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LESESTOFF: KONTROVERSEN UMS TIER AUF DER GRÜNEN WOCHE | ZEITGESCHEHEN
FreiePresse
REICHENBACHER ZEITUNG
Montag, 19. Januar 2015
Springreiter
begeistern
in Leipzig
LOKALES
MYLAU
Test: Trend geht
zu Reichenbach
Hans-Dieter Dreher hat mit seinem
Sieg im Großen Preis für eine gute
Bilanz der deutschen Reiter beim
Weltcup-Turnier in Leipzig gesorgt.
Der 44-Jährige aus Eimeldingen (Foto) gewann gestern vor einem begeisterten Publikum den Höhepunkt der viertägigen Veranstaltung mit Embassy. Dreher und sein
14 Jahre alter Hengst verwiesen den
Italiener Luca Maria Moneta mit
Connery und den Norweger Geir
Gulliksen mit Edesa auf die weiteren Plätze. Am Sonnabend hatte
Christian Ahlmann das zweitwichtigste Springen des viertägigen Turniers, das mit 160.000 Euro dotiert
war, für sich entschieden. Wie die
Veranstalter bekannt gaben, wird
Leipzig mindestens bis 2021 Gastgeber eines internationalen Reitturniers bleiben. Der Vertrag mit der
Messegesellschaft sei „vorzeitig verlängert“ worden, bestätigte gestern
Turnierorganisator Volker Wulff.
Bei der Einwohnerversammlung
am Freitagabend in Mylau konnte
auf Initiative des Gewerbevereins
testweise abgestimmt werden,
wohin die Reise gehen soll: Soll
sich Mylau mit Reichenbach zusammenschließen oder mit
Netzschkau. Nach der Auszählung der in eine Box geworfenen
Zettel, stand fest: Reichenbach ist
der Wunschkandidat. Ein Städtebund zu dritt wäre jedoch auch
nach den Geschmack der Gäste.
Den meisten Applaus erhielt zuvor der Vorschlag, Mylau möge
sich gleich mit Netzschkau und
Reichenbach vereinigen. (gb)
Seite 9: Bericht
REICHENBACH
Sozialdemokraten
feiern Jubiläum
Die SPD-Ortsgruppe Reichenbach
hat am Samstag in der Begegnungsstätte am Nordhorner Platz
ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert.
Ortsgruppenchef Oliver Großpietzsch zog dabei Bilanz und
blickte voraus. Zudem erhielten
Sozialdemokraten, die seit 25 Jahren Mitglied sind, Ehrennadeln.
Seite 11: Bericht
(pstp)
IN DIESER AUSGABE
Kultur Shakespeares Komödie „Wie es euch gefällt“ als
Auf- und Aussteigermärchen
Ratgeber Abnehmen mit
intensivem Sport - Diätserie
geht in die achte Runde
FOTO: ANGELIKA WARMUTH/DPA
SPORT AM MONTAG
Frenzel holt Nordic-Triple
Eric Frenzel hat wie im Vorjahr das
Nordic-Triple der Nordischen Kombination in Seefeld gewonnen. Der
Oberwiesenthaler entschied auch
den Schlusswettbewerb für sich.
Handball Das deutsche
Team besiegt bei der WM in
Katar Russland 27:26
Skispringen DSV-Quartett
gewinnt in Zakopane und
spendet Preisgeld
WETTER VOR ORT
6 Uhr 10 Uhr 14 Uhr 18 Uhr
-1°
1°
Morgen
1°
-2°
4°
Einzelpreis 1,00 Euro
-1°
Übermorgen
2°
-3°
Ausführliches Wetter: Seite 8
10004
FOTO: HENDRIK SCHMIDT/DPA
Seite Sport: Bericht
Terrorwarnung in Dresden –
alle Demonstrationen verboten
Wegen der Gefahr islamistischer Anschläge wurden
für heute alle Versammlungen unter freiem Himmel
untersagt. Weitergehende
Maßnahmen werden
durch die Behörden ab
heute geprüft.
DRESDEN/LEIPZIG — Eine
Terrordrohung von Islamisten gegen die Pegida-Bewegung hat eine beispiellose
Reaktion deutscher Sicherheitsbehörden ausgelöst. Eineinhalb Wochen nach den Anschlägen von Paris
verbot die Polizei in Dresden für
heute alle Versammlungen unter
freiem Himmel – und damit auch
die geplante Kundgebung der islamkritischen Pegida-Bewegung.
Pegida-Mitbegründerin Kathrin
Oertel bestätigte gestern Abend in
der ARD-Sendung „Günther Jauch“ ,
dass die Terrordrohung ganz konkret Organisator Lutz Bachmann gegolten habe. Nach Oertels Darstellung kam die Polizei bereits am
Samstag auf die Pegida-Verantwortlichen zu und wies sie auf die Drohungen hin. Man habe eine Bedenkzeit bis zum Sonntagmorgen vereinbart. „Es wäre sicher aufgrund der
Bedrohungslage für die Polizei nicht
möglich gewesen, diese Veranstaltung abzusichern“, sagte Oertel. Deshalb sei die Demonstration von Pegida selbst abgesagt worden.
Polizeipräsident Dieter Kroll hatte bei der Begründung der Entscheidung gesagt, dass die Gefahr nicht
mehr nur abstrakt, sondern sehr
konkret sei. Mit dem Verbot der heutigen Kundgebungen wird ein Kernelement der Demokratie vorübergehend eingeschränkt – die Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit.
In den vergangenen Tagen hatte
es mehrere Warnmeldungen ausländischer Geheimdienste an deut-
sche Sicherheitsbehörden gegeben.
Darin waren auch die Hauptbahnhöfe von Berlin und Dresden als
mögliche Terrorziele genannt worden.
Unterdessen prüft die sächsische
Polizei mögliche Maßnahmen auch
in Leipzig. Innenstaatssekretär Michel Wilhelm (CDU) sagte gestern
in Dresden: „Wir bewerten ab morgen neu, inwiefern auch für Leipzig
eine Gefährdung besteht.“ Auf die
Frage, warum nicht nur die PegidaKundgebung, sondern auch alle weiteren Versammlungen verboten
wurden, sagte Wilhelm: „Wir wissen
nicht, aus welchem Demonstrationsbereich ein Angriff kommt.“ Der
Schutz von Leib und Leben gehe immer vor.
Legida-Gegner in Leipzig wollen
heute auf die Straße gehen. „Wir
werden am Montag auf jeden Fall
ganz normal demonstrieren“, sagte
gestern der frühere Thomaskirchenpfarrer Christian Wolff, Organisator
der Aktion „Willkommen in Leip-
zig – eine weltoffene Stadt der Vielfalt“. Legida will übermorgen demonstrieren.
Der Innenausschuss des sächsischen Landtages wird sich heute in
einer Sondersitzung mit den islamistischen Terrordrohungen gegen
die Pegida-Verantwortlichen beschäftigen. „Wir erwarten uns davon
eine Klärung der aktuellen Situation, insbesondere über die bestehenden Bedrohungslagen für die Bürgerinnen und Bürger in Dresden wie
auch in ganz Sachsen“, erklärte
CDU-Fraktionschef Frank Kupfer,
dessen Partei die Sitzung beantragt
hatte.
Grüne und Linke verlangten gestern sofortige Aufklärung von Innenminister Markus Ulbig (CDU)
wegen des Eingriffs in die Meinungsfreiheit.
In Dresden will der Pegida-Veranstalter heute auf einer Pressekonferenz zu der Anschlagsdrohung Stellung nehmen. (dpa)
Seite 4: Das Thema, Leitartikel
Volkswurst schlägt Volkswagen
Fleischerei des Wolfsburger Autokonzerns stellte voriges Jahr 6,3 Millionen Currywürste her
Diese Zahlen dürften auch Autofans
noch überraschen: Der Volkswagenkonzern produziert im Stammwerk
in Wolfsburg auch Wurstwaren – allein im vergangenen Jahr waren es
insgesamt 7,8 Millionen Stück. Das
Plus zum Vorjahr betrage damit gut
zehn Prozent. Mit 6,3 Millionen
Stück stellte die Currywurst wieder
den Löwenanteil des jährlichen
VW-Wurstabsatzes.
Dieser Zahlenvergleich dürfte allerdings dann doch eher nachdenklich stimmen: Die Pkw-Kernmarke
mit dem VW-Logo kam 2014 weltweit auf 6,12 Millionen ausgelieferte Wagen, womit entschieden ist:
Die VW-eigene Currywurst-Produktion hat auch im vergangenen Jahr
den globalen Autoabsatz des PkwHerstellers einmal mehr locker
überholt.
VW-Gastronomiechef
Martin Cordes sagte dazu: „Mein
Dank gilt den rund 30 Mitarbeitern
der Fleischerei, die mit ihrem ho-
Auch ohne VW-Logo: Die Currywurst ist ein Renner.
FOTO: DANIEL BOCKWOLDT/DPA
hem Einsatz dieses kräftige Wachstum erst möglich gemacht haben.“
Volkswagen stellt Currywurst
und Co. in Eigenregie her und vertreibt die Wurstwaren nicht nur in
den eigenen Kantinen und im
Werksverkauf, sondern auch über
den Einzelhandel. Auf den Verpackungen steht der Hinweis „Volkswagen-Originalteil“. Servicemanager Cordes berichtete über neuen
Schub für den Vertrieb: So hätten zusätzliche Betriebsrestaurants eröffnet, der Verkauf in den Supermärkten der Region zugelegt, und das
neue Fertigprodukt „Heaven and
Hell“ (Himmel und Hölle) habe den
Absatz angekurbelt. (mit dpa)
Reinhard Oldeweme
KATASTROPHENEINSÄTZE
Notärzte setzen
Änderungen durch
CHEMNITZ — Die 15 Leitenden Notärzte in Chemnitz und Stollberg
nehmen zum 1. Februar ihren ehrenamtlichen Dienst wieder auf. Sie
hatten ihn seit Juli vorigen Jahres ruhen lassen, um ihre Forderung nach
einer funktionierenden Katastrophenabwehr durchzusetzen. Die
Mediziner, die bei Schadensereignissen mit vielen Verletzten die Versorgung koordinieren, hatten unter anderem verlangt, dass ihnen ein organisatorischer Leiter zur Seite stehen
müsse. Der Rettungszweckverband
Chemnitz-Erzgebirge sagte nun ÄnSeite 2: Bericht
derungen zu. (fp)
UKRAINE
Armee startet
Angriff auf Rebellen
KIEW — Die ukrainischen Streitkräfte haben einen Großangriff auf die
Rebellen am Flughafen der Stadt Donezk begonnen, um in den vergangenen Wochen verlorenes Gelände
zurückzuerobern. Militärsprecher
Andrej Lysenko sagte gestern in
Kiew, das Gebiet am stark zerstörten
Flughafen sei wieder weitgehend
unter Kontrolle der Regierungstruppen. Damit verlaufe die Front wieder entlang der Linie, die bei Abschluss des Minsker Abkommens
Anfang September gegolten habe.
Seite 5: Bericht
(rtr)
ELTE RNGELD PLUS
Neue Leistung für
künftigen Nachwuchs
CHEMNITZ — Für alle Kinder, die ab
dem 1. Juli 2015 geboren werden,
gibt es durch eine Änderung im
Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz eine neue Leistung: das Elterngeld Plus. Das wird dann gezahlt,
wenn Mutter und Vater nach der Geburt beide in Teilzeit arbeiten. Dann
verdoppelt sich die Anzahl der Elterngeld-Monate, allerdings wird
auch nur die Hälfte der Summe geSeite Kind & Kegel:
zahlt. (db)
Fragen und Antworten
4 190933 001000
Die Zeitung im Internet:
www.freiepresse.de
53. Jahrgang, Nr. 15, VERLAG UND REDAKTION:
09111 Chemnitz, Brückenstraße 15, Tel. 0371 6560
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2 Freie Presse
SACHSEN
Montag, 19. Januar 2015
Tausende bei
Zwickauer
Tattoo-Messe
NACHRICHTEN
GROSSBRAND
Rund 350.000 Euro
Schaden in Plauen
Für Stefano Alcantara wird der Körper von Tamy zum „Malgrund“: Die
junge Frau war am Wochenende eigens aus Hamburg nach Zwickau
gekommen, um sich dort auf der
„Tattoo-Expo“ von dem 38-Jährigen
aus New York ein neues Bild stechen zu lassen. Ihr Bein zieren nun
Piranhas. Wie Tamy kamen mehrere Tausend Besucher am Wochenende in das Konzert- und Ballhaus
„Neue Welt“ – die meisten allerdings eher zum Schauen. Und wer
glaubt, dass sich nur junge Leute für
Tattoos interessieren, der irrt – die
verschiedensten Altersklassen waren vertreten. Veranstalter Randy
Engelhardt, Inhaber eines Zwickauer Tattoostudios, hatte es wieder geschafft, internationale Stars der Szene für drei Tage in die Stadt zu holen. Alcantara zeigte zum ersten
Mal hier seine Kunst. Nachdem es
im vorigen Jahr zunächst so aussah,
als könnte die Messe abwandern,
steht nun fest: Auch im nächsten
Jahr findet die „Tattoo-Expo“ in Zwickau statt. FOTO: RALPH KOEHLER/PROPICTURE
PLAUEN — Bei einem verheerenden
Feuer auf einem Vierseitenhof im
Plauener Ortsteil Altchrieschwitz ist
in der Nacht zum Samstag ein Schaden von mindestens 350.000 Euro
entstanden. Drei der sieben Gebäude auf dem Gelände brannten aus,
das Wohnhaus blieb – von einigen
Wasserschäden abgesehen – unversehrt. Der Brand brach laut Polizei
kurz vor Mitternacht aus. Fünf Bewohner wurden in Sicherheit gebracht. Rund 100 Feuerwehrleute
kämpften stundenlang gegen die
Flammen, auch gestern stieg aus einer der Ruinen noch Rauch auf. Da
es in den vergangenen Wochen
mehrere Feuer in unmittelbarer Nähe gab, schließt die Polizei Brandstiftung nicht aus. (fp)
EINE BILDERGALERIE zu
dem Brand können Sie aufrufen, wenn Sie diesen Code mit
dem Smartphone scannen.
» www.freiepresse.de/brand1901
» www.tattooexpozwickau.de
GETÖTETER ASYLBEWERBER
Grünen-Politiker
verteidigt Anzeige
DRESDEN — Der
innenpolitische
Sprecher der Grünen, Volker Beck,
hat seine Strafanzeige gegen die
Dresdner Ermittlungsbehörden im
Fall des getöteten Asylbewerbers
verteidigt. „Wenn es Fehler gab,
müssen sie analysiert werden. Wir
müssen feststellen, wer dafür verantwortlich ist, und die Fehler für
die Zukunft abstellen“, sagte Beck
dem Sender WDR 5. Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU)
hatte die Strafanzeige kritisiert.
Becks Anzeige richtet sich gegen unbekannt wegen möglicher Strafvereitelung im Amt. Die Leiche des 20
Jahre alten Asylbewerbers aus Eritrea war am Dienstagmorgen gefunden worden. Die Polizei meldete zunächst, dass es keinen Verdacht auf
Fremdeinwirkung gebe. Erst nach
der Obduktion sprach sie von einem
Tod durch Messerstiche. Am Samstagabend kamen rund 2700 Menschen zu einem Gedenkmarsch für
das Opfer in Dresden. (dpa/epd)
HOC HWASSERSC HUTZ
Talsperre Nauleis
in Erprobung
GROSSENHAIN — Die sanierte Talsper-
re Nauleis zwischen Radeburg und
Großenhain (Landkreis Meißen) ist
in der letzten Phase der Erprobung.
Bei höchstem Wasserstand werden
der Staudamm und alle Betriebseinrichtungen gründlich getestet, wie
die
Landestalsperrenverwaltung
mitteilte. Der Probestau soll noch
im ersten Quartal abgeschlossen
werden. Danach laufe wieder der
Normalbetrieb. Die Talsperre mit einem Stauraum von rund 1,3 Millionen Kubikmetern war bis 2013 für
rund 1,1 Millionen Euro saniert worden. Wegen der Trockenheit im
Sommer darauf hatte sich der Probestau jedoch verzögert. (dpa)
Rettungszweckverband gibt
Forderungen von Notärzten nach
Für Katastrophen und
Massenunfälle gibt es ein
besonderes Rettungssystem. In Chemnitz und
Stollberg funktionierte es
seit Juli nicht mehr.
VON UWE KUHR
CHEMNITZ — Sieben Monate lang hat-
ten Chemnitz und Stollberg kein
funktionierendes System gegen
Großschadensereignisse mit vielen
Verletzten oder Erkrankten. Deshalb
ließen die 15 speziell dafür geschulten leitenden Notärzte ihre Ämter
seit Juli ruhen. Das hatten sie mehrfach angekündigt. Heute nun will
der zuständige Rettungszweckverband Chemnitz-Erzgebirge (RZV) einen Schlussstrich unter die Affäre
ziehen. Die Ärzte, die all ihre Forderungen nach einem funktionieren
System der Katastrophenabwehr
durchsetzen konnten, wollen zum
1. Februar in ihre Ehrenämter zurückkehren.
Neustart ab Februar
Nun werden eilig eine fachlich versierte Unterstützergruppe für die
Ärzte nach den Regeln des Rettungsdienstes aufgebaut, Dienstpläne erstellt und dem Team ein Fahrzeug
zur Verfügung gestellt, mit dem die
Mediziner schnell mit Blaulicht
zum Einsatzort gebracht werden
können. „Das Problem sollte sich also innerhalb der nächsten zwei Wo-
chen erledigt haben“, sagte RZV-Geschäftsführer Boris Altrichter der
„Freien Presse“. Bodo Albrecht, Chef
der betroffenen leitenden Notärzte
in Chemnitz und Umgebung, bestätigte die Rückkehr seines Teams in
Amt und Verantwortung.
Der Job der leitenden Notärzte
unterscheidet sich vom normalen
Notarzteinsatz. Bei einem Großschadensereignis wie im Oktober im
Erstaufnahmeheim für Asylbewerber am Chemnitzer Adalbert-Stifter-Weg mit über 20 Verletzten wären Vertreter der Gruppe um Albrecht gefragt gewesen. Sie behandeln in diesen Fälle nicht selbst, sondern sichten die Verletzten und legen Behandlungsprioritäten fest. An
ihrer Seite müsste ein Organisatorischer Leiter Rettungsdienst stehen.
Er kümmert sich vor allem um die
materielle Seite der Rettungsaktion:
Er fordert Notarztwagen an, bildet
unter Umständen mit ihnen eine
Art Not-Krankenhaus auf Rädern,
koordiniert den Abtransport der
Verletzten in Krankenhäuser der
Umgebung je nach deren Spezialisierung und Aufnahmekapazität.
Ärzte kehren ins System zurück
Genau an diesem zweiten Mann
mangelte es in Chemnitz/Stollberg.
Über Jahre stellte ausschließlich die
Feuerwehr diesen organisatorischen
Leiter. Der war aber aufgrund des eigenen Einsatzgeschehens nicht jederzeit abkömmlich, räumte Altrichter ein. Da aber an dem Feuerwehrmann auch die Abholung und
der Transport des Leitenden Notarztes hingen, kam es zu Verspätungen
von bis zu einer Stunde und mehr.
So im September 2013, als es in Stollberg im Asylbewerberheim zu einer
blutigen Auseinandersetzung kam.
