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Leseprobe zum Titel: Handelsblatt (14.01.2015)

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US Staat
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Stand: 22h00
G 02531 NR. 9 / PREIS 2,60 €
MITTWOCH, 14. JANUAR 2015
DEUTSCHLANDS WIRTSCHAFTS- UND FINANZZEITUNG
2
Abgeschmiert
THEMEN DES TAGES
Der fallende Ölpreis fordert erste Opfer: Die Aktien amerikanischer
Fracking-Firmen brechen ein, Anleihen könnten bald schon nicht mehr
bedient werden. Der einst boomenden Industrie droht eine Pleitewelle.
Gut eine Woche nach den Anschlägen von Paris üben Bundesregierung und Vertreter der Muslime in
Deutschland auf der Islam-Konferenz in Berlin den Schulterschluss.
In der Union wird über die Rolle
des Islams gestritten. Seite 6
Islam-Konferenz mit
Vertretern der Muslime
Astrid Dörner, Frank Wiebe
New York
Arbeiter in der Ölindustrie:
Niedrige Preise setzen
Fracking-Unternehmen
immer stärker unter Druck.
Für die neue EU-Kommission muss
der Abbau der Staatsverschuldung
in der Euro-Zone im Zweifel hinter
Wachstumszielen zurückstehen.
Wenn Euro-Staaten Investitionsausgaben mit neuen Schulden finanzieren, sollen die EU-Haushaltsregeln nur noch eingeschränkt
gelten. Das geht aus einer neuen
Mitteilung zur Auslegung des Stabilitätspakts hervor. Seite 8
www.fotex.de
Deutscher Bank drohen
rote Zahlen
schen Rohstoff AG, Thomas Gutschlag, der eine tiefgreifende Marktbereinigung erwartet.
Branchenschätzungen zufolge betrug die Schuldenlast der US-Fra-
Anteil der Energieunternehmen
am US-Junkbond-Markt
18 %
14 %
8%
2005
2010
2014
Handelsblatt | Quelle: JP Morgan
Energie-Anleihen
Prognose
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Ungarn 1100,00 FT
W
as Europäer bisweilen als Fluch
ansehen,
galt
Amerikanern lange Zeit als Segen:
Fracking, die Förderung von Schiefergas und -öl aus tiefen Gesteinsschichten. Der Boom der Technologie machte die USA vom Ölimporteur zum -exporteur, die niedrigen
Energiepreise trugen maßgeblich
zum jüngsten Aufschwung der USWirtschaft bei. „Wir sind mit einigen
unglaublichen Ressourcen gesegnet“, jubelte US-Präsident Barack
Obama im vergangenen März.
Damals lag der Preis der Ölsorte
Brent bei 100 Dollar pro Barrel (159
Liter), heute kostet das gleiche Fass
nur noch gut 45 Dollar. Die Folge:
Jüngst meldete der erste Schiefergasund -ölförderer Konkurs an, das texanische Unternehmen WBH Energy. Ein Kreditgeber wollte kein weiteres Geld mehr zur Verfügung stellen.
In der Fracking-Branche heißt es,
erst ab einem Barrel-Preis von mindestens 70 Dollar könne wieder profitabel gefördert werden.
WBH Energy dürfte kein Einzelfall
bleiben. „Ein großer Teil der Fracking-Gas-Produktion ist bei den derzeitigen Preisen nicht mehr wirtschaftlich“, warnt der britische
Fondsmanager Neil Woodford von
Woodford Investment Management.
„Die Investitionen in die Schieferölvorkommen in Colorado sind um 30
bis 50 Prozent zurückgefahren worden“, sagt der Vorstand der Deut-
EU-Kommission sägt
am Stabilitätspakt
cking-Industrie Ende des dritten
Quartals 2014 rund 200 Milliarden
Dollar – gut 55 Prozent mehr als im
Jahr 2010. Besonders brisant: Viele
Unternehmen haben ihre Expansion
mit hochverzinsten und entsprechend riskanten Anleihen finanziert.
Die Bonds der Öl- und Gasfirmen
machen derzeit rund 13 Prozent des
1,3 Billionen Dollar schweren Marktes für US-Hochzinsanleihen aus.
