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Aufklärung nötig Unter der Überschrift „Der OP der Zukunft“ diskutierte

Einbetten
Einsparpotenziale werden oft übersehen – mehr
Aufklärung nötig
Pressekontakt:
Unter der Überschrift „Der OP der Zukunft“ diskutierte am
2. Dezember eine Expertenrunde in Berlin über die
Herausforderungen, die deutschen Kliniken in den
nächsten
10
Jahren
bevorstehen.
Besonderes
Augenmerk wurde darauf gelegt, intelligente Antworten
auf den weiter bestehenden Kostendruck zu finden. Bei
Einsparungen im Einkauf ist das Ende der vertretbaren
Möglichkeiten,
ohne
die
Patientensicherheit
zu
gefährden, weitgehend erreicht. Darin waren sich alle
Teilnehmer
einig.
Wirkungsvoller
im
Sinne
der
Erreichung effektiver Kostenziele wäre es, die Potenziale
in
den
Prozessen
zu
mobilisieren
und
in
der
Zusammenarbeit mit Dienstleistern weiter zu optimieren.
Als wissenschaftliche Grundlage stellte Professor Dr. Dr.
von Eiff (Centrum für Krankenhausmanagement, Uni
Münster) erste Ergebnisse einer Metastudie zum Thema
vor. Neben den rein wirtschaftlichen und medizinischen
Aspekten
wurden
auch
gesellschaftliche
Herausforderungen an die Kliniken diskutiert. Als erstes
Ergebnis unterzeichneten alle Anwesenden die Agenda
2025 als Positionspapier zu den kommenden Aufgaben
und Herausforderungen. Die genauen Ergebnisse stehen
unter www.der-op-der-zukunft.de online.
Teilnehmer der Veranstaltung „Der OP der Zukunft“
waren:
Hannes Fischer
Tel: 0721 - 95 13 53 12
h.fischer@schwarzundbold.de
Schwarz&Bold GmbH
Jägerstraße 4
76227 Karlsruhe

Professor Dr. med. Hans-Peter Bruch, Präsident
des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen
e.V.

Matthias Diemer, Vorstand des Verbandes für OPManagement

Sabine Zander, pflegerische OP-ManagementLeitung im OP-Management der Charité Berlin

Professor Dr. Dr. Wilfried von Eiff, Center for
Health Care Management and Regulation an der
HHL Leipzig Graduate School of Management
sowie Leiter des Centrums für KrankenhausManagement (Uni Münster)

