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Ausgabe - 46 - 2014

Einbetten
Technik und Wirtschaft für die deutsche Industrie
13. November 2014 · Nummer 46
Einzelpreis Euro 2,80 Leserservice Produktion
65341 Eltville DPAG PVST 5339 Entgelt bezahlt
www.produktion.de
Messen: 3-D-Inspektion
auf Knopfdruck
So ebneten CIM und Lean den
Weg für die Industrie 4.0
Seite 4/5
Teilereinigung: Neue Anlage
verbraucht 28 % weniger Energie
Seite 6/7
Seite 23
Leichter Werkstoff
- schwer zu fügen
Bild: BMW
Aktuelle Composite-Fügetechniken im Überblick Seite 10
Zahl der Woche
Im Fokus
1,8 Mrd...
Spritzgießen: Mikrostrukturen können die
Entlüftung von Werkzeugen verbessern und
Kunststoff sparen helfen, sagt das Aachener
Fraunhofer IPT. Seite 19
Service
SPS IPC Drives Nürnberg
Halle 3 | Stand 418
Zitiert
Redaktion:
Tel.: (0 81 91)125-310, Fax: (0 81 91)125-312
EPG
»Die smarte Produktion
der Zukunft kennt keine
...Euro wird die Branche
Planungs- und keine
Steuerungsebene mehr.« der Bildverarbeiter 2014
mindestens umsetzen
und dabei um 10 %
Johann Soder, Geschäftsführung
Technik SEW Eurodrive
wachsen. (Seite 15)
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2 · Newsletter · Produktion · 13. November 2014 · Nr. 46
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Top geklickt auf www.produktion.de
Yaskawa: Neuer
Robotik-Chef
1
2
Lanxess will mehr als 1 000
Arbeitsplätze streichen
7
Bild: GM
Produktion-Umfrage:
Trends 2014
Trotz Russland-Krise und stagnierender Konjunktur – auch 2014 bleibt eine im internationalen Vergleich sehr
gut aufgestellte deutsche Industrie
weiter zuversichtlich. Industrie 4.0,
Elektromobilität, Mensch-Maschine-Kooperation: Welche Themen
und Trends waren Ihnen 2014 wichtig? Und wohin führt die Reise?
Unsere Umfrage gibt Aufschluss.
Bild: Lanxess
Der Chemiekonzern Lanxess will im
Zuge seines Sparprogramms „Let’s
Lanxess again“ bis zu 1 200 Arbeitsplätze streichen. Das berichtet die
„Rheinische Post“ unter Berufung auf
Konzern-Kreise. Die Stellen sollen in der klassischen Verwaltung, im
Marketing und der zentralen Forschung und Entwicklung wegfallen.
Betroffen seien vor allem die Standorte Köln und Leverkusen.
Bahnstreik lastet
auf Stahlindustrie
General Motors (GM) will das neue
Modell des batteriebetriebenen Hybridfahrzeugs Volt mit einer größeren
Reichweite ausstatten. Der neue
Chev­rolet Volt, der etwa in einem Jahr
auf den Markt kommen soll, werde mit einer Batterieladung mehr
Kilometer zurücklegen können als bisher. Es werde einen deutlichen
Sprung nach vorne bei der Technik und dem Design geben.
Bild: VW
Allershausen (sun). Bruno
Neuer Volt soll größere
Reichweite haben
Bild: BMW
6
Volkswagen wirbt nach dem Rückruf
von mehr als einer Million Fahrzeugen in China um Vertrauen. Der für
das China-Geschäft verantwortliche
Vorstand Jochem Heizmann hat argwöhnischen Kunden im weltgrößten Automarkt versichert, dass die
Fahrzeuge des deutschen Autobauers sicher sind. Chinesische Kunden sorgen sich zunehmend um die Sicherheit der Fahrzeuge.
Produktion Nr. 46, 2014
Schnekenburger ist neuer ‚President and Division Director‘ der
Robotics Division von Yaskawa in
Europa. Bisher wurde diese Position von Yaskawa-Europe-COO
Manfred Stern vorübergehend in
einer Doppelfunktion wahrgenommen. Außerdem wurde Schnekenburger als zusätzlicher Geschäftsführer der Yaskawa Europe
GmbH berufen.
Volkswagen beruhigt
chinesische Kunden
Produktion Nr. 46, 2014
4
Continental stellt Batterie
Joint-Venture in Frage
Produktion Nr. 46, 2014
JP-Tokyo (sun). Fanuc hat auf
5
8
Siemens erhält Windkraft-Aufträge in Kanada
9
Berlien wird neuer
Osram-Chef
China will mehr
deutsche Mittelständler
China ist bereit, mit Europa in allen
Bereichen zusammenzuarbeiten. Das
erklärte Chinas Premier Li Keqiang
beim chinesisch-europäischen Wirtschaftsgipfel ‚Hamburg Summit‘. Angesichts drängender globaler Probleme, des Umbaus der chinesischen Wirtschaft und anhaltender Wirtschaftsschwäche in weiten
Teilen Europas brauchten sich die EU und China gegenseitig, so Li.
Die Siemens Wind Power and Renewables Division hat zwei Aufträge über neue Windkraftwerke in der kanadischen Provinz Ontario erhalten. Die Verträge umfassen die Lieferung, Installation und
Inbetriebnahme von insgesamt 137 Windturbinen mit einer Leistung von je 2,3 Megawatt (MW). Davon gehen 91 Einheiten an das
Windprojekt Armow von Samsung Renewable Energy und Pattern
Energy. Außerdem hat Suncor Energy 46 direkt angetriebene
Windturbinen mit 100 MW bestellt.
Der Lichtkonzern Osram bekommt einen neuen Chef. Ex-ThyssenKruppVorstand Olaf Berlien wird den Posten im Januar 2015 übernehmen. Er
übernimmt zugleich die Aufgaben des
Technikvorstands. Der amtierende Vorstandschef Wolfgang Dehen
scheidet im Januar auf eigenen Wunsch aus dem Unternehmen aus.
Osram steckt gerade in einem umfassenden Konzernumbau.
Bild: Continental
Operativ ist das dritte Quartal für den
Automobilzulieferer Continental solide verlaufen. Doch fernab der Zahlen
waren die Aussagen zum gemeinsamen Batterie Joint-Venture mit dem
koreanischen Unternehmen SK Innovation viel spannender. Die
Hannoveraner setzen ein Fragezeichen hinter das Gemeinschaftsunternehmen, welches Continental erst seit 2013 betreibt.
Fanuc zeigt neuen
MRK-Roboter
der Jimtof erstmals seinen neuen
kollaborierenden Roboter (MRK
= Mensch-Roboter-Kollaboration)
ausgestellt. Dank ‚Dual-CheckSafety-Funktion‘ kann er ohne
Schutzzaun in direkter Umgebung
von Menschen arbeiten. Wie Fanuc in einem Newsletter ankündigte, kann der Prototyp des Roboters eine Traglast bis 3 kg handhaben. Fanuc-CEO Yoshiharu Inaba sagt, dass diese Traglast auf
35 kg erhöht wird.
Die deutschen Maschinenbauer werden im kommenden Jahr ihre
Produktion um 3 % steigern. Mit geringeren Sorgen bezüglich der
weiteren finanzpolitischen Entwicklung sowie wieder zunehmender
Kapazitätsauslastung in der Industrie werden vermehrt Investitionen in Ausrüstungen und Anlagen getätigt werden. Dies gilt für die
EU insgesamt und insbesondere für Deutschland selbst und auch
die USA. Zu diesem Schluss kommt der neueste Branchenbericht
Maschinenbau der Commerzbank.
10
Deutsche Exporte nach
Russland brechen ein
Im August 2014 wurden von Deutschland Waren im Wert von 2,3 Mrd Euro
in die Russische Föderation ausgeführt. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse
mitteilt, waren damit die deutschen Ausfuhren nach Russland um
26,3 % niedriger als im August 2013. Von Januar bis August 2014
sanken die deutschen Ausfuhren nach Russland um 16,6 %.
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Bild: ThyssenKrupp
Maschinenbau-Report: Weiterhin bergauf
Bild: Gina Sanders/Fotolia
3
Bild: Hamburg Summit
Düsseldorf (kko). Die Stahlindustrie in Deutschland ist sehr
besorgt über den Streik im Güterverkehr. „Ein Fünf-Tage-Streik im
Schienengüterverkehr ist von den
Stahlunternehmen nicht aufzufangen.“ Das sagte Hans-Joachim
Welsch, Vorsitzender des Verkehrsausschusses der Wirtschaftsvereinigung Stahl. Ein kurzfristiges Ausweichen auf andere Verkehrsträger sei schwierig.
13. November 2014 · Nr. 46 · Produktion ·
Was passiert mit Bankdaten?
In Zukunft werden Auslandsbankdaten automatisch ausgetauscht
51 Länder haben
sich verpflichtet,
den automatischen Kontodatenatenaustausch bis 2017
in nationales
Recht umzusetzen. Sowohl Private als auch Unternehmen sind
betroffen. Bild:
Karoline Kopp
Produktion Nr. 46, 2014
Berlin. Das Bankgeheimnis ist
Vergangenheit: Ende Oktober haben 51 Staaten – darunter alle
Staaten der Europäischen Union
– vereinbart, dass der heimische
Fiskus ab 2017 automatisch über
ausländische Konten seiner Bürger
informiert werden soll. Viele weitere Staaten wollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen, unter
anderem die Schweiz. Das Regelwerk wurde vom sogenannten
‚Global Forum‘ ausgearbeitet, einer
von der OECD initiierten Vereinigung, der 123 Länder angehören.
Darunter sind auch die USA und
China, die sich an dem nun unterzeichneten Abkommen jedoch
beide nicht beteiligt haben. Ein
Sprecher des Bundesfinanzministeriums verweist in diesem Zusammenhang auf zahlreiche bilaterale Abkommen, die die USA im
Rahmen ihres ‚Foreign Account
Tax Compliance Act‘ (FACTA) bereits abgeschlossen hätten. „Deswegen sehen die USA ihrerseits
keinen Bedarf für ein weiteres
Abkommen“, erklärt der Sprecher.
Ein Spezialist einer international
tätigen Steuerberatungsgesell-
Victoria/fotolia
schafft, der nicht namentlich genannt werden möchte, merkt allerdings an, dass die von den USA
bilateral abgeschlossenen Abkommen den automatischen Datenaustausch „insbesondere in Richtung USA“ besiegeln. „Da die USA
aus den FACTA-Abkommen ohnehin die Daten bekommen, sehen
sie keinen Mehrwert darin, ein
weiteres Abkommen zu unterschreiben, weil sie ja dann ebenfalls in der Lieferpflicht wären.“
Die anderen Länder, allen voran
die G5-Staaten in Europa, hätten
sich vor diesem Hintergrung die
Frage gestellt, warum man die
Daten nicht auch untereinander
austauscht, wenn sie ohnehin in
die USA geschickt werden, erklärt
der FACTA-Experte. Zwischen den
USA und Deutschland greift ein
Übereinkommen zum automatischen Datenaustausch bereits seit
2013. Automatischer Informationsaustausch bedeutet, dass eine
Bank der Behörde in ihrem Land
die Kontoangaben über einen ausländischen Kunden übermittelt.
Diese Behörde wiederum leitet die
Informationen automatisch an
den Fiskus des Heimatlandes des
Bankkunden weiter, der dann die
Steuererklärung des betreffenden
Bürgers überprüfen kann. Die
meisten der 51 Staaten wollen bereits 2016 mit der Erhebung von
Daten beginnen.
Newsletter · 3
Editorial
Industrie 4.0 nutzlos. Wenn...
Sie halten Industrie 4.0 nur für die neue Sau, die durchs Dorf
getrieben wird, solange nicht der Nutzwert nachgewiesen ist?
Dann sind Sie sich einig mit der Mehrheit der mittelständischen deutschen Industrie. Und Sie haben recht. WENN Sie
sich nicht im Wettbewerb mit einem Konzern befinden. Der verspricht sich drastische ‚Kostensenkungen 4.0‘ und ist daher
mit Feuereifer am Aufbau von Smart Factories. Sagt eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung PwC. UND WENN nicht
marketingstarke US-Firmen ihre Wettbewerber sind. Die haben sich zusammengetan, Ihnen mit dem Traumerfüller ‚Internet
der Dinge‘ Kunden wegzuschnappen. UND
WENN Sie nicht Chinesen als WettbewerEduard Altmann
ber haben. Die sind nicht nur von Haus aus Chefredakteur
schneller und flexibler als wir gründliche
Deutsche, sondern wollen jetzt unbedingt Industrie 4.0. Deutsche Automatisierer stehen Gewehr bei Fuß, statt deutscher
Zögerer das Reich der Mitte aufzurüsten. Kann es sich der
deutsche Maschinenbau, die deutsche Industrie leisten, Industrie 4.0 zu ‚versparen‘? Entscheidungshilfe bietet unser ‚2.
Fachkongress Industrie 4.0: Praxis, Praxis, Praxis‘ am 2./3. Dezember (Info: Ricarda Herrmann, Tel. 08191/125-872, Mail ricarda.herrmann@sv-veranstaltungen.de).
Und außerdem bin ich der Meinung, dass die für den deutschen Maschinenbau schädlichen EU-Sanktionen gegen
Russland beendet werden müssen.
Obamas Wahlschlappe
verzögert TTIP-Abschluss
VDMA: Einigung erst nach Obamas Amtszeit
PProduktion Nr. 46, 2014
Washington (kko). Für US-
Präsident Barack Obama wird das
Regieren in den letzten zwei Jahren seiner Amtszeit schwieriger.
Denn nachdem die Republikaner
bei der Zwischenwahl auch die
Mehrheit im Senat erobert haben,
kann Obama eigene Initiativen
nicht mehr gegen den Widerstand
der Republikaner durchsetzen.
Diesem Umstand könnte der Abschluss des mit der EU geplanten
Freihandelsabkommens TTIP zum
Opfer fallen. Republikaner haben
bereits angekündigt nur zuzustimmen, wenn ihnen Obama an anderer Stelle entgegenkommt. Auch
Mark Zandi, Chefvolkswirt von
Moody’s Analytics und Wirtschaftsberater Obamas, geht davon aus, dass TTIP „vorerst auf
Eis gelegt“ wird. Das sagte er gegenüber dem WSJ. Ulrich Ackermann, Abteilungsleiter Außenwirtschaft beim VDMA, sieht das
ähnlich: „Da Obama keine Trade
Promotion Authority (Sondervollmacht zur Aushandlung von Freihandelsabkommen) hat, müssen
die Kammern über TTIP entscheiden. Es ist aber unwahrscheinlich,
dass die ansonsten sehr freihändlerisch eingestellten Republikaner
dem Präsidenten während seiner
Amtszeit einen erfolgreichen Abschluss von TTIP gönnen werden.“
Oft nicht zu sehen.
Die Leistung unübersehbar.
Bürsten-Technologie,
die Nachhaltigkeit unterstützt.
Um die Ziele der Energiewende zu erreichen, ist der
Einsatz von erneuerbaren Energien ein wichtiger Schritt
in die Zukunft. Damit innovative Technologien wie
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Bosch-Rexroth spart ein
580 Stellen sollen gestrichen werden
PProduktion Nr. 46, 2014
Lohr (kko). Bosch Rexroth will
sich zukunftssicher und wettbewerbsfähiger aufstellen. Das Unternehmen setzt daher zurzeit ein
Programm zur Effizienzsteigerung
um. Als Teil dieses Programms
sollen in der Unternehmenszentrale, im Produktbereich Industrieanwendungen sowie im Lohrer
Hydraulikwerk die Strukturen
verschlankt und Abläufe beschleunigt werden. Bis Ende 2016 sollen
daher insgesamt bis zu 580 Stellen
entfallen, vor allem in Verwaltung,
Vertrieb, Planung und Entwicklung. Der Großteil davon befindet
sich mit rund 520 Stellen am Unternehmenssitz in Lohr, wo die
wesentlichen Zentral- und Verwaltungsfunktionen angesiedelt sind.
Ein Teil des Stellenabbaus betrifft
auch das Lohrer Hydraulikwerk
in den Bereichen Industrieventile,
Kompakthydraulik und Hydraulikblöcke. Dort soll zum Beispiel
die Fertigung von Kleinserien gebündelt werden, die derzeit auf
verschiedene Lohrer Werksteile
verteilt ist. Der geplante Stellenabbau soll sozialverträglich erfolgen.
„Ziel ist es, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden“, heißt es
von dem Unternehmen in einer
Mitteilung.
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EL
LI G E N TE
Computer Integrated Manufacturing (CIM) und Lean ebneten den Weg für Industrie 4.0
GUNNAR KNÜPFFER
PRODUKTION NR. 46 , 2014
LANDSBERG. In den 80er Jahren
warben Professoren der Technischen Universitäten von Aachen,
Berlin und Stuttgart euphorisch
mit der Vision einer ‚mannlosen
und papierlosen Fabrik‘ für den
Einsatz von Computer Integrated
Manufacturing (CIM) in der verarbeitenden Industrie. CIM sollte
die Wertschöpfungskette in der
Produktion weitgehend vernetzen
bei optimaler Systemverfügbarkeit und geringem Personaleinsatz. CIM bestand im Kern aus
einer integrierten Anlagenvernetzung mit einer gemeinsamen Datenbasis sowie entsprechender
Kommunikation. Möglich wurde
dieser Ansatz durch die Entwick-
lung leistungsfähiger CNC-Werkzeugmaschinen mit flexibler Anpassung an die Steuerung. Etappen auf dem Weg dorthin waren
die Entwicklung der Programmiersprache Automatically Programmed Tools (APT) 1958, die die
erste NC-Steuerung von Werkzeugmaschinen erlaubte, die Vorstellung der ersten numerisch
gesteuerten Werkzeugmaschine
1952 durch Cincinnati und MIT
und der erste programmierbare
Digitalrechner Z3 auf Relais-Basis
von Konrad Zuse vor 73 Jahren.
Viele Unternehmen der verarbeitenden Industrie entschieden
sich auf Grund der propagierten
Vorteile dafür, CIM-Systeme einzuführen. CIM sollte die Flexibilität der Wertschöpfung in der
Produktion erhöhen, Durchlauf-
zeit und Personalkosten reduzieren, schnelle Reaktionen auf Volumen- und Produktveränderungen ermöglichen und die Bestände senken. Doch so einfach war
die Umsetzung nicht. Die Unternehmen klagten, dass die Systeme
teuer seien und es zu wenig qualifiziertes Personal gebe, um das
System über drei Schichten hinweg zu betreuen. Zudem bemängelten sie, dass die CIM-Systeme
eine zu geringe technische Verfügbarkeit hätten und die Informationsverarbeitung schleppend
sei.
„In den meisten Fällen wurden
beim Einsatz von CIM-Systemen
die technischen und wirtschaftlichen Zielsetzungen nicht erreicht“,
sagt Professor Uwe Loos, der als
Vorstand bei unterschiedlichen
2. Fachkongress Industrie 4.0: Praxis, Praxis, Praxis
LANDSBERG (sp). Vom 2.12. bis
3.12.2014 findet der ‚2. Fachkongress Industrie 4.0: Praxis, Praxis
Praxis‘ der Fachzeitung Produktion in Amberg statt. Er zeigt, welche Ansätze von Industrie 4.0
deutsche Firmen bereits realisiert
haben. Er bietet produzierenden
Unternehmen Orientierung und
Entscheidungssicherheit, um sich
auf die Herausforderungen einer
sich wandelnden Produktionswelt
einzustellen. Vom Blick in die Fertigung und über die Fabriktore hin-
Anmeldung:
Ricarda Herrmann,
Tel. 08191/125-872, E-Mail: ricarda.
herrmann@sv-veranstaltungen.de
aus, vom Sensor über die Maschinen bis hin zur IT-Sicherheit decken
Praktiker und Experten in ihren
Vorträgen das ab, womit Produktioner sich heute beschäftigen müssen, um morgen erfolgreich zu sein.
Wer folgt dem Gewinner des ersten
Industrie 4.0 Awards, der Maschinenfabrik Reinhausen, als bestes
Unternehmen in Sachen IT-Einsatz
in der Produktion?
Auf dem Kongress findet zum zweiten Mal die Verleihung des
Industrie 4.0 Awards der Fachzeitung Produktion statt.
B RIK
INT
Wie es zu Industrie 4.0 kam
TRIE 4.0
US
FA
In den 80-er Jahren führten viele Unternehmen CIM-Systeme ein. Doch in
den meisten Fällen wurde die angepeilten Ziele nicht erreicht. Bild: Aucotec
IND
4 · Trends + Innovationen · Produktion · 13. November 2014 · Nr. 46
Firmen wie Porsche, FAG Kugelfischer und Dekra die Entwicklung
miterlebt hat. Die Komplexität in
den Maschinensystemen und in
der Informationsverarbeitung
habe dazu geführt, dass selten die
Erwartungen erfüllt worden seien.
Diese Ernüchterung war nach Ansicht von Fachleuten ein Grund
dafür, dass Anfang der 90er Jahre
der Verkauf von Bearbeitungsmaschinen deutlich einbrach.
Kurz zuvor wurden europäische
und US-amerikanische Unternehmenslenker von der Nachricht
aufgeschreckt, dass japanische
Automobilhersteller sich eine Vormachtstellung bei fast allen wirtschaftlichen und technischen
Kriterien erarbeitet haben. Sichtbar wurde dieser PerformanceVorsprung auch bei den japanischen Automobilwerken in den
USA und England, die die gleiche
Produktivität und Qualität wie die
japanischen Mutterwerke erreichten.
Jim Womack, Dan Jones und
Dan Ross hatten 1988 zusammen
mit dem MIT unzählige Interviews
und Analysen bei allen führenden
Automobilherstellern weltweit
Gunnar Knüpffer
schreibt über Management, Karriere, IT und
Intralogistik. Zudem
verantwortet er die
Fabrik des Jahres/GEO.
gunnar.knuepffer@produktion.de
13. November 2014 · Nr. 46 · Produktion ·
Trends + Innovationen · 5
Im Siemens Elektronikwerk Amberg ist ein hoher Automatisierungsgrad erzielt worden: Ansätze der digitalen Fabrik sind realisiert.
Bild: Siemens
durchgeführt und das Werk „The
Machine That Changed the World“
veröffentlicht. Darin erörterten
sie insbesondere die Vorteile der
Lean Production bei Toyota.
Nach und nach installierten
auch Unternehmenslenker in Europa Produktionsstrukturen, die
sich stark an dem Erfolgskonzept
von Toyota orrientierten. Die mit
Lean Production einhergehenden
flachen Organisationshierarchien
unterstützten interdisziplinäre
Denk- und Verhaltensweisen, so
dass leichter computergestützte
Prozesse in der Wertschöpfung
eingeführt werden konnten.
Weitere Leistungsverbesserungen wollten die Produktioner
durch eine Verbindung von Lean
Production mit Product-LifecycleManagement (PLM) erreichen.
„Der PLM-Einsatz ist eine der
Voraussetzungen für eine Echtzeit-Datenverarbeitung aller produktabhängigen Daten innerhalb
des Wertschöpfungsprozesses und
über den Produktlebenszyklus
hinweg“, meint Professor Loos.
„Situativer Eingriff erlaubt höchste Flexibilität und Produktivität.“
Eine neue informationstechnische Vernetzung wurde zuletzt
möglich durch intelligente Werkzeugmaschinen, Roboter mit
Mensch-Maschine-Kommunikation, Logistiksysteme mit automatisiertem Be- und Entladen von
Materialstationen, netzwerkfähige Komponenten und den Einsatz
von Apps in der Produktion. Ende
2011 definierte die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften
(acatech) dafür den Begriff Industrie 4.0. und schuf eine große Öffentlichkeit. Die Bundesregierung
integrierte das Konzept Industrie 4.0 in ihre Innovationsstrategie. Und Wirtschaftsminister
Sigmar Gabriel richtet jetzt im
Rahmen der digitalen Agenda eine Plattform ‚Industrie 4.0‘ ein,
die Industriezweige wie Maschinenbau, Elektrotechnik und Automobilbau stärker in den Dialog
einbeziehen soll.
„Der situative Eingriff auf der
Basis selbstlernender Datenverarbeitung mit Echtzeitinformationen erlaubt ein Höchstmaß an
Flexibilität und Produktivität“,
erläutert Professor Loos. Nicht
mehr die mannlose Fabrik wie
beim CIM stehe bei Industrie 4.0
im Vordergrund, sondern die Verbindung von Echtzeitinformationen mit Handlungsempfehlungen.
Ziel von Industrie 4.0 ist es, mit
Hilfe von Wertschöpfungsnetzwerken eine möglichst große Flexibilität nicht nur in der Produktion, sondern auch in Entwicklung,
Verwaltung und Verkauf zu erzielen. Flexible Layouts mit mobilen
Produktionsanlagen und entsprechender Logistik sollen eine
schnelle Umstellung ermöglichen,
wenn sich Produkt- und Marktanforderungen ändern. In einer
solchen Smart Factory wird in
Losgröße 1 produziert, gleichzeitig
sinken die Herstellkosten.
Weitere Flexibilisierung in der Wertschöpfungskette wird erreicht
Interview: Professor Uwe Loos über den visionären Ansatz CIM und die Chancen von Industrie 4.0
Multi-Aufsichtsrat Prof. Uwe Loos
war Vorstand bei Porsche, FAW
Kugelfischer und Dekra. Bild: Loos
Professor Loos, wie bewerten Sie aus heutiger
Sicht den Ansatz des Computer Integrated Manufacturing (CIM) ?
Die CIM war anlagen- und informationstechnisch
ihrer Zeit voraus. Die Informationsverarbeitung,
Schnittstellen-Mikroprozessoren, Verkettungen,
Roboteranbindungen sowie Fertigungstechnik
und eine im Bereich CIM geschulte Personalverfügbarkeit waren in den 80er und 90er Jahren nur
begrenzt in der Lage, eine überzeugende Lösung
für den optimalen Wertschöpfungsprozess anzubieten.
Welche Bedeutung hat aktuell noch das Konzept des Lean Management?
Lean war und ist eine außerordentliche Erfolgsstory für den Wertschöpfungsprozess – nicht nur
in gütererzeugenden Firmen. Beispiele von Lean
in Krankenhäusern, bei Dienstleistungen, in der
Bauindustrie und der Pharma-Branche verdeutlichen nochmals den Erfolg von Lean. Lean-strukturierte Firmen haben in der Regel eine höhere
Wertschöpfung und einen insgesamt größeren
Anteil an Produktion in Deutschland.
Mit welchen Veränderungen in der Produktion
rechnen Sie durch Industrie 4.0?
Die Diskussionen über den Strategieansatz von
Cyber-Physical-Systems (CPS) werden in den
kommenden Jahren zu einem neuen Schub in der
Informationsverarbeitung führen. Gleichzeitig
wird durch die Integration einer intelligenten und
stabilen Anlagentechnik die weitere Flexbilisierung in der gesamten Wertschöpfungskette er-
reicht. Die maschinen- und anlagentechnischen
Voraussetzungen, neue Handhabungseinrichtungen, Verkettungen, moderne instationäre Roboterlösungen, flexible Logistik sowie eine Unternehmensorganisation nach Lean-Prinzipien bieten eine sehr gute Plattform für CPS. Dafür ist
die Bereitstellung und Nutzung von offenen und
flexiblen Informationsvernetzungen aller IT-Subsysteme im Unternehmen eine unabdingbare Voraussetzung.
Was sind die Vorteile?
Im Gegensatz zu der CIM-Strategie vor 30 Jahren
könnte es nun in den nächsten Jahren gelingen,
die Wertschöpfung in einem ganzheitlichen Prozess zu einem kostenoptimalen und produktiven
Gesamtsystem zu verbinden.
6 · Trends + Innovationen · Produktion · 13. November 2014 · Nr. 46
3D-Inspektion
auf Knopfdruck
Vollautomatische Inline-Messsysteme
erobern die Werkhallen
Sebastian Moser
Produktion Nr. 46, 2014
Landsberg. Der Trend zur Automatisierung in der Fertigung ist ungebrochen. Hohe Lohnkosten, verbunden mit
dem zunehmenden Fachkräftemangel,
erzwingen dies. Jetzt zieht auch die 3DKoordinatenmesstechnik nach: Immer
häufiger werden die Bauteile direkt in
der Fertigungslinie automatisch vermessen. Sogar automatisierte Regelkreise sind bereits üblich: Dabei werden
bei festgestellten Abweichungen von
Roboterbasiertes automatisches Messsystem für Automobilkarosserien von Zeiss.
Bild: Zeiss IMT
2. FACHKONGRESS INDUSTRIE 4.0:
PRAXIS, PRAXIS, PRAXIS
02. UND 03. DEZEMBER 2014, AMBERGER CONGRESS CENTRUM
SCHWERPUNKTTHEMEN
EVOLUTION STATT REVOLUTION
Wo steht die deutsche Industrie in einer sich wandelnden Produktionswelt
INDUSTRIE 4.0 IN DER PRAXIS
Wie Deutschlands Unternehmen ihre Wertschöpfungsketten effizienter machen
DIE NÄCHSTEN ETAPPEN
Der konkrete Weg zur intelligenten Fabrik
NEUE PRODUKTIONSWELTEN
Das bringt Industrie 4.0 für Produktion, Konstruktion, Logistik, F&E bis hin zu Human Resources und Security
MIT WERKSBESICHTIGUNG BEI DER MASCHINENFABRIK REINHAUSEN IM WERK HASLBACH
UND BEIM SIEMENS ELEKTRONIKWERK IN AMBERG
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13. November 2014 · Nr. 46 · Produktion ·
Trends + Innovationen · 7
Praxis: Automatisiertes Messen bei der BIP-Industrietechnik
ist“, so Werner. In manchen Branchen
ist die Vermessung jedes einzelnen Bauteils vorgeschrieben. Beispiele sind die
Medizintechnik, die Luft- und Raumfahrt oder Eisenbahnräder (siehe Kas-
Sebastian Moser
berichtet über die
spanende Fertigung
und die 3D-Koordinatenmesstechnik.
sebastian.moser@
produktion.de
dem Messstand ist. Einzige Voraussetzung ist,
dass er in die Messanlage passt“, berichtet Dr.
Reinhold Dworek, Leiter der Messtechnik bei
der BIP-Industrietechnik GmbH. Sogar das Beund Entladen kann automatisch erfolgen. Vor
Inbetriebnahme werden die Prüfstände für die
Deutsche Bahn von deren Kalibrier- und Prüfstelle in Chemnitz abgenommen. Nach der Zulassung erfolgt der Einsatz bei der Deutschen
Bahn oder in ausländischen Bahnbetrieben.
»Mit Abstrichen in der
Genauigkeit arbeiten
unsere Messmaschinen
auch in raueren Umgebungen zuverlässig.«
Dr. Ralf Bindel,
Leitung Business Unit Process
Control & Inspection bei der
Carl Zeiss Industrielle Messtechnik GmbH
Thomas Werner,
Leiter technischer Vertrieb bei
Wenzel Präzision in Wiesthal
ten). Bei größeren Stückzahlen beispielsweise in der Automobilindustrie werden
nur Stichproben gemessen. Das liegt
zum Teil auch daran, dass die Taktzeit
der Messmaschine gewisse Grenzen hat.
„Bei einer Taktzeit von zwanzig Sekunden nimmt die Hälfte der Messzeit
schon allein das Handling der Bauteile
in Anspruch“, berichtet Werner.
Auch Thomas Köhler, Leiter Produkt
Management Shaft Metrology beim
Göttinger Messtechnik-Spezialisten
Mahr, berichtet, dass sich automatisierte Messtechnik besonders in der Massenproduktion anbietet. Auch sollte sich
die Teilevielfalt auf ein bis zwei Varianten beschränken. Bei größerer Teilevielfalt sei derzeit eher das händische Messen angesagt. Auch seine Kunden setzen
auf Standardmessgeräte, die überwiegend direkt an der Fertigungslinie stehen und per Roboter beladen werden.
Er berichtet, dass der Trend eindeutig
hin zu optischen Messgeräten geht, da
kurze Messzeiten gefordert sind. Die
Messzeiten seien dabei idealerweise
kürzer als die Taktzeiten der Produktionsmaschinen. Bei Toleranzüberschreitungen erfolgt in der Regel ein optisches
oder akustisches Warnsignal. Ein Mitarbeiter überprüft dann, ob die Messergebnisse plausibel sind. Alternativ ist
aber auch die vollautomatische Plausibilitätsüberprüfung über das Messprogramm unter bestimmten Bedingungen
denkbar. „Beides haben wir schon realisiert“, berichtet Köhler. Weiter berichtet er, dass Messgeräte von Mahr bis zu
einer Temperatur von 40 °C problemlos
arbeiten. Es bestehe dabei keine Notwendigkeit spezielle Umgebungsbedingungen zu schaffen. Wichtig sei allerdings, dass die Messteile sauber sind.
Lediglich bei hochgenauen Messungen
seien klimatisierte Einhausungen erforderlich. Eine andere Variante sei es, die
Messmaschine mit einem Robotersystem in einem Klimaraum zu platzieren.
Die Zuführung der Teile erfolge dann
über ein Fließband und es müsse vor
der Messung eine gewisse Zeit gewartet
werden, damit die Teile temperieren.
Dr. Ralf Bindel, Leitung Business Unit
Process Control & Inspection bei der
Carl Zeiss Industrielle Messtechnik
GmbH, berichtet ebenfalls, dass Qualitätserfassung und Messtechnik näher
an den Prozess kommen. Bei der Integration von Messtechnik in die Fertigungslinie seien jedoch einige Randbedingungen zu beachten. „Es ist mit einigem Aufwand verbunden, direkt in
der Fertigungslinie hohe Genauigkeiten
zu erzielen“, so der Experte. Die Messbedingungen seien im Gegensatz zum
klimatisierten Messraum nicht ideal.
Es gebe Temperaturschwankungen,
Schmutz, Vibrationen und bei optischen
Messsystemen eventuell störenden
Lichteinfall. Dies alles müsse berücksichtigt werden und gegebenenfalls
durch entsprechende Maßnahmen kompensiert werden. „Das alles macht In­
line-Messtechnik oftmals aufwändig
und damit teuer“, so Bindel. Er berichtet, dass es bereits vollautomatisierte
Regelkreise gebe, die bei Toleranzüberschreitungen automatisch gegensteuern. Als Beispiel nennt er eine Schleifmaschine, die bei Abweichungen vom
Sollmaß automatisch nachjustiert wird.
