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Aktuelle Leseprobe KW 1/2015 - DWA

Einbetten
8. Jahrgang · Nr. 1 · Januar 2015 · 77157
Korrespondenz
Wasserwirtschaft
1/15
Wasser · Boden · Natur
www.dwa.de/KW
Anforderungen an
die Bewässerung
Kläranlagen und
Mikroplastik
WASSERGEWINNUNG
WRRL und
HWRM-RL
Nutzung von Wasserpflanzen
Sauerstoffanreicherung von
Sümpfungswässern
ENERGIEEFFIZIENZ/
MESS-, REGEL- UND
ANALYSETECHNIK
ENERGIEGEWINNUNG
BRAUCHWASSERNUTZUNG
Aufstiegsmonitoring in Geesthacht
Sedimentmanagement im Elbeeinzugsgebiet
Bayerisches
HochwasserschutzAktionsprogramm
WASSERAUFBEREITUNG
WASSERVERTEILUNG
MESSE MIT SYSTEM
QUALITÄTSSICHERUNG/
WISSENSCHAFT/
FORSCHUNG
ABWASSERTRANSPORT
ABWASSERBEHANDLUNG - KLÄRTECHNIK
BAULEISTUNG/
NO DIG BERLIN
IT-DIENSTLEISTUNG
FLOOD
MANAGEMENT
BERLIN
Kunststoffe in der
Umwelt
www.wasser-berlin.de
KURS 4. bis 6. März 2015, Kassel
Fließgewässer
– Moderne Gewässerentwicklung unter
komplexen Rahmenbedingungen
mit begleitender Fachausstellung
inkl. Exkursion
Themenblöcke
• Ökologische und hydromorphologische Grundlagen der
Fließgewässerentwicklung
• Umsetzungsstrategien und Erfolgskontrolle von Renaturierungsmaßnahmen im Zuge der Wasserrahmenrichtlinie
• Durchgängigkeit und Fischschutz an Wasserkraftanlagen
und Querbauwerken
• Rechtliche Anforderungen und Kosten
Im Anschluß an den ersten Veranstaltungstag findet ein Get
Together gemeinsam mit den Teilnehmern in der Ausstellung
des parallel stattfindenden WasserWirtschafts-Kurs P/1 „Entwässerungskonzepte/Sanierungsplanung“ statt.
10 % Frühbucherrabatt auf Anmeldungen
bis zum 21. Januar 2015
Der Besuch der beiden Veranstaltungen im Wechsel ist ohne
Aufpreis möglich. Weitere Infos zum WasserWirtschaft-Kurs
„Entwässerungskonzepte/Sanierungsplanung“ finden Sie in
der KA-Ausgabe 1/2015.
Foto: WAGU GmbH, Kassel
• Berücksichtigung konkreter anthropogener Randbedingungen, z. B. urbaner Raum-/Hochwasserschutz
Veranstaltungsort
Hotel La Strada · Raiffeisenstr. 10 · 34121 Kassel
Tel.: 0561 2090-0 · E-Mail: reservation@lastrada.de
Seminarleiter
Teilnahmegebühren
Prof. Dr.-Ing. André Niemann, Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft Uni Duisburg-Essen
DWA-Mitglieder: 725 €, Nichtmitglieder: 850 €
Preise für Studenten und Pensionäre auf Anfrage.
Einschließlich Seminarunterlagen und Tagesverpflegung.
Zielgruppe
Mitglieder der DACH-Verbände und des BWK erhalten
Mitgliedspreise.
Ingenieurbüros, Naturwissenschaftler, Behörden, Firmen
DWA . Renate Teichmann . Theodor-Heuss-Allee 17 . 53773 Hennef . Tel.: +49 2242 872-118 . teichmann@dwa.de . www.dwa.de
Für die Fachausstellung: Sarah Heimann · Tel.: 02242 872-192 · Fax: 02242 872-135 · heimann@dwa.de · www.dwa.de
ANMELDUNG
FA X 0 2 2 4 2 8 7 2 -135
WasserWirtschafts-Kurs O/7 „Fließgewässer“
vom 04.-06. März 2015, Kassel (10GB100/15)
Ich melde mich verbindlich an.
Ja, ich bin als Aussteller interessiert.
Bitte schicken Sie mir unverbindlich
Informationen zu.
Bitte lassen Sie mir unverbindlich Informationen
zukommen.
DWA Deutsche Vereinigung für
Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V.
Frau Renate Teichmann
Theodor-Heuss-Allee 17
53773 Hennef
·
E-Mail bildung@dwa.de
Teilnehmer, Vor- und Zuname, Titel
Firma/Behörde
Straße
PLZ/Ort
Tel./Fax
E-Mail
DWA-Mitgliedsnummer
Datum/Unterschrift
Ja, ich willige ein, künftig Informationen der DWA/GFA per E-Mail zu erhalten.
Mit meiner Unterschrift akzeptiere ich die AGB der DWA, die unter www.dwa.de/Veranstaltungen/AGB hinterlegt sind. Bei Bedarf schicken wir Ihnen die AGB gerne zu.
Editorial
2015 – Start im Zeichen
der Weiterentwicklung
„Gebraucht der Zeit, sie geht so schnell
von hinnen“, so lässt Goethe in Faust I
den Teufel Mephistopheles sagen. Und so
erging es auch mir und uns in der Wasser- und Abfallwirtschaft im Jahr 2014.
Einen Rückblick auf das Jahr 2014 hatte
an dieser Stelle im Dezember der DWABundesgeschäftsführer Johannes Lohaus
gegeben. Schauen wir nun in die Zukunft, so steht das Jahr 2015 für die
DWA im Zeichen der Weiterentwicklung.
Die DWA verfolgte und verfolgt dabei
das Ziel, ein klares Profil nach draußen
zu zeigen und für alle Mitglieder attraktiv zu sein, indem wir unsere Angebote
entsprechend ausrichten. Die Interessen
der Mitglieder liegen uns allen – den ehrenamtlich wie den hauptamtlich Tätigen – primär am Herzen.
