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(6/2015)

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Projektskizze:
Zukunft braucht (die Erinnerung an) Herkunft!
Digitalisierung des Archivbestandes
der Deutschen Schule Tokyo Yokohama
Zielsetzung
Die Deutsche Schule Tokyo Yokohama ist die älteste deutsche Auslandsschule im
ostasiatischen Raum. Gegründet im Jahre 1904, hat die Schule mit mehreren Umzügen
zwischen Tokyo und Yokohama die wechselvolle Geschichte der Region miterlebt und zum
Teil auch -geprägt. Davon zeugt unter anderem das trotz der beiden Weltkriege, der
mehrfachen, z.T. erzwungenen Ortswechsel sowie des Kanto-Erdbebens von 1923 noch
vorhandene Archivmaterial von 1904-1967, das eine wertvolle Ergänzung des zum großen
Teil verlorenen Materials der hiesigen Deutschen Botschaft bietet. Die Archivalien liegen
allerdings momentan nur in analoger Form, ungeordnet, unregistriert und wegen der damals
schlechten Papierqualität unmittelbar vom Zerfall bedroht vor.
Ziel des Projektes ist daher die Digitalisierung des Archivbestandes in einer Datenbank
mitsamt Verschlagwortung, umfassenden Suchmöglichkeiten sowie Zusammenfassung der
jeweiligen Dokumente in Form von Regesten. Damit soll einerseits eine größere
Öffentlichkeit wie die Wissenschaft auf den Bestand der Deutschen Schule Tokyo Yokohama
aufmerksam gemacht werden. Andererseits soll mit der digitalen Edition die Lehre des Faches
Geschichte unterstützt werden, um so die Schülerinnen und Schüler direkt in Kontakt mit
Quellen ihrer eigenen (Schul-)Geschichte vor Ort zu bringen, wie dies der Lehrplan des
Faches Geschichte einfordert. Letztlich leistet das Projekt damit auch einen Beitrag zur
Bewußtseinsbildung und Identitätsfindung der Schülerinnen und Schüler an der Deutschen
Schule Tokyo Yokohama.
Ausgangslage / Vorarbeiten
Die Akten der Deutschen Schule Tokyo Yokohama aus der Zeit von 1904-1967 (Neubau der
Schule in Omori) liegen zur Zeit in Form von analogen Dokumenten in drei Sprachen
(vornehmlich Deutsch, zudem Japanisch und Englisch) vor, die ungeordnet wie unregistriert
in mehreren Pappordnern lagern und damit aufgrund der nicht sachgemäßen Archivierung
unmittelbar vom Zerfall bedroht sind.
Im Schuljahr 2012/2013 hat die damalige Klasse 11a im Fach Geschichte unter der Leitung
von Herrn Dr. Günther eine erste Auswertung der Akten vorgenommen. Entstanden ist daraus
eine dreisprachig konzipierte Ausstellung zur Geschichte der Schule, die im Rahmen des
Oktoberfestes
2013
Dauerausstellung
erstmals
im
der
Öffentlichkeit
Schulgebäude
installiert
vorgestellt
ist.
Mit
wurde
und
nun
Einzelaspekten
als
zur
Gründungsgeschichte und der nationalsozialistischen Einflußnahme an der Schule in den 30er
Jahren des 20. Jahrhunderts hat sich zudem die Schülerzeitungsredaktion unter Anleitung von
Herrn Dr. Günther mit der Schulgeschichte auseinandergesetzt und hierzu auch diverse
Artikel veröffentlicht. Durch Recherchen in den Akten wie im Archiv der Freien Universität
Berlin hat zudem die Abiturientin Annika Willms einen Artikel über Hans Eckardt,
Mitbegründer der japanischen Sektion des Nationalsozialistischen Lehrerbundes, später
Professor für Japanologie an der FU Berlin und Auslöser der 68er-Revolte ebenda, verfasst,
der in der „kleinen zeitung“ im Rahmen des FAZ-Projektes „Jugend schreibt“ (Leitung: Dr.
Günther) veröffentlicht worden ist.
Insofern ist ein erster Überblick über das Material gewährleistet, so daß eine schnelle
Einarbeitung in die Archivlage erfolgen kann.
Vernetzungsmöglichkeiten für dieses Projekt bestehen mit dem Archiv der FU Berlin sowie
dem Politischen Archiv des Auswärtigen Amtes. Mit beiden Institutionen besteht bereits
Kontakt und großes Interesse an einem Austausch, da die Archivlage für diese Zeitspanne
äußerst fragmentarisch, die Synergieeffekte also erheblich sind.
Projektstufen / -ablauf
Die Digitalisierung des Archivbestandes erfolgt in drei Phasen über einen Zeitraum von 12
Monaten: Nach Aufbau der Datenbankstruktur (ca. 2 Wochen) werden einem ersten
Arbeitsschritt die Aktenstücke gescannt und innerhalb der Datenbank inventarisiert sowie in
der äußeren Form / Erhaltungszustand beschrieben (ca. 2 Monate). In einer zweiten
Arbeitsphase erfolgt nach Epochen gegliedert die Erstellung von Regesten, Schlagworten,
Personen-, Sach- und Ortsregister zu den jeweiligen Dokumenten (ca. 7 Monate). Der dritte
Arbeitsschritt umfaßt dann die Vernetzung des Bestandes mit dem Archivgut anderer
Institutionen, die Endredaktion und Vorbereitung der Datenbank für den Online-Zugriff (ca.
2,5 Monate).
Die Projektphasen im Überblick:
Phase
1
Arbeitsschwerpunkt(e)
Aufbau der Datenbankstruktur
Überführung der analogen Akten in digitale
Form
Dauer
2,5 Monate
2
Erstellung von Regesten zu den einzelnen
7 Monate
Dokumenten
Verschlagwortung
Erstellung von Sach-, Personen- und
Ortsregister
3
Vernetzung mit anderen Archiven
2,5 Monate
Endredaktion
Vorbereitung des Online-Zugriffes auf die
Datenbank
Kostenaufstellung
Kostenart
Personalkosten
Beschreibung
2 Hilfskräfte à 4 Stunden
Kalkulation
24.000 Yen / Monat / Hilfskraft
wöchentlich für 12 Monate
Sachkosten
(1.500 Yen pro Stunde)
576.000 Yen
2 Laptops mit
140.000 Yen
Datenbanksoftware
2 Scanner
60.000 Yen
weitere Sachkosten
40.000 Yen
(Kopien, Archivkästen etc.)
240.000 Yen
Reisekosten
Bahnfahrten
1 Hin-/Rückflug D/J des
30.000 Yen
100.000 Yen
Projektleiters
130.000 Yen
GESAMTBETRAG
946.000 Yen
Ansprechpartner / Koordinator: Dr. phil. Sven Günther, M.A., Universität Bielefeld,
Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie, Abteilung Alte Geschichte,
Postfach 10 01 31, D-33501 Bielefeld; Email: sven.guenther@uni-bielefeld.de
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Bildung
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