Auch gebe es Lösungen, bei denen die
Mess- und Prüftechnik direkt in die
Maschine integriert ist. Die mit InlineMessungen erzielbare Genauigkeit
hängt seiner Einschätzung nach stark
vom zu kontrollierenden Merkmal des
Bauteils ab. „Beim dimensionellen Messen sind wenige µ möglich. Das allerdings erfordert Sonderlösungen“, so
Bindel. Möglich werde dies durch den
Einsatz spezifischer Systeme, die für
ein oder wenige Merkmale optimiert
sind. Im Unterschied zum klassischen
Messraum wird bei Inline-Messungen
meistens nicht absolut, sondern vergleichend gemessen. Zur Kalibrierung
dient dabei ein Musterbauteil, das auch
‚Golden Part‘ genannt wird. Je nach Stabilität des Prozesses erfolgt die Kalibrierung anhand dieses Bauteils in einem
festgelegten Zyklus.
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»Es ist mit einigem
Aufwand verbunden,
direkt in der Fertigungslinie hohe Genauigkeiten zu erzielen.«
Ein automatisierter Messstand der
BIP-Industrietechnik.
Bild: Wenzel
er
der Sollgeometrie die am Fertigungsprozess beteiligten Maschinen automatisch nachjustiert. „Vorreiter bei automatisierten Inline-Messungen ist die
Automobilindustrie. Aber auch in den
Branchen Medizintechnik, Windenergie
und dem Maschinenbau sind die Verfahren bereits üblich“, berichtet Thomas
Werner, Leiter technischer Vertrieb bei
Wenzel Präzision in Wiesthal. Sein Unternehmen setzt auf Standardmessmaschinen, die dann spezifisch um Automatisierungskomponenten ergänzt
werden. Dabei handelt es sich beispielsweise um Endschalter für Sicherheitspositionen, Notstop-Verknüpfungen
oder Schnittstellen für Hard- und Software. Das Handling der Bauteile erfolgt
üblicherweise über Knickarmroboter,
deren Programmierung meist durch
kundenseitig verfügbares Personal erfolgen kann. Die Bauteile kommen entweder auf Paletten oder auf Transportbahnen zu der Messmaschine, die üblicherweise direkt an der Fertigungslinie
steht. Das Bauteil wird dann vom Roboter gegriffen und in die Messaufnahme der Koordinatenmessmaschine gesetzt. „Mit Abstrichen bei der Genauigkeit arbeiten unsere Messmaschinen
auch in raueren Fertigungsbedingungen
zuverlässig. Für Messungen im µ-Bereich
ist allerdings ein klimatisierter Messraum nach wie vor erforderlich“, so
Werner. Die unter Fertigungsbedingungen erreichten Genauigkeiten seien aber
in vielen Fällen ausreichend, da die
Toleranzen üblicherweise im ZehntelMillimeter-Bereich liegen. Es empfehle
sich aber, die Maschinen zum Schutz
einzuhausen. „Wenn höhere Genauigkeiten erforderlich sind, sollte diese
Einhausung klimatisiert sein“, empfiehlt
Werner. Üblicherweise verfüge diese
Einhausung über automatisierte Hubfenster, die sich beim Beladen der Messmaschine automatisch öffnen. Es sei
zudem möglich, die Messkabine mit
Druckluft zu beaufschlagen, damit kein
Schmutz eindringt. Hinsichtlich der
Aufstellung sind die Maschinen oft mit
aktiver Luftdämpfung ausgerüstet. Damit verhindert man, dass Vibrationen
die Genauigkeit der Messung beeinflussen. „Noch weiter verbessern kann man
die Genauigkeit, wenn die Messmaschine ein eigenes Fundament hat.“
Typische Bauteile für die Inline-Messung sind kleinere Gussbauteile wie
Fahrwerksträger, Motorenbauteile oder
Zylinderköpfe. Es handelt sich dabei um
relativ kompakte Bauteile, die auch
schwer sein können. „Sinn macht die
Automatisierung natürlich erst bei relativ großen Stückzahlen, bei denen
eine höhere Genauigkeit erforderlich
kannte hier eine Marktlücke. Seit einigen Jahren entwickelt das Unternehmen vollautomatische Messstände für die Radsätze in Zusammenarbeit mit Wenzel. Dabei werden die Radsätze per Koordinatenmessgerät mit Lasersensor geometrisch komplett und mit einer Genauigkeit von wenigen µ vermessen. „Das hat
für uns den Vorteil, dass wir sehr flexibel sind
und nahezu alle Parameter vermessen können.
Es spielt dabei keine Rolle, welcher Radsatz in
W
Ein anschauliches Beispiel für die Automatisierung in der Messtechnik liefert das Unternehmen BIP-Industrietechnik aus Brandenburg an
der Havel. Das Unternehmen liefert Messanlagen für Eisenbahn-Radsätze. Diese wurden bisher manuell und teilweise mit sehr alten Messgeräten vermessen. Speziell für den Hochgeschwindigkeitsverkehr wuchsen die Anforderungen an die Messgenauigkeit für Eisenbahnradsätze. Die BIP Industrietechnik GmbH er-
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8 · Trends + Innovationen · Produktion · 13. November 2014 · Nr. 46
2
Annäherungen
an Industrie 4.0
Sabine Spinnarke, Maren Kalkowsky
Produktion Nr. 46, 2014
Bernd Kärcher, Leiter Research Mechatronic Components, Festo, und Johann Soder, Geschäftsführung
Technik, SEW Eurodrive, lassen uns einen Blick auf ihre Industrie 4.0-Welten werfen. Während bei Festo erste futuristisch anmutende Produkte entstehen, sammelt man bei SEW Erfahrung mit Logistik-Lösungen.
»Wir beziehen weitere Gesichtspunkte wie die Interaktion zwischen
Mensch und Technik und das Thema
Ausbildung und Qualifizierung ein.«
Bernd Kärcher,
Leiter Research Mechatronic Components
Festo
Beispiel 1
1
Meine Vision
„Industrie 4.0 ist für Festo ein wichtiges
und hochinterdisziplinäres Zukunftsprojekt, an dem wir kontinuierlich arbeiten. Aus unserer Sicht wird sich die Automatisierungspyramide
evolutionär verändern: Funktionen aus den höheren
Ebenen werden sich nach unten verlagern – Komponenten werden also die Fähigkeit erhalten, Aufträge der überlagerten Steuerungsebene auszuführen. Festo betrachtet den Wandel in der Produktion
ganzheitlich. Deshalb beziehen wir neben der Technologie auch Aspekte wie die Interaktion zwischen
Mensch und Technik und Qualifizierung ein.“
2
Das Zukunftswerk
Die derzeit im Bau befindliche Technologiefabrik in Ostfildern-Scharnhausen wird
nach ihrer Fertigstellung das Leitwerk von Festo
für die Produktion von Ventilen, Ventilinseln und
Elektronik sein. Sie ist als zukunfts- und wandlungsfähige Fabrik konzipiert. In den Produktionsanlagen
werden bereits erste Ansätze von Industrie 4.0 verwirklicht. Auch wird das im Forschungsprojekt Metamofab erarbeitete Wissen in einem Pilotbereich
der Technologiefabrik umgesetzt und getestet.
Metamofab erforscht Lösungen, um in bestehenden
Betrieben die Wandlung zu intelligenten und vernetzten Fabriken zu ermöglichen.
3
Produktideen
Industrie 4.0-Komponenten werden intelligenter und erhalten Funktionen (Embedded Functions), damit sie sich untereinander
vernetzen können. Die aus heutiger Sicht notwendigen hard- und softwareseitigen Voraussetzungen
bringen viele Komponenten von Festo bereits mit,
auch wenn es sich derzeit um Insellösungen handelt,
die noch nicht im größeren Maßstab vernetzt sind.
Mit dem WaveHandling (Foto siehe unten) demonstriert Festo schon heute, wie in Zukunft die Konfiguration eines Systems von den einzelnen Modulen
selbst übernommen werden kann. Es handelt sich
um ein pneumatisches Förderband, das Gegenstände gezielt transportieren und gleichzeitig sortieren
kann. Eine Vielzahl von Balgmodulen verformt dabei die Oberfläche so, dass die Objekte durch eine
Wellenbewegung zielgerichtet befördert werden.
13. November 2014 · Nr. 46 · Produktion ·
Trends + Innovationen · 9
»Die Herausforderung ist, mit LeanPrinzipien und Technologieansätzen
aus Industrie 4.0 Mensch und Technik im Arbeitsprozess intelligent miteinander zu kombinieren.«
Beispiel 2
1 Meine Vision
„Meine Vision von Industrie 4.0: Die ‚smarte‘ Produktion der Zukunft kennt keine
Planungs- und Steuerungsebenen mehr. Wir erhalten einen Auftrag, der direkt in die Fertigungszelle
weitergeleitet wird. In der Zelle sehen wir unseren
Arbeitsvorrat und ‚verheiraten‘ den Auftrag mit
unseren mobilen Montageassistenten. Anschließend
wird das Produkt gefertigt und sucht sich selbstständig seinen Weg durch die Fabrik bis hin zum
Versand.“
Johann Soder
Geschäftsführung Technik, SEW-Eurodrive
2 Das Zukunftswerk
Aktuell führt SEW-Eurodrive unter Berücksichtigung der Wertschöpfungsprinzipien One-Piece-Flow und Small-Factory-Unit ein
Projekt zur Modernisierung und Optimierung des
Materialtransports am SEW-Fertigungswerk in
Graben-Neudorf durch. Der Warentransport in der
Fabrik wird mittels flexiblen fahrerlosen Logistikassistenten (Foto rechts) umgesetzt. Kernbereiche
der Montage sind modular aufgebaute Fertigungsinseln (Foto links). Sie passen sich flexibel der Nachfrage nach neuen Produkten an, gleichzeitig können
veränderte Prozesse hier zeitnah angepasst werden.
Montageassistenten fungieren als mobile Werkbank,
mit ihrer Hilfe werden Getriebe montiert, Motoren
angebaut, mit Öl gefüllt, Antriebe geprüft und zur
Lackieranlage transportiert. Der durchgängige Materialfluss reicht bis zur Auslieferung im Versand
– verknüpft über Informations- und Kommunikationstechnologien erfolgt hier die Kundenauftragsabwicklung mittels Logistikassistenten, Kommissionier-Vorgänge im ursprünglichen Sinn entfallen.
Auch im Bereich der zerspanenden Fertigung in
Graben-Neudorf ermöglichen intelligent verkettete
Fertigungsinseln kurze Auftragsdurchlaufzeiten.
3 Produktideen
Bei SEW-Eurodrive arbeitet man im Bereich der Innovation seit einigen Jahren
an dem neuen Technologiebaukasten, der intelligente, innovative und kostenoptimale Applikationslösungen ermöglicht. Vor allem Neuerungen in
den Bereichen induktive und optische Spurführung,
berührungslose Energieübertragung und Energiespeicherung, Sicherheitstechnik, Funk und Navigation, Sensorik, Antriebstechnik und parametrierbare Steuerungssysteme haben und werden neue
technische Möglichkeiten in der Transportlogistik
bis hin zu robotischen Systemen schaffen.
2. Fachkongress Industrie 4.0:
Praxis, Praxis, Praxis
LANDSBERG (sp). Vom 2.12. bis 3.12.2014 findet der
‚2. Fachkongress Industrie 4.0: Praxis, Praxis Praxis‘
der Fachzeitung Produktion in Amberg statt. Er
zeigt, welche Ansätze von Industrie 4.0 deutsche Firmen bereits realisiert haben. Er bietet produzierenden Unternehmen Orientierung und Entscheidungssicherheit, um sich auf die Herausforderungen einer
sich wandelnden Produktionswelt einzustellen. Vom
Blick in die Fertigung und über die Fabriktore hinaus,
vom Sensor über die Maschinen bis hin zur IT-Sicherheit decken Praktiker und Experten in ihren Vorträgen das ab, womit Produktioner sich heute beschäftigen müssen, um morgen erfolgreich zu sein.
Anmeldung:
Ricarda Herrmann,
Tel. 08191/125-872,
E-Mail: ricarda.herrmann@sv-veranstaltungen.de
Wer folgt dem Gewinner des ersten Industrie 4.0
Awards, der Maschinenfabrik Reinhausen, als bestes
Unternehmen in Sachen IT-Einsatz in der Produktion?
Auf dem Kongress findet zum zweiten Mal die Verleihung des Industrie 4.0 Awards der Fachzeitung
Produktion statt.
Produktion_2014_148x201_Wind.indd 1
14.05.14 10:30
10 · Trends + Innovationen · Produktion · 13. November 2014 · Nr. 46
Wie sich Composites fügen
Um Composites sicher und dauerhaft zu verbinden, eignen sich vorrangig Hybridverfahren
Susanne Nördinger
Produktion Nr. 46, 2014
Landsberg. Leichtbau-Konst-
ruktionen sind in vielen Branchen
gefragt und erfordern zumeist
Multimaterialbauweisen. Dies
erschwert es wiederum, die unterschiedlichen Werkstoffe zu
fügen. „Bei Composites stoßen
die klassischen Fügetechniken
Schweißen, Schrauben und Nie-
»Hauptfügeverfahren in der
Composite-Prozesskette bei
BMW sind kaltaushärtende
Klebstoffsysteme.«
Dr. Stefan Markus Baginski,
Leiter Planung Anlagen-, Steuerungs- und
Verbindungstechnik Karosseriebau BMW
ten an ihre Grenzen“, erklärt Gudrun Weigel, Leiterin Engineering
bei Delo Industrie Klebstoffe, und
fährt fort: „Faserverbundwerkstoffe stellen mit ihrer Matrix
einen in sich verstärkten Polymerverbund dar.“ Das Bohren
dieser Werkstoffe vor dem
Schrauben oder Nieten sei auf-
wändig und es beschädige den
strukturellen Aufbau, der einen
entscheidenden Anteil an der
funktionellen Festigkeit hat. Zudem müsse wegen der Korrosionsgefahr bei Verbindungen von
CFK mit Metall die Bohrung als
Fehlstelle abgedichtet werden.
BMW verbaut etwa im neuen
i3 Composites. „Wir unterscheiden beim Fügen hierbei eine konventionelle Prozesskette und
eine CompositeMaterial angepasste
Prozesskette“, berichtet Dr. Stefan
Markus Baginski,
Leiter Planung Anlagen-, Steuerungsund Verbindungstechnik Karosseriebau bei BMW. „In
der konventionellen
Prozesskette werden warmaushärtende Epoxidharzklebstoffen in Kombination mit
mechanischen Fügeverfahren
eingesetzt“, verrät Baginski.
Hauptfügeverfahren in der speziellen Composite-Prozesskette
seien bei BMW kaltaushärtende
Klebstoffsysteme, die partiell
mittels Infrarot eine Voraushärtung erfahren. Für die Befesti-
gung von Montageteilen bringt
BMW auch sogenannte OnsertBolzen mit einem speziellen
lichtaushärtenden Klebstoff auf.
Für welche Materialkombination
sich laut Baginski welches Fügeverfahren besonders eignet, erklärt die Tabelle auf dieser Seite.
Grundsätzlich muss für eine
stabile Verbindung der Aufbau
des Composite-Verbunds intakt
bleiben. „Als wir mit Böllhoff die
Idee der Onserts entwickelt haben, wollten wir eine Schraubverbindung ermöglichen, die die
Werkstoffstruktur unter den
gegebenen hohen Anforderungen
an die Funktion des Bauteils voll-
Zu fügende Werkstoffe
ständig erhält“, sagt Gudrun Weigel von Delo.
Auch Gesipa bietet eine Lösung,
Composites zu fügen. Prokurist
Kay Brenning: „Wir sind seit 60
Jahren Blindnietspezialisten und
im Leichtbau engagiert. In Kooperation mit der TU Chemnitz
ist nun ein Verfahren entstanden,
mit dem sich Metalle und Kunststoffe verlochfrei verbinden lassen.“ Frank Podlesak von der TU
Chemnitz: „ Momentan befindet
sich das Verfahren im Prototypenstadium. Wir haben aber Anfragen von Autoherstellern und
werden es mit Gesipa zur Serienreife bringen.“
Im BMW-Werk
in Leipzig wird
das CFK-Dach
des i3 per Klebeprozess mit der
Karosserie verbunden. Bild: BMW
geeignetes Fügeverfahren
Composite / Composite
Kleben mit kaltaushärtenden Klebstoffen mit thermischer
Fixierung (Infrarot)
Composite / Composite
Kleben mit warmaushärtenden Klebstoffen und Fixierung
mittels automatischem Blindnieten
Composite / Metall (Stahl oder Al)
Kleben mit kaltaushärtenden Klebstoffen mit thermischer
Fixierung (Infrarot)
Composite / Metall (Stahl oder Al)
Kleben mit warmaushärtenden Klebstoffen und Fixierung
mittels automatischen Blindnieten
Aluminium / Stahl
Halbhohlstanznieten (HSN)
Aluminium / Stahl
Fließlochschrauben (FLS)
Aluminium / Stahl
Vollstanznieten (VSN)
Quelle: Dr. Stefan Markus Baginski, BMW
Delo/Böllhoff: Klebebolzen
Gesipa/TU Chemnitz: Blindnieten
TU Chemnitz: Hybridfügeverfahren
Bei ihrer an das Bolzenschweißen angelehnten
Technologie kombinieren
die Unternehmen Delo
und Böllhoff Kleben und
Schrauben, indem sie Befestigungselemente wie
Metallgewindebolzen mit
einem transparenten
Kunststofffuß ausstatten und diesen mit Faserverbundwerkstoffen verkleben. Die Gewindestange der sogenannten Onserts lassen sich so verschrauben und – wenn nötig
– auch wieder lösen. Onserts wurden in Pilotprojekten erprobt, zuletzt bei der Befestigung von Kabeln, Verkleidungen und anderen Bauteilen beim BMW i3. Die Aushärtung
des Klebstoffs benötigt mit LED-Lampen weniger als 5 s
und lässt sich vollständig automatisieren. Die so entstandene Verbindung ist sofort belastbar. Auf CFK erzielen die
Klebebolzen bei einem Fuß-Durchmesser von 25 mm eine
Abzugsfestigkeit von bis zu 2000 N.
Die TU Chemnitz hat mit
Gesipa ein Verfahren zum
vorlochfreien Verbinden
von Metallen und Kunststoffen entwickelt. Dabei
wird eine mechanische
Fügeverbindung durch
Kombination der Verfahren fließlochformendes
Schrauben und Blindnieten hergestellt. Durch eine Fügekraft wird ein speziell geformter rotierender Blindniet durch
die zu fügenden Werkstoffe getrieben und anschließend
ausgeformt. „Bei diesem modifizierten Blindnietverfahren
bildet das Metallblech eine Hülse aus“, erklärt Frank Podlesak von der TU Chemnitz. Daher ist die Scherfestigkeit
der Verbindung sehr hoch. „Aufgrund der Prozesswärme
und der Lochformung ist das Verfahren für die Verbindung
von Leichtmetallen und faserverstärkten Kunststoffen geeignet.“ Die Fügestelle muss nicht vorbereitet werden, eine
einseitige Zugänglichkeit ist ausreichend.
Wie Wolf Georgi von der
TU Chemnitz berichtet,
sind im Leichtbau Mischverbindungen zwischen
Kunststoff und Metall
gefragt. „Die beiden
Werkstoffe lassen sich
nur schwer thermisch fügen, da der Ausdehnungskoeffizient bei Kunststoff im Mittel rund dreimal höher ist als bei Metall“, sagt Georgi. „Im Rahmen eines Forschungsprojektes arbeiten wir an einem Hybridfügeverfahren, dem sogenannten ‚Clinchen und Schmelzkleben mittels
torsionalem Ultraschall‘.“ Bei diesem Verfahren werde kein
zusätzlicher Klebstoff benötigt. Stattdessen wird der
Kunststoff durch Ultraschall örtlich erwärmt, sodass er sich
zwischen den Fügeflächen verflüssigt und die Werkstoffe
verbindet. Der Fügevorgang dauert rund 2,5 s. Georgi: „Für
unser Verfahren interessieren sich Anwender aus den Bereichen Automotive, Weiße Ware und Maschinenbau.“
13. November 2014 · Nr. 46 · Produktion ·
Trends + Innovationen · 11
Saubere Sache für Mensch & Maschine
Instandhalter verraten ihre Tricks und Kniffe bei der Hygieneinspektion von RLT-Anlagen
Dietmar Poll
Produktion Nr. 46, 2014
»Produktionsunternehmen werden sich der Arbeitsschutzforderung immer mehr bewusst.«
Landsberg. In Produktionsstät-
ten erfolgt der Luftaustausch mechanisch über Ventilatoren meist
mit einem Kanalsystem. Dies setzt
voraus, dass sich die Lüftungsanlage in einem einwandfreien hygienischen Zustand befindet.
Doch wie ist dies zu gewährleisten? „Eigentümer und Betreiber
von RLT-Anlagen sind verpflichtet, diesen einwandfreien hygienischen Zustand sicherzustellen.
Die federführende Richtlinie hinsichtlich der Hygiene bei der Planung, Ausführung, Betrieb und
Instandhaltung von raumlufttechnischen Anlagen ist die VDI 6022“,
beschreibt Jochen Braun vom
Kompetenzcenter Technik bei der
ISS Facility Services GmbH.
„Die Hygieneinspektion dient
allerdings als reines Kontrollinstrument, um Schwachstellen und
Mängel aufzudecken und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Neben der hygienebewussten Planung und Ausführung von raumlufttechnischen
Anlagen ist von elementarer
Wichtigkeit die fachgerechte und
zertifizierte Reinigung und Wartung“, erklärt Braun.
Joachim Büttner, Projektleiter
und stellvertretender Fachbereichsleiter Hygiene TGA bei Kessler + Luch, fügt hinzu , dass es drei
wesentliche Parameter gebe, die
mikrobielle Entwicklung und
Wachstum förderten. Dabei handele es sich um Temperatur,
Schmutz und Feuchtigkeit. „Auf
die Temperatur haben wir so gut
wie keinen Einfluss, da sich die für
uns relevanten Mikroorganismen
im gleichen Temperaturumfeld
Joachim Büttner, Kessler + Luch
GmbH & Co. KG
»Moderne Reinigungsroboter ermöglichen eine
Trockenreinigung ohne
Demontage.“«
Jochen Braun, Kompetenzcenter
Technik- ISS Facility Services
GmbH
Gut geschultes Personal ist für Aufbau und Betrieb von RLT-Anlagen unabdingbar.
wohlfühlen wie wir. Wir können
nur Einfluss nehmen auf die beiden
verbleibenden Faktoren Schmutz
und Feuchtigkeit“, so Büttner. Das
bedeutet: An den Stellen, an denen
Verschmutzung unvermeidbar ist
wie beispielsweise an Filtern, Außenluftansaugung oder Außenluftschalldämpfern, sollte es möglichst
trocken sein. Büttner weiter: „An
den Stellen, an denen Feuchteanfall
unvermeidbar ist, wie bei Befeuchtungseinrichtungen und Luftkühlern, muss die eindringende Luft
möglichst gut gefiltert sein. Dies
ist in der aktuellen Norm VDI 6022
erkannt und berücksichtigt.“
Darüber hinaus böten poröse
Dichtungsmaterialien an Gehäu-
seteilen von RLT-Geräten und
Abdichtungen von Einbauteilen
wie Filtereinsätzen ein erhöhtes
Gefahrenpotenzial für die Bildung
und das Wachstum von gesundheitsgefährdenden Mikroorganismen. „Die Verwendung von offenporigen Dichtungsmaterialien im
Luftstrom von RLT-Anlagen ist
gemäß VDI 6022 nicht zulässig“,
warnt Büttner.
Dass auch bei der Reinigung die
Zeit nicht stehen geblieben ist,
zeigt Braun auf: „Zusätzlich zu
Wasser-, Pressluft-, und Absauggeräten ermöglichen moderne
Reinigungsroboter ohne Demontagen eine Trockenreinigung mit
Bürstendreh- und -schwenkköp-
Bild: WISAG
fen.“ In der Regel ließen sich mit
moderner Technik und Desinfektion alle kontaminierten Anlagen
in einen hygienisch vertretbaren
Zustand versetzen. „Ein Austausch
sollte nur dann in Betracht gezogen werden, wenn baukonstruktiv
eine erneute Verkeimung sehr
wahrscheinlich ist. Dieses ist immer dann der Fall, wenn die raumlufttechnische Anlagen nicht
fachgerecht ausgeführt wurde
oder durch Nutzerverhalten die
Anforderung geändert wurde“,
erklärt er.
Dazu ergänzt Büttner: „Beim
Austausch der Anlage spielen auch
Überlegungen der Energieeinsparverordnung eine wichtige Rolle.
Durch Verwendung von beispielsweise effizienteren Ventilatoren
oder Wärmerückgewinnungssystemen kann eine hohe Amortisationsrate erzielt werden.“
Am Ende entscheidend sei laut
Büttner schließlich gutes Personal:
„Gut geschultes Personal verfügt
über Grundkenntnisse eines hygienisch verantwortlichen Aufbaus und Betriebs von RLT-Anlagen. Es ist in der Lage, bauliche
Abweichungen von den Anforderungen der VDI 6022 zu erkennen
und den Anlagenbetreiber darauf
hinzuweisen. Diese Abweichungen
können mitunter die Notwendigkeit von verstärkten Hygienekontrollen erfordern.“
Interview: Bernhard Schuhmacher über die Wartungsqualität
Inspektion von Klimaanlagen: Die fachgerechte und zertifizierte Reinigung
und Wartung ist von elementarer Wichtigkeit.
Bild: WISAG
Hygieneinspektionen nach VDI 6022
Die Hygiene-Erstinspektion beinhaltet:
●● Inhalt der Wiederholungs-Hygieneinspektion
●● Festlegung und Markierung der
Probeentnahmeorte für die Hygienekontrollen und -inspektionen (Hygiene-Monitoring)
●● Überprüfung der Umsetzung aller Anforderungen dieser Richtlinie anhand der Checkliste aus
VDI 6022 Blatt 1.1.
Die Inhalte der Hygienekontrollen und Hygieneinspektionen
sind in einer Checkliste im Blatt 1
der VDI 6022 komponentenweise dargestellt.
Die Wiederholungs-Hygieneinspektionen von RLT-Anlagen durch
Fachpersonal:
●● bei Anlagen mit Luftbefeuchtung im Abstand von zwei Jahren
●● bei Anlagen ohne Luftbefeuchtung im Abstand von drei Jahren
●●
Herr Schumacher, wer führt die
Wartung von RLT-Anlagen in der
Regel durch?
In der Regel vergibt der Betreiber
diese Aufgabe an eine spezialisierte Wartungsfirma, die den
Wartungsumfang an der Gefährdung ausrichtet. Anlagen mit
Luftbefeuchter sind beispielsweise häufiger zu warten als Anlagen
ohne. Denn Schimmelpilze und
Bakterien vermehren sich in Klima- und Lüftungsanlagen vor allem in warmer, feuchter Umgebung. Bei Anlagen mit Luftbefeuchtungssystemen besteht zudem die erhöhte Gefahr, dass Legionellen über die Belüftung in
die Räume gelangen.
Welche Rolle hat die Hygieneinspektion nach VDI 6022?
Die Hygieneinspektion erfüllt mehrere Funktionen: Sie stellt sicher,
dass die Luftqualität tatsächlich
unbedenklich ist. Zudem ist sie der
rechtssichere Nachweis gegenüber
Dritten, dass der Betreiber seinen
Pflichten nachgekommen ist. Für
Anlagen mit Luftbefeuchter ist
dies alle zwei Jahre, ohne Luftbefeuchter alle drei Jahre vorgeschrieben. Außerdem ist sie ein
Check für die Wartungsqualität.
Bernhard
Schuhmacher
ist Produktmanager für Gebäudetechnik
bei DEKRA.
Bild: DEKRA
Wer soll die Hygieneinspektion
vornehmen?
Es ist empfehlenswert, die Prüfung
durch einen unabhängigen Fachmann
vornehmen zu lassen: So kommt das
Vier-Augen-Prinzip zur Anwendung
und es ist sichergestellt, dass die Anlage einwandfrei funktioniert und gewartet ist. Außerdem hat ein externer
Sachverständiger keine eigenen Liefer- oder Reparaturinteressen.
Wie kommt es in der Praxis zu Mikrobenbefall?
Der Grund für einen Mikrobenbefall ist in den allermeisten Fällen
eine unzureichende Wartung: Ein
verspäteter Filterwechsel, Undichtigkeiten und verschmutzte Kühlerlamellen begünstigen das
Wachstum der Keime. Auch ungepflegte Lüftungskanäle und Luftbefeuchter stellen ein Risiko dar.
Selbst bei brandneuen Anlagen
kann es zudem durch Unachtsamkeiten bei der Installation schnell
zu Pilz- und Bakterienbefall kommen.
12 · Trends + Innovationen · Produktion · 13. November 2014 · Nr. 46
Facts: Die Laseranlage
●●
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●●
Hohe Flexibilität durch Einsatz von
Handlings- und Schneidroboter
Rohrablängen und Konturschneiden ist
ohne manuelles Umspannen in einem
vollautomatischen Zyklus möglich
Taktzeitneutrales Rüsten mittels Schnellrüstkonzept
Offlineprogrammierung im 3D Anlagenraum
Übertragbarkeit der Programme an allen
Standorten (‚technologisches Leitwerk‘)
Fast Contours Technology: Durch selbstständige Bahnberechnung können Konturen kleiner 40 mm Durchmesser in weniger als 1,5 s hergestellt werden. Somit
lassen sich durchschnittlich circa 50 %
aktive Schneidzeit einsparen. Zudem
entfällt die Gratzackenbildung im
Schnittüberlapp
Fast Length Cuts Technology: Durch optimale Bahnberechnung sinkt die Zeit eines Ablängschnitts um circa 30 %
Automatische Rohr-Chargenanpassung
über kapazitive
Rohrlageneinmessung
Die Laserschneidanlage bei Bosch Emission Systems in Neunkirchen ist zu weiten Teilen eine Eigenentwicklung, die mit Komponenten vom Markt konstruiert wurde und genau auf die Bedürfnisse der hauseigenen Fertigung zugeschnitten ist. Bild: BESG
Der Trend geht zum Eigenbau
BESG entwickelt Spezialmaschinen und -werkzeuge selbst – damit sie die Anforderungen der Fertigung erfüllen
Teilen von diversen Zulieferern.
Aber warum vergibt BESG die
Entwicklung solcher Anlagen
Neunkirchen. Spezielle Anfor- nicht extern? Schließlich gibt es
derungen erfordern spezielle Lö- in Deutschland viele hervorragensungen. Das ist auch in der Indus- de Sondermaschinenhersteller. „Es
trie so. Immer mehr Unternehmen gab auf dem Markt schlicht keine
entwickeln und bauen sich ihre Maschinen, die unseren AnsprüMaschinen daher selbst. Die Bosch chen genügt haben“, erklärt SeEmission Systems GmbH (BESG) bastian Brück, bei BESG zuständig
in Neunkirchen zum Beispiel hat- für das Einführen und Weiterentte gleich an mehreren Stellen in wickeln neuer Fertigungsprozesse.
der Produktion Bedarf: Es man- Der Grundauslöser für die Entgelte an Sonderwerkzeugen für wicklung der aktuellen Maschinen
das Biegen von Rohren mit engen sei der Bedarf an kleinen LosgröBiegeradien mit eißen bei gleichzeitiger hoher Varianz
nem Durchmesser
von 2,5" bis 6", einer
gewesen. „Die Mapassenden Technik
schinen, die wir
z u m Sy n c h r o n normalerweise im
Einsatz haben, sind
schweißen spezielGroßserienmaschiler Bauteile und
nen. Unsere Aufgaeiner Anlage zum
be haben wir darin
Laserschweißen
gesehen, die entkomplexer Geometrien in drei Dimensprechenden KonBenjamin Gantner
sionen.
zepte für die Kleinist Prozessexperte
serie zu adaptieAlso entwickelte
für Lasertechnik im
ren.“ Und um diese
das Unternehmen
Bosch Emission Syszu produzieren,
die Anlagen und
tems-Team.
werden robuste
Werkzeuge kurzerProzesse und
hand selbst – mit
Stefan Weinzierl
Produktion Nr. 46, 2014
schnelle Handlingszeiten beim
Rüsten gebraucht, so der Experte.
„Wir sind bei den auf dem Markt
verfügbaren Lösungen an Grenzen
gestoßen – also wurde eine Eigenentwicklung nötig.“
Zu Beginn startete die Entwicklung mit einem Sechs-Mann-Team.
„Inzwischen sind wir 16, die aber
mehrere Standorte betreuen“, sagt
Benjamin Gantner, Prozessexperte für Lasertechnik im BESG Team.
„Darunter sind Kollegen, die rein
mit der Entwicklung beschäftigt
sind, aber auch etliche, die die
Informationen aus dem Shopfloor
zufließen lassen.“ Dieses Feedback
aus der Herstellung sei wichtig,
damit die Maschine nicht am Bedarf vorbei konstruiert wird. Bei
den aktuellen Maschinen sei das
nicht der Fall gewesen. Durch die
gute Kooperation wurden das
Schnellrüstkonzept, die Flexibilität, die Prozessrobustheit sowie
die Verkürzung der Rüstlücke genau nach Bedarf entwickelt.
Insgesamt dauerte die ‚harte
Phase‘ der Entwicklung rund ein
Jahr. Allerdings sei mit der reinen
Konstruktion die Arbeit nicht erledigt, so Brück. „Jetzt müssen die
Technik-Facts: Die vollelektrische Rohrkaltbiegemaschine
Maschinenfeatures:
●●
●●
●●
Bearbeitung von Rohrdurchmessern ab 44 mm bis zu
169 mm und Rohrlängen von bis
zu 3 m
Biegewinkel sind bis zu 180°
umsetzbar
Kombinierte Rohrpositioniereinrichtung Transport/Verdrehen/
Transportnachdruck
Besonderheiten zum Biegen enger Radien:
●●
●●
Entwicklung von Sonderbiegewerkzeugen zur Realisierung
engster Biegeradien bei dünnwandigen Rohren
Rohrgeometrien sind auch bis
zu einem Verhältnis (Biegeradius zu Durchmesser) von 1:1
umsetzbar.