Der zuständige leitende Notarzt
Christian Roßbach konnte nach eigenen Worten erst 90 Minuten nach
Alarmierung an den Ort des Geschehens gebracht werden.
Ärzte wehren sich gegen Sorglosigkeit
Als die leitenden Notärzte im Juli
ihre Ehrenämter niederlegten, ernteten sie im Rettungszweckverband
Chemnitz-Erzgebirge wenig Verständnis. Inzwischen hat sich der Wind zu
ihren Gunsten gedreht.
Im Kern ging es den Ärzten um ein
effizienteres System mit akzeptablen
Ausrückzeiten. Mancher Einsatz, so
der Zweckverband heute selbst, hatte
sich erledigt, bevor auch die medizinischen Einsatzleiter überhaupt am
Einsatzort eingetroffen waren.
Alle Versuche, das System zu stabilisieren, brachten nicht die geforderten
Veränderungen. Daraufhin ließen alle
leitenden Notärzte ihre Ehrenämter
ruhen. Auch weil sie sich mit einer
Duldung des alten Systems hätten
strafbar machen können.
Der Vorwurf hätte im Schadensfall
auf „Übernahmeverschulden“ gelautet. Dabei macht sich jemand in seiner Funktion schon dadurch schuldig,
weil er einen relevanten Missstand
bewusst in Kauf nimmt. (uk)
Von damals stammte die erste
Ankündigung für einen „Ausstand“
der Ärzte, die kurz danach über 14
Tage schon einmal ernst machten.
Als nichts geschah, wie Albrecht bestätigt, zogen sie die Notbremse. Anfang Juli gaben sie ihre Alarm-Piepser ab und ließen ihr Ehrenamt seitdem ruhen. Das schlug bundesweit
Wellen und gilt als einmalig. Kurz
darauf kam es noch im Juli zu dem
schweren Busunfall in Dresden mit
zehn Toten und fast 70 Verletzten.
Wäre dieser Unfall bei Chemnitz
passiert, „hätten wir ein großes Problem gehabt“, bestätigte die Ärztin
Heike Höger-Schmidt. Sie ist Albrechts Stellvertreterin. Das neue System in Chemnitz bezieht erstmals
gut 30 Spezialisten aus fünf Organisationen wie DRK und JohanniterUnfallhilfe ein, die qualifizierte Organisationsleiter für den Rettungsdienst stellen können. Das System
basiert nur auf Freiwilligkeit.
In der Schwerpunkt-Region
Chemnitz/Stollberg mit ihrer Lage
an zwei Autobahnen – der A 4 und
der A 72 – ereignen sich etwa zehn
Fälle pro Jahr, wo das System hochgefahren werden muss, bestätigt
RZV-Geschäftsführer Altrichter. Die
Belastungen für die Beteiligten sind
beachtlich. Die Ärzte beispielsweise,
die ohnehin in Kliniken oder eigenen Praxen arbeiten, müssen am
normalen Rettungsdienst teilnehmen, aber auch an den Tagen als
diensthabender leitender Notarzt
sofort abkömmlich sein. Alles unter
einen Hut zu bekommen, sei mitunter nicht leicht, so Albrecht. „Wir
wollen nur, dass der Laden läuft.“
Weniger
rechtsextreme
Vorfälle
Prävention an Schulen
zahlt sich offenbar aus
DRESDEN — Die Zahl der Vorfälle mit
rechtsextremistischem
Hintergrund an Sachsens Schulen sinkt.
Wurden 2012 nach Angaben des
Kultusministeriums 84 derartige
Gesetzesverstöße registriert, waren
es 2013 insgesamt 60. Dabei bestand
meist der Verdacht des Verwendens
von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Vereinzelt wurden zudem Ermittlungsverfahren
wegen Hausfriedensbruchs, Sachbeschädigung, Volksverhetzung, Beleidigung, Körperverletzung oder Bedrohung eingeleitet. Eine Statistik
für 2014 liegt noch nicht vor.
Die meisten Zwischenfälle gab es
2012 und 2013 an Mittel- und Berufsschulen; Grundschulen und
Gymnasien tauchten dagegen seltener in der Statistik auf. Zu gut 80 Prozent waren Einrichtungen in Orten
außerhalb der großen Städte Dresden, Leipzig und Chemnitz betroffen. Die Palette der Verstöße reicht
bis zu Plakaten mit rechtsextremem
Inhalt, Schmierereien mit antisemitischen Parolen oder dem Hakenkreuz auf einer Klassenarbeit.
Den Rückgang der Fallzahlen
führt das Ministerium auch auf Präventionsarbeit gegen Gewalt und
rechtsextremistische Gefährdungen
zurück. „Demokratie, Toleranz und
das Thema Extremismus ist in allen
Lehrplänen verankert.“ Kinder und
Jugendliche könnten dadurch den
hohen Wert der Grund- und Menschenrechte erfahren. Zudem würden Lehrer speziell zum Thema Extremismus fortgebildet. (dpa)
Das Pflegepersonal reicht nicht
Der Betreuungsbedarf in
Sachsen wächst. Doch
die Pflegereform der
Bundesregierung geht der
Stiftung Patientenschutz
nicht weit genug.
VON GABRIELE FLEISCHER
DRESDEN — Die Anzahl der Pflegebe-
dürftigen in Sachsen nimmt dramatisch zu. Laut dem sächsischen Sozialministerium stieg sie zwischen
2011 und 2013 um 10.474. Nach den
aktuellsten Zahlen sind damit im
Freistaat mehr als 150.000 Men-
schen pflegebedürftig. „Tendenz
steigend“, sagt Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU). Sachsen gehört
damit zu den Bundesländern mit
den höchsten Anstiegen. Die AOK
plus, mitgliederstärkste Kasse in
Sachsen und Thüringen, meldet eine Steigerung von zwölf Prozent
zwischen 2010 und 2014.
Zwei Drittel der Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt. Genau dort soll die Pflegereform ansetzen. Um dem Kostenanstieg zu begegnen, will das Sozialministerium
die ambulante Versorgung stärken
und die häusliche Pflege mehr unterstützen. Auch dafür ist zum 1. Januar der Beitrag zur Pflegeversicherung von 2,05 Prozent (Kinderlose
2,3 Prozent) um 0,3 Punkte angeho-
ben worden. Das führt nach Angaben von Klepsch in diesem Jahr bundesweit zu rund 3,63 Milliarden Euro Mehreinnahmen. Dem würden
Mehrausgaben von 3,53 Milliarden
Euro gegenüberstehen.
Über eine Milliarde davon fließt
in einen Pflegeversorgungsfonds,
der die Folgen der demografischen
Entwicklung abfedern soll. Mit dem
Geld sollen bundesweit bis zu
45.000 zusätzliche Betreuungskräfte
in der stationären Pflege finanziert
werden. Um den steigenden Bedarf
an Pflegepersonal zu decken, müsse
der Anreiz wachsen. Zwar hat Sachsen – bezogen auf die Bevölkerung –
deutschlandweit die höchste Ausbildungsquote bei Altenpflegern. Viele
von ihnen gehen aber wegen zu ge-
ringer Bezahlung in andere Bundesländer oder ins Ausland. Im Positionspapier „Pro Pflege Sachsen“ hat
der Freistaat deshalb zugesagt, die
Kapazitäten für die Ausbildung bei
Bedarf auszubauen sowie eine
Schulgeldbefreiung für die dreijährige Altenpflegeausbildung anzustreben.
Die mit der Reform geplanten
Verbesserungen gehen Florian Dismer von der Stiftung Patientenschutz aber nicht weit genug. Nicht
ausreichend geregelt seien die Palliativpflege und die Versorgung von
Demenzkranken. Dismer vergleicht
die Pflegeversicherung mit einer
„Teilkasko“, die die meisten Betroffenen arm mache. So gebe es keine Regelungen zu Heimkosten, die oft die
Möglichkeiten der Versicherten und
ihrer Angehörigen übersteigen. Die
Stiftung fordert zudem Seniorenämter in den Kommunen. Sie will damit an die Zeit vor der Pflegeversicherung anknüpfen, die vor 20 Jahren eingeführt wurde. Damals waren die Kommunen als Träger der
Sozialhilfe finanziell für die Pflegebedürftigen zuständig. Jetzt übernehme die Pflegeversicherung ihre
Aufgaben. „Denn es fehlen Ansprechpartner“, sagt Dismer.
Nach Angaben des Sächsischen
Städte- und Gemeindetages wird in
14 Jahren jeder dritte Sachse 65 und
älter sein. Deutschlandweit nimmt
der Anteil der über 80-Jährigen zu –
von gut fünf Millionen im Jahr 2008
auf das Doppelte im Jahr 2050.
In einem Altenheim füttert eine Pflegerin eine Frau. Nur ein Drittel der
Pflegebedürftigen wird in Heimen
versorgt.
FOTO: JENS WOLF/DPA/ARCHIV
ZEITGESCHEHEN
Montag, 19. Januar 2015
Freie Presse
3
Wo es allen ums Tierwohl geht
Bei der noch bis zum
Sonntag laufenden
Agrarmesse Grüne Woche
in Berlin wurde am
Wochenende nicht nur der
100.000. Besucher begrüßt, sondern es kam am
Rande auch zu Protesten.
VON JAN-DIRK FRANKE
BERLIN — Wie werden Schweine auf
einen Tiertransporter gebracht? Nur
nachts? Werden sie getragen, und
zwar so schnell wie möglich? In Ruhe und ohne Stress, lautet die richtige Antwort. Das wissen die meisten,
die auf dem Erlebnisbauernhof in
Halle 3.2 am Stand des Raiffeisenverbandes vor einem echten Tiertransporter ein Quiz zum Thema machen. Auch die anderen Fragen sind
nicht allzu schwer. Dass nur gesunde Tiere auf das Fahrzeug kommen,
liegt ja so ziemlich auf der Hand.
Nur bei einem Punkt kommt so
mancher Besucher ins Grübeln: Gefragt ist, ob ein Rind eine, zwei oder
gar keine Ohrmarken haben muss
und ob jedes Tier auch ein Art Pass
für den Transport braucht. Aber
muss man das als Verbraucher eigentlich wissen?
Wie auch immer. Auf das Lösungswort kommen die meisten:
Tierschutz. Wer sein Wissen noch
vertiefen will, kann über die heruntergelassene Rampe auf den Transporter steigen und sich im Inneren
ein Video anschauen. Zu sehen ist,
wie mehrere Schweine in einem abgetrennten Bereich der Ladefläche
auf Einstreu stehen. Eine Stimme erklärt, wie wichtig die eingebaute Belüftungsanlage ist, und dass durch
die Zentralisierung der Schlachthöfe und Spezialisierung der Agrarbetriebe die Tiertransporte zunehmen.
Die moderne Landwirtschaft lässt
grüßen.
Und die ist Thema auf der weltgrößten Messe der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Hier, auf der
Grünen Woche in Berlin, lässt sie
sich in ihrer ganzen Spannbreite
und mit ihren Widersprüchen vermessen. Hier prallen die Welten aufeinander, streiten Tierschützer, Bauern sowie Öko- und Umweltvereine
über das, was sie für eine gute Landwirtschaft halten. In diese Kontroverse kann man eintauchen auf der
Messe. Tierhaltung und Tierwohl
sind bei diversen Talkrunden in den
Hallen immer wieder Thema.
Mit Luise Hagemann kann man
das auch im persönlichen Gespräch
tun. Hagemann ist am Stand des
Zentralverbandes der Deutschen
Schweineproduktion zu finden. Der
Verband hat ein Schweinemobil auf
die Messe gekarrt, in dem sich sieben Ferkel tummeln. Das entspricht
nicht ganz der Realität. Weil die
Die einen demonstrierten vor der Messe gegen Massentierhaltung.
Messe Stress für die Tiere bedeutet,
haben sie hier mehr Platz als in konventionellen Ställen üblich ist. Von
Hagemann erfährt man auch, dass
die Spaltenböden, auf denen die Tiere stehen, sich schnell reinigen lassen und dass die Schweine den harten Betonboden nutzen, um ihre
Klauen abzuwetzen. In der Landlust-Halle 4.2 nebenan wiederum
lässt sich mit der eigenen Hand
nachvollziehen, wie sich ein Spaltenboden anfühlt. Der Deutsche
Tierschutzbund hat dort eine Säule
aufgebaut, bei der man Einstreuarten wie Stroh und Sand, aber eben
auch trockenen und nassen Spaltenboden ertasten kann. Letzterer fühlt
sich kalt an – und ein wenig unangenehm. Es braucht keine Worte
mehr, um zu wissen, was Tierschützer davon halten.
„Es ist wichtig,
Lebensmitteln ein
Gesicht zu geben.“
Iris Weiland Ausstellerin
Der Tierschutzbund stellt auf der
Grünen Woche sein Tierschutzlabel
vor. Es garantiert, dass die Tiere unter besseren Bedingungen aufgewachsen sind als in der konventionellen Haltung. Bei Schweinen etwa
wird mehr Platz und Tageslicht vorgeschrieben. Auf den Liegeflächen
sind Spaltenböden tabu. Das Kastrieren ohne Narkose ist nicht erlaubt.
Seit zwei Jahren gibt es das zweistufige Label, doch die Zahl der Höfe,
die sich bislang daran beteiligen, ist
überschaubar: 48 Geflügelhalter
und fünf Schweinemäster sind in
der Einstiegsstufe bundesweit zertifiziert. In der Premiumstufe sind es
nur zwei Betriebe, bei acht weiteren
läuft gerade die Zertifizierung. Im
Handel seien die Fleischerzeugnisse
mit dem Siegel der Tierschützer nur
punktuell zu haben, gesteht Verbandspräsident Thomas Schröder.
Er ist alles andere als glücklich darüber: „Wir hätten uns mehr gewünscht, aber man muss einen langen Atem haben. Ich glaube aber,
dass wir politisch erfolgreich sind,
weil wir mit dem Label Druck ausüben.“
Wie viel eine Salami mit Tierschutzsiegel kostet, vermag Schröder nicht zu sagen. Im Schnitt seien
die Produkte ein Drittel teurer. Aber
der Mehrwert erkläre sich. Deshalb
ist er überzeugt, dass das Label bei
den Verbrauchern ankommt.
Jörg Kleider weiß zumindest, was
bei den Grüne-Woche-Besuchern
ankommt. In der Sachsen-AnhaltHalle 23b steht er am Stand der Altmärker Fleisch- und Wurstwaren
hinter dem Tresen – seit 20 Jahren.
FOTO: MIKE SCHMIDT/IMAGO
Die anderen demonstrierten auf der Messe, wie sie Tierhaltung verstehen.
Sein Verkaufsschlager ist ein Brotkörbchen, das er vor den Augen der
Kunden mit Salamis füllt. Am Ende
liegen neun Würste drin. „Hier
kriegt Ihr für zehn Euro die Speisekammer voll“, schmettert Kleider in
bester Marktschreier-Manier seinen
Kunden entgegen. Ist das zu billig?
Es kommt jedenfalls an. Auch bei
Wolfgang Klohker zwei Hallen weiter dreht sich alles um Salami. Aber
am Stand des Großbardauer Mühlenhofs aus Grimma gibt es für das
gleiche Geld nicht einmal zwei
Würste. 7,50 Euro verlangt der Sachse für eine 250-Gramm-Wurst. Immer wieder reicht er Probierhäppchen über den Tisch und erklärt geduldig seine Rindswürste. 28 Monate stehen seine Rinder auf der Weide,
bevor sie geschlachtet werden. Das
müsse sich auch im Preis niederschlagen. Hinzu kämen die Gewürze, „die richtig Geld kosten“, berichtet er. Wie viel Würste er nach den
ersten beiden Messetagen an Mann
und Frau gebracht hat, sagt er nicht.
Aber zufrieden ist er nicht. Sein Kol-
lege aus dem sachsen-anhaltischen
Stendal dagegen schon.
Vielleicht doch alles eine Frage
des Preises? Schwer zu sagen. Das
Angebot in den 26 Hallen ist riesig
und hält für jeden Geldbeutel etwas
bereit. Wer will, kann sich portugiesisches Gebäck für einen Euro in den
Mund schieben oder in der Russland-Halle eine Scheibe vom geräucherten Stör für fünf Euro. Es gibt
dunkles Roggenbrot aus Lettland,
wo eine Ecke schon mal seine sechs
Euro kostet, oder kleine Schnittchen
mit Elchwurst aus Norwegen für
1,50 Euro. Am Stand der Berliner Firma Veganz sind Tofu-Bratwürste
und Wirsingchips die Renner, die
35-Gramm-Tüte für 3,49 Euro.
Die Handelskette, die sich auf vegane Lebensmittel spezialisiert hat,
ist zum ersten Mal hier. Sie ist ein Beleg dafür, dass sich auch die Grüne
Woche den Trends anpasst. An den
letzten drei Messetagen Ende der
Woche wird sich erstmals eine ganze Halle für eine Sonderschau für Vegetarier und Allergiker füllen, in der
Zehntausende bei Massen-Protest am Rande der Grünen Woche
Sie kamen mit Luftballons, Trillerpfeifen und in Tierkostümen: Gegen Massentierhaltung, Gentechnik
und das umstrittene Freihandelsabkommen TTIP sind am Samstag tausende Menschen in Berlin auf die
Straße gegangen. Nach Angaben der
Veranstalter der „Kampagne Meine
Landwirtschaft“ kamen 50.000 Teilnehmer zu der Agrar-Demo am Rande
der Grünen Woche. Auch über
90 Traktoren rollten mit der Menge
vom Potsdamer Platz in Berlin-Mitte
zum Bundeskanzleramt.
Bundeslandwirtschaftsminister
Christian Schmidt (CSU) sagte am
Rande der Grünen Woche, bei der Demonstration würden Themen angesprochen, bei denen man sich fragen
müsse, ob etwas zu ändern sei. Mit
dem Motto „Wir haben es satt“ werde
aber die Mehrheit der Landwirte in
eine Ecke gestellt. „Deswegen empfehle ich, aus den Ecken und aus der
Selbstgewissheit herauszukommen
und miteinander zu reden.“
Die Demonstranten forderten fairen Handel, artgerechte Haltung von
Nutztieren, gerechte Preise für die
Güter von Landwirten und eine gentechnikfreie Saatgut-Vielfalt. GrünenFraktionschefin Katrin Göring-Eckardt
sprach sich für ein Umdenken vor allem in der Fleischproduktion aus. Pro
Tier müsse es eine bestimmte Fläche
geben, meinte sie. Und: „Antibiotika
dürfen nicht mehr zum Einsatz kommen.“ Es ergebe keinen Sinn, dass
Menschen krank würden durch resistente Keime. „Wir brauchen dieses
Billigfleisch nicht.“
Zu dem Protestzug hatte ein Bündnis aus mehr als 80 Bauern-, Verbraucher-, sowie Tier- und UmweltschutzOrganisationen aufgerufen. Die Demonstration fand bereits zum fünften
Mal statt. Im vergangenen Jahr waren
rund 30.000 Menschen dabei. (dpa)
FOTO: BERND SETTNIK/DPA
tierische Produkte nichts zu suchen
haben.
Dennoch: Fleisch geht immer
noch gut. Auch in der gut besuchten
Bio-Halle. Das Angebot stammt vor
allem von Höfen aus Brandenburg.
