verbreiteten Tweet, in dem auf Arabisch die Pegida als Feindin des Islam bezeichnet werde, heißt es in der Polizei-Verfügung. Konkrete Hinweise auf mögliche
Täter oder deren Vorgehen liegen den Be-
hörden allerdings nicht vor. Aber die Gefahr sei „konkret in Bezug auf eine gefährdete Person und deren Umfeld“, erklärte
Polizeichef Kroll. Er berief sich dabei auf Informationen des Bundes- und des Landeskriminalamtes. Bei den deutschen Behörden waren vor einer Woche mehrere übereinstimmende Meldungen ausländischer
Geheimdienste eingegangen, in denen
mögliche Anschlagsziele genannt wurden.
Pegida organisiert in der sächsischen
Landeshauptstadt seit Mitte Oktober Demonstrationen gegen die angebliche Islamisierung. Am vergangenen Montag waren dabei laut Polizei 25 000 Menschen
durch Dresdens Innenstadt gezogen. Dagegen kamen am Samstag 2700 Demonstranten zu einem Gedenkmarsch für den Asylbewerber Khaled Idris Bahray zusammen,
der am Montag davor in Dresden ersto-
chen worden war. In München und anderen Städten sollen für Montag geplante
Kundgebungen von Pegida-Anhängern
und deren Gegnern weiterhin stattfinden.
Es gebe zwar eine abstrakte, aber keinerlei
konkrete Anschlagsgefahr, sagte Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä.
Unterdessen fahndeten die Behörden
europaweit nach mutmaßlichen Mitgliedern islamistischer Terrorzellen. In Athen
nahm die Polizei am Samstag zwei Männer
fest, die belgischen Behörden zunächst als
Hintermänner einer vereitelten Terrorattacke auf Polizisten galten. Beide Fälle hätten aber nichts miteinander zu tun, räumte die belgische Staatsanwaltschaft ein. In
Brüssel bewachten Soldaten gefährdete Gebäude. Die Regierung kündigte an, bis zu
300 Soldaten in den großen Städten einzusetzen.
Seiten 2, 4 und 7
HEUTE
Meinung
In Europas Süden entsteht eine
neue Kraft: linke Parteien mit
charismatischen Politikern
4
Feuilleton
Der Soziologe Michel Wieviorka
über die Ursachen des
Islamismus in Frankreich
9
Schule und Hochschule
Helfer in Not: Schulsozialarbeit
genießt einen glänzenden Ruf,
aber ist vielerorts in Gefahr
12
Wissen
Krieg um Sterne: Ein Physiker
wagt es, nicht an Dunkle Materie
zu glauben
14
Wirtschaft
Einst war es eine Siemens-Firma,
heute bestimmen bei Gigaset
Chinesen
Medien, TV-/ Radioprogramm
Forum & Leserbriefe
München · Bayern
Rätsel
Familienanzeigen
16
21,22
13
28
7
18
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11004
4 190655 802404
Bei Ruhrgebiet denken viele in Deutschland an sterbende Zechen, Trinkhallen
und den sogenannten Strukturwandel,
der für manche nichts anders bedeutet,
als dass die oben genannte Struktur für
immer so bleibt. In kaum einer anderen
Stadt des Reviers merkt man so deutlich
wie in Essen, dass diese Klischees nur bedingt die Wahrheit widerspiegeln. Man
kann dort um den Baldeneysee spazieren
und sich die Boote in der Marina anschauen oder in Bredeney raten, welchem Milliardär diese Villa gehört: den Aldi-Brüdern oder den Erben der WAZ?
Wenige Kilometer weiter müssen
Schwimmbäder aus Kostengründen die
Temperatur runterfahren und Schulen
schließen. Es sind zwei sehr verschiedene
Welten in einer Stadt, getrennt durch die
A 40, die in vielen Ruhrgebietsstädten
den reichen Süden vom armen Norden
trennt – weshalb man die Autobahn dort
Sozialäquator nennt. Was die beiden Wel-
Un-Vermögen
Viele Kommunen haben mit Franken spekuliert und verloren
ten in Essen verbindet: Sie haben ganz gerne in Schweizer Franken gemacht. Die Milliardäre haben ihr Vermögen investiert,
die Stadt ihre Schulden exportiert. Dort
waren die Zinsen viel niedriger als im Inland, es schien eine gute Idee zu sein. Der
Franken war stabil, die Kredite günstig,
das Modell zum Wohle der Bürger.
Nun ist alles anders. Was gestern noch
wie eine gute Idee klang, ist heute eine Tölpelei, und noch mehr: „Es ist eine Katastrophe“, sagt Lars Martin Klieve (CDU),
der Kämmerer von Essen. Seit die Schweizer Nationalbank in der vergangenen Woche aufgehört hat, den Kurs zum Euro zu
stützen, hat allein Essen 70 Millionen Euro mehr Schulden. Für alle deutschen
Städte steigen die Verbindlichkeiten nach
ersten Schätzungen um etwa zwei Milliarden Euro.