Zur Weiterentwicklung der DWA soll
das in Bearbeitung befindliche Leitbild
Orientierung geben. Der Entwurf des
Leitbilds wurde in der Mitgliederversammlung im September 2014 in BadenBaden vorgestellt. Nach seiner Verabschiedung wollen wir daraus Ziele und
Maßnahmen ableiten, die unsere DWA
für die Zukunft fit macht. Die Zeitschriften der DWA werden darüber berichten.
Das Fundament unserer Facharbeit ist
das Regelwerk. Zusätzlich wollen wir
verstärkt aktuelle Fachdiskussionen aufgreifen wie zum Beispiel die Themen Hygiene, Mikroplastik, Nanomaterialien,
Nitrateinträge in die Umwelt, Neobiota
(das Einwandern standortfremder Arten,
was durch den Klimawandel begünstigt
wird). In unseren Zeitschriften KA und
KW befassen wir uns aktuell mit dem
Thema Mikroplastik. Im vorliegenden
Heft gibt es einen ersten einführenden
Überblick von Autoren des Umweltbundesamts und der TU Berlin. In den Meeren ist das Vorkommen von Plastikteilen
schon länger dokumentiert. Um die Dimensionen zu veranschaulichen: Eine
Studie die am 10. Dezember 2014 in der
Online-Zeitschrift „PLOS ONE“ veröffentlicht wurde, beziffert die Zahl der Plastikteilchen, die auf den Weltmeeren treiben, auf über fünf Billionen, die zusammen über 250 000 Tonnen wiegen sollen.
Spannend ist die Frage nach den Wirkun-
www.dwa.de/KW
gen und damit nach der Relevanz dieser
Entwicklung.
Eine weitere Stärke der DWA liegt in
der fachlichen Breite der Mitgliedschaft,
die sich über alle Ausbildungsebenen erstreckt. Die DWA ist dadurch prädestiniert, die Rolle eines Mittlers zwischen
Forschung und Praxis auszufüllen, und
zwar in beide Richtungen – Transfer von
Forschungsergebnissen in die Praxis und
Formulierung von Wünschen aus der betrieblichen Praxis an die Wissenschaft.
Ein wichtiger Schritt in diesem Prozess
war die Einrichtung der Stabsstelle „Forschung und Innovation“ und die deutliche Intensivierung der Zusammenarbeit
mit dem Bundesministerium für Bildung
und Forschung.
Hier wird auch gleichzeitig das Fundament für einen weiteren Schritt gelegt:
Die Rückspiegelung neuer Erkenntnisse
in Bildungsveranstaltungen. Die DWA
bietet bekanntlich ein umfassendes Angebot an Fort-und Weiterbildungsmöglichkeiten: ca. 400 Veranstaltungen jährlich von der Bundesgeschäftsstelle und
den sieben Landesverbänden. Diese decken 225 verschiedene Themen ab.
Ganz aktuell in diesem Zusammenhang ist die Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding zur Kooperation in Forschungsfragen zwischen
DVGW und DWA am 10. Dezember 2014.
Um ihre Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Wasserforschung zu intensivieren, werden beide Vereine den Water Innovation Circle (WIC) einrichten. Als nationale und internationale Innovationsund Austauschplattform soll dieser Arbeitskreis den Forschungsbedarf aus der
Praxis abbilden und den Transfer der
Forschungsergebnisse in die Praxis fördern. Mit dem Water Innovation Circle
wollen wir Synergiepotenziale systematisch erschließen und kontinuierliche Innovationsimpulse für die deutsche Wasserwirtschaft sicherstellen. Der Water Innovation Circle soll als Impulsgeber, Innovationstreiber und Transferdrehscheibe fungieren, um Forschung und Praxis
in der Wasserwirtschaft effektiv miteinander zu verbinden. Nur so kann das hohe Qualitätsniveau der deutschen Was-
serwirtschaft dauerhaft sichergestellt
werden.
Was ist noch zu erwarten im Jahr
2015? Der Welt-Wassertag am 22. März
steht unter dem Motto „Wasser und nachhaltige Entwicklung“. Alle Landesverbände der DWA führen ihre Landesverbandstagung durch, die DWA-Bundestagung
findet am 21. und 22. September in Berlin statt. Im März 2015 wird sich die
DWA an der Wasser Berlin International
beteiligen. Einen Code für kostenlose Eintrittskarten für DWA-Mitglieder wird der
Brief enthalten, mit dem die Beitragsrechnungen verschickt werden. Der deutsche Gesetzgeber wird sich weiter dem
Thema Klärschlamm widmen, die Düngeverordnung soll novelliert werden, das
Fracking wird gesetzlich geregelt, vielleicht wird auch endlich die Novellierung
der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen
(AwSV) abgeschlossen. Weitere Themen
sind beispielsweise die IT-Sicherheit wasserwirtschaftlicher Anlagen, die Freihandelsabkommen mit den nordamerikanischen Staaten oder die Verlegung von Kabeln in Abwasserrohren.
Es bleibt also spannend. Ich werde
wie üblich möglichst viele Landesverbandstagungen besuchen und hoffe, viele von Ihnen dort zu treffen. Allen DWAMitgliedern einen guten Start ins neue
Jahr, viel Erfolg und Zufriedenheit, beruflich wie privat. Man sieht sich.
Bauass. Dipl.-Ing. Otto Schaaf
Präsident der DWA
KW Korrespondenz Wasserwirtschaft · 2015 (8) · Nr. 1
1
2
Inhalt
1/2015
Editorial
2015 – Start im Zeichen der Weiterentwicklung . . . . . . . . . 1
Otto Schaaf (Köln)
Berichte
Seite 19
Um die in den vergangenen Jahren gestiegenen qualitativen
Anforderungen im Gewässer einhalten zu können, ist vor
der Einleitung von Sümpfungswässern des Tagebaus
Hambach in die Erft eine Sauerstoffanreicherung erforderlich. Die RWE Power AG, Köln, hat hierfür eine (RKV-)
Ringkolbenventil-Tauchkanalbelüftung vor der Einleitstelle
in Bergheim-Thorr für Mengen bis zu 4,5 m³/s konzipiert.