●●
Integrierte Inline-Messung des
Rückfederverhaltens
Eigenentwicklungen:
●●
●●
●●
Einsatz von Inlinemessung für
Chargenschwankungen
Werkzeuge und Parameter zum
Einsatz bei sehr engen Biegeradien
Sonderrüstkonzept
Anlagen an verDazu braucht es
schiedene Prozesse
nach Ansicht von
und Abläufe angeBrück und Gantner
aber meistens die
passt und eingeLeistungskraft eistellt werden.“
nes großen KonDie Kosten der
zerns wie Bosch. So
Eigenentwicklung
könne eine Abteiwaren kein Problem. „Wir haben die
lung vom Wissen
Strategie gefahren,
der anderen profidass wir das, was es
tieren und diese
Sebastian Brück ist
auf dem Markt gab,
auch in eigene Entzuständig für Einfühentsprechend angewicklungen sterung und Weiterentpasst haben“, sagt
cken.
wicklung neuer FertiBrück. „Wo wir den
Die Biegewerkgungsprozesse.
Bedarf gesehen hazeuge und die beiben, haben wir uns
den Laseranlagen
Sondermaschinen angesehen.“ Mit sind aber beileibe nicht die ersten
Hilfe von Partnern und umsichti- oder einzigen Entwicklungen, die
ger Vorgehensweise wurden die von der Automobilsparte von
Kosten im Rahmen gehalten.
Bosch hervorgebracht wurden.
Zwar könnte ein Teil der Ent- Schon im vorigen Jahr wurde eine
wicklungskosten durch den Ver- Fertigungslösung mittels Ultrakauf der Technik wieder herein- kurzpulslaser (UKP) mit dem Zugeholt werden, doch das lehnt die kunftspreis des BundespräsidenBESG ab. „Wir haben viel Innova- ten ausgezeichnet, die Bosch getionskraft und Know-how in die meinsam mit der Uni Jena und
Entwicklung gesteckt – daher ist dem Laserhersteller Trumpf entein Verkauf nicht vorgesehen“, wickelt hat. Diese Technik wird
erklärt Brück. Die Sonderentwick- inzwischen intensiv genutzt, um
lungen seien außerdem ein gutes Einspritzanlagen in Großserie zu
Alleinstellungsmerkmal.
fertigen.
Mit Hilfe von
selbst entwickelten Rohrbiegewerkzeugen fertigt die BESG auf
einer relativ handelsüblichen
Rohrkaltbiegemaschine besonders enge Radien.
Bild: BESG
13. November 2014 · Nr. 46 · Produktion ·
Praxis · 13
Investition in Sondermaschine gespart
ZF Friedrichshafen setzt auf AlTiN-beschichtete und intern gekühlte Wendelbohrer
1
Smaro Makaronidou
Produktion Nr. 46, 2014
2
Passau (tbö). Im Jahr 2005 galt
30xD noch als sensationell. Heute sind Werkzeuge mit Längen und
Durchmesser-Verhältnissen bis
40xD bereits Standard. „Wendelbohrer mit 50xD sind bislang eher
noch die Sonderlösung“, sagt Volker Lang. Aber auch sie liefen in
den Betrieben von ZF Friedrichshafen ohne Probleme. Lang ist
Industrietechniker und im Werk
Passau-Grubenweg zuständig für
Planung und Projekte. Eines seiner
Vorhaben ist, das Tieflochbohren
voranzubringen. Stand bei vergütetem und Einsatzstahl ist 60xD.
Möglich machen dies AlTiN-beschichtete und intern gekühlte
Wendelbohrer von MMC Hartmetall, die Lang auf regulären Bearbeitungszentren einsetzt. Der
Prozess sei sicher, der geldwerte
Nutzen erheblich.
Passau ist Produktions- und
Ent­w icklungsstandort der ZF
Friedrichshafen AG. Hier werden
Achsen und Getriebe sowie Antriebskomponenten hergestellt für
Bau- und Landmaschinen, Busse
und Pkw, darunter auch 700 mm
lange Zentral-, An- und Abtriebswellen für die Getriebe von Personen und Nutzfahrzeugen, Landsowie Baumaschinen. Zwischen
14 000 und 16 000 sind es pro Jahr.
Hinzu kommen so genannte Exoten: Wellen für Schlepper- und
Automatikgetriebe. Gängige Stäh-
1) Franz Schwarzmüller, Fertigungsmeister bei ZF Friedrichshafen, hält eine fertig
tiefgebohrte Welle in seinen
Händen: Als Toleranz und
Oberflächengüte gelten jeweils 0,2 und -0,1 mm für den
Durchmesser, 1 mm für die
Symmetrie, 2 mm für die Tiefe sowie Rz100 maximal.
2) Tiefbohren auf StandardBearbeitungszentrum: Die
maximale Tiefe der bis
7,5 mm durchmessenden Kanäle beträgt 600 mm. Davon
werden derzeit 410 mm mit
Vollhartmetall-Bohrern erreicht. Den Rest besorgen
Einlippenbohrer.
Bilder: facts-and-figures/Filì
le sind 16MnCr5 (Werkstoffnummer 1.7131) und 42CrMo4 (1.7225).
Bei manchen werden fünf Bohrungen eingebracht, bei anderen
nur eine. Größte Tiefe der bis
7,5 mm durchmessenden Kanäle
ist 600 mm. Davon werden derzeit
410 mm mit MMCs VollhartmetallWerkzeugen erreicht. Den Rest
besorgen Einlippenbohrer. Vorgabe für Toleranz und Oberflächenqualität sind jeweils 0,2 und
-0,1 mm beim Durchmesser, 1-mmSymmetrie, 2 mm bei der Tiefe
sowie Rz100 maximal als Rautiefe. Je nach Werkstoff liegt der
Standweg der Bohrer zwischen 40
und 100 m. „Wir machen das auf
einem ohnehin vorhandenen
Standard-Bearbeitungszentrum“,
sagt Fertigungsmeister Franz
Schwarzmüller, „und eben nicht
auf einer eigenen Tiefbohr- oder
Spezialmaschine.“ Diese Investition hätte man sich mit anderen
Tools nicht zwingend sparen können. Vielmehr würden die MMCBohrer wie jedes gewöhnliche
Werkzeug auch aus dem Zentrumsmagazin gewechselt: „Das
spart erheblich Zeit und Geld.“
Voraussetzung sei indes, dass der
Ablauf verlässlich ist. Bricht der
Bohrer, addierten sich die Kosten
für Werkstück, Werkzeug und
Maschinenausfall schnell auf eine
vierstellige Summe.
ZF Passau und MMC hatten die
Werte seit 2005 – dem Beginn der
Zusammenarbeit und 30xD-Bohrern – Zug um Zug ausgereizt und
gesichert. Das Zwischenergebnis
rechnet sich. Der 6,83 mm durchmessende ‚MHS0683-L60CVP15TF‘
bohrt 410 mm in 1,2 min aus. Dabei
fährt das lange Tool in den Stahl
als wäre es Butter. „Wenn der Span
dabei aus dem Bohrloch spritzt,
ist das Qualität“, freut sich Manfred Bartl, der das Hüller-HilleBearbeitungszentrum führt. Au-
ßer ihm haben 25 weitere Werker
mit dem Tiefbohrer zu tun. Rund
30 Werkzeuge gehen jede Woche
zum Nachschleifen und erneuten
Beschichten raus. ZF in Passau
arbeitet dreischichtig. Probleme
beim Handling oder Qualitätsschwankungen sind nicht bekannt. Das mit 50 bar Kühlschmierstoffdruck beaufschlagte
MMC-Tool arbeite doppelt so
schnell wie herkömmliche Bohrer,
sagt Bartl. Ob dies das Ende der
Entwicklung sei oder der Prozess
sich noch weiter tunen lasse, sei
einstweilen offen.
www.zf.com
Kosten halbiert, Standzeit verdreifacht
Die DGH-Group profitiert von einer Oberflächenbehandlung mit der Balint Duplex-Serie von Oerlikon Balzers
Produktion Nr. 46, 2014
BALZERS/BINGEN (ba). Leichten
Aluminium-Werkstoffen gehört
die Zukunft im Automobilbau:
Zwischen 1990 und 2012 stieg ihr
Anteil pro Fahrzeug laut Studien
von 50 auf 140 kg. Dieser könnte
2020 bis zu 180 kg erreichen. Dabei erhalten vor allem Alu-Bauteile für Motorraum und Getriebe
immer komplexere Geometrien.
Ein Grund dafür ist der Trend, aus
mehreren Teilen eines zu kon­
struieren, um Platzbedarf und
Gewicht weiter zu senken. Der
Aluminium-Druckguss treibt diese Entwicklung mit fortschrittlicher Technik voran – trotz Herausforderungen. So bereiten komplizierte Bauteilkonstruktionen
mit engen Verrippungen Ent­for­
mungs­probleme nach der Erstarrung der heiß eingeschossenen,
flüssigen Alulegierung. Denn solche schlecht zugänglichen Stellen
benetzt das Trennmittel, das vor
jedem Schuss zur besseren Entformung in das Druckgießwerkzeug appliziert wird, oft nur unzureichend. Dann entstehen dort
rasch hartnäckige Alu-Anklebungen – und somit beträchtlicher
Wartungsaufwand.
Schon vor einigen Jahren machte deshalb die heutige DGH-Group
aus Dohna bei Dresden, Produzent
von Druckgussteilen aus Aluminium und Magnesium, erste Er-
140
kg beträgt inzwischen der Anteil
von AluminiumWerkstoffen im
Automobil
Zwischen den auseinandergefahrenen Formhälften der mächtigen Aluminium-Druckgießmaschine begutachten DGH-Mitarbeiter Michael Nitsch (re.) und Markus Salathé von Oerlikon Balzers
die Oberflächenqualität der Balinit-behandelten Formenbereiche. Foto: Oerlikon Balzers
fahrungen mit Werkzeug-Beschichtungen. „Diese waren jedoch
für den rauen Gießalltag nicht
geeignet, da sie bei der Entfernung
der Anklebungen beschädigt wurden und somit erneuter Beschichtungs- und Wartungsaufwand
entstand“, sagt Michael Nitsch,
zuständig für Arbeitsvorbereitung
und Werkzeugmusterung.
Der DGH-Mitarbeiter beschäftigte sich im Rahmen einer Facharbeit eingehend mit der Problematik – und fand beim Partnerunternehmen Oerlikon Balzers
eine Lösung: Balint Lumena in
Duplex-Technologie. Bei diesem
kombinierten Verfahren wird die
Werkzeugoberfläche erst nitriert,
anschließend wird eine anwen-
dungsgerechte Balint-Schicht aufgebracht. Zu diesem Prozess zählt
auch eine Vor- und Nachbehandlung.
„Den besten Verschleißschutz
und Standzeitgewinn bringt immer erst die optimale Kombination aus Oberflächengüte und
Beschichtung des Werkzeugs“,
sagt Markus Salathé, Key-Account-
Manager bei Oerlikon Balzers in
Schopfheim. „Darin steckt unser
spezielles Know-how, und dazu
betrachten wir den kompletten
Gießprozess.“
Mit nachhaltigem Erfolg: Durch
die kombinierte Behandlung zeigten sich Verschleiß und Verklebungen deutlich später. Die Auflegierungen ließen sich nun leichter entfernen, ohne Schichtbeschä­
digung. Ausschuss und Instandhaltungsaufwand sanken.
„Die Standzeit ist zwar sehr teileabhängig, ließ sich aber bei Kernen teilweise mehr als verdreifachen“, sagt Michael Nitsch. So sind
bestimmte ungekühlte Formkerne,
die im direkten Anguss bisher nur
8 000 bis 10 000 Schuss durchhalten konnten, jetzt für 20 000 bis
25 000 Schuss im Einsatz. Auch
die Zykluszeiten ließen sich zum
Teil verkürzen, da die Behandlung
nun eine Entformung bei höheren
Temperaturen erlaubt. Nicht zuletzt zeigte eine Analyse, dass die
Beschichtung die Kosten für die
Produktion bestimmter Werkzeug­
einsätze um mehr als die Hälfte
senken konnte.
Angesichts dieses Rundumerfolgs blieb die Werkzeugbehandlung für die DGH-Group nicht nur
Problemlöser: „Wir beziehen sie
inzwischen von vornherein in die
Entwicklung und Konstruktion
mancher Formen ein“, so Nitsch.
www.oerlikon.com/balzers/de
14 · Praxis · Produktion · 13. November 2014 · Nr. 46
Das Palettieren wirtschaftlicher machen
Koch Industrieanlagen liefert Robotersystem für mehr Palettierqualität bei Arla Foods
Produktion Nr. 46, 2014
Dernbach (hi). Arla Foods
Deutschland investierte in ein
vollautomatisches HochleistungsPalettierzentrum für Milchtrays.
Die Produktivität des Palettierzentrums, das von der Koch Industrieanlagen GmbH stammt,
beruht unter anderem auf Arbeitsteilung.
In den drei Palettierzellen, in
denen je zwei Vorgruppierlinien
für Milchtrays zusammenlaufen,
teilen sich jeweils drei Roboter die
Aufgaben. Pro Linie ist in jeder
Zelle ein kleiner, sehr schneller
Roboter installiert, der die Trays
mit seinem Handlingsystem greift
und vorgruppiert. Der Roboter ist
so flexibel, dass er sogar Lagenmuster mit beliebig angeordneten
Lücken bilden kann.
Ein Palettierroboter mit einer
Tragfähigkeit von 700 kg nimmt
die fertigen Lagen auf und setzt
sie auf einer Palette ab. Hierfür
nutzt er seinen frei programmierbaren, für Lasten im Gewicht von
bis zu 210 kg ausgelegten Lagengreifer, der die Gebinde optimal
zentriert. Jürgen Thommes, Projektleiter Technik, erläutert, dass
jede der drei Zellen eine Palettierleistung von bis zu 4 800 Trays in
der Stunde erreicht. Die beiden
Vorgruppier-Roboter handhaben
in dieser Zeit je bis zu 2 400 Trays,
der Palettierroboter die doppelte
Menge.
Neben dieser Produktivität fordert Arla von dem vollautomatischen Hochleistungs-Palettierzentrum, das auf dem Koch PalletSystem BOX 5000 basiert, eine hohe
Palettierroboter sorgen bei Arla Foods für eine schnelle und positioniergenaue Stapelung von
Milchtrays.
Bild: Koch
Verfügbarkeit, geringe Wartungskosten sowie präzise Lagenmuster
als Voraussetzung für stabile Lagenverbunde. Außerdem ist dem
Betreiber Flexibilität hinsichtlich
neuer Lagenbilder und Stapelmuster wichtig. Diese werden komfortabel mithilfe der Software Koch
EasyPallet generiert und zentral
verwaltet.
Thommes betont, das System,
das für einen 24-Stunden-Betrieb
an sieben Tagen in der Woche
konzipiert ist, könne das komplette Produktspektrum der Niederlassung palettieren. Dafür wären
zirca 65 Lagenbilder nötig, die man
über die Software wechseln könne,
ohne mechanisch etwas einstellen
zu müssen.
Einen wesentlichen Anteil an
den präzisen Lagenbildern und
der Stabilität der Lagenverbunde
haben auch die für diese Applikation entwickelten Greifersysteme.
Der Lagengreifer arbeitet mit einer Rechenaufnahme und einer
drehmomentgesteuerten Vierseitenzentrierung. So werden die
Milchtrays schonend gehandhabt,
es entsteht eine hohe Palettierqualität. Der Greifer kann sich
zudem an die vielfältigen Produkte des Unternehmens anpassen.
Die Palettierroboter nehmen Erzeugnisse in Abmessungen von
700 x 700 bis 1 350 x 1 350 mm auf.
Dank Drehachse können sie vorgruppierte Lagen längs oder quer
auf Paletten absetzen. Auch die
Vorgruppier-Roboter, deren Greifer mit einer Servoachse versehen
sind, erfüllen die Ansprüche an
Flexibilität.
Beim einem Rundgang durch
die Anlage hebt Thommes den
relativ geringen Platzbedarf des
Hochleistungs-Palettierzentrums
hervor. „Koch nutzt für die Produkt- und Leerpalettenzuführung
verschiedene Fördertechnikebenen und somit auch die Höhe der
Halle. Durch dieses Konzept bleibt
genug Raum für integrierte Wartungsbühnen, über die alle Anlagenteile sehr gut zugänglich
sind“, sagt er.
Die Milchtrays laufen auf Gurtund Rollförderern in die Zellen des
Palettierzentrums, die Leerpaletten und die Schonbogen-Magazine auf Rollenbahnen. Der Palettierroboter kann die Lagen, von
denen sich bis zu fünf unterschiedliche auf einer Palette kombinieren lassen, auf eine Höhe von
bis zu 2 400 mm stapeln.
Arla achtet bei allen Erzeugnissen darauf, dass die Trays weder
beim Handling noch durch das
Gewicht, das auf die unteren Lagen einwirkt, zu stark belastet
werden. Insofern hängt die realisierbare Stapelhöhe auch von der
Qualität der Trays, dem Produktgewicht und den Anforderungen
der Kunden ab.
Weil die Anlage für alle gängigen
Palettentypen in Holz- und Kunststoffausführung ausgelegt ist,
kann der Betreiber zum Beispiel
Euro-, Industrie- und DüsseldorferHalbpaletten verwenden. Nach­
dem der Palettierroboter, der eine
Leistung von 250 Zyklen in der
Stunde erreicht, einen Ladungsträger komplett beladen hat, transportiert eine Rollenbahn die Ware
zum Wickelautomaten. Anschließend fährt eine Fördertechnik die
palettierten Milchtrays vollautomatisch ins Hochregallager.
www.koch-roboter.de
Druckbehälter der Extreme
Oerlikon liefert Schweißtechnik für Druckleitung in Tirol
Produktion Nr. 46, 2014
A-Steinhaus (ba). Die Anlagen
der TIWAG-Tiroler Wasserkraft
AG im österreichischen Kaunertal
sollen nach der Modernisierung
weitere 100 Jahre halten – statt
der sonst üblichen 40 bis 50 Jahre.
Einen Beitrag liefert der Austausch
der Druckleitung. Kremsmüller
Industrieanlagen verantwortet die
Druck- und Flachstreckenleitung,
Oerlikon die Unterpulver-Schweißtechnik. Aus der extremen Höhendifferenz im über 1 400 m langen
Druckschacht resultieren sehr
unterschiedliche Be­an­spru­chun­
gen. Die Wanddicke entsprechend
der Druckerhöhung zu variieren
scheidet aus, entschie­den die Experten. Sie verwenden stattdessen
in zunehmender Tiefe belastbarere Stahlwerkstoffe. Eine Herausforderung, denn mit steigendem
Qualitätsanspruch an den Stahl
ist er schwieriger zu schweißen.
Die dynamisch hoch belasteten
Schweißnähte für den Behälter
mit durchschnittlich 4 400 mm
Innendurchmesser müssen deshalb besondere Kriterien erfüllen.
Dafür fehlten jedoch bisher sowohl
Erfahrungen als auch technische
Regeln. Den hochfesten Stahl S
580/820M setzen europäische
Stahltechnologen erstmals ein.
Im Mittelpunkt der neu zu entwickelnden Lösung steht das UPSchweißen der Druckrohrabschnit­
te. Rainer Maldet, schweißtechnisch verantwortlicher Ingenieur
bei der TIWAG: „Für die Schweißnaht fordern wir ein Übertreffen
der Festigkeitswerte des Grundwerkstoffes und eine Mindestfestigkeit von rund neunhundert
Megapascal bei null Grad Celsius.“
Für die Schweißnähte gelten unter
anderem folgende Mindestwerte
bei 0 °C: Zugfestigkeit 850 N/mm2,
Kerbschlagzähigkeit 130 Joule,
Bruchmechanikwert J 02 120 kJ/
m2. Einhundert Jahre Betriebsdauer, das Doppelte der sonst üblichen 40 bis 50 Jahre, bedeuten
8 Mio Lastwechsel. Die Erkenntnisse aus den Versuchsreihen haben die Verantwortlichen der
TIWAG in bindende Vertragsvorgaben umgesetzt. Sie gelten für
Kremsmüller, den Auftragnehmer
der Druck- und der Flachstreckenleitung sowie des Wasserschlosses
ebenso wie für Oerlikon, den Lieferanten des UP-Schweißequipments und der Schweißzusatzwerk­
stoffe. Fixiert ist die Verpflichtung, über den 2½-jährigen Fertigungszeitraum die Qualität der
Stähle einschließlich der Schweißnähte zu gewährleisten – von der
ersten bis zur letzten von rund
Oben: Innenrohrdurchmesser von über 4 000 mm bieten genügend Raum
für die UP-Schweißeinrichtung.
Links: UP-Schweißprozess mit Schweißpulver und Schlackebildung
9 300 t. Das Gleiche gilt für die
über 100 t Schweißzusatzwerkstoffe, also Schweißdraht und
-pulver.
Insgesamt 476 LKW liefern je
eine rund 15 t schwere Stahltafel
in die eigens für extreme Gewichtsbelastung ausgelegte Halle.
Diese 42 bis 48 mm dicken Rohbleche zum Fügen der Hochdruckleitung erhalten auf 3D-Autogenschneidmaschinen ihr Endmaß
von rund 4 m x 13,5 m sowie die
Schweißphasen. Einer Rissprüfung folgt das Formen eines Stahlrings auf der Rohrbiegemaschine
sowie das Fixieren seines Stoßes
mit Heftschweißungen. Die Verbindungsnähte – bei 42 mm di-
ckem Blech aus 14 Lagen mit 35
Raupen – entstehen nach dem
Schema: Längsnaht innen – Wurzel ausfräsen – Längsnaht außen
– Fügen zweier Rohrschüsse per
Rundnaht innen – Wurzel ausfräsen – Rundnaht außen. Jedem
Schweißvorgang folgt die interne
Prüfung. Zusätzlich testen externe Prüfer die Verbindung einschließlich der Wärmeeintragszone elektronisch und dokumentieren die Ergebnisse digital.
„Der Wärmeeintrag hat sich als
ein entscheidendes Kriterium für
die Schweißqualität herausgestellt“, so Geschäftsführer Gregor
Kremsmüller. Die intensive, über
eineinhalbjährige Entwicklungs-
Bilder: Kremsmueller / Oerlikon
arbeit ähnelte der Grundlagenforschung. Denn das Ergebnis der
systematischen Versuche zur
schweißtechnischen Lösung für
die Druckleitung des Kraftwerkes
Kaunertal ist eine verfahrenstechnische Innovation. Die von Kremsmüller entwickelten Kennlinien
nutzen beim Tandemschweißen
zwischen den Drähten eine Phasenverschiebung der Schweißspannung. Der Schweißdraht
beeinflusst die Schweißqualität
wesentlich. Oerlikon hält die zertifizierte Charge über den gesamten Fertigungszeitrum vor. An das
Schweißen schließt sich eine definierte Wärmebehandlung an.
www.oerlikon.com/de/
13. November 2014 · Nr. 46 · Produktion ·
Unternehmen + Märkte · 15
Bildverarbeitung mit guter Aussicht
Die weltweite Nachfrage nach Robotern steigt um 12 – 15 % jährlich – ein klarer Indikator für die Perspektiven der IBV
Sabine Spinnarke
Produktion Nr. 46, 2014
Vision-Podium
(v.l.n.r.): Dr. Chris
Yates, Geschäftsführer odos imaging, und Gewinner des Vision
Awards, Dr. Olaf
Munkelt, VDMA
Industrielle Bildverarbeitung, Thomas Walter und
Gerd Fleischer,
Messe Stuttgart.
Stuttgart. Vergangene Woche
fand, nach dem Wechsel in einen
Zweijahres-Veranstaltungsturnus,
die Fachmesse Vision erstmals
wieder statt. Die Entwicklungszyklen der Bildverarbeitungsunternehmen konnten zuvor mit den
kurzen Messezyklen nicht mehr
schritthalten, wollten aber auch
nicht auf eine Teilnahme an dem
internationalen Branchenevent
verzichten und hatten aus diesem
Grunde verlangt, die Messe auf
einen Zweijahresturnus umzustellen. Das Ergebnis: Die Vision 2014
verzeichnete 16 % mehr Aussteller
und an nahezu jedem Messestand
waren neue Produkte und innovative Anwendungsbeispiele zu
sehen – das Konzept scheint aufgegangen zu sein.
Doch auch die wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen der Branche
dürften ein Grund für den erfolgreichen Verlauf der Messe gewesen
sein: „Die Bildverarbeitungsindustrie in Deutschland wird 2014 um
mindestens zehn Prozent wachsen
und somit ihren prognostizierten
Bild: S. Spinnarke
Branchenumsatz in Höhe von
rund 1,8 Milliarden Euro noch
toppen“, sagte Dr. Olaf Munkelt,
Vorsitzender von VDMA Industrielle Bildverarbeitung, anlässlich
des Vision Presselunches in Stuttgart. Die „erstaunliche Bilanz“ sei
dem Trend zur Automatisierung
geschuldet, so Munkelt. „Weltweit
sehen wir einen großen Bedarf an
Automatisierungslösungen und
davon profitiert auch die Bildverarbeitung. Qualitätsprüfung im
Fertigungstakt, Vollständigkeitsprüfung schon im Produktionsablauf, Prozesssicherheit in der
Produktion – ohne Bildverarbeitung wären die Anforderungen in
einer modernen Produktion
schwer zu meistern“, sagte Munkelt. Die Branche hat sich entsprechend verändert. Vor zehn Jahren
war ein typisches Unternehmen
der industriellen Bildverarbeitung
zehn Mann stark. Heute zählt es
bereits 50 Mitarbeiter. „Die meis-
ten Unternehmen haben sich vom
kleinen Ingenieurbüro hin zum
gesunden Mittelständer weiterentwickelt“, beobachtet Munkelt.
Für 2015 hingegen erwartet der
VDMA allerdings nur noch ein
Wachstum im einstelligen Bereich.
Starke Impulse erhält die Branche aus dem Ausland, insbe­
sondere aus Asien und den USA.
China ist der im Moment dynamischste Wachstumsmarkt für
Industrielle Bildverarbeitung aus
Deutschland. Die Exporte nach
China wachsen Jahr für Jahr überdurchschnittlich. Seit 2008 hat
sich der Umsatz vervierfacht. 2013
erhöhte er sich um 23 % gegenüber dem Vorjahr. Mit einem Anteil von nunmehr zehn Prozent
am Gesamtumsatz finden nur
noch in den USA mehr Bildverarbeitungsprodukte aus Deutschland Absatz.
Dies spiegelt sich in der Ausstellerstruktur der Vision wieder: Der
Auslandsanteil stieg von 49 bei der
letzten Veranstaltung heuer auf
54 %. „Besonders hervorzuheben
ist das zunehmende Interesse aus
China und Taiwan. Hier können wir
einen Zuwachs von neun Ausstellern auf 23 Aussteller zur Vision
2014 feststellen“, konstatiert Thomas Walter, Leiter des Kompetenzbereichs Industrie & Technologie,
Messe Stuttgart. Erstmals präsentieren sich so auch ein chinesischer
Pavillon des Verbands CSIG Machine Vision Union (CMVU), ein japanischer Pavillon der Japan Industrial Imaging Association (JIIA)
sowie ein Gemeinschaftsstand des
französischen Technologie-Clusters
Pole Optitec auf der Vision 2014.
Günter-Spur-Preis:
Professoren
präsentieren
ihren Sieger
Durch das geplante Institut soll die Forschung im Bereich elektromagnetische Antriebe ausgebaut werden. Beispielsweise durch Prüfaufbauten zum
Vermessen relevanter Motorparameter.
Bild: EBM-Papst
EBM-Papst plant
eigenes Institut
Ventilatorenspezialist will 3,5 Mio Euro am
Campus Künzelsau investieren
Produktion Nr. 46, 2014
Künzelsau (wz). Ventilator-
und Motorenspezialist EBM-Papst
beabsichtigt laut Mitteilung die
Gründung eines eigenen Forschungsinstituts am Campus Künzelsau der Hochschule Heilbronn.
Rund 3,5 Mio Euro sollen demnach
in Gebäude und Ausstattung sowie
in die Beschäftigung von Professoren und Dozenten fließen. Ziel
des Instituts sei der Ausbau der
Forschung im Bereich elektromagnetische Antriebe.
Rainer Hundsdörfer, Vorsitzender der Geschäftsführung der
EBM-Papst-Gruppe: „Mit dieser
Investition in Wissenschaft und
Bildung wollen wir den Hochschulstandort stärken und insbesondere die ‚Agenda Technik‘ in
Künzelsau unterstützen. Die Forschung im Bereich Elektromagnetismus ist für uns, aber auch
für viele umliegende Unter­
nehmen, sehr wichtig, um die
Effizienz der Produkte – wie zum
Beispiel Ventilatorantriebe und
Motoren – kontinuierlich zu verbessern.“ Ehrensenator und EBMPapst-Gründer Gerhard Sturm war
viele Jahre im Hochschulrat engagiert. Der Ventilatorspezialist
stiftete in den Bereichen Energiemanagement und Wirtschaftswissenschaften drei Professuren.
Außerdem unterstützt das Unternehmen seit einem Jahr mit dem
Projekt ‚Tick‘ die frühzeitige Förderung des technischen Verständnisses bei Kindern und Jugendlichen. Näheres soll noch bekanntgegeben werden.
Professoren können ihren besten Nachwuchswissenschaftler auf dem Kongress „Die Fabrik
des Jahres/GEO“ präsentieren. Produktion und
A.T. Kearney rufen Professoren dazu auf, die besten
wissenschaftlichen Nachwuchsarbeiten für den
Günter-Spur-Preis einzureichen, die sich mit der
praktischen Verbesserung des Produktionsprozesses in der verarbeitenden Industrie beschäftigen.
Die Jury des Wettbewerbs Die Fabrik des Jahres/
GEO wählt daraus den Besten aus und kürt den
Preisträger des Günter-Spur-Preises. Der betreuende Professor präsentiert dann seinen herausragenden Nachwuchswissenschaftler auf dem Kongress
Die Fabrik des Jahres/GEO und hält die Laudatio.
Der Preisträger erhält die Möglichkeit, ein Siegerwerk des Wettbewerbs Die Fabrik des Jahres/
GEO oder ein Fraunhofer-Institut seiner Wahl zu
besichtigen. Er wird zu dem zweitätigen Kongress
eingeladen, erhält eine Urkunde sowie eine
persönliche Karriereberatung durch den MultiAufsichtsrat Professor Uwe Loos.
Einsendeschluss ist 30. November 2014. Eingereicht werden müssen die Arbeiten zusammen
mit dem Bewerbungsbogen, der unter
http://www.produktion.de/fabrik-des-jahres/
wettbewerb/ zu finden ist, mit dem Stichwort
„Günter-Spur-Preis“ unter folgender Adresse:
A. T. Kearney, Janine Marquis,
Sendlinger Straße 8, 80331 München,
Tel. 089/ 51 56 81 25.
Einsend
schluss eist
30. Nov der
ember
2014
In Kooperation mit
pro_FDJ_Günter_Spur_2014_148x201.indd 1
www.fabrik-des-jahres.de
18.09.2014 09:17:28
16 · Unternehmen + Märkte · Produktion · 13. November 2014 · Nr. 46
Plattform für verschiedene Branchen
Eplan Software & Service, das seit 1999 zu Rittal gehört, feiert sein 30-jähriges Jubiläum
PRODUKTION NR. 46 , 2014
LANDSBERG (GK). Viele Erfolgsgeschichten haben eines gemeinsam: eine pfiffige Idee und die
felsenfeste Überzeugung, das etwas Großes daraus wird. So ging
es auch Harald Wiechers, als er
1984 mit seiner Frau Renate das
Unternehmen Wiechers & Partner
Datentechnik GmbH – heute
Eplan Software & Service – gründete. Stromlaufpläne wurden zu
dieser Zeit mit Papier und Tusche
gezeichnet, aber die ComputerTechnologien befanden sich bereits auf dem Vormarsch, Aufbruchsstimmung war angesagt.
Eplan, die neu entwickelte E-CADLösung, lief auf einem PC und
konnte weit mehr als nur zeichnen. Das vereinfachte das Entwerfen von Schaltungen, das Erstellen
von Fertigungsunterlagen sowie
das Planen von Schaltschränken.
1985 war das Unternehmen bereits
auf der Hannover Messe, und die
Branche staunte nicht schlecht. Partner Eplan Software & Service.
Schnell bekam das Unternehmen 2002 folgte die Gründung einer
einen Fuß in die Tür vieler Auto- international agierenden Dienstmobilhersteller, so dass Eplan leistungseinheit Professional Serhäufig als Standard in den Liefer- vices – 2006 wurde die Eplan
vorschriften definiert wurde. Plattform gelauncht, die Elektro-,
Friedhelm Loh erkannte früh die Fluidtechnik, Schaltschrankbau
Potenziale des ‚Start-ups‘ und be- und Verfahrenstechnik auf einteiligte sich 1986 an
dem Unternehmen.
1987 wurde die Zentrale in Monheim „Auch für Industrie-4.0-Szenarien
am Rhein gebaut sind wir mit ganzheitlichen
und bereits fünf
Jahre nach Grün- Konzepten gerüstet.“
dung hatte der
Software-Anbieter
180 Mitarbeiter. Es folgten erste heitlicher Datenplattform verbinNiederlassungsgründungen in Ös- det. „Mechanik und Elektrik wachterreich, Benelux und 1993 gelang sen zur Mechatronik zusammen
der Sprung über den großen Teich. und auch für Industrie-4.0-SzenaDas Unternehmen erschloss suk- rien sind wir mit ganzheitlichen
zessive internationale Märkte und Konzepten von Software über
weitete sein Portfolio aus. 1999 Schnittstellen bis hin zur Autoverkaufte Wiechers sein Unter- matisierung gerüstet“, erklärt Manehmen an Rittal und zum Mil- ximilian Brandl, Geschäftsfühlennium wurde aus Wiechers & rungsvorsitzender von Eplan.
