close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

14-1440 FdL_Heft Information 04-2014.indd

Einbetten
Leichtathletik
INFORMationen
Heft 4/2014
Freunde der Leichtathletik und Vereinigung Ehemaliger Leichtathleten
Notizen aus Ulm, Bochum, Zürich, Eugene und Berlin + Wahl der Athleten des Jahres 2014 + Franz Orgler ist 100 geworden
Heft 4/2014 Leichtathletik INFORMationen
2
Willkommen als neue Mitglieder!
Uli Frost (Gifhorn), Erika Moritz
(Weyhausen; beide Gruppe Wolfsburg),
Dr. Hans-Ulrich Oxfort (Witten), Helmut
Siekmann (Wennigsen), Christa Riedel
(Lüdenscheid), Hans Glaum (Hüttenberg),
Tobias Henkel (Königsee), Sven Lindemann
(Allendorf ), Paul Peeters (Krefeld), Hans-G.
Arndt (Ratingen), Gundula Roßbach
(Potsdam), Sabine und Bernard Meyer
(Dinklage), Matthias Esser (Köln), Dr. Frank
Kobor (Leverkusen), Heinz Lingebach
(München), Hans Röttges (Pforzheim),
Elmar Oestreich (Gerolstein),
Prof. Dr. Klaus-Heinrich Mendelsohn
(Neuenbürg-Dennach) und der
TuS Germania 1910 e. V. Horstmar
Für Spenden danken wir herzlich!
Dr. Kurt Fünfarek, Jürgen Illig, Josef Hesse,
Erika Schulz, Peter Busse, Lothar Dewald
und der Leichtathletik Fan-Gruppe des
VfL Wolfsburg
Impressum
Herausgeber:
Förderverein „Freunde der Leichtathletik“ e.V.
Geschäftsstelle:
Alfred Maasz
Am Steinlein 2b, 97753 Karlstadt
Tel.: 09353-99886, Fax -99888
E-mail: Freunde.der.Leichtathletik@t-online.de
Internet: www.fdlsport.de
stets aktuell: die FREUNDE auf facebook
Spenden und Anzeigen sind willkommen.
Die aktuelle Anzeigenpreisliste kann bei
der Redaktion angefordert werden.
Bankverbindungen:
Sparkasse Mainfranken
IBAN: DE25 7905 0000 0047 4317 21
BIC: BYLADEM1SWU
Kto-Nr. 47 431 721, (BLZ 790 500 00)
Erscheint viermal jährlich, jeweils zum
Quartalsende. Der Bezug dieser Zeitung
ist im Mitgliedsbeitrag enthalten.
Redaktion (V.i.S.d.P.):
Peter Busse, Dr.-Gemmert-Straße 24,
40882 Ratingen
Telefon: (02102) 83985
E-mail: busse-ratingen@t-online.de
Für Beiträge, die mit Namen oder
Initialen gekennzeichnet sind, ist der
Verfasser verantwortlich.
Gesamtherstellung:
jva druck+medien
Möhlendyck 50, 47608 Geldern
Telefon: 02831 88797-10
E-mail: druckerei@jva-druckmedien.de
Internet: www.jva-geldern.nrw.de
Titelseite:
Das war in Zürich die erfreulichste
Überraschung für die mehr als 100 zur
EM angereisten FREUNDE auf der
Zuschauertribüne im Letzigrund:
Die Vorstellung von Antje Möldner-Schmidt,
die wie erwartet stets vorne mitlief und
dann am letzten Hindernis ihre Chance nutzte,
den Europameistertitel zu ergreifen. Ein
unvergesslicher Sieg!
Titelfoto: Peter Busse
Liebe Freunde der Leichtathletik,
liebe Leichtathletikfreunde,
an dieser Stelle, wie in unserer Zeitschrift überhaupt, kommt der Redakteur
nur gelegentlich zu Wort. Er hat vielmehr die Aufgabe, geeignete Autoren
für spannende Themen zu gewinnen, Nachrichten und Berichte für unsere
Mitglieder zusammenzutragen, über die Vergabe der Fördermittel zu
informieren und möglichst ansprechende Fotos zu organisieren. Dafür hat
er sich bei vielen Leichtathletikfreunden zu bedanken, die ihn dabei immer
wieder unterstützen, sodass der Spaß an seiner ja frei gewählten Tätigkeit erhalten bleibt.
Manchmal haut es ihn aber auch vom Hocker (wie gerade jetzt), wenn sich
zum Beispiel ein nach allerlei Vorgesprächen zugesagter Beitrag auf den allerletzten Drücker in Luft auflöst. Man sitzt vor einer leeren Seite und denkt,
hätte ich doch lieber gleich selbst einen Artikel geschrieben – dann wäre
mir viel Hinterher-Telefonieren und Mahnen und eine Spätschicht erspart
geblieben. Denn so ein Redakteur führt ja durchaus viele interessante Gespräche mit engagierten Trainern, ambitionierten Athleten und begeisterten
Leichtathletikfans. Das Bildarchiv und manchmal auch das Herz quellen über,
ab und zu sucht Verdruss ein Ventil oder ein durch die Medien aufgeheiztes
Thema reizt zum Kommentar.
Wie zum Beispiel die mögliche deutsche Bewerbung für die Olympischen
Sommerspiele 2024 oder 2028. In Zeiten, in denen der Fußball alles dominiert –
Berichterstattung in den Medien, Unterstützung durch Sponsoren und selbst
beim Nachwuchs die Gewinnung von Talenten – können die Sportarten wie
Leichtathletik, Handball, Schwimmen, Turnen usw. nur vehement für eine
solche Bewerbung eintreten, um bei den Menschen in diesem Lande wieder
gebührend wahrgenommen zu werden. Was begeistert mehr, Olympische
Spiele in Hamburg oder Berlin oder eine Fußball-Europameisterschaft in
Deutschland? Eventuell ist die Frage falsch gestellt, aber eines steht natürlich
schon jetzt fest: Vor der Bewerbung für eine EM wird keine Volksabstimmung
stattfinden und der Ausgang einer Bevölkerungsumfrage zu Olympische
Spielen ist ungewiss. Das hängt nämlich entscheidend davon ab, worüber
entschieden wird. Rafft sich das IOC unter seinem neuen Chef Thomas Bach
endlich zu substanziellen Reformen auf, sodass die Selbstherrlichkeit verringert und die Transparenz erhöht wird? Kommen Fakten und Summen auf
den Tisch?
Ein schönes Signal könnte zum Beispiel sein, dass sich die IOC-Granden künftig
im Athletendorf einquartieren, statt in einer Luxus-Herberge. Aber vermutlich ginge eine IOC-Reform-Lösung eher in die Richtung, die immensen anfallenden Kosten nicht mehr allein dem Steuerzahler, sondern Sponsoren
aufzubürden. Wenn man beim IOC allerdings so weitermacht, werden auch
die eines nicht fernen Tages wegen des zunehmend schlechten Images kalte
Füße bekommen. Nachhaltige Olympische Sommerspiele in Deutschland mit
realistischen und nachvollziehbaren Kostenberechnungen? Gerne!!! – Es wäre
eine großartige Gelegenheit, in Deutschland die Wahrnehmung des Sports
wieder in seiner ganzen Vielfalt zu ermöglichen.
Peter Busse
Vorstandsmitglied der FREUNDE
3
Leichtathletik INFORMationen Heft 4/2014
Wir trauern um
unsere Mitglieder
Wir über uns …
Harald Erben
(1920-2014)
Roland Günther
(1923-2014)
Geburtstage
Januar 2015
2. Peter Frank — Goldburghauser Str. 32, 73469 Riesbürg
6. Reinhard Janik — 15 impasse Huddon R.P.A.,
F-91170 Viry-Chatillon
7. Ernst Irrgang — Feldstr. 45, 64546 Mörfelden-Walldorf
7. Erwin Appel — Rohrbacher Str. 45, 69181 Leimen
7. Hubert Mickel — Adlerstr. 16, 74889 Sinsheim-Hoffenheim
8. Bärbel Völling-Tschechne — Schlesierring 2, 38154 Königslutter
8. Ulrich-Rainer Frieland — Baden-Badener Str. 3, 69126 Heidelberg
8. Wilhelm Heinr. Brand — Striekenkamp 78, 28777 Bremen
9. Rüdiger Nickel — Engelhardstraße 37, 63450 Hanau
10. Albert Sachs — Im Wachtelschlag 23, 67454 Haßloch
10. Claus Bartels — Berlepschstraße 11, 36124 Eichenzell
15. Joachim Gunkel — Dorfstr. 1, 24867 Dannewerk
17. Barbara Rühlecke — Sakrower Landstraße 120, 14089 Berlin
17. Michael Gernandt — Gleiwitzer Straße 37, 81929 München
17. Wolfram Ruth — Am Zehnthof 18a, 50259 Pulheim
19. Siegfried Ritter — Lehmkamp 21, 31199 Diekholzen
20. Horst Scheckenbach — Amrichshäuser Str. 10, 74653 Künzelsau
77
87
79
86
75
70
82
77
70
76
79
76
70
76
70
77
84
20.
20.
20.
20.
21.
21.
22.
23.
23.
23.
25.
25.
26.
28.
29.
30.
30.
Ilse Funke — Burgstr. 46, 37073 Göttingen
Lothar Eichholz — Brunecker Str. 27, 45701 Herten
Udo Brinkmann — Oststr. 19, 59065 Hamm
Wolfgang Troitzsch — Riemannstraße 8/403, 04107Leipzig
Gunter Schmidt — Muldenweg 4, 08134Wildenfels
Ursula Maichle — Heinrich-Fuchs-Str. 91, 69126 Heidelberg
Wiebke Hajek — Allerstraße 8, 38448 Wolfsburg
Alfred Reinhart — Lindenstr. 1, 55257 Budenheim
Horst Leutenecker — Wagrainstraße 69, 70378 Stuttgart
Willy Sommer — Mittelstr. 3, 24103 Kiel
Gerhard Hoernemann — Neustraße 22, 53359 Rheinbach
Gerhard Ritzhaupt — Bachstr. 43, 69121 Heidelberg
Robert Hartmann — Dörnigheimer Weg 13, 63477 Maintal
Hubert Köster — Unterschmitte 34, 42799 Leichlingen
Klaus-Peter Kaftan — Kastanienweg 16, 06188Landsberg Queis
Hans Joachim Tombrink — Heergartweg 4, 22559 Hamburg
Werner Niersmann — Sonnenaue 31, 47804 Krefeld
81
76
78
85
70
50
76
80
82
89
76
81
75
65
60
91
80
Februar 2015
1.
2.
9.
9.
9.
9.
10.
12.
12.
15.
16.
17.