In den Neunzigerjahren hatten viele
deutsche Kommunen damit begonnen, ihre Verbindlichkeiten in die Schweiz zu verlagern, weil man dort weniger berappen
musste. Essen hat in der Schweiz Kredite
in Höhe von 450 Millionen Franken offen.
Ende des Jahres lag der Kurs bei 1,20 Franken je Euro, die Stadt hätte also für etwa
374,3 Millionen Euro ihre Schulden ablösen können. Mit dem aktuellen Wechselkurs von einem Franken für den Euro
muss Essen fast 450 Millionen Euro zahlen, so hat es die Verwaltung errechnet.
Als der Kredit aufgenommen wurde, war
er gar nur 290 Millionen Euro wert. Ein
ziemlicher Wahnsinn. Zwar haben auch
grenznahe Gemeinden zur Schweiz sich
dort verschuldet, aber nirgendwo war die
Liebe zum Franken so groß wie im Ruhrgebiet. Bochum hat 220 Millionen Euro
Schulden. Auch Bottrop, Gladbeck, Recklinghausen, Herne, Siegen und Lünen stehen bei den Eidgenossen in der Kreide.
All diese Städte haben in ihren Kämmereien Abteilungen, die man sonst eher bei
Investmentbanken vermutet, jeden Morgen wird dort in aller Welt nach den günstigsten Krediten für Tagesgeschäfte gesucht. Die ausländischen Verschuldungen sind die neue Seuche der Kommunalfinanzen, nach dem es in den Neunzigerjahren große Mode war, Abwasserkanäle
in die USA zu verkaufen und zurückzuleasen. Auch das verursachte Milliardenschäden. Die Kämmerer der klammen Städte
sind nicht frei von Selbstkritik. Aber sie
fragen eben auch: Was sollen wir machen
– mit immer neuen Aufgaben und immer
weniger Geld?
bernd dörries
Bund will Ausbeutung von jungen Forschern stoppen
Bildungsministerin Wanka plant Reform gegen Missbrauch von Zeitverträgen – der Uni-Nachwuchs arbeitet zu oft befristet
München – Bundesbildungsministerin Johanna Wanka will gegen die miserablen Arbeitsbedingungen vieler Nachwuchswissenschaftler vorgehen. Die Möglichkeit,
Forschern befristete Verträge zu geben,
werde „teilweise ausgenutzt“, sagte die
CDU-Politikerin in einem Interview mit
der Süddeutschen Zeitung. „Es ist indiskutabel, dass mehr als die Hälfte der Wissenschaftler bei ihrem ersten Vertrag kürzer
als ein Jahr beschäftigt werden.“ Bei Doktorarbeiten müsse sich die Vertragsdauer
daran orientieren, wie viel Zeit für eine Promotion nötig sei. „Das wird selten unter
drei Jahren gehen“, so Wanka. Die Ministerin kündigte an, hierzu das Wissenschaftszeitvertragsgesetz zu überarbeiten.
84 Prozent der etwa 160 000 Nachwuchswissenschaftler an deutschen Hoch-
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schulen haben laut dem jüngsten offiziellen Bildungsbericht mittlerweile Zeitverträge, ihr Anteil ist in den vergangenen
zehn Jahren deutlich gestiegen. Auch ein
großer Teil der gut 30 000Mitarbeiter an
Forschungseinrichtungen außerhalb der
Hochschulen wie den Fraunhofer-Instituten arbeitet befristet. Nachwuchsforscher
und die Bildungsgewerkschaft GEW beklagen seit Jahren eine Ausbeutung und Unsicherheit der Beschäftigten, die gerade Forscherinnen mit Kindern benachteilige.
Sogar der Wissenschaftsrat als wichtigstes Beratergremium für Bildungspolitik
warnte 2014 davor, die Karriere als Nachwuchswissenschaftler werde immer unattraktiver. Zeitverträge reihten sich aneinander, sie erwiesen sich oft erst spät als
Sackgasse, schrieb das Expertengremium.
Eine der Ursachen ist, dass Hochschulen Forschung immer häufiger über Drittmittel finanzieren – also Geld von außen,
das oft nur ein paar Jahre fließt. Häufig
sind die Verträge der beteiligten Forscher
jedoch noch deutlich kürzer, zum Teil laufen sie nur wenige Monate. Auch dagegen
will Wanka vorgehen. „Hier sollten die Verträge so lange laufen wie das Projekt, also
in der Regel über mehrere Jahre“, sagte sie.