Iris Weiland hatte mit ihrem Team
eine weitere Anreise. Die Stallbaufirma aus Hessen ist mit ihrem Hühnermobil zum zweiten Mal auf der
Messe. Der Vorteil gegenüber stationären Ställen in der Freilandhaltung: Wenn der Auslauf durch Kot
verschlammt ist, wird der Wagen
versetzt. Das geschieht rund 20-Mal
im Jahr. So steht den Hühnern jede
Woche eine frische Weide zur Verfügung, der Krankheitsdruck sinkt.
260 Landwirte arbeiten inzwischen
mit dem Hühnermobil, das es in drei
Größen für maximal 1200 Hühner
gibt. Auch vier Höfe in Sachsen sind
darunter. Es ist aufwändiger, die
Hühner auf diese Weise zu halten.
Aber die Verbraucher seien auch bereit, etwas höhere Preise für die Eier
zu zahlen, ist Weiland überzeugt.
Auf der Grünen Woche feiert die
Stallbaufirma den 100.000. Hennenplatz – nicht sehr viel angesichts
von 40 Millionen Hennen, die bundesweit gehalten werden. Aber Weiland ist sich sicher, dass Hühnermobile weiter Fuß fassen. Das Ganze sei
mehr als ein Stall. „Es ist ein Instrument, um die Ökonomie der Transparenz zu transportieren“, erklärt sie
und fügt hinzu: „Es ist wichtig, Lebensmitteln ein Gesicht zu geben.
Man muss zeigen, dass sie nicht aus
Maschinen kommen, sondern dass
Tiere, Landwirte und Dörfer dahinterstehen.“ Das Gegenstück ist für
sie die Ökonomie der Anonymität.
„Warum sollte ich mehr bezahlen,
wenn ich nicht nachvollziehen
kann, wofür“, erklärt sie den Griff zu
Billigprodukten.
In Tschechien geht die Krone auf Talfahrt
Sinkende Preise nähren
die Angst vor Deflation
und neuerlicher Abwertung. Für Ausländer wird
Tschechien billiger.
VON STEFFEN NEUMANN
PRAG — In Tschechien kann wieder
Benzin für unter einem Euro getankt werden. An der Tankstelle
Ono bei Aussig (Usti nad Labem), die
in der Mehrheit von Kunden aus
Sachsen genutzt wird, kostet der Liter nur 27,50 Kronen. Umgerechnet
waren das vergangene Woche bereits knapp 1 Euro. Als sich am Freitag der Wert der Tschechischen Krone auf Talfahrt begab, wurde das
Benzin zusehends billiger. Am vergangenen Montag lag die Krone
schon bei über 28,50 für einen Euro.
Was war passiert? Das Statistikamt hatte am Freitag die Dezemberdaten zur Entwicklung der Verbraucherpreise veröffentlicht. Die waren
noch langsamer gestiegen als erwartet. Auf Jahressicht nur 0,1 Prozent.
Verglichen mit dem vorherigen Monat sanken die Preise sogar um
0,1 Prozent. Wenn Preise sinken,
nennt man das Deflation, eine Erscheinung, die ein Teil der Volkswirtschaftler unbedingt verhindern
will, um nicht in eine Abwärtsspirale aus sinkenden Preisen, sinkenden
Löhnen und damit sinkender Kaufkraft zu verfallen. Zu diesen Volkswirtschaftlern gehören mehrheitlich die Chefs der Notenbank CNB.
Vor einem Jahr schon abgewertet
Vor etwas mehr als einem Jahr hatten sie schon einmal ihre Entschlossenheit unter Beweis gestellt und die
Krone um zehn Prozent abgewertet.
Auch damals drohte eine Deflation.
Dem wollten die Notenbanker entgegenwirken und die Kauflaune der
Verbraucher ankurbeln. Auch wenn
sie sich dafür Kritik von fast allen
Seiten einhandelten, die Tschechen
stürmten daraufhin aus Angst, ihre
Ersparnisse zu verlieren tatsächlich
die Läden. Vor allem bei Importwaren wie Elektronik war abzusehen,
dass sich ihr Preis bald erhöhen würde. Andererseits freuten sich tschechische Firmen, dass sie international konkurrenzfähiger wurden.
Doch die Preisentwicklung bekam die Notenbank nicht in den
Griff. Zwar stiegen die Preise für Importe tatsächlich, aber nicht so stark
wie erhofft. Außerdem war weder
die russische Besetzung der Krim
vorherzusehen noch der Einbruch
des Ölpreises. Vor allem Lebensmittel, die sonst nach Russland exportiert wurden, überschwemmten aufgrund gegenseitiger Embargos den
EU-Markt und sorgten für sinkende
Preise. Dazu kam der ohnehin
schwache Preisauftrieb auf EU-Niveau aufgrund der immer noch
schlechten
Konjunkturentwicklung. Und eine Trendwende ist nicht
abzusehen, weshalb sich Devisenhändler im Wissen um die Abwertungsfreudigkeit der Notenbanker
vorsorglich von der Krone trennten.
Damit war der Weg frei für die aktuelle Abwertung.
Auch ein Kurs 1:30 ist möglich
Zwar hat sich die Krone inzwischen
um die Marke von 28 Kronen je Euro
stabilisiert. Dafür sorgte nicht zuletzt der Aufruf des Staatspräsidenten Milos Zeman, die Intervention
gegen die Krone unverzüglich einzustellen. Aber die Notenbank hat
wiederholt betont, dass eine Aufwertung der Krone zum jetzigen
Zeitpunkt das falsche Signal sei.
„Den Wert über 27 Kronen je Euro
behalten wir bis 2016 bei“, bestätigte
Gouverneur Miroslav Singer. Seine
ehemalige Kollegin und erklärte
Kritikerin einer Abwertung Eva
Zamrazilova hält sogar eine Korrektur des Zielkurses auf 29 oder sogar
30 Kronen je Euro für möglich. Zamrazilova war selbst bei der letzten
Abwertung noch Mitglied des geldpolitischen Rates. Da die Zentralbank beim Leitzins keinen Spielraum zu einer Senkung mehr hat,
wird sie um diesen Schritt nicht herumkommen. „Wenn sich die Notenbank treu bleibt, muss sie abwerten“,
so die Bankerin
Doch nicht für alle sind solche
Aussichten eine Katastrophe. Freuen können sich zum Beispiel Hotels
und Restaurants in Tschechien.
Zehn Prozent mehr Tschechen wollen Umfragen zufolge wegen der
schwachen Krone dieses Jahr ihren
Urlaub in der Heimat verbringen.
Mehr Interesse dürfte auch aus dem
Ausland kommen.
Durch die Abwertung der Krone
lohnt sich das Tanken in Tschechien
trotz der niedrigen Spritpreise in
Deutschland. FOTO: A. WEIGEL/DPA/ARCHIV
KOMMENTAR & HINTERGRUND
Montag, 19. Januar 2015
LEITARTIKEL
IM FOKUS
Legitimer
Schritt
Kalte Dusche für
Cem Özdemir
PETER MÖBIUS
ÜBER DAS DRESDNER
DEMONSTRATIONSVERBOT
Grünen-Parteichef wegen Hanfpflanzen
im Visier der Berliner Staatsanwaltschaft
FOTO: BERND VON JUTRCZENKA/DPA
4 Freie Presse
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H
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Solidarität auf der Grünen Woche.
KARIKATUR: TOMICEK
gen des Anbaus von Betäubungsmitteln gegen Özedemir ermittelt, sondern auch wegen einer geschenkten
Hanfpflanze, die Özdemir am 11.
Oktober auf dem Landesparteitag in
Berlin anstelle von Blumen auf der
Bühne überreicht bekommen hatte.
Seine Immunität als Abgeordneter
wurde im Dezember aufgehoben.
Özdemir, der sich für die Legalisierung von Cannabis stark macht,
hatte bereits im Sommer die HanfZurschaustellung gerechtfertigt: Sie
sei als „sanftes politisches Statement
zu verstehen“. Jeder Bürger über
18 solle selbst entscheiden dürfen,
ob er Cannabis konsumieren wolle.
(dpa/ali)
DAS THEMA: DEMONSTRATIONSVERBOT IN DRESDEN
Eine Morddrohung und die Folgen
Haben es Dschihad-Terroristen auf die Demonstranten der islamkritischen Pegida-Bewegung in Dresden abgesehen?
Deutsche Sicherheitsbehörden wurden von ausländischen Partnern durch Hinweise entsprechend gewarnt.
Die betroffenen Organisatoren reagieren mit Verständnis auf den Beschluss der Behörden.
Pegida-Frontmann im Visier
VON JÖRG BLANK
BERLIN — Zuletzt sind die Terrorwar-
nungen der ausländischen Geheimdienste immer konkreter geworden.
Gestern um Punkt 13.07 Uhr zieht
Dieter Kroll die Reißleine. Per E-Mail
teilt der Polizeipräsident von Dresden mit, dass in der sächsischen
Hauptstadt an diesem Montag alle
öffentlichen Versammlungen unter
freiem Himmel verboten sind, von
„00:00 Uhr bis 24:00 Uhr“. Gut eine
Stunde vorher hatte die islamkritische Pegida-Bewegung schon auf ihrer Facebook-Seite die Entscheidung
zur Absage verbreitet.
Die Entscheidung der sächsischen Sicherheitsbehörden hat einen tagelangen Vorlauf. Sie geht auf
Warnmeldungen ausländischer Geheimdienste an deutsche Behörden
zurück, die sich in den vergangenen
Tagen immer stärker konkretisierten. In der Begründung für das Dresdener Versammlungsverbot wird
detailliert aufgelistet, welche Erkenntnisse dem Bundeskriminalamt und dem sächsischen Landeskriminalamt vorliegen. Demnach
wurden Attentäter dazu aufgerufen,
sich unter die Pegida-Demonstranten zu mischen, „um zeitnah einen
Mord an einer Einzelperson des Organisationsteams (...) zu begehen“.
Die Morddrohung richtet sich nach
offenbar gezielt gegen Pegida-Organisator Lutz Bachmann. Der Aufruf
ähnele einer über einen Twitter-Account übermittelten Tweet, in dem
Pegida auf Arabisch als Feind des Islam bezeichnet würde, heißt es in
der Polizei-Begründung weiter. Angaben zum konkreten Vorgehen seien nicht gemacht worden.
Bilder wie dieses vom 12. Januar wird es heute aus Dresden nicht geben.
Die Sicherheitsbehörden dürften
kaum überrascht worden sein.
Nicht erst seit den Anschlägen islamistischer Terroristen in Paris, bei
denen Anfang Januar 17 Menschen
getötet wurden, rechnen sie auch
mit Anschlägen in Deutschland.
Nicht umsonst betonte Innenminister Thomas de Maizière (CDU) zuletzt am Freitagnachmittag: „Die Lage ist ernst, es besteht Grund zur Sorge und Vorsorge, jedoch nicht zur Panik und Alarmismus.“
Der Hintergrund: Bereits vor einer Woche waren bei den deutschen
Behörden mehrere übereinstimmende Meldungen ausländischer
Geheimdienste eingegangen. Darin
wurden die Hauptbahnhofe von
Berlin und Dresden als mutmaßliche Anschlagsziele genannt. Im Laufe der Woche dann verdichtete sich
die Meldungslage, wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ und der
„Berliner Zeitung“ berichteten.
Demnach hatten Partner-Geheimdienste Warnmeldungen übermittelt, in denen von Kommunikationsinhalten namentlich bekannter
Dschihadisten die Rede war, die über
mögliche Anschläge auf Pegida-Demonstrationen diskutierten. In welcher Form, blieb offen. Auch die Urheber der Warnmeldungen sind unklar. Gut möglich, dass auch USDienste wie die wegen der jahrelangen Abhöraktion auf das Handy von
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in
Deutschland umstrittene National
Security Agency (NSA) zu den Lieferanten gehören. Das könnte jene in
der deutschen Sicherheitsszene bestätigen, die immer wieder betonen,
wie wichtig die internationale Geheimdienst-Zusammenarbeit für die
deutsche Sicherheit ist.
Den Ausschlag für die Pegida-Absage gab dann wohl eine weitere
Warnmeldung am Freitagnachmittag, in der die von Polizeipräsident
FOTO: FABRIZIO BENSCH/REUTERS
Kroll genannten Details enthalten
gewesen sein dürften.
Ein wenig erinnert die aktuelle
Situation an jene Drohungen, die in
der deutschen Hauptstadt vor gut
vier Jahren für große Unruhe sorgten. Damals hatte sich ein Informant gemeldet und den Eindruck
erweckt, islamistische Attentäter
hätten einen Sturmangriff auf den
Bundestag geplant. Die Warnungen
waren in Zielauswahl und geplanter
Vorgehensweise derart konkret, dass
die Behörden Ende November 2010
vorübergehend sogar die Reichstagskuppel sperren und die Grenzkontrollen verschärfen ließen. Ein Attentat gab es damals allerdings nicht.
Leitartikel
(dpa)
DIE POLIZEIVERFÜGUNG
können Sie als PDF nachlesen,
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» www.freiepresse.de/pegida1901
Dresden – eine Stadt unter Stress
Pegida für oder wider – seit Wochen kennt die Elbmetropole kaum ein anderes Thema
DRESDEN — Pegida, Nopegida, Zehn-
tausende Demonstranten, ein toter
Asylbewerber und nun die Terrordrohung der Islamisten. Dresden befinde sich in einer Art „Belagerungszustand“, sagt Politologieprofessor
Hans Vorländer von der TU Dresden.
„Das ist eine Stadt unter Stress mit
einer tief gespaltenen Bürgerschaft.“
Und nun das Verbot aller öffentlichen Versammlungen. Der Innenexperte der Grünen-Landtagsfraktion
nennt es „das absolut letzte Mittel“.
Die selbst ernannten „Patriotischen Europäer“, die seit Monaten
immer montagabends gegen eine
angebliche
Islamisierung
des
Abendlandes auf die Straße gehen,
bedauern per Facebook, dass es wegen der Terrordrohung gegen ein
Mitglied ihres Organisationsteams
nun unmöglich sei, „ein friedlich
und gewaltfreies Zeichen für Meinungsfreiheit“ zu setzen. Wegen der
Bedrohungslage halte man es aber
für unverantwortlich, „unsere Sympathisanten und unsere Stadt unkalkulierbaren Risiken auszusetzen“,
meint Pegida-Sprecherin Kathrin
Oertel. Statt Demo sei jeder , „der für
die Meinungsfreiheit und gegen religiösen Fanatismus ist“, aufgefordert,
heute Abend eine Flagge und eine
Kerze ins Fenster zu stellen.
Beim Bündnis „Dresden für alle“,
das sich für eine weltoffene Stadt
einsetzt und das nun auch nicht auf
die Straße gehen darf, zeigt man Verständnis für die Entscheidung der Sicherheitsbehörden. Polizeipräsident
Dieter Kroll habe ihm glaubhaft versichert, das Gefahrenpotenzial in
Dresden sei „so hoch, dass nicht
mehr für die Sicherheit der Menschen, die sich auf die Straßen begeben würden, garantiert werden
kann“, sagt Sprecher Eric Hattke.
Durch Terrordrohung und Versammlungsverbot werde die Stimmung sicher nicht beruhigt, meint
Politologe Vorländer. „Es ist natürlich möglich, dass dadurch die Ängste weiter angeheizt werden, die sich
auf die Gewaltbedrohung durch den
Islamismus beziehen.“ Das wiederum könne dazu führen, dass eine
„jetzt-erst-recht“-Stimmung
aufkomme. Sein Politikwissenschaftler-Kollege Werner J. Patzelt sieht Pegida als Profiteur der aktuellen Entwicklung. Es sei wichtig, dass verbal
abgerüstet und zugleich an konkreten Konzepten etwa ein Zuwanderungsgesetz gearbeitet
werde.
Und dann gibt es noch die Polizeiermittlungen zum Tod eines jungen
Asylbewerbers in Dresden, dessen
Hintergründe noch völlig im Dunkeln liegen. Der Todesfall führte bereits zu weitreichenden Spekulationen. In Dresden liegen in diesen Tagen die Nerven blank. (dpa)
Der Dresdner Lutz Bachmann ist das
Gesicht von Pegida. Er gilt als Initiator der Bewegung „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des
Abendlandes“, die in der sächsischen
Landeshauptstadt seit Mitte Oktober
regelmäßig Demonstrationen organisiert und dabei Woche für Woche
mehr Menschen hinter sich geschart
hatte. Bislang genoss er das Scheinwerferlicht. Jetzt muss Bachmann befürchten, ins Visier islamistischer Terroristen geraten zu sein. Bachmann
betont immer wieder, er lehne jede
Art von Radikalismus ab, er sei auch
kein Rassist. Es haben sich aber
längst Hooligans, Neonazis und bekennende Islamfeinde unter die Protestler gemischt.
Der 41-jährige Hüne ist eine schillernde Figur. Der gelernte Koch ist
mehrfach vorbestraft. Seinem Ansehen unter den Pegida-Anhängern hat
das offenbar nicht geschadet. Bachmanns Kritiker nennen es heuchlerisch, dass ausgerechnet ein Mann
mit einer kriminellen Vergangenheit
gegen kriminelle Ausländer wettert.
Bachmann gibt sich bürgerlich. Drei
Jahre nach der Wende gründete er
nach eigenen Angaben eine Foto- und
Werbeagentur. Danach geriet er gleich
mehrfach mit dem
Gesetz in Konflikt
und wurde verurteilt. Noch vor Haftantritt setzte er sich
nach Südafrika ab, wo er Grafik und
Design studiert haben will. Recherchen von Journalisten an der Universität von Kapstadt führten jedoch ins
Leere. 2000 kehrte Bachmann zurück
nach Deutschland, stellte sich und
kam ins Gefängnis. 2010 wurde er wegen Drogenhandels zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung
verurteilt.
FOTO: ARNO BURGI/DPA
eute darf in Dresden keiner
demonstrieren. Weder
Pegida noch deren Gegner,
noch irgendwer. Grundlage ist eine
Warnung von Sicherheitsdiensten.
Viel Konkretes weiß man nicht.
Aber Vorsicht ist geboten, vor allem
nach den Anschlägen in Frankreich,
den Meldungen aus Belgien und
Griechenland. Sie zeigen, wozu Terroristen in der Lage sind und wie wenig Aufwand es bedarf, um ein ganzes Land in Angst und Schrecken zu
versetzen. Aus dieser Sicht ist es die
ausdrückliche Aufgabe des Staates
und seiner Vollzugsorgane, dafür zu
sorgen, ein möglichst hohes Maß an
Sicherheit zu gewährleisten.
Das Vorgehen ist auch deswegen
logisch, weil die Pegida-Organisatoren zuvor erklärten, dass kurzfristig
kein befriedigendes Sicherheitskonzept zur Verfügung stehe und man
deswegen von selbst auf die Demoverzichte. Es wäre ja dennoch nicht
auszuschließen, dass Anhänger und
Gegner von Pegida auf die Straße gehen und damit ein Ziel für Anschläge böten.
Doch schafft Dresden einen Präzedenzfall, in dem eine Terrorwarnung oder eine Drohung gegen eine
einzelne Person ausreicht, das Demonstrationsrecht und damit das
Recht auf freie Meinungsäußerung
auszuhebeln? Noch dazu , wenn es
sich um eine Bewegung handelt, die
dem Staat vorwirft, nicht im Sinne
der Bürger zu agieren. Diese Gefahr
besteht. Denn über die Einschätzung, wie ernst die Bedrohungslage
tatsächlich ist, kann nicht demokratisch abgestimmt werden. Hier müssen die Bürger jenen vertrauen, die
die Fakten kennen. Denn an dieser
Stelle stößt die immer wiederkehrende Forderung nach größtmöglicher Transparenz von Geheimdiensten an ihre Grenzen.
