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DAS MAGAZIN DER LEBENSHILFE AACHEN WERKSTÄTTEN & SERVICE GMBH
FÜR FREUNDE, MITARBEITER UND KUNDEN
AUSGABE 47, OKTOBER 2014
Kundenporträt: RWE, Seite 8
Jubiläum: Fünf Jahre LEWAC, Seite 12
Bildergalerie: Special Olympics, Seite 22
Neue Serie
„Unsere Helden“:
Resi Nießen arbeitet
seit 35 Jahren bei uns
Seite 6
AKTUELL
Kurznachrichten
Neukunde: So schön kann verpacken sein . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
Leitung Produktion: Verstärkung durch erfahrenen Ingenieur . . . . . . . . . . . . 4
Ausbildung: Erster Azubi in der Gartengruppe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
Kalender 2015: Kunstbegleiter durch das neue Jahr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
Seite 8: Kundenporträt
Seit vielen Jahren ist RWE ein wichtiger Auftraggeber. Wir haben uns mit zwei Einkäufern
des Konzerns zu einem Interview verabredet.
MENSCHEN
Reportage: In der neuen Serie „Unsere Helden“ stellen wir
Resi Nießen vor. Die 57-Jährige ist seit über 35 Jahren eine zuverlässige
Mitarbeiterin und bei allen beliebt. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
Kundenporträt: Ein großer Konzern wie RWE hat ein großes Netzwerk
von Lieferanten. Zu diesem Netzwerk gehören wir schon sehr lange.
Ein Gespräch mit den Einkäufern Stefan Krieger und Wilhelm Cremer. . . . . . . . 8
Nachruf:
Die Lebenshilfe war seine große Familie.
Wir trauern um Ludolf Hannott, dem die Werkstatt viel zu verdanken hat. . . . . 10
WERKSTATT
Beschäftigung: Vor fünf Jahren hat uns die Arbeitsagentur erstmals
mit dem Programm Unterstützte Beschäftigung beauftragt. Zum kleinen
Jubiläum ziehen wir eine Bilanz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
Seite 10: Nachruf
Er war immer hilfsbereit und hatte für jeden
ein freundliches Wort. Im Juli ist unserer ehemaliger Kollege Ludolf Hannott verstorben.
Produktentwicklung: Mit der Eigenherstellung eines Trainingsgeräts
für Sportler wollen wir zukünftig unabhängiger von Auftragsschwankungen
werden. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
Neuaufnahmen: Rund dreißig junge Leute kommen jedes Jahr neu
in die Werkstatt. Wir stellen das Eingangsverfahren und zwei der Neuen vor. . . 16
ARBEIT & MEHR
Impressum
Herausgeber:
Lebenshilfe Aachen Werkstätten & Service GmbH,
Neuenhofstr. 170, 52078 Aachen, Tel. 02 41 / 92 81 10
V.i.S.d.P.:
Norbert Zimmermann, Geschäftsführer
Konzeption, Text, Redaktion:
Siegbert Gossen, www.gossen-kommunikation.de
Gestaltung:
Walbert – Visuelle Kommunikation, www.walbert.biz
Fotos:
Werkstätten & Service GmbH, Siegbert Gossen,
Wikimedia Commons
Druck:
mtb, Maastricht
Auflage: 2.000
Kurznachrichten
Imagefilm: Zeigen, was wir leisten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
Aktivitätenpark: Bewegung und Anregung für alle Sinne . . . . . . . . . . . . . . . 18
Kunstwerkstatt: Ein Bild für die Königin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
Inklusion: Gegenseitig sichern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
Bilderalbum
Sommerfeste: Das „Menschenkicker“ war der Renner . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
Special Olympics: Jubel in Düsseldorf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
EDITORIAL
Liebe Leserinnen und Leser,
zehn Werkstätten im Rheinland, darunter auch unser
Unternehmen, haben kürzlich gemeinsam die Kampagne
„Werkstatthelden“ gestartet (im Internet zu finden unter
www.werkstatthelden.org). Mit der Kampagne wollen wir
vor allem deutlich machen, dass Menschen mit Behinderung in Werkstätten durch gezielte Förderung und selbstbestimmtes Arbeiten sehr viel leisten – viel mehr, als
mancher denkt. Und sie soll die Bekanntheit und das
Ansehen der Werkstätten als Orte stärken, wo Menschen
mit Behinderung einen Lebensmittelpunkt und einen Ort
der Selbstverwirklichung finden. Ich hoffe sehr, dass es
uns mit der Imagekampagne gelingt, das eine oder andere Vorurteil über unsere Arbeit zu entkräften, und dass
Menschen neugierig werden und sich selbst ein Urteil
bilden. Wir laden jeden Interessierten herzlich zu einem
Besuch und zum persönlichen Gespräch ein. Wir möchten
Ihnen mit dieser Ausgabe von „Werkstatt im Blickpunkt“
unsere Helden näher bringen.
In der letzten Ausgabe hatten wir kurz berichtet, dass Professor Gerd Ascheid zum neuen
Vorsitzenden unseres Aufsichtsrats gewählt worden ist. Unter seiner Leitung hat das
Gremium inzwischen gemeinsame Ziele für die zukünftige Arbeit festgelegt. Als eine
große Herausforderung sieht der Aufsichtsrat das Thema Inklusion im Arbeitsbereich,
insbesondere da die Politik bisher bei diesem Thema die Gegebenheiten und Probleme
der Menschen mit geistiger Beeinträchtigung noch nicht ausreichend würdigt. Hier
wollen wir gestaltend Vorbild sein, um Fehlentwicklungen zu verhindern. Zu diesem Zweck
erarbeiten wir aktuell auch die Grundlagen für eine Inklusionsstrategie, die zwei Dinge
aufzeigt: Wie wir erstens neue Arbeitsplätze außerhalb der Räumlichkeiten der Werkstatt
schaffen, und zweitens, wie wir zugleich die Leistungsfähigkeit und Servicequalität für
unsere Kunden sichern und das positive soziale Klima innerhalb der Werkstatt bewahren.
Angesichts der vielfältigen und großen Veränderungen in den Rahmenbedingungen ist
es wichtiger denn je, dass wir unsere Stärken im Blick behalten und auch weiterhin gemeinsam für die Ziele der Werkstatt und die von uns betreuten Menschen eintreten.
Ihr
Norbert Zimmermann,
Geschäftsführer
3
4
AKTUELL KURZNACHRICHTEN
Neukunde
Leitung Produktion
So schön kann verpacken sein
Verstärkung durch erfahrenen Ingenieur
Für die Kosmetikmarke p2 hat unser Verpackungsbereich
erstmals vor einem Jahr die Aufgabe übernommen, Pakete an die Redaktionen von Zeitschriften zu versenden.