1984
1986
Gründung der
Wiechers &
Partner Datentechnik GmbH
1995
Vertriebspartner
in Japan, Südkorea, Malaysia und
Singapur
10 Jahre nach
Gründung hat
das Unternehmen
250 Mitarbeiter
1997
Neue Methode
im Engineering:
Launch des Eplan
Engineering Center
Eplan Plattform
integriert diverse
Systeme auf einer
Datenbasis
2014
40 000 Kunden,
100 000 Lizenzen:
EPLAN im 30. Jahr
seit Bestehen
5 000 Lizenzen
von Eplan sind im
Einsatz
1993
1991
Die erste Niederlassung in
den USA wird
gegründet
Die Monheimer
präsentieren
ihre erste eigene
Rechnerlinie
2000
Verkauf des
Unternehmens
an Rittal
2004
1989
Zentrale in
Monheim am
Rhein wird
bezogen
1999
Eplan 21 heißt
die objektorientierte neue
Softwarelinie
2006
1987
Friedhelm Loh
beteiligt sich am
Unternehmen
1994
1999 wurde Wiechers & Partner Datentechnik an Rittal verkauft. Das Unternehmen firmiert nun unter Eplan Software & Service GmbH & Co. KG. Bild: Eplan
2001
Umfirmierung:
Zum 1. Januar 2000
heißt die Firma Eplan
Software & Service
2003
Die weltweit
50 000ste Lizenz
ist installiert
2007
Mind8 und
Eplan agieren
als Schwestergesellschaften
2013
Mind8 wird in
das Unternehmen Eplan
integriert
Qualitätsmanagement, Beratung und
Kundenorientierung
werden Leitthemen
2002
Dienstleistungseinheit ‚Professional Services‘ wird
etabliert
2010
Maximilian Brandl
wird Vorsitzender
der Geschäftsführung
2012
KabelbaumPlanungssoftware
Eplan Harness proD
wird zugekauft
13. November 2014 · Nr. 46 · Produktion ·
Unternehmen + Märkte · 17
Zuverlässig zuführen
Auf einer Hausmesse zeigte Pfuderer unter anderem ein Zuführsystem für nicht
staufähige Gummistopfen mit
Werkstückträgerumlaufsystem.Bild:
Pfuderer zeigt neues Zentrum für Zuführ- und Palettiersysteme
Produktion Nr. 46, 2014
Ludwigsburg (sun). Pfuderer
Maschinenbau, eine Tochter der
Teamtechnik-Gruppe, hat im Rahmen einer Hausmesse sein neues
Kompetenzzentrum für Zuführund Palettiersysteme vorgestellt.
Im Frühjahr 2013 hatte sich der
Anlagenspezialist von zugekauften Lösungen verabschiedet und
setzt seitdem auf Inhouse-Entwicklungen für eigene Bedarfe und
für Kunden. Zwischenzeitlich wurden bereits mehr als hundert Zuführsysteme bei Pfuderer in Auftrag gegeben, realisiert und ausgeliefert.
Die Gäste sahen unteren anderem ein Zuführsystem für Gummistopfen inklusive Werkstückträgerumlaufsystem. „Das System
gewährleistet eine unterbrechungsfreie Bereitstellung dieser
schwierigen Bauteile, die sich
elektrostatisch aufladen und zu-
dem nicht staufähig sind“, erklärte Frank Hack, Geschäftsführer
Pfuderer Maschinenbau.
Für die versandfertige Palettierung von fertig montierten Baugruppen integrierte Pfuderer für
einen Kunden aus der Medizintechnik hingegen ein kombiniertes
Palettiersystem für 400 x 600 mm
große Trays sowie für Euro- und
ISO-Paletten. Das Herzstück des
Trayloaders ist die spezi­fi­sche
Separierung der Trays. Sie ermög-
Pfuderer
licht es, auch sehr labile One-WayTrays störungsfrei zu vereinzeln.
Zweiter Schwerpunkt der Hausmesse war die speziell für die Medizintechnik, zugeschnittene neue
Generation der Pfuderer-Ringtransfersysteme RTS. Bei den An-
lagenplattformen RTS 16 bis RTS
28 ersetzt nun eine Biegeblechkonstruktion die bisherigen Aluminiumstrangpressprofile. Eine
verbesserte Zugänglichkeit der
einzelnen Anlagenstationen vereinfacht Bedienung und Wartung.
Die Qualität einer aufgetragenen
Kleberaupe lässt sich neuerdings
auch über Lasereinheiten überwachen.
Bild: SCA
Kleben im
Automobilbau
Produktion Nr. 46, 2014
Bretten (sun). Komponenten
SPS IPC Drives 2014
25. – 27. November
Halle 11
siemens.de/
sps-ipc-drives
E20001-F460-M101
und Lösungen für Klebeprozesse
in der Automobilproduktion zeigte SCA auf seinen Kundentagen,
die vom 14. bis 17. Oktober in Bretten stattfanden. Über 150 Besucher von Audi, BMW, Daimler,
General Motors, Opel, VW und
zahlreichen anderen Herstellern
kamen, um sich praxisnah über
neue Anwendungsmöglichkeiten
zu informieren: Im firmeneigenen
Innovation-Center führte SCA die
betriebsfähigen Anlagen samt
Bauteilen vor.
Im Fokus der Hausmesse standen Lösungen für den Karosseriebau. Mit ihnen können Anwender
die Verfügbarkeit der Anlagen
steigern, Taktzeiten verkürzen
und ihre Prozesse absichern. Die
heutigen Herausforderungen an
die Klebetechnik ergeben sich etwa aus neuen Leichtbauweisen.
„Um verschiedene Materialien
prozesssicher miteinander zu verbinden, gibt es heute sogar schon
Drei-Komponenten-Applikationen“, erklärte Olaf Leonhardt,
Geschäftsbereichsleiter Fahrzeugindustrie bei SCA. Die dritte Komponente habe die Aufgabe, das
Prozessfenster zu vergrößern.
Etwa 75 % aller Klebe-Applikationen in der Automobilindustrie
entfielen derzeit auf den Rohbau.
SCA zeigte im Rahmen der
Hausmesse auch verschiedene
Vision-Systeme zur Inspektion
von Kleberaupen – zum Teil mit
eingebauter Reparaturfunktion.
Neu war die Inspektion der Raupenqualität über Lasereinheiten
statt per Kamera, wodurch Lichtverhältnisse, Oberflächen oder
Materialfarben die Datenerfassung nicht mehr beeinträchtigen.
Effizientes Automatisieren
beginnt mit effizientem Engineering
Totally Integrated Automation: Effizient starten. Produktivität steigern.
Totally Integrated Automation
Effizientes Zusammenwirken
aller Automatisierungskomponenten
Effizientes Engineering ist der erste
Schritt hin zu einer besseren Produktion:
schneller, flexibler und intelligenter.
Totally Integrated Automation ermöglicht
durch das effiziente Zusammenwirken aller
Komponenten bereits im Engineering
enorme Zeiteinsparungen. Das Ergebnis:
niedrigere Kosten, schnellere Time-toMarket und größere Flexibilität.
Totally Integrated Automation deckt
den gesamten Produktionsprozess ab
und steigert nachhaltig die Produktivität.
Denn gemeinsame Eigenschaften
schaffen echten Mehrwert – in allen
Automatisierungsaufgaben:
•
•
•
•
•
Integrated Engineering
Industrial Data Management
Industrial Communication
Industrial Security
Safety Integrated
siemens.de/tia
E20001-F460-M101_AZ_Dach_TIA_198x280_SPS.indd 1
24.10.14 10:19
18 · Unternehmen + Märkte · Produktion · 13. November 2014 · Nr. 46
Weniger Aussteller – mehr Besucher
Anteil ausländischer Aussteller auf der eCarTec stark gestiegen
Aussteller und über 12 000 Besucher – so lautet das Fazit der diesjährigen eCarTec Munich 2014, die
vom 21. bis 23. Oktober stattfand.
„Die eCarTec Munich 2014 konnte
auch in diesem Jahr ihren Vorsprung als weltweit größte und
bedeutendste Fachmesse für Elektro- & Hybrid-Mobilität weiter
ausbauen. Besonders erfreulich war
für uns in diesem Jahr der hohe
Anteil an ausländischen Ausstellern“, erklärt Robert Metzger, Geschäftsführer der MunichExpo
Veranstaltungs GmbH. Der Ausländeranteil habe bei 40 % gelegen,
ler auch 2014 wieder die komplette Bandbreite der Elektromobilität
von Ladesäulen und Ladeinfrastruktur, Batteriesystemen und
Antriebsmodellen, über Elektrofahrzeuge aller Art bis hin zu
eSharing-Modellen und Mobilitätskonzepten. Auf der eLiveDrive
– der messeeigenen In- und Outdoor-Teststrecke – konnten die
Besucher Elektromobilität dann
auch gleich live erleben. Über 100
Elektrofahrzeuge standen für die
Messebesucher zum Testen bereit
– egal ob Segway, Elektroroller,
Elektro-PKW oder Nutzfahrzeug.
Die eCarTec Munich 2015 findet
vom 20. bis 22. Oktober wieder
auf dem Gelände der Messe München statt.
Verhaltener Optimismus in Italien
Die eCarTec zeigt Elektrofahrzeuge, Speichertechnologien sowie Antriebsund Motorentechnik und beschäftigt sich mit den Themen Energie, Infrastruktur und Finanzierung.
Bild: MunichExpo Veranstaltungs GmbH
Aus den Unternehmen
Fordert mehr Engagement seitens der
italienischen Regierung: Luigi Galdabini, Präsident des
italienischen Werkzeugmaschinenverbands UCIMU-Sistemi per Produrre
in Mailand.
I-Mailand. Um rund 8 % sind die
Bestellungen für Werkzeugmaschinen im dritten Quartal 2014
gewachsen. Obwohl dies das vierte aufeinanderfolgende Wachstumsquartal in Folge ist, gibt sich
Luigi Galdabini, Präsident des
italienischen Werkzeugmaschinenverbands UCIMU, nur verhalten optimistisch: „Der Aufschwung
ist schwach und zögerlich. Zudem
liegt das Niveau deutlich unter
dem Rekordjahr 2010.“
Insbesondere der Inlandsmarkt
liegt verglichen mit dem Rekordjahr 2010 gerade einmal bei 34 %.
Immerhin hat sich die Nachfrage
hier mit einem Plus von 19 % re-
lativ dynamisch entwickelt. Die
Nachfrage aus dem Ausland legte
dagegen nur um 5 % zu. Galdabini
fordert umfangreiche staatliche
Unterstützung, um den italienischen Markt wieder in Gang zu
bringen: „Die neue Lex Sabatini
Bild: UCIMU
hat im Zeitraum April bis September Anschaffungen von Produktionsgütern über mehr als zwei
Milliarden Euro finanziert. Eine
Verlängerung ist seitens der Regierung nicht geplant. Das gefährdet die Binnennachfrage.“
Fraunhofer ILT-Leiter
vom LIA ausgezeichnet
Professor Reinhart Poprawe erhält Arthur L. Schawlow-Preis
Prof. Reinhart Poprawe (Mitte)
wurde von LIAGeschäftsführer
Peter Baker (links)
und LIA-Präsident
Yongfeng Lu
(rechts) mit dem
Arthur L.
Schawlow Award
2014 geehrt. Bild: LIA
Produktion Nr. 46, 2014
Aachen (wz). Das Laser Institu-
te of America LIA hat Professor
Reinhart Poprawe, Leiter des
Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT in Aachen, mit dem
Arthur L. Schawlow Award 2014
ausgezeichnet.
Die Preisverleihung fand auf
dem International Congress on
Applications of Lasers & ElectroOptics ICALEO in San Diego statt.
LIA-Präsident Yongfeng Lu und
LIA-Geschäftsführer Peter Baker
verliehen Prof. Poprawe den
Award. Vor rund 350 Teilnehmern
des ICALEO Kongresses würdigten
sie die Verdienste des ehemaligen
LIA-Präsidenten für seine herausragenden Beiträge zur Grundlagenforschung und angewandten
Forschung in der Lasertechnik.
Diese hätten einen wirkungsvollen
Beitrag zum Einsatz des Lasers in
Industrie, Medizin und Alltag geleistet. In seinem Vortrag ‚Digital
Photonic Production – The Future
of Tailored Light‘ zeigte Prof. Poprawe auf, wie die Lasertechnik
– insbesondere durch die Vernetzung mit der virtuellen Welt –
künftig die industrielle Produktion verändern wird.
Mit dem Arthur L. Schawlow
Award ehrt das Laser Institute of
America Persönlichkeiten, die
maßgeblich zur Weiterentwicklung des Lasers als auch zum
Transfer dieses Wissens in Wissenschaft, Industrie und Lehre
beigetragen haben. Professor Arthur Leonard Schawlow, PhysikNobelpreisträger des Jahres 1981,
war Gründervater des Laser Institute of America, LIA-Fellow und
lebenslanges LIA-Mitglied. Nach
dreißig Jahren Lehrtätigkeit als
Physik-Professor an der Stanford
University, Kalifornien, zog er sich
1991 zurück.
ARburg: Im Rahmen der Messe
Taipei Plas 2014 in Taiwan unterzeichneten Helmut Heinson, Geschäftsführer Vertrieb, und Andrea
Carta, Bereichsleiter Übersee, das
Kooperationsabkommen zwischen
dem deutschen Maschinenbauer
Arburg und der taiwanesischen
Ming Chi University of Technology.
Die Universität setzt die ArburgSpritzgießtechnik in der Lehre und
Ausbildung sowie in der Forschung
und Entwicklung ein. Durch die Kooperation will Arburg die Kontakte
zu regionalen Industriebetrieben
ausbauen und den Bekanntheitsgrad in Taiwan und China steigern.
CPC: Der Hersteller von Schnellverschlusskupplungen, Fittingen
und Konnektoren, CPC, stellt Kevin
Long als neuen Geschäftsführer
vor. Kevin Long tritt an die Stelle
von Gary Rychley, der nach insgesamt 16 Jahren bei CPC und davon
zwölf Jahren als Geschäftsführer
Ende Oktober in den Ruhestand
treten wird.
Hainbuch: Die Firma Trumpf
aus Ditzingen hat den Spannmittelhersteller Hainbuch wieder als
‚Premium Lieferant‘ eingestuft.
Hainbuch aus Marbach hat in den
Kriterien Termintreue, Qualität und
Zusammenarbeit überzeugt.
katzenmeier MaschinenService: Mit einer zweitägigen
Hausmesse feiert Katzenmeier
Maschinen-Service die 10-jährige
Zusammenarbeit mit Haas Automation als Haas Factory Outlet. In
Bild: Katzenmeier
Sebastian Moser
Produktion Nr. 46, 2014
Bild: Arburg
Zögerlich aufwärts geht es mit dem Werkzeugmaschinenmarkt
den neuen Räumlichkeiten in
Pflugstadt wird das gesamte Spektrum des Vertriebsprogramms einschließlich Serviceleistungen den
interessierten Besuchern vorgestellt.
LPKF: Der Leiter des Produktbereichs Plastic Welding Equipment,
Frank Brunnecker, hat den LPKFKonzern verlassen. Brunnecker will
sich neu orientieren und anderen
Aufgaben widmen. Als Nachfolger
Bild: LPKF
München. 463 internationale
verteilte sich auf insgesamt 28
Länder (2013: 14 Länder). Dies zeigten auch die zahlreichen Ländergemeinschafts-Stände wie beispielsweise der Messeauftritt der
Niederlande sowie von Finnland,
China, Korea, Slowenien oder Ungarn. „Mit rund 12 000 Fachbesuchern aus dem In- und Ausland
verzeichnete die eCarTec und die
Materialica zudem erneut ein konstant hohes Besucheraufkommen
und hat für volle Messehallen und
zufriedene Aussteller gesorgt“, so
Metzger. Die Besucherzahl lag
knapp über dem Vorjahr, bei den
Ausstellern war ein leichter Rückgang (2013: 479) zu verzeichnen.
Auf insgesamt 25 000 Quadratmetern präsentierten die Ausstel-
von Brunnecker wird Lars Ederleh,
in die Geschäftsleitung des Produktbereichs am Standort Fürth
eintreten. Ederleh wird neben der
kaufmännischen Verantwortung
die Bereiche Vertrieb, Service und
Marketing übernehmen.
mapal: Zum zweiten Mal in Folge wurde Mapal von der Bosch
Gruppe der Status des ‚Preferred
Bild: Mapal
Dietmar Poll
Produktion Nr. 46, 2014
Supplier‘ im Bereich Tools verliehen. Mit dieser Auszeichnung bescheinigt Bosch Mapal eine kompetente und leistungsfähige Zusammenarbeit.
SKF: SKF liefert Radlagereinheiten
für die Vorder- und Hinterräder der
neuen Kompakt-SUVs von Mercedes-Benz, der GLA-Klasse. Die Radlagereinheiten sorgen dafür, dass
der 4MATIC-Allradantrieb seine
Stärken sowohl im Stadtverkehr
als auch im Gelände zuverlässig
ausspielen kann. Bei schwierigen
Fahrverhältnissen leitet der Antrieb bis zu 50 % des Drehmoments an die Hinterräder, um in jeder Situation eine gute Traktion
und Steuerbarkeit zu gewährleisten.
13. November 2014 · Nr. 46 · Produktion ·
F + E · 19
Wirtschaftlicher spritzgießen
Mikrostrukturen können die Entlüftung von Werkzeugen verbessern und Kunststoff sparen helfen
Produktion Nr. 46, 2014
aachen (tbö). Mit Spritzgieß-
chen in der Trennebene des Formwerkzeugs dazu, die Luft gezielt
entweichen zu lassen. Bis heute
werden solche Formentlüftungen
meist erst nach der Fertigstellung
des Werkzeugs eingebracht, also
während der Erstbemusterung.
Dabei kommt es laut Fraunhofer
jedoch vor, dass über die Entlüftungsflächen nicht nur die Luft,
sondern auch Kunststoff austritt
und das Werkzeug deshalb mehrfach überarbeitet werden muss.
Funktionale Mikrostrukturen
verfahren lassen sich kostengünstig große Mengen an Kunststoffprodukten in hoher Qualität
herstellen – allerdings nur, wenn
die eingespritzte Kunststoffmasse das Formwerkzeug vollständig ausfüllt und das fertig abge­
formte Bauteil keine Oberflächenfehler aufweist. Darauf hat
die Form­entlüftung einen entscheidenden Einfluss. Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen
untersucht daher in einem Forschungsprojekt gemeinsam mit
drei Industriepartnern, wie sich
durch Mikrostrukturen die Entlüftung von Spritzgießwerkzeugen verbessern lässt.
Beim Kunststoffspritzgießen
kommen Metallformen zum Einsatz, die während des Spritzgießens geschlossen und unter hohem Druck mit heißem, flüssigem
Kunststoff gefüllt werden. Dabei
muss der eingespritzte Kunststoff die Luft in der Form vollständig verdrängen. Wenn
das nicht gelingt und die
Luft nicht schnell genug
entweichen kann, verdichtet sie sich und erkann im Werkwärmt sich sehr stark.
zeug Kunststoff
Die Folge: unvollständig
verdrängen und
ausgeformte Kunststoffso zu Schäden
teile, fehlerhafte Oberfläführen
chen oder sogar Verbrennungen des Kunststoffs, die
das Bauteil unbrauchbar machen.
Häufig dienen Entlüftungsflä-
zum Entlüften einzusetzen, deren
Wirkung bereits während der
Konstruktion eines Werkzeugs
simuliert und virtuell erprobt
werden könnte, wäre eine hilfreiche Alternative. Standardisierte
Gestaltungsregeln für solche
Strukturen, die eine Entlüftung
passend zur jeweiligen Anwendung beschreiben, oder gar eine
umfassende Simulations- oder
Konstruktionssoftware existieren
jedoch bisher nicht. Das Fraunhofer IPT entwickelt daher eine
Methode zur gezielten Formentlüftung durch funktionale Mikrostrukturen: Durch diese soll
eine ausreichende Entlüftung
gewährleistet werden, ohne dass
der flüssige Kunststoff mit der
Luft aus der Form entweicht.
Im Forschungsprojekt ‚VentOpt‘
untersuchen die Aachener Forscher die Funktionsweise solcher
Entlüftungsstrukturen und nutzen ihre Erkenntnisse zur Gestaltung und Dimensionierung der
Strukturen. Indem typische Pro-
Die Abbildung zeigt den Werkzeugeinsatz ohne
(links) und mit filigranen Entlüftungsstrukturen
(rechts).
Bild: Fraunhofer IPT
Luft
zessparameter wie Fülldruck,
Werkzeugtemperatur und die
Eigenschaften des eingesetzten
Kunststoffmaterials bereits bei
der Auslegung berücksichtigt
werden, lassen sich die Entlüftungsstrukturen an die gewünsch­
te Anwendung anpassen.
Für den praktischen Einsatz
wird in dem Projekt außerdem
eine intelligente Simulationssoftware entwickelt. Diese kann sowohl den Füll- als auch den Entlüftungsvorgang simulieren. So
kann die Entlüftungsstruktur
schon während der Konstruktion
der Formen im CAD-Modell berücksichtigt werden. Eine Wissensdatenbank stellt sicher, dass
die Software stets auf alle erforderlichen Informationen zugreifen und auf dieser Basis die passenden Mikrostrukturen sowie
die optimale Position und Anzahl
empfehlen kann. Als flexibles und
präzises Fertigungsverfahren setzen die Projektpartner vor allem
auf das Laserstrahlstrukturieren.
Damit lassen sich die Strukturen
gezielt und exakt in die Spritzgießformen einbringen.
Das Ziel der Forschungen liegt
darin, Fertigungszeiten zu verkürzen sowie Materialeinsatz und
Energieaufwände spürbar zu verringern, um so Ressourcen zu
sparen und Kosten zu senken. Die
Kunststoffprodukte, die mit den
neuen mikrostrukturierten Werkzeugen hergestellt werden, sind
im Idealfall gratfrei und von deutlich besserer Oberflächen- und
Bauteilqualität.
Magnetfelder in Echtzeit messen
Zeilenkamera macht Magnetfeldlinien in Echtzeit und 3D sichtbar
Mandy Kühn
Produktion Nr. 46, 2014
München (ba). Magnetfeldsensoren begegnen uns heute überall
– nur wissen das die Wenigsten.
Sie sorgen dafür, dass die Waschmaschine rund läuft, die Scheinwerfer im Auto selbst bei voller
Beladung richtig eingestellt sind
oder wir gewarnt werden, wenn
der Autogurt nicht richtig schließt.
Wenn eine mechanische Bewegung in eine Drehbewegung umgewandelt wird, erfasst der Magnetsensor diese und gibt die Informationen an nachgelagerte
Systeme – etwa die Scheinwerfersensoren – weiter.
Es ist also wichtig, dass die Magnete zuverlässig funktionieren.
Die Qualitätssicherung bei der
Fertigung war bisher aufwändig
und zeitraubend. Forscher des
Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen
entwickelten eine Zeilenkamera,
die Magnetfelder in Echtzeit vermessen und so fehlerhafte Magnete schnell erkennen kann. Dadurch ist es erstmals möglich,
diese Art der Magnetprüfung in
industrielle Prozesse zu integrieren. Die Magnete werden am
Fließband getestet. „Vorstellen
muss man sich das Gerät nicht
wie eine Kamera, sondern wie eine flache Platine mit einer Reihe
von Magnetfeldsensoren“, sagt
Projektleiter Klaus-Dieter Taschka vom IIS. Herzstück ist die an
seinem Institut konstruierte 3DHall-Sensor-Technologie Hallin­
One. Sie ermögliche es, mit einem
Sensorchip alle drei Raumachsen
eines vorhandenen Magnetfeldes
zu erfassen. „Mit solchen Sensoren
lassen sich ganz unterschiedliche
Messaufgaben lösen, etwa für
Drehwinkel-, Abstands-, Positionsoder Drehzahlsensoren“, sagt
Taschka.
Mit der magnetischen Zeilenkamera kann das Magnetfeld an
32 Positionen mit einem Abstand
von 2,5 mm vektoriell gemessen
werden. Die Feldlinien können
damit entlang der Zeile auf einer
Länge von 8 cm sichtbar gemacht,
aufgezeichnet und kontrolliert
werden. Der eigentliche 3D-Sensor
ist gerade einmal 0,1 x 0,1 mm 2
groß. Dies ermöglicht eine punktförmige Messung und damit eine
sehr hohe Messgenauigkeit.
Der Messvorgang selbst erfolgt
in einer Millisekunde, die Kamera
liefert also 1 000 Bilder/s. Diese
Geschwindigkeit erlaubt es, die
magnetische Kamera direkt in
Produktionsanlagen einzubauen
und Magneten am laufenden
Fließband zu prüfen. Der Echtzeitaspekt ist zudem wichtig, da
auch Magnetform wie Magnetisierungsrichtung Einfluss auf die
Messwerte haben und bei der Ka-
Die Zeilenkamera
visualisiert Magnetfeldwerte in
Echtzeit.
Bild: Max Etzold
librierung des Systems berücksichtigt werden müssen. Am Ende des
Vermessungsprozesses ordnet das
System die unterschiedlichen Magnetformen den Messergebnissen
zu und rechnet Fehlertoleranzen
ein. Für einfache Anwendungen
lässt sich die Kamera direkt über
eine USB-Schnittstelle an einen
PC anbinden. Der nächste Schritt
ist in Planung: Die FraunhoferWissenschaftler arbeiten derzeit
an einer flächigen Kamera, die
magnetische Farbbilder auf einer
Fläche von 40 x 40 mm2 aufnehmen kann – und das mit einer
Geschwindigkeit von immer noch
100 Bildern /s.
20 · F + E · Produktion · 13. November 2014 · Nr. 46
Präsentationen teilen, Wissen teilen
Die Plattform ‚SlideWiki‘ hält mehr als 3 000 Präsentationen zum Download bereit
Tobias SteinhäuSSer
Produktion Nr. 46, 2014
Sankt Augustin (tbö). Wer sein
Wissen weitergeben will, wirft es
heutzutage als Präsentation per
Beamer an die Wand. In Unternehmen stellen Mitarbeiter so
ihren Kollegen die neusten Geschäftszahlen vor, an Hochschulen
gestalten Dozenten damit ihre
Vorlesungen. Wer Präsentationen
vorbereitet, weiß, wie viel Zeit das
kostet. Bis Gedanken in kurze
Worte gefasst und Grafiken ansprechend bearbeitet sind, vergehen oft Tage. Jeder Redner baut
sich seine eigene Version, obwohl
es zu vielen Themen bereits gute
Folien gibt. Das ist eine enorme
Zeitverschwendung.
Auf der von Forschern des
Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS gemeinsam mit den
Universitäten Bonn und Leipzig
entwickelten offenen InternetPlattform ‚SlideWiki‘ können
Fachleute Präsentationen gemeinsam erstellen und übersetzen. „Die
Herausforderung war dabei vor
allem, eine Software für das synchrone Arbeiten mit Präsenta­
tionsfolien zu schreiben. Diese
sind komplexer als reiner Text. Die
Folien können Texte und Bilder
enthalten. Ihre Reihenfolge kann
sich ändern“, sagt Projektleiter
Prof. Dr. Sören Auer aus der Abteilung Organized Knowledge am
IAIS.
In Anlehnung an die OnlineEnzyklopädie Wikipedia nennen
zu halten. Zudem werden hier
keine Urheberrechte verletzt. Da
die Inhalte auf dieser offenen
Plattform frei verfügbar sind, dürfen die Nutzer sie bedenkenlos
verwenden. Die Anwender können
darüber hinaus nach Belieben
neue Präsentationen zusammenstellen, mit eigenen Folien ergänzen und neu abspeichern. Eine
Besonderheit ist die ‚Frage-Funktion‘, mit der Dozenten Fragen
an einzelne Folien anhängen
können. Studierenden ist es
damit möglich, ihr Wissen
Mausklick und die
selbst zu überprüfen.
Präsentation steht
‚SlideWiki‘ ist mit einer
weltweit anderen
Übersetzungsfunktion verFachleuten zur
knüpft, die die Präsentation
Verfügung
auf Knopfdruck in eine andere Sprache überträgt. Zwar
sei dann noch eine Nachbearbeitung nötig, weil das Programm
nicht alle Begriffe exakt wandle,
räumt Auer ein. Dennoch sei das
In Anlehnung an Wikipedia nennen die Entwickler ihre Plattform ‚SlideWiki‘, das Funktionsprinzip ist
deutlich zeitsparender, als Folie
ähnlich. Mehr als 3 000 Präsentationen stehen derzeit auf der Plattform bereit. Mit jedem neuen
für Folie von Hand zu übersetzen.
Nutzer kommen weitere hinzu.
Bild: Fraunhofer IAIS
Mehr als 3 000 Präsentationen
gibt es derzeit auf der Plattform,
die Entwickler ihre Plattform nicht jeder Redner permanent das Plattform künftig helfen, indem und mit jedem neuen Nutzer kom‚Slide­Wiki‘, denn das Funktions- Rad neu erfinden“, so Auer weiter. die Experten ihre Präsentationen men weitere hinzu. Für ihren inAuer ist zugleich Professor an anderen Menschen in verschiede- novativen Ansatz, Wissen in Präprinzip ist sehr ähnlich. In Wikipedia arbeiten viele hundert Men- der Universität Bonn und arbeitet nen Sprachen zugänglich machen. sentationsform öffentlich zugängschen gemeinsam daran, die Ein- dort unter anderem an dem The- Mehr noch: In vielen Regionen lich und editierbar zu machen,
träge des Nachschlagewerks zu ma ‚Open Education‘, also an der besuchen heute nur wenige Men- wurden Auer und sein Team begestalten. So entsteht im Laufe Entwicklung von Bildungsplatt- schen Schulen oder Hochschulen. reits ausgezeichnet. Im April dieder Zeit ein großer Wissensschatz. formen im Internet, die für jeden Mit ‚SlideWiki‘ könnten sich künf- sen Jahres erhielten sie den ‚CreaIn ‚SlideWiki‘ findet dasselbe mit Menschen zugänglich sind. Anders tig auch alle anderen, die über tive Innovation Award‘ des Open
Präsentationen statt. Jeder regis- als im Deutschen oder Englischen einen Internetanschluss verfügen, Education Consortiums, einer
trierte Nutzer kann eigene Vor- gebe es in manchen Sprachen zu das Wissen aneignen.
weltweiten Vereinigung, die sich
träge in die Plattform einstellen vielen Themen bislang kaum öfIn ‚SlideWiki‘ tragen Experten für den freien Zugang zu Wissen
oder die anderer Mitglieder ver- fentlich zugängliche Informatio- permanent dazu bei, die Präsen- stark macht.
ändern und ergänzen. „So muss nen, sagt Auer. Hier könne die tationen auf dem neuesten Stand www.slidewiki.org
Ein
Feinstes Endlosgarn der Welt gesponnen
Denkendorfer Textilforscher stellen superfeine Cellulosefasern her, die Grundlage für superfeine Gewebe
Ein in Denkendorf entwickeltes Direktspinnverfahren bringt
Cellulosefasern
in einer Feinheit
von 0,1 dtex hervor.
Bild: ITCF
Produktion Nr. 46, 2014
Denkendorf (ba). Denkendorfer
Textilforschern ist es erstmals
gelungen, feinste Fasern auf Basis
von Cellulose als Endlosgarn herzustellen. Mit dieser von der Baden-Württemberg-Stiftung finanzierten Erfindung aus dem Institut für Textilchemie und Chemiefasern (ITCF) eröffnen sich völlig
neue Möglichkeiten für Faserprodukte.
Das in Denkendorf entwickelte
Direktspinnverfahren bringt Cellulosefasern in einer Feinheit von
0,1 dtex hervor. Es sind die ersten
Supermikrofasern, die nicht nur
in Form kleiner Bruchstücke, sondern als lange ‚endlose‘ Fasern
produziert und auf Spulen auf­
gewickelt oder auch als Stapel­ware bereitgestellt werden können. Als Endlosgarn vorliegend,
lassen sich diese superfeinen Fasern dann über Web- und Strick­
technolo­gien weiterverarbeiten.
Da die Fasern sehr dünn sind, ist
ihre relative Faseroberfläche um
bis zehn mal größer als die herkömmlicher Cellulosefasern mit
einer Feinheit von 1,7 dtex. Dies
erklärt die verbesserte Filterfähigkeit, Saugkraft und Wärme­
isolation von aus Supermikrofasern hergestellten Materialien.
Web- und Strickwaren aus diesen
Cellulosefasern weisen zudem eine sehr feine Struktur mit winzi-
gen Fadenzwischenräumen auf,
die bisher noch nicht herstellbar
war. Diese neue Gewebequalität
könnte für Spezialanwendungen
interessant sein und zu neuen
innovativen Produkten führen.
Aber auch im Bereich der Filter
sowie Pflege- und Medizinprodukte sind Produktverbesserungen
zu erwarten.
Im aktuellen Projekt am Denkendorfer Textilinstitut werden
im kleintechnischen Maßstab
verschiedene Cellulosefasertypen
hergestellt, die zeitnah als Testmaterial zur Verfügung stehen.
Ein Service für Unternehmen, den
die Baden-Württemberg-Stiftung
mit ihrer Investition in das Projekt
ermöglicht.
„Unsere Hoffnung und Vision
ist, dass nicht nur bestehende
Produkte verbessert werden können, sondern auch ganz neue Produkte entstehen. Wir suchen
Unternehmen aus den Bereichen
Textil-, Filter- und Medizintechnik, die Testmaterial beziehen und
im Hinblick auf eigene Anwendungen evaluieren wollen“, sagt
Dr. Iris Kräuter, die als Innovationsmanagerin das Patentmanagement und die Verwertung der
Erfindung bei TLB leitet.
Das ICTF steht mit seinem
Know-how und seiner Expertise
evaluierenden Unternehmen als
Forschungs- und Entwicklungspartner für Anwendungen unterstützend zur Seite. TLB agiert als
Experte für Patentierung und
Verwertung von Erfindungen im
Auftrag der Baden-Württemberg
Stiftung, die die Rechte an der
Erfindung hält. Die Stiftung hat
in die Forschung und Entwicklung
der Cellulosefaser investiert und
unterstützt nun auch die Evaluierung und Verwertung.