Die Entscheidung der sächsischen Landeshauptstadt sieht auf
den ersten Blick wie eine einfache
aus, ist es aber nicht. Letztlich geht
es darum, wie Meinungsfreiheit und
die Gewährleistung von Sicherheit
in Übereinstimmung gebracht werden können in einer Zeit, in der sich
eine abstrakt gefühlte Bedrohung
sehr schnell in eine konkrete verwandeln kann. Die Behörden kennen viele, die sie Gefährder nennen,
aber nicht alle. Und natürlich sind
auch Trittbrettfahrer nicht auszuschließen. Wir werden damit leben
müssen und können. So wie mit der
Entscheidung in Dresden. Denn
auch Freiheit braucht Sicherheit.
Zahllose Menschen schütteten sich
im Sommer 2014 einen Kübel Wasser über den Kopf. Mit der „Ice Bucket Challenge“ sollte auf die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) aufmerksam gemacht werden. Das
Spektakel ist längst vergessen. Für
den grünen Spitzenpolitiker Cem
Özdemir hat die Aktion auf seinen
Balkon jetzt ein juristisches Nachspiel. Spannender als der durchnässte Politiker war nämlich, was neben
ihm stand: ein recht verdächtiges
Gewächs. Auf das You-Tube-Video
angesprochen, gab Özdemir zu: „Ja,
es ist eine Hanfpflanze.“ Das rief die
Berliner Staatsanwaltschaft auf den
Plan, die inzwischen nicht nur we-
Mitte März könnte sich entscheiden,
ob Bachmann vielleicht wieder ins Gefängnis muss. Dann beginnt vor dem
Landgericht Dresden ein Berufungsprozess, in dem es um Unterhaltszahlungen für Bachmanns Sohn geht.
Bachmann war deshalb im Frühjahr
2014 vom Amtsgericht Dresden zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Sowohl Verteidigung als auch Staatsanwaltschaft haben Berufung dagegen
eingelegt. Bachmann war im fraglichen Zeitraum nur auf Bewährung
frei. Sollte auch das Landgericht ihn
schuldig sprechen, könnte eine Aufhebung der Bewährung geprüft werden. Dann wäre auch Gefängnis möglich. (dpa)
POLITIK
Montag, 19. Januar 2015
Freie Presse
5
Papst bricht
in Manila
alle Rekorde
NACHRICHTEN
NACHRICHTENDIENST
71.500 Bürger der
DDR ausspioniert
Bei seiner Abschlussmesse mit sechs
Millionen Teilnehmern in Manila
hat Papst Franziskus hat einen neuen Weltrekord aufgestellt. Ein Behördensprecher der philippinischen Hauptstadt bestätigte die
Zahl. Den bisherigen Weltrekord
hielt bislang Papst Johannes Paul II.:
1995 waren mindestens vier Millionen Gläubige mit ihm zum Weltjugendtag ebenfalls in Manila gekommen. Trotz Regenfällen strömten
die Teilnehmer in den Rizal-Park
und in umliegende Gegenden, um
Franziskus’ Botschaft der Hoffnung
und des Trosts für die Ärmsten des
südostasiatischen Landes zu hören.
Papst Franziskus widmete die letzte
Predigt während seiner einwöchigen Asien-Reise den Kindern und
Jugendlichen.
BERLIN — Der
Bundesnachrichtendienst (BND) und seine Vorläuferorganisation Gehlen haben zwischen
1946 und April 1990 mindestens
71.500 DDR-Bürger ausspioniert.
Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der
Linksfraktion hervor. Keine Auskunft geben konnte die Regierung
demnach über entsprechende Überwachungsaktionen des Bundesamtes für Verfassungsschutz und des
Militärischen
Abschirmdienstes.
Die Dokumente existierten nicht
mehr. Den letzten SED-Ministerpräsidenten der DDR, Hans Modrow, beobachtete der BND demzufolge seit
1958. Nach der ersten freien Wahl
im April 1990 musste Modrow das
Amt an Lothar de Maizière (CDU)
abgeben. (dpa)
FOTO: STEFANO RELLANDINI/REUTERS
IRAK
KIRKUK — Die Extremisten-Miliz Isla-
mischer Staat (IS) hat im Nord-Irak
rund 350 Jesiden freigelassen. Dabei
handelte es sich überwiegend um alte und kranke Menschen, wie ein
Reuters-Reporter von der Ankunft in
der Kurden-Stadt Kirkuk am Samstag berichtete. Auch einige schwer
kranke Kinder seien darunter gewesen. Die IS-Miliz hatte im Sommer
Tausende Angehörige der religiösen
Minderheit getötet oder gefangenen
genommen und versklavt. Kurdische Truppen konnten im vergangenen Monat die IS-Kämpfer zurückdrängen und die Belagerung des
Sindschar-Gebirges durchbrechen,
wo Tausende Jesiden auf der Flucht
monatelang festsaßen. Allerdings
sind immer noch viele Jesiden-Gebiete unter Kontrolle der IS-Miliz,
die große Teile des Irak und Syriens
unter ihre Gewalt gebracht und dort
ein Kalifat ausgerufen hat. (rtr)
DROGENHANDEL
Indonesien richtet
fünf Ausländer hin
JAKARTA — Trotz
internationaler
Gnadenappelle sind in Indonesien
fünf Ausländer wegen Drogenhandels hingerichtet worden. Kurz nach
Mitternacht wurden ein Brasilianer,
ein Niederländer, ein Nigerianer
und ein Malawi gemeinsam mit einer Indonesierin auf der Gefängnisinsel Nusakambangan im Zentrum
Javas von einem Erschießungskommando getötet, wie die staatliche
Nachrichtenagentur Antara berichtete. Eine Vietnamesin wurde im Gefängnis Boyolali, ebenfalls in Zentraljava, hingerichtet. Die Hinrichtungen waren die ersten seit dem
Amtsantritt von Präsident Joko Widodo im Oktober. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International protestierte gegen die Vollstreckung. Indonesiens Generalstaatsanwalt Muhammad Prasetyo
hatte die Härte mit dem Abschreckungseffekt begründet. (dpa)
Käuferschlangen und Proteste
Die Reaktionen auf die
erste „Charlie Hebdo“Ausgabe nach dem Massaker konnten unterschiedlicher nicht ausfallen.
VON FABIAN WEGENER UND NICO ANDEL
BERLIN — Im Westen ist die erste Ausgabe des Satiremagazins „Charlie
Hebdo“ nach den Terroranschlägen
von Paris schnell vergriffen, in der islamischen Welt löste das Blatt hingegen zum Teil tödliche Gewalt aus.
Zehn Tage nach den tödlichen Attentaten in Frankreich erschien am
Samstag die erste Ausgabe des französischen Blattes in Deutschland –
und war wie in anderen Teilen Europas binnen kurzem ausverkauft. Am
extremsten waren die Reaktionen
auf die Darstellung des Propheten
Mohammed auf der Titelseite im Niger. In dem überwiegend muslimischen Land Zentralafrikas gingen
die Menschen den zweiten Tag in
Folge gegen das Magazin auf die
Straße. Seit Freitag starben mindestens zehn Menschen, Kirchen standen in Flammen. Auch in anderen
Ländern wie etwa Pakistan und Algerien hatte es gewaltsame Proteste
gegen die Zeichnung gegeben. Nach
den Glaubensvorstellungen von
Muslimen dürfen weder Gott noch
der Prophet Mohammed bildlich
dargestellt werden.
Bei dem Terroranschlag auf die
Redaktion von „Charlie Hebdo“ waren am 7. Januar in Paris zwölf Menschen getötet worden. Als Auslöser
des Attentats gelten teils derbe Mohammed-Karikaturen des Satiremagazins. Auch die neue Ausgabe zeigt
auf dem Titelblatt eine Zeichnung
des Propheten. Die Auflage wurde in
unbekannte Höhen katapultiert:
Vor den Attentaten wurden 60.000
Hefte gedruckt. Danach sollte das
Magazin erst mit drei, dann mit fünf
Millionen Exemplaren erscheinen,
am Samstag wurde die Auflagenzahl
auf sieben Millionen erhöht.
Nach Deutschland wurde nur ein
kleiner Teil der Auflage geliefert,
weil der Ansturm auf die Hefte in
Frankreich so gewaltig ist. Hunderte
Menschen harrten deshalb nachts
teils stundenlang vor noch geschlossenen Zeitungsläden aus, nur um
dann doch mit leeren Händen nach
Hause zu gehen.
„Charlie Hebdo“-Chefredakteur
Gérard Biard verteidigte das Vorgehen der Zeitschrift. Er hielt den Protesten entgegen: „Jedes Mal, wenn
wir eine Karikatur Mohammeds
zeichnen; jedes Mal, wenn wir eine
Karikatur eines Propheten zeichnen; jedes Mal, wenn wir eine Karikatur Gottes zeichnen, verteidigen
wir die Religionsfreiheit“, sagte er.
Islamische Gelehrte der hoch angesehenen Azhar-Universität in Kairo riefen Muslime in aller Welt dazu
auf, die jüngsten Karikaturen zu
ignorieren. Gläubige sollten sich
nicht durch die „Ignoranz“ anderer
verleiten lassen, hieß es in einer gestern veröffentlichten Erklärung.
Dem Westen warfen die Gelehrten
Provokation vor: Meinungsfreiheit
bedeute nicht, andere in ihrem
Glauben zu beleidigen: „So, wie wir
an persönliche Freiheiten glauben,
(...) glauben wir auch an gegenseitigen Respekt.“ (dpa)
Suche in Belgien geht weiter
Die belgischen Behörden suchen
mit Hochdruck nach möglichen Hintermännern des vereitelten Terroranschlags gegen Polizisten im ostbelgischen Verviers. Festnahmen in Griechenland entpuppten sich als Fehlschlag. Beide Fälle hätten nichts miteinander zu tun, sagte ein Sprecher
der belgischen Staatsanwaltschaft. In
Frankreich wurden zwei der drei getöteten Terroristen anonym beigesetzt, um keine Pilgerorte für Fanatiker zu schaffen.
Die Drohnenangriffe der USA in Afghanistan, Pakistan oder im Jemen
hat Sahra Wagenknecht, Vize-Linksfraktionschefin, mit den Anschlägen
von Paris verglichen. „Wenn eine vom
Westen gesteuerte Drohne eine unschuldige arabische oder afghanische
Familie auslöscht, ist das ein genauso
verabscheuenswürdiges Verbrechen
wie die Terroranschläge von Paris,
und es sollte uns mit der gleichen Betroffenheit und dem gleichen Entsetzen erfüllen“, sagte sie. Man dürfe da
nicht mit zweierlei Maß messen. (dpa)
Schwere Kämpfe in Donezk entbrannt
Landesweit demonstrieren Zehntausende für Frieden und gegen Gewalt – Lage in Ostukraine droht zu eskalieren
KIEW — Während gestern in der Uk-
raine landesweit mehrere zehntausend Menschen für Frieden und gegen Terror und Gewalt auf die Straße
gingen, erlebte die ost-ukrainische
Stadt Donezk die heftigsten Kämpfe
seit sechs Monaten. Die ukrainische
Armee zieht Panzer und schweres
Gerät für einen Sturm auf den Flughafen in Donezk zusammen.
Allein in Kiew waren gestern
Mittag nach Polizeiangaben 20.000
Menschen in die Innenstadt gekom-
men, um dort für Frieden zu demonstrieren. Auf dem Maidan, dem
zentralen
Unabhängigkeitsplatz,
hatten sich auch zahlreiche Regierungsmitglieder mit Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk und Präsident
Petro Poroschenko versammelt. Poroschenko sprach vor den Demonstranten. Viele von ihnen hatten
Schilder mit der Aufschrift „Je suis
Wolnowacha“ dabei. Damit zeigten
sie zugleich ihre Solidarität mit den
Gewaltopfern von Paris und den
13 Zivilisten, die Mitte der Woche
bei einem Anschlag auf einen Linienbus in der ostukrainischen Stadt
Wolnowacha erschossen worden
waren. Nicht nur Paris habe erlebt,
wie brutal die Gegenseite vorgehe,
die Ukraine erlebe das bereits seit
über einem Jahr.
Zur gleichen Zeit berichtet beispielsweise der englische Reporter
Oliver Carroll, der sich in der Stadt
Donezk aufhält, von den schwersten
Kämpfen seit sechs Monaten. Do-
nezk gleicht einer Hölle“, sagte er in
einem Telefoninterview mit dem
ukrainischen Fernsehen. Auf die
Frage, ob die Kämpfe in der gesamten Ostukraine nun wieder voll ausbrächen, sagte die frühere ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko: „Die Auseinandersetzungen hatten nie aufgehört, zudem
besetzt der Gegner weiter ukrainisches Gebiet.“ Die Ukraine werde
sich auf schwere Zeiten vorbereiten
müssen. (niki)
Wagenknecht
stellt sich
gegen Gysi
Keine Gespräche über
Rot-Rot-Grün im Bund
BERLIN — Die stellvertretende Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht
hat sich von dem Vorstoß ihres Fraktionschefs Gregor Gysi in Richtung
Rot-Rot-Grün auf Bundesebene distanziert. „Solange (SPD-Chef Sigmar) Gabriel für die gleiche Politik
steht wie (Kanzlerin Angela) Merkel, bringt ein Wechsel im Kanzleramt der Bevölkerung wenig, und solange sind irgendwelche Arbeitsgruppen zu Rot-Rot-Grün relativ
sinnlos“, sagte Wagenknecht. Die
Linke-Politikerin kritisierte auch die
Form, in der Gysi SPD und Grünen
das Angebot zu ernsthaften Gesprächen über eine rot-rot-grüne Koalition auf Bundesebene unterbreitet
hat. „Wenn man
Gespräche will, ist
es sicher nicht der
aussichtsreichste
Weg, sie über die
Presse zu organisieren.“ Heute kommt
die Bundestagsfraktion der Linken zu
einer zweitägigen Klausurtagung
zusammen, um über ihr politisches
Programm für dieses Jahr zu beraten. Gysi hatte sich in einem Anfang
Januar veröffentlichten Interview
für die Bildung einer Gesprächsrunde von SPD, Linkspartei und Grünen
ausgesprochen. Dafür sollten die
Parteivorsitzenden Personen benennen, die das gesamte politische
Spektrum ihrer Parteien repräsentierten. SPD und Grüne haben den
Vorschlag des Linksfraktionschefs
bereits zurückgewiesen. Auch Wagenknecht lehnt ihn ab: „Gespräche
wären dann sinnvoll, wenn die SPD
(...) sich entscheidet, wieder sozialdemokratische Politik zu machen“,
sagte sie. (dpa)
FOTO: RAINER JENSEN/DPA
IS-Miliz lässt
350 Jesiden frei
A N ZE I G E
3585092-10-1
6 Freie Presse
WIRTSCHAFT
Montag, 19. Januar 2015
Metaller laufen sich für Tarifrunde warm
NACHRICHTEN
BÖRSENWOCHE
Turbulenzen
voraus
MOBILFUNK
Google will
Bezahldienst kaufen
VON ULRICH HÜBLER
NEW YORK — Google will laut Medi-
enberichten den Smartphone-Bezahldienst der amerikanischen Mobilfunk-Anbieter AT&T, Verizon
und T-Mobile übernehmen. Deren
gemeinsame Firma Softcard, ein
Konkurrent von Apples I-PhoneDienst Apple Pay, ist bereits seit
mehreren Jahren aktiv, aber bisher
nur wenig erfolgreich. Auch der Bezahldienst Paypal, der in diesem Jahr
von dem bisherigen Mutterkonzern
Ebay abgespalten werden soll, habe
Interesse, hieß es. Die MobilfunkKonzerne hatten in den vergangenen Jahren schätzungsweise mehrere hundert Millionen Dollar in Softcard investiert. Die entsprechende
App ist bisher für Smartphones mit
Googles Android-System sowie mit
Microsofts Windows Phone verfügbar. (dpa)
ANLEIHEKÄUFE
Draghi will
Sonderregelungen
BERLIN — Beim erwarteten Kaufpro-
gramm der Europäischen Zentralbank für Staatsanleihen erwägt
EZB-Präsident Mario Draghi laut
Medienberichten, Zugeständnisse
an Deutschland zu machen. Damit
sollten Sorgen ausgeräumt werden,
dass Deutschland am Ende für hohe
Schulden einstehen muss, die andere Länder machen. So denke die EZB
daran, dass die nationalen Notenbanken jeweils nur die Staatsanleihen ihres eigenen Landes kaufen –
also etwa die Bundesbank nur Bundesanleihen, die italienische Notenbank nur italienische Staatsanleihen. (dpa)
FAHRDIENST
Uber-Chef sucht
Partnerschaft
D
Im Bundesgebiet (im Foto eine Veranstaltung in
Nordrhein-Westfalen) startete die IG Metall am
Wochenende in die Tarifauseinandersetzungen
2015. Mit Blick auf die Tarifverhandlungen in
Sachsen hat die IG-Metall ihre Mitglieder am
mehr Geld fordert die IG Metall eine verbesserte
Altersteilzeit-Regelung sowie die Einführung einer Bildungsteilzeit. Für die 160.000 Beschäftigten sollen die Tarifverhandlungen am 29. JanuFOTO: BERND THISSEN/DPA
ar in Radebeul beginnen.
Erfolgreich im Geschäft
mit künstlicher Intelligenz
Das Chemnitzer Unternehmen Prudsys erhält
heute den „Chemnitzer
Meilenstein“ für die
langjährige und weltweit
erfolgreiche Positionierung
am Markt. Das rasante
Wachstum soll auch in
den kommenden Jahren
anhalten.
VON RAMONA NAGEL
MÜNCHEN — Uber-Chef Travis Kalanick will im festgefahrenen Streit
um seinen Fahrdienst auf die europäischen Kommunen zugehen.
„Wir wollen 2015 zum Jahr machen,
in dem wir eine Partnerschaft mit
EU-Städten schließen“, sagte Kalanick gestern auf der Internet-Konferenz in München. Das könne bis Ende dieses Jahres 50.000 neue Jobs
schaffen, versprach er. Kalanick
warb für Uber als Alternative zu Taxis. Regeln seien aufgestellt worden,
um ein „geschütztes Monopol“ zu
verteidigen, sagte Kalanick. (dpa)
Samstag auch in Chemnitz auf die Ziele eingestimmt. An einem Demonstrationszug vom Industriemuseum zur Messe nahmen rund
500 Metaller teil, wie Gewerkschaftssprecher
Bodo Grzonka mitteilte. Neben 5,5 Prozent
CHEMNITZ — Mit
Prudsys hatten
schon viele Online-Käufer Kontakt,
unwissentlich. Wenn bei der Suche
nach neuen Schuhen plötzlich genau solch ein Paar virtuell auftaucht, das man sich ausgedacht hat,
dann steckt der Online-Dienstleister
dahinter. Das Verfahren heißt Prudsys Realtime Decisioning (Prudsys
RDE) und funktioniert folgendermaßen: Wenn der Kunde in den Onlineshop kommt, erkennt das Verfahren seine Wünsche, spielt beispielsweise relevante Produktempfehlungen ein und verhilft damit
zur richtigen Kaufentscheidung.