Hans-Ulrich Lampe — Raiffeisenstraße 26, 37639 Bevern
Friedrich Römer — Hauptstraße 49a, 33647 Bielefeld
Dieter Baumann — Biesinger Straße 18, 72070 Tübingen
Gisela Weiß — Kirchpfad 11, 36304 Alsfeld-Altenburg
Hansjörg Holzamer — Elbestr. 16, 64646 Heppenheim
Heinz Gerdes — Alter Kirchweg 67, 27432 Bremervörde
Martina Lobinger — Heerstraße 90, 53340 Meckenheim
Dieter Greschuchna — Grüne Harfe 28, 45239 Essen
Heinz Heupel — Zöllnersweg 132, 21502 Geesthacht
Reinhard Bruder — Albersbacher Str. 10, 77704 Oberkirch
Klaus-Günther Krause — Breslauer Str. 269, 38440 Wolfsburg
Willi Holdorf — Poststraße 29b, 24239 Achterwehr
75
84
50
76
76
75
70
78
81
65
79
75
17. Winfried Joch — Grimbergstr. 24, 57074 Siegen
17. Wolfgang Schmöller — Wilhelm-Busch-Weg 30,
07751 Jena-Wogau
18. Volker Wagner — Am Hang 109A, 67714 Waldfischbach
19. Hartmut Schweitzer — Schießstättengasse 8c, 92421 Schwandorf
20. Willi Nause — Lünzheide 11, 29693 Hodenhagen
22. Artur Haremsa — Dillenhöhe West 8, 32351 Stemwede
22. Lothar Dewald — Otto-Wels-Str.15, 64521 Groß-Gerau
23. Helga Remmerbach — Bozener Str. 4, 44229 Dortmund
27. Christiane Stang-Voss — Weteschenweg 1/2,
88048 Friedrichshafen
28. Volker Wollschläger — Hanauer Landstr. 17, 63796 Kahl
80
77
70
77
85
77
65
70
77
75
März 2015
1.
3.
4.
6.
7.
10.
10.
10.
10.
10.
10.
10.
11.
11.
11.
12.
13.
14.
16.
Ernst Huhnen — In der Bungt 33, 41065 Mönchengladbach
Karl Eyerkaufer — Vogelsbergstr. 17, 63477 Maintal
Franz Heger — Leusterweg 46, 48249 Dülmen
Wilfried Fittko — Holzgasse 10, 53773 Hennef
Ernst Edlinger — Heckenstraße 38, 89542 Herbrechtingen
Heinz Böcker — An Gross St. Martin 2, 50667 Köln
Karlheinz Klotz — Frans-Hals-Weg 6, 76149 Karlsruhe
Manfred Germar — An der Wallburg 33, 51427 Bergisch Gladbach
Paul Frei — Harkortstr. 51 a, 44225 Dortmund
Rolf Endelmann — Edvard-Munch-Str. 1, 22115 Hamburg
Steffen Brand — Ginsterweg 8, 21335 Lüneburg
Walter Beienburg — Golzheimer Weg 44, 50171 Kerpen
Hermann Schädle — Henkestraße 15, 91054 Erlangen
Otto Graßhoff — Virchowstr. 5, 66482 Zweibrücken
Wolfgang Kucklick — Eckweg 17A, 22159 Hamburg
Norbert Heldt — Overbeckstraße 4, 44141 Dortmund
Günter Gittrich — Kehlweg 6, 55124 Mainz
Karl Heinz Thimm — Markusstr. 21, 44265 Dortmund
Gerda Ida — Niederstraße 10, 46509 Xanten
80
75
76
65
70
81
65
80
78
75
50
91
76
76
81
77
78
90
80
16.
17.
17.
18.
18.
20.
20.
21.
21.
21.
22.
23.
24.
28.
28.
29.
31.
31.
31.
Günter Malcher — Klingenthaler Straße 64b, 08265Erlbach
Gert Miersch — Höfestraße 4, 30880 Laatzen
Jürgen Remmerbach — Bozener Str. 4, 44229 Dortmund
Birgit Clarius — Oberdorfstraße 72, 69245 Bammetal
Otto Beilharz — Stollenau 16, 72336 Balingen-Weilstetten
Friedel Schirmer — Adolf-Schweer-Str. 22, 31655 Stadthagen
Karl-Heinz Leverkoehne — Gerstenkoppel 4F, 22145 Hamburg
Bärbel Wöckel — Im Bangert 61, 64750 Lützelbach
Hartmann Knorr — Klosterstern 6, 20149 Hamburg
Josef Vahle — Holzstr. 32, 55116 Mainz
Katja Brammer — Brauerstraße 5B, 28832 Achim
Günter Eisinger — Burg 8, 61169 Friedberg
Tosca Oberst-Demand — Mannheimer Landstr. 25, 68782 Brühl
Birgit Ott — Brühler Weg 41, 68723 Plankstadt
Lothar Grimmeisen — Lindenbergstr. 34, 76829 Landau
Edda Wolf — Bleckhütter Weg 17, 41066 Mönchengladbach
Antje Gleichfeld — Breymannweg 10, 38228 Salzgitter
Günter Vollmar — Scheiderbergstraße 42, 66482 Zweibrücken
Wilhelm R. Böhme — Habichthorst 4, 22459 Hamburg
81
78
78
50
78
79
75
60
75
83
50
65
95
50
65
75
77
83
76
Heft 4/2014 Leichtathletik INFORMationen
4
Mitgliederversammlung in Ulm
Die Freunde der Leichtathletik, die schon seit Jahren mit dem Förderverein des niederländischen
Leichtathletik-Verbandes (KNAU) zusammenarbeiten, wollen ihre internationalen Kontakte ausbauen. Dies kündigte der Vorsitzende Hans Schulz auf der Mitgliedersammlung anlässlich der
113. Deutschen Meisterschaften in Ulm an.
International aktiv
So konnten anlässlich der Team-EM in Braunschweig und auch
während der EM in Zürich ausführliche Gespräche mit Philip
Andrew und Jack Miller vom British Athletics Supporters Club
(der auch Förderverein ist) aufgenommen werden. „Wenn wir
international weiter kooperieren könnten, würde das unseren
Verein aufwerten,“ betonte Hans Schulz, der in diesem Zusammenhang auf die EM 2016 in Amsterdam, auf die WM 2017
in London, auf die Hallen-EM 2018 in Birmingham und die EM
im selben Jahr in Berlin hinwies.
DLV-Team an. Bei den nachfolgenden Europameisterschaften in
Zürich (Schweiz) waren es trotz der höheren Ticket-, Reise- und
Übernachtungskosten über 100, die aus einem FREUNDE-Block
die deutschen Athletinnen und Athleten im Letzigrund lautstark
unterstützten. Auch die FREUNDE-Treffen, die anlässlich von
Leichtathletik Highlights durchgeführt werden, finden immer
großen Anklang. Der frühere Mittelstreckler Roland Frey investiert für die Organisation und Durchführung solcher Gemeinschafts-Veranstaltungen viel Herzblut. Auch bei der Team-EM
und der DM hatte er mit seinen Treffen in der „Rheinischen
Republik“ bzw. „Barfüsser“ ein glückliches Händchen.
50.000 Euro für den Nachwuchs
2013 stand ganz im Zeichen des 60-jährigen Jubiläums der
Freunde der Leichtathletik. FdL-Schatzmeister Sepp Anthofer
berichtete, dass die Feierlichkeiten 17.200 Euro gekostet
haben. Allerdings rekrutierte sich dieser Betrag nicht aus dem
laufenden Etat, sondern wurde durch Spenden und Anzeigen
finanziert.
Das hochgesteckte langfristige Ziel ist es u. a., die Interessen
der Zuschauer insb. auf europäischer Ebene gegenüber den
Veranstaltern (also in erster Linie der EAA) stärker zu vertreten. Denn wie bei den nationalen Verbänden fehlt es überall an einem für Zuschaueranliegen ausgewiesenen Ansprechpartner oder auch „Fan-Beauftragten“. Medien, Verbände,
Sponsoren und die örtliche Ausrichter werden gehört und
eingebunden, stets fehlt aber eine Lobby der Zuschauer aus
den Stadien. Dies führt im Hinblick auf Veranstaltungsabläufe,
Tickets, Wettkampfinformationen und Vergabe von Meisterschaften zu den allen bekannten Absonderlichkeiten.
Gemeinschaft hat hohen Stellenwert
Denn gerade das Gemeinschaftserlebnis beim Besuch hochkarätiger Leichtathletik-Veranstaltungen hat bei den FREUNDEN
seit fünf Jahrzehnten einen hohen Stellenwert. So feuerten 200
von ihnen bei der Team-EM in Braunschweig das siegreiche
Auch die Förderung der Nachwuchsathleten, die sich die
FREUNDE auf die Fahnen geschrieben haben, wird durch
Kosten für die Jubiläumsfeier nicht negativ beeinträchtigt. In
diesem Jahr stellt die Förderinitiative des DLV rd. 50.000 Euro
für den hoffnungsvollen Leichtathletik-Nachwuchs bereit.
Mitglieder werben
Die Förderprojekte können nur gestemmt werden, wenn auch
in Zukunft die Mitgliederzahl, die momentan bei 1.000 liegt,
zumindest konstant bleibt. Hans Schulz bat daher auf der Mitgliederversammlung jeden FREUND, einen weiteren zu werben,
damit die Förderinitiative auch langfristig Bestand haben wird.
Ganz eifrig auf dem Gebiet der Mitgliederwerbung ist zurzeit vor allem der VFL Wolfsburg, der sich auf diesem Gebiete
auch bei der Team-Euromeisterschaft in Braunschweig stark
engagierte.
Peter Middel
5
Leichtathletik INFORMationen Heft 4/2014
Termine 2015
Datum
von
bis
Veranstaltung
Ort
27.01.
13. Int. Springer-Meeting
Cottbus
29.01.
EA 10. PSD Bank Meeting
Düsseldorf
DM Mehrkampf M/W/U 20/U 18
NN
IAAF Hallenmeeting
Karlsruhe
31.01.
01.02.
31.01.
04.02.
14. Int. Springer-Meeting
Dessau-Roßlau
04.02.
Deutsche Hochschulmeisterschaften
Frankfurt-Kalbach
EA Mehrkampf-Meeting
Tallinn/EST
06.02.
07.02.
07.02.
Int. Hallenmeeting
Chemnitz
15.02.
DM Jugend U 20 + Winterwurf U 20/U 18
Neubrandenburg
Indoor ISTAF
Berlin
21.02.
22.02.
DM Halle Männer/Frauen
Karlsruhe
Erfurt
14.02.
14.02.
28.02.
01.03.
DM Senioren Halle + Winterwurf
Hanns-Braun-Preis für Hans Schulz
28.02.
01.03.
Junioren-Länderkampf FRA-GER-ITA
Lyon/FRA
Bei der DM in Ulm konnte der 68-jährige den Hanns-Braun-Wanderpreis des DLV
als Anerkennung für seinen langjährigen Einsatz in der Leichtathletik vor 15.000
Zuschauern im Donaustadion aus den Händen von DLV-Präsident Dr. Clemens
Prokop entgegennehmen. Der Hanns- Braun-Wanderpreis wird in Erinnerung an
den ersten herausragenden deutschen Mittelstreckler, der im ersten Weltkrieg
gefallen ist, vergeben.
06.03.
08.03.
33. Hallen-EM
Prag/CZE
23.03.
28.03.
Als Hans Schulz vor fünf Jahren als Gesamtschulleiter in den Ruhestand trat,
schaltete er keinen Gang zurück, sondern gab weiter „Vollgas“. Noch vor kurzem
hat Hans Schulz eine weitere Aufgabe übernommen. So ist er in den Bundesausschuss Leistungssport des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (BAL) berufen worden und vertritt dort die Interessen der Landesverbände. Das Gremium
erarbeitet unter anderem Richtlinien für Nominierungen und benennt anschließend die Athletinnen und Athleten für internationale Einsätze.
16.05.