13. November 2014 · Nr. 46 · Produktion ·
Top Technik: Konstruktion · 21
Die Rollen des Obertrums
laufen beim System P4 nicht
übereinander, sondern versetzt durch die des Untertrums (beide grün markiert)
und werden durch kammartige autoglide-Stege (grün
markiert) unterstützt.Bild: Igus
Ketten energiesparend antreiben
Rollen in den Energieketten von Igus sorgen für optimierte Reibwerte und Energieeffizienz auf langen Verfahrwegen
Produktion Nr. 46, 2014
köln (tbö). Der Kunststoff-
Spezialist Igus baut sein Angebot um das Rollen-Energieketten-System P4 weiter aus und
bietet nun auch Führungsrinnen für die P4.80 an. Damit
sind für alle P4-Varianten mit
Innenhöhen von 32, 42, 56 und
80 mm Führungsrinnen verfügbar. Durch das besondere Konstruktionsprinzip können mit
dem System P4 Verfahrwege
von 800 m und mehr erzielt
werden – besonders energieeffizient, wie es heißt.
Nicht nur in der Kran- und
Fördertechnik sind lange Verfahrwege, hohe Dynamik und
Füllgewichte besonders wichtig. Auch anderswo, etwa in der
Automobilindustrie, zählen
Geschwindigkeit und Beschleunigung bei der Energieführung.
Igus setzt deshalb schon seit
Jahren auf das Rollprinzip. Rollen aus speziellen Tribo-Polymeren sorgen für einen annähernd wartungsfreien Betrieb,
reduzieren Abrieb und Verschleiß der Kette und erhöhen
dadurch die Lebensdauer der
Anwendung.
Da der Rollreibwert um rund
75 % geringer als der Gleitreibwert ausfällt, ist laut Hersteller
zu bis 57 % weniger Energie
notwendig, um die Kette anzutreiben. Das System P4 ist für
lange Verfahrwege bis 800 m,
hohe Verfahrgeschwindigkeiten von über 10 m/s und hohe
Füllgewichte bis 50 kg/m ausgelegt. Die Rollen des Ober­
trums laufen dabei nicht übereinander, sondern versetzt
durch die des Untertrums und
werden durch kammartige
autoglide-Stege unterstützt.
Die kleine Teilung und einheitliche Größe der Kettenglieder mit und ohne Rollen führt
dazu, dass sich der Polygoneffekt verringert und die Kette
dadurch sanft und leise abrollt,
so Igus. Die Rollen fahren über
den gesamten Verfahrweg ruhig
auf einer durchgehenden Lauffläche. Zudem bleibt der Radius durch die gleiche Teilung der
Kettenglieder konstant gleich,
so dass die Rollen-Energiekette auch bei hohen Geschwindigkeiten geräuscharm läuft.
Führungsrinnen unterstützen
dabei den sicheren Lauf der ekette. Die an den Kettengliedern seitlich eingefügten Verschleißzulagen sorgen für eine
lange Lebensdauer im Kontakt
mit einer Führungsrinne, verspricht Igus.
Besondere Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten und
Beschleunigungen zu erreichen,
ist eines der Ziele des System
P4 von Igus. Die Glieder der ekette beinhalten daher ein
doppeltes Anschlagsystem und
enge Toleranzen führen zu einer nahezu spielfreien Bewegung, die hohe Beschleunigung
ermöglicht. Die großen BolzenBohrung-Verbindungen in den
Seitenteilen sorgen ebenso für
Stabilität wie ein formschlüssiger Hintergriff, der die Kettenglieder ineinander verhakt.
Die P4-Rollenkette wird mit
Innenbreiten von 100 bis
400 mm angeboten. Drei verschiedene Biegeradien ermöglichen Flexibilität im Einsatz.
Dank Mittellaschen kann die
Tragfähigkeit der Rollenkette
noch erhöht werden. Je Mittellasche kann eine um bis zu 50 %
höhere Zusatzlast aufgenommen werden, heißt es weiter.
Ein doppelter Verschluss, der
sich dennoch schnell und einfach mit einem Schraubendreher öffnen lässt, hält die Leitungen und Schläuche auch bei
großen Füllmengen fest in der
Energiekette.
Als Baukastensystem bietet
Igus auch beim System P4 alles
aus einer Hand. Als ‚readychain‘
wird die Rollenkette als konfektionierte Energiekette mit
den notwendigen Leitungen
inklusive Stecker befüllt, mit
Schnittstellen und Anbauteilen
wie Stahl-Anschlusselementen
ausgestattet sowie gemeinsam
mit dem Rinnensystem anschlussfertig ausgeliefert.
www.igus.de
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Preis
Material
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✔ Service
Handhabung ✔ Zeit
Lebensdauer ✔ Kosten senken mit Produktion
Filteranlage funktioniert wie Späneförderer
Die FU-Filteranlagen von GF nutzen verschleißfreies Edelstahlgewebe als Filtermedium
Produktion Nr. 46, 2014
Hohenstein-Eglingen (tbö).
Grundsätzlich strömt bei den FUFilteranlagen von GF Filtertechnik
die zu filternde Flüssigkeit nicht
der Schwerkraft folgend von oben
nach unten durch das Edelstahlgewebe, sondern mit steigendem
Flüssigkeitspegel im Schmutzwasserbehälter von unten nach oben.
Die Anlagen kombinieren in bisher
nicht gekannter Art und Weise
das Funktionsprinzip eines Späneförderers und das einer Filteranlage in einer Einheit und stellen
das Filterprinzip herkömmlicher
Filtertechnik buchstäblich auf den
Kopf, heißt es.
Die Anlagen sind in eine Reinund eine Schmutzwasserseite
unterteilt. Die zu filternde Flüssigkeit wird zunächst über einen
Verteiler in die Schmutzwasserseite eingeleitet. Dabei sinkt ein
Großteil der Schmutzpartikel zu
Boden (Sedimentation). Der
Schmutzwasserbehälter ist auf der
Kombi
Späneförderer +
Filteranlage =
FU-Filteranlage
Die Anlagen kombinieren das Funktionsprinzip eines Späneförderers und das
einer Filteranlage in einer Einheit.
Bild: GF Filtertechnik
Oberseite durch das Filtergewebe
verschlossen. Durch das ansteigende Flüssigkeitsniveau strömt
die zu filternde Flüssigkeit
zwangsläufig durch das Filtergewebe hindurch und fließt dann
gefiltert auf die Reinwasserseite.
Die sich absetzenden Schmutzpartikel werden fortlaufend und
langsam, ähnlich wie bei einem
Späneförderer in einen Auffangbehälter ausgetragen.
Das Filtergewebe wird kontinuierlich durch Streifenbürsten gereinigt, die sich auf der Unterseite des Edelstahlgewebes entlang
bewegen. Elektrische Rüttler unterstützen diese Gewebereinigung.
Voraussetzung für den Einsatz
der FU-Filteranlage sind Filtrate,
die sinkende und nicht aufschwemmende Eigenschaften
haben. Entsprechend finden sich
die klassischen Einsatzbereiche
von FU-Filteranlagen in metallverarbeitenden Betrieben.
www.gf-filtertechnik.de
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Lebensdauer Kosten senken mit Produktion
22 · Top Technik: Fertigung · Produktion · 13. November 2014 · Nr. 46
Energiesparmotoren
für weltweiten Einsatz
Die Teile durchlaufen auf einem
rotierenden Glasteller fünf Prüfstationen, in denen sie in einer
360-Grad-Kontrolle aus allen
Blickwinkeln aufgenommen werden.
Nord bietet bei der Umstellung auf IE3
Beratung bei Auswahl und Projektierung
Produktion Nr. 46, 2014
Bargteheide (tbö). Zum ersten
Januar 2015 steigen in der Europäischen Union erneut die Effizienzanforderungen an Elektromotoren.
Die neuen Anforderungen sind
in der Verordnung (EG) 640/2009
zur Durchführung der ÖkodesignRichtlinie 2005/32/EG formuliert.
Laut dieser müssen Motoren mit
einem Leistungsbereich von 7,5
bis 375 kW, welche für den Dauerbetrieb mit konstanter Last
ausgelegt sind, mindestens die
Energieeffizienzklasse IE3 aufweisen. Alternativ können Elektromotoren eingesetzt werden, die der
Energieeffizienzklasse IE2 entsprechen und mit einer
Drehzahlregelung
ausgestattet sind.
Nord Drivesystems bietet nach
eigenen Angaben
umfassende Informationen zu
diesen umfassenden Änderungen und
sachkundige
Beratung bei
der Auswahl
und Projektierung laut der
Richtlinie passender Motoren und
Komplettantriebe.
Der Wechsel soll für Maschinenund Anlagenbauer einfach sein.
Daher bleiben bei Nord die Abmessungen von IE3-Motoren weitgehend identisch zu denen von
IE2-Modellen, so dass sie sich
ohne konstruktive Änderungen
an der Anlage integrieren lassen,
meldet das Unternehmen.
www.nord.com
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Material
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✔ Service
✔
Handhabung Zeit
Lebensdauer Kosten senken mit Produktion
Der Katalog effizienter NordAntriebe bietet
umfassende Informationen
über die Richt­
linien-Stufen.
Bild: Nord
Bild: Leipold
Kamera inspiziert Oberflächen
Leipold entwickelte vollautomatische Kameraprüfung von Teilen
Produktion Nr. 46, 2014
WOLFACH (ba). Eine neuartige
Technik von Leipold nimmt über
die übliche geometrische Prüfung
hinaus auch die Qualität der Oberflächen per Kamera in den Fokus.
Durch festgelegte Algorithmen
werden fehlerhafte Teile automatisch aussortiert. Leipold verfolgt
das Ziel, Null-Fehler-Lieferungen
auszusenden. Bisher wendet der
Teile-Hersteller das Verfahren auf
große Chargen für Automobilkunden an. Diese profitieren dank der
nachgewiesenen Qualität von einer verbesserten Funktionalität
der Teile.
„Mit der vollautomatischen Kameraprüfung solcher Artikel beschreiten wir in Sachen Qualitätssicherung neue Wege in der Branche“, sagt Pascal Schiefer, Vorsitzender der Geschäftsführung von
Leipold. „Dank dieses Verfahrens
reduzieren wir für Anwender das
Ausfallrisiko fehlerhafter Teile auf
ein Minimum.“ Für die vollautomatische Kameraprüfung setzt
Leipold auf ein individuell angepasstes System der Vester Elektronik GmbH aus dem schwäbischen Straubenhardt. Gemeinsam
stimmten die beiden Unternehmen die Anlage auf die Bedürfnisse bei der Teilefertigung ab. Mittels definierter Kriterien trifft die
Maschine bei der Qualitätskontrolle automatisch eine Auswahl
nach guten oder schlechten Teilen
und sortiert die schlechten direkt
aus. Die Teile werden dabei kontinuierlich der Anlage zugeführt.
Auf einem rotierenden Glasteller
durchlaufen sie fünf Prüfstationen, in denen sie in einer 360-GradKontrolle aus allen Blickwinkeln
aufgenommen werden. Entdeckt
die Anlage einen Makel, fällt das
Präzisionsteil in den SchlechtBehälter.
Leipold setzt die vollautomatische Kameraprüfung bisher bei
der Kontrolle zweier Typen von
Präzisionsteilen ein. „Weil das
Prüfverfahren hoch spezialisiert
und auf die Anforderungen eines
Teils abgestimmt ist, lohnt es sich
nur bei großen Losgrößen“, sagt
Schiefer. Während der Hersteller
am Standort in Dransfeld im südlichen Niedersachsen seit längerem Kameraprüfsysteme für sogenannte Kugelbuchsen eingeführt hat, übertrug er das Prüfverfahren am Hauptsitz in Wolf­
ach im Schwarzwald auf sogenannte Überwurfmuttern. Beide
Teile-Typen fertigt das Unternehmen jeweils in einer Menge von
jährlich zwischen 6 – 8 Mio Stück.
Eine besondere Herausforderung
stellte die Risserkennung an einer
Sechskantfläche der Überwurfmutter dar.
www.leipold.com
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Lebensdauer Kosten senken mit Produktion
Ferngesteuerter Schnellschreiber
Recorder von MF vereint moderne Messdatenerfassung mit Ausdruck auf Thermopapier
Produktion Nr. 46, 2014
Albstadt-Truchtelfingen
(tbö). MF Instruments bringt den
neuen Schnellschreiber 8460 mit
Aufzeichnungsmöglichkeit auf
Thermopapier auf den Markt, der
optional mit Erweiterungsmodulen bis auf 36 Kanäle aufgerüstet
werden kann.
Dank 15,4"-Touchscreen-Monitor mit Hintergrundbeleuchtung
kann die Bedienoberfläche intuitiv bedient werden. Alle Menüs
sind klar und einfach aufgebaut.
Das Benutzerhandbuch kann, falls
erforderlich, auf dem RecorderBildschirm angezeigt werden.
Es stehen wahlweise Messmodule mit 6 Universalkanälen,
Multiplex-Messmodule mit 12 Kanälen sowie DMS-Module mit 6
Kanälen zur Verfügung. Die Kanäle sind voll isoliert, wodurch
laut Hersteller Messungen bis
1 000 VAC / 2 000 VDC möglich
sind.
Die Auflösung beträgt 14 Bit bei
den Universalkanälen und 16 Bit
bei den Multiplex- und DMS-Kanälen. Gemessen werden kann mit
einer Abtastrate von maximal
1 Msample/Kanal. Feinstufig einstellbare Filter sind standardmäßig anwendbar.
In den 8460 ist eine 500-GByteFestplatte für schnellen Datentransfer integriert. Der Kartenspeicher beträgt 128 MWorte und
kann in bis zu 128 Blöcke unterteilt werden. So sind Langzeitmessungen auch bei hohen Abtastraten möglich. Neben der Aufzeichnung auf die Festplatte können
die Daten auch in Echtzeit auf
dem 270 mm breiten Thermopapier ausgedruckt werden. Die maximale Vorschubgeschwindigkeit
beträgt 200 mm/s. Die Aufzeichnung auf Thermopapier erlaubt
eine flexible Gestaltung der Raster
und Aufteilung der Signalverläufe.
Die Einstellungen und zusätzliche
Anmerkungen können ebenfalls
mit ausgedruckt werden.
Am Display können mittels Cursor Werte berechnet und angezeigt werden. Das Ein- und Auszoomen geht auch bei großen
Datensätzen schnell vonstatten,
meldet der Hersteller. Mathematische Berechnungen (Formeln)
können ebenso eingegeben werden wie Texthinweise. Die Messwerte lassen sich sowohl numerisch als auch graphisch darstellen.
Der Recorder 8460 unterstützt
viele automatische Messungen,
verschiedene Triggermöglichkeiten, Leistungsanalyse, EchtzeitFFT-Analyse und XY-Mode. Die
Analyse komplexer Signale wurde
durch das modulare Konzept vereinfacht.
Der Schnellschreiber 8460 berechnet Harmonische bis zur
50ten und speichert diese ab. Mit
16 berechneten Werten wie RMS-
Wert, Crest-Faktor, Spitzenwerte,
Energie und 24 gemessenen Werten wie U,
I, W und Wh bietet
die Leistungs- und
Energieanalyse viele
Möglichkeiten.
Im ‚Expert-Mode‘
kann der Nutzer auf
alle Parameter des Set­
ups zugreifen, während
im User-Mode – zum
Schutz der eingegebenen
Einstellungen – nur eingeschränkter Zugriff auf
die Einstellparameter möglich ist.
Für die Fernsteuerung des
Recorders und den Download der Messungen stehen
6 USB-Schnittstellen, das
LAN-Interface und die WiFiKommunikation zur Verfügung.
Mit der optionalen Virtual
Network Computing Software
kann der Bildschirminhalt voll
erfasst und der Recorder vom
Computer oder Tablet aus gesteuert werden. Mehrere 8460-Schnellschreiber können über die IRIGFunktion synchronisiert betrieben
werden.
www.mf-instruments.de
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Preis
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Energie
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Handhabung ✔ Zeit
✔
Lebensdauer Kosten senken mit Produktion
Ein intuitives Bedienkonzept und seine universellen
Eingänge prädestinieren den Recorder für Einsätze
in der Instandhaltung, bei Revisionen und bei der
Entwicklung von Umrichtern.
Bild: MF Instruments
13. November 2014 · Nr. 46 · Produktion ·
Top Technik: Oberflächentechnik · 23
Reinigen mit 28 % weniger Energie
Eine Anlage von BvL sorgt bei Samag für eine Optimierung der Energiebilanz
Produktion Nr. 46, 2014
Emsbüren (hi). Die Samag Group
mit Sitz in Saalfeld ist spezialisiert
auf die spanende Komponentenfertigung in den AutomotiveSparten Powertrain und Fahrwerk. Für ein neue Durchlauf-Reinigungsanlage
forderte Samag eine
Lärmemissionsgrenze
von 79 dB(A) direkt an
dB(A) erreicht die
der Abgabezone und
neue Reinigungsanein Energiesparpaket.
lage und ist damit
Um die Ergebnisse
sogar leiser als
stichhaltig zu belegen,
ursprünglich
haben bei BvL umfanggeplant
reiche Tests und Messungen stattgefunden. Durch
die Optimierungen konnte der
Energieaufwand der Durchlaufanlage drastisch gesenkt werden.
Insgesamt verbraucht die Anlage
28 % weniger Energie, was einer
Einsparung von 14,4 kWh entspricht, und verursacht um 5 dB(A)
geringere Schallemissionen, meldet Samag.
Das von BvL entwickelte Abluft­
Sichtlich mit der BvL-Lösung zufrieden: Samag-Mitarbeiter Andreas Weigel (links) und Falk Wöllner.
management reduziert die Abluft
Bild: BvL
menge und damit den größten
Energieverbraucher einer Durchlauf-Reinigungsanlage. Dazu wird ten und einer hohen Rentabilität, 45635-Teil 1, sowie an einem von auch hier wird der Ventilator der
die Luftfeuchtigkeit in der Trock- so BVL.
Samag definierten anwenderbe- Absaugung und damit der Genungszone gemessen und nur so
Die zweite Maßnahme betrifft zogenen Messpunkt an der Abga- räuschpegel ebenfalls heruntergeviel Luft aus dem Prozess abge- die Geräuschreduzierung und beposition. Die Anlage erreicht regelt.“
Ergänzt werden diese Maßnahsaugt, wie für den Prozess nötig Energieeinsparung: Die Drehzahl nach der Messung einen arbeitsist. So wird eine optimale Luft- des Ventilator in der Trocknung platzbezogenen Emissionswert men durch die Energiespar-Isolierung von Rohrleitungen, Filtergefeuchtigkeit in der Anlage herge- wurde reduziert. Dadurch wird von Lpa: 68,6 dB(A).
Ebenso erreichte die BvL-Anla- häusen sowie Tankabdeckung. Für
stellt und nur so viel energiegela- auch die Geräuschemission signidene, heiße Abluft nach außen fikant geringer. In Tests ermittel- ge an dem von Samag definierten Samag rentiert sich die Investitigeblasen, wie notwendig, berichtet ten die BvL-Techniker das richti- Messpunkt den Wert 78 dB(A), und on in die Energiesparpakete durch
das Unternehmen. Die energierei- ge Verhältnis aus geringerer Strö- blieb damit noch unter dem im die hohen Einsparungen schon in
che, warme und feuchte Luft ver- mung und höherer Temperatur. Lastenheft festgelegten Grenz- weniger als einem Jahr. Auch die
bleibt in der Anlage.
Das Ergebnis ist eine optimale wert.
BvL-Innovation der strömungsDer Erfolg dieser Maßnahme Drehzahl für ein gutes Trocknungs­
„Im Gesamtkonzept trägt auch optimierten Trocknung, die seit
ruht auf dem von BvL entwickel- ergebnis und minimale Geräusch- das Abluftmanagement seinen 2012 Standard in allen Durchlauf­
ten Abluftmanagementsystem, emissionen, teilt BVL mit.
Anteil zur Geräuschreduzierung anlagen des ReinigungsanlagenDie Schallmessung erfolgte an bei“, ergänzt Sebastian Meiners, herstellers ist, trägt zu dem guten
einer Sensor-Softwarelösung mit
relativ niedrigen Investitionskos- den Messpositionen nach DIN Vertriebsingenieur bei BvL, „denn Trocknungsergebnis bei geringem
68,6
Energieverbrauch bei.
Die Strömungsoptimierung verringert die notwendige Heizleistung und damit unnötigen Energieverbrauch, so BvL.
Bei der Reinigungsanlage handelt es sich um die Durchlaufanlage YukonDAK. In dieser wird die
Ware mittels Werkstückaufnahmen auf einem Kettenförderer
transportiert. Eine Lichtschranke
stellt die Positioniergenauigkeit
für den Austausch mit der Automation sicher.
Die Anlage leistet im Wesentlichen zwei Behandlungsschritte:
Die Reinigung im Spritzverfahren
und die Trocknung durch Abblasen. Gereinigt werden Kurbelwellen-Langdeckel, die für einen
deutschen Automobilhersteller
produziert werden. Die Teile werden mit einer Taktzeit von 12 s und
bei einer Temperatur zwischen 50
und 55 ºC gewaschen.
Ausgestattet ist die Reinigungsanlage neben den umfangreichen
Energiespar-Maßnahmen mit einem Doppelumschaltfilter 50 μm,
einem luftgekühlten Dampfkondensator sowie einem Tropfenabscheider.
„Wir sind sehr zufrieden mit
diesem neuen Anlagenkonzept,
das sich nahtlos in unsere Produktion eingliedert. Gerade die
reduzierte Schallemission ist in
unserem Unternehmen sehr wichtig, denn wir wollen auf ein immer
besseres Arbeitsumfeld für unsere Mitarbeiter hinwirken“, sagt
Andreas Weigel von Samag. „Der
große Sprung an Energieeinsparungen hat uns sehr gefreut.“ So
soll denn auch die Vergleichsanlage aus dem Jahr 2012 in der
„nächsten Zeit“ ebenfalls mit den
Energiesparpaketen von BvL ausgestattet werden.
www.bvl-group.de
Polyurethan-Lacke
erhöhen Produktivität
Easy-to-Clean-Lacke von Bayer Material
Science schützen Kunststoffoberflächen
Produktion Nr. 46, 2014
leverkusen (tbö). Die schöns-
Lacksysteme für
die Automobilindustrie müssen
höchsten Anforderungen genügen. Dazu gehört
auch der Härtetest in der Laborwaschstraße.
Bild: Bayer
te Optik einer Kunststoffoberfläche leidet, wenn der Lack verschmutzt ist oder Graffitis darauf
prangen. Die Lösung sind ‚Easyto-Clean‘-Beschichtungen auf Basis wässriger Polyurethan-Dispersionen. Verunreinigungen haften
darauf nur schlecht und lassen
sich leicht mit Haushaltsreinigern
entfernen.
‚Easy-to-Clean‘-Lacke auf Basis
von Rohstoffen des Bayhydrol UVSortiments von Bayer Material­
Science enthalten laut Herstel­
lerangaben nur noch sehr geringe
Mengen an flüchtigen organischen
Komponenten (VOC). Die Beschichtungen könnten mit Hilfe
von UV-Strahlung in wenigen Minuten ausgehärtet werden und
bieten damit laut Anbieter Vorteile für die Produktivität von
Industrieunternehmen.
Durch die starke Vernetzung der
Moleküle seien die Lacke außerdem sehr dauerhaft und chemikalienbeständig. Dank dieser Eigenschaften schützten sie die
beschichteten Produkte und verlängerten deren Lebensdauer.
Bayer MaterialScience bietet
auch eine Lösung für wässrige
zweikomponentige Polyurethanlacke an, die auf Rohstoffen der
Bayhydur-Reihe von Bayer MaterialScience sowie auf Bayhydrol
A 2695 basiert. Auch diese Beschichtungen zeichnen sich durch
einen niedrigen VOC-Gehalt aus.
Zu den wichtigsten Anwendern
des neuen Lackes zählen die Automobilindustrie sowie die Elektro- und Elektronik-Branche.
www.bayer.com
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Material ✔✔
Energie
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Handhabung ✔✔Zeit
Lebensdauer ✔✔
Kosten senken mit Produktion
24 · Top Technik: Oberflächentechnik · Produktion · 13. November 2014 · Nr. 46
Bessere Haptik für Oberflächen
Ein Polypropylen von Lyondell Basell Industries macht Alltagsgegenstände schmiegsamer
Produktion Nr. 46, 2014
Hamburg (hi). Neben der optischen Aus-
ckierten ABS-Anwendungen realisieren
können“, so Swatosch weiter.
Skandinavisches Design ist bekannt für
schlichte Eleganz und hohe Funktionalität,
aber auch für die hohe Verarbeitungsqualität. Die dänische Vandborg ApS Kunststoff- und Werkzeugfabrik suchte für das
Redesign einer seit 20 Jahren beliebten
Produktserie von Korkenziehern und Kapselhebern sowie Salz- und Pfefferstreuern
einen Werkstoff mit angenehm griffiger
Oberfläche. Das getestete TPE-Material
war für diese Anwendung ungeeignet. Das
Bauteil aus ABS zu produzieren und an-
gestaltung hochwertiger Gebrauchsgeräte
ist die Haptik ein nicht zu vernachlässigender Faktor. Die angenehme und sichere Griffigkeit eines Produktes entscheidet
häufig bei der Auswahl. Softell, ein Polypropylen von Lyondell Basell Industries,
schafft hochwertige Oberflächen ohne
zusätzliche Beschichtung oder Lackierung,
so das Unternehmen. Besonders unter ergonomischen Gesichtspunkten entscheidet
der Tastsinn des Konsumenten über die
Griffsicherheit und Handhabbarkeit eines Gerätes. Die Oberflächenbeschaffenheit eines
Produktes des täglichen Ge- Korkenzieher und Kapselheber erhalten
brauchs wird emotional bewer- dank neuer Beschichtung ein neues Gesicht
tet. Eine zu glatte Oberfläche
kann kalt und abstoßend, ein
zu raues Material unangenehm
schließend mit einer SoftTouch Oberfläund verletzend wahrgenommen werden.
Besonders in der Automobilindustrie, chenlackierung zu behandeln, ist sehr
im Bereich der Kfz-Innenausstattung, fin- kostenintensiv.
det Softell bereits zahlreiche AnwendunMan suchte einen Werkstoff, der die
gen, heißt es. Hier steht das Wohlbefinden nötige Festigkeit aufweist, die man für die
des Fahrers im Fokus der Konstrukteure. hohe Materialbeanspruchung in diesen
Neben einer perfekten Oberflächen-, De- Anwendungsbereichen benötigt, aber densign- und Farbabstimmung der einzelnen noch angenehm in der Hand liegt. Aufgrund
Kunststoffoberflächen ist auch eine mög- des breiten Farbsortiments des Produktlichst angenehme Haptik für das elegante programms hatte die gute homogene EinErscheinungsbild ohne Kratzspuren ent- färbbarkeit des Materials neben einer
scheidend und prägend. Die geringe Emis- möglichst einstufigen, kostengünstigen
sion des Materials trägt zudem zu einer Verarbeitung ebenfalls eine hohe Priorität.
Nach umfangreichen Verarbeitungstests
Wohlfühlatmosphäre bei.
„Softell ist ein Produkt, das sich durch bei Vandborg haben die Eigenschaften des
hohe Designfreiheit auszeichnet. Durch Werkstoffs Softell schließlich überzeugt
seine hohe Schlagzähigkeit und angeneh- und das Material wurde für die Serienferme Oberflächenanmutung ohne Lackie- tigung freigegeben.
rung ist es auch optimal für die Ausstattung www.kdfeddersen.com
hochwertiger Konsumgüter geeignet“, sagt
Marc Swatosch, Bereichsleiter Distributi- Effizienz-Navi
Preis
Material
✔
on bei K.D. Feddersen in Hamburg. „Wir
Energie
Service
Handhabung
Zeit
haben gemeinsam mit unseren Kunden
Lebensdauer Kosten senken mit Produkti
bereits zahlreiche Substitutionen von la-
Silikon reibungsärmer
und sauberer machen
Eine Neuheit von biw verringert die Gleitreibung
Produktion Nr. 46, 2014
Ennepetal (hi). Viele Silikonbauteile neigen aufgrund ihrer
Oberflächenbeschaffenheit zu
Klebrigkeit und Anhaftung von
Staub. Dieser Nachteil schränkt
die Anwendung und/oder Ver­
wendung stark ein. Die klebrigen
und haftfreudigen Oberflächen
der Bauteile sollen reibungsärmer
und sauberer werden, lautet die
Zielsetzung nach Angaben von
biw. Durch eine neue Oberflächenbehandlung des Unternehmens
wird die Gleitreibung verringert.
Dieser tribologische Effekt wird
durch eine gezielte Modifizierung
der Silicon-Oberfläche erreicht.
Hierbei bleiben die silikontechnologischen Eigenschaften (mechanisch und physikalisch) vollkommen unbeeinflusst, heißt es.
Die Oberflächenmodifizierung
bleibt über die Lebenszeit des
Silikon-Produktes weitestgehend
erhalten.
Die Silikonhaptik wird laut biw
dauerhaft verbessert. Ergebnis: Es
entsteht kein Slip-Stick-Effekt
mehr. Unerwünschte Schmutz­
partikel können nicht mehr anhaften oder kleben bleiben. Diese
Oberflächeneigenschaft bleibt
auch nach mehreren hundert Autoklavenzyklen vollkommen erhalten, so biw.
Alltagsgegenstände
wie Kapselheber
lassen sich mit
Soft­ell haptisch verbessern, berichtet
Feddersen.
Bild: KDFeddersen
Auf den Blauton
kommt es an
Eine neue Messfolie von Kager weist die
UV-Strahlenintensität auf Oberflächen nach
www.biw.de
Produktion Nr. 46, 2014
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Lebensdauer Kosten senken mit Produktion
Dietzenbach (ba). Mit der neu-
Eine neue Oberflächenbehandlung von biw modifiziert die Oberfläche von
Silikon und verbessert dauerhaft seine Haptik. Bild: biw
en Messfolie UVSCALE von Fuji
Film erweitert Kager sein stetig
wachsendes Prüfmittel-Sortiment
um ein vielseitiges Kontrollwerkzeug für die Überwachung der
UV-Strahlenintensität auf Oberflächen. Die Folie wird für Prozesse der Qualitätssicherung in Lebensmittel-, Verpackungs- und
Klebetechnik genutzt, etwa bei
der Aushärtung von Klebstoffen.
Sie ist ein- oder zweilagig ausgeführt und deckt verschieden große Messbereiche ab. Der Ultra­
violett-Messbereich der einlagigen
‚UVSCALE L‘ reicht von 4 bis
60 mJ/cm2, während die mehrlagige ‚UVSCALE H ‘ für den Messbereich 700 bis 6 000 mJ/cm2 zur
Verfügung steht. Für den mittleren
Messbereich (60 bis 700 mJ/cm2)
gibt es die ‚UVscale M‘. Alle drei
Typen zeigen die Intensität der
UV-Strahlung durch einen Farbverlauf von Hell- bis Dunkelblau
an. Die Funktion von UVSCALE
basiert auf einer lichtsensitiven
Die Messfolie ‚UVSCALE‘ prüft die
Verteilung von UV-Licht auf Förderbändern .
Bild: Kager / Fuji Film
Beschichtung mit farbbildenden
Mikrokapseln, die auf UV-Licht
reagieren. Kager bietet die 270 mm
breite Folie auf der 5-m-Rolle oder
als Paket mit fünf Einzelbögen
(270 x 200 mm) an. Die Anwendung erfolgt durch Zuschneiden
und Auflegen auf die zu prüfende
Oberfläche. Bei der Auswertung
hilft eine Software von Fuji Film.
www.kager.de
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Preis
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Lebensdauer Kosten senken mit Produktion
13. November 2014 · Nr. 46 · Produktion ·
Top Technik: Oberflächentechnik · 25
Bis zu 30 % mehr Durchsatz
Das Mefo-Box-System von Metallform sorgt für höhere Effizienz bei der Werkstückreinigung
Produktion Nr. 46, 2014
Bretten (hi). Das Mefo-BoxSystem, ein umfangreiches und
flexibles Programm von Reinigungskörben und Zubehörkomponenten von Metallform, trägt
laut Unternehmensangaben dazu
bei, dass unterschiedliche Reinigungsaufgaben effizient erfüllt
werden können. Das Sortiment
wurde jetzt um verschiedene Reinigungsbehältnisse erweitert.
Dazu zählt in der Standard-Baureihe die Mefo-Box MF 4011/12-SL.
Sie ist auf die Abmessungen der
vergrößerten Arbeitskammern
neuer Reinigungsanlagen abgestimmt, die einen um bis zu 30 %
höheren Durchsatz ermöglichen.
Als Bindeglied zwischen Bauteil
und Anlage beeinflusst das Reinigungsbehältnis Qualität, Dauer,
Energieverbrauch und so die Wirtschaftlichkeit des Reinigungsprozesses. Durch seine offene Konstruktion und die Fertigung aus
Runddraht ist das von Metallform
entwickelte und universell einsetzbare Mefo-Box System darauf
ausgelegt, dass die Teile im Behältnis allseitig optimal vom Medium und der Waschmechanik
erreicht werden. Dies sorgt einerseits für eine zuverlässige und
Die neue Mefo-Box erfüllt unterschiedliche Reinigungsaufgaben effizient, so Metallform.
Bild: Metallform
schnelle Abreinigung und bestmögliches Ausschwemmen von
Verschmutzungen, so das Unternehmen. Andererseits reduziert
die gute Rundum-Zugänglichkeit
die Trocknungszeit und die Verschleppung von Medien und
Schmutz. Dank einer enormen
Vielzahl an Körben und Zubehörkomponenten lässt sich das System nahezu an jedes Teilespektrum bedarfsgerecht anpassen. Mit
Schutz gegen
Schweißspritzer
Isotec liefert eine neue Methode zur Vermeidung von Spritzern an Bauteiloberflächen
Produktion Nr. 46, 2014
Gerlingen (hi). Isotec IsfahaniOberflächen-Technologie bietet
laut eigenen Angaben eine anpassungsfähige und effektive Methode zur Vermeidung von Schweißspritzern an Bauteiloberflächen.
Mit seiner neuartigen Schweißspritzer-Schutzfolie eröffnet der
Problemlöser für Oberflächenbeschichtungen laut eigenen Angaben neue Konstruktionswege und
Herangehensweisen bei der Fertigung von geschweißten Teilen.