Auftraggeber ist die p2 Kosmetik GmbH in Wien, die p2 in
Deutschland exklusiv über das Drogerieunternehmen dm
vertreibt. Doch was hat ein neuer Lippenstift aus Öster­
reich mit einem Paket aus Aachen an eine Frauenzeitschrift in Hamburg zu tun? Ganz einfach, die Hersteller
– beziehungsweise auf „Beauty & Fashion“ spezialisierte
Agenturen – stellen den Redaktionen von Illustrierten und
TV-Modemagazinen kostenlos Musterprodukte und Informationen zur Verfügung, damit sie darüber berichten. Inhaberin einer solchen Agentur ist Johanna Lassonczyk aus
Köln. Sie verantwortet die Pressearbeit für p2 in Deutschland und schreibt zwei Mal im Jahr 200 bis 250 Redaktionen an. Als Dienstleister für diese Versandaktion war
der PR-Expertin die Werkstatt empfohlen worden. „Das
Paket enthält in der Regel ein Etui mit Produktmustern,
eine Pressemappe mit Pressetexten und Fotos auf einem
USB-Stick“, erklärt Lassonczyk. „Zum Schluss kommt das
Anschreiben dazu, alles wird schön mit rotem Seidenpapier eingepackt, der Karton etikettiert und dann zur Post
gebracht.“ Mit der Leistung der Werkstatt sind alle sehr
zufrieden. Produkt, Hersteller und Werkstatt passen auch
unter dem sozialem Aspekt gut zusammen.
Das fünfköpfige Geschäftsleitungsteam unseres Unternehmens ist wieder komplett. Im Juli hat Ralph
Wittenmeier, 48, seine neue Aufgabe als Produktionsleiter der Werkstatt angetreten. Dafür bringt er reiche
Erfahrung mit. Fast zwanzig Jahre war der gebürtige
Pfälzer zuletzt als Produktionschef in einem Werk der
Hygienepapierbranche in Kreuzau bei Düren tätig. Davor
war Wittenmeier Anlagenplaner und Baustellenleiter bei
einem Fördertechnik-Unternehmen aus Kaiserslautern.
An der dortigen Uni hatte er auch sein Diplom als Maschinenbauer mit Vertiefungsfach Produktionstechnik
abgelegt. Leiten, neu aufbauen, optimieren – mit diesen
Worten beschreibt er seine Aufgabe in der Werkstatt.
Konkret gehe es darum, die logistischen Abläufe in der
Liefer- und Produktionskette ständig auf Verbesserungsmöglichkeiten hin zu untersuchen: „Wie schaffen wir es
noch besser, dass das richtige Vorprodukt zur richtigen
Zeit an der Maschine ist?“, beschreibt Wittenmeier die
Herausforderung. „Und was brauchen wir, um eine
Produktion zu gewährleisten, die den Qualitätsansprüchen unserer Kunden genügt?“ Seine Philosophie laute:
erstens Arbeitssicherheit, zweitens Qualität. Wenn dies
gewährleistet sei, kämen Erfolg und Zufriedenheit von
alleine. In seinem bisherigen Berufsleben hat der Vater
von zwei Söhnen und Vorsitzende eines Segelclubs
am Rursee aber auch gelernt: Leistung darf nicht der
alleinige Maßstab in der Arbeitswelt sein, erst recht
nicht für Menschen, die aufgrund eines Handicaps
Solidarität und Unterstützung brauchen. „Daher freue
ich mich sehr auf eine gemeinsame und hoffentlich
erfolgreiche Zeit in der Lebenshilfe-Werkstatt.“
AKTUELL KURZNACHRICHTEN
Ausbildung
Kalender 2015
Erster Azubi in der Gartengruppe
Kunstbegleiter durch das neue Jahr
Lucas Quadflieg (links im Bild) ist der erste Auszubildende
in unserem Bereich Garten- und Landschaftsbau. Für
seine Ausbildung ist Bereichsleiter und Gartenbaumeister
Thomas Niggenaber verantwortlich. Bereits im Rahmen
seines Bundesfreiwilligendienstes (BFD) in der Werkstatt
hatte der 21-Jährige aus Herzogenrath das Interesse an
diesem Beruf entdeckt. Nach der Ausbildung wird er gegebenenfalls das Studium zum Garten- und Landschaftsarchitekten anschließen. Außer Lucas Quadflieg haben
zehn weitere junge Menschen eine Berufsausbildung in
unserem Unternehmen begonnen, darunter vier Heilerziehungspflegerinnen. Alina Philippen, 20 (Bild rechts), aus
Übach-Palenberg hat sich nach der Realschule zunächst
für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Werkstatt und
dann für den Beruf Heilerziehungspflegerin entschieden.
Ihre Ausbildung in unserem Kompetenzzentrum für berufsorientierte Förderung hat im September begonnen
und dauert drei Jahre. Besonders interessant findet sie
die Mischung aus sozialen und medizinischen Themen.
Dass sich die Werkstatt auch in diesem Jahr wieder
intensiv um den Nachwuchs kümmert, ist für Mariele
Storms, Leiterin des Bereichs Soziales, Bildung und Mitarbeiterentwicklung, ein besonderes Anliegen: „Wir sind
ein Unternehmen mit sehr vielen Aufgabenbereichen,
daher müssen wir zur Nachwuchssicherung auch eine
große Bandbreite an Ausbildungsberufen schaffen.“ Erst
im vergangenen Jahr seien erstmals Auszubildende für
die Berufe Schreiner, IT-Fachkraft, Koch und Bürokaufmann dazugekommen. Wie Alina Philippen und Lucas
Quadflieg nutzen viele junge Leute ein FSJ oder BFD in
der Werkstatt für die erste berufliche Orientierung.
Der neue Kunstkalender 2015 von „willsosein“ ist frisch
gedruckt und ab sofort zu haben. Auch dieses Jahr hat
das Team unserer Kunstwerkstatt schöne Bildwerke
zusammengestellt, die sich harmonisch auf die jeweiligen Monate beziehen. Neu ist das frische Design, auch
hat der Kalender ein Querformat und ist kleiner als in
den Vorjahren. „Wir haben damit auch Anregungen
von Kunden aufgenommen“, sagt Barbara Geier, die
künstlerische Begleiterin von „willsosein“ (Foto, rechts).
Außerdem lasse sich das neue Format kostengünstiger
herstellen und mit dem eigenen Maschinenpark transportsicher verpacken. Bereits im Mai wurde begonnen,
Bildwerke für den Kalender zusammenzustellen. „Wir
haben uns gemeinschaftlich ein Konzept überlegt und
eine junge Agentur aus Aachen hat uns dabei mit kreativen Ansätzen unterstützt“, ergänzt Produktmanagerin
Martina Knauf (links im Bild). Um für den Kalender möglichst viele Interessenten und Käufer zu finden, wird das
Marketing verbessert. Dabei werden vor allem Firmen
und Händler angesprochen. Der Kalender ist erhältlich
für 24,90 Euro. Weitere Informationen zum Design und
zur Preisstaffel finden sich auf unserer Internetseite
werkstatt-ac.de. Bestellungen sind möglich per E-Mail an
kunstkalender@werkstatt-ac.de. Gerne kann man aber
auch zu uns in die Werkstätten kommen, um den
Kalender zu kaufen.
5
6
Neue Serie:
Unsere Helden
MENSCHEN REPORTAGE
» Resi Nießen ist ein großer Bayern-Fan. Von der
Bettwäsche über Rucksack bis zum Frühstücksbrettchen hat sie alles von Bayern München.
«
Resi Nießen:
Jeder kennt sie. Jeder mag sie.
In unserem Unternehmen arbeiten viele interessante Persönlichkeiten. Menschen mit
sympathischen Macken, Menschen mit ungewöhnlichen Hobbys, Menschen, die still
und zuverlässig ihre Arbeit tun, kurz: Menschen, die man einfach mögen muss. In der
neuen Serie „Unsere Helden“ stellen wir Ihnen einige dieser Menschen vor (Text und
Fotos: Siegbert Gossen).