Die zweisträngig realisierte Anlage nutzt die feine Verdüsung hinter den RKV und die hydrostatische Druckerhöhung
nach dem Schacht-Tauchkanalprinzip zur Lösung von
Luftsauerstoff in Wasser mit einer zuverlässigen Sauerstoffanreicherung auf bis zu 9 mg/l bei Wassertemperaturen von
ca. 25 °C. Die Anforderungen an die Qualität des einzu­
leitenden Wassers können hiermit gut und sicher ein­
gehalten werden.
Beiträge in
KA – Korrespondenz Abwasser, Abfall 1/2015
D. Mechler: Bivalente Pumpentechnologie in der kommunalen Abwasserförderung – Einzigartige Abwasserförderanlage arbeitet zuverlässig seit Inbetriebnahme
C. Karpf: Modellierung der Abwasserexfiltration aus undichten Kanalnetzen
C. G. Bannick, K. Brand, M. Jekel, F. König, D. Miklos und
B. Rechenberg: Kunststoffe in der Umwelt – Ein Beitrag
zur aktuellen Mikroplastikdiskussion
M. Adomßent, H. Rode, H. Grunenberg und S. Burandt:
Was Ärzte und Pflegedienstmitarbeiter über Arzneimittelrückstände im Wasserkreislauf wissen und wie sie damit
umgehen – Ergebnisse einer Befragung von Beschäftigten
aus Einrichtungen des Gesundheitswesens
Statistisches Bundesamt und DWA-Arbeitsgruppe KEK-1.2
„Statistik“: Abwasser und Klärschlamm in Deutschland –
statistische Betrachtungen – Teil 2: Klärschlamm, Klärgas,
Rechen- und Sandfanggut
Arbeitsbericht der DWA-Arbeitsgruppe WI-1.2 „Benchmarking, Balanced Scorecard/Neue Steuerungsinstrumente“:
Wie können Kennzahlen bei der Unternehmenssteuerung
helfen? – Ein Praxisbericht aus der Wasserwirtschaft –
Teil 1: Grundlagen
KW Korrespondenz Wasserwirtschaft · 2015 (8) · Nr. 1
Stellungnahme des DWA-Haupt­ausschusses
Gewässer und Boden
Wassermengenwirtschaftliche Anforderungen an
die Genehmigung und Überwachung der urbanen
und landbaulichen Bewässerung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Kläranlagen und Mikroplastik
„Thementisch“ beim Fraunhofer UMSICHT . . . . . . . . . . . .
Die DWA auf der Wasser Berlin International
Ressourcenmanagement, Projektplanung,
Cybersicherheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Alexandra Bartschat (Hennef)
Viertes DWA-Wasserrahmenrichtlinienforum
zum Zusammenspiel von Wasser­rahmenrichtlinie
und Hochwasser­risikomanagementrichtlinie . . . . . . . . . . .
Michael Weyand (Essen)
Ökologisch und ökonomisch optimierte Nutzung
von Wasserpflanzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Andreas Zehnsdorf (Leipzig)
10
11
12
14
17
Gewässer und Boden
Sauerstoffanreicherung von
Sümpfungswässern mittels
Ringkolbenventil-Tauchkanalbelüftung . . . . . . . . . . . . . . . 19
Martin Pöss (Köln), Heiko Albrecht und
Ingo Schindler (Bergheim)
Wasserbau und Wasserkraft
Ergebnisse des Aufstiegsmonitorings
an Europas größter Fischaufstiegs­anlage
an der Elbe in Geesthacht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
Henrik Hufgard, Beate Adam und
Ulrich Schwevers (Kirtorf-Wahlen)
Das Projekt „ELSA“
Ein Instrument des integrierten Schadstoff-/
Sedimentmanagements im Elbeeinzugsgebiet . . . . . . . . . . 35
Ilka Keller und René Schwartz (Hamburg)
Rubriken
Spektrum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
Veranstaltungskalender . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54
Personalien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
www.dwa.de/KW
Hydrologie und Wasserbewirtschaftung
Bayerisches Hochwasserschutz-Aktionsprogramm
2020plus (AP 2020plus)
Ein „Plus“ auf der Basis von 14 Jahren Forschung
und Erfahrung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
Andreas Rimböck (Augsburg)
Wasserwirtschaft
Kunststoffe in der Umwelt
Ein Beitrag zur aktuellen Mikroplastikdiskussion . . . . . . . . 49
Claus Gerhard Bannick, Kathrin Brand, Martin Jekel,
Fabian König, David Miklos (Berlin) und
Bettina Rechenberg (Dessau-Roßlau)
DWA
Fachgremien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56
Landesverbände . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
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M -g
KW
Korrespondenz
Wasserwirtschaft
Seite 35
Die Untersuchung der Schadstoffsituation des Elbeeinzugsgebiets im Zuge des ersten Bewirtschaftungsplans gemäß
EG-Wasserrahmenrichtlinie ergab, dass kontaminierte
Sedimente der Elbe und ihrer Nebenflüsse bedeutsame
sekundäre Quellen von Schadstoffemissionen darstellen, die
bis in die Nordsee wirken. Eine Verbesserung der Belastungssituation ist nur durch ein ganzheitliches Sediment­
management im gesamten Elbeeinzugsgebiet möglich.
Hierzu zählen insbesondere Maßnahmen zur Schadstoff­
reduzierung im oberstromigen Flussgebiet. Zur Förderung
dieser Thematik wurde innerhalb Hamburgs das Projekt
„Schadstoffsanierung Elbsedimente – ELSA“ im Jahr 2010
eingerichtet und in 2014 verlängert.
Seite 42
Als Konsequenz aus dem Pfingsthochwasser 1999 hat
Bayern vor zwölf Jahren das Hochwasserschutz-Aktions­
programm 2020 angeschoben. Das Sommerhochwasser
2013 hat aufgezeigt, dass sich das Hochwasserschutz-­
Aktionsprogramm 2010 grundsätzlich bewährt hat. Mit den
in der Zwischenzeit durchgeführten Maßnahmen konnten
an vielen Orten größere Schäden verhindert werden.