Der rastlose Hertener engagiert sich bereits seit knapp fünf Jahrzehnten in verschiedenen Bereichen der Leichtathletik. Der frühere Sprinter und Hürdenläufer
machte sich in den 70er Jahren vor allem als Starter einen Namen. Im FLVW gehörte Hans Schulz 21 Jahre dem Verbands-Leichtathletik-Ausschuss an, vor fünf
Jahren wechselte er in das Präsidium und vertritt dort als Vize-Präsident mit viel
Sachkenntnis und Diplomatie die Interessen der Leichtathletik. Eine Herzensangelegenheit sind für Hans Schulz die Freunde der Leichtathletik, wo der frühere
Gesamtschulleiter inzwischen vor mehr als 20 Jahren den Vorsitz übernahm. (PM)
FREUNDE-Kalender 2015 präsentiert
Die Macher hatten den richtigen Riecher: Für die deutsche Leichtathletik
bildete der Gewinn der Team-EM in Braunschweig den Höhepunkt des Jahres.
Unmittelbar danach und noch vor DM und EM wurden die 12 Kalenderblätter
mit den erfolgreichen Athleten zusammengestellt und die ersten 300 Exemplare
gedruckt, sodass am FREUNDE-Infostand in Ulm das Team um Hanne Ziemek
bereits den Verkauf starten konnte. Alle Fotos stammen diesmal wieder von
FREUNDE-Mitglied Dirk Gantenberg. Markus Schnorrenberg (unser Bild) hofft,
dass vor Weihnachten insb. über das Internet noch viele Kalender den Weg auf
den Gabentisch finden.
Fotos: Dirk Gantenberg
Senioren Hallen-EM
Torun/POL
28.03.
41. Cross Country WM
Guiyang/CHN
12.04.
DM Halbmarathon
Husum
02.05.
03.05.
02.05.
17.05.
16.05.
WM Staffeln
Nassau/BAH
DM 10.000 m M/W/U 23/Sen
Ohrdruf
Int. Hallesche Werfertage
Halle/Saale
19. Nat. Hoch- und Dreisprung-Meeting
Eppingen
1. Mehrkampf Qualifikation U20
Kreuztal
17.05.
Int. Läufermeeting
Pliezhausen
23.05.
Stabhochsprung-Meeting
Holzminden
24.05.
IAAF Meeting
Hengelo/NED
25.05.
51. Pfingstsportfest
Rehlingen
16.05.
17.05.
29.05.
29.05.
31.05.
30.5.
31.05.
17. Int. Leichtathletik-Meeting
Dessau-Roßlau
Int. Wochenende der LA/ Hanse-Cup
Stendal
Mehrkampf-Meeting
Götzis/AUT
04.06.
Diamond League Meeting
Rom/ITA
04.06.
Deutsche Hochschulmeisterschaften
Münster
06.06.
Regensburg Gala 2015
Regensburg
06.06.
20. LAZ Werfertag
Leipzig
06.06.
07.06.
Mehrkampf Qualifikation U 18/U 20
Bernhausen
13.06.
14.06.
DM U 23
Wetzlar
20.06.
21.06.
6. Team-EM
Cheboksary/RUS
20.06.
20. Int. Stabhochsprung-Meeting
Hof
21.06.
NRW-Gala/Meisterschaften
Bottrop
IAAF Mehrkampf-Meeting
Ratingen
DLV-Junioren Gala U 20
Mannheim
27.06.
28.06.
27.06.
28.06.
05.07.
45. Int. Leichtathletik-Meeting
Rhede
10. U 23-EM
Tallinn/EST
09.07.
12.07.
10.07.
12.07.
DM Senioren I+II
Zittau
15.07.
19.07.
10. Jugend-WM
Cali/COL
16.07.
19.07.
23. Junioren EM (U 20)
Eskilstuna/SWE
25.07.
26.07.
DM mit WJ/MJ Langstaffeln
Nürnberg
FREUNDE-MV und Vorstandswahlen
Nürnberg
25.07.
26.07.
31.07.
13. Europ. Jugendspiele
Tbilisi/GEO
31.07.
02.08.
37. Int. Hochsprungmeeting
Eberstadt
04.08.
16.08.
Senioren WM
Lyon/FRA
08.08.
09.08.
DM Jugend U 16 – M/W 15 Einzel
NN
15.08.
16.08.
DM Mehrkampf M/W/U 23/U 20
NN
22.08.
30.08.
15. WM
Beijing/CHN
22.08.
23.08.
DM Mehrkampf Jugend U18 / U16
NN
06.09.
ISTAF
Berlin
26.9.
Marathon
Berlin
13.09.
DecaNation u. a. FRA-USA-RUS-GER-CHN Reims/FRA
10.10.
DM Gehen
Andernach
13.12.
22. Cross Country EM
NN/FRA
Heft 4/2014 Leichtathletik INFORMationen
6
Famoser Nachwuchs
Es war wieder einmal nicht einfach, bei den diesjährigen Deutschen Jugendmeisterschaften im
Wattenscheider Lohrheidestadion die vier Preisträger für die herausragendsten Leistungen der
U 18- und U 20-Athletinnen und Athleten zu bestimmen.
Alle vier Titelträger haben ihre gute Form anschließend bei der
U 20-WM in Eugene bzw. den Olympischen Jugendspielen in
Nanjing durch Medaillengewinne bestätigen können. Maryse
Luzolo gewann Bronze bei der WM, Alina Reh und Clemens
Prüfer holten in China Silber und Max Heß wurde Vize-Weltmeister. Aber es gab noch weitere Nachwuchstalente, die an
den drei Tagen von Bochum famose Leistungen zeigten. Viele
finden sich auf unserer Doppelseite zur Wahl der Jugendathleten des Jahres 2014 wieder.
Eine Siegerehrung bei den Meisterschaften nahm unser Vorstandsmitglied Hartmut Weber besonders gerne vor, die über
400 m bei der U 18 der männlichen Jugend. Als Betreuer des
von den Freunden der Leichtathletik geförderten 400 mProjekts hatte er sich dazu eigens das Unikat eines Poloshirts
anfertigen lassen ...
Das 400 m-Projekt der FREUNDE – das erste Jahr
Skizziert von Hartmut Weber
Freitag, 13.12.2013
Am Nachmittag trafen die interessierten Athleten und ihre
Trainer im Sportcentrum Kaiserau ein. Es folgte eine Kennenlern-Runde, die Vorstellung des Projektes sowie ein kleines
Fußballspielchen. Am Abend saßen Jörg Peter und ich mit
den Heimtrainern in der Sportlerklause und unterhielten
uns über das Projekt. Wir erläuterten, dass Athleten gesucht
würden, die schon eine ordentliche 300m-Zeit gelaufen sind,
aber noch nicht viel trainieren und man das Gefühl hat, dass
sie noch gar nicht richtig laufen können. Der Heimtrainer Lars
Milde war sich bzgl. des Ansatzes nicht sicher. Am nächsten
Morgen stand eine Koordinationseinheit an und Marvin
Schlegel fühlte sich bei den Übungen sichtlich unwohl und
wusste am Anfang gar nicht, was ich von ihm wollte. In einer
Pause ging ich zu seinem Trainer und meinte, „genau so einen
Athleten suchen wir“ – sein Trainer ist Lars Milde.
Samstag, 19.08.2014 – Deutsche Jugend Meisterschaften in
Bochum-Wattenscheid, 400 m Finale U 18.
In sehr überzeugender Manier siegt in 48,14 sec. eben dieser
Marvin Schlegel und krönte sein erstes 400 m-Jahr – und hat
noch jede Menge Potential.
Jörg Peter und ich danken ihm und den anderen Athleten,
Johann Rosin, Lukas Wunderlich, Moritz Voß, Iba Mar Diaw,
Tim Zapka und Florian Xenos sowie ihren Trainern für das
Interesse, die gute Zusammenarbeit und wünschen ihnen
noch viel Erfolg.
Nachwuchs-Bundestrainer Jörg Peter und Hartmut Weber gratulieren dem
Deutschen U 18-Meister über die Stadionrunde: Marvin Schlegel, wie der Sieger
des B-Finales Johann Rosin, Jahrgang 1998 und Mitglied des LAC Erdgas Chemnitz.
Fotos: Peter Busse
Drei Fragen an Marvin Schlegel:
Was sagst Du zu Deiner hier gelaufenen Zeit?
Genial! Qualifiziert für die Jugendmeisterschaften hatte ich
mich mit 49,46 sec. Als im Vorlauf 49,12 rauskamen, habe ich
dann schon auf eine Medaille spekuliert. 48,14 kann ich noch
kaum glauben.
Was könnten die Gründe sein?
Die liegen im gesamten Umfeld. Da stimmt alles: Volle Unterstützung durch die Familie (mein Vater ist auch da), den Verein
und meinen Trainer, aber sicher hat auch das FREUNDE-Projekt
seinen Anteil. Hilfreich waren da vor allem der Vergleich und
der Austausch mit den anderen. Obwohl ich in Chemnitz
ebenfalls starke Konkurrenz habe, denn wir konnten hier ja
auch noch mit der Staffel Silber holen.
Deine sportlichen Ziele?
Ordentlich weiter trainieren! Und nächstes Jahr meinen Titel
verteidigen! Das könnte schwer genug werden.
Geburtsjahr:
Disziplin:
Bestleistungen:
Erfolge:
Trainer:
Verein:
Geburtsjahr:
Disziplin:
Bestleistungen:
Erfolge:
Trainer:
Verein:
Geburtsjahr:
Disziplin:
Bestleistungen:
Fotos: Peter Busse
Erfolge:
Trainerin:
Verein:
1997
Kugel (5 kg) / Diskus (1,5 kg)
Kugel: 19,81 m (2014)
Diskus: 65,02 m (2014)
Zweiter Olympische Jugendspiele 2014 (Diskus)
Deutscher U 18-Meister 2014 und Dritter 2013 (Diskus)
Deutscher U 18-Meister 2014 und Vizemeister 2013 (Kugel)
Jörg Schulte
SC Neubrandenburg
Alina Reh
1996
Weitsprung/Dreisprung
Freiluft: 16,55 m (2014) Halle: 15,82 m (2014)
Weitsprung: 7,52 m (2014)
U 20-Vizeweltmeister 2014
Deutscher U 20-Meister 2014 (Dreisprung), Zweiter (Weitsprung)
Deutscher U 20-Hallenmeister 2014 (Drei- und Weitsprung)
Deutscher U 18-Meister 2013
Harry Marusch
LAC Erdgas Chemnitz
Max Heß
Trainer:
Verein:
1997
1.500 m/3.000 m
9:05,07 min. (Nanjing)
Silber bei der Jugendolympiade 2014
5. U 18-Leichtathletik-WM 2013 – 3.000 m
5. Cross-EM 2014 (U 20), Bronze mit der Mannschaft
Deutsche U 18-Meisterin 2014, 2013 (3.000 m)
Michael Schwenkedel
TSV Erbach
1995
Weitsprung
Freiluft: 6,45 m (2013)
Halle: 6,47 m (2013)
U 20-WM-Dritte 2014
Deutsche U 20-Meisterin 2014, Zweite 2013
Deutsche U 23-Vizemeisterin 2014
Deutsche U 20-Hallenmeisterin 2014, 2013
Melanie Zecha
LG Eintracht Frankfurt
Maryse Luzolo
Geburtsjahr:
Disziplin:
Bestleistung:
Erfolge:
Leichtathletik INFORMationen Heft 4/2014
Clemens Prüfer
7
Heft 4/2014 Leichtathletik INFORMationen
8
Die EM von Zürich
Wird zu viel gemeckert?