Diese kleine Frau hat ganz viel Energie, sie strahlt Lebenslust aus, sie ist die gute Laune in Person. Wenn sie etwas
will oder sich freut, fliegt ihr langer Arm durch die Luft
und der Zeigefinger dirigiert, bis ihr Gegenüber tut, was
sie will. Und sie will vieles, meistens hat sie eine Frage,
und mit ihren vielen Fragen kann sie ganz schön anstrengend sein, sagen die, die es wissen müssen. Ja, Resi
Nießen ist kontaktfreudig und manchem etwas zu neugierig, vor allem ist sie jedoch ein echtes Vorbild. Jeden
Tag seit 35 Jahren macht sie ihre Arbeit in der Werkstatt.
Gerne, gut und gewissenhaft. Jeden Morgen um Viertel
vor sieben steigt sie in Rollesbroich in den Zubringerbus
und nimmt die 45 Minuten lange Fahrt auf sich, obwohl
sie auch in einer Werkstatt in der Nordeifel arbeiten
könnte.
Noch vor Arbeitsbeginn („Bin ich zu spät?“) dreht sie eine
Runde durch die Verwaltungsetagen, um alle persönlich
zu begrüßen. Und um ein Stückchen Schokolade abzustauben. Jeder kennt sie, jeder mag sie.
MENSCHEN REPORTAGE
» „Sie ist ein Original.“ Gruppenleiter Peter Lidak
kennt Resi Nießen seit 25 Jahren.
«
Im September ist Resi Nießen 57 Jahre alt geworden. Sie
wurde in Rollesbroich geboren und wohnt bis heute hier.
Ihre ältere Schwester Renate erzählt, dass Resi von den
Eltern und den zwei Schwestern sehr beschützt wurde:
„Als sie dann die Sonderschule in Stolberg besucht hat,
haben wir anfangs gedacht, das schafft sie nicht. Es fiel
uns schwer, uns den ganzen Tag von ihr zu trennen.“ Bis
heute, auch nach dem Tod der Eltern, ist Renate Nießen
für ihre Schwester da. Sie wohnen unter einem Dach, und
wenn Resi von der Arbeit nach Hause kommt, trinken die
Schwestern zuerst mal einen Kaffee. „Dieses Ritual ist
sehr wichtig, seit Jahrzehnten“, sagt Renate Nießen, die
drei Kinder großgezogen hat.
Natürlich habe Resi Pflichten, den Tisch decken, die Spülmaschine ausräumen, in ihrem Zimmer Staub wischen.
„Sie ist sehr an diese Ordnung gebunden, und sie will einbezogen sein. Vor allem jedoch braucht sie Sicherheit.“
So gehe sie gerne zur Kirche im Ort, doch obwohl es
kaum zwanzig Schritte dahin sind, würde sie niemals
alleine gehen. „Resi ist schon sehr unselbständig und
auf mich fixiert“, sagt Renate Nießen. „Sie wird bei uns
wohnen bleiben, solange es geht.“ Resi sei auch der
größte Fan des Rollesbroicher Blasmusikvereins, ergänzt
Schwager Herbert Nießen. „Da unsere jüngste Tochter
dort spielt, ist Resi immer informiert, wo der Musikverein
einen Aufritt hat. Selbst bis nach Köln zum Weihnachtsmarkt mussten wir mit ihr hin.“
Zurück in der Werkstatt. „Resi kann viele Arbeiten übernehmen“, sagt Gruppenleiter Peter Lidak, dessen Gruppe
dreizehn Beschäftigte zählt. „Waren ein- und auspacken,
Etiketten aufkleben, Paletten stapeln. Besonders gut
kann sie Kartons aufrichten.“ Wenn im Radio flotte Musik läuft, legt sie auch schon mal ein kurzes Tänzchen
auf das Hallenparkett. Und wenn ihr etwas besonders
gefällt, hüpft sie vor Freude in die Luft. Nachdem sie im
vergangenen Jahr ein Hörgerät bekommen hat, so Lidak,
ist sie ausgeglichener, da sie mehr mitbekommt. Als das
Hörgerät noch ganz neu war, habe sie einmal mit dem
Ruf „Feueralarm“ allen einen Riesenschrecken eingejagt.
„Dabei hat sie lediglich zum ersten Mal den harmlosen
Kontrollton der Verpackungsmaschine gehört.“
Resi Nießen packt unterdessen für die Frühstückspause
die Brotdose mit dem Bayernlogo unter den Arm. Als sie
den Speisesaal betritt, antwortet sie auf die neugierigen
Blicke wegen des Reporters an ihrer Seite schmunzelnd:
„Ich werde weltberühmt!“ Wie es sich für Helden gehört.
7
8
MENSCHEN KUNDENPORTRÄT
Von links: Anita Petzold, Gruppenleiterin, Ralph Wittenmeier, Leiter Produktion, Stefan Krieger, RWE, und Wilhelm Cremer,
RWE, beim Rundgang durch die Metallwerkstatt.
„Die Werkstatt ist
absolut konkurrenzfähig“
RWE ist ein internationaler Energiekonzern, der mit sehr vielen Lieferanten zusammenarbeitet. Auf regionaler Ebene sind wir seit über 40 Jahren einer der Lieferanten. Zeit für ein Gespräch mit Stefan Krieger und
Wilhelm Cremer, unseren Ansprechpartnern im Einkauf von RWE.
WiB: Herr Cremer, bitte erklären Sie uns doch zunächst
Ihre Aufgabe bei RWE.
Laufzeit bis 2015. Die Preise und Konditionen werden jedes Jahr neu verhandelt.
Wilhelm Cremer: Ich bin deutschlandweit verantwortlich für den Einkauf unter anderem von Verbindungselementen und Hydraulikteilen, die hauptsächlich im
Tagebau und in Kraftwerken benötigt werden. In dieser
Funktion habe ich seit 12 Jahren mit der Werkstatt zu tun.
Wir bestellen dort Metallbolzen für die Bandanlagen im
Tagebau. Grundlage hierfür ist ein Rahmenvertrag mit
WiB: Neben den Metallbolzen liefert unsere Holzwerkstatt pro Jahr auch 30.000 Stück Keil-, Druck- und Formhölzer an Ihr Unternehmen. Geht auch diese Bestellung
über Ihren Schreibtisch?
Wilhelm Cremer: Nein, dafür ist ein Kollege verantwortlich.
Wir arbeiten warengruppenbezogen, und der Holzbereich
MENSCHEN KUNDENPORTRÄT
zählt zu einer anderen Warengruppe. Es ist also so, dass
Sie bei uns mit verschiedenen Ansprechpartnern zu tun
haben.
WiB: Herr Krieger, wie wählen Sie Ihre Lieferanten aus?
Stefan Krieger: Wie in jedem Konzern gibt es auch bei uns
feste Regeln für die Ausschreibung von Leistungen und
die Auftragsvergabe. Wir arbeiten nach der sogenannten Nutzwertanalyse und bewerten die Anbieter nach
bestimmten Kriterien. Neben dem Preis sind das zum
Beispiel die Lieferbereitschaft oder die Bonität. Für uns
als Einkäufer ist die Nutzwertanalyse ein Hilfsmittel, an
den leistungsstärksten Bieter zu vergeben.
WiB: Wie sehen Sie die zukünftige Zusammenarbeit mit
der Werkstatt?