Gleichzeitig bildete das Sommerhochwasser 2013 den
Auslöser dafür, das Hochwasserschutz-Aktionsprogramm zu
überprüfen und zum Hochwasserschutz-Aktionsprogramm
2020plus auszuweiten. Die Schwerpunkte liegen jetzt unter
anderem auf einem erweiterten Rückhaltekonzept und auf
dem Umgang mit dem Überlastfall.
Seite 27
Staustufen in großen Fließgewässern sollten stets an beiden
Ufern mit Fischaufstiegsanlagen ausgestattet werden, denn
nur dann steht allen Fischarten ein auffindbarer Wander­
korridor zur Verfügung. Dies hat das dreijährige Monitoring
an der neuen Fischaufstiegsanlage Geesthacht ergeben.
Weitere Erkenntnisse: Fische schwimmen teilweise
mehr­mals ein und wieder aus. Andere Arten passieren die
Staustufe ohne Nutzung der Fischaufstiegsanlage.
Bücher . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62
Veranstaltungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63
KW 2/2015
Industrie und Technik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63
Erscheinungstermin: 4. Februar 2015
Branchenadressen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64
Anzeigenschluss: 12. Januar 2015
Beilagenhinweis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
www.dwa.de/KW
KW Korrespondenz Wasserwirtschaft · 2015 (8) · Nr. 1
4
Spektrum
DVGW und DWA unterzeichnen
Forschungskooperation
Die Präsidenten des DVGW und der
DWA, Dietmar Bückemeyer bzw. Otto
Schaaf, haben am 10. Dezember 2014 in
Köln ein Memorandum of Understanding
unterzeichnet. Ziel der Grundsatzvereinbarung, die auch der DVGW-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Gerald Linke und
DWA-Bundesgeschäftsführer Johannes
Lohaus mitunterzeichneten, ist die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen
DVGW und DWA auf dem Gebiet der
Wasserforschung. Dazu werden beide
Vereine den Water Innovation Circle
(WIC) einrichten. Als nationale und internationale Innovations- und Austauschplattform soll dieser Arbeitskreis
den Forschungsbedarf aus der Praxis abbilden und den Transfer der Forschungsergebnisse in die Praxis fördern.
„Dies ist ein klares Signal von DVGW
und DWA: Mit dem Water Innovation
Circle wollen wir Synergiepotenziale systematisch erschließen und kontinuierliche Innovationsimpulse für die deutsche
Wasserwirtschaft sicherstellen“, erklärte
DVGW-Präsident Dietmar Bückemeyer.
Kooperationsprojekte von Forschungseinrichtungen mit der kommunalen
Wirtschaft und der herstellenden Industrie stünden hier im Fokus. Die Normungs- und Regelwerksarbeit von DVGW
und DWA seien ideal geeignet, die Forschungsergebnisse für die Anwender zu
bündeln und die Umsetzung sicherzustellen. Zudem repräsentiere die Mitgliederstruktur beider Vereine die gesamte
Bandbreite der Akteure im und entlang
des Wasserkreislaufes, so Bückemeyer.
„Die heute geschlossene Kooperationsvereinbarung trägt dazu bei, dass der
Forschungs- und Innovationsbedarf in
der Wasserwirtschaft zukünftig noch besser identifiziert und strukturiert werden
kann. In diesem Sinne soll der Water Innovation Circle als Impulsgeber, Innovationstreiber und Transferdrehscheibe
fungieren, um Forschung und Praxis in
der Wasserwirtschaft effektiv miteinander zu verbinden. Nur so kann das hohe
Qualitätsniveau der deutschen Wasserwirtschaft dauerhaft sichergestellt werden“, betonte DWA-Präsident Otto
Schaaf. Mit dem paritätisch und repräsentativ besetzten Water Innovation
­Circle werde eine Innovationsplattform
aufgebaut, mit der DVGW und DWA gemeinsame wasserwirtschaftliche Forschungspotenziale in den Bereichen Was-
DVGW-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Gerald Linke, DVGW-Präsident Dietmar Bückemeyer, DWA-Präsident Otto Schaaf, DWA-Bundesgeschäftsführer Johannes Lohaus (v. l. n. r.)
(Foto: Stadtentwässerungsbetriebe Köln)
serversorgung, Abwasserentsorgung und
Gewässerbewirtschaftung gebündelt in
Richtung der Fördermittelgeber kommunizieren. Die Institutionen und Fördermittelgeber würden beim Themen-Monitoring und Forschungstransfer partnerschaftlich beteiligt und frühzeitig mit­
einbezogen, so Schaaf abschließend.W
Bundesregierung will
­freiwilligen Verzicht von
Mikrokunststoffpartikeln
in Kosmetikprodukten
Kein Verbot, aber ein Dialog mit dem Ziel
des freiwilligen Ausstiegs aus der Nutzung von Mikrokunststoffen in Kosmetikprodukten; dieses Vorgehen hat die Bundesregierung in ihrer Antwort (Bundestags-Drucksache 18/2985) auf eine Kleine Anfrage der Grünen zu Erkenntnissen
über Mengen, Verbleib und Auswirkungen von Mikroplastik angekündigt. Die
Bundesregierung könne Umweltbelastungen, gegebenenfalls auch irreversible,
durch die in Kosmetikprodukten verwendeten Mikrokunststoffpartikel im Anschluss an den ordnungsgemäßen Gebrauch der Kosmetikprodukte, das heißt
beispielsweise auf dem möglichen Weg
in und durch Abwasserbehandlungsanlagen oder bei unmittelbarem Eintrag in
Gewässer jeder Art, nicht ausschließen,
heißt es zur Begründung in der Antwort.