Prudsys RDE hilft auch dem Händler, der freut sich über Umsatz, wenn
der Kunde kauft.
Doch viele Kunden füllen zwar
fleißig ihren Warenkorb, brechen
aber plötzlich den Einkauf ab. Die
Gründe lassen sich für den Shopbetreiber nicht nachvollziehen. Vielleicht klingelt gerade Besuch an der
Tür, ein wichtiger Anruf kommt dazwischen oder der Kunde hat gedanklich sein Budget gecheckt.
Auch in diesen Fällen hat Prudsys eine Lösung, dass der Warenkorb häufiger als bisher die Kasse passiert.
Gegründet wurde das Unternehmen 1998 von Mitarbeitern und Absolventen der Technischen Universität Chemnitz – Mathematiker und
Physiker. Mit sehr viel Blauäugigkeit und Naivität seien die elf Gründer damals gestartet, meinte Vorstand Jens Scholz. 2002 wurde an
den Homeshopping-Kanal HSE 24
die erste Empfehlungsmaschine verkauft, 2005 kam die erste in Echtzeit
arbeitende Erkennungsmaschine
auf den Markt. „Zu diesem Zeitpunkt haben wir erkannt, dass das
unsere Nische ist“, meinte Scholz.
Mittlerweile ist Unternehmen europäischer Marktführer und besitzt
viele Patente. Zu den Kunden gehö-
ren unter anderem Douglas, Otto,
Conrad und Thalia. „Die Firma Prudsys hat sich auf dem Gebiet der
künstlichen Intelligenz die Position
des Markt- und Technologieführers
im Bereich Echtzeitpersonalisierung erarbeitet. „Ein echter HiddenChampion (heimlicher Gewinner),
bekannt in der Welt, aber wenig in
Vorstand Jens Scholz in den Büroräumen der Firma Prudsys in Chemnitz.
FOTO: TONI SÖLL
Chemnitz“, begründete Volker Türschmann, Chef des Chemnitzer
Marketingclubs, die Auszeichnung
mit dem „Chemnitzer Meilenstein“.
Der Online-Handel wird nach
Einschätzung von Scholz vor allem
international weiter zunehmen. Daran möchte Prudsys teilhaben, jedoch nicht um jeden Preis. „Wir sind
kein Reisebüro und müssen überallhin“, meinte der Unternehmer. „Uns
interessiert künftig stärker der stationäre Handel.“ Der Einzelhändler
vor Ort könne viel intensiver auf die
Kunden eingehen und verkaufe oft
mit dem Blick darauf, dass der Kunde wiederkommt, oder das Geschäft
weiterempfiehlt. „Oftmals bekommt man hier Produkte sogar
preiswerter als online.“ In diesem
Kontext will das Unternehmen in
den kommenden fünf Jahren nicht
nur den Umsatz steigern, sondern
auch die Zahl der Mitarbeiter von
derzeit 50 auf 100 verdoppeln. Bislang gab es kaum Probleme, offene
Stellen zu besetzen oder die entsprechenden Experten zu finden.
EIN VIDEO zum Messeauftritt 2014 von Prudsys können
Sie sehen, wenn Sie diesen
Code mit dem Smartphone
scannen. » www.freiepresse.de/prudsys
iese Tage an der Börse werden keine gewöhnlichen
werden. Es ist die erste Woche, nachdem die Schweizerische
Notenbank die Kopplung des Franken an den Euro aufgegeben hat. Die
Turbulenzen, die darauf folgten, waren enorm. Und sie werden aller Voraussicht nach anhalten. Hedgefonds, die mit hochriskanten Spekulationen auf Währungen ihre Geschäfte immer darauf ausgerichtet
haben, dass die Schweizer alles tun
werden, um den Franken bei 1,20
zum Euro zu halten, wurden auf
dem falschen Fuß erwischt. Erste
Broker sind zahlungsunfähig, weil
die Verluste der Anleger die ursprünglichen Einlagen um ein
Mehrfaches überstiegen haben.
Dass der Dax am Freitag im Tagesverlauf um fast 500 Punkte
schwankte und es schließlich auf einen Höchststand über 10.110 Punkte schaffte, zeigt, wie nervös die
Märkte derzeit sind. Nachbörslich
ging es im Terminhandel über DaxSpitzen von 10.300 weiter. Geht es
jetzt los? Ist der Deckel weg, und
steigen die Kurse extrem an oder
kommt es zu einer Gegenbewegung? Andreas Scholz, Marktbeobachter an der Börse Stuttgart, will
sich da nicht festlegen. Für ihn ist
aber eines Fakt: „Die Schweizer haben mit ihrem überraschendem
Schritt gezeigt, dass sie dem geldpolitischen Kurs der Europäischen
Zentralbank (EZB) nicht mehr folgen werden, sie wollen nicht mehr
im Schlepptau von Mario Draghi
sein.“ So gesehen könnte es eine turbulente Woche werden, in der die
EZB und ihre Sitzung am Donnerstag selbst für großes Interesse an den
Märkten sorgen dürfte. Wie fällt die
Reaktion auf die Schweizer aus?
Startet das groß angekündigte Ankaufprogramm von Staatsanleihen?
Das sind einige der Fragen, die sich
Börsianer stellen. Institutionelle
Marktteilnehmer – also Banken,
Handelshäuser und Fondsmanager
– sind zu ihren Konjunkturerwartungen befragt worden. Das Ergebnis soll morgen bekannt gegeben
werden. Mit noch größerer Spannung dürfte an diesem Tag auch eine Kennzahl aus China erwartet
werden, das Land will seine Wachstumszahlen zum abgelaufenen vierten Quartal bekannt geben. Analysten haben ein Plus von sieben Prozent auf der Rechnung.
A N ZE I G E
Erster Broker in der
Schweiz schließt
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat einen
„Tsunami“ am Währungsmarkt ausgelöst. Einige
Broker, die hohes Risiko
eingingen, haben bereits
die Segel gestrichen.
VON HANNES BREUSTEDT
NEW YORK — Jahrelang hatte die SNB
den Franken mit einer Bindung an
den Euro von einem zu starken Aufwerten abgehalten, um den sicheren
Anlagehafen Schweiz vor der Überflutung durch die internationale
Geldschwemme zu schützen. Am
Donnerstag gaben die Währungshüter den Kurs völlig überraschend frei
– und erwischten Spekulanten auf
dem falschen Fuß. Der Chef des Uhrenkonzerns Swatch, Nick Hayek,
hatte die Franken-Freigabe einen
„Tsunami“ genannt.
Die SNB habe sich als „Amateur“
gezeigt, kommentierte Alpari-Analyst Erlam. „Eine Menge Leute werden erheblich darunter leiden.“ Wenig später meldete seine Firma In-
# 3589074-10-1
solvenz an. Die Mehrheit der Kunden habe Verluste erlitten, die ihr
Einlagenkapital überstiegen. „Wo
der Kunde diesen Verlust nicht abdecken kann, wird er an uns weitergereicht.“ Alpari UK ist eine von diversen Firmen einer Branche, in der die
Grenzen zwischen Finanzanlage
und Kasino verschwimmen. Bei den
Online-Brokern können sie mit wenig Geld und einem Vielfachen ihres
Einsatzes spekulieren. Der „Hebel“
lässt es bei manchem Anbieter zu,
mit einem Euro, Dollar oder Pfund
mehr als die hundertfache Summe
einzusetzen. Das lässt die Gewinne
massiv steigen – aber auch die Verluste.
Als die SNB die Wechselkursgrenze aufhob, schoss der Franken
zum Euro zeitweise um etwa 30 Prozent in die Höhe. Ein Albtraum für
viele Anleger. Denn durch den Festkurs von 1,20 Franken pro Euro, den
die SNB in den vergangenen Jahren
mit allen Mitteln durchgesetzt hatte, war das Währungspaar zu einer
beliebten Einbahnstraßen-Wette geworden. „Spekulanten vertrauten
blind darauf, dass die SNB den Kurs
verteidigen werde“, sagt Stefan Riße,
Analayst beim Vermögensverwalter
HPM. (dpa)
KULTUR
Montag, 19. Januar 2015
NACHRICHTEN
MUSEUM
Smac-Team wird
heute ausgezeichnet
CHEMNITZ — Das Team jener drei Personen, die den Charakter des Staatlichen Museums für Archäologie
Sachsens wesentlich prägten, erhält
heute in Chemnitz den Museumspreis der Niedersächsischen Sparkassenstiftung. Ausgezeichnet werden Sabine Wolfram, die Direktorin
des Smac, Thomas Spring, der Projektleiter des Museums, sowie Uwe
R. Brückner, der Ausstellungsgestalter vom Stuttgarter Atelier Brückner. Das Museumskonzept, das dieses Team erarbeitet habe, sei „auf beeindruckende Weise neuartig“,
heißt es in der Jurybegründung. Ein
Besuch des im einstigen Chemnitzer
Schocken-Kaufhaus Mitte Mai 2014
eröffneten Landesmuseums sei
„nicht nur für Fachpublikum, sondern auch für die breite Öffentlichkeit sehr spannend und interessant.“
Die Auszeichnung der in Hannover
ansässigen Stiftung ist mit 6000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre
deutschlandweit vergeben. (uh)
MUSIK
Baden-Baden
feiert Pierre Boulez
BADEN-BADEN — Mit einer Matinee
haben in Baden-Baden die Feiern für
den französischen Komponisten
und Dirigenten Pierre Boulez begonnen: Anlässlich seines 90. Geburtstags (am 26. März) präsentierte das
Festspielhaus am Sonntag das umfangreiche Schaffen eines der bedeutendsten Vertreter der musikalischen Avantgarde. Boulez hat seit
mehr als fünf Jahrzehnten einen
Wohnsitz in Baden-Baden. Der Sohn
eines Stahlfabrikanten aus Montbrison im Loire-Tal wollte eigentlich
Mathematik studieren. Stattdessen
wurde er zu einem der hervorragendsten Vertreter der seriellen Musik – einer Strömung der Neuen Musik, die auf Zahlen- oder Proportionsreihen aufbaut. Der Ausnahmemusiker versteht sich in erster Linie als
Komponist; er ist aber auch Gründer
des Pariser Forschungsinstituts für
Akustik/Musik IRCAM. (dpa)
SACHSEN
Reporterin mit
Lessing-Preis geehrt
KAMENZ — Die Reporterin und Publi-
zistin Carolin Emcke ist in Kamenz
mit dem Lessing-Preis des Freistaats
Sachsen ausgezeichnet worden. Die
47-Jährige nahm den mit 13.000 Euro dotierten Preis am Samstag entgegen. Emcke berichtet seit vielen Jahren aus Kriegs- und Krisengebieten.
Sie lebt in Berlin. Die beiden Förderpreise gingen an den Autor Julius Fischer („Die schönsten Wanderwege
der Wanderhure“) und den Dramatiker Wolfram Höll („Und dann“). Diese Auszeichnungen sind mit jeweils
5500 Euro dotiert. Der Lessing-Preis
wird seit 1993 vom Freistaat Sachsen verliehen. Mit der diesjährigen
Vergabe begannen in Kamenz die
50. Lessing-Tage zu Ehren des dort
geborenen Denkers. (dpa)
SACHSEN-ANHALT
Cranach-Jahr
wurde eröffnet
WITTENBERG/MAGDEBURG — In
der
Lutherstadt Wittenberg ist für Sachsen-Anhalt das Themenjahr „Reformation – Bild und Bibel“ eröffnet
worden. Ein Höhepunkt im Laufe
des Themenjahres werde die große
Landesausstellung über den Reformationsmaler Lucas Cranach dem
Jüngeren sein, kündigte Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) bei
einem Festgottesdienst in der Wittenberger Stadtkirche St. Marien am
Sonntag an. Die Debatte über das
Verhältnis von Heiligen Schriften
und illustrierten Bildern sei hochaktuell, sagte der Minister mit Blick
auf die Terroranschläge von Paris.
Dabei waren am 7. Januar sieben Redaktionsmitglieder des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ und zehn weitere Menschen getötet worden. (epd)
» www.cranach2015.de
Freie Presse
Vom Lieben auf dem Lande
Jan Gehler lässt William
Shakespeares Komödie
„Wie es euch gefällt“ im
Dresdener Staatsschauspiel als versponnenes Aufund Aussteigermärchen
spielen. Das macht Spaß
und schenkt Einsichten.
CHEMNITZ — Viele archäologische
Ausgrabungsstätten in den Krisengebieten des Nahen und Mittleren
Ostens sind nach Ansicht von Experten unwiderruflich zerstört.
„Diese Schäden sind nicht in Dollar oder Euro aufzuwiegen“, sagt
der Museumsfachmann Thomas
Schuler, der in einer Taskforce des
Internationalem Museumsrates
mitarbeitet. Mit dem einstigen Direktor des Chemnitzer Schlossbergmuseums sprach Ralf Hübner.
DRESDEN — Alles wieder gut: Der
Früchtchen vom Baum der Erkenntnis: Sonja Beißwenger gibt in der Rolle der Rosalinde von gehobener Position Ratschläge in Sachen Liebe. Benjamin Pauquet (Orlando, links), Duran Özer (ein Schäfer) und Yohanna Schwertfeger (Celia) hören zu.
FOTO: DAVID BALZER/STAATSSCHAUSPIEL
duktion erhielt beim Theaterfestival
„Radikal jung“ in München den Publikumspreis und wurde unter anderem für den Theaterpreis „Faust“ nominiert. In der Saison von 2012 und
2013 war „Tschick“ mit mehr als 700
Aufführungen das meistgespielte
Stück an deutschen Bühnen.
Mit Sonja Beißwenger in der Rolle der Rosalinde, bot Gehler im Zentrum des Stückes eine wundervoll
wandelbare, vom Mädchenhaften,
über das Souveräne bis zum intensiv
Gefühlvollen gleitende Schauspielerin auf. An ihrer Seite kontrastierte
Yohanna Schwertfeger als handfeste
und schnippische Göre von heute,
mit Sinn für Realitäten und beißendem Spott. Rosalindes geliebten Orlando stellte Benjamin Pauquet mit
jugendlicher Frische vor. André Kaczmarczyk verlieh seinem weltweisen Narren Touchstone mit überaus
beweglicher Körpersprache die Kon-
Das Stück
„Wie es euch gefällt“: Der Herzog ist
den Job los. Frederick hat seinen Bruder vom Hof verbannt und führt fortan selbst die Geschäfte – autokratisch
und brutal. Der Verbannte zieht sich
in die Wälder zurück. Dort leben er
und Freunde entspannt in den Tag
wie es ihnen gefällt. Später stellen
sich noch die Töchter der Herzöge,
die Nichten Rosalinde und Celia ein.
Orlando, der vom älteren Bruder Oliver zwecks Aneignung des Erbteils
aus dem Haus vertrieben wird, gesellt
sich gleichfalls zur Aussteigerkommune hinzu. Ein Spiel um Liebe und den
Sinn des Lebens beginnt.
Nächste Vorstellungen: heute,
19.30 Uhr; 5., 18. und 24. Februar, jeweils ab 19.30 Uhr; 1. März, 19.30 Uhr,
im Staatsschauspiel Dresden, Theaterstraße 2.
Tickettelefon: 0351 4913555.
» www.staatsschauspiel-dresden.de
turen des ebenso Grotesken wie Animalischen. Der große Melancholiker in der Komödie, Jaques, wurde
von Philipp Lux verkörpert, und er
sprach die berühmten ShakespeareWorte mit Wonne aus: „Die Welt ist
eine Bühne und alle, Frau’n und
Männer, bloße Spieler. Sie treten auf
und gehen ab.“
Sabrina Rox hatte dafür ein in
klare Farben gehaltenes Bühnenbild
entwickelt. Symbolträchtig blieben
die Welt des Hofes und der ländliche
Idylle voneinander geschieden. Die
Kostüme von Irène Favre de Lucascaz erinnerten zwar an zeitgenössische Alltagskleidung warteten jedoch mit raffiniertem Dekor auf,
charakterisierten prägnant Figuren
und Stimmungen. Das alles war
über die drei Stunden Aufführungsdauer hinweg fast durchweg spannend anzuschauen, wenn es zwischendurch auch so schien, als ob alles gesagt wäre und die Liebenden
nun endlich tun sollten, was sie
schon zu Beginn tun wollten.
Ein Pils auf die Kunst
Pilsen, das steht zunächst
einmal für Bier – doch
die neue Kulturhauptstadt
Europas hat mehr zu
bieten. Mit einer atemberaubenden Show hat das
Kulturstadtjahr begonnen.
VON MICHAEL HEITMANN
PILSEN — Scheinwerfer strahlen ihn
an, als sich David Dimitri auf den
Weg macht. Vor ihm liegen 240 Meter Seil, gespannt zwischen zwei
Kirchtürmen. Unter ihm stehen
rund 15.000 Zuschauer. Die Herausforderung: Es geht zugleich 40 Meter
aufwärts. Rund 20 Minuten dauert
die Zitterpartie am Samstagabend,
bevor der Schweizer Artist unter Jubel und mit einem erleichterten Lächeln sein Ziel erreicht. Im Turm der
Kathedrale von Pilsen läutet er die
Glocken. Das Jahr als Kulturhauptstadt kann für die westböhmische
Bierhochburg beginnen.
Krater
in einer
Landschaft
voller Kultur
Chemnitzer schildert
Zerstörungen in Kriegsund Krisengebieten
VON LUTZ KIRCHNER
Bühnenhimmel glühte orangefarben zum Finale. Sterne funkelten.
Vier Paare, jung und schön, Flüchtlinge, Vertriebene, Verirrte allesamt,
hatten sich gefunden und fassten
sich nun an den Händen, die weiteren Handelnden ebenso. Nach dem
Durchschwimmen einer See von
Plagen, plötzlichem Karriereknick
und Einkommensverlust, dem Vagabundieren am Rande des Verhungerns und nach dem Auskosten sexueller Irrtümer folgte ein glückliches Ende. Sie stimmen den Song
„Das Zelt“ der Berliner Elektro-PopBand Jeans Team an: „Aus dem Haufen dieser Stadt musst du raus, und
du wirst sehen, du wirst dich verändern in all den Ländern ... Kein Gott.
Kein Staat. Keine Arbeit. Kein Geld.
Mein Zuhause ist die Welt.“
Das klang am Samstagabend im
vollen Haus am Ende der begeistert
aufgenommenen Premiere nach Bekenntnis und Appell. Eine eindringliche Wortmeldung in der Stadt, in
der tausende vorgebliche Patrioten
gegen die Islamisierung des Abendlandes ihre Stimme erheben.
Theater kann Relevantes zeigen,
Shakespeares Einsichten sowieso,
das demonstrierten Jan Gehler und
seine Darsteller auf unterhaltende
Weise. Sie hatten die Komödie mit
maßvoll anzüglichen Späßen, ein
nackter Hintern erschien dabei als
das Extremste, und mit Splittern
zeitgenössischer Trendkultur aufgeladen sowie mit Faxen und akrobatischen Einlagen auf Touren gebracht.
In der deutschen Fassung von Jürgen Gosch und Angela Schanelec offerierten sie das Stück als fantasievoll versponnenes Märchen, als
weltabgewandte Zusammenkunft
von Menschen auf dem Lande – jenseits der Abgründe von Gier und
Geltungswahn. So machten sie den
Kern der mäandernden Reden und
Gegenreden auf erfrischende Art
sichtbar.