Stefan Krieger: Eine Zielvorgabe der Einkaufsleitung ist
die Prozessoptimierung und damit verbunden, die Zahl
der Lieferanten zu verringern. Aber die Werkstatt hat
eine gute Ausgangsposition. Außerdem nehmen wir
unsere Verantwortung für die Menschen in der Region
ernst.
WiB: Herr Krieger, Herr Cremer, vielen Dank für das Gespräch.
WiB: Gibt es auch soziale Kriterien?
Stefan Krieger: Ja, die gibt es. Sie spielen natürlich eine
Rolle. Sehen Sie, auf beiden Seiten arbeiten Menschen.
Wir besuchen unsere Partner und schauen uns die Betriebe genau an, denn es macht einen Unterschied, wenn
man ein Gesicht zum jeweiligen Unternehmen hat.
Wilhelm Cremer: Bei unseren Prüfungen hat sich wiederholt gezeigt, dass die Werkstatt hohe Qualität liefert und
absolut konkurrenzfähig ist.
WiB: Ist die Zusammenarbeit mit der Werkstatt in Ihrem
Unternehmen bekannt?
Wilhelm Cremer: Ja, es gab vor einiger Zeit auch eine
Ausstellung der Kunstwerkstatt im Schloss Paffendorf,
dem Informations- und Veranstaltungszentrum von RWE
in Bergheim. Ich werde mich nach unserem heutigen Besuch dafür einsetzen, dass die Kunstwerkstatt auch einmal in unserer Hauptverwaltung in Köln ausstellen kann.
Eine Form von Bolzen, von denen in der Werkstatt etwa
3.000 Stück pro Jahr für RWE gefertigt werden. Benötigt
werden sie im Tagebau für die Aufhängung der Fördergurte, die die Kohle und den Abraum abtransportieren.
RWE Einkauf
Im RWE Konzern bündelt das Center of Expertise (CoE)
Group Procurement fast alle nationalen und internatio­
nalen Einkaufsaktivitäten. Allein im Jahr 2013 steuerte
der Konzerneinkauf ein Beschaffungsvolumen von rund
8,3 Mrd. Euro.
Stefan Krieger, 56 (im Bild rechts), hat eine kaufmännische Ausbildung und die Weiterbildung zum Industrie­
fachwirt absolviert. Seit 33 Jahren arbeitet er bei RWE,
derzeit leitet er bei der RWE GBS GmbH das Team
„Maschinenbau“. Er wohnt in der Nähe von Pulheim, ist
verheiratet und Vater von zwei Söhnen. In seiner Freizeit
engagiert er sich als Vorstand und aktiver Spieler in den
örtlichen Fußball- und Tennisvereinen.
Wilhelm Cremer, 58 (links), ist staatlich geprüfter Techniker mit kaufmännischer Zusatzausbildung Diplomierter
Einkaufsmanager (BME). Seit 1978 im Unternehmen, ist
er heute bei der RWE Group Business Services (GBS) im
Konzerneinkauf tätig. Wilhelm Cremer ist verheiratet,
hat einen Sohn und wohnt in Niederzier. Sein Hobby ist
die Jagd. Außerdem spielt er im Jagdhornbläsercorps
Heimbach.
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10
MENSCHEN NACHRUF
Die Lebenshilfe
war seine große Familie
Im Juli starb unser ehemaliger Mitarbeiter und Kollege Ludolf Hannott im Alter von
74 Jahren. Wir erinnern an einen außergewöhnlichen Menschen.
Dass er in Rente gehen sollte, damit war er gar nicht einverstanden. Denn neben seiner Familie daheim in
Brand waren ihm auch die Menschen in der großen
Lebenshilfe-Familie sehr wichtig. Vor allem den Kontakt
zu seinen Kollegen in der Metallwerkstatt wollte er nicht
verlieren. So erreichte es Ludolf Hannott, dass er auch
als Rentner ein Mal wöchentlich in der Metallwerkstatt
kommen und dort helfen durfte, wo Not am Mann war.
Den größten Teil seines Berufslebens, rund 34 Jahre,
hat Ludolf Hannott in unserer Metallwerkstatt gearbeitet. 1971 ging er zum ersten Mal durch das Werkstor
WERKSTATT NACHRUF
Stimmen von Wegbegleitern
Monika Ackermann, Leitung Kundenmanagement: „Ludolf
Hannott war einer meiner ersten Kollegen in der
Grachtstraße. Er war ein immer hilfsbereiter Mensch
mit einem großen Herzen, der jeden mit offenen Armen
empfangen hat. Ludolf hat mit unglaublicher Geduld
und großer Freude sein großes Wissen weitergegeben
und hatte immer ein offenes Ohr für die Sorgen seiner
Mitmenschen. Er war auch der Erste, der mich als Zugereiste mit dem Öcher Platt konfrontiert hat. Ich habe
zwar nichts verstanden, aber er fand das sehr lustig.“
Walter Best, 45 Jahre lang als Beschäftigter und
(wie Hannott selbst) jetzt als Rentner zwei Mal wöchentlich im Metallbereich tätig: „Der Ludolf war
ein guter Mensch. Das Beste war, dass er immer die
Maschinen eingerichtet hat. Auch die Ausflüge mit
ihm waren immer gut, nach Holland, an die See.“
Die Aufnahme von 1985 zeigt Ludolf Hannott mit seinem Sohn
Martin auf dem Bauernhof des Bruders in Oberforstbach.
Foto: privat.
» Ludolf Hannott blieb der Werkstatt auch als Rentner verbunden.
Sein letztes großes Projekt war die Restaurierung eines Deutz-Traktors,
Baujahr 1953, für den Lohner Hof (s. WiB Ausgabe Oktober 2012).
«
am damaligen Standort Grachtstraße, und bis 1988
war er die einzige Fachkraft im Metallbereich. In der
„Gracht“, wie es bei den Altvorderen bis heute heißt,
lernte er auch seine Frau Ursula kennen. Anfang 1982
trat die Heilerzieherin in der damaligen WfB eine
neue Stelle als Gruppenleiterin an. „Als wir uns das
erste Mal sahen, wussten wir beide sofort, dass wir
zusammengehören“, blickt Ursula Hannott zurück. Sie
brachte zwei Kinder mit in die Beziehung und ein Jahr
später wurde der gemeinsame Sohn Martin geboren.
Sehr bald entdeckten Vater und Sohn ihre große Leidenschaft für alte Traktoren. Sonntags hieß es dann immer,
wir machen einen Ausflug, erzählt Ursula Hannott. „Und
es war klar, der Ausflug endet bei einem Traktorhändler.“
Ludolf und Martin waren unzertrennlich, und schließlich
trat der Sohn auch beruflich in die Fußstapfen seines Vaters. Er wurde Metaller in der Werkstatt der Lebenshilfe.
Seit 2008 ist Martin Hannott als Gruppenleiter für uns
tätig, im vergangenen Jahr bestand er die Meisterprüfung als Feinwerkmechaniker. Rund neun Jahre waren
Vater und Sohn gemeinsam auch in der Werkstatt aktiv.
Die Lebenshilfe Aachen ist Ludolf Hannott zu großem
Dank verpflichtet. Er hat die Werkstatt mitaufgebaut,
und für viele unserer „Metaller“ war der kleine schlanke
Mann mit der weißen Mähne wie ein zweiter Vater.