Zudem dürften dauerhafte Aufgaben an
Unis nicht über Zeitverträge erledigt werden. Starre Mindestzeiten für alle Wissenschaftler lehnt sie jedoch ab. Dies wäre kontraproduktiv und würde nur Stellen kosten. Die Koalitionsfraktionen Union und
SPD verhandeln derzeit über Änderungen
am Wissenschaftszeitvertragsgesetz. Bisher gibt es jedoch keine Einigung.
Wanka dämpfte Erwartungen, sie werde demnächst vernachlässigte Hochschulen fördern. „Der Bund ist nicht der Ausputzer der Länder. Die Länder dürfen ihre
Hochschulen nicht vernachlässigen, das
ist und bleibt ihre Aufgabe“, sagte sie. Seit
einer Grundgesetzänderung Ende Dezember kann der Bund Hochschulen dauerhaft
fördern. Dies war wegen Zuständigkeit der
Länder bisher nur befristet möglich. Wanka hatte zugesagt, nicht nur Spitzeninstitute zu unterstützen. Viele Unis erhoffen sich
nun eine Linderung ihrer Finanznöte. Die
Ministerin verwies jedoch darauf, dass der
Bund das Bafög allein übernimmt und so
die Länder jedes Jahr um 1,2 Milliarden Euro entlaste. Das Geld „liegt auf dem Tisch
der Länder und muss dauerhaft eingesetzt
werden“. r. preuss, j. osel Seite 5
Großangriff
auf Rebellen in Donezk
Kiew – Die ukrainischen Streitkräfte haben einen Großangriff auf die Rebellen am
Flughafen der Stadt Donezk begonnen, um
verlorenes Gelände zurückzuerobern. Ein
Militärsprecher sagte am Sonntag in der
ukrainischen Hauptstadt Kiew, das Gebiet
am zerstörten Flughafen sei wieder weitgehend unter Kontrolle der Regierungstruppen. Nach Angaben von Bewohnern nahmen auch die Kämpfe in der Nähe von
Wohngebieten zu. Prorussische Rebellen
hätten aus Wohngebieten heraus Granaten abgefeuert. Der Flughafen ist durch die
monatelangen Kämpfe stark zerstört und
schon lange nicht mehr in Betrieb. Zuletzt
hatten dort die Rebellen immer mehr die
Oberhand gewonnen. reuters Seite 7
Niedriger Ölpreis
verschärft Russland-Krise
Moskau/Berlin – Der rasante Fall der Ölpreise hat die Krise der russischen Wirtschaft dramatisch zugespitzt. Die mächtigen Rohstoffkonzerne des Landes geraten
zunehmend in finanzielle Nöte. Experten
warnen inzwischen vor einer neuen Finanzkrise. Das Ausbleiben der Öl-Einnahmen
bezeichnet der deutsche Ökonom Dennis
Snower als „katastrophal“. Sollte der Ölpreis so niedrig bleiben, drohe Russland eine „gewaltige Bankenkrise“, sagte zuletzt
der Chef der größten russischen Bank Sberbank, German Gref. Für einen ausgeglichenen Haushalt bräuchte Russland einen Ölpreis von 105 Dollar. Seit Juni fiel der Preis
um etwa 60 Prozent. sz
Wirtschaft
Frenzel gewinnt drei
Rennen in 48 Stunden
Seefeld – Olympiasieger Eric Frenzel hat
wie 2014 das Seefeld-Triple in der Nordischen Kombination gewonnen. Der 26 Jahre alte Oberwiesenthaler entschied auch
den Schlusswettbewerb der Weltcup-Veranstaltung der Winter-Zweikämpfer für
sich, nachdem er bereits bei den Etappen
am Freitag und am Samstag nicht zu schlagen gewesen war. vk
Sport
DAS WETTER
▲
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6°/ -6°
▼
NACHTS
Über den Norden, Westen und Südwesten
ziehen einige Regen- oder Schneefälle
über die Landesmitte ostwärts weiter. Die
Schneefallgrenze bewegt sich zwischen
100 und 400 Metern. Die Temperaturen
null bis sechs Grad.
Seite 13
Gewinnzahlen vom Wochenende
Lotto (17.01.): 8, 11, 22, 29, 46, 47
Superzahl: 1
Toto: -, 2, 2, 2, 2, 2, 2, 1, 1, 0, 0, 2, Auswahlwette: lag noch nicht vor
Zusatzspiel: lag noch nicht vor
Spiel 77: 1 6 1 9 7 7 7
Super 6: 0 4 4 7 0 9
(Ohne Gewähr)
Weitere Gewinnzahlen:
Wirtschaft, Seite 17
Die SZ gibt es als App für Tablet
und Smartphone: sz.de/app
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