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Johannes Diks selbstbewusst: „Ich will im ersten Wahlgang gewinnen“

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BKS Aargau
In schwierigen Situationen
wieder Tritt fassen
Regionale Spezialklassen. Seit dem
Schuljahr 2014/15 sind die regionalen
Spezialklassen fester Bestandteil der
Aargauer Volksschule. Urs Wilhelm,
Leiter des Pilotprojekts, im Inter view.
SCHULBLATT: Urs Wilhelm, wie sieht der
Regelbetrieb in den beiden regionalen
Spezialklassen in Baden und Wohlen aus?
Wilhelm: Schülerinnen und Schüler, die
mit sich, der Klasse und/oder den Lehrpersonen zeitweilig nicht zurechtkommen,
besuchen die regionalen Spezialklassen
(RSK). In festen Tagesstrukturen setzen
sie sich mit ihren Stärken und eben auch
mit den konfl iktbeladenen Seiten der eigenen Persönlichkeit auseinander. Dies geschieht im Unterricht, beim Kochen und
beim gemeinsamen Mittagessen, aber
auch bei der Übernahme von Verantwortung in Projekten.
Strukturierte Arbeitsorganisation ist ein wichtiges Ziel der RSK. Foto: Kanton Aargau.
Welche Erkenntnisse aus der Pilotphase
konnte man für den regulären Betrieb
gewinnen?
fundierte Förderhinweise zu geben und
allfälligen Therapiebedarf zu eruieren.
Vier von fünf Jugendlichen gelingt es,
in der Regelklasse wieder Tritt zu fassen.
Grundsätzlich stimmt die Richtung also.
Geändert haben wir, dass nicht nur Oberstufenschüler/-innen sondern nun auch
Kinder ab der fünften Klasse eintreten
können. Und wir haben das Aufnahmeverfahren vereinfacht: ein Bericht der
Schule, ein Beschluss der Schulpflege
und ein Fachbericht des Schulpsychologischen Diensts genügen. Letzterer ist
nötig, um den Lehrpersonen der RSK
Die Situation mit ganz schwierigen Schülerinnen und Schülern kennen die meisten
Schulen. Wann ist eine Anmeldung bei einer
regionalen Spezialklasse angezeigt?
Problematische Verhaltensweisen können
einen geregelten Unterricht zeitweise verunmöglichen. Da kann es Sinn machen,
die Zusammenarbeit mit der regionalen
Spezialklasse zu suchen. In der RSK werden die Jugendlichen in ihrer Selbstkompetenz und in ihrem Verantwortungsbewusstsein gestärkt. Gleichzeitig kann das
soziale Gefüge der Regelklasse tragfähiger gemacht werden.
Oberstes Ziel ist die Reintegration. Darauf wird konsequent hingearbeitet. Nach
rund zwanzig Wochen sollen die Schülerinnen und Schüler wieder in ihre Herkunftsschule oder in eine andere Regelklasse zurückkehren können.
Zurzeit gibt es die RSK nur im Ostaargau.
Wie sieht es mit einer flächendeckenden
Einführung aus?
Diese hängt von einer flächendeckenden
Einführung von MST und HotA ab. Beide
Therapieformen befi nden sich noch in
der Pilotphase. Bereits heute können aber
auch einzelne Fälle aus dem Westaargau
aufgenommen werden, sofern die Anfahrt
mit zumutbarem Aufwand möglich ist.
Kommunikation BKS
Ja, die Zusammenarbeit mit den Eltern
ist zentral. Sie müssen deshalb einer Anmeldung positiv gegenüberstehen. Die
Lehrpersonen der RSK binden die Eltern
in die Förderverantwortung mit ein. In
den meisten Fällen stimmen die Eltern
einer Familientherapie zu, sei es der
Multisystemischen Therapie MST oder
dem Hometreatment Aargau HotA.
Urs Wilhelm. Foto: zVg.
Wie geht es nach dem befristeten Aufenthalt
in der Spezialklasse weiter?
Standorte und Anmeldung
Kontakt:
– RSK Baden:
alexander.grauwiler@baden.ag.ch
– RSK Wohlen:
stadler.rolf@wohlen.ch
Anmeldung unter: www.schulen-aargau.ch
→ Schwierige Situationen → Disziplinschwierigkeiten & strafbare Handlungen
→ Für regionale Spezialklasse anmelden
Schulblatt AG/SO · 20/2014
Ein stabiles familiäres Umfeld spielt oft
eine zentrale Rolle.