Am 21. Juli ist Ludolf Hannott im engsten Kreis der Familie­
zu Hause verstorben. „Wir haben ihm versprochen, alles
so weiter zu machen wie bisher“, sagt Ursula Hannott.
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12
WERKSTATT BESCHÄFTIGUNG
Jungen Leuten
eine Chance geben
Vor fünf Jahren haben wir mit dem Sozialunternehmen WABe e.V. das Projekt LEWAC
gegründet. Es soll Menschen mit einem besonderen Unterstützungsbedarf zu einem Job
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt verhelfen. Das von der Arbeitsagentur finanzierte
Programm heißt Unterstützte Beschäftigung (UB). Wir ziehen eine Zwischenbilanz.
Erfolgreich vermittelt: Sascha Enkirch hilft im Lager des Fenster- und Haustürenherstellers Kochs in Herzogenrath-Merkstein
bei der Produktionsvorbereitung.
Sascha Enkirch kam als 17-Jähriger im Juni 2009 direkt
von der Förderschule in das UB-Programm der LEWAC.
Seine erste Praktikumsstelle war bei einem Metallschlosser in Oberforstbach (s. WiB Oktober 2009). Doch nach
zehn Monaten war Schluss. Sascha Enkirch war den
hohen Anforderungen nicht gewachsen. Sein Qualifizierungstrainer Kai Kirch bemühte sich daraufhin um eine
Stelle, die besser zu Saschas Fähigkeiten passte. In Herzogenrath-Merkstein wurde er fündig. Das Fensterbauunternehmen Kochs gab dem jungen Mann eine Chance.
„Unsere Kontakte zu den Betrieben in der Region sind
enorm wichtig“, sagt Doris Ganser, eine der sechs Qualifizierungstrainer im LEWAC-Team. Als Job Coacher und
Arbeitsplatzgestalter begleiten sie die Teilnehmer durch
die zweijährige Maßnahme. „In der Datenbank haben
wir mittlerweile 267 Betriebe, die in irgendeiner Form
mit uns zusammenarbeiten“, so Ganser. Dazu zählen vor
allem kleine inhabergeführte Betriebe aus dem Handwerk und Handel. „Bei großen Betrieben ist es schwierig,
da mahlen die Mühlen langsam.“
Beim Fensterbauer Kochs entschied man sich schnell.
Produktionsleiter Norbert Piek, 46, setzte sich bei der
Geschäftsführung für den LEWAC-Teilnehmer ein. Überzeugt hatte ihn Saschas Einstellung zur Arbeit. „Er ist
fleißig, er kommt nie zu spät zur Arbeit, ist selten krank.
Warum soll man solchen jungen Leuten keine Chance
geben“, fragt Piek. Und so ist der 22-jährige Enkirch glücklich, nun eine unbefristete Vollzeitstelle bei dem Herzogenrather Unternehmen zu haben.
WERKSTATT BESCHÄFTIGUNG
Erfolgreich vermittelt: Bei Edeka Geldermann in Aldenhoven ist Sarah van Goor heute eine von vierzig Angestellten.
Auch Norbert Geldermann, 60, gab einer LEWAC-Teilnehmerin eine Chance. Vor gut einem Jahr stellte der Inhaber
des Edeka-Marktes in Aldenhoven Sarah van Goor fest
ein. Vorher hatte die 23-Jährige bei einem Einzelhändler
in Alsdorf gearbeitet, doch die Filiale wurde geschlossen.
In Aldenhoven gehören das Einräumen von Waren ins
Regal und das Nachfüllen von Obst und Backwaren zu Sarah van Goors Hauptaufgaben. Die junge Frau fühlt sich
wohl im Edeka-Team und der Kontakt mit den Kunden
macht ihr Spaß. Einzelhändler Geldermann, der eine weitere Filiale in Laurensberg hat, will sie später auch an der
Kasse einsetzen. Junge Leute mit Handicap an neue Aufgaben heranführen – damit hat der Kaufmann reichlich
Erfahrung. „Vor Sarah waren es drei Azubis, alle haben
ihren Abschluss als Verkäufer gemacht.“ Geldermann
lehnt sich jedoch nicht zufrieden zurück: Aktuell ist ein
weiterer LEWAC-Teilnehmer bei ihm im Praktikum.
Ein solches Praktikum kann bis zu zwei Jahre dauern.
Die Qualifizierungstrainer begleiten die Praktikanten
intensiv, mindestens wöchentlich sind sie vor Ort im
Betrieb. Außerdem gibt es jede Woche Projekttage, bei
denen die Teilnehmer auf ihre Berufsgruppe bezogen
weitere Fachkenntnisse erlernen und persönliche Kompetenzen erweitern.
„Man hat sehr schnell ein Gefühl, ob ein Arbeitgeber nur
eine billige Arbeitskraft sucht“, fasst Doris Ganser die
Erfahrungen der ersten fünf Jahre zusammen. „Die Betriebe gehen während des Praktikums keinerlei Verpflichtung ein. Natürlich müssen die Teilnehmer zuverlässig,
pünktlich und fleißig sein. Aber erfolgreich im Sinne der
Vermittlung sind wir letztlich nur bei Arbeitgebern, die
auch ihre soziale Verantwortung ernst nehmen.“
13
14
WERKSTATT BESCHÄFTIGUNG
5 Jahre LEWAC. Der Erfolg in Zahlen
Das erste von der Arbeitsagentur beauftragte UB-Programm (UB 1) startete im Juni 2009 und wurde im Juni
2013 abgeschlossen. Aktuell laufen die UB 2 bis Juli 2015
und die UB 3 bis Juli 2017. Jedes Programm umfasst eine
bestimmte Zahl von sogenannten Teilnehmermonaten.
Die UB 1 zählte insgesamt 60 Teilnehmer, davon wurden
26 Teilnehmer (43,3 Prozent) von Unternehmen in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung übernommen.
Weitere 15 Teilnehmer (25 Prozent) wechselten in eine
Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM), die anderen
in Minijobs, eine therapeutische Behandlung oder den
Bezug von Arbeitslosengeld II. In der UB 2 sind aktuell 53
Teilnehmer, davon wurden bereits 16 auf den allgemeinen
Arbeitsmarkt und 12 in eine WfbM vermittelt. Da die Maßnahme bis zum nächsten Sommer läuft, kann die Vermittlungsquote noch steigen. An der UB 3 nehmen aktuell 24
Personen teil. Für Aussagen zum Ergebnis dieser Maßnahme ist es noch zu früh. Sprechen die bisherigen Quoten für
einen Erfolg? „Ein Vergleich mit anderen Maßnahmen ist
schwierig“, sagt Mariele Storms (Foto). Die Zielvorgabe der
Arbeitsagentur lag anfangs bei 25 Prozent. Auch bei den
bisherigen Quali­tätsprüfungen durch die Agentur schnitt
die LEWAC überdurchschnittlich ab.
Mariele Storms, Fachbereichsleiterin Soziales, Bildung und
Mitarbeiterentwicklung
Maßnahme
Teilnehmerzahl
gesamt
auf allg. Arbeitsmarkt
vermittelt
in WfbM vermittelt
Vermittlungsquote
gesamt
UB 1 (2009–2013)
60
26
15
67,3 %
UB 2 (2011–2015)
53
16
12
52,8 %
LEWAC auch mit
Eignungsfeststellung beauftragt
Was sagen die Verantwortlichen?