„Keine Weltklasse in Zürich“ titelte die FAZ in ihrem EM-Resümee. Computerpannen und „Eintrittspreise wie bei der Oper“ wurden harsch kritisiert, in der „Leichtathletik“ zu viel Leerlauf und Langatmigkeit im Letzigrund bemängelt. Und zudem natürlich die magere Medaillenausbeute des
92-köpfigen deutschen Teams.
Diese Kritik soll hier nicht vertieft werden. Festzuhalten bleibt,
dass die Schweizer – bis hin zum letzten Volunteer – nicht
nur ein Pflichtprogramm abgespult haben. Manches, auch
an neuen Ideen, ist in die Hose gegangen. Schwamm drüber.
Amsterdam 2016 und Berlin 2018 sollen es besser machen. Die
meisten Zuschauer haben die Tage von Zürich genossen, obwohl hier noch zwei Kritikpunkte genannt werden sollen, die
weniger oder gar nicht benannt worden sind.
Wenn im Stadion bei einer EM mehrere Wettbewerbe laufen
und nicht genügend Displays vorhanden sind, um die
Menschen auf den Rängen (und die Athleten im Innenraum)
über den laufenden Stand der Ergebnisse zu informieren, ist
das ein Unding. So erfuhr auch Zehnkämpfer Kai Kazmirek
seine erzielten Weiten nicht, hatte aber immerhin die Möglichkeit, sie am Tischchen der Kampfrichter zu erfragen.
Eine teilweise Katastrophe war auch nach den Marathonläufen
in der Innenstadt der Transport der Zuschauer ins Stadion. Die
Tickets galten ja auch für die Tram, die zwischen Paradeplatz
und Letzigrund pendelte, allerdings viel zu selten. Bereits
überfüllt beim Start, hielt sie manchmal bis zur Endstation
überhaupt nicht mehr an. Wütende Fahrgäste an den Haltestellen hämmerten vergeblich an die Scheiben, das dort bereit
gestellte Personal war hilflos und mancher Zürcher Bürger, der
nur zu den Verwandten wollte, fuhr unfreiwillig mit bis zum
Stadion. Übrigens war der inkludierte Fahrservice – laut EAAChef Wirz an die Wolfsburger FREUNDE – ein wesentlicher
Grund für die teuren Tickets.
Und wieso kritisierte das niemand? Weil natürlich kein Offizieller
und auch kein Journalist gezwungen ist, mit der Tram zu fahren.
So erfahren sie auch nie von den (nicht in Zürich!) häufig unglaublichen Zuständen beim Ticketkauf für Otto Normalbesucher bei internationalen Meisterschaften. Wer GratisShuttlebusse benutzen kann, Freikarten erhält und ab und zu
im VIP-Tribünenblock auftaucht oder als Journalist seinem Job
nachgeht, erfährt eben selten etwas von solchen Mängeln.
Die Kritik am deutschen Aufgebot in Zürich erscheint überzogen. Die Latte der Erwartungen lag zu hoch, die Vorstellung
bei der Team-EM in Braunschweig war nicht zu toppen. Durchaus
famose Leistungen außerhalb der Medaillenränge gingen
unter, zum Beispiel Marie-Laurence Jungfleisch als Fünfte mit
PB im Hochsprung. Ein Freund der Leichtathletik tröstet sich
dann ohnehin mit den grandiosen Vorstellungen der Europameister (oder Weltmeister, Olympiasieger…) anderer Nationen.
Vor uns saßen im Letzigrund die Briten, die ja in Zürich kräftig
abräumten – einfach mitfreuen ist auch schön.
Peter Busse
9
Leichtathletik INFORMationen Heft 4/2014
Geschenkideen für FREUNDE
Das Buch zu den EM in Braunschweig und Zürich
Team-Europameister in Braunschweig. Platz drei im Medaillenspiegel der
Europameisterschaften von Zürich. Auch wenn das junge deutsche Team mit
ein paar Medaillen weniger als erhofft aus der Schweiz zurückkam – 2014 war
ein großes Jahr für Deutschlands Leichtathleten. Mit dem 144 Seiten starken
Band erlebt man die faszinierendsten Momente der Saison mit lesenswerten
Texten und bewegenden Bildern noch einmal. Er beleuchtet nicht nur alle
Erfolge des deutschen Teams, er zeigt auch die emotionalsten Augenblicke der
Europameisterschaften und hält die Medaillen-Momente der stärksten Athleten
fest. Mit dem Kauf des Buches fördern Sie zudem den Leichtathletik-Nachwuchs!
Ein Euro des Kaufpreises für jedes Buch geht an die Freunde der Leichtathletik!
Das Buch „Leichtathletik 2014“ kann für 21,90 € im Buchhandel und unter
www.leichtathletik.de bezogen werden.
Theo Rous: „Summa summarum“
Das langjährige FREUNDE-Mitglied hat einen Teil seiner unverwechselbaren
Reden und Schriften in einem weiteren Buch zusammengefasst. Der „beste
Redner der Leichtathletik“ und Ehrenpräsident des Deutschen LeichtathletikVerbandes wurde immer wieder gebeten, zu verschiedensten Anlässen eine
passende Ansprache zu halten. Sie ist dann nicht nur umfassend recherchiert
und mit interessanten Bezügen zur antiken Mythologie versehen, sondern vor
allem mit einem Augenzwinkern immer humorvoll. Das gilt auch für seine
Laudatio zum 50-jährigen Jubiläum der Freunde der Leichtathletik vergangenes
Jahr in Ulm, die komplett abgeduckt ist. Als Paperback ist der Band zum Preis
von 17,99 € überall im Buchhandel erhältlich.
Sie können es ebenso über online-Plattformen beziehen oder auch als E-Book
zum Preis von 9,99 €. Immer gilt: Ein Euro pro verkauftes Exemplar geht in die
Förderkasse der Freunde der Leichtathletik!
Der FREUNDE-Fotokalender 2015
Unschlagbar preisgünstig ist wieder unser Kalender mit Fotos der TEAM-EM
von Dirk Gantenberg als Geschenk im Verein oder Verband, da er auf der Titelseite sogar mit einem individuellen Text versehen werden kann. Zehn oder mehr
kosten dann lediglich 10,00 € pro Exemplar, bei Einzelbestellungen 15,00 €
(jeweils plus Porto). Bestellen (und betrachten) kann man ihn auf unserer Internetseite www.fdlsport.de. Selbstverständlich geht das ebenso über unsere Geschäftsstelle: Telefon 09353-99886, Fax 09353-99888 oder E-mail: Freunde.der.
Leichtathletik@t-online.de. Auch im fünften Jahr seines Erscheinens möchten
wir einen neuen Verkaufsrekord aufstellen. 2013 konnten mehr als 600 Kalender
mit Aufnahmen der erfolgreichsten Nachwuchstalente abgesetzt werden. Und
jeweils mehr als ein Euro gelangte dadurch nicht nur zur Freude unseres Schatzmeisters in die FREUNDE-Kasse.
FREUNDEKalender 2015
seit über
50
Jahren
Team-Europameister
Wir fördern den Nachwuchs!
Heft 4/2014 Leichtathletik INFORMationen
10
Fotos: Peter Busse
11
Leichtathletik INFORMationen Heft 4/2014
Ferienwoche mit Leichtathletik
Die Zeile „Schnupperangebot für Grundschüler“ im Sportteil des Lokalblättchens weckte sogleich
die Neugier des Redakteurs, denn das war in der Tat neu: zwei stattliche „Vorortvereine“ mit mehr
als 400 bzw. mehr als 3.000 Mitgliedern, die gemeinsam eine Leichtathletik-Ferienfreizeit anboten.
Der TUS aus Lintorf und der aus Breitscheid hatten die Idee,
Kinder ab 6 Jahren an 5 Tagen von 9 bis 12 Uhr für die Leichtathletik zu begeistern. Sie sollten Grunddisziplinen ausprobieren können; zudem waren Ball- und Laufspiele vorgesehen. Die kurze Zeitungsmeldung reichte, um die maximal
20 Teilnehmerplätze umgehend zu besetzen. Das, obwohl
39 Euro von Nicht-Vereinsmitgliedern zu entrichten waren,
während Mitglieder 19 Euro zu bezahlen hatten
Nicole Engelbrecht und Steffen Mazat, die jeweils eine Gruppe
betreuten, staunten über ihre hoch motivierten und stets vollzählig angetretene Kinderschar. Das tolle Wetter leistete dabei
sicher einen wertvollen Beitrag. So konnte insb. die Ausdauerund Bewegungsfähigkeit sowie die Schnelligkeit der Kinder
auf dem Sportplatz spielerisch trainiert werden.
Antworten auf die Frage nach ihrem Lieblingssport wie aus
der Pistole geschossen: „Stabspringen!“ (Felix, 8 Jahre), „Weitsprung!“ (Madelaine, 10 Jahre) und „Rennen!“ (Riana, 7 Jahre).
Das Resümee der stolzen Veranstalter aus den beiden im
Düsseldorfer Speckgürtel gelegenen Ratinger Turn- und Sportvereinen in Breitscheid und Lintorf: Das Ziel, bereits Grundschülern Freunde an der Leichtathletik zu vermitteln und sie an
den organisierten Sport im Verein heranzuführen, wurde voll
erreicht. Nach den Ferien ist die Hälfte der Nachwuchstalente
tatsächlich an den regulären Trainingsnachmittagen von ihren
Eltern wieder auf dem Sportplatz abgeliefert worden. So soll
das Pilotprojekt bereits im kommenden Jahr gleich 2- oder
3-mal eine Wiederholung finden.
Peter Busse
Auch wenn die meisten Kinder am ersten Tag noch in Fußballtrikots erschienen waren, kamen bereits am dritten Tag die
Wahl der Athleten des Jahres 2014
Neben den Deutschen Meisterschaften waren EM sowie
Hallen-WM und U 20-WM Höhepunkte des Leichtathletikjahres
und Gelegenheiten, sich auszuzeichnen. Denn es ist wieder Zeit,
gemeinsam mit den Lesern der Fachzeitschrift „Leichtathletik“
und den Usern des Internetportals www.leichtathletik.de die
Athletin und den Athleten bzw. die Jugendleichtathletin und
den Jugendleichtathleten des Jahres zu wählen. Die Mitglieder
der FREUNDE und die Leser der „Leichtathletik INFORMationen“
sind herzlich eingeladen, sich an dieser Wahl zu beteiligen.
Im vergangenen Jahr wurden Christina Obergföll und Raphael
Holzdeppe bzw. Malaika Mihambo und Tim Nowak ausgezeichnet. Die vier Ehrenpreise werden erneut von den
Freunden der Leichtathletik gestiftet. Die Preisverleihung
erfolgt im Rahmen der Deutschen Hallenmeisterschaften am
21. und 22. Februar 2015 in Karlsruhe.