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BKS Aargau
Ausgezeichnete Begabungsförderung
LISSA-Preis
Der LISSA-Preis fördert die integrative
Begabungsförderung auf allen Schulstufen
und schafft Öffentlichkeit für vorbildliche
Begabungsförderungsprojekte. Er vernetzt
Schulen, fördert so den Austausch von
Know-how und motiviert, Begabungsförderung auf allen Ebenen im Schulkonzept
zu verankern und zu realisieren. Trägerschaft ist die Stiftung für das hochbegabte
Kind. Die Ausschreibung des Wettbewerbs
2016 erfolgt im Frühjahr 2015.
Informationen: www.lissa-preis.ch
Schulblatt AG/SO · 20/2014
Schulteam Rottenschwil bei der Preisübergabe. Foto: LISSA-Preis.
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Begabungen machen Schule. Rottenschwil wurde als erste Aargauer Schule
mit dem LISSA-Preis ausgezeichnet.
Die Primarschule überzeugt mit durchdachter Unterrichts- und Personalentwicklung.
aber auch gegenseitig und lernen
so voneinander. Das alles begünstigt
ein positives soziales Klima in der
Klasse.
Das kleine Schulhaus in Rottenschwil
hat es in sich: Klassenzimmer, Bibliothek, Werkraum und Nebenräume sind
offen für alle. Sie sind so eingerichtet,
dass sie von Kindern und Lehrpersonen
sinnvoll genutzt werden können. Es gibt
einen frei zugänglichen Gemeinschaftsraum für Proben aller Art, einen Werkraum, der unbeaufsichtigt und gefahrlos
benutzt werden kann, ein Ressourcenzimmer für Recherchen oder Buchausleihen und auch Rückzugsräume für
Einzel- und Gruppenarbeiten. In den
Klassen wird altersdurchmischt gearbeitet. Zwar beschäftigen sich alle Kinder
mit der gleichen Aufgabe, aber auf unterschiedlichem Niveau und im eigenen
Tempo. Die Differenzierung erfolgt auf
natürliche Weise: Die Aufgaben sind
offen und herausfordernd formuliert und
mit ausreichenden Strukturierungselementen angereichert und lassen so verschiedene Lösungsweisen zu. Die Kinder
werden in ihrem Lernprozess durch die
Lehrperson begleitet. Sie helfen einander
Dass die Kinder in Rottenschwil gern
lernen und gute Leistungen erbringen,
kommt nicht von ungefähr. Basis dafür ist eine konsequente Umsetzung
des kantonalen Konzepts zur Begabungsförderung, das eine Förderung auf drei
Stufen vorsieht:
−−Förderung im Rahmen der Pflichtfächer und des Lehrplans für alle
−−Möglichkeit zur Vertiefung in individuelle Themen für besonders motivierte Kinder
−−A ngebote für besonders Begabte
Begabungsförderung ist eine gemeinsame Aufgabe engagierter Lehrpersonen,
zielstrebiger Schulleitungen und unterstützender Behördenmitglieder. Das
Schulteam Rottenschwil pflegt zudem
den Austausch mit Kompetenzzentren
ausserhalb der Schule wie der Pädagogischen Hochschule Zug oder den Projekten SWISE (Naturwissenschaften)
und Fibonacci (Mathematik). So gelangt
zusätzliches Expertenwissen in die
Schule.
Kantonales Konzept exemplarisch
umgesetzt
Regionale Begabungsateliers
Im Kanton Aargau können sich besonders
begabte Schülerinnen und Schüler für
den Besuch von regionalen Ateliers qualifizieren. In einem Atelier werden eigenständige, komplexe und lebensnahe Projekte realisiert. Auch Rottenschwil führt
wie 25 weitere Aargauer Schulen ein solches Angebot. Wer teilnehmen will, muss
nicht in erster Linie hervorragende Schulnoten oder einen hohen Intelligenzquotienten vorweisen, sondern eine hohe Motivation. Eintrittsbedingung ist ein eigenständiges Portfolio, das diesen Leistungswillen der Schülerinnen und Schüler
dokumentiert. Die Anmeldung für ein
Atelier erfolgt über die Lehrpersonen.
Zum Projekt zugelassen werden ausdrücklich auch Kinder mit einer Unterforderung oder Verhaltensauffälligkeiten.
Für das Begabungsatelier bewilligt das
Departement BKS zusätzliche Lektionen
und berät die Schulen bei der Umsetzung.
Urs Wilhelm, Abteilung Volksschule, BKS
Informationen zu Angeboten der kantonalen
Begabungsförderung sind zu finden unter
www.ag.ch/bf
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Bildung
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