Über das UB-Programm hinaus ist die LEWAC von der Arbeitsagentur seit Mai 2014 mit einer weiteren Maßnahme
betraut, der „Diagnose der Arbeitsmarktfähigkeit besonders betroffener behinderter Menschen“ (DIA-AM). Ulrike
Feldmann-DeVet, Projektleiterin der LEWAC, erklärt:
„Ich finde an dem ‚Projekt‘ LEWAC vor allem den Namen
so toll. Diese schöne Zusammensetzung von Buchstaben
ist super eingängig, der Name bleibt hängen und vor
allem löst er schöne Assoziationen aus. LEWAC spricht
sich flott und nett – so wie unsere Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter eben auch sind. LEWAC verbindet Lebenshilfe
Werkstätten, WABe und Aachen in einer Leichtigkeit
und Selbstverständlichkeit – so wie unsere Kooperation
unter­einander auch tatsächlich ist. LEWAC ist mittlerweile ein „Produkt“ geworden – und steht für eine Aufgabe
und eine Arbeit zugunsten von Menschen mit Handicaps,
die zuverlässig, gerne und nachhaltig ausgeführt wird.“
„Dabei handelt es um ein neues Konzept, mit dem die
Eignung insbesondere von Schulabgängern für eine
Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt festgestellt werden soll.“ Die Maßnahme dauert bis zu 12
Wochen und umfasst eine Eignungsanalyse sowie die
Erprobung in einem Betrieb.
„Unsere Aufgabe ist es“, so Feldmann-DeVet, „das Potenzial jedes Teilnehmers differenziert zu beschreiben und
konkrete Schritte vorzuschlagen, mit welchen Teilhabeleistungen er oder sie auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
integriert werden könnte.“
Alois Poquett, Geschäftsführer WABe e.V.:
Norbert Zimmermann, Geschäftsführer Lebenshilfe
Aachen Werkstätten & Service GmbH:
LEWAC bedeutet für mich, die Brücke von der Werkstatt zu sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu bauen und Inklusion mit Leben zu füllen.
WERKSTATT PRODUKTENTWICKLUNG
Um ein neues Produkt zu entwickeln, sind viele Planungen, Treffen und Absprachen notwendig. Von rechts: Produkt­
managerin Martina Knauf, Designerin Patricia Graf, Projektkoordinatorin Martina Lintzen und Produktionsleiter Ralph
Wittenmeier
Ein neues Trainingsgerät zur Stärkung der
Handgelenke: Von der Idee zum Prototyp
Wie schafft es die Werkstatt, auch in Zukunft
unterschiedlichste Tätigkeiten und Arbeitsplätze­
für Menschen mit Behinderung anbieten zu
können? Eine Möglichkeit: Neue Produkte selbst
entwickeln, herstellen und vermarkten. Welches
Eigenprodukt sie aktuell plant und wie sie dabei
vorgeht, erklärt Produktmanagerin Martina Knauf.
„Ich habe darauf geachtet, dass wir ein Produkt finden,
welches keine hohen Investitionen verursacht, etwa
für neue Maschinen. Es soll außerdem von der Entwicklung und Produktion her einfach und klar sein. Und das
Produkt soll in möglichst vielen Arbeitsschritten von
unseren Beschäftigten hergestellt werden können.“
Was Martina Knauf so einfach sagt, hat es in sich. Denn
bekanntlich ist kaum etwas schwieriger, als etwas
einfach und gut zu machen. Daher hat die Produktmanagerin der Werkstatt mit ihrer langen Berufserfahrung
als Betriebswirtin zunächst einen Plan entwickelt und
sich ein gutes Team zusammengestellt. „Ganz wichtig ist, dass das Team ein einheitliches Verständnis
vom Ziel des gemeinsamen Projekts hat“, so Knauf.
Angefangen hat es mit einer Geschäftsidee, die es bei
dem sogenannten Crowdsourcing-Projekt im letzten
Jahr unter die ausgewählten 16 Produktvorschläge
schaffte (vgl. Ausgabe Oktober 2013). Diese Idee war,
ein Trainingsgerät für Sportler zu entwickeln, das die
Handgelenke und Unterarme kräftigt. Nachdem mit
einem Patentanwalt abgeklärt war, dass wir ein solches
Produkt entwickeln dürfen, beschäftigte sich das Projektteam mit den Anforderungen an das neue Produkt.
So sollte es aus verschiedenen Materialien bestehen:
Holz, Metall, Stoff. Und es sollte als Trendprodukt ein
schönes Design haben. „Für die ästhetische Umsetzung
haben wir uns schließlich für die externe Designerin
Patricia Graf entschieden“, berichtet Projektkoordinatorin Martina Lintzen. „Sie wird uns auch bei der Material- und Lieferantenauswahl unterstützen und beim
Thema Marken- und Gebrauchsmusterschutz beraten.“
Auch bei der Marktforschung und bei der Recherche
möglicher Absatzwege holte sich Martina Knauf Unterstützung von außen. Studenten der Fachschule für
Wirtschaft untersuchen Kundenguppen, betreiben
Wettbewerbsrecherche und analysieren Absatzwege,
die für das Produkt geeignet wären. In den nächsten
Wochen wird der erste Prototyp fertig sein, so Knauf.
„Dann beginnt die wesentliche Projektarbeit, um auch
die internen logistischen Prozesse für die Vermarktung
und Vertrieb des Eigenproduktes in die Wege zu leiten.“
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WERKSTATT NEUAUFNAHMEN
Direkt wohl gefühlt
Zwanzig bis vierzig meist junge Menschen kommen jedes Jahr neu in die Werkstatt.
Im September haben 27 Personen bei uns angefangen. Anna Gasch vom Sozialdienst
stellt das Eingangsverfahren und zwei Neueinsteiger vor.
Daniel Schumacher ist 18 Jahre alt und arbeitet
seit September in der Halle 9 in der Neuenhofstr. Seit
2009 wohnt er im Kinder- und Jugendbereich des Vinzenzheimes. Deshalb kennt er bereits viele Mitarbeiter
in der Werkstatt. Er hat sich direkt wohl gefühlt und
sehr auf die Arbeit gefreut. Die Zeit nach Schulende
war lang, und er ist froh, nun wieder etwas zu tun zu
haben. Bis zum Sommer besuchte er die Viktor-FranklSchule. Er hat zwei Werkstattpraktika gemacht und
dabei beide Betriebsstätten kennengelernt. „In der
Neuenhofstraße ist immer was los, das finde ich gut
und deshalb wollte ich gerne hier meinen Arbeitsplatz
bekommen“. Er mag, dass bei den Aufträgen immer sehr
genau und konzentriert gearbeitet werden muss. Ihm
gefällt, dass bei der Arbeit in der Gruppe auch mal Witze
gemacht werden und man Spaß zusammen hat. Er fühlt
sich sehr wohl und freut sich morgens auf die Arbeit,
auch wenn er früh aufstehen muss. Eine Umstellung
zur Schulzeit sei, dass er nun keine Ferien mehr habe,
sondern selber den Urlaub planen und beantragen muss.
Als DJ legte er bei Schulfesten Musik auf und er hat
auch schon mal für einen Radiosender einen Einspieler
aufnehmen dürfen. Er hat sogar eine eigene Internetseite. Da er viel mit dem Computer macht, kann er sich
vorstellen, später auch in der Bürogruppe zu arbeiten.