Bei Korrosionsschutzmaßnahmen, beispielsweise während des
Lackierens, werden an den geschweißten Bauteilen anhaftende
Schweißspritzer mitlackiert. Im
späteren Betrieb können sie durch
Schwingungen oder Temperaturschwankungen samt der sie deckenden Lackschicht abfallen und
damit Schäden verursachen, denn
in der Folge beginnt die Stelle in
der Regel zu rosten. Das alternative Entfernen der festgebrannten
Spritzer nach dem Schweißprozess ist mit erheblichem Nacharbeitsaufwand und damit mit Kosten verbunden.
An dieser Stelle setzt die neue
Schweißspritzer-Schutzfolie von
Isotec an. Sie ist flexibel, biegsam
und nicht brennbar, meldet der
Anbieter. Ihre Wirkung verdankt
sie einem speziellen Überzug aus
Keramik und PTFE. Die Folie ist
flexibel und lässt sich mit ihrer
Die Schweißspritzerfolie von Isotech
ist laut Herstellerangaben flexibel
und biegsam.
Bild: Isotec
selbstklebenden Schicht auf die
zu schützenden Flächen aufbringen und je nach Beanspruchung
auch mehrfach einsetzen. Der
Zuschnitt erfolgt mit konventionellen Schneidwerkzeugen oder
nach CAD-Daten per Laser bei
Isotec.
Anwender profitieren von der
einfachen Handhabung, der
schnellen Verfügbarkeit und der
Umweltfreundlichkeit, da das Waschen wie bei chemisch basierten
Schweißspritzerschutz-Lösungen
nicht nötig ist, so das Unternehmen.
www.isotec.de
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Energie
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Lebensdauer Kosten senken mit Produktion
der neuen Mefo-Box MF 4011/12SL bietet Metallform nun auch
eine optimale Lösung für die vergrößerten Arbeitskammern neuer Reinigungsanlagen wie beispielsweise der EcoCCore von Dürr
Ecoclean.
Das Reinigungsbehältnis ist für
ein Chargenmaß von 651 x 471 x
400 mm und ein maximales Chargengewicht von 200 kg konstruiert, so dass das bei diesen Anlagen
um rund 30 % erhöhte Chargenvolumen optimal genutzt werden
kann. Für den Reinigungskorb
können alle für das Mefo-Box System erhältlichen Zubehörkomponenten wie beispielsweise Einlegeböden, Verschluss-, Spann- und
Auflagedeckel, Fachstangen und
-teiler sowie Schüttgutkörbe verwendet werden. Die Mefo-Box MF
4011/12-SL kann für alle Warenbewegungen eingesetzt werden
und ist wie alle Komponenten aus
dem Programm ab Lager lieferbar.
Für das Chargenmaß 651 x 471
x 400 mm hat das Brettener Unternehmen das Sortiment darüber
hinaus durch drei neue Untergestelle (MF 4701/02, MF 4071/13
und MF 4071/60) ergänzt. Damit
lassen sich mehrere, auch unterschiedlich große Mefo-Boxen auf
das neue Chargenmaß adaptieren.
Eine Lösung, die es Unternehmen ermöglicht, vorhandene,
300 mm hohe Warenkörbe weiterzuverwenden und trotzdem
von der erhöhten Kapazität zu
profitieren, hat Metallform ebenfalls entwickelt. Sie besteht aus
einem speziellen Aufsatzrahmen,
der alternativ aufgeschweißt oder
lose auf das Behältnis aufgesetzt
werden kann. Letzteres ermöglicht die Verwendung bestehender
Körbe in Reinigungsanlagen mit
300 und 400 mm hohen Arbeitskammern. Die Reinigungsbehältnisse der Euro-Baureihe orientieren sich in ihren Nutzmaßen an
den Abmessungen handelsüblicher Kleinladungsträger (KLT).
Diese Baureihe wurde um die
Mefo-Box MF 4110/12 erweitert,
deren Außenmaße 608 x 408
x 158 mm betragen.
Neben dem Einsatz als effektives Reinigungsbehältnis ermöglicht das Mefo-Box System eine
signifikante Reduzierung des Teilehandlings. Von der Fertigung
sowie Vor- und Endreinigung über
Behandlungsschritte wie Wärmebehandlung bis zu Montage und
Logistik lässt sich das Werkstückhandling einfach und schonend
mit dem System erledigen. Bisher
erforderliche zeitintensive Umschütt- und Umsetzvorgänge werden minimiert. Das spart nicht
nur Kosten, sondern verringert
auch Ausschuss durch Beschädigungen und Nacharbeiten, heißt
es.
www.metallform.de
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Lebensdauer Kosten senken mit Produktion
Fotorealistische Eloxaloberflächen
Die Holzapfel Group ermöglicht die Abbildung von Fotos oder Logos
in der eloxierten Oberfläche – auch bei hybriden Bauteilen
Mit ihren Weiterentwicklungen zum
Eloxal-Verfahren
bietet die Holzapfel
Group einen hohen
Individualisierungsgrad der Eloxaloberflächen durch
die Integration von
Logos, Beschriftungen und Bildern mit
den Anodisation
Surface Solutions. Produktion Nr. 46, 2014
SINN (ba). Die Anodisation Sur-
face Solutions (A.SS), eine Weiterentwicklung des Beschichtungsverfahrens ‚Eloxal Individual‘ der Holzapfel Group, ermöglichen individuelle metallische
Beschichtungen nicht nur in
farblicher Hinsicht, sondern bezüglich der optischen Gestaltung.
Gleichzeitig ist die beschichtete
Oberfläche eloxaltypisch hart. Sie
eignet sich damit für das Fahrzeuginterieur oder Konsumgüter.
Das Verfahren ist bei flüssigkeitsdichtem Verbund von Aluminium
und Kunststoff auch auf hybride
Werkstoffe applizierbar. Damit
ist die Anwendung für den Leichtbau besonders interessant.
Die A.SS machen sich ein
Druckverfahren zunutze, bei dem
Beschriftung, Bild oder Logo in
der Eloxalschicht des Aluminiums
detailgetreu eingeschlossen wird.
Die Farbe befindet sich somit
geschützt im Material. Farbverläufe und Fotos können in der
Eloxalpore dargestellt werden.
Dank moderner Digitaldrucktechnik sind selbst fotorealistische
Bilder und Farbverläufe leicht
darstellbar – ohne die beim Siebdruck nötige Film- und Siebherstellung. Auch Wechseltexte,
fortlaufende Numerierungen und
Barcodes können erstellt werden.
Die Oberflächen behalten ihre
Eigenschaften auch nach der Beschichtung.
Die Beschichtung erfolgt durch
Eloxieren und zusätzliches individuelles Einlagern von Farbpig-
Bild: Holzapfel
menten in die Eloxalpore auch für chen positiven Eigenschaften aus.
komplette Hybridverbundteile. Da die in die Eloxaloberfläche
Dies wird als letzter Fertigungs- eingebrachten Bilder oder Beschritt vorgenommen und stellt schriftungen nicht fühlbar sind
ein hohes Qualitätsniveau sicher. und Schmutz sich daher nicht
So wird etwa ein Aufreißen der ‚verkrallen‘ kann, sind die OberEloxalschicht durch
flächen sehr saunach der Beschichber.
tung durchgeführte
Besonders inHinterspritz- oder
teressant ist das
Klebevorgänge ver- bauteile können mit
Verfahren für
mieden. Das macht dem neuen Verfahren
flache Bauteile,
das Verfahren optiwobei Platteneloxiert werden
mal für die Begrößen von bis
zu 600 x 1 800 mm
schichtung kunststoffhinterspritzter Bauteile mit mit A.SS möglich sind. Auch auf
hohem optischem Anspruch. leicht profilierten Oberflächen ist
Durch die Einlagerung der Bilder eine detailgetreue Darstellung
oder Beschriftungen im Material möglich. Zudem sind die Eloxalsind A.SS-Oberflächen sehr wider- Oberflächen in medizinischer und
standsfähig und beständig gegen lebensmittelrechtlicher Hinsicht
Öle, Fette und Lösungsmittel. Sie toxisch unbedenklich.
halten mechanischen Beschädi- www.holzapfel-group.com
gungen wie Kratzern im gleichen
Maße stand wie andere Eloxal- Effizienz-Navi
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oberflächen. Auch in der Bestän- Energie
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digkeit gegen Umweltbelastungen Lebensdauer Kosten senken mit Produktion
zeichnen sie sich durch die glei-
Hybrid-
26 · Top Technik: Oberflächentechnik · Produktion · 13. November 2014 · Nr. 46
Pulverlack haftet nun auch auf Kunststoffen
Schneider Oberflächentechnik und Forscher der Hochschule Offenburg entwickeln neues Verfahren
Produktion Nr. 46, 2014
Offenburg (hi). Pulverlackbeschichtung hat große Vorteile
gegenüber anderen Beschichtungsverfahren: Im Vergleich
zur klassischen Nasslackierung
kommt sie beispielsweise ohne
Lösungsmittel aus. Bislang konnten allerdings nur elektrisch leitende Werkstoffe pulverbeschichtet werden – Kunststoffe nicht.
Gemeinsam mit der Hochschule
Offenburg hat die Firma Schneider
Oberflächentechnik in Lahr ein
neues Verfahren entwickelt, mit
dem es in Zukunft möglich sein
wird, die Pulverlackierung auch
bei Kunststoffen und KunststoffVerbundmaterialien anzuwenden
Die Firma Schneider Oberflächentechnik in Lahr ist seit Jahren
auf Pulverlackbeschichtungen und
Nasslackierungen spezialisiert.
Die klassische elektrostatische
Pulverlackbeschichtung wird bisher in großem Maßstab für die
Lackierung elektrisch leitender,
vor allem metallischer Werkstoffe und Erzeugnisse aus beispielsweise oxidationsempfindlichem
Stahl oder Aluminium verwendet.
Die gebräuchlichsten und kostengünstigsten Pulverlacke bestehen aus kleinsten Partikeln (circa
1 bis 100 µm) aus Epoxid- oder
Polyesterharzen sowie Hybridstof-
Dank neuer Beschichtungsmethode können Haushaltsgeräte – im Bild Griffe – bald bunter aussehen.
Bild: Schneider
fen. Bei diesem Verfahren werden
feinste Lackpartikel elektrisch
aufgeladen und mittels elektrostatischer Kräfte auf das metallische Werkstück aufgebracht und
anschließend thermisch zu einem
Lack verschmolzen.
Schwierigkeiten ergeben sich
bislang insbesondere bei Gegenständen ohne oder mit nur geringer Leitfähigkeit, wie beispielsweise Gegenständen aus Kunst-
stoff oder Kunststoff-Verbundwerkstoffen. Dort haften aufgrund
der geringen elektrostatischen
Kräfte die Pulverlackpartikel nur
unzureichend auf dem Gegenstand
und können somit nicht in ausreichender Schichtdicke aufgetragen werden.
In Zusammenarbeit mit Professor Dr. Johannes Vinke von der
Hochschule Offenburg entwickelte Schneider-Geschäftsführer Ha-
rald Schneider die Idee, das Verfahren der Pulverlackierung auch
auf Standard-Kunststoffe anzuwenden. In einem gemeinsamen
Forschungsprojekt wurde erprobt,
wie Standard-Thermoplaste aus
den technischen und KonsumBereichen für eine elektrostatische Pulverbeschichtung aufbereitet werden können.
„Wir haben nach einer neuartigen und effizienten Möglichkeit
gesucht, die zudem noch einfach
in bestehende Produktionsabläufe zu integrieren sein sollte“, erklärt Professor Vinke, der an der
Hochschule Offenburg Maschinenbau und Werkstofftechnik
lehrt und forscht.
Im Fokus der Forscher stand die
Entwicklung eines beständigen
Haftvermittlers (Primers), der
ohne Verwendung von leitfähigen,
meist metallischen Zusätzen auskommen sollte. Für Harald Schneider war eine hohe Qualität, Stabilität und Beständigkeit der
Pulverlackierung am Produkt
besonders wichtig.
Das Pulverlackbeschichtungsverfahren erschließt laut seinen
Erfindern neue Märkte, weil sich
mit ihm auch Kunststoff-Werkstoffe beschichten lassen, die im
Vergleich zu Metallen nicht leitfähig und weniger temperaturbeständig sind.
So könnten in Zukunft alle
Standard-Thermoplaste wie beispielsweise PVC, Polyamide und
ABS beschichtet werden. Damit
werde die Welt der Küchen- und
Haushaltsgeräte bald viel bunter
ausfallen. Auch der Automobil­
industrie sowie der Möbelindustrie und auch der Gartengestaltung würden viele Möglichkeiten
eröffnet.
www.tlb.de
Lackoberflächen glänzen lassen
Ein neues Verfahren von KraussMaffei erlaubt die Lackierung direkt im Spritzgieß-Werkzeug
Produktion Nr. 46, 2014
München (hi). Hochwertige
Kunststoffbauteile mit besonderen Oberflächen werden vom
Markt immer stärker gefordert.
Mit den ColorForm-Verfahren
bietet KraussMaffei laut eigener
Angaben integrierte Verfahren für
oberflächenveredelte Bauteile.
Das ColorForm-Verfahren – eine Kombination aus Spritzgießund Reaktionstechnik – bietet
eine effektive Möglichkeit, lackierte Spritzgießbauteile direkt
im Werkzeug herzustellen. Dies
geschieht ohne Vorbehandlung
der Bauteile. Über das Hauptspritzaggregat wird dabei ein thermoplastischer Grundkörper, etwa aus
einem Polycarbonat-Blend, gespritzt, der dann mit zwei verschiedenen Polyurea-Lacken
überflutet wird. Dieser Prozess
läuft vollkommen trennmittelfrei
ab, heißt es.
Die Lacksysteme sind für den
Einsatz in der Automobilindustrie
zertifiziert und bilden gute
Oberflächen aus. Mit dieser
Technologie lassen sich
Durchbrüche realisieren
und die Werkzeugoberflägünstiger lassen
che exakt am Bauteil absich hochwertige
bilden. Das erlaube brilliBauteiloberflächen
ant polierte und struktumit ‚ColorForm‘
rierte Oberflächen in direkherstellen
ter Nachbarschaft mit exakter Trennkante, berichtet
KraussMaffei. Mit transparenten
Lacken werden Tiefeneffekte in
einem Arbeitschritt erzielt. Dank
30 %
Das ‚ColorForm‘Verfahren erlaubt glänzende
und strukturierte Oberflächen
in direkter Nachbarschaft, berichtet
KraussMaffei.
Bild: KraussMaffei
des vollständig integrierten und
vollautomatisch ablaufenden Prozesses werde Nacharbeit überflüssig. „Hochwertige Bauteiloberflächen lassen sich mit unseren
Verfahren um bis zu dreißig Prozent günstiger herstellen als mit
den üblichen Mehrstufenprozessen. Mit unserer Kompetenz können wir für konkrete Bauteilanforderungen das am besten geeignete Verfahren anbieten“, sagt
Jochen Mitzler, Leiter des strategischen Produktmanagements bei
KraussMaffei.
Die Reaktionsmaschine vom
Typ RimStar Nano 4/4 ColorForm
wurde völlig überarbeitet und mit
neuen verschleißfesten Pumpen
ausgerüstet. Sie dosiert die Polyurealacke über die am Werkzeug
montierten Mischköpfe direkt in
die Werkzeugkavität exakt zu, so
dass eine gleichmäßige Verteilung
auf dem Grundträger ohne Overspray gewährleistet ist. Ein weiteres Plus der neuen Einheit ist
die um etwa 30 % geringere Aufstellfläche als beim Vorgängermodell sowie die für den ColorFormProzess optimierte Bedienbarkeit.
Durch die genaue Abformung der
Werkzeugkavität lassen sich darüber hinaus hochglänzende Effekte ohne die beim Sprühlackieren
üblichen Orangenhauteffekte
erzielen, so das Unternehmen.
www.kraussmaffei.com
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13. November 2014 · Nr. 46 · Produktion ·
Top Technik: Oberflächentechnik · 27
Viel Leistung für die Reinigung von Industrieanlagen
Wasserstrahl-System von Woma entfernt Beschichtungen und Lacke und legt Stahlarmierungen frei
Produktion Nr. 46, 2014
Duisburg (hi). Woma bietet das
Höchstdruck-Wasserstrahl-System EcoMaster MK 3 an. Dieser
dient dem Abtragen von Beton
und Freilegen der Stahlarmierung,
zum Reinigen großer Flächen oder
dem Entfernen von Beschichtungen, Lacken und Putzen. Eine
Ultrahochdruck-Pumpe ermöglicht bei einer Förderleistung von
26 l/min Betriebsdrücke bis
2 500 bar. Hochdruckpistole, Lan-
ze und Düse sind im Standardsortiment enthalten, zusätzliche
Wasserwerkzeuge wählbar. Die
Steuerung erfolgt komfortabel
und leicht verständlich über eine
digitale Bedieneinheit. Diese überwacht die Gerätefunktionen, zeigt
Störungen an und stellt die Maschine ab, sobald es zu einer Abweichung kommt.
Der MK 3 ist mit einer Sicherheitswanne versehen. Für geringen
Kraftstoffverbrauch sorgt eine
Druck-Drehzahl-Regelung. Das
Ge­rät arbeitet aufgrund der Schallschutzhaube aus Aluminium besonders geräuscharm (Schallpegel
≤ 85 dB(A)), meldet der Hersteller.
Es ist auf einem kompakten Anhänger aufgebaut, so dass es sich
leicht zum Einsatzort transportieren lässt.
www.woma.de
Das System ist auf
einem Anhänger
montiert und ist somit flexibel einsetzbar.
Bild: Woma
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Der Schutzlack ‚Relest Wind LEP‘
von BASF schützt Rotorblätterkanten vor Erosion, Sand und Wasser.
Bild: BASF
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Tel.: er E-Mai ann
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mela i-verlag.
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Lack schützt
Kanten von
Rotorblättern
Produktion Nr. 46, 2014
Ludwigshafen (tbö). Mit dem
Schutzlack ‚Relest Wind LEP‘ sind
Rotorblätter von Windkraftanlagen laut Angaben von BASF vor
allem an den Kanten noch besser
geschützt. ‚Relest Wind LEP‘ zeige eine bis zu vierfach bessere
Beständigkeit als herkömmliche
Lösungen. Die besonders belasteten Kanten der Rotorblätter von
Windkraftanlagen können laut
BASF mit dem Polyurethan-Lack
vor Erosion, Sand und Wasser
besser geschützt werden.
Rotorblätter von Windkraftanlagen werden
stark strapaziert
Rotorblätter von Windkraftanlagen sind enormen Belastungen
ausgesetzt: An ihren Spitzen können Geschwindigkeiten von bis
zu 300 km/h erreicht werden. Dazu kommen Einflüsse durch Regen, Hagel, Schnee und UV-Strahlung. Besonders belastet werden
die Kanten der Rotorblätter. Denn
die bis zu 90 m langen Rotorblätter bestünden aus miteinander
verbundenen Teilen. Die Klebenaht verlaufe genau an der Blattkante. Für den Schutz dieser Kante sei der Lack von BASF geeignet.
Die Polyurethanbeschichtung
schütze diesen sensiblen Bereich
noch besser.
www.basf.com
Herausforderung Nachfolge –
Chance oder Albtraum?
Unternehmerforum am 29. Januar 2015
im Schlosshotel Hohenstein, Ahorn
Eine exklusive Veranstaltung für Unternehmer(-familien) Praxisorientiert
mit Handlungsempfehlungen für eine professionelle Unternehmensnachfolge
sowie mit konkreten Beispielen und alternativen Lösungswegen
Die Übergabe auf die nächste Generation ist eine der größten
Herausforderungen im Lebenszyklus eines Familienunternehmens, nicht selten die größte Krise. Die Nachfolgeplanung
zählt zu den komplexesten Problemfeldern, mit denen sich
ein Familienunternehmen konfrontiert sieht. Soll das Familienunternehmen erfolgreich weitergeführt werden, gilt es,
viele Aspekte zu beachten, die facettenreich sind: rechtliche,
betriebswirtschaftliche, aber auch psychologische. Dennoch
wird das Thema, das Unternehmen und Familie gleichermaßen berührt wie kaum ein anderes, häufig verdrängt oder
es werden die wirklich wichtigen Fragen nicht bearbeitet.
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Folglich scheitert das letzte große Projekt nicht selten und
bedroht Unternehmen mitsamt Familie in ihrer Existenz.
In der exklusiven Veranstaltung für Unternehmer(-familien)
erhalten Sie von Experten für Familienunternehmen,
Unternehmern und Finanzdienstleistern Handlungsempfehlungen für eine professionelle Unternehmensnachfolge.
Gleichzeitig werden Ihnen an konkreten Fallbeispielen verschiedene Lösungswege mit all ihren Vor- und Nachteilen
aufgezeigt, auch für Konstellationen, in denen keine Nachfolger aus der Familie zur Verfügung stehen.
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28 · Top Technik: Luftfahrttechnik · Produktion · 13. November 2014 · Nr. 46
Schaufelsegmente kostengünstig bearbeiten
Haas bietet eine softwarebasierte Sandwich-Lösung für die Schleifbearbeitung
Produktion Nr. 46, 2014
Trossingen (tbö). Ein neuarti-
ges Spannsystem mit einer neuen
Bearbeitungsstrategie, basierend
auf der Schleif-Software ‚Multigrind Horizon‘ von Haas, macht
die Bearbeitung von Turbinenschaufelsegmenten einfacher und
kostengünstiger. Im bisherigen
Spannverfahren wurden die Werkstücke in einen Block aus Wismut
eingegossen. Die Anwendung von
Haas arbeitet mit zwei Halbscha-
pure performance
len als Spannmittel. Die teure
Wismut-Halterung entfällt damit,
das Material wird nicht mehr
durch Ein- und Abschmelzen thermisch belastet. Zudem kann die
Sandwich-Lösung von einem Roboter gehandelt und gedreht werden. Zudem machen die Universalschleifmaschinen von Haas mit
ihren fünf Achsen eine Bearbeitungsstrategie möglich, die mit
wesentlich weniger Schleifscheiben auskommt als bisher, so das
Unternehmen. Programmiert wird
absolute precision
die Schleifbearbeitung mit der
Schleif-Software ‚Multigrind Horizon‘, deren Bedienung an die
eines Smartphones erinnert. Eine
schachbrettartige Navigationsoberfläche gibt dem Bediener einen Überblick über alle wichtigen
Parameter des Schleifprozesses.
www.haas-schleifmaschinen.de
Die SandwichLösung von Haas
lässt sich von einem Roboter
handhaben und
drehen. So können beide Seiten
eines Werkstücks bearbeitet werden.
Bild: Haas
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Lebensdauer Kosten senken mit Produktion
Dank Spannverfahren
‚GreenCap‘ Energie sparen
Blohm Jung bringt neues Spannkonzept zur Bearbeitung von Turbinenschaufeln
Produktion Nr. 46, 2014
Hamburg (tbö). Bei der Herstel-
FERTIGEN SIE
IMMER NOCH
SELBST?
DIE BERGHOFF-METHODE
Industrielles Outsourcing rund um
die mechanische Bearbeitung von der Rohmaterialbeschaffung
über die Fertigungsstrategie bis zur
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Partnerschaft als Systemlieferant
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lung von Flugzeugturbinen ist das
Schleifen der Turbinenschaufeln
immer noch ein sehr kostenintensiver Verfahrensschritt, so Blohm
Jung. Eine Ursache dafür sei die
Komplexität der Schleifbearbeitung von Fuß- und Deckbändern
der bis zu 300 mm langen Laufschaufeln. Diese erfordert bisher
häufig das Eingießen der Turbinenlaufschaufeln in Metallblöcke
aus niedrigschmelzenden Legierungen, die zum Aufspannen der
Schaufeln dienen. Problematisch
sind dabei der nicht wertschöpfende Prozess des Eingießens und
Ausschmelzens sowie Betrieb und
Instandhaltung des Schmelzofens
und die dadurch verursachten
hohen Kosten.
Das Einspannen der Turbinenschaufels in Hartspannvorrichtungen sei jedoch keine praktikable Lösung, da die dabei auftretenden Spannkräfte an den Kontaktpunkten mit den Turbinenlaufschaufeln kleine, unerwünschte und unzulässige Abdrücke
verursachen. Auch eine Randzonenbeeinflussung könne nicht
ausgeschlossen werden.
Das neue Spannverfahren
‚GreenCap‘ bietet laut Blohm hierfür eine Lösung. Statt wie bisher
Metall zu verwenden, werden die
Schaufelblätter mit Hilfe einer
Kunststoffspritzguss-Maschine
mit einem Kunststoffmantel umhüllt. Das Einsparpotenzial dieser
neuen Technologie sei enorm: die
Kosten pro Schaufel können um
die Hälfte reduziert werden, verspricht das Unternehmen. Dies
geschehe vor allem durch den
drastisch reduzierten Bedarf an
Energie. Das Verfahren trage zudem zu einer Rationalisierung des
Produktionsprozesses bei. Die nur
wenige Millimeter dicke Kunststoffschicht kühle so schnell ab,
dass die Taktzeit pro Schaufel auf
1,5 min sinkt.
Das Besondere dieses Verfahrens ist die Außenkontur der
Kunststoffhülle. Ihre patentierte
Gestaltung sorgt für eine formschlüssige Verbindung mit der
Spannvorrichtung, die als Negativ
der Hülle geformt ist. So kann
Die Komplettbearbeitung von Turbinenschaufeln erfolgt auf der MC-Profimat von Blohm.
eine gleichmäßige Verteilung der
Spannkräfte auf das Werkstück
gewährleistet werden. ‚GreenCap‘Einspritzwerkzeug und Spannvorrichtung werden gemeinsam gefertigt, damit der perfekte Formschluss gesichert ist. Es wird
chargenweise gearbeitet – jeweils
rund 200 Laufschaufeln werden
in den Kunststoffmantel eingespritzt und anschließend geschliffen.
Zweites Highlight des Verfahrens ist laut Blohm der Reißverschluss, eine Ausbrechschnittstelle, über die sich der Kunststoffmantel mit einem besonderen
Werkzeug rückstandsfrei von der
Turbinenschaufel entfernen lässt.
Der verwendete Kunststoff verfügt über eine hohe Druck- und
Zugfestigkeit und kann recycelt
werden. Das Material wird nach
dem Entfernen
1,5 min
beträgt die Taktzeit
pro Schaufel dank
‚GreenCap‘
geschreddert
und mit 20 %
frischem Material vermischt wiederverwendet.
Gerade bei sehr filigranen, druckempfindlichen Bauteilen wie beispielsweise Turbinenschaufeln aus
Titanaluminid könne ‚GreenCap‘
wesentlich zur Rationalisierung
des Schleifprozesses beitragen.
Dieser neue Schaufelwerkstoff ist
sehr leicht und wird zunehmend
in kraftstoffsparenden Triebwerken eingesetzt. Doch er ist auch
noch schwerer zu zerspanen und
reagiert empfindlicher auf Druck
als die bisher verwendeten Nickelbasislegierungen.
www.blohmgmbh.com
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Das Besondere
dieses Verfahrens ist die Außenkontur der
Kunststoffhülle.
Ihre patentierte
Gestaltung sorgt
für eine formschlüssige Verbindung mit der
Spannvorrichtung, die als Negativ der Hülle
geformt ist.
Bilder: Blohm Jung
13. November 2014 · Nr. 46 · Produktion ·
High-End-Spannfutter
hebt Potenziale
‚Tendo Aviation‘ von Schunk eignet sich ideal für
Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt
Produktion Nr. 46, 2014
Lauffen/Neckar (tbö). Mit Tendo Avi-
ation baut Schunk das Programm seiner
Hochleistungs-Hydro-Dehnspannfutter
nach oben aus. Damit nimmt Schunk nun
gezielt anspruchsvolle Präzisionsanwendungen im Bereich der Luft- und Raumfahrt
in den Blick, bei denen Auszugsicherungen
zum Teil schon heute vorgeschrieben sind.
Tendo Aviation vereint die Stärken der
Hydro-Dehnspanntechnik mit denen von
Weldon-Aufnahmen: Es überzeugt mit einer
dauerhaft hohen Rundlaufgenauigkeit, einer Wuchtgüte von G 2.5 bei 25 000 min-1,
perfekter Schwingungsdämpfung und einem sekundenschnellen Werkzeugwechsel
per Sechskantschlüssel, so Schunk. Eine
integrierte Auszugsicherung gewährleiste
bei Weldon-Schäften eine Orientierung des
Werkzeugs und eine formschlüssige Spannung, die Auszugbewegungen komplett
unterbinde. Auf diese Weise lassen sich
selbst engste Form- und Lagetoleranzen
einhalten, heißt es. Zudem könnten die
Potenziale des Werkzeugs und der Maschine voll genutzt werden.
Tendo Aviation ermöglicht laut Schunk
eine maximale Drehmomentübertragung
bei dauerhaft höchster Präzision und Prozessstabilität. Damit bietet es sowohl gegenüber klassischen Weldon-Aufnahmen
als auch gegenüber Warmschrumpffuttern,
deren Rundlaufgenauigkeit mit der Zeit
abnimmt, deutliche Vorteile, berichtet der
Hersteller. Die für Tendo Hydro-Dehnspannfutter typische Synergie aus Rundlaufgenauigkeit und Schwingungsdämpfung
schont die Werkzeugschneide, verlängert
die Werkzeugstandwege und sorgt für
brillan­te Oberflächen. Zudem bewirkt das
gleichmäßige Belastungsprofil, dass sich
die Lebensdauer von Spindel und Spindellager verlängert, verspricht das Unternehmen.
Wie alle Schunk Hydro-Dehnspannfutter
kommt auch Tendo Aviation ohne zusätzliche und zum Teil teure Peripheriegeräte
aus. Das preisattraktive High-End-Spannfutter, das ausschließlich am Stammsitz
von Schunk in Lauffen am Neckar gefertigt
wird, ist im ersten Schritt für die Schnittstellen HSK-A63 (mit Durchmessern von
8, 10, 12 und 16 mm) und HSK-A100 (mit
Durchmessern von 16, 20 und 25 mm). Der
Spanndurchmesser lässt sich mithilfe von
Zwischenbüchsen reduzieren.
Im Gegensatz zu ER-Spannzangen oder
Warmschrumpfaufnahmen ist Tendo Aviation resistent gegen Schmutz und nach
eigener Aussage ausgesprochen wartungsarm. Um die Lebensdauer der Präzisionsaufnahme zu erhöhen und zugleich eine
maximale Prozessstabilität bei sensiblen
Prozessen sicherzustellen, kann die Präzisionsaufnahme im Rahmen von LeistungsChecks durch den Schunk Service geprüft
und bei Bedarf optimiert werden.
www.schunk.com
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‚Tendo Aviation‘ vereint die
Vorteile der Tendo HydroDehnspanntechnik mit denen eines Weldon-Futters.
Bild: Schunk
Top Technik: Luftfahrttechnik · 29
Dieser Flugzeugsitz
von Recaro wiegt
weniger als 12 kg und
nimmt dabei möglichst wenig Platz
ein, teilt das Unternehmen mit.
Bild: Recaro
Mehr Komfort auf
der Langstrecke
Der Flugzeugsitz CL3710 von Recaro fliegt in Kürze um
die ganze Welt – Komfort inklusive
Produktion Nr. 46, 2014
Schwäbisch Hall (hi). Seit seiner Pre-
miere befindet sich der Flugzeugsitz CL3710
von Recaro Aircraft Seating im Steigflug:
Fast 20 000 Sitze wurden bereits bestellt.
Schon bald werden die ersten LangstreckenFlugzeuge mit dem Economy-Class-Sitz an
Bord abheben, teilt Recaro mit.
„Mit dem CL3710, der maximalen Platzgewinn und Komfort mit einem außerordentlich geringen Gewicht vereint, haben
wir einmal mehr Maßstäbe auf Langstreckenflügen in der Economy Class gesetzt“,
sagt Dr. Mark Hiller, Vorsitzender der Geschäftsführung und Gesellschafter von
Recaro Aircraft Seating.
„Mit weniger als zwölf Kilogramm Gewicht ist der CL3710 das leichteste Produkt
seiner Klasse. Durch die Umrüstung ihrer
Flugzeuge mit dem Recaro Sitz können
Airlines große Gewichteinsparungen realisieren. Damit trägt der CL3710 wesentlich
zur Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit
ihrer Flotten bei.“
Gleichzeitig genießen Passagiere im
CL3710 laut Recaro maximalen Komfort:
In den Sitz ist die Ergonomie-Kompetenz
des Herstellers eingeflossen. So wurden im
Rahmen der Produktentwicklung achtzehn
Erfindungen zum Patent angemeldet.
Neu ist beispielsweise die ergonomische
Kopfstütze, die viele Eigenschaften kombiniert. Sie ist sechsfach einstellbar und
lässt sich damit sehr gut auf unterschiedlich
große Fluggäste anpassen. Darüber hinaus
bietet sie eine optimierte Nackenunterstützung, weil sie horizontal gekippt werden
kann. Für ein Mehr an Komfort auf Langstrecken bietet Recaro Aircraft Seating auch
Kissen mit verstärkter Schaumdicke in
Rückenlehne und Sitzfläche an. Die Polsterkontur und der Sitzbezug sind ebenfalls
auf einen erhöhten Komfort ausgelegt.
Der CL3710 bietet schon bei einem Sitzabstand ab 29 Zoll größtmögliche Knie- und
Beinfreiheit, heißt es. Dazu trägt unter
anderem die patentierte hohe Literaturtasche bei, die oberhalb des Tisches platziert
ist. Aber auch weitere clevere Detaillösungen sorgen für mehr Platz, wie zum Beispiel
die Versetzung eines der beiden Tragrohre
unter der Sitzstruktur. In Kombination mit
der Lösung, die Steuer-Box für das Inflight
Entertainment System statt im Fußraum
platzsparend unter dem Sitzboden zu platzieren, ergibt sich eine ungewöhnlich hohe
Knie- und Beinfreiheit.
Die Armlehnen auf dem Mittelsitz sind
hochklappbar und schließen eben mit der
Rückenlehne ab, auch wenn diese nach
hinten gestellt wird. Zudem überzeugt der
Sitz durch seine Modularität: Dank standardisierter Schnittstellen kann der Sitz
optimal an Kundenwünsche angepasst
werden, so Recaro.