Gehler, 1983 in Gera geboren, ist
Hausregisseur des Staatsschauspiels. Nach anfänglichen Arbeiten
in der freien Szene hatte er für die
Dresdener Bühne unter anderem
2011 die Uraufführung der Theaterfassung von Wolfgang Herrndorfs
Roman „Tschick“ inszeniert. Die Pro-
7
Frantisek Jilek, der am großen
Platz der Republik eine Buchhandlung betreibt, spricht von einer
Show „voller Adrenalin“. In den
nächsten zwölf Monaten muss die
Industrie- und Brauereimetropole
Pilsen (Plzen) noch eine andere Art
von Balanceakt schaffen: sich einerseits treu zu bleiben und andererseits den Ansprüchen Kunstinteressierter aus aller Welt gerecht zu werden. Der Buchhändler Jilek sieht’s
pragmatisch: „Endlich lernen auch
diejenigen Pilsen kennen, die sich
nicht für Bier interessieren“, meint
er. Er ist in der Stadt aufgewachsen
und weiß, welche Fortschritte sie gemacht hat. „Als ich klein war, war es
eine hässliche, graue, zerfallene
Stadt“, sagt er. Heute seien nicht nur
die Häuser restauriert, es gebe auch
ein lebendiges Zentrum.
„Pilsen ist nicht wiederzuerkennen“, sagt der 43-Jährige. Doch zum
Gram der Stadtväter machen Touristen oft noch einen Bogen um die Innenstadt. Sie fahren direkt zur
Hauptattraktion, der Großbrauerei
Pilsner Urquell, heute Teil eines globalen Konzerns. Mehr als eine Vier-
telmillion Touristen kommen jedes
Jahr hierher, mit Abstand die meisten davon aus dem benachbarten
Deutschland.
Mit einem bunten Programm
will der künstlerische Leiter von
„Pilsen 2015“, Petr Forman, die Besucher zum Verweilen bewegen. Alle
zwei Monate wird eine neue Zirkuskompanie in der Kulturhauptstadt
Station machen. Und als absolutes
Kunst-Highlight öffnet im Mai eine
Ausstellung von Maori-Porträts des
gebürtigen Pilseners Gottfried Lindauer (1839-1926). Es gibt 600 weite-
In Pilsen hat die Stunde fürs Kulturhauptstadtjahr geschlagen.
FOTO: MATEJ DIVIZNA/DPA
re Programmpunkte. Bereits jetzt bekommen Besucher in der interaktiven Ausstellung „Das Atelier von Jiri
Trnka“ einen kleinen Einblick in die
Arbeit eines Puppenfilmers. Im Ausland erst spät beachtet, gilt der in Pilsen geborene Trickfilmer Jiri Trnka
(1912-1969) heute als „Walt Disney
Tschechiens“. 1954 verfilmte er den
großen Weltkriegsroman „Der brave
Soldat Schwejk“ – ganz mit Handpuppen. Viele Originale sind zu sehen. „Das Puppenspiel hat in Pilsen
starke Wurzeln“, meint Forman,
selbst
Marionetten-Schauspieler
und Sohn von Oscar-Regisseur Milos Forman. „Man kann darin neue
Welten und neue Horizonte der Fantasie entdecken“, meint der 50-Jährige. Er sieht im Puppenspiel sogar einen „Urvater“ moderner Computerspiele. „Auch da zieht man quasi an
einer Schnur – und die Figur bewegt
sich.“ (dpa)
DIE INTERNETSEITE der
Stadt (auf Deutsch) können
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» www.freiepresse.de/pilsen
In welchem Zustand sind die historischen Stätten und Ausgrabungsorte?
Thomas Schuler: In beiden Fällen
ist die Lage katastrophal. Selbst
Unesco-Welterbestätten wie die Zitadelle von Aleppo oder Palmyra
oder Kreuzritterburgen wie die Krak
des Chevaliers an der Grenze zum
Libanon sind von den Kämpfen
schwer in Mitleidenschaft gezogen
worden. Die Kampfhandlungen
dort sind klare Verstöße gegen die
Haager Konvention zum Schutz des
Kulturguts in Kriegen, die auch Syrien unterzeichnet hat. Sehr schlimm
sieht es aber an Orten archäologischer Ausgrabungen aus. Raubgräber haben dort wahre Kraterlandschaften mit bis zu drei Meter tiefen
Gruben hinterlassen. Das ist auf
Luftaufnahmen gut zu sehen.
Zu welchen konkreten Schäden
ist es da gekommen?
Schlimm dabei ist nicht nur der Verlust von Fundstücken. Auch die Grabungsstelle wird praktisch zerstört.
Irgendwann werden Archäologen
dort hoffentlich wieder gefahrlos arbeiten können und werden finden,
was den Plünderern entgangen ist.
Den Wissenschaftlern ist aber auch
wichtig, wo, in welchem Zusammenhang, etwa in welcher Erdschicht, sich diese ursprünglich befunden haben. Das wird sich nicht
mehr rekonstruieren lassen. Diese
Schäden sind nicht in Dollar oder
Euro aufzuwiegen.
Thomas
Schuler
Museumsfachmann
FOTO: DPA/ARCHIV
Haben Sie Erkenntnisse, ob diese
Plünderungen vom Islamischen
Staat systematisch durchgeführt
werden?
Die Raubgrabungen sind keine Spezialität des Islamischen Staates,
auch Syrien und Ägypten sind davon stark betroffen. Allerdings
scheinen diese auf von syrischen
Kräften kontrolliertem Gebiet eher
die Folge der allgemeinen Anarchie
zu sein. Die Täter arbeiten offensichtlich in die eigene Tasche um zu
überleben. Wo aber der Islamische
Staat das Sagen hat, gibt es Anzeichen, dass die Grabungsstätten systematisch ausgebeutet werden. In
beiden Fällen gelangen die Artefakte
über Zwischenhändler an der türkischen Grenze als undokumentierte
Antiken in den internationalen
Kunsthandel und unter anderem in
europäische
Auktionshäuser.
Deutschland bessert seine bisher
sehr laxe Gesetzgebung zum Antiquitätenhandel derzeit auf Druck
der UN endlich nach.
Wie steht es um die Museen in
den Krisengebieten des Nahen
und Mittleren Ostens?
Die rund 30 Museen in Syrien haben
die kriegerischen Auseinandersetzungen bisher mit wenigen Ausnahmen unbeschadet überstanden - unabhängig davon, ob sie in von der Regierung oder der nationalen Opposition kontrolliertem Gebiet liegen.
Die Ausstellungsobjekte wurden
meist schon vor mehr als zwei Jahren in Sicherheit gebracht. (dpa)
8 Freie Presse
AUS ALLER WELT
Montag, 19. Januar 2015
Japaner erinnern an Erdbebenopfer von 1995
NACHRICHT
FESTNAHME
Führerschein
überführt Einbrecher
EUROTUNNEL
Zugverbindung nach
Lkw-Brand gekappt
BERLIN — Weil einer von ihnen seinen Führerschein am Tatort liegen
ließ, sind sechs mutmaßliche Einbrecher festgenommen worden. Die
Männer waren in die Wohnung einer 50-Jährigen in Berlin eingebrochen. Mitten in ihren verwüsteten
Sachen fand die Frau den Führerschein eines ihr unbekannten 20Jährigen, wie die Polizei gestern mitteilte. Die Diebesbande meldete sich
telefonisch bei der Frau und schlug
einen Tausch der gestohlenen Sachen gegen den Führerschein vor.
Als die sechs Männer im Alter zwischen 20 und 35 Jahren tatsächlich
zur Wohnung zurückkamen, wartete dort bereits die Polizei. (dpa)
LONDON — Ein brennender Lastwa-
gen hat am Wochenende den Zugverkehr im Eurotunnel unter dem
Ärmelkanal zwischen Frankreich
und Großbritannien vorübergehend gestoppt. Rauchdetektoren
hätten angeschlagen, die Züge in
beiden Röhren seien zurückgeschickt worden, teilte der Tunnelbetreiber gestern mit. Die Passagiere
des betroffenen Zuges wurden mit
Gasmasken ausgestattet und in sichere Räume gebracht. In der Nacht
zu gestern wurde der Zugbetrieb
schrittweise wieder aufgenommen.
Am Morgen fuhren auch wieder die
ersten Personenzüge durch den
50 Kilometer langen Tunnel. Allerdings war zunächst nur eine der beiden Röhren geöffnet. Heute soll der
Betrieb wieder normal laufen. (dpa)
LEUTE HEUTE
Jennifer Lawrence (24), Oscar-prämierte Schauspielerin, will vor der
Kamera abtauchen. Medienberichten zufolge ist der „Tribute-von-Panem“-Star für die
Hauptrolle in dem
Liebes- und Taucherdrama „The Dive“ im Gespräch.
Der tauchbegeisterte Regisseur James
Cameron („Abyss“,
„Titanic“) will das
Unterwasser-Drama als Produzent
auf die Leinwand bringen. (dpa)
GEWONNEN?
Euro-Jackpot
Ziehung vom 17. Januar: 1, 4, 14, 32, 48,
Eurozahlen: 5, 6
Gebäuden und Infrastruktur waren immens. Bis
zum Erdbeben- und Tsunami-Drama vom
11. März 2011 galt das Kobe-Beben als die
schlimmste Naturkatastrophe in Japan seit dem
FOTO: KYODO/REUTERS
Zweiten Weltkrieg.
EIN VIDEO mit Nachrichtenbildern zur Erdbebenkatastrophe in Kobe vor 20 Jahren können Sie aufrufen, wenn Sie diesen Code mit
Ihrem Smartphone scannen.
» www.freiepresse.de/kobe
FOTO: NINA PROMMER/DPA/ARCHIV
zum Gedenken an das Erdbeben von 1995 Kerzen an und beten. Am 17. Januar 1995 hatte ein
Beben der Stärke 7,2 die Stadt erschüttert. Insgesamt 6434 Menschen starben, die Schäden an
Lotto am Samstag
8, 11, 22, 29, 46, 47
Superzahl: 1
Spiel 77: 1619777
Super 6: 044709
Fußballstar Ronaldo abserviert
Glücksspirale
Endziffer(n): 3: 10 ¤, 92: 20 ¤,
589: 50 ¤, 4953: 500 ¤, 68793: 5000 ¤,
562121, 997701: 100.000 ¤, 5306162,
1469732: monatliche Sofortrente von
7500 ¤
Sie waren eines der
schönsten Promi-Pärchen.
Nun gehen der Frauenschwarm und Topmodel
Irina Shayk getrennte
Wege. Warum, darüber
wird heftig spekuliert.
Tele-Bingo
Vier Ecken: B1, B3, B7, B10, B14, B15,
I19, I20, I21, I26, I27, N31, N43, N45,
G46, G49, G56, G58, O61, O62, O63,
O65, O69, O70, O73, O74, O75
Das Kreuz: B5, N42, G55, O67
Der Rahmen: B12, I17, I18, I22, I23, N37,
N39, G48, G53
Full House: B9, I24, N32, N38, N44, G50,
G59
VON EMILIO RAPPOLD
MADRID/NEW YORK — Der irre Jubelschrei von Cristiano Ronaldo bei der
Auszeichnung zum Weltfußballer
2014 ging jüngst um die Welt. Seit
dem Wochenende dürften sich nun
auch viele weibliche Fans des Frauenschwarms freuen. Nach einer
knapp fünfjährigen Beziehung zum
russischen Topmodel Irina Shayk ist
der 29-jährige Portugiese wieder als
Single unterwegs. Ob sich der Stürmer von Champions-League-Sieger
Real Madrid ob seiner neuen Freiheit freut, ist zumindest fraglich.
Die 29-jährige Shayk teilte über
Keno
Ziehung vom 17. Januar: 5, 6, 7, 9, 10, 13,
15, 16, 17, 26, 30, 31, 32, 35, 38, 43, 56,
58, 64, 65
Zusatzlotterie Plus 5: 38756
Ziehung vom 18. Januar: 3, 5, 6, 13, 15,
18, 21, 29, 32, 33, 35, 37, 40, 47, 51, 53,
55, 56, 68, 70
Zusatzlotterie Plus 5: 15352
Alle Angaben ohne Gewähr
einen Sprecher mit, sie sei es, die
Schluss gemacht habe. „Wir können
bestätigen, dass Irina ihre fünfjährige Beziehung zu Cristiano Ronaldo
beendet hat“, hieß es am Samstagabend – nach tagelangen Gerüchten
über das Liebes-Aus bei einem der
heißesten und geheimnisvollsten
Promi-Pärchen der Welt. Ronaldo
verarbeitete die Trennung gestern
im Stillen, auch in den sozialen
Netzwerken gab er zunächst keine
Kommentare ab und verlor – wie
seit Tagen – kein Wort über Irina.
Die Gerüchte über eine Trennung des „schönsten Paares der
Welt“, so das US-Blatt „New York
Post“, hatten sich zuletzt vor allem
in spanischen und portugiesischen
Medien hartnäckig gehalten.
Besonders laut läuteten die
Alarmglocken, als Irina am 6. Januar
ihren Geburtsstag allein auf den Malediven verbrachte und sechs Tage
später auch noch der Auszeichnung
des Kickers auf der Gala des Fußball-Weltverbands Fifa in Zürich
fernblieb. Stattdessen postete sie im
Internet von einem Traumstrand
aus Bikini-Fotos. Ronaldo widmete
zur selben Zeit seine Trophäe nur
Sohn Cristiano Junior, den er seit
2010 mit einer Unbekannten hat,
und Mutter Dolores.
Überhaupt Dolores: Portugiesische Medien berichteten unter Berufung auf Freunde Ronaldos, der Spieler sei von der Mama immer wieder
bedrängt worden, er solle endlich eine „normale Frau“ finden, am besten
eine Portugiesin. Eine Frau, die – anders als die heute in New York, morgen in Abu Dhabi und übermorgen
in Mailand arbeitende Irina – für
Cristiano Junior die Mutterrolle
übernimmt.
Bei allem Glamour gilt Ronaldo
Irina Shayk und Fußballstar Cristiano Ronaldo. FOTO: WALTER BIERI/DPA/ARCHIV
als Familienmensch. Seiner Mama
hat der Mann, der auch eine eigene
Modefirma unterhält und dessen
Jahreseinkommen auf 70 Millionen
Euro geschätzt wird, viel zu verdanken. Auf der Atlantik-Insel Madeira
zog die Köchin ihre vier Kinder in
ärmlichen Verhältnissen praktisch
allein auf. Cristiano ist ihr Jüngster.
Ronaldo und Shayk, die Schönheit aus Jemanschelinsk am Ostrand
des Ural, hatten sich 2010 bei Werbeaufnahmen für ein Modelabel
kennengelernt. Das Paar lebte allerdings kaum zusammen. Während
Irina ständig um die Welt tourt und
sich in Madrid kaum blicken ließ,
führt Modellathlet Ronaldo ein zurückgezogenes Leben in einer abgeschirmten Promi-Siedlung am Rand
der spanischen Hauptstadt.
Für Furore sorgte das Paar immer
dann, wenn es sich – höchstens einmal im Monat – irgendwo auf der
Welt traf und die Fans über soziale
Netzwerke ein bisschen am Glitzerleben teilnehmen ließ. Zuletzt zu
Weihnachten in Dubai. Diese Fotos
wird es nicht mehr geben. (dpa)
Betty White (93), US-Schauspielerin („Golden Girls“), ist zu ihrem Geburtstag von Kollegen mit einer
Flashmob-Aktion überrascht worden. Als sie in Los
Angeles zu den Studios gefahren wurde, sprangen immer mehr Menschen in HulaRöckchen und Hawaii-Hemden auf
die Straße und
tanzten.
White
steht seit 2010 für die Serie „Hot in
Cleveland“ in der Rolle einer Hausmeisterin vor der Kamera. (dpa)
FOTO: PAUL BUCK/DPA/ARCHIV
In Kobe im Westen Japans zünden Menschen
Gewinnzahlen
FALSCH & RICHTIG
Raumsonde zum Pluto: Auf der
Titelseite vom Samstag wurde über
die Raumsonde New Horizons berichtet, die sich auf dem Flug zum
Pluto befindet. Im Beitrag hieß es, sie
würde auf dem Zwergplaneten landen. Das ist falsch. Richtig ist, dass
die Sonde am 14. Juli in einer Entfernung von rund 9600 Kilometern am
Pluto vorbeifliegen soll.
Karte: Westermann Schulbuchverlag
DAS WETTER AM MONTAG
6
5
6
1
Hoyerswerda
0
0
Riesa
Leipzig
Görlitz
4
Rochlitz
-1
Mittweida
Dresden
Bautzen
Freiberg
2
Chemnitz
5
0
Glauchau
Marienberg
Zwickau
Annaberg-Buchholz
Auerbach
Aue
Plauen
Klingenthal
Fichtelberg
1215 Meter
-1
15
Wind in km/h
19.01.2015
Unterschiedlich bewölkt
Heute: Heute
scheint
bei
bewölktem Himmel immer wieder
die Sonne. Vereinzelt ist es in den
Vormittagsstunden auch längere Zeit
neblig. Bei Temperaturen von 2 bis 6
Grad bleibt es überwiegend trocken.
Die Tiefstwerte der kommenden
Nacht liegen bei minus 2 bis 1 Grad.
Weiterhin ziehen Wolkenfelder
durch. Der Wind weht schwach, in
Böen mäßig aus Süd.
Oslo
Aussichten: Morgen schneit es
zeitweise aus mehr oder weniger
dichten Wolken, und die Temperaturen klettern am Tage auf Werte um 2
Grad. Nachts gehen die Werte dann
auf minus 3 Grad zurück. Der Wind
weht nur schwach aus westlichen
Richtungen.
Biowetter: Die derzeitige Wetterlage
führt zu einem erhöhten Risiko von
rheumatischen und asthmatischen
Beschwerden, Gelenk-, Muskel-,
Glieder- und Narbenschmerzen.
Stoffwechsel und Durchblutung
laufen beschleunigt ab.
Dublin
Helsinki
Stockholm
Kopenhagen
London
Berlin
Warschau
Prag
Paris
Basel
Wien
Budapest
Sonnenaufgang:
Sonnenuntergang:
Mondaufgang:
Monduntergang:
08:01 Uhr
16:37 Uhr
06:34 Uhr
15:50 Uhr
Biarritz
Lissabon
Bukarest
Madrid
Rom
Tunis
Kanarische Inseln
Istanbul
Athen
Algier
Rostock
Hamburg
Berlin
Vorschau für Chemnitz
Di
2
Mi
1
0
4
0,5
-4
0
4,5
heiter
sonnig
wolkig
Do
3
0
4,5
0,5
Fr
4
2
0
2,5
Sa
3
0
0
4
Höchstwerte in °C
Tiefstwerte in °C
Niederschlagsdauer in h
Sonnenscheindauer in h
SchneeRegenNebel
Regen
stark
Schneeschauer
schauer
bewölkt
regenbedeckt
SprühGewitter schauer SchneeSchnee
regen
regen
Temperaturen gestern 12 Uhr:
Aue
2 Grad
Berlin
2 Grad
Carlsfeld
-3 Grad
Chemnitz
1 Grad
Dresden
4 Grad
Fichtelberg
-4 Grad
Gera
2 Grad
Görlitz
4 Grad
Leipzig
3 Grad
Plauen
0 Grad
Zinnwald
-2 Grad
-15°C
-10°C
-5°C
0°C
5°C
Wetterlage: Von Nordafrika bis zum Nordmeer befindet sich tiefer
Luftdruck mit vielen Wolken. Starke Hochs sind weit entfernt. So befindet
sich Hoch Doris über Nordskandinavien. Das kleine Hoch Erika bildet sich
über den Alpen.