Wählen Sie Ihre „Leichtathleten des Jahres“ aus den Athleten
der beiden nachfolgenden Seiten. Diese wurden von den
Redaktionen der Fachzeitschrift „Leichtathletik“ und des Inter-
netportals leichathletik.de sowie vom FREUNDE-Vorstand vornominiert. Schreiben Sie eine Postkarte, eine E-Mail oder ein
Fax mit den Namen eines Athleten und einer Athletin sowie
eines U 20-Athleten und einer U 20-Athletin an die Redaktion
von „Leichtathletik“. Oder stimmen Sie einfach im Internet
unter www.leichathletik.de ab. Unter allen Einsendern werden
Preise verlost.
Einsendeschluss ist der 31. Dezember 2014.
Anschrift:
CNG sports & media
Redaktion Leichtathletik
Machabäerstr. 3
50668 Köln
E-Mail: leichtathletik@cng-media.de
Fax:
(0221) 99 22 79 79
Internet: www.leichtathletik.de
Heft 4/2014 Leichtathletik INFORMationen
12
Kandidaten zur Wahl der Nachwuchsathleten des Jahres 2014
Henrik HANNEMANN
LG Neumünster
Max HESS
LAC Erdgas Chemnitz
7
Clemens PRÜFER
SC Potsdam
10
8
Henning PRÜFER
SC Potsdam
9
Diskus
Speer
Claudine VITA
SC Neubrandenburg
Tim NOWAK
SSV Ulm 1846
10
Stabhochsprung
Kugel
Alina REH
TSV Erbach
6
Diskus/Kugel
8
9
Fabienne SCHÖNIG
LG Wipperfürth
Patrick MÜLLER
SC Neubrandenburg
3.000 m/Cross
7
Anika NEHLS
SC Neubrandenburg
5
Kugel
Weitsprung
Laura MÜLLER
LSG Saarbrücken/Sulzbachtal
Merten HOWE
SC Neubrandenburg
Zehnkampf
6
400 m Hürden
5
4
Kugel
Sprint
Gina LÜCKENKEMPER
LAZ Soest
Maryse LUZOLO
LG Eintracht Frankfurt
3
Diskus/Kugel
Celina LEFFLER
SCC Koblenz-Karthause
Jonas HANSSEN
LC Myhl
Dreisprung
4
Siebenkampf
3
400 m Hürden
Diskus
Lara KEMPKA
SC Neubrandenburg
2
Hochsprung
Louisa GRAUVOGEL
LG Saar70
1
110 m Hürden
2
Siebenkampf
1
Falk WENDRICH
TV Wattenscheid 01
Oleg ZERNIKEL
ASV Landau
13
Leichtathletik INFORMationen Heft 4/2014
Kandidaten zur Wahl der Leichtathleten des Jahres 2014
4
Diskus
Thomas RÖHLER
LC Jena
9
Speer
Kugel
8
Sprint
Julian REUS
TV Wattenscheid 01
10
Linda STAHL
TSV Bayer 04 Leverkusen
Christian REIF
LC Rehlingen
7
Siebenkampf
Carolin SCHÄFER
LG Eintracht Frankfurt
9
Christina SCHWANITZ
LV 90 Erzgebirge
Kai KAZMIREK
LG Rhein-Wied
8
Stabhochsprung
7
6
Speer
Cindy ROLEDER
LAZ Leipzig
Lisa RYZIH
ABC Ludwigshafen
5
Zehnkampf
Weitsprung
Malaika MIHAMBO
LG Kurpfalz
Robert HARTING
SCC Berlin
Weitsprung
6
100 m Hürden
5
Arne GABIUS
LAV Stadtwerke Tübingen
10
1.500 m
Antje MÖLDNER-SCHMIDT
LC Cottbus
4
Langstrecke
100 m Hürden
Nadine HILDEBRAND
VFL Sindelfingen
Felix FRANZ
LG Neckar-Enz
3
3.000 m Hindernis
3
Arthur ABELE
SSV Ulm
400 m Hürden
Marathon
Anna HAHNER
RUN2SKY
2
Kugel
Shanice CRAFT
MTG Mannheim
1
1846 Zehnkampf
2
Diskus/Kugel
1
David STORL
LAC Erdgas Chemnitz
Homiyu TESFAYE
LG Eintracht Frankfurt
Heft 4/2014 Leichtathletik INFORMationen
14
Der umkämpfte Ausflug!
Bei den Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften in Sindelfingen konnte das Quartett des ART
Düsseldorf seinen Titel über 4 x 200 m verteidigen und damit erneut die von den Freunden der
Leichtathletik ausgelobte Reise zum ISTAF antreten. Startläuferin Alina Kuß berichtet.
Am Freitag fuhren wir zunächst 560 km nach Berlin, wo uns
bereits FREUNDE-Vorstandsmitglied Roland Frey erwartete.
Wir erfuhren, was für uns an diesem Wochenende alles vorgesehen war und bekamen Stadtpläne, die uns dann zum Potsdamer Platz und diversen Clubs führten, in denen wir einen
praktischen Einblick in das Nachtleben Berlins bekommen
konnten. Und wie „klein“ ist doch die Welt, denn uns begleiteten an diesem Abend gleich zwei nette Leichtathleten.
Nach der Saison war Berlin der perfekte Ort, zum perfekten
Zeitpunkt, um unsere drei Meistertitel mit der Staffel (4 x 100,
200 und 400) gebührend zu feiern!
Wir und das Berliner Lieblingsmotiv: Jessie Maduka, Leonie Hoenekopp, Paula
Giesen und Alina Kuss (v.l.n.r.).
Fotos: Elisabeth Sophie Kowalski
Am nächsten Morgen erklärte Roland auf dem Weg zum Reichstagsgebäude, bzw. zum Deutschen Bundestag so manche
Sehenswürdigkeit, die uns sonst entgangen wäre. Auf Einladung von Axel Schäfer, MdB und FREUNDE-Mitglied, konnten
wir das beeindruckende Gebäude besuchen, dessen Mauern
deutsche Geschichte erzählen. Nach dem Vortrag im Plenarsaal hatten wir ein hochinteressantes Gespräch mit Matthias
Schmidt, einem Mitglied des Bundestags-Sportausschusses.
Mittags folgten wir alle der Einladung unseres Trainers Sven
Timmermann auf eine Berliner Currywurst. Danach freuten wir
uns schon auf den Wettkampf „Berlin fliegt“, wo wir von den
VIP-Plätzen aus den Stabhoch- und Weitsprung-Wettbewerb
zwischen den USA, Frankreich, Russland und Deutschland vor
dem Brandenburger Tor ansehen konnten. Was für tolle Plätze
wir hatten, zeigt das obige Panoramafoto. Zum großen Vergnügen des Publikums sicherten Malaika Mihambo, Christian
Reif und Karsten Dilla dem deutschen Team den Sieg. Nach
dem Wettkampf entdeckten wir noch unsere Vorliebe zu Fotos
mit den Bären von Berlin.
An unserem letzten Tag besuchten wir zunächst den berühmten Glockenturm am Olympiastadion. Anschließend begann unser Highlight des Wochenendes: Das Internationale
Stadionfest Berlin, kurz: ISTAF, das zur World Challenge gehört,
einer Serie von 14 hochkarätig besetzten Meetings. Wir bekamen erstklassige Wettkämpfe geboten, die sogar manchmal
Gänsehaut verursachten. Einer von diesen Momenten war
jener, als der Ur-Berliner Robert Harting den Diskusring betrat und das ganze Stadion zum Jubeln brachte. Doch diese
einzigartige Stimmung sollte noch gesteigert werden. Beim
Hammerwerfen der Frauen gab es einen engen Kampf
zwischen der Deutschen Betty Heidler und der Polin Anita
Wlodarczyk. Zumindest im ersten Durchgang. Doch dann
wurden wir Zeuge, wie Wlodarczyk den Hammer auf die neue
Weltrekordweite von 79,58 m schleuderte. Feuerwerk und
große Emotionen im Olympiastadion. Aber auch ein bisschen
Trauer, da Betty Heidler ihren Rekord los war. Es war dennoch
ein toller Abschluss von einem tollen Wochenende in Berlin!
Ganz herzlich möchten wir uns bei den Freunden der Leichtathletik und insb. unserem Stadtführer Roland bedanken!
'-('& "*'&,*'&'/%%"
!"&!!'
("!!!%!%"&"""
$#%'("&("%".%("')+(*%"
Heft 4/2014 Leichtathletik INFORMationen
16
Barcelona-Rieti-EUGENE!
Die Familie eines Nachwuchsathleten sollte schon etwas reiselustig sein, um ihn bei Wettkämpfen
unterstützen zu können. Wie zum Beispiel bei FREUNDE-Mitglied Tim Nowak. Die U23-EM findet
im kommenden Jahr in Tallinn statt …
„Eugene??? Was wollen Sie denn in Eugene?“ Diese Frage
hörten wir nicht nur einmal. Nett sind sie, die Amerikaner
im Nordwesten der Staaten. Und egal was wir gerade gemacht haben, im Restaurant oder auch nur im Coffeeshop, sie
wollten wissen wie es uns geht, was wir gemacht haben und
was wir noch vorhaben. Aber warum wir nach Eugene reisen,
das wollte keiner so recht verstehen. Unsere Erklärung: „World
Junior Championship“ und unser Sohn ist einer der Athleten!
Ansonsten ist Eugene wohl eher nicht das Highlight einer
Amerikareise.
Sie unterscheiden sich, die internationalen Meisterschaften.
Kamen wir vor zwei Jahren noch unverhofft und ziemlich
kurzfristig nach Barcelona, nachdem sich Tim als 16jähriger
qualifiziert und internationale Erfahrung sammeln sollte, so
waren doch die Erwartungen an ihn im Jahr darauf bei den
Europameisterschaften in Rieti deutlich höher gesteckt. Die
Austragungsorte hätten nicht unterschiedlicher sein können.
Von der pulsierenden Hauptstadt Kataloniens ins beschauliche Rieti in der Mitte Italiens, wo Tourismus eine eher untergeordnete Rolle spielt. Olympiastadion kontra Landidylle.
Beides hatte seinen Reiz. Und auch 2014 zeichnete es sich ab,
dass das Ziel „WM“ erreicht wird. Die Qualifikation schaffte Tim
bereits beim Mehrkampfmeeting in Ulm – jetzt hieß es nur
noch gesund und verletzungsfrei bleiben. Für uns als Eltern
war es klar, dass wir im Falle einer WM-Teilnahme auch dieses
Mal wieder dabei sein wollten, so wie wir bis jetzt immer an
den Wettkämpfen unseres Sohnes teilgenommen hatten. Und
so hatten wir uns die Zeit im Juli schon einmal vorsichthalber
als Urlaub reserviert. Unsere Reise traten wir dann einige Tage
vor der Nationalmannschaft an und verbrachten eine Woche
Urlaub in Seattle und Portland. Einer unserer Tagesausflüge
war der Besuch der Nationalmannschaft auf dem Campus in
Salem. Hier war Akklimatisieren für die jungen Athleten angesagt, schließlich hatten wir eine Zeitumstellung von minus
neun Stunden. Ein Muss war natürlich der Besuch im NikeOutlet ganz in der Nähe. Viele der Athleten nutzten das tolle
Angebot. Noch war alles sehr locker und entspannt, bis es
dann nach Eugene weiter ging. Die Temperaturen lagen fast
jeden Tag deutlich über 30 Grad, was auch für diese Region
ungewöhnlich heiß war. Und es regnete nicht! Angeblich ist
die Regenwahrscheinlichkeit in Oregon sehr hoch. Ab Montag
stieg die Spannung. Bald war es soweit. Tims Schwester war inzwischen auch eingetroffen. Sie durfte natürlich bei so einem
wichtigen Wettkampf nicht fehlen.