Dem Vorsorgeprinzip folgend wirke sie
daher in einem Dialog mit der Kosmetikindustrie auf einen freiwilligen Ausstieg
KW Korrespondenz Wasserwirtschaft · 2015 (8) · Nr. 1
hin. Direkte Verbote über das Strafgesetzbuch oder über die REACh-Verordnung sind laut der Bundesregierung derzeit jedoch nicht möglich. Die Gesamtmenge von Mikroplastik in kosmetischen
Mitteln aus Polyethylen (PE) schätzt die
Bundesregierung auf jährlich rund 500 t
allein auf dem deutschen Markt. Welche
Mengen davon durch die Kläranlagen in
die Gewässer gelangen, sei hingegen
noch unklar. So zeigten Untersuchungen
in den Niederlanden eine starke Abhängigkeit von der jeweiligen Kläranlage.
Dort wurden zwischen 9 und 91 Partikel
je Liter behandeltem Abwasser in den
Kläranlagenabläufen gefunden.
www.gfa-news.de/gfa/webcode/
20141125_001
W
Talsperrensedimente bieten
Potenzial für Baustoffe
Aus Talsperren entfernte Sedimente können häufig durch vergleichsweise einfache Aufbereitungsschritte als Zuschläge
für Brennstoff verwendet werden. Dies
berichtet die Bundesanstalt für Geowissenschaften (BGR) auf Basis gemeinsamer Untersuchungen mit der Deutschen
Rohstoffagentur (DERA) und dem Lehrstuhl für Wasserbau und Wasserwirtschaft der RWTH Aachen. Die Verwendung des Baggerguts könnte die Kosten
der ohnehin erforderlichen Entsedimentierung minimieren. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Sedimente spezifisch entsorgt werden müssen. Die Stu-
www.dwa.de/KW
5
Spektrum
die ist in der Schriftenreihe „DERA Rohstoffinformationen“ erschienen und auf
der Internetseite der Deutschen Rohstoff­
agentur abrufbar:
www.deutsche-rohstoffagentur.de
W
Weltwassertag: „Wasser und
nachhaltige Entwicklung“
Der nächste Weltwassertag am 22. März
2015 steht unter dem Motto „Wasser und
nachhaltige Entwicklung“. Dies knüpft
daran an, dass im Jahr 2015 neue globale Ziele nachhaltiger Entwicklung verabschiedet werden. Verantwortlich ist in
diesem Jahr das UN-Entwicklungsprogramm UNDP, in Zusammenarbeit mit
UNESCO, UN-HABITAT, UNEP, der Weltbank und UN-DESA. Der Weltwassertag
ist ein Ergebnis der UN-Weltkonferenz
über Umwelt und Entwicklung 1992 in
Rio de Janeiro. Er wird seit 1993 begangen.
www.unesco.de/wassertag.html
www.un.org/en/events/waterday
W
Fracking-Gesetz
soll 2015 kommen
Die Gas-Fördermethode Fracking soll im
Jahr 2015 strikt reguliert werden. Wie es
in der Antwort der Bundesregierung
(Bundestags-Drucksache 18/2984) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis
90/Die Grünen heißt, sollte die Regelung
noch im Jahr 2014 vom Kabinett beschlossen werden. Bundestag und Bundesrat sollen sich 2015 damit befassen.
Bei der Regulierung werde der Schutz
der Gesundheit und der Umwelt im Vordergrund stehen, kündigt die Regierung
an.
www.gfa-news.de/gfa/webcode/
20141201_001
W
Rückkehr der Maifische
in den Rhein
Der Maifisch ist wieder im Rhein heimisch. Die seit 2008 jährlich im nordrhein-westfälischen und hessischen
Rheinabschnitt ausgewilderten Maifische
– rund 8,6 Millionen Jungfische – kehren
in großer Anzahl aus dem Meer in den
Rhein zurück. Mehr als 300 Maifische
seien beim Aufstieg in den Oberrhein
und die Zuflüsse Mosel und Neckar registriert worden, teilte das Umweltministe-
www.dwa.de/KW
rium von Nordrhein-Westfalen Ende November mit. Totfunde von offenbar abgelaichten Maifischen am Mittelrhein bei
Koblenz und am Oberrhein bei Philippsburg verstärkten die These, dass die Maifische sich auch wieder selbstständig vermehren.
W
Mikroplastik auch
in Schweizer Gewässern
Mikroplastik in Oberflächengewässern
wird auch in der Schweiz ein Thema. Die
ETH Lausanne hat im Auftrag des
Schweizer Bundesamtes für Umwelt
(BAFU) sechs Schweizern Seen sowie die
Rhone auf Mikroplastik untersucht. Ergebnis: In den meisten Proben der sechs
untersuchten Schweizer Seen und der
Rhone wurden Mikroplastik-Partikel
nachgewiesen. Obwohl die gemessenen
Konzentrationen keine direkte Gefährdung für Umwelt und Wasserqualität
darstellen, bezeichnet das BAFU die Vorkommen in den Gewässern als unerwünscht und sieht darin zudem einen
Verstoß gegen das geltende Verunreinigungsverbot der Gewässerschutzgebung.
Die ETH Lausanne hat für die Untersuchung zwischen Juni und November
2013 aus Genfersee, Bodensee, Neuenburgersee, Lago Maggiore, Zürichsee
und Brienzersee sowie aus der Rhone bei
Chancy an der Grenze zu Frankreich Proben entnommen. Diese Proben von der
Wasseroberfläche wurden auf das Vorkommen und die Art der Kunststoffpartikel mit einer Größe zwischen 0,3 und
5 mm untersucht. In 27 Proben fanden
die Forscher im Mittel circa 0,1 Mikroplastik-Partikel pro Quadratmeter Wasseroberfläche, wobei sieben Proben kein
Mikroplastik enthielten. Die Werte einzelner Proben zwischen und innerhalb
der Seen variierten stark, was auf Unterschiede in der Belastung der ufernahen
beziehungsweise uferfernen Zonen sowie auf zeitlich stark schwankende Einträge in die Seen hindeutet. So wurden
beispielsweise die höchsten Konzentrationen nach einem Gewitter gemessen,
was darauf schließen lässt, dass Mikroplastik von abfließendem Niederschlagswasser mitgeschwemmt wird. Die Bevölkerungsdichte im Einzugsgebiet hatte
keinen Einfluss auf das Ausmaß der Belastung. Zudem hat die ETH 33 Sandproben von den Stränden der Seen genommen. Hiervon waren zwölf frei von Mikroplastik. Die Belastung betrug im Mittel
circa 1000 Mikroplastik-Partikel pro
Quadratmeter. Der größte Teil des Mikroplastiks in den Proben (Wasser und
Strände) entfiel auf Kunststofffragmente,
vorwiegend aus Polyethylen (PE) oder
Polypropylen (PP), welche typischerweise in Verpackungen vorkommen. Die
zweithäufigste Kategorie bildeten
Schaumstoffe von Isolationsmaterialien.