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für die
deutsche Industrie
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Für Sicherheit auf höchstem Niveau.
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30 · Top Technik: Luftfahrttechnik · Produktion · 13. November 2014 · Nr. 46
Denkfabrik für die Flugzeugfertigung
In seinem ‚Aerospace Excellence Center‘ arbeitet DMG Mori an neuen Lösungen für eine clevere Produktion
terialien, etwa Titanlegierungen
oder Composites, ist heutzutage
unumgänglich. Im Triebwerk werden zur Verringerung der Emissionen die Temperaturen höher und
damit auch diese Materialien noch
anspruchsvoller,“ sagt Michael
Kirbach, Leiter des ‚Aerospace
Excellence Centers‘. Diese effizient
zu bearbeiten, erfordere Kompetenz und zukunftsweisende Werkzeugmaschinentechnologie.
DMG Mori konzentriert sich
hier auf anspruchsvolle Anwendungen in der Luftfahrttechnik.
Das Unternehmen will den Bedarf der Kunden erfassen und auf
Basis der Produktpalette abgestimmte und flexible Fertigungsprozesse für Bauteile entwickeln.
„Schließ­lich müssen die Herstellungskosten heute an viel kürzere
Lebenszyklen angepasst werden
als früher“, so Kirbach.
Die Arbeit könne mit einer technischen Beratung beginnen und
Nastassja Neumaier
Produktion Nr. 46, 2014
pfronten (tbö). Die Luftfahrt
erlebt seit einigen Jahren einen
Umbruch: Steigende Kerosinkosten und der Ruf nach einer besseren CO2-Bilanz zwingen Hersteller dazu, in sparsamere und umweltfreundlichere Flugzeuge zu
investieren. Daraus resultieren
ganz neue Herausforderungen in
der Herstellung anspruchsvoller
Luftfahrtkomponenten. Der zunehmende Luftverkehr hat aber
auch zur Folge, dass mehr Flugzeuge gebaut und die Innovationszyklen kürzer werden. DMG
Mori begleitet mit seinem ‚Aerospace Excellence Center‘ bei Deckel Maho Pfronten diese Entwicklung mit zukunftsweisenden
Fertigungslösungen und in enger
Zusammenarbeit mit Anwendern.
„Der Einsatz extrem leichter,
gleich­zeitig hochbelastbarer Ma-
bis hin zu Turn-Key-Lösungen
reichen, die nach den Vorgaben
der Kunden konzipiert würden.
Das Leistungsspektrum hierbei
sei enorm, denn Turn-Key-Projekte umfassen die Werkzeugmaschine, ihre Ausstattung, die Werkzeugauswahl, Spannvorrichtungen
sowie NC-Programme und eine
integrierte Qualitätskontrolle.
„Das gesamte System wird beim
Anwender eingefahren, so dass
dieser nach Übergabe vom ersten
Tag an prozesssicher und wirtschaftlich produzieren kann“, sagt
Kirbach.
Fertigungslösungen für die Luftfahrtindustrie fokussieren sich auf
die wichtigsten Trends der Branche, allen voran der Leichtbau.
Durch den zunehmenden Einsatz
von Verbundwerkstoffen steigt
auch der Bedarf an Bauteilen aus
Titan. Das hohe Zerspanvolumen
und die erforderliche Präzision
erreicht DMG Mori mit Optionen
wie dem Schwerzerspanungs-Pawww.linn.de
ket. Dieses besteht
aus einer kraftvollen Getriebespindel mit einem
Drehmoment von bis zu 1 100 Nm
und zusätzlichen hydraulisch zu-
Eine der jüngsten DMGMori-Entwicklungen ist das
Laserauftragschweißen mit
der Lasertec 65 3D. Das
Einzigartige an dieser Maschine ist laut DMG Mori,
dass sie Laserauftragen
Universal-Induktionsund Fräsen in einer AufHärteanlage. Wellen,
spannung kombiniert und
Zahnräder,
Lager, Bolzen
damit die Fertigung hochkomplexer Bauteile ermöglicht. Bild: DMG Mori
36/14
DMG Mori begleitet mit seinem Aerospace Excellence Center bei Deckel Maho Pfronten Kunden bei der Entwicklung zukunftsweisender Fertigungslösungen für die Aerospace-Industrie.
schaltbaren Dämpfungsschuhen in optimaler Bauteilqualität. Bei
auf den Linearachsen. Eigens ent- diesem ultraschallunterstützten
wickelte Vorrichtungen tragen zu Fräsen wird die Werkzeugrotation
einer höheren Positionstoleranz mittels eines patentierten, indukbei. Die 5-Achs-Simultanbear­ tiven Ultrasonic-Aktorsystems mit
beitung erlaubt die Fertigung in einer zusätzlichen oszillierenden
einer Aufspannung, Paletten- Bewegungskinematik in longituwechsler oder vollautomatisierte dinaler Richtung überlagert. Dies
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Lösungen reduzieren
Nebenzeiten reduziert diewww.linn.de
wirkenden Prozessund erhöhen damit die Pro­ kräfte um bis zu 40 %, ermöglicht
saubere Kanten und verhindert
duktivität noch weiter.
Leichtbau bedeutet auch, dass Faserverbundwerkstoffe
Um bis zu 40 % verringerte Prozesszunehmend in den
Mittelpunkt rücken. kräfte verhindern Faserausrisse
DMG Mori sieht hier
ganz neue Anforderungen. Kirbach: „Neben der Se- Faserausrisse sowie Delamination.
rienproduktion von Composite- Außerdem kann die UltrasonicBauteilen wird auch die Nachfra- Technologie nach aktuellen Erge nach einer automatisierten, kenntnissen Vorschubraten von
wirtschaftlichen Bearbeitungs- mehr als 12 m/min und WerkzeugSchutz
möglichkeit bei der Nacharbeit, standzeiten von VollhartmetallKammeröf
werkzeugen
von
über
600 m
reaInstandsetzung
und
Reparatur
Universal-InduktionsUniversal-InduktionsOxidiere
lisieren.
Da gerade
in der Luftbeschädigter
Faserverbundstoffe
Härteanlage.
Wellen,
Härteanlage.
Wellen,
Bis 12
voraus
geplant
steigen.“
Hier ermögliche
DMG fahrttechnik
Zahnräder,weit
Lager,
Bolzen
Zahnräder,
Lager, Bolzen
Mori mit seiner Ultrasonic-Tech- wird, setze DMG Mori ebenfalls
nologie und einem ganzheitlichen auf Weitsicht und extrem fortProzessansatz eine hocheffizien- schrittliche Fertigungslösungen.
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13. November 2014 · Nr. 46 · Produktion ·
Top Technik: Luftfahrttechnik · 31
Rationell sägen im mehrschichtigen Betrieb
Die Bandsägeautomaten ‚Kastotec‘ von Kasto zeigen hohe Leistung und hohe Standzeiten
Produktion Nr. 46, 2014
Achern (tbö). Für das Trennen
großer Werkstücke hat Kasto die
Hochleistungs-Bandsägeautomaten ‚Kastotec‘ entwickelt. Volloder halbautomatisch lieferbar,
eignen sie sich für eine Vielzahl
an Materialien – auch für schwer
Zerspanbares wie etwa hochfeste
Titan- oder Nickelbasislegierungen, die in der Luftfahrt verwendet
werden. Die Sägen sind in Varianten von der ‚Kastotec A 4‘, Schnitt-
bereich 430 mm (rund) bis zur von Vollmaterial (rund, vierkant,
‚Kastotec A 8x10‘, Schnittbereich flach) sowie von Rohr- und Pro830 x 1 100 mm (flach) verfügbar. filmaterial in allen WerkstoffquaSie sind in schwerer Bauweise mit litäten verwendet. Dabei sägen sie
horizontal verfahrendem Säge- nicht nur Werkzeugstähle, sonband ausgeführt und sowohl für dern auch schwer zerspanbare
Bi-Metallsägebänder als auch für Materialien, etwa Titan oder hochHartmetallsägebänder ausgelegt. feste Aluminiumlegierungen.
Sie eignen sich für den universel- www.kasto.de
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‚Kastotec‘ eignen
sich auch für
schwer zerspanbare Materialien.
Bild: Kasto
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Für seine Aktuatoren verwendet Sitec bürstenbehaftete DC-Motoren
von Maxon Motor. Bild: Maxon Motor AG
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Ch-Sachseln (ba). Einsatzgebiete für Aktuatoren und Ventile
im Flugzeug sind sehr vielfältig.
Beide müssen verschiedensten
Anforderungen genügen. Beheizte Wasserventile müssen beispielsweise bei -55 °C ebenso funktionieren wie bei 85 °C.
Entsprechend robust müssen
ihre Motoren sein. Die wichtigsten
Voraussetzungen an diese sind ein
optimales Volumen-/Leistungsverhältnis, geringe Stromaufnahme, Temperaturbeständigkeit,
Langlebigkeit, Beständigkeit gegen Vibrationen und Stöße und
eine hohe Korrosionsbeständigkeit.
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32 · Top Technik: Luftfahrttechnik · Produktion · 13. November 2014 · Nr. 46
Präzision für alle Flugzeugtypen
SPN Schwaben liefert Verzahnungssteile für Flugzeuge aller namhaften Hersteller
PRODUKTION NR. 46, 2014
Die
Schwaben Präzision Fritz Hopf GmbH
entwickelt und fertigt mit
über 300 Mitarbeitern in zwei
Werken auf 13 500m2 Produktionsfläche Getriebe, Verzahnungselemente, Antriebssysteme und Komponenten der
Antriebstechnik und
Mechatronik.
SPN entwickelt beispielsweise präzise Verzahnungsteile für Cabin Pressure Control Systems.
Bild: SPN
NÖRDLINGEN (HI). Die SPN
Schwaben Präzision Fritz Hopf
GmbH hat sich branchenübergreifend mit maßgeschneiderter Antriebstechnik einen Namen gemacht und ist bereits seit mehreren Jahren in der Luftfahrtindustrie auf Expansionskurs, teilt das
Unternehmen mit.
So stellt SPN beispielsweise Verzahnungsteile für Cabin Pressure
Control Systems (CPCS) in nahezu allen aktuellen Flugzeugtypen
sowie System Components für den
Airbus A 330.
Für den Boeing Dreamliner 787
liefert der Antriebstechnik-Spezialist Getriebe für das sekundäre
High-Lift-System. Für einen renommierten Hubschrauberhersteller kommen Verzahnungsteile
für Flugzeugtüren von dem in
Nördlingen beheimateten Unternehmen ebenso wie Triebsätze für
namhafte Aktuatorenhersteller
der Luftfahrtbranche.
Im Bereich Aerospace liegt ein
weiterer Schwerpunkt des Unternehmens laut eigenen Angaben
derzeit auf Verzahnungsteilen für
das Landeklappensystem. Dazu
kommen Neuentwicklungen von
Prototypen für die Branche. „Bei
all unseren Kunden stehen maximale Präzision und Qualität an
erster Stelle“, erläutert SPN-Geschäftsführer Dipl.- Ing. (TU) Rainer Hertle, der zuletzt als Konstruktionsleiter bei der Airbus Helicopters GmbH tätig war. Er
verfügt über viele Jahre Praxiserfahrung in der Luft- und Raumfahrtindustrie.
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Festwalzen steigert die Lebensdauer von Flugzeugteilen
Ein Verfahren der Ecoroll AG verhindert vorzeitige Materialermüdung
CELLE (HI). Der Anspruch an die
mechanische Belastbarkeit von
Bauteilen in der Luftfahrt steigt
stetig. Zur Realisierung von
Leichtbau weichen Konstrukteure häufig auf Werkstoffe mit höherer Festigkeit aus, die jedoch
häufig teuer sind und eine höhere Kerbempfindlichkeit aufweisen.
Die Festwalztechnologie bietet
laut Ecoroll AG eine adäquate Lösung, um Werkstoffe mit höherer
Festigkeit für den Leichtbau fit
zu machen, denn sie kombiniert
als einziges mechanisches Endbearbeitungsverfahren das Einbringen von Druckeigenspannungen,
eine Kaltverfestigung der Randschichten sowie eine Glättung der
Oberfläche und damit die Beseitigung von Mikrokerben. So kann
eine bis zu fünffache Erhöhung
der Schwingfestigkeit und eine
Steigerung der Lebensdauer des
festgewalzten Bauteils um den
Faktor 10 bis zur Dauerfestigkeit
erreicht werden. Das Verfahren
bietet sich bei Bauteilen an, die
unter Betriebsbedingungen dynamischer Beanspruchung unterliegen und deshalb durch Materialermüdung zerstört werden können. Gegenüber anderen Verfahren bietet das Festwalzen in der
Regel eine größere Festigkeitssteigerung. Es ist vor allem bei rotationssymmetrischen Bauteilen
wesentlich günstiger in die Prozesskette zu integrieren. Werkzeuge von Ecoroll können problemlos auf CNC-gesteuerten Dreh-,
Bohr- und Fräsmaschinen, Bearbeitungszentren oder konventionellen Werkzeugmaschinen eingesetzt werden.
Ein Beispiel aus der Luftfahrt
ist das Festwalzen einer Dehnschraube aus einer Titanlegierung,
Ein Anwendungsbeispiel aus der
Praxis ist das Festwalzen einer
Dehnschraube.
Bild: Ecoroll
die bei der Flugzeug-Triebwerksaufhängung Verwendung findet.
Das Festwalzen wurde hier mit
einem hydrostatischen Werkzeug
durchgeführt. Kernstück der Ecoroll HG-Werkzeuge ist eine spezielle Hartstoffkugel, die in einem
Kugelhalter hydrostatisch gelagert
ist. Durch das Druckmedium wird
die Kugel mit definierter Walzkraft
gegen die Oberfläche des Werkstücks gedrückt, um dort die Oberfläche umzuformen. Ein wesentlicher Vorteil dieser patentierten
Werkzeugvariante ist, dass sie
selbst bei einer Ausgangshärte bis
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34 · Top Technik: Automatisierung · Produktion · 13. November 2014 · Nr. 46
Produktionsprozesse besser kontrollieren
Highspeed-Videosysteme von Mikrotron sollen helfen, Fehlerquellen zu erkennen
Langzeitaufnahmen sollen Anwendern laut Mikrotron neue Erkenntnisse in Produktion und
Forschung gewinnen.
Bild: Mikrotron
Produktion Nr. 46, 2014
UnterschleiSSheim (hi). Mit
den neuen Highspeed-Video-Systemen von Mikrotron lassen sich
laut Unternehmensangaben viele
Produktionsprozesse durch permanente Überwachung optimieren.
Highspeed-Video hat sich heute in fast allen Branchen als ein
wichtiges Werkzeug etabliert, um
Fehlerquellen in Prozessen detailliert zu erkennen und zu beseitigen. Bislang waren die Aufnahmen, die der umfassenden Analyse der Prozesse dienen sollen,
jedoch auf wenige Sekunden
Aufnahmezeit beschränkt.
Langzeitaufzeichnungen von
Highspeed-Videos durchbrechen nun diese Beschränkung.
Mit dieser Technologie können
auch langandauernde Prozesse in
Hochgeschwindigkeit lückenlos
analysiert und Fehlerquellen gezielt beseitigt werden.
Durch die neuen, portablen
Langzeitrecording (long time recording – LTR) Systeme Motionblitz LTR3.0 und Motionblitz
LTR4.0 erzielen Anwender aus
allen Branchen mittels Langzeitaufnahmen neue Erkenntnisse in
40
min Aufnahmedauer bieten die
Video-Systeme
Produktion und Forschung, heißt
es von Seiten Mikrotrons. Viele
Anwendungen mit den LTR Vorgängermodellen in den unterschiedlichsten Branchen beweisen
die Vorteile und die schnelle
Amortisation in diese Investition.
Die neuen Systeme von Mikrotron
kombinieren nach eigenen Angaben die hohe Kameraauflösung
Intelligent verkabeln
heißt Energie sparen
Trans Data Elektronik rüstet das tML-System für Industrie 4.0
mit hohen Bildraten. Durch die
sehr schnelle Datenübertragung
über die CoaXPress-Schnittstelle
sind auch bei hohen Bildraten
Aufzeichnungen bis zu 40 min
Bippen/Ohrte (tbö). Bei der
Implementierung einer intelligenten Steuerung von Maschinen,
Lagersystemen und Betriebsmitteln setzt man in der Vergangenheit überwiegend auf herkömmliche Verkabelungsverfahren, so
Trans Data Elektronik.
Die erforderlichen Kabellängen
wurden vor Ort ermittelt, die Kabel zugeschnitten und mit den
Steckern versehen. Anbindung
und Steuerung der ‚Smart Factories‘ im Industrie 4.0-Umfeld der
Zukunft werde zunehmend auf
Glasfasernetzwerken aufbauen.
Nicht nur die Unempfindlichkeit
von Lichtwellenleitern gegenüber
elektromagnetischen Einflüssen,
sondern auch die Möglichkeit erweiterter Linklängen bieten einen
klaren Vorteil im Vergleich zur
Kupferverkabelung, heißt es.
Trans Data Elektronik (tde) bietet mit dem modularen Plug & Play
tML-System laut eigenen Angaben
ein praktisches Werkzeug zur Vernetzung von Fertigungsmaschinen
via Glasfaser oder Kupfer. Alle
Kabelstrecken und Stecker sind
vorkonfektioniert und getestet
und müssen vor Ort nur noch verbunden werden, so tde.
Mit Hilfe des tML-Hutschienenadapters lassen sich tML-Module
auf einer Hutschiene integrieren.
Dank des tML-Systems lässt sich
laut tde sehr schnell eine intelli-
Mit neuem Hutschienenadapter rüstet tde das tML-System
für das Industrial Ethernet.
Bild: tde
gente Netzwerk-Verkabelung aufbauen, die sich den Bedürfnissen
der Fertigungsstraße anpasst und
nicht umgekehrt – und zugleich
höchst energieeffizient ist, wie der
Anbieter berichtet.
Damit bietet der Netzwerkspezialist einen Investitionsschutz
durch ein flexibles System, das
einen notwendigen Umbau ohne
Neuinstallation der Verkabelung
mit sich bringt.
Zudem wird durch eine intelligente Netzwerk-Verkabelung, die
alle wichtigen Produktions- und
Messdaten in Echtzeit überträgt,
der Einsatz der Maschinen besser
steuerbar, heißt es weiter. Laufzeiten können demnach so optimiert und Prozesse punktgenau
aufeinander abstimmt werden –
wesentliche Faktoren, um Energie
zu sparen beziehungsweise effizienter zu nutzen.
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Schutz für elektronische
Komponenten
Schott bietet HTCC-Durchführungen
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Landshut (ba). Schott bietet in
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Aufnahmedauer möglich. So lasse sich jeder Moment eines Prozesses detailgenau und präzise
erfassen und mit der Wiedergabe
effektiv und aussagekräftig bewerten, meldet Mikrotron
Die klein dimensionierten Kameras mit 3 oder 4 Megapixel
Bildauflösung können auch unter
beengten Verhältnissen unmittelbar vor Ort installiert und die
Daten in Echtzeit aufgezeichnet
werden. Im Full-HD Format gewährleistet das System eine Bildrate von bis zu 900 Bildern/ s und
in reduzierter Auflösung bis zu
35 000 Bilder / s. Kommunikation,
Kamerakontrolle und Energieversorgung erfolgen über nur ein
einziges KOAX-Kabel bis zu 10 m
Entfernung. Über ein LichtleiterModul bis zu 140 m. Zusammen
mit der besonders einfach zu
handhabenden Steuerungs- und
Bedienungsoberfläche ‚Motionblitz Director2‘ erschließt das
eine hohe Flexibilität und Effizienz in der Anwendung.
www.mikrotron.de
seinem Geschäftsbereich Electronic Packaging Gehäuselösungen
für Hochfrequenz(HF)-Anwendungen an. Sensible elektronische
Komponenten benötigen vor allem
im HF-Bereich zuverlässigen
Schutz. Die zunehmende Miniaturisierung bringt weitere Herausforderungen an das Design der
Bauteile mit sich. Der Einsatz von
HTCC-(High Temperature Cofired
Ceramics)-MultilagenkeramikDurchführungen ermöglicht die
äußerst kompakte und dabei leistungsfähige Anbindung einer hohen Anzahl von elektrischen
Durchführungen hin zu einer
hermetisch abgedichteten Einheit.
„In Zusammenarbeit mit unseren Kunden entwickeln und produzieren wir HTCC-Durchführungen, die dank hervorragender
HF-Eigenschaften bei Einfügedämpfung, Reflexionsverlusten
und Übersprechen aufweisen“,
sagt Dr. Thomas Zetterer, Entwicklungsingenieur bei Schott Electronic Packaging. Je nach Design
sei dies für eine Bandbreite von
bis zu 40 GHz realisierbar. Die in
vielen Anwendungen der Luft-und
Raumfahrt notwendige Wärmeleitfähigkeit der HF-Gehäuse werde durch eine optimale Kombination von Materialien und Geometrien erreicht. HF-HTCC-Durchführungen von Schott entsprechen nicht nur den typischen
Designregeln für HTCC-Keramiken, sie sind auch in einem ver-
tretbaren fertigungstechnischen
Anforderungsregime realisierbar.
Bei HF-Konnektoren, die zur
Einkoppelung von HF-Signalen
in Hochleistungsgehäusen eingesetzt werden, können StandardSteckverbinder die hohen Anforderungen oft nicht mehr erfüllen.
Damit die Schnittstellen der Microwave Packages die geforderte
HF-Performance erreichen, bietet
Schott hermetische Hochfrequenz- SMA-, SMP- und SMPMKonnektoren mit Glas-Metall
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Geometrien an, die gemäß individueller Anforderungen genau angepasst werden können.
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lässt sich dank robusten Designs
nahe oder innerhalb der Fertigung
installieren. Die Berechnung der
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kann durch Ausfälle oder Fehlfunktionen innerhalb kürzester
Zeit enorme Verluste verursachen.
Mit einer Hardware wie der CNC
Solution NControl20 lassen sich
Die ‚RazerCam‘ sichert eine Inspektion des kompletten Druckbildes
selbst unter Bahnschwankungen
oder Bogenverzug.
Bild: EVT
Den Druck
per High Speed
überwachen
Produktion Nr. 46, 2014
hingegen die Schritte optimieren
und dank Tool Center Point in
High Speed Machining auch die
Geschwindigkeit deutlich erhöhen. Durch die Unterstützung
mehrerer Kanäle und dem Einsatz
schneller Core 2 Duo CPU lassen
sich auch bis zu 24 unterschiedliche CNC-Channels individuell
konfigurieren und von einem einzelnen CNC Solution NControl20
überwachen. Als Protokolle für
die Kommunikation stehen dabei
sowohl EtherCAT als auch Mecha-
GB Kapazität
hat die SSD der
CNC Solution
NControl20
trolink III zur Auswahl. Dadurch
ist eine Integration in bestehende
Umgebungen und eine Kombination mit älterer Hardware und
Peripherie möglich. Auf der CNC
Solution NControl20 läuft Windows CE 6.0 und einer SSD mit
32 GB Kapazität ausgerüstet.
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Dank robusten
Designs ist eine
Installation nahe
oder innerhalb
der Fertigung
möglich, heißt es.
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Karlsruhe (hi). Die Serie ‚Ra-
zerCam smart‘ an Kameras von
EVT enthält auch eine Zeilenkamera. Eine klassische Anwendung
für diese Zeilenkamera ist laut
Unternehmen die Druckinspektion. Die Kamera wird sowohl bei
der 2D- als auch bei der 3D-Druckbild-Kontrolle eingesetzt. Aufgrund der frei programmierbaren
FPGAs lassen sich Daten in Echtzeit vorverarbeiten und mit den
beiden zusätzlichen ARM-Kernen
Cortex A9 eignet sich die RazerCam auch für sehr schnelle Anwendungen, heißt es. Die Kamera
ist auch als Farbkamera erhältlich.
Sie erreicht selbst bei höchsten
Prozessgeschwindigkeiten von
mehreren hundert Metern pro
Minute punktgenaue Prüfergebnisse.
Die Zeilenkamera ist einsetzbar
für alle Prozesse wie Druck auf
Rollen, Bogen oder Zuschnitten;
für alle Druckverfahren wie Tief-,
Sieb-, Offset-, Tampon- oder Digitaldruckverfahren und zudem
auf allen Trägermaterialien wie
Folie, Papier, Karton und Metall.
Sie kann auch direkt in der
Druckmaschine eingebaut werden,
die Druckinspektion kann sowohl
während des Druckes als auch
während der Konfektionierung
stattfinden. Allerdings können
sich bei einer späteren Konfektionierung wieder Fehler einschleichen, die unerkannt bleiben, teilt
EVT mit.
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36 · Technik-Know-how · Produktion · 13. November 2014 · Nr. 46
Rechts: Auch
Kurbelwellen
werden von der
speziell behandelten Flachfolie
zuverlässig vor
der Umgebungsluft geschützt.
Evers GmbH
Oben: Die VCIKorrosionsschutz-Flachbeutel besitzen eine
hohe Festigkeit.
Sie sind bedruckbar und eignen
sich daher als
Werbeträger
(Firmenlogo).
Auch können sie
sind recycelt, als
Hausmüll deponiert und verbrannt werden,
denn sie sind gesundheitlich unbedenklich und
nicht toxisch.
Bilder: Evers
Die Evers GmbH vertreibt Korrosionsschutzprodukte nach
der VCI-Methode von der Excor GmbH. Die Folien kombinieren die bewährte Korrosionsschutzwirkung mit dem in
der Verpackung beliebten,
breiten Funktions- und Anwendungsspektrum von Polyethylenfolien. Die Folien sind
in unterschiedlichen Konfektionsformen, wie zum Beispiel
Flach-, Schlauch-, Stretch- und
Luftpolsterfolie, Beutel und
Korrosion wirksam vermeiden
In Verpackungswerkstoffe eingearbeitete Inhibitoren schützen Metalle und Legierungen bei der Lagerung
Produktion Nr. 46, 2014
Oberhausen (BA). Die Evers
GmbH, Spezialist für Produkt- und
Anwendungslösungen für das Heben, Sichern, Fördern und Verpacken, bietet zwei Methoden für
den temporären Korrosionsschutz
an, die VCI- und die Trockenmittel-Methode.
VCI (Volatile Corrosion Inhi­
bitor) sind flüchtige Korrosionsinhibitoren, die in verschiedene Verpackungswerkstoffe (etwa
in Polyethylen, Polypropylen,
Schaum, Papier, Voll- und Wellpappe) eingearbeitet werden. Die
Evers GmbH vertreibt Korrosions-
schutzprodukte nach der VCIMethode der Excor GmbH. Die
Folien kombinieren die Korrosionsschutzwirkung mit dem breiten Funktions- und Anwendungsspektrum von Polyethylenfolien.
Die Korrosionsschutzwirkstoffe
sublimieren beidseitig in die Atmosphäre. Dadurch muss der Anwender keine Wirkrichtung beachten. Geschützt werden spezifische Metalle und Legierungen
im direkten Kontakt, wie auch
über die Dampfphase innerhalb
geschlossener Verpackungen. Die
Korrosionsschutzwirkung wird für
mindestens zwei Jahre gewährleistet. Das Korrosionsschutz-Öl
Die VCI-Korrosionsschutz-Beutel eignen sich zur Verwendung als Inlett
in einer Kiste oder als Überzug oder Umhüllung. Sie sind mit einer Stärke von 40 µm bis 250 µm oder als Spezialfolie mit hoher Festigkeit aus
HDPE- oder LDPE-Folie lieferbar.
von Excor ist lösemittelfrei, hydrolysebeständig und in Wasser
nicht emulgierbar. Es ist mit dem
Excor-VCI-System uneingeschränkt kompatibel. Vorwiegender Einsatzzweck ist die Vorbehandlung besonders korrosionsempfindlicher Metalloberflächen,
um diese schon vor ihrer Verpackung zu schützen.
Excor Emibo und Excor Baleso
kombinieren die Korrosionsschutzwirkung von Excor-VCI mit
einem einfach handhabbaren VCISpender in Form einer Kapsel oder
eines flexiblen Spenderbeutels.
Nach der Entfernung der Umverpackung sublimieren die Korrosionsinhibitoren und schaffen in
der geschlossenen Verpackung
eine Atmosphäre, in der Metalle
vor Korrosion geschützt werden.
Emibo und Baleso kommen zum
Einsatz, wo eine Transport- oder
Lagerverpackung besteht und
Korrosionsschutzfolien und -papiere nicht zum Einsatz kommen
können. Sie ermöglichen einen
Langzeitkorrosionsschutz bis zu
15 Jahre, so Evers.
Das Excor Valeno Formentransport- und Lagerset (FTL-Set) sorgt
für Korrosionsschutz plus effektivem Schutz für Spritzgießformen gegen Verunreinigung durch
Lagerung oder Transport. Zusätzliche Korrosionsschutzmaßnahmen sind nicht notwendig, meldet
Evers.
Die nach dem Produktionsauftrag gereinigten Formen werden
in das FTL-Set so eingesetzt, dass
die in die Folienhaube und Grundplatte eingearbeiteten Korrosionsinhibitoren einen möglichst freien Zugang zu den Metalloberflä-
Das Konstruktionsprinzip der
chen vorfinden. Nach dem Verschließen des Sets verteilen sich Kunststoffstäbe im neuartigen
die dampfförmigen Korrosionsin- Teleskop-Design ist für Box-Conhibitoren in dem abgeschlossenen tainer entwickelt worden. Die
Luftraum und bilden einen un- Stäbe passen durch ihre besondesichtbaren Adsorptionsfilm auf re Form platzsparend in die Sider Metalloberfläche, der bis zu cken, die Vertiefungen der Conzwei Jahre vor Korrosion schützt. tainerwand. Mehr als 2 l FeuchtigNach dem Öffnen der extrem ro- keit kann ein Trockenmittelstab
busten und recyclingfähigen Ver- absorbieren. Als Faustregel emppackungen verflüchtigen sich die fiehlt die Evers GmbH den Einsatz
Inhibitoren rückstandsfrei von der von vier bis sechs Stäben für einen
Metalloberfläche.
20-Zoll-Container und acht bis
Kondensationsfeuchtigkeit ist zwölf Stäben für einen 40-Zolldie häufigste Ursache für Schäden Container.
im Containerverkehr. In den hochWenn der Container mit Schüttwirksamen Produkten des schwe- gut gefüllt oder die Ladung hoch
dischen Herstellers Absortech gestaut wird, können Trockenmitnimmt Calciumchlorid die Luft- tel an den Wänden ihre Wirkung
feuchtigkeit auf. Es wirkt bereits nicht ausreichend entfalten. In
bei relativ niedriger Luftfeuchtig- diesem Fall empfiehlt Evers den
keit und ist schon
deshalb herkömmlichen Trockenmitteln
Calciumchlorid nimmt die
selbst bei hohen Temperaturen überlegen. Luftfeuchtigkeit auf, auch wenn
Zudem hat es einen sie noch relativ niedrig ist.
extrem schnellen und
hohen Wirkungsgrad.
Die Luftfeuchtigkeit wird mit Hilfe des Calcium- Einsatz von Trockenmittel-Boxen,
chlorids zu Salzwasser umgewan- die unmittelbar unter der Contaidelt. Dieses wird im Trockenmit- nerdecke angebracht werden. Die
telprodukt (Kunststoffbehälter) Befestigung erfolgt sekundenaufgefangen, kann also nicht mehr schnell mittels mitgelieferter Halentweichen, und wird am Zielort terung am Lashhaken. Die Konsim Abwasser entsorgt. Die Tro- truktion der Boxen verhindert,
ckenmittel-Produkte sind als dass durch die Schräglage des
Kunststoffstäbe und -Boxen, Gel- Containers beim Schüttvorgang
kissen und Beutel erhältlich. Die die gesammelte Flüssigkeit ausAnzahl der Trockenmittel ist von laufen kann. Das Sammelvolumen
verschiedenen Faktoren abhängig, einer Box beträgt 5,5 l. In der Regel
etwa von Reisedauer, Temperatur, reichen zwei bis vier Boxen für
Luftfeuchtigkeit und Temperatur- einen 20-Zoll-Container und vier
schwankungen oder Luftvolumen bis sechs Boxen für einen 40-Zollim Container.
Container.
13. November 2014 · Nr. 46 · Produktion ·
Management · 37
Die Stecknadel im
Heuhaufen finden
Thomas Heger, LinkedIn
Produktion Nr. 46, 2014
München (ba). Der Fachkräfte-
mangel trifft die Industrie besonders hart: Gerade in den sogenannten MINT-Studiengängen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) sind die Abbruchquoten besonders hoch. Elektrotechnik und Maschinenbau sind
dabei mit bis zu 53 % vorzeitigen
Abgängern die Spitzenreiter. Das
Institut der deutschen Wirtschaft
schätzte 2013, dass bis 2020 rund
600 000 beruflich und akademisch
qualifizierte MINT-Fachkräfte
fehlen werden. Aber auch ausgebildete, hoch spezialisierte Ingenieure und die passenden Unternehmen finden nicht immer zusammen.
Viele Unternehmen steuern dieser Entwicklung inzwischen mit
einer Employer-Branding-Strategie entgegen, dem gezielten Aufbau einer eigenen Arbeitgebermarke. Wie eine Umfrage des OnlineBusiness-Netzwerk LinkedIn
unter 3 379 Personalern aus dem
Jahr 2013 ergab, sind allein in
Deutschland mehr als 84 % der
Personalverantwortlichen sicher,
dass ihre Arbeitgebermarke signifikanten Einfluss auf ihren Erfolg bei der Mitarbeitersuche hat.
Dabei bieten Social-Media-Kanäle eine relativ kostengünstige
und schnelle Alternative, um gezielt nach qualifizierten Mitarbeitern zu suchen: Mit dem richtigen
Employer Branding-Ansatz können sich online nicht nur Platzhirsche der Industrie auf dem
Personalmarkt durchsetzen. Auch
für große Player, die außerhalb
ihres Kerngeschäfts Fachkräfte
brauchen, Mittelständler und
selbst Kleinstunternehmen bieten
sich hier Chancen.
Social-Media-Kanäle sind eine günstige und schnelle
Alternative, um gezielt qualifizierte Mitarbeiter zu finden
ein Informationsangebot, über das
sich die Arbeitgebermarke kommunizieren lässt. Beide konnten
zusätzlich die Klickraten auf Stellenanzeigen verbessern und verzeichnen ein deutlich gestiegenes
Interesse von Seiten der Bewerber.