Zunächst mussten wir uns orientieren. Wie lange brauchen wir
bis zum Stadion, gibt es dort Parkplätze? Alles kein Problem.
Die ganze Stadt war im Leichtathletikfieber. Sie führt den
Namen Tracktown zu Recht. Überall Plakate und Werbung für
die WM: Heute die Stars von Morgen sehen! Auf dem Plakat
der junge Usain Bolt. Das Stadion, ein Traum, auch wenn wir es
einen Tag vorher nur von außen anschauen durften. Klingt ja
auch gut: Historic Hayward Field. Die Wege waren kurz für die
Athleten. Der Universitätscampus diente als Unterkunft, einfach zwar, mit Etagenklo und -dusche, aber das Feeling war
wie in einem olympischen Dorf. Dann endlich der erste Wettkampftag. Morgens 8:00 Uhr – es regnet! Eugene ist leider
bekannt dafür, dass es viel regnet, aber ausgerechnet jetzt
hätte das ja nicht sein müssen. Okay, das Wetter beruhigte sich
wieder, es war zwar durchwachsen, aber einigermaßen warm.
Im Stadion angekommen, stellten wir fest, dass nur am Abend
Eintrittskarten benötigt werden. Ärgerlich, denn wir hatten
viel Geld dafür ausgegeben und das wäre nicht nötig gewesen.
Die Schweizer waren auch schon da, mit Kuhglocken und absolut in der Überzahl. Warum sind wir Deutschen nur immer
alleine und schaffen es nicht, auch mal zusammen zu sitzen
und unsere Athleten so anzufeuern wie andere Nationen.
Um 10:25 Uhr gingen 34 Zehnkämpfer in 4 Läufen an den Start.
100 m Sprint, die erste von zehn Disziplinen. Dieses Mal war
17
Leichtathletik INFORMationen Heft 4/2014
Geteilte Freude ist doppelte Freude: Cedric Dubler (AUS) und Tim Nowak gewannen Silber und Bronze (unten). Mit den Ergebnissen von Stab- und Hochsprung (4,70
bzw. 2,03) konnte Tim hoch zufrieden sein; beide Höhen bedeuteten jeweils eine Persönliche Bestleistung.
Fotos: Christel Nowak
ich aufgeregt wie nie zuvor, schaffte es kaum, ein brauchbares
Foto zu machen. Die Zeit 11:09 sec. So schnell war Tim dieses
Jahr noch nicht, damit konnte man schon mal zufrieden sein,
obwohl sich Platz 19 erst einmal nicht so gut anhörte. Im anschließenden Weitsprung wurde schon deutlich, auf welchem
Niveau sich dieser Zehnkampf befand. Viele der Jungs sprangen
weit über die 7 m Marke. Als dann die Anzeigetafel bei Jiri Sykora
7,98 m angezeigt hat, postete ich auf Facebook: „Wahnsinn –
was hier für Weiten gesprungen werden!“ Allerdings stellte sich
heraus, dass dies ein Messfehler war und die Weite wurde auf
7,35 m korrigiert. Tim steigerte sich im dritten Versuch auf eine
neue Bestleistung von 7,16 m und schob sich auf den 14. Platz
nach vorne. Entspannt blickten wir auf das Kugelstoßen, eigent-
lich eine Disziplin, in der Tim viele Punkte holt. Ganz so klappte
es aber nicht. 14,47 m sind zwar nicht so schlecht, aber wenn
es um eine Medaille bei einer Weltmeisterschaft geht, sollte es
doch ein bisschen mehr sein.
Zufrieden war er damit nicht, aber immerhin schob er sich auf
Platz 11 nach vorne. Nun war erst einmal Mittagspause angesagt,
bevor es am späten Nachmittag mit dem Hochsprung weiterging. Wieder im Stadion angekommen, stellten wir fest, dass
der Wettkampf schon angefangen hatte, da die Startzeit verändert worden war. Gerade noch rechtzeitig sicherten wir uns
einen Platz, um zu verfolgen, wie Tim wunderschön eine Höhe
nach der anderen im ersten Versuch sprang. Nur bei 2,03 m fiel
die Latte einmal. Das war Balsam für die stark beanspruchten
Nerven der Mutter. Völlig relaxed konnte ich fotografieren und
die neue Bestleistung von 2,03 m genießen. Immerhin war er
nun schon auf Platz 7 vorgerückt. Keine Verbesserung brachte
der abschließende 400 m-Lauf. Ganz locker sah es nicht aus,
aber der Rückstand schrumpfte trotzdem etwas zusammen.
Erst am nächsten Morgen erfuhr ich, dass er wohl zu viel Sonne
(trotz des bewölkten Himmels) abbekommen hatte und am
Abend noch behandelt werden musste, damit der Elektrolytenhaushalt wieder in Ordnung war.
Eine unruhige Nacht lag hinter uns als der zweite Wettkampftag mit dem 110 m Hürdensprint startete. Pfützen standen
auf der Laufbahn, es war kalt. Trotzdem klappte die Lieblingsdisziplin mit einer Saisonbestleistung von 14,14 sec. Was
beim Hürdensprint kein Problem ist, mutiert beim Diskuswurf
dazu. Ein nasser Ring ist für Tim der Horror! Aber die meisten
Athleten hatten ein Problem damit. Fazit nach der siebten
Disziplin: Platz 4 und nur noch 45 Punkte von der Bronzemedaille entfernt. Beim Stabhochsprung sollten die Nerven
wieder strapaziert werden. Aufgrund seines Qualifikationswettkampfes, bei dem er bei 4,30 m aufgehört hatte, um sich
zu schonen, wurde er in die schlechtere Gruppe eingeteilt
und wartete somit 2,5 Stunden bis er endlich bei 4,30 m einsteigen konnte. Die meisten seiner Mitstreiter in dieser Gruppe
scheiterten bei weit niedrigeren Höhen. Der einzige Vorteil
war, dass es nicht mehr so stark regnete. Der Speer flog im
Anschluss dann gleich beim ersten Versuch 59,74 m weit und
sicherte so den 3. Platz deutlich mit 174 Punkten Vorsprung
auf den 4. Rang. Jetzt hieß es „nur“ noch laufen. Die unbeliebte
letzte Disziplin über 1500 m. Er war platt. Immer wenn er den
Kopf in den Nacken nimmt, weiß ich das und dann leide ich
mit. Da hilft nur anfeuern – der deutsche Block hat das super
gemacht. Aber letztendlich entscheiden diese letzten Kräfte
über die Endpunktzahl. Leider fehlten 20 Punkte zum ersten
8.000er. Aber den 3. Platz beim besten U 20-Zehnkampf aller
Zeiten zu erreichen, das ist doch was. Und die Ehrenrunde war
ihnen in diesem Jahr gegönnt. Mal sehen, wohin die Reise
geht – Tallinn soll ja eine sehr schöne Stadt sein…
Christel Nowak
Heft 4/2014 Leichtathletik INFORMationen
18
Leichtathletikinformationen
Deutsche Hallenmeisterschaften am 21./22. Februar 2015 in Karlsruhe
Nicht wie in den letzten Jahren die Europahalle in Karlsruhe, sondern die Messe mit der dmarena ist Austragungsort der DHM 2015. Der Veranstalter hat sich dafür eigens eine Rundbahnen mit 6 Laufbahnen angeschafft. Somit steht der Weg offen für weitere Leichtathletikhighlights in der Fächerstadt.
Wie immer sitzen die FREUNDE auch bei dieser Veranstaltung auf den besten Plätzen. Kombikarten für beide Tage können bei unserer Geschäftsstelle bestellt werden; die Zusendung
erfolgt dann wenige Tage vor der DHM. Der Kartenpreis für die I. Kategorie, Block H (auf Zielhöhe) beträgt 35 €.
Als FREUNDE-Unterkunft bieten das 4*-Hotel Renaissance an. Es befindet sich im Stadtzentrum, in 5 min vom Hauptbahnhof (Vorplatz) mit der Straßenbahn zu erreichen. Die Haltestelle „Rüppurer Tor“ befindet sich direkt vor dem Hoteleingang. Von dort kann auch die
Messe angefahren werden. Parkplätze im/am Hotelgelände gegen Gebühr. Die FREUNDEPreise betragen 79 € für das EZ, 89 € das DZ incl. Frühstück. Zu diesem Sonderpreis sind
die Zimmer nur bis zum 15. Dezember buchbar. Sollte das Kontingent ausgeschöpft sein,
könnten andere Preise gelten. Kontakt: karlsruhe-reservation@renaissancehotels.com oder
0721 3717 381.
(Foto: KMK)
Hallen-Europameisterschaften vom 6. bis 8. März in Prag
Den FREUNDEN war es gelungen, sich sehr frühzeitig ein begrenztes Kontingent für die EM
in Prag zu sichern. Die ersten 50 Dauerkarten in den Reihen 4-7 der Gegengeraden zum Preis
von günstigen 55 € waren innerhalb weniger Tage vergriffen. Auch ein weiteres FREUNDEKontingent wurde schnell von unseren Mitgliedern angenommen, alle Karten sind inzwischen vergriffen. Der Vorverkauf in Prag läuft für die Veranstalter erfreulich gut, nicht zuletzt wegen der aus westeuropäischer Sicht günstigen Kartenpreise. So sind die Finaltage
Samstag und Sonntag bereits komplett ausverkauft. Daher konnten wir trotz Bedarf bei
unseren Mitgliedern keinen „Nachschlag“ erwerben.
Interessenten können online versuchen, Einzeltickets unter: www.ticketportal.cz zu kaufen.
Angebotene Sprachen sind nur tschechisch und englisch. Für mögliche Fragen steht unser
Reiseexperte Siegmund Lipiak, Telefon 0203/ 772933 oder Siegmund.Lipiak@gmx.de gerne
zur Verfügung.
Eine weitere Möglichkeit ist, den Sportreisespezialisten Vietentours zu kontaktieren unter:
www.vietentours.de oder Tel. 0211/177000.
Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften am 25./ 26. Juli 2015 in Nürnberg
Nach 2008 ist Nürnberg am 25. und 26. Juli 2015 wieder Austragungsort der Deutschen
Leichtathletik-Meisterschaften. Auch im Grundig-Stadion haben wir für unsere Mitglieder ein
Kontingent Eintrittskarten der besten Kategorie reservieren können. Eine Dauerkarte kostet
55 € plus Porto, Rentner 49,50 € plus Porto. Die Karten sind telefonisch oder per E-Mail über
unsere Geschäftsstelle bis spätestens 15. Juni 2015 zu bestellen.
Im Best Western Hotel Nürnberg, im Herzen der Stadt, konnten wir ebenfalls ein Abrufkontingent vereinbaren. Das 3*-Hotel am Hauptbahnhof liegt nur 10 min von der berühmten Altstadt entfernt. Die Einzelzimmer kosten 69 €, das Doppelzimmer 89 €, jeweils
incl. Frühstück. Die Zimmer können unter dem Kennwort „Freunde der Leichtathletik“ bei
info@nuernberg-bestwestern.de oder tel. unter 0911 9444 0 gebucht werden. Das Kontingent
ist begrenzt, daher wird eine frühe Buchung empfohlen.