Woodford fürchtet bereits, dass ein
großer Teil der Schulden „jetzt möglicherweise nicht mehr zurückgezahlt werden kann“. Die US-Großbank Goldman Sachs rechnet eben-
falls mit Ausfällen, wenn der Ölpreis
auf rund 40 Dollar pro Barrel fällt.
Der Finanzmarkt jedenfalls sieht
schwarz. Der Aktienkurs von Goodrich Petroleum etwa ist binnen drei
Monaten um 62 Prozent eingebrochen, die Papiere von Continental
Resources verloren 34 Prozent.
Nur die deutschen Autofahrer haben Grund zur Freude: Schon diese
Woche könnte der Preis für einen Liter Diesel erstmals unter die magische Ein-Euro-Grenze rutschen.
Folgen des Ölpreisverfalls
Seiten 4, 5
Nach jüngsten Analystenschätzungen hat der Konzern im vierten
Quartal Verlust gemacht. Die Experten rechnen im Mittel der Prognosen mit einem Verlust vor Steuern von 170 Millionen Euro. Wegen
des schlechten Ergebnisses dürfte
es bei den Bonuszahlungen lange
Gesichter geben. Seite 28
KfW baut Vorstand um
und sucht Risikochef
Die staatliche Förderbank KfW will
im Vorstand das Amt des Finanzchefs vom Posten des Risikovorstands trennen und sucht deshalb
einen neuen Leiter für die Risikokontrolle. Eine Liste möglicher
Kandidaten existiert bereits. Der
amtierende Finanz- und Risikovorstand Bernd Loewen soll sich künftig um Finanzen und IT-Themen
kümmern. Seite 30
Bayern zahlt Rekordsumme
HALL OF FAME
Der Freistaat muss fast fünf Milliarden Euro an den Länderfinanzausgleich abgeben.
Hans Liebherr errichtete nach
dem Krieg den größten Baumaschinenkonzern im deutschsprachigen Raum mit heute mehr als
41 000 Mitarbeitern. Doch er war
nicht nur Unternehmer: Der begeisterte Tüftler entwickelte unermüdlich neue Produkte und
brachte sie in enger Zusammenarbeit mit den Konstrukteuren
zur Marktreife. Als Auszeichnung
für sein Lebenswerk nimmt ihn
das Handelsblatt posthum in die
„Hall of Fame der Familienunternehmen“ auf. Seiten 24 und 25
Axel Schrinner
Düsseldorf
E
iner der Lieblingsfeinde von Bayerns Finanzminister Markus Söder war bis vor
kurzem Klaus Wowereit. Die Hauptstadt
und ihr Regierender Bürgermeister lebten auf
Kosten des Freistaats, so der Vorwurf Söders.
Heute ist Wowereit Geschichte, doch das Problem bleibt bestehen: Bayern zahlte im abgelaufenen Jahr mit annähernd fünf Milliarden Euro
so viel Geld in den Länderfinanzausgleich wie
noch nie zuvor – und fast 3,5 Milliarden Euro
flossen davon nach Berlin an Wowereits Nachfolger Michael Müller. Dies erfuhr das Handelsblatt
aus Länderkreisen unter Verweis auf eine vorläufige Jahresabrechnung des Finanzausgleichs.
Der Länderfinanzausgleich dient dazu, die
unterschiedlich hohen Pro-Kopf-Steuereinnahmen der Länder auszugleichen. Bayern und
Hessen haben Verfassungsbeschwerde gegen
die Regeln eingereicht, weil sie sich überfordert
fühlen. Das bisherige System läuft 2019 aus, seit
vergangenem Jahr verhandeln die Länder über
eine Reform. Eine Einigung ist nicht in Sicht.
Im abgelaufenen Jahr durchbrach das Umver-
Der Bau-Herr
teilungsvolumen erstmals die Marke von neun
Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr stieg
es um sieben Prozent. Einen Großteil des gesamten Anstiegs musste Bayern finanzieren. Neben Bayern waren Baden-Württemberg, Hessen
und Hamburg Nettozahler, die übrigen zwölf
Länder profitieren von dem System. Rein rechnerisch zahlte jeder Bayer 385 Euro in den Finanzausgleich ein. Jeder Berliner bekam hingegen 1 016 Euro – „arm, aber sexy“ zahlt sich offenbar auch im Föderalismus aus.
Finanzausgleich auf Rekordniveau Seite 7
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