Die gemessenen Konzentrationen zeigen
laut BAFU, dass natürliche organische
Partikel und somit potenzielle Nahrung
für planktonfressende Organismen gegenüber Mikroplastik überwiegen. Immerhin enthielten aber 3 von 40 untersuchten Fischen und acht der neun gefundenen und untersuchten Vogelkadaver im Verdauungstrakt kleine Mengen
an Mikroplastik. Aus diesen ersten Beobachtungen lassen sich aber nur schwer
Rückschlüsse ziehen. Gemessen am Gefährdungspotenzial stuft das BAFUI Mikroplastik gegenwärtig als kein vordringliches Problem für die Wasserqualität der
Schweizer Gewässer ein – im Gegensatz
zu Mikroverunreinigungen, beispielsweise durch Pestizide. Allerdings würden
Kunststoffe in den Gewässern nur sehr
langsam abgebaut, betont das BAFU weiter. Die Belastung der Gewässer mit Mikroplastik sei zudem unerwünscht und
tangiere das geltende Verunreinigungsverbot der Gewässer. Es seien daher
Maßnahmen an der Quelle nötig, um die
Belastung der Umwelt mit Kunststoff zu
verringern. Lösungen hierfür soll ein
runder Tisch aus Bund, Kantonen, Kommunen und der Kunststoffindustrie entwickeln.
www.gfa-news.de/gfa/webcode/
20141211_002
W
Evonik präsentiert Mikro­
plastik-Ersatz in Peelings
Mikroplastikartikel in Oberflächengewässern werden zunehmend ein Thema
für die Wasserwirtschaft. Eine der wesentlichen Quelle für die Einträge stellen
Körperpflegeprodukte dar. Abhilfe könnte hier von Seiten der Industrie selbst
kommen. Evonik Industries hat zwei
neue Produkte als Ersatz für Mikroplastik in Peelings vorgestellt. Die Spezialkieselsäuren Sipernat 2200 PC und Sipernat
22 PC sollen bereits von einigen Kosmetikfirmen verwendet werden. Die Spezialkieselsäuren ersetzen in den Peelings
die bisher verwendeten mikroskopisch
kleinen Polyethylen- und Polypropylenartikel.
W
KW Korrespondenz Wasserwirtschaft · 2015 (8) · Nr. 1
6
Spektrum
Vertonte Präsentation
zum TSM
Die DWA verdeutlicht den Nutzen und
Ablauf einer TSM-Prüfung jetzt auch mit
einer neu erstellten vertonten PowerPoint-Präsentation. Das Technische Sicherheitsmanagement (TSM) ist ein Verfahren zur Selbstüberprüfung von Unternehmen hinsichtlich der Qualifikation
und Organisation ihres technischen Bereichs. Es ist nach Sparten gegliedert und
wird von den technisch-wissenschaftlichen Vereinigungen getragen. Die Anforderungen an das Technische Sicherheitsmanagement werden für die jeweilige
Sparte in verschiedenen Merkblättern
definiert. Anhand von Leitfäden wird
überprüft, ob im Unternehmen die Anforderungen der jeweiligen Merkblätter
erfüllt sind. Der Nutzen des TSM liegt
auf der Hand: Das Bürgerliche Gesetzbuch formuliert in § 823 weitreichende
Schadensersatzpflichten bei vorsätzlicher oder fahrlässiger Verletzung von Gesundheit, Freiheit, Eigentum oder sonstiger Rechte Dritter. TSM hilft, Organisationsdefizite zu erkennen und Schwachstellen zu beseitigen, damit Haftungsfolgen für das Unternehmen abgewendet
und gegebenenfalls persönliche Konsequenzen für die Unternehmensleitung
von vornherein vermieden werden.
http://de.dwa.de/TSM.html
W
EU-Kommission verklagt
Spanien wegen Verletzung der
Kommunalabwasserrichtlinie
Die EU-Kommission hat gegen Spanien
Klage beim Europäischen Gerichtshof
(EuGH) wegen des Verstoßes gegen die
Kommunalabwasserrichtlinie eingereicht. Nach Ansicht der Kommission ist
in Spanien immer noch in zahlreichen
Gebieten mit mehr als 10 000 Einwohnerwerten die Abwasserentsorgung nicht
den Vorschriften der Richtlinie entsprechend organisiert. Bereits 2003 hatte die
Kommission diesbezüglich gegenüber
Spanien eine erste Verwarnung ausgesprochen. Obwohl einige Probleme seitdem gelöst wurden, hat die Kommission
aufgrund des schleppenden Fortgangs
nun beschlossen, den Fall vor den Gerichtshof der Europäischen Union zu
bringen. Aus den Berichten der spanischen Behörden geht laut der Kommissi-
on hervor, dass in Ballungsräumen wie
Berga, Figueres, El Terri (Banyoles) (alle
in Katalonien) sowie in PontevedraMarín-Poio-Bueu in Galicien noch immer
keine ordnungsgemäße Behandlung erfolgt. Für einige weitere Gebiete (BoBollullos Par del Condado, Andalusien sowie
Abrera und Capellades, beide in Katalonien) seien die übermittelten Daten entweder unvollständig oder ließen eine
Nichteinhaltung der entsprechenden
Normen erkennen, heißt es in einer Mitteilung der EU-Kommission weiter. W
DNA-Barcoding
zur Gewässergüteanalyse
DNA-Barcoding eröffnet der Gewässergüteanalyse neue Möglichkeiten. Laut einem Forscherteam rund um Wissenschaftler der Freien Universität Berlin
lassen sich mittels DNA-Barcoding Kieselalgen deutlich genauer bestimmen als
mithilfe der klassischen Bestimmungsmethoden. Bei einer Analyse der Kieselalgen in den Flüssen Oder und Lausitzer
Neiße entdeckten die Wissenschaftler
mittels DNA-Barcoding molekulargenetisch 270 Taxa, mit einer sehr detaillierten morphologischen Untersuchung
konnten hingegen nur 103 Taxa identifiziert werden. Die Forscher führen dies
darauf zurück, dass bei aktuellen Gewässergüteanalysen die Kieselalgen nur
lichtmikroskopisch untersucht werden.
