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"Rote Punkte" und "Räucherstäbchen"

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ZAHNÄRZTEKAMMER
;eh ienentherapie
folgreich, „denn das Proble m kann
auch ein Stockwerk höher seinen Anfang genommen haben, wie etwa bei
e iner Epilepsie". Und so betont er:
„Um de n Ursachen eine r Muskelverspannung auf die Spur zu kommen,
können in der Tat vie r bis fünf Facha rztd iszipline n gefragt sein."
Ein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen, sei das alles jedoch nicht. „Wir
als Zahnärzte sind nun einmal für die
Okklusionsstörung zuständig. Also
machen w ir uns akribisch auf die Suehe. Im übertragenen Sinne heißt das:
Wir beschäftigen uns mit dem versteckte n Himbeerke rn im Gebiss.
Dieses gemeine Ding, das den Patie nten nach de m Genuss der Torte so ungeheuer nervt, m üssen wir finden.
Und wenn Sie di e Störung beseitigt
haben, der Patient aber weiter Proble me hat, schicke n Sie ihn zu Kollegen andere r Disziplinen."
Außerdem empfiehlt M eyer, scho n bei
der Erstuntersuch ung die Risikofaktoren für Funktionsstörungen im Blick
zu haben. „Fragen Sie den Patienten,
ob er Stress hat oder d ie Zähne aus
irgendeinem Grund zusammenbeißen
muss." Dass dabei Feingefü hl angebracht ist, macht e r an einem Fall aus
seine r Klinik deutlich: Ein kleiner
Junge wurde seine einseitige n Gesichtsschmerzen erst los, nachdem ein e einzige zu hohe Am algamfüllung
korrigiert worden war. „Zum Problem
wurde die Okklusionss törung in diese m Fall, we il der Junge eben nicht
die Zähne zusammenbeißen konnte,
obwohl er Grund dazu hatte. Hie r wäre eigentlich ein Psychologe gefragt
gewesen, um die tiefere Ursache zu
beheben", betont er. „Abe r die ~a mi­
lie war zufrieden, dass die Schmerzen
auch nach sechs Monaten nicht w ieder auftraten. Sie hätte meinen Rat
Zahnärzteblatt Schleswig-Holstein 1Januar 2015
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Prof. Dr. Dr. Georg Meyer; Greifswald lieferte den Kursteilnehmern ein brillantes
Update der Funktions/ehre.
ohnehin abgelehn t. So konnte ich nur
durch die Blume auf die eigentliche
Ursache h inweisen, aber immerhin
aku t helfen." In d em Zusamm en ha ng
e rinn e rt er d aran, dass sich die muskulären Funktionsmuster be i Kindern
durch Knirschen herausbilden. Meyer
macht damit d eutlich , dass es auch
gilt, e ige ne Grenzen zu erkennen und
zu akzepti eren .
Wie man Parafu nktionen bewusst
macht, demonstriert d er Referent an
s ich selbst: Er klebt sich eine n roten
Punkt auf die eigene Stirn. „Geben Sie
Ihren Patiente n praktische Lebe nshi lfe auf de n Weg, di e nichts kostet. Das
rote Pü n ktchen am PC und übe rall,
wo Stresssituationen zu e rwa rten
sind, kann daran eri nnern, kleine Entspannungsübungen einzuschiebe n
und d e n Kiefer locker zu lasse n . Ich
brauche diese Punkte ja auch ! Und
seien Sie n icht zu streng. Zur Entspannung ist erlaubt, was hilft, sollte
Ihre Zusatzbotschaft laute n - und
wenn es Räu cherstäbchen sind ."
Auch von Irrungen und Wirrungen der Funktionsspezialisten
weiß Meyer zu berichten: „So wurde
doch e inst die retrale Kontaktposition
(RKP) als die einzige reproduzierbare
angesehen und der Ki efer zur Bissregistrierung forciert nach hinten gedrückt. Selbst ausgefe ilte Techn ik
kann unte r Umständen in die Irre führen. Wer viel misst, misst oft Mist."
Am Ende dieses ersten Teils steht ein
leidenschaftliches Plädoye r für die
Zahnerhaltung: „Zähne si nd taktile Instrumente. Mit ih re r Hilfe kann d er
Organismus ein vergessenes, aber ursprünglich ri chtig erle rntes Bewegungsmuster wiederbeleben. Ein Implantat könnte das nie mals leisten."
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