Köln
Chemnitz
Frankfurt
Nürnberg
München
10°C
15°C
20°C
25°C
30°C
35°C
Temperaturangaben bilden die Höchst- und Tiefstwerte des 24-Stunden-Tages ab.
Reisewetter heute
17°
Athen
16°
Antalya
10°
Barcelona
6°
Budapest
14°
Istanbul
19°
Kairo
5°
Kopenhagen
14°
Lissabon
4°
London
wolkig
stark bewölkt
Regen
stark bewölkt
wolkig
wolkig
bedeckt
wolkig
wolkig
Moskau
Nizza
Palma d. M.
Paris
Prag
Rom
Stockholm
Tunis
Varna
Wien
-1°
11°
14°
6°
5°
13°
1°
15°
12°
4°
stark bewölkt
stark bewölkt
Regen
wolkig
wolkig
heiter
stark bewölkt
stark bewölkt
wolkig
stark bewölkt
REICHENBACHER ZEITUNG
Freie Presse
Montag, 19. Januar 2015
MOMENTMAL
Kneipengeflüster
Gaststättenessen ist manchmal zu
kalt, versalzen, zu fettig, fade, auch
mal nur in der Mikrowelle kreativ
aufgetaut oder einfach nur zu wenig
- Restaurant-Retter Rosin lässt grüßen. Gestern war ich allerdings total
platt. So perfekt habe ich selten gespeist in einer gemütlichen Kneipe.
Mit Blick auf meinen völlig leer geputzten Teller fragte der Kellner
trotzdem höflich an, ob es mir geschmeckt hat. Ich holte zur ganz
großen Rede aus und verkündete,
dass ich für dieses Essen die Köchin
des Hauses vom Fleck weg heiraten
würde. Der verdutzte Kellner bedauerte: „Tut mir sehr leid, aber unsere
Köchin ist ein Koch.“ (hpk)
Heute von 10 - 12 Uhr
für Sie am Telefon:
GABRIELE
SKROBANSKI
03741 408-15146
red.ovl@freiepresse.de
Seite 9
Trend geht klar zu Reichenbach
Bei der Einwohnerversammlung zur geplanten
Städte-Ehe platzte die Aula in Mylau aus allen Nähten. Am meisten Beifall erhielt der Bürgervorschlag,
gleich einen Städteverbund Mylau, Netzschkau,
Reichenbach zu bilden.
20 Prozent Nachlass
noch bis Ende
März möglich
VON SILVIA KÖLBEL
VON GERD BETKA
MYLAU — Bei dem aktuell in Mylau
NACHRICHTEN
PROJEKT
Pestalozzi-Schule
wird eingeweiht
REICHENBACH — Die offizielle Einwei-
hung der Pestalozzi-Schule in Reichenbach, der Schule zur Lernförderung an der Dammsteinstraße 45 erfolgt am Donnerstag, 13 Uhr. Nach
der Sanierung wird die Einrichtung
in Trägerschaft des Landkreises nun
durch Landrat Tassoli Lenk (CDU)
und Schulleiterin Katrin Waldhelm
übergeben. Das hat das Landratsamt
mitgeteilt. 2011 begannen die Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten an der Schule. Für rund 3,5 Millionen Euro wurde die Schule unter
Leitung von Architekt Christian
Hofmann und dem Projektleiter aus
dem Kreisbauamt, Klaus Schaarschmidt, auf Vordermann gebracht.
16 Lehrer unterrichten dort 120
Schüler. Während des Baus kamen
drei Ingenieurbüros und 25 vorwiegend einheimische Handwerksbetriebe zum Einsatz. (lk)
VERANSTALTUNG
Vogtland-Union
startet Bürgerdialog
REICHENBACH/ELLEFELD — Mit
der
Bundestagsabgeordneten Yvonne
Magwas, dem Landtagsabgeordneten und Kreisvorsitzenden Sören
Voigt sowie Rolf Keil, 1. Beigeordneter und Landratskandidat, bietet die
Vogtland-CDU gleich drei lokale
Schwergewichte zum Start ihrer
neuen Veranstaltungsreihe „Dialog
Gesellschaft“ auf. Der Auftakt wird
morgen, 19 Uhr in Ellefeld vollzogen, bei einer gemeinsamen öffentlichen Veranstaltung des CDU-Ortsverbandes und der Gemeindeverwaltung im oberen Schloss. (how)
diskutierten Zusammenschluss mit
einer der beiden Nachbarstädte geht
der Trend klar hin zu einer Vereinigung mit Reichenbach. Das hat am
Freitagabend die vom Gewerbeverein initiierte Testabstimmung nach
der Einwohnerversammlung in der
Futurum-Schule ergeben. In den
aufgestellten Trend-Boxen landeten
152 Zettel für eine Städte-Ehe zwischen Mylau und Reichenbach.
Zwölf Teilnehmer votierten für Mylaus Eigenständigkeit und fünf für
den Zusammenschluss mit Netzschkau. Das Votum ist ein Fingerzeig
für den Mylauer Stadtrat.
Umsteuern nötig
Die Schul-Aula platzte bei der Einwohnerversammlung zum freiwilligen Gemeindezusammenschluss
aus allen Nähten. Rund 250 Bürger
kamen. Sie saßen sogar auf den Fensterbrettern, standen im Saal oder
nahmen auf Stühlen im Flur Platz.
Bürgermeister Christoph Schneider (CDU) erklärte, dass Mylau heute 2640 Einwohner hat, 300 weniger
als noch 2005. Durch diesen Aderlass fließt Jahr für Jahr weniger Geld
vom Freistaat nach Mylau. Mit Auslaufen des Solidarpakts II 2019 werde sich das noch verschärfen. Wenn
man künftig nicht überproportional
viel Geld für eine eigene Stadtverwaltung ausgeben, sondern Geschaffenes erhalten wolle, müsse
man umsteuern. Als zukunftsfest
gelten in Sachsen Kommunen im
ländlichen Raum, wenn sie 2025
mindestens 5000 Einwohner haben.
Deshalb habe der Stadtrat am 8. Januar beschlossen, Gespräche mit
Reichenbach und Netzschkau für einen Zusammenschluss aufzunehmen. „Beide haben ihre Bereitschaft
dazu signalisiert“, so Schneider.
Bürger hinterfragten Vor- und
Nachteile einer Städte-Ehe, die Aussetzung der Bürgermeisterwahl
2015, Steuern und Gebühren, ProKopf-Verschuldung und die Mitbestimmung in einer vereinten Stadt.
In der überfüllten Aula informierten Bürgermeister und Stadtrat über die geplante Städte-Ehe.
FOTOS: GERD BETKA
Die nächsten Schritte
Am 29. Januar kommt der Mylauer
Stadtrat zu seiner nächsten Sitzung
zusammen. Dann soll bereits die Entscheidung fallen, mit welchem Partner man den Vertrag für die StädteEhe in Form einer Vereinigung aushandeln möchte.
Am 2. Februar müsste der Reichenbacher Stadtrat über die Aussetzung
der Oberbürgermeisterwahl 2015 entscheiden und die Weichen für die
Städte-Ehe stellen. Auch hier wäre eine Einwohnerversammlung nötig.
Birgit Heidemüller, Lutz Quellmalz und Martin Heidemüller (v. l.) vom Gewerbeverein zählten die Zettel aus den Trend-Boxen aus.
Sie wollten wissen: Was wird mit
Schule, Kita und Feuerwehr? Kritik
von einzelnen entzündete sich am
Umgang des Bürgermeisters mit Anliegen von Mylauer Bürgern sowie
wie am vermeintlichen Kaputtsparen der Stadt.
Netzschkau lehnt Verbund ab
Den meisten Beifall gab es für den
Vorschlag des ehemaligen Mylauer
Stadtrates Friedhelm Taubert, gleich
einen
Städteverbund
Mylau,
Netzschkau, Reichenbach zu bilden.
Mehrere Bürger forderten, dass deshalb eine vierte Trend-Box zur Abstimmung aufgestellt werden müsse. Doch Gisela Weck, StadtratsFraktionsvorsitzende der BI Mylau,
hielt entgegen, dass Netzschkau diese Variante „eindeutig abgelehnt“
habe. Deshalb stehe sie nicht zur Debatte. Der Netzschkauer Bürgermeister Mike Purfürst erklärte, von
der resoluten Karin Rosin um ein
paar Worte gebeten, er habe erst vor
vier Wochen von der Idee zu einem
Gemeindezusammenschluss erfahren. In so kurzer Zeit werde er jetzt
nicht auch noch einen Städteverbund auf die Tagesordnung setzen.
Netzschkau werde sich positionieren, „wenn die Zeit dafür reif ist“.
Wolf-Dieter Seifert bezeichnete
den Zusammenschluss mit Reichenbach als überfällig. Aus dem Bauch
heraus zu meinen, Mylau muss Mylau bleiben, sei nicht zukunftsweisend, sagte er unter Beifall. Für Frank
Otto ist das Zusammengehen mit
Reichenbach „ein Schritt auf dem
Weg zur Stärkung des nördlichen
Vogtlands“. Wolfgang Porst wollte
wissen, warum man damit so lange
gewartet habe. „Es brauchte einen
Reifeprozess“, erklärte Bürgermeister Schneider. CDU-Fraktionschef
Peter Olma erinnerte: „Wir haben
schon vor zehn Jahren einen Zusammenschluss mit Reichenbach versucht und sind fast gelyncht worden.“ Laut Bernd Schröter hat sich
Zum 1. Januar 2016 soll der Zusammenschluss vollzogen werden.
jetzt auch der Ortschaftsrat Obermylau einstimmig zum Zusammenschluss mit Reichenbach bekannt.
Bürger nicht ausgrenzen
Auch für Uwe Feuerer ist der Zusammenschluss mit Reichenbach der
einzig gangbare Weg. Die Bürger seien jedoch davon verunsichert, dass
sich bei der Stadtratswahl 2014 keiner zu diesem Thema äußerte, jetzt
aber eine exorbitante Geschwindigkeit an den Tag gelegt wird. Er regte
daher einen Bürgerentscheid an.
Bürgermeister und Stadträte gingen darauf nicht ein, sicherten jedoch die enge Einbeziehung der Bürger zu. Laut Peter Olma könne sich
jeder Bürger in den kommenden
Monaten einbringen. „Ziel ist, bei
den Vertragsverhandlungen das Maximum für die Bürger von Mylau herauszuholen“, sagte Andreas Lochmann (Linke). „Wir wollen niemanden ausgrenzen. Jeder soll seine Meinung sagen“, betonte Gisela Weck.
Gedenktafel für Tischendorf enthüllt
Lengenfeld hat am Wochenende den berühmten
Sohn der Stadt geehrt.
Auch die in England
lebende Urenkelin des
Theologen und Forschers
war dazu angereist.
VON SILVIA KÖLBEL
LENGENFELD — Das Haus Nummer 6
an der Lengenfelder Hauptstraße
steht an etwa der Stelle, wo vor 200
Jahren das Geburtshaus des bedeutendsten Sohnes der Stadt stand:
Constantin von Tischendorf. Seit
Samstag können Passanten eine Gedenktafel bewundern, die im Rahmen einer kleinen Feier am Haus angebracht wurde.
Etwa 60 Neugierige versammelten sich dazu. Zur Enthüllung der
mit einem roten Tuch verhüllten Tafel kam die Ururenkelin Tischen-
dorfs: Annegret Waltraut Siebert. Sie
lebt und arbeitet seit 20 Jahren in
England und war wegen des Geburtstages ihres Ururgroßvaters und
den Feierlichkeiten nach Lengenfeld gekommen. Es war ihr erster Besuch in der Geburtsstadt ihres berühmten Vorfahren.
Bevor die Gäste der Feier die Tafel
zu Gesicht bekamen, hielt Ortschronist Friedrich Machold Informationen über die Geschichte des Geburtshauses bereit. Es brannte 1856
ab, drei Jahre nach dem großen
Stadtbrand, der das gesamte Zentrum und auch die Kirche vernichtete. Aus der Zeit vor 200 Jahren stehen keine Häuser mehr im Zentrum.
Das letzte alte Haus, die Bäckerei
Tiepner, an der Ecke Tischendorfstraße/Hauptstraße wurde 2002 abgerissen. Erhalten geblieben ist die
Grabplatte Tischendorfs. Sie befindet sich auf dem Friedhof. Dort legten Lengenfelder und Gäste am
Samstagmorgen Blumen nieder.
„Die Platte brachten Lengenfelder
unter abenteuerlichen Umständen
Beiträge nach
Sanierung:
Frist läuft für
Freiwilligkeit
Ortschronist Friedrich Machold, Pfarrer Jörg Martin Spitzner, Bürgermeister
Volker Bachmann, Tischendorf-Ururenkelin Annegret Waltraut Siebert und
der Wissenschaftspublizist Alexander Schick (v. l.) kamen zur Enthüllung der
Gedenktafel zusammen.
FOTO: SILVIA KÖLBEL
nach Lengenfeld“, berichtete Pfarrer
Jörg Martin Spitzner.
Bürgermeister Volker Bachmann
(Pro Lengenfeld) verbindet mit der
Feier zum Jubiläum die Hoffnung,
dass sich die Stadt der Bedeutung Tischendorfs bewusst bleibt. „Alleinstellungsmerkmal nennt man das“,
so der Stadtchef. Bachmann erklärte,
dass auch ihm erst in den jüngsten
Wochen und Monaten durch die intensive Beschäftigung mit Tischendorf bewusst geworden ist, welche
großartige Persönlichkeit sich hinter dem Namen verbirgt.
Alexander Schick, Wissenschaftspublizist von der Insel Sylt
und Experte in Sachen Tischendorf,
hofft, dass dieser vom Jubiläum ausgehende Impuls noch viele Früchte
trägt. Er selbst begeistert sich seit seinem zehnten Lebensjahr für Tischendorf. Er knüpfte den Kontakt
zu den Nachfahren des berühmten
Forschers und übernahm einen großen Teil des Nachlasses, der Teil der
Wanderausstellung ist, die im Ratssaal der Stadt zu sehen ist. Führungen mit Schick durch die Ausstellung gehörten zum Festprogramm.
Ururenkelin Siebert war „dankbar und gerührt“, so ihre Worte, angesichts der Würdigung, die ihr Ururgroßvater zum 200. Geburtstag in
seiner Heimatstadt erfuhr. Siebert
wandelte schon als Studentin auf
den Spuren ihres Vorfahren und besuchte das Katharinenkloster am
Fuße des Berges Sinai in Ägypten.
Dort hatte Tischendorf den weltberühmten Codex Sinaiticus entdeckt,
eine handgeschriebene Bibel aus
dem vierten Jahrhundert. „Ich ging
mit zwei Mönchen in die Räume
durch sieben Türen hindurch, die alle hinter mir wieder abgeschlossen
wurden“, erinnert sie sich.
Seite 10: Bericht
LENGENFELD — Noch bis Ende März
haben Haus-, Grundstücks- und
Wohnungseigentümer im Lengenfelder Sanierungsgebiet Zeit, auf
freiwilliger Basis eine Vereinbarung
mit der Stadtverwaltung zur Zahlung der Sanierungsbeiträge zu treffen. Diese Beiträge orientieren sich
an der durch die Sanierung stattgefundenen
Werterhöhung
der
Grundstücke und haben nichts damit zu tun, ob jemand sein Grundstück verkaufen will oder nicht.
Beratung angeboten
Nur, wer sich in der Frist freiwillig
zur Zahlung bereit erklärt, bekommt einen Nachlass von 20 Prozent gewährt. In zwei Jahren läuft
das Förderprogramm aus. Bereits vor
20 Jahren, als sie Sanierung des
Stadtkerns begann, wurde darauf
hingewiesen, dass am Ende möglicherweise Beiträge fällig werden
könnten. Wer die Frist Ende März
verstreichen lässt, bekommt einen
Bescheid über die volle Summe, die
spätestens bis 2017 zu entrichten ist.
Über ungefähr 40 bis 50 Prozent
des Geldes hat die Stadt bereits Vereinbarungen auf freiwilliger Basis
getroffen. „Es sind auch Ratenvereinbarungen möglich“, erklärt Bauamtsleiter Dirk Brandt. Grundsätzlich sehe der Gesetzgeber aber vor,
dass die Sanierungsbeiträge auf freiwilliger Basis bis Ende März an die
Stadt zu bezahlen sind.
Nachdem der Stadtrat voriges
Jahr dazu einen Beschluss gefasst
hatte, schrieb die Kommune die Eigentümer an. „Es gab auch die Möglichkeit der Beratung. Dieses Angebot wurde rege genutzt“, so Brandt.
Es ging meist um Modalitäten der
Bezahlung, um die Einteilung des
Sanierungsgebietes und um die
Werterhöhung. Sollte sich ein Eigentümer nicht in der Lage sehen,
den Beitrag zu zahlen, müsse eine
Einzelfallprüfung erfolgen, kündigt
Brandt an.
Geld bleibt in der Stadt
Die Werterhöhung der Grundstücke
hatte der Gutachterausschuss des
Vogtlandkreises ermittelt. Die Zahlen bilden die Grundlage für die Berechnung der Beiträge. Geld, das die
Stadt noch Anfang des Jahres im
Rahmen der freiwilligen Rückzahlung mit 20-prozentigem Nachlass
einnimmt, kann wieder zu 100 Prozent in die städtische Sanierung fließen. Beiträge, die später per Bescheid
zu 100 Prozent eingefordert werden,
bleiben nur zu einem Drittel im
städtischen Haushalt. Zwei Drittel
werden auf Bund und Land verteilt.
Brandt hofft, dass sich noch möglichst viele Eigentümer auf freiwilliger Basis für die Bezahlung entscheiden. Das komme den Bürgern und
der Stadt zugute. In der Februar-Ausgabe des Stadtanzeigers will das Bauamt auf das bevorstehende Ende der
freiwilligen Phase hinweisen.
GEMEINDERAT
Bürgerfragestunde
auf Tagesordnung
HEINSDORFERGRUND — Die Einwohner von Heinsdorfergrund können
sich zur Sitzung des Gemeinderats
am 26. Januar, 19 Uhr in der Gemeindeverwaltung mit Anliegen an das
Gremium wenden. Auf der Tagesordnung steht eine Bürgerfragestunde, wurde aus der Gemeindeverwaltung mitgeteilt. (lk)
10 Freie Presse
REICHENBACHER ZEITUNG
Montag, 19. Januar 2015
Christen
hören
Predigt zu
Tischendorf
RAT & HILFE
NOTRUF
Polizei 110
Feuerwehr und Rettungsdienst 112
Giftnotruf 0361 730730
ALLGEMEINMEDIZIN
Reichenbach, Mylau, Netzschkau,
Lengenfeld, Neumark, Limbach,
alle dazugehörenden Ortsteile
sowie Heinsdorfergrund:
19 - 7 Uhr, Rufbereitschaft, 116117,
03741 457222
Alexander Schick
spricht über Bibel-Wort
VON SILVIA KÖLBEL
AUGENARZT
Plauen: 19 - 7 Uhr, Rufbereitschaft,
Dr. Roland Schmidt, 03741 224643,
0179 8309091, 03741 457222
LENGENFELD — Einen
KINDERARZT
Greiz: 19 - 22 Uhr
DM Ressel-Gündel, Brunnengasse 2,
03661 675146, 03741 457222
Ab 22 Uhr Rettungsstelle Klinikum
Obergöltzsch Rodewisch,
03744 36171115 oder
Notfallambulanz der Kinderklinik
Greiz, 03661 463850,
Das Tannenverbrennen wurde in Schönbach gehörig gefeiert.