Tatsächlich seien jedoch viele für die Bestimmung wichtige Merkmale lichtmikroskopisch nicht oder nur schwer zu erfassen. Zudem hänge die routinemäßige
Bestimmung der im Wasser lebenden
Kieselalgen von den taxonomischen Fähigkeiten und Augen derjenigen ab, die
die Proben auswerten. Die Bestimmung
von Kieselalgenarten anhand ihrer Erbinformation, das DNA-Barcoding, ist laut
den Wissenschaftlern hingegen sehr viel
objektiver und feiner als die herkömmliche lichtmikroskopische Untersuchung.
Allerdings ist aktuell das DNA-Barcoding
noch teurer und zeitaufwändiger als die
klassische Untersuchungsmethode. Würde das Verfahren jedoch automatisiert,
ließen sich Zeit und Kosten deutlich reduzieren. Langfristig könnte DNA-Bar­
coding die Gewässergüteanalyse somit
revolutionieren, schreiben die Wissenschaftler. Eine wichtige Vorbedingung für
erfolgreiches DNA-Barcoding ist zudem
die Erarbeitung einer Referenz-Datenbank der DNA-Sequenzen aller Kieselal-
KW Korrespondenz Wasserwirtschaft · 2015 (8) · Nr. 1
gen eines Gewässersystems, da nur mit
diesem die analysierten DNA-Sequenzen
im Vergleich zugeordnet werden können.
Beteiligt an dem Projekt waren Forscher
des Botanischen Gartens und Botanischen Museums Berlin-Dahlem der Freien Universität Berlin, des Leibniz-Institut
für Gewässerökologie und Binnenfischerei, der Universität Köln und der JustusLiebig-Universität Gießen. Die Wissenschaftler haben ihre Untersuchungen in
der Zeitschrift Molecular Ecology Resources veröffentlicht:
www.gfa-news.de/gfa/webcode/
20141210_001
W
Weser-Anrainer:
Weitere Prüfaufträge zur
Salzreduzierung
Die Vertreter der sieben in der Flussgebietsgemeinschaft Weser zusammenarbeitenden Länder haben sich am 24. November 2014 auf ihrer Weser-Ministerkonferenz in Hannover darauf verständigt, weitere Ansätze zur Senkung der
Salzeinträge untersuchen zu lassen. Danach soll auf Antrag Niedersachsens die
wirtschaftliche Zumutbarkeit von verminderten Abbauraten seitens der Firma
K  S sowie die Verpflichtung zur vollständigen Abdeckung aller Halden geprüft werden. Im Ergebnis könnten die
Salzeinträge in Werra und Weser auf
mittlere Sicht deutlich reduziert werden,
sagte der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel nach der Sitzung.
Ein weiterer Teil der Vereinbarung ist
die Prüfung der rechtlichen Zulässigkeit
des vom Land Hessen vorgelegten 4-Phasen-Plans; und auch die Realisierung des
vom Umweltbundesamt (UBA) geprüften
technischen Reduzierungsverfahrens (KUTEC) ab 2021 soll erneut auf den Prüfstand. Das Projekt der Oberweser-Pipeline lehnt Niedersachsen ab. Auch die
vom Land Nordrhein-Westfalen erneut
ins Spiel gebrachte Nordsee-Pipeline sei
nach allen bislang vorliegenden Informationen nicht genehmigungsfähig, so der
niedersächsische Umweltminister.
Die jetzt vereinbarten Prüfaufträge
sollen bis zum Februar 2015 abgeschlossen sein und dann auf einer weiteren
­Sitzung als Grundlage für die Beratung
und Beschlussfassung dienen.
www.gfa-news.de/gfa/webcode/
20141125_004
W
www.dwa.de/KW
7
Spektrum
Gesetzentwurf zum Thema
Fracking äußerst umstritten
Graduiertenkolleg zum
urbanen Wasserkreislauf
Fragen und Antworten
zu Mikroplastik
Das Thema Fracking dürfte die Diskussionen auch in den nächsten Monaten weiter beherrschen. Die Bundesregierung
hat zwar Mitte November 2014 einen
Gesetzentwurf zur Regelung von
Fracking vorgelegt. Dieser stößt aber
­
nicht nur bei Umweltorganisationen und
Wasserwirtschaft auf zum Teil erhebliche
Kritik, auch innerhalb der Regierungs­
koalition baut sich derzeit Widerstand
gegen den Entwurf auf. So soll der CDUBundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt bereits 100 Unterstützer im Bundestag hinter sich beim Widerstand gegen
den Entwurf versammelt haben. Hauptkritikpunkt von Mattfeldt: Das Fehlen eines Verpressverbotes für Lagerstättenwasser. Lagerstättenwasser sei mit Benzol und Quecksilber belastet und eine
Gefahr für Mensch und Umwelt. Es müsse sicher entsorgt werden und dürfe auf
keinen Fall einfach in die Tiefe gepumpt
werden, so Mattfeldt. Bei den Umweltorganisationen und der Wasserwirtschaft
stoßen neben dem fehlenden Verpressverbot vor allem die vorgesehenen Ausnahmeregelungen auf Ablehnung. So
sieht der Gesetzentwurf zwar grundsätzlich ein Verbot von Fracking oberhalb
von 3000 Meter vor, Probebohrungen
sollen aber möglich sein. Und auch eine
sich daran anschließende kommerzielle
Nutzung ist nicht ausgeschlossen. Eine
sechsköpfige Expertenkommission muss
dafür das Projekt beurteilen. Hat diese
mehrheitlich keine Bedenken, kann die
zuständige Landesregierung die Förderung genehmigen. Kritisch beurteilt wird
dabei vor allem die Zusammensetzung
der Expertenkommission. Neben dem
fracking-kritischen Umweltbundesamt
sollen beispielsweise auch Vertreter vom
Deutschen Geoforschungszentrum Potsdam der Kommission angehören – einer
dem Fracking gegenüber eher aufgeschlossenen Organisation. Dass der aktuelle Gesetzentwurf keinem Verbot von
Fracking außerhalb von Trinkwasserschutzgebieten gleichkommt, zeigt auch
die relativ positive Einschätzung des
Bundesverbandes der Deutschen Industrie. Der BDI befürchtet zwar ellenlange
Genehmigungsprozesse und sieht hohe
Hürden für Fracking. Man sei aber zufrieden über den Kompromiss. Man habe
die Tür zum Fracking einen kleinen
Schritt offengehalten, zitiert Der Spiegel
den BDI.