Einsatzbereiche der Neuen
Die 27 Neueinsteiger sind zunächst in folgenden Bereich­
en tätig: 13 im Bereich Verpackung, vier im Heilpädagogischen Arbeitsbereich, vier in den Außengruppen bei
Pro-Idee und im Betriebsrestaurant Borchersstraße,
je zwei im Metallbereich und im Gartenbau sowie
jeweils eine Person in Küche und Holzwerkstatt.
WERKSTATT NEUAUFNAHMEN
Das Eingangsverfahren
Nach dem Ende der Sommerferien begrüßen wir jedes
Jahr viele junge Leute als neue beschäftigte Mitarbeiter
in der Werkstatt. Oft sind es Schulabgänger der örtlichen
Förderschulen, die bereits im Vorfeld das Angebot der
Werkstatt in einem Praktikum kennengelernt haben. Die
ersten Monate in der Werkstatt werden von der Agentur
für Arbeit finanziert und richten sich inhaltlich nach den
Vorgaben des Hega-Konzeptes. Um dieses sogenannte
Eingangsverfahren und den Berufsbildungsbereich anbieten zu dürfen, wurden wir nach der Akkreditierungs- und
Zulassungsverordnung (AZAV) geprüft und zugelassen.
Die Teilnehmer des Eingangsverfahrens werden in den
Arbeitsgruppen und in theoretischen Unterrichtseinheiten
geschult. Im „hamet e“-Verfahren, einem handwerklichen
Geschicklichkeitstest, wird ein berufsorientiertes Teilnehmerprofil erstellt. Hierbei liegt das Augenmerk neben der
Erfassung praktischer Fertigkeiten auch auf den Fähigkeiten und Unterstützungsbedarfen im Sozial- und Arbeitsverhalten. Als Zusammenfassung des Eingangsverfahrens
erstellt der Bildungsbegleiter einen individuellen Eingliederungsplan, der dem Fachausschuss vorgestellt wird. Der
Fachausschuss entscheidet, ob die Werkstatt der richtige
Ort zur Teilhabe am Arbeitsleben für den Teilnehmer ist.
Evelin Welterlich ist seit September im Eingangs­
verfahren der Werkstatt und arbeitet in der Außenarbeitsgruppe bei Pro-Idee. Während ihrer Schulzeit hat
Evelin bereits ein Praktikum im Textilhandel bei Zeemann
und zwei Praktika in der Werkstatt Neuenhofstraße
gemacht. Evelin mag die Vielfalt der Arbeitsaufträge bei
Pro-Idee: „Während des Praktikums in der Neuenhofstraße habe ich meistens Schokolade verpackt, manchmal Kosmetika.­Hier bei Pro-Idee verpacke ich jeden Tag
andere Sachen. Das macht mir viel Spaß und ich verstehe
schnell, was zu tun ist. Ich habe nette Kollegen und wir
sind eine lustige Truppe. Eine Kollegin kannte ich schon
aus meiner Schule. Auch die Busfahrer, mit denen ich
jeden Tag fahre, sind sehr lustig. Da habe ich richtig
Glück gehabt.“ In ihrer Freizeit geht Evelin gerne in die
Stadt shoppen, sie schwimmt sehr gerne und hört gerne
Musik. Einmal in der Woche tanzt Evelin in einer ZumbaGruppe. Seit Evelin arbeitet, teilt sie sich jedoch die Zeit
für ihre Hobbys anders ein. „Jetzt habe ich viel weniger
Zeit für Hobbys, in der Schulzeit war das anders. Jetzt
mache ich meine Hobbys meistens am Wochenende.“
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ARBEIT & MEHR KURZNACHRICHTEN
Imagefilm
Aktivitätenpark
Film ab: Zeigen, was wir leisten
Bewegung und Anregung für alle Sinne
Insgesamt vier Drehtage an fünfzehn verschiedenen
Orten, über zehn Stunden Material in ungezählten
Schnittversionen – dem filmischen Ergebnis sieht man
nicht an, wie viel Arbeit in ihm steckt. Doch es hat sich
gelohnt: Erstmals präsentiert sich die Werkstatt professionell in bewegten Bildern (im Bild: Kameramann
Achim Nelles). Es wird einen Imagefilm mit rund fünf
Minuten Länge geben sowie elf ausführlichere Beiträge
über einzelne Bereiche der Werkstatt. Der Wunsch nach
einem solchen Imagefilm kam von Mitarbeitern bei einem
Teamgespräch im Metall- und Montagebereich. Produktmanagerin Martina Knauf griff die Idee beherzt auf
und so entstand ein großes Projekt, das alle Abteilungen
und Standorte umfasst. Im ersten Schritt wurden die
wichtigsten Fragen geklärt: Für wen wollen wir den Film
machen? Welche Inhalte und Botschaften soll er vermitteln? Welche Leistungen, Produkte und Kunden möchten
wir zeigen? Der Film soll vielseitig genutzt werden, zur
Präsentation auf Fachmessen und bei Kundenbesuchen
ebenso wie bei Einstellungsgesprächen mit Fachkräften oder Neuaufnahmen von Beschäftigten und deren
Angehörigen. „Wir zeigen, was wir leisten. Wir zeigen,
dass wir die Menschen durch die Arbeit fördern, dass
Arbeit zu einem erfüllten Leben gehört und dass unsere
Beschäftigten Freude an der Arbeit haben“, so Knauf.
Während der Drehtage eilte ihr Team von Ort zu Ort. „Alle
Bereiche waren beteiligt, und alle waren hervorragend
vorbereitet. Das war richtig toll.“ Die Einzelfilme sind
bereits auf unserer Internetseite zu sehen, der Imagefilm
steht kurz vor der Fertigstellung. Wir sind gespannt.
Im Frühjahr haben wir im rückwärtigen Bereich unseres
Standortes Neuenhofstraße mit der Anlage eines sogenannten Aktivitätenparks begonnen. Dabei wurde die
dortige Grünfläche als Garten neu gestaltet und an mehreren Stationen mit Bewegungsangeboten ausgestattet,
zum Beispiel mit einem Trampolin, einem Schultertrainingsgerät und verschiedenen Arten von Schaukeln.
„Schaukeln fördert viele unserer Sinne sehr intensiv“,
erklärt Sabine Klüppel (rechts im Bild), Gruppenleiterin im
Heilpädagogischen Arbeitsbereich und gemeinsam mit
Dorothea Moosdorf die treibende Kraft des Projekts. „Es
fängt an mit dem Gleichgewichtssinn, der gestärkt wird,
und es geht weiter mit Körperbeherrschung bis hin zur
räumlichen Erfahrung. Schaukeln ermöglicht uns eine angenehme Körpererfahrung, es hilft, Gefühle auszuleben,
und tut einfach gut.“ Natürlich steht der Park allen Mitarbeitenden mit und ohne Behinderung offen. Jeder kann
von dem Angebot, sich körperlich zu betätigen oder sinnlich zu genießen, profitieren, so Sabine Klüppel. Neben
den Bewegungsangeboten gibt es sinnliche Anregungen
wie ein Kräuterbeet, das auch mit Rollstuhl unterfahrbar
ist. Die meisten Arbeiten erfolgen in Eigenleistung. Die
Gartengruppe legte Wege und einzelne Plätze für die
Stationen des Parks an und baute die Schaukeln auf.
In unserer Holzwerkstatt wird zurzeit das Kräuterbeet
gefertigt. Die Bepflanzung des Geländes steht noch aus.