Roland
Fehringer,
Nachhaltigkeitsexperte
bei
denkstatt GmbH, Wien

Oliver Leisse, Trend- und Zukunftsforscher bei
SEE MORE GmbH, Hamburg
Ein zentrales Thema wird der steigende Kostendruck
bleiben. Die Antwort darauf darf aber nicht eine 2Klassen-Medizin
sein.
Die
gesellschaftlichen
Entwicklungen deuten darauf hin, dass eine gute
gesundheitliche Versorgung immer mehr Menschen auch
mehr Geld wert sein wird. Daraus den Umkehrschluss zu
ziehen, dass die Basisversorgung noch weiter abgesenkt
werden kann, wäre aber ein fataler Irrweg. Die
praxisnahen
Vorträge
Krankenhäusern
und
zeigten
klar,
dass
Kliniken
in
große
Optimierungspotenziale stecken, die nicht im billigeren
Einkauf von Waren und Dienstleistungen liegen.
„Das Wichtigste ist, dass die Menschen da eingesetzt
werden, wo sie sich wohlfühlen und wofür sie qualifiziert
sind. Dann macht ihnen die Arbeit Spaß und sie liefern
gute Ergebnisse“, forderte Professor Bruch aus Sicht der
Chirurgen. Er zeigte klar, dass beispielsweise durch
einen sinnvollen Aufbau des OP-Traktes und den Einsatz
fahrbarer Tische mit unabhängiger Energieversorgung
mehrere Minuten pro OP eingespart werden können. Bei
Minutenkosten eines OPs von 35 Euro und mehr
bestehe hier noch Potenzial. OP-Manager Matthias
Diemer sprach von einem hohen Potenzial weiterer
Optimierung der Prozesszeiten im OP. „Einsparungen
werden häufig nur auf die kurzfristige Reduzierung von
finanziellen Ausgaben gedacht und gerechnet. Wer die
Parameter ,Zeit‘ und ,Personal‘ aber mit in die Rechnung
einbezieht, findet noch viele unerschlossene Potenziale.
Dabei kann das Personal für manche Dienstleistungen
wie die Textilversorgung zum Beispiel auch von einem
Zulieferer kommen“, so der Experte weiter.
Personal ist eines der wichtigen Themen für Sabine
Zander, pflegerische OP-Management-Leitung an der
Charité in Berlin. Sie berichtete direkt aus dem Alltag.
„Wir sehen, dass unser System der allmählichen
Qualifizierung und Spezialisierung unserer Fachkräfte
sehr
erfolgreich
wohlfühlen
arbeitet.
und
Eine
optimal
OP-Kraft
mit
dem
will
sich
Chirurgen
zusammenarbeiten. Durch eine Spezialisierung auf
wenige
Fachbereiche
und
Rotation
innerhalb
der
Bereiche schaffen wir ein hohes Level an Qualifikation
und Flexibilität“, erklärte Zander. Ihre Erfahrung ist, dass
durch Einsparungen beim Personal die Motivation sinkt.
Der Einsatz von gut ausgebildetem Personal schafft aber
schnellere
Abläufe
kurzfristig
in
niederschlägt.
und
höheren
mehr
Routine,
Erträgen
für
was
die
sich
Klinik
Oliver
Leisse
von
SEE
MORE,
Institut
für
Trendforschung, Hamburg, lieferte einen Einblick in die
Erwartungen und Forderungen von Patienten und
Personal,
die
in
der
nächsten
Dekade
auf
die
Gesundheitsdienstleister zukommen wird. „Patienten wie
Personal werden in Zukunft ein ethisch einwandfreies
Umfeld
erwarten.
Die
Anspruchshaltung
beider
Zielgruppen wird sich verändern, zumal der Patient durch
die
immer
höhere
Kostentransparenz
im
Gesundheitswesen mehr und mehr zum Kunden wird. Er
erwartet vor allem mehr Leidenschaft und Einsatz vom
Personal“, prognostizierte Leisse. Die Kliniken müssen
sich mit diesen Anforderungen auseinandersetzen und je
früher sie es tun, umso eher können sie es als
Wettbewerbsfaktor
einsetzen.
So
sind
es
oft
Kleinigkeiten, die für den Patienten einen Unterschied
machen. Die Bett- und Leibwäsche ist ein Bereich, in
dem der Patient seine Betreuung täglich „spürt“. Hier
wird
oft
am
falschen
Ende
gespart.
Die Textilversorgung im Klinikbereich ist auch für den
Nachhaltigkeitsexperten Roland Fehringer vom Wiener
Beratungsunternehmen denkstatt ein wichtiges Thema.
Er stellte eine Studie vor, die einen ökologischen
Vergleich
des
Einsatzes
Mehrwegmaterialien
im
von
Einweg-
OP-Bereich
in
und
Österreich
auswertet. „Wir sehen bei den untersuchten Parametern
Product
Carbon
photochemisches
Abfallanfall
einen
Footprint,
Eutrophierungspotenzial,
Oxidationsbildungspotenzial
deutlichen
Vorteil
für
und
die
Mehrwegtextilien. Lediglich beim Frischwasserverbrauch
schneiden Mehrwegtextilien schlechter ab. Besonders
wichtig ist aber die Erkenntnis, dass nach Ansicht von
deutschen OP-Managern nachhaltige und ökologische
Aspekte im Krankenhaus an Bedeutung gewinnen
werden und hier noch mehr Aufklärung betrieben werden
muss“, so der Experte. Natürlich sind die Ergebnisse der
österreichischen
Deutschland
Parallelen
Hinsicht,
Studie
nicht
übertragbar.
in
legistischer
internationaler
insbesondere
der
unbesehen
Aufgrund
und
auf
zahlreicher
abfallwirtschaftlicher
Waschmittellieferanten
vergleichbaren
Produktion
und
von
Mehrwegtextilien in Europa sowie der asiatischen
Produktion von Einwegartikeln deutet vieles auf ein
ähnlich
gutes
Ergebnis
für
Mehrwegtextilien
in
Deutschland.
Das Beispiel Textilien wählte auch Professor Dr. Dr. von
Eiff vom Centrum für Krankenhausmanagement als
Beispiel für eine Metastudie der bestehenden Situation
im Krankenhaus. „Die wichtigsten Effizienzhebel wie
Standardisierung,
Vendor
Managed
Prozessoptimierung
Inventory
spielen
und
bei
Beschaffungsentscheidungen nur eine nachgeordnete
Rolle.
Sinnvoller
gerade
im
Hinblick
auf
Patientensicherheit und Handhabungsvorteile wäre es,
Beschaffungsentscheidungen
Lebenszykluskosten
und
an
den
Betriebsbereitschaftskosten
sowie der Handhabung und den Prozesswirkungen der
eingekauften Dienstleistung und Waren zu orientieren.
Der Einkaufspreis ist den Einkäufern wichtiger als das
Preis-Outcome-Verhältnis“,
kritisierte
der
Experte.
Einwegprodukte schneiden nur bei den Parteien gut ab,
die indirekt mit dem Material zu tun haben. Die Mehrzahl
der Ärzte und des OP-Personals bevorzugen bei den
meisten
Eingriffen
klar
Anwenderbeurteilungen
Mehrwegtextilien.
Solche
finden
Beschaffungsprozessen nur begrenzt Niederschlag.
in
Zum Abschluss des Round Table verfassten die
Teilnehmer eine Agenda 2025. Darin finden sich zentrale
Forderungen und Ideen für die nächsten 10 Jahre
wieder. Die Agenda 2025 ist auf der Website der
Initiative, die vom Deutschen Textilreinigungsverband
und
dem
unterstützt
Centrum
wird,
unter
für
Krankenhausmanagement
der
zukunft.de/agenda einzusehen.
URL
www.der-op-der-
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