Deutsche Jugend-Meisterschaften in Wattenscheid: Mitglied Nr. 1.000 aufgenommen
Schatzmeister Sepp Anthofer konnte während der DJM freudestrahlend Hans-Günther Arndt
(Jg. 1956) als neues FREUNDE-Mitglied begrüßen. Der frühere Schwimmer, Turner, Squasher
und „mit nur mäßigem Erfolg auch Mittelstreckler“ ist inzwischen interessierter Kenner der
Leichtathletik-Szene in und um die Landeshauptstadt Düsseldorf. Auslandsreisen stehen bei
ihm zwar ständig auf der Tagesordnung, aber mehr aus beruflichen Gründen, selten zu internationalen Leichtathletikveranstaltungen. Das will er in einigen Jahren ausgiebig ändern,
denn die Rente kommt mit großen Schritten näher – dann möchte der Leichtathletikfan
seinen Terminkalender auch nach großen Meisterschaften ausrichten. Solange aber beobachtet er, wie sich in den kommenden Jahren zum Beispiel die zahlreichen Talente beim
ART Düsseldorf entwickeln und drückt dabei die Daumen.
19
Leichtathletik INFORMationen Heft 4/2014
Vereinigung Ehemaliger Leichtathleten e.V.
gegründet 1946
1. Vorsitzender: Jörg Lawrenz, Steenkoppel 17, 24598 Boostedt, Telefon: (04393) 972673
2. Vorsitzender: Peter Laufer, Ziegeleistr. 2, 15345 Altlandsberg-Gielsdorf, Telefon: (03341) 25136
Redaktion:
Frank Scheffka, Oldenburger Str. 153, 27753 Delmenhorst,
Telefon: (04221) 5877925 bzw. (0179) 7413879
VEL-Treffen 2015 in Fulda
Liebe Freunde, wie gewohnt und von mir auch in der letzten Zeitung „angedroht“, erhaltet ihr nunmehr alles Wissenswerte zu
unserem Treffen in Fulda. Unser Hotel liegt zentral in der Altstadt und heißt - wie am Namen erkennbar: Altstadthotel Arte, Doll
2-4, 36037 Fulda (Telefon: 0661-25029880, E-Mail: empfang@altstadthotel-arte.de. Aber keine Sorge, das Haus ist modern und
zeitgemäß.
Auch in 2015 haben wir einen Hotelpreis nur für Übernachtung und Frühstück vereinbart. Wir möchten allen Teilnehmern die
Möglichkeit bieten, je nach Gusto á la carte viel oder weniger zu speisen. Unsere Mahlzeiten: Frühstück, Mittag (optional) und
das Abendessen/Festabend werden wir im angeschlossenen Hohmanns Brauhaus einnehmen, das sich auf der anderen Straßenseite befindet.
Bevor ich einen kurzen Abriss über das geplante Programm gebe, noch einen wichtigen Hinweis. Auch dieses Hotel hat natürlich Stornobedingungen und bietet die Möglichkeit einer Hotel-Stornoversicherung (bis 42 Tage vor Anreise ist eine Stornierung
kostenfrei). Vielleicht in Erwägung ziehen.
Wir haben geplant: Donnerstag: Anreise, Begrüßung, Abendessen usw. Freitag: große Stadtführung, freier Nachmittag und
nach dem Abendessen die Mitgliederversammlung. Samstag: Busrundfahrt durch die Hessische Rhön und Festabend. Sonntag
heißt es dann wieder Abschied nehmen.
Nun, liebe Freunde und hoffentlich Teilnehmer: füllt bitte das Anmeldeformular aus und sendet es direkt an das Hotel. Bitte die
Meldefrist 01.Februar einhalten! Für mich bleibt jetzt nur zu warten, welche angemeldeten Teilnehmer mir das Hotel meldet. Ihr
seid nun gefordert.
Euer Jörg Lawrenz
Wichtig: Letzter Termin ist der 01. Februar 2015 Zimmer, die bis zu diesem Termin nicht abgerufen
wurden, fallen in den freien Verkauf zurück !
Bitte das Anmeldeformular im Briefumschlag an: Altstadthotel Arte, VEL-Treffen, Doll 2-4, 36037 Fulda
Zum VEL-Treffen vom 23. – 26. April 2015 melde(n) ich/wir uns hiermit verbindlich an und bitte(n) um Reservierung von
(bitte Zutreffendes ankreuzen):
F einem Doppelzimmer
F einem Einzelzimmer
Die Kosten pro Person für Übernachtung mit Frühstücksbuffet betragen (Do-So):
DZ: 158,50 EURO (Gesamt 317,00 EURO)
EZ: 227,50 EURO
Ich/Wir komme(n) vom
F Donnerstag bis Sonntag (23. – 26. April 2015)
F vom
Ich/Wir komme(n) mit
Vorname, Name:
F der Bahn
bis
F dem PKW (Parkgebühr pro Tag/Nacht 10,00 EURO)
Telefon:
für eventuelle Rückfragen bitte unbedingt angeben
Straße:
Ort, Datum
PLZ, Ort:
Unterschrift
Heft 4/2014 Leichtathletik INFORMationen
20
Unsere Geburtstagskinder
Januar 2015
2.
4.
8.
10.
15.
Martin Lauer — Hardtstr. 41, 91207 Lauf
Walter Mahlendorf — Winzerstr. 10. 44879 Bochum
Rosemarie Lawrenz — Grassoweg 2a, 14109 Berlin
Claus Bartels — Berlepschstr. 11, 36124 Eichenzell
Gudrun Löffler — Cronschwitz 44a, 07570 Wünschendorf
78
80
82
79
77
21.
22.
23.
25.
26.
Heinrich Schlicksupp — Göhrenstr. 20, 76199 Karlsruhe
Charly Blümmel — Mehlemer Str. 18, 53179 Bonn
Hilke Windh — Bodelschwinghweg 8, 26384 Wilhelmshaven
Ludwig Müller — Sollingweg 20, 34277 Fuldabrück
Inge Utecht — Friedhofstr. 10, 13053 Berlin
89
82
82
83
89
Februar 2015
7. Karl-Heinz Schmalz — Brunnenstr. 14, 56075 Koblenz
8. Renate Bähr — Max-Planck-Str. 30, 38440 Wolfsburg
11. Evelyn Hennig — Haidgraben 21, 85521 Ottobrunn
84
81
76
17. Willi Holdorf — Poststr. 29b, 24239 Achterwehr
19. Edith Schiller — Ägidienstr. 2, 36100 Petersberg
75
81
März 2015
3.
3.
10.
10.
14.
14.
16.
16.
17.
20.
24.
27.
27.
29.
31.
Irmgard Bonah — Auf dem Forst 31, 56077 Koblenz
Karl Eyerkaufer — Vogelsbergstr. 17, 63477 Maintal
Walter Beienburg — Golzheimer Weg 44, 50171 Kerpen
Bruno Peugler — Wilhelm-Albrecht-Str. 5, 91781 Weissenburg
Bärbel Reinnagel — Bernkasteler Str. 3a, 13088 Berlin
Karl-Heinz Thimm — Markusstr. 21, 44265 Dortmund
Gerda Ida — Niederstr. 10, 46509 Xanten
Günter Malcher — Klingenthaler Str. 64b, 08265 Erlbach
Olaf Lawrenz — Grassoweg 2a, 14109 Berlin
Friedel Schirmer — Adolf-Schweer-Str. 22, 31655 Stadthagen
Tosca Oberst — Rabaliattistr. 6, 68723 Schwetzingen
Edeltraut Keller — v.-Stauffenberg-Str. 9, 78554 Aldingen
Willi Grünsfelder — Brückenstr. 62, 53842 Troisdorf
Lilo Paggen-Püll — Buschstr. 158, 47800 Krefeld
Dr. Hans-Joachim Hennig — Haidgraben 21, 85521 Ottobrunn
80
75
91
88
80
90
80
81
84
89
95
79
85
88
86
31. Wilhelm-Rüdiger Böhme — Habichthorst 6, 22459 Hamburg
76
Für immer sind von
uns gegangen
Prof. Erich Fuchs
1926 – 2014
Werner Nüssle
1934 – 2014
Guido Müller zum Dritten:
Weltsportler der Senioren
Guido Müller vom TSV Vaterstetten (M75) ist momentan nicht zu stoppen.
Wurde er vor kurzem durch den Europäischen Senioren Leichtathletik
Verband noch zum „European Best Master 2014“ gewählt, so entschied
Müller nun auch erneut die Wahl zum Senioren-Weltsportler des Jahres
2014 durch den Weltverband der Senioren-Leichtathletik. Nach 2004
und 2009 trägt er nun schon zum dritten Mal den Titel des „IAAF Masters
Athlete of the Year“.
Begründet wurde die Wahl unter anderem mit neuen Weltrekorden
über 400 m (62,40 sec) und über 300 Meter Hürden (49,65 sec). Bei der
Hallen-WM in Budapest gewann er die 60 Meter, 200 Meter, 400 Meter, 60
Meter Hürden und mit der 4 x 200 m-Staffel jeweils die Goldmedaille. Bei
den Europameisterschaften der Senioren in Izmir, gewann er sogar fünf
Einzeltitel und als Schlussläufer der 4 x 100 und 4 x 400 m-Staffeln zwei
weitere Goldmedaillen.
Seine Ehrung wird während der IAAF-Gala im Ende des Jahres in Monaco
erfolgen. Wir gratulieren unserem Guido Müller herzlich!
DS
21
Leichtathletik INFORMationen Heft 4/2014
Der Sport als Lebensretter
Franz Orgler zum 100. Geburtstag
In kommenden Jahr wird Berlin erstmals Austragungsort der
europäischen „Maccabi Games“. Die Zeit sei reif dafür, sagte Alon
Meyer, Präsident von Makkabi Deutschland, und nannte die Vergabe
an Berlin „ein starkes Symbol, am früheren Ort des Schreckens jetzt
das größte jüdische Sportereignis seit dem Krieg zu veranstalten“. Die
erste europäische Makkabiade fand 1929 in Prag statt. Einer der letzten Zeitzeugen aus den Anfangsjahren feierte im August seinen 100. Geburtstag: der einstige Leichtathlet
Franz Orgler. An ihn erinnert der Hannoveraner Sporthistoriker Prof. Lorenz Peiffer.
Am 22. August 2014 feierte Franz Orgler seinen 100. Geburtstag. Geboren in Wuppertal-Barmen wuchs er zusammen mit
drei Geschwistern auf. Sein Vater, Kurt Orgler, war ein angesehener Rechtsanwalt und genoss zusammen mit seiner
Frau Adele hohes Ansehen in der Wuppertaler Gesellschaft.
Ab 1931 war Kurt Orgler bis zu ihrer Auflösung Vorsitzender
der jüdischen Gemeinde Barmens. In einem Interview betont Franz Orgler, dass er in einer „sehr liberalen Familie“ aufgewachsen ist.
Unter der Leitung seines Trainers ‚Kopille‘ Pfeifer, zu dem er ein
fast väterliches Verhältnis entwickelte, wurde sein läuferisches
Talent schnell erkennbar und führte ihn in die deutschen Bestenlisten. Im Jahre 1933 erhielt er nach dem Gewinn der deutschen
Jugendmeisterschaft über 400 m und 800 m für seine ausgezeichneten Leistungen die goldene Nadel der Deutschen
Sportbehörde – dem Vorgänger des heutigen Deutschen
Leichtathletik-Verbandes. Seine Bestleitungen über 400 m und
800 m in diesem Jahre waren 50,6 sek. bzw. 1:58,8 min.