Ermöglicht haben die bisherigen Investitionen der Sportverein der Lebenshilfe sowie eine Spende der benachbarten Technischen Schule des Heeres der Bundeswehr. Im
Rahmen des bundesweiten Sportabzeichen-Wettbewerbs
der Sparkassen-Finanzgruppe belegte die Heeresschule
in der Kategorie Unternehmen einen vorderen Platz. Den
mit 2.000 Euro dotierten Geldpreis spendeten die aktiven
­Soldatinnen und Soldaten für unseren Aktivitätenpark.
ARBEIT & MEHR KURZNACHRICHTEN
Kunstwerkstatt
Inklusion
Ein Bild für die Königin
Gegenseitig sichern
Königin Sylvia von Schweden kommt. Für ihr vielfältiges
wohltätiges Engagement verleiht ihr die Stiftung Euriade
am 25. November die diesjährige Martin-Buber-Plakette.
Bei der Verleihung in der Abtei Rolduc zu Kerkrade wird
sie zudem ein besonderes Kunstwerk erhalten, das einige
unserer Künstlerinnen und Künstler zurzeit erstellen –
zum Thema „Königin“. Seit vielen Jahren sind wir Partner
der Stiftung beim Programm „Jugend im Dialog“ und
Prof. Dr. Dr. Werner Janssen, Vorsitzender der Euriade,
ist ein großer Fan und Freund unserer Kunstwerkstatt.
Er hat die Arbeit in Auftrag gegeben; eine große Ehre für
uns! Eine besondere Ehrung erfuhr kürzlich auch unsere
Künstlerin Sürejja Durovska: Sie wurde für den „euward“,
den europäischen Kunstpreis für Malerei und Grafik im
Kontext geistiger Behinderung, nominiert. Der Preis wird
von der Augustinum Stiftung in München verliehen,
um der aktuellen Produktion von Künstlern mit geistigen
Behinderungen ein professionelles Forum zu bieten.
Unter den europaweiten Einsendungen kam Sürejja
Durovska unter die ersten 21. Die Arbeiten der Preisträger
und der Nominierten sind bis März 2015 im Buchheim Museum in Bernried am Starnberger See ausgestellt. Wer nicht
so weit fahren kann, um ausgezeichnete Werke zu sehen,
dem sei unsere Weihnachtsausstellung vom 16. November bis 31. Dezember im KuKuK, dem ehemaligen deutschen Zollhaus am Grenzübergang Köpfchen, Eupener
Straße 420, empfohlen. Apropos Weihnachten: Im
Rahmen einer einwöchigen Aktion sind bei willsosein
aus Leinwandresten unter anderem Modeartikel wie
Kleid, Rock, Oberteil und Taschen entstanden. Fotos und
Infos zu den exklusiven (Geschenk-)Artikeln bitte in der
Kunstwerkstatt unter Telefon 0241 - 9677 - 263 anfragen.
In der Badminton- und Kletterhalle Tivoli fand im August
erstmals ein inklusives Sommerfest statt. Gemeinsam mit
der Sektion Aachen des Deutschen Alpenvereins waren
wir Partner der Kletterhalle bei diesem Fest der Begegnung und des Austausches. Menschen mit und ohne
Behinderung konnten an diesem Tag kostenlos Badminton testen oder sich, von erfahrenen Trainern gesichert,
an der Kletterwand versuchen. Unser Sportlehrer-Team
und der Soziale Dienst waren in die Vorbereitung des
Festes eng eingebunden und mit über 20 Aktiven vor Ort
(im Bild: Dirk Perleberg). Ziel des gemeinsamen Festes
war es, ein nachahmenswertes Beispiel für das selbstverständliche Zusammenleben, Feiern und Sporttreiben
von Menschen mit und ohne Behinderung zu geben. Mit
der Badminton- und Kletterhalle pflegen wir bereits seit
vielen Jahren eine enge Zusammenarbeit. Nicht nur aus
dem Grund, dass wir seit 1992 sozusagen Nachbarn im
Gewerbegebiet in Haaren sind. Vor allem nutzt unsere
Badminton-Gruppe die Halle regelmäßig. „Beim Badmintonspielen, zwei Mal in der Woche, bin ich immer dabei“,
sagt Walter Kindermann aus dem Montagebereich stolz.
Daher freute er sich besonders, auch einmal das Klettern
ausprobieren zu können. Sein Fazit im Anschluss an das
Sportfest: „Es war richtig klasse, vor allem, dass sich
Behinderte und Nichtbehinderte gegenseitig gesichert
haben.“ Auch Jochen Schäfer von der Badminton- und
Kletterhalle Tivoli war sehr zufrieden: „Im nächsten
Jahr wird es auf jeden Fall eine Fortsetzung geben.“
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ARBEIT & MEHR BILDERALBUM
Unsere Sommerfeste:
Das „Menschenkicker“ war
der Renner
Traditionell feiern wir jedes Jahr ein Sommerfest an beiden Standorten. Dieses Jahr war es am 27. Juni
in Haaren und 4. Juli in der Neuenhofstraße.
Bei tollem Wetter und kurz vor der
Fußball-WM in Brasilien war besonders
das Menschenkicker ein großer Spaß.
ARBEIT & MEHR BILDERALBUM
Zum ersten Mal gab es eine Tombola. Ein
Kunde der Werkstatt aus Haaren hatte dafür
schöne Holz- und Plüschtiere gestiftet.
Helena Eichwald hat Spaß mit Rasierschaum.
Willibert Quarten, Marion Eberl
und Benno Selling testen ihre
Geschicklichkeit.
Christina Riszmann und Regina Schwarz
genießen das schöne Wetter.
Berit Lindner weiht
die neue Schaukel ein.
Maurice Theil
und Jeannette Vaupel
Nicole Schröder und Anja
Legewie saugen Erbsen.
Wilma Warten spielt Jokkolo.
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ARBEIT & MEHR BILDERALBUM
Special Olympics:
Jubel in Düsseldorf
Vom 19. bis 23. Mai fanden in Düsseldorf die Nationalen Sommerspiele von Special Olympics Deutschland für Athleten mit geistiger Behinderung statt. Wir waren mit sechs Beschäftigten dabei. Wettbewerbe in 18 überwiegend olympischen Disziplinen standen auf dem Programm. Die 4.800 Athletinnen und Athleten gaben getreu dem Special-Olympics-Eid ihr Bestes und begeisterten mit ihrem
Leistungswillen, ihren Emotionen und ihrer Lebensfreude. Sportlehrerin Andrea Moritz berichtet.
Alle Bundesländer waren vertreten.
Michael Schombel,
unser bester Kugelstoßer.
Dieter Hensel: Gold im 75-m-Sprint
Unser Dreamteam (v. l.): Stefan Desernot, Pascal Wittig,
Michael Schombel, Özlem Kharaman, Caroline Harling, Dieter Hensel.
ARBEIT & MEHR BILDERALBUM
Zielfoto zum Gold
Özlem Kharaman freut sich über Bronze
und ist stolz.
Die ersten Medaillen
Die Eröffnungsfeier ist
immer ein besonderes Erlebnis.
So sehen Sieger aus: Caroline Harling
oben auf dem Treppchen: GOLD!
Unterstützung vor Ort
durch die Arbeitskollegen
Wie man sieht:
Wir wurden gut versorgt.
Unsere Fans aus aller Welt.
War das der Wurf zum Gold?
Das fragt sich Caroline Harling.
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