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Städtische Wasserkreisläufe mit ihren
natürlichen und technischen Grenz­
zonen, wie zum Beispiel der Uferfiltration, stehen im Fokus des neuen Graduiertenkollegs „Urban Water Interfaces“. Die
Deutsche Forschungsgemeinschaft richtet das Graduiertenkolleg an der TU Berlin und dem IGB Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei ein.
Das Kolleg soll im Juli 2015 die Arbeit
aufnehmen. Angelegt ist es vorerst auf
4,5 Jahre, die Fördersumme beträgt
4,8 Millionen Euro.
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Das Bundesinstitut für Risikobewertung
beantwortet im Internet häufig gestellte
Fragen zu Mikroplastik. Unter Mikroplastik werden kleine Kunststoffpartikel
und -fasern verstanden, die in zunehmendem Ausmaß in der Umwelt nachgewiesen werden. Da Plastik in der Umwelt
sehr langsam abgebaut wird, ist davon
auszugehen, dass es sich dort weiter anreichert. In der Öffentlichkeit wird derzeit eine mögliche gesundheitliche Gefährdung der Verbraucher durch einen
möglichen Eintrag von Mikroplastik in
die Nahrungskette diskutiert.
ReKliEs-De zur Optimierung
kleinräumiger Klimamodell­
simulationen
www.gfa-news.de/gfa/webcode/
20141202_001
www.dwa.de/KW
Die Anpassung an den Klimawandel
muss vor allem regional erfolgen. Speziell die Wasserwirtschaft benötigt hierfür
hochaufgelöste regionale Klimaprojektionen. Hierzu beitragen soll das Anfang
Dezember 2014 vom Bundesforschungsministerium (BMBF) gestartete Projekt
ReKliEs-De – Regionale Klimaprojektionen Ensemble für Deutschland. Ziel des
gemeinsamen Projektes ReKliEs-De ist
es, Bandbreiten und Extremwerte aus
den Ergebnissen hochaufgelöster regionaler Klimaprojektionen für Deutschland
zu ermitteln und diese für die Klimafolgenforschung und die Politikberatung
aufzubereiten. Auf dieser Basis könnten
dann detailliertere Untersuchungen zum
Beispiel zu Veränderungen im Auftreten
von Starkniederschlag, Trockenheit oder
großer Hitze durchgeführt werden, betonen die Projektpartner. Entstanden ist
das Projekt auf Initiative der Bundesländer. Zu der Projektbegleitgruppe gehören
Vertreter des Hessischen Landesamtes
für Umwelt und Geologie als Koordinationsstelle sowie des Umweltbundesamtes
und des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg als Vertreter der Bund-LänderFachgespräche „Klimafolgen und Anpassung“ und „Interpretation regionaler Klimamodelldaten“. Zusätzlich sind der
Deutsche Wetterdienst und das Climate
Service Center 2.0 des Helmholtz-Zentrums Geesthacht in der Projektbegleitgruppe vertreten. Das Projekt wird durch
das BMBF mit insgesamt drei Millionen
Euro gefördert. Die Laufzeit des Projekts
beträgt drei Jahre.
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BMUB fördert
Alpenfluss­landschaften
mit 3,5 Millionen Euro
Zwischen Ammersee und Zugspitze findet sich eine einzigartige Vielfalt unterschiedlichster Ökosysteme. Ihr Schutz ist
das Ziel des neuen Projekts „Alpenflusslandschaften – Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze“ im Bundesprogramm
Biologische Vielfalt, das vom Bundesumweltministerium mit 3,5 Millionen Euro
gefördert wird. Die oberbayerische Projektregion umfasst ein Gebiet vom Tiefland bis in die Alpen. Landschaftsprägend sind die vier Alpenflüsse Isar, Loisach, Ammer und Lech. Mit einem breiten Bündel aus Maßnahmen des Naturmanagements, der Öffentlichkeitsarbeit
und der Umweltbildung will das Projekt
beispielhaft zur Sicherung der voralpinen Flusslandschaften beitragen. Die
Projektregion umfasst zwei von bundesweit 30 „Hotspots der biologischen Vielfalt“. Hotspots sind Gebiete, die sich
durch eine besonders hohe Dichte und
Vielfalt an charakteristischen Arten, Populationen und Lebensräumen auszeichnen. Das auf sechs Jahre angelegte Projekt wird vom WWF Deutschland koordiniert und vom Bundesamt für Naturschutz fachlich begleitet. Der groß angelegte Projektverbund umfasst zudem
weitere 15 Partner aus Naturschutzverbänden, Landkreisen, Unternehmen,
Tourismus-, Bildungs- und kirchlichen
Organisationen.
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KW Korrespondenz Wasserwirtschaft · 2015 (8) · Nr. 1
Online-Ausgabe
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KA – Korrespondenz Abwasser, Abfall sowie
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