Erfolg ist aber nicht selbstverständlich. Dominik Hahn weist
mit Nachdruck darauf hin, dass
das Unternehmensprofil des Mitarbeiter suchenden Unternehmens regelmäßig gepflegt werden
muss, sowohl mit allgemeinen
Inhalten und Links über das
Unternehmen als auch mit
Jobangeboten.
Zudem seien die Nutzer
in sozialen Netzwerken
deutlich kritischer. Auch
der Personaler
der Personaler, der sie
glauben, dass ihkontaktiert,
braucht ein
re Marke Mitargut gepflegtes Profil. Besbeiter anzieht
ser ist es noch, wenn Unternehmen ihren Mitarbeitern
Hilfestellungen an die Hand geben, wie sie sich online professionell präsentieren können, denn
in sozialen Medien sind nicht alle
Informationen über ein UnternehFür die Suche nach Mitarbeitern müssen Unternehmen immer erfindungsreicher werden. Eine Chanmen auch von diesem kontrollierce bieten Social-Media-Kanäle.
Bild: Romolo Tavani / Fotolia
bar – und Kandidaten stellen mit
Sicherheit Recherchen bei aktuZwei Beispiele dafür geben der auf sein Image als Versicherer Sie können mit Recruiting-Tools ellen Mitarbeitern an.
internationale Finanzdienstleister bauen. Wooga ist dagegen inner- wie LinkedIn Talent Solutions
Hahn und Streller sind überAllianz und die Onlinespiele- halb von vier Jahren von ei- gezielt nach geeigneten Kandida- zeugt, dass jeder Mitarbeiter mit
schmiede Wooga. Beide brauchen ner Handvoll an Mitarbeitern auf ten suchen und diese aktiv an- einem Onlineprofil potenziell zu
technisch versierte Mitarbeiter, nunmehr insgesamt 250 gewach- sprechen – was durchaus notwen- einem Markenbotschafter wird.
besitzen jedoch nicht die Strahl- sen und Technical Recruiter Ca- dig ist: Als LinkedIn im Januar Stößt ein geeigneter Kandidat auf
kraft großer Technologiekonzerne. rolin Streller muss jetzt auf dem 2014 18 000 seiner Mitglieder nach das Profil eines möglichen zukünfLaut Dominik Hahn, Experte internationalen Parkett mit gro- ihren Plänen befragte, konnte das tigen Kollegen oder Chefs, sollte
für Online-Employer-Branding bei ßen Firmen um die begehrten Netzwerk nachweisen, dass nur die mühsam aufgebaute Arbeitder Allianz SE, hat das Unterneh- Entwickler wetteifern.
11 % von ihnen aktiv auf der Suche gebermarke nicht hier scheitern.
men einen großen Bedarf an ITEine Schlüsselrolle spielen für nach einem Job sind. Knapp jeder Vor allem Führungskräfte können
Spezialisten und Ingenieuren, beide Unternehmen soziale On- zweite steht einem guten Angebot einem Kandidaten mit einer positiven Außendarstellung auch
schließlich betreibt die Allianz linekanäle, vor allem Auftritte in aber jederzeit offen.
Europas größtes Rechenzentrum. Online-Business-Netzwerken. Hier
Mit Auftritten ihrer Unterneh- den entscheidenden Anstoß geDoch auf diesem Feld konkurriert bewegen sie sich in einem Umfeld, men auf diesen Plattformen bieten ben, auf ein Stellenangebot einder Finanzdienstleister mit vielen in dem sich mögliche Mitarbeiter sowohl Allianz als auch Wooga zugehen.
anderen Branchen und kann kaum bereits selbst beruflich profilieren. außerdem eine Anlaufstelle und www.linkedin.com
84 %
Lieber nicht Chef werden
Ingenieurinnen werden laut einer Studie nur selten Führungskräfte
Produktion Nr. 46, 2014
Berlin (ba). Junge Ingenieurin-
nen und IT-Wissenschaftlerinnen
schrecken häufiger vor Führungspositionen zurück, obwohl sie
wichtige Eigenschaften für gute
Führung mitbringen. Das ist eines
der Ergebnisse einer Studie des
Trendence-Instituts.
Demnach wollen 14,5 % aller
Studentinnen und 8,7 % der Studenten keinesfalls eine Führungsposition übernehmen. Bei den
Männern bleibt diese Quote auch
mit Eintritt in das Berufsleben
stabil, während sich die Zahl der
Frauen, die keine Führungsposition übernehmen will, auf 28,1 %
verdoppelt. „Junge Frauen finden
bei ihren Arbeitgebern nicht immer die Arbeitsbedingungen vor,
die sie sich wünschen“, sagt Trendence-Geschäftsführer Holger
Koch. „Sie sind vor allem mit der
Work-Life-Balance unzufrieden.
Und das bedeutet für Frauen ne-
ben flexiblen Arbeitszeiten auch
eine familienfreundliche Kultur,
die es ihnen ermöglicht, Führungs- und Familienaufgaben in
gleichem Maße wahrzunehmen.“
Entsprechend ist auch die Führungsverantwortung in Unternehmen ungleich verteilt: Junge berufstätige Frauen mit abgeschlossenem IT- oder Ingenieursstudium haben deutlich seltener Führungsverantwortung als Männer
mit einem vergleichbaren Studienabschluss: Budgetverantwortung tragen nur 7,4 % der Frauen,
aber 25,2 % der Männer. Verantwortung für Personal hat nur jede
sechste Frau, aber knapp jeder
vierte Mann.
Absolventinnen und Absolventen der technischen Studiengänge haben einen ähnlichen Anspruch an ihre Führungskräfte:
Sie sollen Mitarbeiter motivieren
können sowie eine hohe fachliche
und soziale Kompetenz mitbringen. In einem Punkt unterschei-
den sich Männer und Frauen jedoch: Die soziale Kompetenz ist
Frauen bei einem Chef oder einer
Chefin noch wichtiger als Männern. 80,9 % der Frauen ist das
besonders wichtig, bei den Männern 73,8 %.
Dabei sind es gerade die sozialen Kompetenzen, bei denen Frauen im Vergleich zu Männern besonders stark sind. 80,8 % der
Frauen behaupten von sich selbst,
eine hohe Sozialkompetenz zu
haben, während nur 72,8 % der
Männer das über sich selbst sagen.
Fachlich sind sie genauso gut qualifiziert. „Frauen wären nach eigener Definition hervorragende
Chefs“, so Koch. „Umso wichtiger
ist es für Arbeitgeber in technischen Branchen, mehr Frauen zu
rekrutieren, ihr Vertrauen in die
eigenen Fähigkeiten zu stärken
und sie mit den passenden Rahmenbedingungen für Führungspositionen zu begeistern.“
www.trendence.com
Noch eher selten: Frauen, die in Industrieunternehmen Führungsverantwortung übernommen haben. Der Grund liegt häufig in wenig famiienfreundlichen Strukturen.
Bild: Minerva Studio / Fotolia
38 · Management · Produktion · 13. November 2014 · Nr. 46
Durchblick dank Business Intelligence
BI hilft Unternehmen, mit Daten aus dem ERP Geschäftsprozesse zu messen
BENNO PETERS
PRODUKTION NR. 46 , 2014
MARKDORF (TBÖ). Gerade der
deutsche Mittelstand muss sich
im globalen Wettbewerb behaupten und stetig effizienter und
beweglicher werden. Lieferketten,
Produktionsabläufe, Logistik bleiben dank leistungsfähiger ERPSysteme trotz Komplexität beherrschbar. Doch diese hochkomplexe IT-Systeme produzieren
Millionen von Datensätzen. Es
entstehen vielschichtige Zahlengebilde, aus denen sich theoretisch
der Status des gesamten Unternehmens ablesen ließe. Aber wie?
Und auf welche Zahlen kommt es
an? Der ERP-Anbieter Kumavision empfiehlt Business Intelligence-Lösungen als sinnvolle
Ergänzung zu einer Branchensoftware – besonders auch für die
Geschäftsführung. Denn Business
Intelligence versetzt Unternehmen in die Lage, mit Hilfe der
vielschichten Daten aus dem ERPSystem Geschäftsprozesse messbar zu machen und so die Basis
für bessere strategische und operative Entscheidungen zu legen.
Natürlich geht es Business Intelligence in erster Linie um die
Frage, ob die Firma profitabel
arbeitet. Über ein solides Finanzcontrolling lässt sich das auch
feststellen. Doch dieses Vorgehen
lässt immer nur den Blick in die
Vergangenheit zu. Die Rechnungsstellung ist immer der letzte
Schritt einer langen Prozesskette.
Stellt der Controller hier ein Minus
fest, findet er die Ursachen dafür
in Vorgängen, die Wochen oder
a
©
Monate zurückliegen. Diese Fehlentwicklungen kann das Management dann zwar korrigieren
– aber nur mit Zeitverzögerung.
Und diese können sich immer
weniger Unternehmen leisten.
Viel interessanter ist es, im laufenden Prozess Trends und Entwicklungen zu erkennen und bei
Bedarf gegenzusteuern oder Vorbereitungen für die neue Situation zu treffen. Neben allgemeinen
Kennziffern wie Umsatz lassen
sich gezielt Vertrieb, Lagerhaltung,
Maschinenauslastung oder die
Arbeitszeit der Mitarbeiter betrachten. In der gekonnten Kombination von Daten aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
liegt die Stärke von Business In-
m
ole
kk
mi
li
oto
-F
telligenceLösungen. Sinkt
etwa der Absatz eines bestimmten Produkts, werden die Verkaufschancen in der Vertriebspipeline
betrachtet. Die Vertriebsaktivitäten können so forciert werden,
bevor Unterauslastungen entstehen, der Handlungsspielraum für
Unternehmen vergrößert sich.
Eine Stärke der Business Intelligence-Lösungen liegt darin,
dass mit ihnen die Daten ansprechend aufbereitet werden können: Beispielsweise lassen sich
Verkaufsanalysen nach Produktsegmenten und Regionen auf
einer Landkarte übersichtlich
darstellen. Automatisch generierte Rankings zur Liefertermintreue von Lieferanten tragen
Neben Kennziffern wie Umsatz nach Mitarbeitern lassen sich mit Hilfe von
BI-Lösungen auch Vertrieb, Lagerhaltung, Maschinenauslastung oder die
Arbeitszeit der Mitarbeiter auf einem Dashboard betrachten.
Bild: Kumavision
da zu bei, die Lieferzeiten und
damit auch die Kundenzufriedenheit zu optimieren. Dank übersichtlicher Diagramme können
die Herstellungskosten einzelner
Artikel und Produktgruppen über
eine artikelbezogene Deckungsbeitragsrechnung transparent
bewertet werden.
Business Intelligence verfolgt
dabei einen mehrdimensionalen
Ansatz: Etwa lassen sich Produkt,
Kunde und Umsatz einfach miteinander kombinieren und unter
unterschiedlichen Blickwinkeln
untersuchen. Die ‚Drill-down‘Funktion ermöglicht es, auffällige Werte bis zu den einzelnen
Buchungen im ERP-System zurückzuverfolgen.
Technisch gesehen arbeiten
Business Intelligence-Lösungen
herstellerübergreifend nach demselben Prinzip: Die auf dem SQLServer des ERP-Systems gespeicherten Daten werden aggregiert, analysiert und aufbereitet. Unterschiede gibt es bei der
Benutzeroberfläche und der Art
der Datendarstellung. Die Consultants von Kumavision ermitteln mit den Anwendern die für
die jeweilige Aufgabenstellung
optimal passende Lösung und
übernehmen die Implementierung. Microsoft stellt mit Power
Pivot und Power BI Erweiterungen für den SQL-Server bereit,
die es Anwendern ermöglichen,
Reports selbst mit Excel zu erstellen und zu bearbeiten – wodurch die IT-Abteilung deutlich
entlastet wird.
www.kumavision.com
Fünf Regeln für die digitale Unternehmenspräsenz
Mit einfachen Mittel können Unternehmen ihre Webseite so optimieren, dass der Besucher nicht gleich wieder geht
PRODUKTION NR. 46 , 2014
KÖLN (BA). Kommunikation ist
mehr als das geschriebene Wort.
Auch nicht-textliche Komponenten beeinflussen die menschliche
Kommunikation. Das ist wichtig
für die Online-Kommunikation,
vor allem für die digitale Unternehmenspräsenz. Mit fünf Regeln
kommunizieren Firmen wirkungsvoller über ihre Webseite. Markus
Lievenbrück, Geschäftsführer von
Fahrenheit, Kölner Agentur für
digitale Kommunikation, empfiehlt, sich zuerst bewusst zu machen, was mit der Webseite erreicht werden und wie sich der
Besucher darauf verhalten soll.
Etwa kann durch eine nähere Auseinandersetzung mit den Produkten und Dienstleistungen des
Unternehmens eine Kontaktaufnahme durch den User erreicht
werden. Wenn diese Fragen geklärt sind, geht es um die bedürfnisgerechte Ansprache des Besuchers. Die Kunst liegt Lievenbrück
zufolge darin, herauszufinden,
warum der User die Seite besucht.
Dies ergibt sich aus der Eingabe
in die Suchmaschine oder den
Kurzer Einleitungstext, große Produktboxen mit Kurzbeschreibung bei Mouse-over: Auf der Seite von Toyota Europe
wird der User unkompliziert in seinen gewünschten Produktbereich geführt.
Bild: Toyoda Europe / Fahrenheit
Klicks auf der Website. So bei dem
Acrylfaserhersteller Dralon. Er hat
die Bedürfnisse seiner Kunden in
den Mittelpunkt gerückt und die
Darstellung seiner Produkte auf
der Homepage in fünf Kategorien
unterteilt. Dadurch erhält der Besucher einen Überblick und wählt
den Einstieg in die Webseite ent-
sprechend seiner Wünsche. Immer
sollte laut Lievenbrück dem Prinzip „einfach und unkompliziert“
gefolgt werden.
Besser den Kunden „schlank
durch die Webseite führen“ und
den inhaltlichen Aufbau wie eine
Informationspyramide gestalten
– so lautet die dritte Regel. Da-
durch wird der Kunde nach
Wunsch Stück für Stück immer
detaillierter informiert. Das zeigt
sich auch auf der Website des japanischen Maschinenherstellers
Toyoda Europe. Ein kurzer Einleitungstext, große Produktboxen
mit Kurzbeschreibung bei Mouseover führen den User einfach und
unkompliziert in seinen gewünschten Produktbereich und
gleichzeitig zu mehr Details. So
erhält jeder die gewünschte Informationstiefe, ohne überfrachtet
oder enttäuscht zu werden.
Für eine einfache Nutzerführung sollte eine klare und eineindeutige Text- und Bildsprache
verwendet werden, so die vierte
Regel. Denn hat der User nach
zwei bis drei Klicks nicht die Inhalte gefunden, die er sucht, ist
die Gefahr des Absprungs hoch.
Als fünften Schritt rät Lievenbrück, den Besucher auf der Website an die Hand zu nehmen, zu
führen und zur Aktion aufzufordern. Das gelingt, indem die richtigen Auswahlmöglichkeiten zum
richtigen Zeitpunkt angezeigt und
die wichtigsten Elemente mit einem Handlungsimpuls versehen
werden. Dabei kann auch der Text
im Button eines Kontaktformulars
freundlich und auffordernd sein.
Unternehmen, die diese fünf Regeln anwenden, machen einen
entscheidenden Schritt zu einer
erfolgreichen Kundenansprache
im Web.
www.agentur-fahrenheit.de
13. November 2014 · Nr. 46 · Produktion ·
63 % mehr Schrauben
versenken dank Flexizone
Für anspruchsvolle Schraubarbeiten mit hohen Drehmomenten führt Dewalt ein umfassendes Sortiment an schlagfesten Torsion-Schrauberbits. Durch ihre Flexizone gleichen die
TorsionSchrauberbits
‚Extreme Impact‘ Drehmomentspitzen aus, wodurch
sich die Belastung auf
den Bitkopf und damit die
Bruchgefahr reduzieren. Im Vergleich zu anderen Impact-Schrauberbits von Dewalt können damit
nicht nur 63 % mehr Schrauben versenkt werden – das Schrauben geht
dank effektiveren Drehmomenttransfers auch schneller.
Die Torsion-Schrauberbits ‚Extreme
Impact‘ werden in einem CNC-gesteuerten Prozess gefertigt, der eine
konstant hohe Präzision gewährleistet. Das geringe Spiel im Schraubenkopf verhindert ein Abrutschen
oder Durchdrehen und damit die
Beschädigung des Schraubenkopfs
oder der Materialoberfläche. Die
Handwerkzeug · 39
Farbtreuer LED-Monitor erfüllt die Wünsche von Hobby-Fotografen
Schrauberbits
gibt es in 25 und 50 mm Länge
und in verschiedenen Bit-Typen
wahlweise als ‚Phillips‘, ‚Pozidriv‘ oder ‚Torx‘. Dank robuster
1/4"-Aufnahme passen sie in
nahezu alle leistungsstarken
Bohr- und Schlagschrauber sowie 1/4"-Bithalter.
Technische Details
Torsion-Schrauberbits gleichen durch
ihre Flexizone Drehmomentspitzen
aus
Belastung auf den Bitkopf und damit
die Bruchgefahr sinken dadurch
63 % mehr Schrauben können so im
Vergleich zu anderen Impact Schrauberbits von Dewalt versenkt werden
Preis: ab 5,90 Euro
Kontakt: www.dewalt.de
Statische Ladung richtig bekämpfen
BenQ bietet einen neuen LED-Monitor für anspruchsvolle HobbyFotografen. Bei der Entwicklung
des BenQ SW2401PT wurde in jeder Hinsicht auf gute Farbtreue
Wert gelegt. Die IPS-Technologie
des LED-Panels unterstützt unter
anderem Adobe RGB- und sRGBFarbräume. Ein 14-Bit Look-UpTable (LUT) sorgt für glatte Farbübergänge und die Hardware-Kalibrierung stimmt Farben verbindlich auf den Bildschirm ab, unabhängig von der Grafikkarte. Aus-
gestattet mit einer WQHD-Auflösung von 2 560 x 1 440 Pixeln und einer Bildschirmdiagonale von 60,45cm/23,8 Zoll liefert das Color Management Display einen Detailreichtum, der bisher nur von hochauflösenden 27-Zoll-Monitoren erreicht
wurde. Die umfangreiche Konnektivität sowie der Remote Controller und
der integrierte SD Card Reader bieten zudem höchste Flexibilität.
Der Fokus von BenQ liegt auf der absolut naturgetreuen Farbwiedergabe.
Das fängt bereits bei der für IPS-
Technologie typischen Blickwinkelstabilität von bis zu 178 Grad
horizontal und vertikal an. So
bleiben Farbtreue und Bildqualität
erhalten, auch wenn der Benutzer
seine Position vor dem Schreibtisch verändert. Zusätzlich sorgt
der erweiterte Farbraum (Wide
Color Gamut) für mehr Abstufungen, besonders bei Grüntönen,
was Naturfotografen schätzen
werden. Voreingestellt sind sRGB,
Adobe RGB (99 %) und StandardFarbräume, dazu kommt noch ein
Schwarz-Weiß-Modus. Ein weiteres Highlight ist der Remote Controller, der seinen Platz auf dem
Standfuß findet. Mit diesem kabelgebundenen Controller, der
wie eine Fernbedienung funktioniert, beweist der Monitor Multifunktionalität – mit ihm kann
blitzschnell per Knopfdruck zwischen verschiedenen Modi umgeschaltet werden. So ist der Wechsel zwischen den Einstellungen
für die Bildbearbeitung und für
normale Web-Browsing- oder Office-Aufgaben bequem und unkompliziert möglich.
Technische Details
Größe: 27 Zoll
14-Bit Look-Up-Table
WQHD-Auflösung von 2 560 x 1 440
Pixeln
Bildschirmdiagonale von 60,45 cm
Preis: 499,00 Euro
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Wirtschaftshoroskop
KW 47 (17. 11. - 23. 11. 2014)
Swepro stellt mit der Antistatikpistole SI BNG1000 ein System für die
Eliminierung statischer Oberflächenaufladungen vor. Durch ihr
kompaktes Design erreicht sie
auch beschränkt zugängliche Bereiche. Das 1 100 g leichte, robuste
Gerät ist eine Kombination der großen Antistatikdüse SI BN und der
Silvent Acetal Druckluftpistole,
welche durch ihre starke Blaskraft
eine optimale Ausbreitung der Ionen zur Neutralisierung geladener
Objekte erzielt. Hierdurch können
Antistatik-Anwendungen auch bei
weiteren Entfernungen frei, flexibel
und zuverlässig durchgeführt werden. Der Einsatz der Swepro-Antistatikpistole ist dort sinnvoll, wo
punktuell und örtlich beweglich
statische Ladungen neutralisiert
IMPRESSUM
REDAKTION
(08191-125-310)
Chefredakteur:
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werden müssen. Der Düsenkopf
der Antistatikpistole hat einen
Durchmesser von 49mm und ist
mit acht nadelähnlichen Ionenspitzen ausgestattet. Die Hülse des
Düsenkopfes ist aus rot eloxiertem
Aluminium konstruiert und schützt
die swepro IONic-Technologie im
Düsenkopf. Damit ist der Wartungsaufwand bei dem geräuscharmen Gerät gering.
Technische Details
Gewicht: 1 100g
Auch für schwer zugängliche Stellen
Düsenkopf misst 49 mm im Durchmesser
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Leitung Vertriebsadministration:
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Erscheinungsweise:
wöchentlich, 53. Jahrgang
ISSN: 0344-6166
Im Umgang mit Kunden bringt man in diesen Tagen die notwendige Flexibilität und
das richtige Gespür für deren Bedürfnisse auf. Eine insgesamt erhöhte
Störanfälligkeit, im Speziellen auch
bei Software und elektrischen Anlagen, zeigt sich auch noch diese Woche und erfordert verstärkte Sicherheitskontrollen. Insbesondere am
Montag muss auch noch mit einer Unfallneigung im Produktionsbereich gerechnet werden: Ausreichende Pausen helfen, den Stress zu reduzieren und damit unnötige Pannen zu vermeiden. Überhaupt wäre dem Management in dieser Woche anzuraten, die Erwartungen zurückzuschrauben und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Prüfen Sie, welche Arbeitsgänge verzichtbar
sind. Mit Druck geht jetzt aber gar nichts – setzen Sie lieber auf freundliche Interaktion und drücken Sie bei ausgedehnteren Kaffeepausen ein Auge zu. Vielleicht schaffen
Sie jetzt die Rahmenbedingungen, innerhalb derer Ihre
Mitarbeiter selbst Entscheidungen treffen können. Mon-
tag und Dienstag kann man seinem Gegenüber in Verhandlungen, insbesondere im
Einkauf, fast alles aufs Auge drücken,
auch der Rest der Woche eignet sich
noch für wichtige Gespräche. Bei Verträgen und sonstigen Schriftstücken
könnten sich aber am Donnerstag und
Freitag Flüchtigkeitsfehler einschleichen oder Wesentliches übersehen werden. Versprechen Sie an diesen Tagen
nicht mehr, als Sie halten können. Letztlich
wird man sich aber verbal mühelos durchsetzen. Während man produktionstechnisch am
Montag noch wunderbar im Plan ist, könnten äußere Einflüsse am Dienstag und Mittwoch einiges durcheinander
bringen. Die Belegschaft zeigt aber Goodwill und Engagement. Gehen Sie einem Schwund bei den Ressourcen genauer nach, vielleicht ist hier ein gewisser Schlendrian eingerissen. Die aktuellen Sozialleistungen, krankheitsbedingte Ausfälle der Belegschaft sowie die Energiekosten
könnten die angespannte Finanzlage zusätzlich strapazieren.
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40 · Wirtschaftsfakten · Produktion · 13. November 2014 · Nr. 46
MASCHINENBAU-AKTIEN-INDEX
USA an der Spitze: Die stärksten Volkswirtschaften der Welt
Kuka mit kräftigem
Kurszuwachs
Bruttoinlandsprodukt (BIP)
teilten sich 2013 insbesondere die hoch entwickelten
Länder unter einander auf.
Knapp die Hälfte des BIP
entfiel auf USA, China, Japan, Deutschland und
Frankreich. Großbritannien,
Brasilien, Russland, Italien
und Indien ergänzen die
Top-10.
Mehrheitlich positive Konjunktursignale
aus den USA ermöglichten ein neues Rekordhoch am amerikanischen Aktienmarkt.
Die von der EZB in Aussicht gestellte geldpolitische Hilfe sorgte neben einer Reihe
von guten Zwischenberichten auch hierzulande für gute Stimmung. Dies ermöglichte
sowohl beim DAX als auch beim Maschinenbau-Aktien-indeX von Produktion und LBBW
ein kräftiges Wochenplus. Positive Überraschungen bei Wacker Neuson und KUKA
brachten sogar einen zweistelligen Kurszuwachs. Demgegenüber litt der Aktienkurs
von Pfeiffer Vacuum unter rückläufigen
Aufträgen und einem gesenkten Umsatzziel.
Quelle: Weltbank
Maschinenbau-Aktien-indeX vs DAX 1 Jahr
7/11/14
540
540
520
520
500
500
480
480
MaschinenbauAktien-indeX
DAX 30
460
440
460
420
F
M
A
M
J
J
A
S
O
Source: Thomson Reuters Datastream
Maschinenbau-Aktien-indeX
Name
Indexmit- Kurs
Kurs
Wochen
Marktkapiglied
(EUR) (EUR) perfortalisierung
30.10. 06.11. mance
(in Mio.)
(in %)
AIXTRON (XET)
TecDAX
9,45
9,62
1,9%
1084
BAUER (XET)
SDAX
12,13 12,56
3,5%
215
DEUTSCHE BET. (XET)
SDAX
21,73 22,10
1,7%
302
DEUTZ (XET)
SDAX
3,48
3,78
8,8%
457
DUERR (XET)
MDAX
54,49 58,05
6,5%
2009
GEA GROUP (XET)
MDAX
36,23 36,26
0,1%
6979
GESCO (XET)
SDAX
69,68 70,04
0,5%
233
DMG MORI SEIKI (XET)
MDAX
20,23 20,09
-0,7%
1583
HEIDELBERGER DRUCK (XET)
SDAX
1,98
2,17
9,7%
559
JENOPTIK (XET)
TecDAX
8,80
9,27
5,3%
531
JUNGHEINRICH PFS. (XET)
SDAX
43,46 46,70
7,5%
747
KION GROUP (XET)
MDAX
28,34 30,20
6,6%
2987
KRONES (XET)
MDAX
74,50 76,11
2,2%
2405
KUKA (XET)
MDAX
49,28 55,27
12,2%
1875
LPKF LASER & ELTN. (XET)
TecDAX
10,11 11,18
10,6%
249
MAN (XET)
MDAX
90,65 92,40
1,9%
13026
MANZ (XET)
TecDAX
63,07 64,09
1,6%
316
MTU AERO ENGINES (XET) HLDG. MDAX
68,66 71,52
4,2%
3719
NORDEX (XET)
TecDAX
13,28 13,70
3,2%
1108
NORMA GROUP (XET)
MDAX
35,94 37,78
5,1%
1204
PFEIFFER VACUUM (XET) TECH. TecDAX
61,89 59,23
-4,3%
584
RATIONAL (XET)
SDAX
248,95 247,00
-0,8%
2808
SALZGITTER (XET)
MDAX
23,29 22,70
-2,5%
1364
SCHALTBAU HOLDING (XET)
SDAX
47,55 50,19
5,6%
309
SIEMENS (XET)
DAX
87,36 89,61
2,6%
78946
STRATEC BIOMEDICAL (XET)
TecDAX
43,33 44,99
3,8%
531
THYSSENKRUPP (XET)
DAX
18,78 19,17
2,1%
10846
VOSSLOH (XET)
SDAX
46,24 43,02
-7,0%
573
WACKER NEUSON (XET)
SDAX
15,11 16,91
11,9%
1186
WINCOR NIXDORF (XET)
MDAX
35,66 34,72
-2,6%
1149
Quelle: Datastream, LBBW Research, Produktion
Bemerkung: Es handelt sich hierbei um XETRA-Schlusskurse vom vergangenen Donnerstag.
Stammdaten zum Index: Anzahl der Werte: 30, Startpunkt 1.1.2000, Startwert 100, Indexart:
Preisindex, Gewichtung: Gleichgewichtung;
Werte, die nach dem 1.1.2000 notiert sind: Bauer, Nordex, Wacker Neuson, Wincor Nixdorf, Deutsche Beteiligungen, MTU Aero Engines, Schaltbau Holding, LPKF Laser & Electronics sowie Kion Group.
Dow Jones
10.10. 17.10. 24.10. 31.10. 07.11.
Hang Seng
24000
23700
23400
23100
22800
22500
10.10. 17.10. 24.10. 31.10. 07.11.
Euro Stoxx
3330
3224
3118
3012
2906
2800
10.10. 17.10. 24.10. 31.10. 07.11.
10.10. 17.10. 24.10. 31.10. 07.11.
Einkaufsmanagerindex steigt im Oktober
PRODUKTION NR. 46, 2014
89,13
83,31
FRANKFURT (DJ/ILK). Die Indus-
sich das Produktionswachstum
gegenüber dem Vormonat beschleunigte und die Unternehmen
ihre Belegschaft so kräftig erhöhten wie seit fast drei Jahren nicht
mehr.“
Allerdings habe das Neugeschäft
angesichts der Russland-Sanktionen und der schwächeren Konjunktur den zweiten Monat in
Folge abgenommen. „Insgesamt
zeichnen die Daten ein gemischtes
Bild von der Lage im Industriesektor“, resümierte Kolodseike.
„Derzeit ist es noch zu früh, als
dass sich sagen ließe, ob der Sektor seinen Wachstumskurs im
vierten Quartal beibehalten kann.“
Die Ergebnisse basieren auf der
monatlichen Befragung von rund
500 Einkaufsleitern und Geschäftsführern der verarbeitenden
Industrie in Deutschland.
schen Stahlhersteller sind für das
Jahr 2015 vorsichtig optimistisch.
Die Wirtschaftsvereinigung Stahl
rechnet nach eigenen Angaben
mit einer stabilen bis leicht wachsenden Stahlnachfrage in Deutschland. Der Branchenverband prognostiziert, dass sich die Marktversorgung mit Walzstahl 2015
um 1 % auf 39,4 Mio t erhöhen wird
nach einem Anstieg von 2 % im
laufenden Jahr.
trie in Deutschland hat im Oktober wieder auf einen Wachstumskurs umgeschwenkt. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) der
Industrie stieg auf 51,4 Punkte von
49,9 im Vormonat, wie der Datendienstleisters Markit bei einer
zweiten Veröffentlichung mitteilte. Bei der ersten Veröffentlichung
war noch ein Indexanstieg auf 51,8
Punkte berichtet worden. Volkswirte hatten im Mittel mit einer
Bestätigung des ersten Ausweises
gerechnet.
„Der Einkaufsmanagerindex hat
im Oktober wieder die Wachstumsschwelle von 50 Punkten
überschritten“, sagte Markit Ökonom Oliver Kolodseike. „Hierzu
hat maßgeblich beigetragen, dass
ROHSTOFFPREISE
BRANCHENBAROMETER AMERIKA
10.10. 17.10. 24.10. 31.10. 07.11.
Stahlverband optimistisch
für das kommende Jahr
FRANKFURT (DJ/ILK). Die deut-
Aluminium je Tonne:
2069,00 $
Kupfer je Tonne:
6670,25 $
Gold je Feinunze:
1144,10 $
Silber je Feinunze:
15,43 $
Nickel je Tonne:
15254,00 $
Zinn je Tonne:
19836,00 $
WECHSELKURSE
€
1,24 $
€
76,32 Rupie
€
142,73 Yen
€
59,83 Rubel
€
7,58 Yuan
€
4,22 Zloty
€
0,78 £
€ 310,03 Forint
KONJUNKTUR
Spaniens Wirtschaft
bleibt im Aufschwung
TecDax
1280
1244
1208
1172
1136
1100
100
96
92
88
84
80
© Produktion
Industrie zieht wieder an
FRANKFURT (DJ/ILK). Spaniens
Wirtschaft befindet sich weiter
im Aufschwung. Im dritten Quartal wuchs das BIP um 0,5 % gegenüber dem Vorquartal, wie die nationale Statistikbehörde in einer
ersten Schätzung berichtete. Binnen Jahresfrist legte das BIP der
viertgrößten Volkswirtschaft der
Eurozone um 1,6 % zu.
Wirtschaftsentwicklung
BIP 2013
Land
Marktpotenzial
BIP 2014
(reale Veränd. geg. Vorjahr in %)
Argentinien
3,0
-1,0
Brasilien
2,3
1,4
Chile
4,2
3,6
Kanada
2,0
2,5
Kolumbien
4,3
4,6
Mexiko
1,1
2,7
USA
1,9
2,2
Quelle: Germany Trade and Invest, Bonn
Bau
© Produktion
Kolumbien, Mexiko, Brasilien und die USA mit Trend nach oben, Argentinien
und Kanada fallen aus. Die Erfolgsaussichten für Ausrüster und Zulieferer
der Bauindustrie bleiben abhängig von einer Betrachtung der Einzelmärkte.
DIE PRODUKTION TOP-EVENTS:
TRIE 4.0
US
INT
18000
17600
17200
16800
16400
16000
Entwicklung Ölpreis /
Barrel (159 l)
440
420
N
D
J
Maschinenbau-Aktien-indeX
DAX 30
ENERGIE+ROHSTOFFE
EL
B RIK
560
FA
Maschinenbau-Aktien-indeX versus DAX
560
IND
Harald Rehmet,
Senior Analyst
der LBBW
LANDSBERG. Das weltweite
LI G E N TE
2. Fachkongress Industrie 4.0
Amberg, 2.–3. Dezember 2014
Infos: www.produktion.de/termine/1-fachkongress-industrie-4-0/
Die Fabrik des Jahres/GEO
Hannover, 26.–27 März 2015
Infos: www.produktion.de/fabrik-des-jahres/
8. Deutscher Maschinenbau-Gipfel
Berlin, Oktober 2015
Infos: www.maschinenbau-gipfel.de
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