Franz Orgler war eine der großen Hoffnungen der deutschen
Leichtathletik zu Beginn der 1930er Jahre. Erst als 17-Jähriger
war er dem bürgerlichen Schwarz-Weiß Barmen beigetreten
und nach eigener Aussage das einzige jüdische Mitglied im Verein. Aber das war zu diesem Zeitpunkt noch ohne Bedeutung.
In der Rückschau auf den „Jüdischen Sport im Jahre 1933“
stellte die ‚Jüdische Rundschau‘ die außergewöhnliche
Leistungsentwicklung von Franz Orgler besonders heraus:
„Stellt man die Frage nach der effektiv größten Jahresleistung, so muß diese dem 18jährigen Franz Orgler (Hakoah
Köln) zuerkannt werden. Als einziger jüdischer Sportler nahm
er an dem Olympia-Vorbereitungskurs der Deutschen Sportbehörde teil, wobei er sich in einem 800-m-Prüfungslauf in
Duisburg als Bester erwies“.
Im Oktober 1933 hatte er sich entschieden, für den jüdischen
Verein Hakoah Köln zu starten, er trainierte aber weiterhin auf
dem ‚Mallack‘ bei Schwarz-Weiß Barmen unter seinem Trainer
‚Kopille‘ Pfeifer, der seine schützende Hand über ihn hielt. Zu
diesem Zeitpunkt gab es bereits Kräfte im Verein, die seinen
Ausschluss verlangten.
Aufgrund seiner guten Leistungen im Jahre 1933 wurde
der 19jährige Anfang März zu einem weiteren Olympiavorbereitungslehrgang eingeladen und am 1. Juli 1934 in die
Olympia-Kernmannschaft aufgenommen. Die Aufnahme
Heft 4/2014 Leichtathletik INFORMationen
22
jüdischer Sportler in die Kernmannschaft für die Olympischen
Spiele 1936 in Berlin ist als Zugeständnis der neuen nationalsozialistischen Reichssportführung an die internationale
Sportbewegung zu verstehen. Vor dem Hintergrund der
antisemitischen Politik der NS-Regierung wurden insbesondere in den USA immer mehr Stimmen laut, die Berliner
Spiele zu boykottieren.
Im Jahre 1934 gab es kaum eine Leichtathletikveranstaltung,
bei der Franz Orgler nicht an den Start ging. In den Zeitungen
wird über mindestens zehn lokale, regionale und nationale
Meetings berichtet, an denen er teilgenommen hat und in der
Regel startete er nicht nur über seine Spezialstrecke 800 m,
sondern auch über die 100 m, 400 m bis 1.000 m. Geradezu
euphorisch berichtete ‚Der Makkabi‘ über die Leistungen
des jungen Franz Orgler beim Tag des jüdischen Sports, dem
größten Hallensportfest in Frankfurt am Main: „Ein schlanker,
schwarzer Junge von 19 Jahren. Etwas schlaksig, etwas
nervös. Ohne Crackallüren, von sympathischer Bescheidenheit. Kein robuster Athlet, ein jungenhafter, graziler Läufer.
Langer Schritt, dem man die Schnelligkeit nicht anmerkt. Im
Spurt wird er noch länger. Hier merkt man, was in dem Jungen
steckt. Sicher hat er noch zu lernen. Er läuft noch zu wenig mit
dem Kopf. Es fehlt Routine und Rennerfahrung. Wird er gut geleitet, kann aus ihm etwas werden.“
Als er sich 1935 entschied, mit der deutschen Makkabimannschaft an der II. Makkabiah in Tel Aviv teilzunehmen, hatte ihn
seine Trainer zuvor auf die Konsequenzen seiner Entscheidung
hingewiesen: „Du musst wählen: entweder Du verzichtest auf
die Makkabiade und bleibst bei uns (…), oder Du fährst und
darfst nicht mehr zurückkommen auf unseren Sportplatz“.
Nach seiner Rückkehr aus Tel Aviv ging Franz Orgler trotz
der Warnung seines Trainers noch einmal zum Training, bemerkte jedoch sehr schnell, dass er von seinen alten Trainingskameraden geschnitten wurde. „Danach bin ich nicht mehr
hingegangen“, sagt er in einem späteren Interview. Mit seinem
Trainer Pfeifer hatte Franz Orgler später nur noch einmal telefonischen Kontakt.
Von diesem Tag an teilte Franz Orgler das sportliche Schicksal
der anderen jüdischen Sportler, die aus ihren ‚alten‘ Vereinen teilweise bereits in den ersten Wochen und Monaten
ausgeschlossen worden waren. Er hatte sich zwar mittlerweile dem von ihm mitgegründeten Hakoah Wuppertal angeschlossen, sein Training musste er aber in Zukunft selbst
organisieren und gestalten – eine für einen Leistungssportler seiner Klasse völlig unzulängliche Situation. Dazu verschlechterten sich auch die Trainingsbedingungen, denn der
Sportplatz, den die Hakoah-Sportler nutzen durften, lag „weit
außerhalb des Zentrums“. Trotzdem setzte er seine sportliche
Karriere fort und errang für seinen neuen Verein zahlreiche
Siege. Er war Deutscher Makkabimeister über 800 m in den
Jahren 1934-1937 und zeitweilig auch über 400 m und führte
in dieser Zeit immer die Bestenlisten des Deutschen Makkabikreises über beide Distanzen an.
Im Mai 1937 konnte er mit Hilfe des Makkabiverbandes dem
nationalsozialistischen Terror entfliehen und sich in Schweden
auf seine geplante Auswanderung nach Palästina vorbereiten.
Schweden sollte jedoch seine neue Heimat werden. Seine
Franz Orgler bei einem Wettkampf im Jahr 1935 (Fotos: Sammlung Herbert
Sonnenfeld © Jüdisches Museum Berlin, Ankauf aus Mitteln der Stiftung Deutsche
Klassenlotterie Berlin)
sportliche Karriere setzte Franz Orgler dort nach einiger Zeit
fort, denn im Jahre 1938 wurde er über 400 m mit 50,6 sek.
erneut in der Bestenliste als Erster geführt; nach 1945 taucht
Orgler (für einen Stockholmer Verein startend) auch wieder in
den deutschen Bestenlisten auf. Das sind zugleich die letzten
Informationen über Franz Orgler in einem in Nazi-Deutschland bzw. in Nachkriegs-Deutschland erschienenen Medium.
Im kollektiven deutschen Sportgedächtnis war und ist bis
zum heutigen Tag kein Platz für den hoffnungsvollen und
talentierten jungen jüdischen Leichtathleten aus WuppertalBarmen. 1947 erhielt er die schwedische Staatsbürgerschaft.
56 Jahre war er mit seiner aus Nordschweden stammenden
Frau verheiratet.
Auch seinen drei Geschwistern gelang rechtzeitig die Flucht
aus Nazi-Deutschland. Eva floh bereits 1933 nach Italien und
später nach Argentinien, Marie-Luise floh 1939 nach England
und Hans Joachim ebenfalls im Jahre 1939 nach Schweden.
Seine Eltern, Kurt und Adele Orgler, blieben in Wuppertal.
Kurt Orgler verlor im Jahre 1938 seine Zulassung als Rechtsanwalt. Am 20. Juli 1942 wurden Kurt und Adele Orgler nach
Düsseldorf verbracht und von dort ins Ghetto Theresienstadt
deportiert. Von Theresienstadt wurden sie am 28. Oktober
1944 ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort
vermutlich kurze Zeit später ermordet. Das genaue Todesdatum ist nicht bekannt. Am 20.07.2011 wurden vor dem ehemaligen Haus der Familie Orgler in Barmen in Gedenken an
das Schicksal von Kurt und Adele Orgler zwei Stolpersteine
verlegt.
Lorenz Peiffer
23
Leichtathletik INFORMationen Heft 4/2014
VEL-Museum
Sehr geehrte Leserinnen und Leser!
Wie in der vorigen Ausgabe bereits angedeutet, ist meine Familie und mit ihr auch das VEL-Museum in den vergangenen
Monaten umgezogen. Da die Telekom von Anfang Juli bis Ende Oktober braucht, um von kabel deutschland die Festnetznummer und somit auch den Internet-Anschluss übernehmen zu können, war ich während der Vorbereitungszeit dieser Ausgabe nahezu handlungsunfähig. Deshalb werden die angekündigten Rückblicksgeschichten noch einmal geschoben und auch
diese Museumsseite zeigt lediglich ohnehin geplante Fotos.
Frank Scheffka
/ŵǀŽŶŵŝƌƺďĞƌŶŽŵŵĞŶĞŶEĂĐŚůĂƐƐĚĞƐŶŝĞĚĞƌůćŶĚŝƐĐŚĞŶ^ƉŽƌƞŽƚŽŐƌĂĨĞŶdŚĞŽǀĂŶĚĞZĂŬƚďĞĮŶĚĞŶƐŝĐŚĂƵĐŚnjĂŚůƌĞŝĐŚĞŝůĚĞƌǀŽŶĚĞŶKůLJŵƉŝƐĐŚĞŶ^ƉŝĞůĞŶϭϵϳϮŝŶDƺŶĐŚĞŶ͕ĚŝĞŶĂƚƺƌůŝĐŚďĞŝǀŝĞůĞŶĞƚƌĂĐŚƚĞƌŶƌŝŶŶĞƌƵŶŐĞŶĂŶĚŝĞƐĞ
tĞƩŬćŵƉĨĞǁĂĐŚǁĞƌĚĞŶůĂƐƐĞŶ͘ŝĞŚŝĞƌĂďŐĞĚƌƵĐŬƚĞŶŚĂďĞŝĐŚŵŝƌŝŶnjǁŝƐĐŚĞŶǀŽŶĚĞŶ>sͲ'ŽůĚŵĞĚĂŝůůĞŶŐĞǁŝŶŶĞƌŶ
hůƌŝŬĞDĞLJĨĂƌƚŚ͕ŶŶĞŐƌĞƚZŝĐŚƚĞƌ͕/ŶŐƌŝĚDŝĐŬůĞƌͲĞĐŬĞƌ͕,ĞŝĚĞZŽƐĞŶĚĂŚů͕ŚƌŝƐƟĂŶĞ<ƌĂƵƐĞ͕,ŝůĚĞŐĂƌĚ&ĂůĐŬƵŶĚ<ůĂƵƐ
tŽůĨĞƌŵĂŶŶĚƵƌĐŚŝŚƌĞhŶƚĞƌƐĐŚƌŝŌĞŶǀĞƌĞĚĞůŶůĂƐƐĞŶ͘
Wir haben schon Sportgeräte gebaut,
da haben andere noch damit gespielt!
Wir haben schon Sportgeräte gebaut,
da haben andere noch damit gespielt!
&23&.*&4.2/1%&1.*&./$))&43&4.2&1&.
+/23&.,/2&."3",/(".
"13.&1
$)70&10/13(&173& &131*&#2-#
/334,.&1".%5&(
8.23&1
&,&'/.
&,&'"6 "*,*.'/20/132$)"&0&1%&
!&#55520/132$)"&0&1%&
Autor
Document
Kategorie
Uncategorized
Seitenansichten
24
Dateigröße
5 207 KB
Tags
1/--Seiten
melden