APOTHEKEN
Lengenfeld: Alte Apotheke, Badergasse 3, 037606 8415
TIERARZT
Netzschkau: Dr. Demmrich,
03765 34155
Auerbach: Kleintierklinik Vogtland
Dr. Roland Zeißler, Kaiserstraße 66,
03744 212471
WIR GRATULIEREN
Reichenbach: Annemarie Bergner
83 Jahre, Karl Bogner 89 Jahre,
Jutta Grüner 87 Jahre, Christa Lenk
80 Jahre, Anna Mühle 88 Jahre,
Christa Stanslowsky 91 Jahre,
Paul-Reinhold Togert 82 Jahre
Schneidenbach: Christa Fleischer
84 Jahre
Mylau: Hilmar Thiemicke 76 Jahre
Netzschkau: Dieter Daute 77 Jahre
Lengenfeld: Bernd Dressel 74 Jahre,
Lisa Lenk 84 Jahre, Alois Prause 90
Jahre
Schönbrunn: Siegfried Hemmann
70 Jahre, Heinz Jacobi 77 Jahre
Neumark: Irmgard Burkhardt 85 Jahre
Elsterberg: Hertha Götz 97 Jahre,
Brigitte Winkler 80 Jahre
BLITZTIPPS
Heute: Plauen, Am Heiteren Blick,
Kobitzschwalder-, Jößnitzer Straße;
Neuensalz, B 173; Mechelgrün, B 169.
Morgen: Plauen, Trockental-, Holbein-, Falkensteiner Straße; Rodewisch, Kohlenstraße; Rothenkirchen,
B 169.
FOTO: JB STEPS
Schönbach trifft sich am Feuer
Dorffeststimmung kam
auf, als am Samstag Weihnachtsbäume verbrannt
wurden. Alt und Jung wissen den Treffpunkt inzwischen zu schätzen.
VON PETRA STEPS
SCHÖNBACH/KLEINGERA — Gleich
zum Start des „Tannenverbannens“
in Schönbach waren viele Einwohner des Neumarker Ortsteils gekommen, um sich zu treffen, Neuigkeiten auszutauschen und sich bei Roster, Glühwein und anderen Getränken am Feuer zu entspannen.
Rund 60 Tannenbäume wurden
auf das Feuer gelegt. Viele Gäste
nutzten die Gelegenheit, ihren
Baum selbst den Flammen zu opfern. DJ Matze sorgte für die musikalische Umrahmung und erfreute die
Gäste mit einer Lichtshow. Die gesamte Schönbacher Wehr war im
Einsatz.
Schlange am Grill
Zum sogenannten „Fichten vernichten“ rund um das Feuerwehrgerätehaus und am Dorfteich im Elsterberger Ortsteil Kleingera waren am
Samstag gleichfalls viele Besucher
gekommen. Das Konzept einer Veranstaltung mit allen Vereinen im
Dorf, wie es Ortsvorsteher Patrick
Schulz propagiert hat, ging offenbar
auf. Die Feuerwehr, der Schützenverein, der Verein zum Erhalt des
Rittergutes und der Ortschaftsrat haben die Möglichkeit zur Begegnung
im Ort gemeinsam organisiert und
sich um das Feuer sowie die Bewirtung der Gäste gekümmert.
Die Grillmeister hatten jede Menge zu tun. Immer wieder bildete sich
eine Schlange. Das störte jedoch keinen, weil die Leute miteinander ins
Gespräch kamen und nebenbei ein
paar Neuigkeiten hörten.
Patrick Schulz, der auch für die
Alternative Heimatliste im Stadtrat
Elsterberg sitzt, erfreute einen Bewohner der Straße Am Ringelbach
mit der Nachricht, dass demnächst
der Bordstein an einer Stelle abgesenkt werden soll, damit die Begehbarkeit erleichtert wird. Außerdem
erfuhren die Hungrigen, dass der Erlös des Abends für eine interaktive
Wandertafel verwendet werden soll.
Auch der Termin für ein großes
Dorffest steht fest. Es soll vom 12. bis
14. August 2016 anlässlich des 650.
Jubiläums der Ersterwähnung des
Dorfes steigen. Neben einem Umzug
aus der Siedlung Reuth zur Ortsmitte werden traditionelle Feste und
Klinikum erweitert sein Angebot
Schlaflabor wird mit vier Einzelzimmern eingerichtet – Eröffnung im September
REICHENBACH/RODEWISCH — Voraus-
sichtlich ab 1. September gibt es im
Klinikum Obergöltzsch in Rodewisch ein neues medizinisches Angebot: Ein Schlaflabor mit vier Einzelzimmern soll eröffnet werden.
Die Leitung übernehmen wird
Dr. Beate Faust-Herzog – sie ist (unter anderem) Spezialistin für Somnologie (Schlafmedizin, Schlafkun-
de) und leitete vorher das Schlaflabor im Kirchberger Krankenhaus.
Seit Oktober ist sie in Rodewisch die
neue Chefärztin für Gastroenterologie. Dieses Fachgebiet befasst sich
mit dem Magen-Darm-Trakt sowie
Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse. „Dort wird auch weiterhin mein Schwerpunkt liegen, daneben will ich die Somnologie etablie-
ren“, so die 54-Jährige, die in der Nähe von Greiz wohnt. Im Schlaflabor
geht es vor allem um die Diagnose
von Schlaf-Apnoe (Atemstillständen
während des Schlafes).
Das Klinikum Rodewisch liegt in
Trägerschaft des Vogtlandkreises,
der zuständige Ausschuss hatte den
Beschluss zur Einrichtung eines
Schlaflabors gefasst. (fp)
Wettbewerbe wie der Vogtländische
Oberspritzer, die Proklamation des
Schützenkönigs und das Rittergutsfest zu einem großen Dorffest vereinigt.
Kinder haben Spaß
Die Mitglieder des Rittergutsvereins
hatten für das Feuer den großen Tannenbaum und das Deko-Reisig vom
Weihnachtsmarkt zur Verfügung
gestellt. Viele Einwohner brachten
ihre Tannenbäume an den Dorfteich, wo sich die Feuerwehrleute
um das kleine, feine Feuer kümmerten. Dort fühlten sich vor allem die
Kinder wohl, die in einer Feuerschale etwa Zuckerwaren erhitzen konnten. Und weil einige Kleingeraer an
vielen Stellen aktiv sind, ging es
Hand in Hand und es spielte überhaupt keine Rolle, welcher Verein
oder Personenkreis sich um welche
Arbeit kümmert.
AKTION
Freizeitsportler
gehen Wandern
REICHENBACH — Die Freizeitsportgemeinschaft Reichenbach-West lädtfür Samstag zur ersten Tour des Jahres von der Altstadt über den Joppenberg zum Stadtpark ein. Treffpunkt zur etwa 5 Kilometer langen
Tour ist 10 Uhr bei Fahrrad-Hering.
Es werde im „Shanghai-Garten“ eingekehrt und der neue Wanderplan
besprochen. (lk)
ungewöhnlichen Gottesdienst erlebten hunderte Gläubige gestern anlässlich des
200. Geburtstages des weltbekannten Theologen und Wissenschaftlers Constantin von Tischendorf, der
am 18. Januar 1815 in Lengenfeld geboren wurde. Ungewöhnlich war
der Gottesdienst, weil nicht Pfarrer
Jörg Martin Spitzner die Predigt
hielt, sondern Alexander Schick. Er
hat sich intensiv mit dem Leben und
der Bedeutung Tischendorfs auseinandergesetzt.
Zum Messias-Bekenntnis
Da es den Christen nicht zukomme,
für einen Menschen einen Gottesdienst zu feiern, so zumindest formulierte es Pfarrer Spitzner, stand
ein Bibelwort aus dem Neuen Testament im Mittelpunkt der Predigt.
Die vermutlich erste Meinungsumfrage der Menschheit nannte Schick
das im Matthäusevangelium niedergeschriebene so genannte MessiasBekenntnis, bei dem Jesus von einem Jünger wissen wollte, was die
Leute über ihn sagen, wer er ist und
für wen sie ihn selbst halten.
Beamer eingesetzt
Zugetragen haben soll sich das alles
im Gebiet Cäsarea Philippi, in der
Nähe von Jerusalem. Dort hatten die
Menschen Tempelanlagen für verstorbene Herrscher errichtet, die sie
wie Götter verehrten. Die Juden sahen das als Gotteslästerung. Auf
großformatigen Bildern, per Beamer
auf eine Leinwand projiziert, konnten sich die Gottesdienstbesucher einen Überblick verschaffen, wie die
Gegend 2000 Jahre später aussieht.
Der Jordan entspringt dort. Es gibt
Überreste der einstigen Tempelanlagen zu sehen.
Damals, vor 2000 Jahren, ging es
um den Götzenglauben, den Glauben, der aus christlicher Sicht in die
Irre leitet, schnell war der Bogen zu
Tischendorf geschlagen. Als dieser
1844 nach einer Reise wieder in seine Heimatstadt kam und dort eine
Predigt hielt, prangerte er an, dass
der Unglaube mit erschreckender
Frechheit überhandnehme. Zu Tischendorfs Zeit gab es viele Kritiker,
die an der Echtheit der überlieferten
Bibelschriften zweifelten und
Schick findet, dass das, was Tischendorf damals sagte, heute noch genau
so aktuell sei, wie vor 170 Jahren.
LESERFORUM
Kreisfunk: Da war noch so viel mehr
Zum Beitrag „Als ‚Der Goldene
Pavillon‘ einst für ganz Mylau erklang“ über den Kreisfunk auf
Burg Mylau vom 23. Dezember
erreichte uns folgende Zuschrift:
Nicht nur für ganz Mylau – nein, im
gesamten damaligen Kreisgebiet erklang das Zwischenspiel aus dem
„Goldenen Pavillon“ von H.-H. Wehding. Überall, wo das Kreisfunknetz
über Tonsäulen bzw. Lautsprecheranlagen verfügte: neben Reichenbach auch in Lengenfeld, Netzschkau, Limbach, im Heinsdorfer
Grund – aber eben auch auf Burg
Mylau. Und zwar anlässlich der Solidaritätskonzerte „Dem Frieden die
Freiheit“, gewissermaßen einer Regionalausgabe der DDR-weiten Aktion von Rundfunk und später auch
Fernsehen. Diese hatte bei uns eine
solch unerwartete Resonanz, dass
die Original-Übertragung mehrere
Stunden dauerte. So wurden für den
guten Zweck erstaunlich hohe Beträge eingespielt.
Als ich zum Jahresbeginn 1966 als
Verantwortlicher Redakteur und
Leiter den Kreisfunk übernahm, war
ich vielen Reichenbachern bereits
als Volkskorrespondent und Leserbrief-Redakteur der „Freien Presse“
bekannt. Die Tonsäulen indes hatten zu diesem Zeitpunkt im wesentlichen ihren Dienst getan. Zunächst
noch zu regelmäßigen Sendungen
genutzt, waren sie doch über all die
Jahre Anziehungspunkt vieler Bürger. Vor allem bei der Übertragung
der Friedensfahrt oder auch des Minol-Prozesses, in den auch Mitarbeiter staatlicher Behörden wie der
Volkspolizei verwickelt waren. Damals sensationell! Die Tonsäulen
hatten aber weiter ihre Berechtigung für aktuelle Durchsagen, zum
Beispiel der Polizei, aber auch für
Musik und Verkaufsangebote heimischer Händler zum Adventseinkauf.
Insgesamt musste aber ein neuer
Weg gefunden werden, auch wegen
des zunehmenden Verkehrslärms.
Die Lösung: Ein zentrales Betriebsprogramm für all jene Betriebe, die
zwar über technische Anlagen, aber
keine hauptamtlichen Mitarbeiter
verfügten, darunter die Vogtlandstoffe, Textilveredlungswerk, Trafo-
werk, Kammgarnspinnerei, Bekleidungswerk, Delicata und Rat des
Kreises. Mit Schließung der TBCHeilstätte Bad Reiboldsgrün übernahmen wir den dortigen Redakteur
als Musikredakteur und Sprecher
sowie das gesamte Musikarchiv.
Und unser Techniker mit den goldenen Händen brachte hunderte Kopfhörer wieder in Gang. Jedes Patientenbett im Kreiskrankenhaus Reichenbach wurde damit ausgestattet.
Beim allsonntäglichen Wunschkonzert „Musikalische Visite“ nahmen
Patienten, aber auch Personal Grüße
und Musikwünsche entgegen. Zu
Weihnachten gab es das Ganze sogar live aus dem Kulturgebäude mit
Ilse Jahreis und Tochter.
Mit dem Erwerb eines Reportergerätes RG 23 waren wir in der Lage,
schnell und aktuell mit Interviews
und Berichten zu reagieren. Besonders wichtig aber war die Mobilität.
Dazu wurde ein Funkübertragungswagen aufgebaut – in Eigenarbeit
aus einem alten Armeefahrzeug.
Der 70.000-Mark-Kredit wurde aus
eigener Kraft abgezahlt. Neben dem
Einsatz für Veranstaltungen im
Kreis wie Spartakiade, Stadtparkkonzert, Schöne-Aussicht-Fest oder
Bergrennen Mühlwand war der Einsatz bei zentralen, DDR-weiten Veranstaltungen wie Arbeiterfestspielen und Pioniertreffen in Rostock,
Cottbus, Bad Düben und wo auch
immer wohl wesentlicher.
Inzwischen waren wir in die AG
Technische Dienste der DDR aufgenommen– mit vielen Belobigungen.
Wir hatten musikalisch-literarische
Programme gestaltet, eingestuft als
von hohem künstlichen Wert. So
auch zum Frauentag oder zu Parteiveranstaltungen. Aber gewünscht
war das eher nicht.
Die Abwicklung des Kreisfunkstudios 1972 erfolgte von heute auf
morgen. Es traf uns völlig unvorbereitet. Sofort war zu entscheiden:
Aufhebungsvertrag oder Kündigung. Die rechtlichen Schritte meinerseits hatten erwartungsgemäß
keinen Erfolg. Wie auch? Waren wir
doch nur Teil der „Kaderbereinigung“ jener Zeit. Die für Agit/Prop
Zuständigen bei der SED-Kreisleitung, da im „Kreml“ auf der Bahnhofstraße, waren auch nur Voll-
stecker. Kollegen bei der „Freien
Presse“ traf es ebenso wie langjährige Mitarbeiter beim Rat des Kreises.
Unsere kritische Haltung war uns
zum Verhängnis geworden. Der
Wunsch nach und das Bemühen um
Veränderung. Wir wollten einen kritischen, ehrlichen, aufrichtigen
Journalismus. Was aus dem abgewickelten Kreisfunkstudio – seinerzeit
mit „zuverlässigen Kadern“ noch
über Wasser gehalten – geworden
ist, weiß ich nicht. Was passierte mit
der Studioanlage, dem Reportergerät RG 23 und dem Ü-Wagen?
Ach ja: Der „Goldene Pavillon“ hatte
es in den Wunschsendungen stets
nur auf Platz 2 gebracht. Spitzenreiter war der Gefangenenchor aus Nabucco. Ein Schelm, der Arges dabei
denkt.
Jürgen Böhm, Schöneck
LESERBRIEFE Die Redaktion behält sich vor,
Leserbriefe sinnwahrend zu bearbeiten. Die
Lesermeinungen müssen nicht mit denen der
Redaktion übereinstimmen. E-Mails müssen
die vollständige Adresse enthalten. Anonyme Zuschriften werden grundsätzlich nicht
veröffentlicht.
REICHENBACHER ZEITUNG
Montag, 19. Januar 2015
NACHRICHTEN
VORTRAG
Freie Presse
SPD-Ortsgruppe feiert Jubiläum
Absage
an Krieg
und Pegida
Dieter Leicht spricht Die Reichenbacher Sozialauf Burg Mylau
demokraten haben sich vor
MYLAU — Dieter Leicht, Systemischer
Ehe- und Familienberater aus dem
vogtländischen Oelsnitz und Mitbegründer des Instituts für Seelsorge
und Beratung (ISB) in Plauen ist am
Mittwoch zu Gast auf der Burg Mylau. Ab 19 Uhr spricht er im Ratssaal
auf der Burg zum Thema „Ich muss
alles zehnmal sagen – Konsequenz
in der Erziehung“. Eine Diskussion
schließt sich an. Wie der Evangelische Schulverein mitteilt, beträgt
der Eintritt 5 Euro. (gb)
AKTION
Oberschule
Neumark lädt ein
NEUMARK — Die
Oberschule Neumark präsentiert sich am 24. Januar
mit einem Tag der offenen Tür. Von
10 bis 13 Uhr können sich Besucher
an der Wilhelm-Pieck-Straße 2 umschauen. Neigungskurse, Außerschulisches und Ganztagsangebote
werden vorgestellt. (lk)
KALENDERBLATT
Vor 10 Jahren
NEUER CHEF IN PÖHL — Am Abend
wird Knut Kropfgans als neuer Geschäftsführer des Zweckverbandes
Talsperre Pöhl bestellt. Die Neubesetzung ist nötig, weil der Vorgänger
in den Ruhestand ging. Für den Posten hatten sich 96 Frauen und Männer beworben. Der 45-jährige Kropfgans ist von 1990 bis 2001 CDU-Bürgermeister von Treuen gewesen.
Zehn Jahre später leitet Mariechen
Bang den Verband.
Liebknecht und
Luxemburg gedacht
25 Jahren zusammengeschlossen. Das war Anlass
für eine Bilanz und den
Blick auf Vorhaben.
VON PETRA STEPS
REICHENBACH — Der SPD-Ortsverein
Reichenbach und Umgebung hat
am Samstag mit einem Sektempfang das 25-jährige Jubiläum der
Neugründung der Ortsgruppe gefeiert. Ortsgruppenvorsitzender Oliver
Großpietzsch würdigte dabei das
Wirken der SPD-Mitglieder in der
Region, von denen 18 bereits von
Anfang an dabei sind.
Vor allem in den jüngsten Jahren
habe sich seine Partei wesentlich
verändert. Im Kreistag sei sie erstmals eine Kooperation mit der CDU
eingegangen, die zu einigen Irritationen geführt habe. In vielen Stadtund Gemeinderäten habe es Umwälzungen gegeben, in anderen
Kontinuität. Auch auf Bundes- und
Landesebene mische die SPD wieder
in der ersten Reihe mit. Neu sei in
Dresden die Integrationsministerin,
die Verantwortung für ein breites
Arbeitsspektrum trage.
Kandidaten gesucht
Großpietzsch hofft auf eine schnelle
Landesentscheidung für ein Bildungsticket, damit der vogtländische Kreishaushalt in Sachen Schülerbeförderung entlastet werden
kann.
Er bilanzierte bei seiner Ortsgruppe Diskutierfähigkeit bei recht
unterschiedlichen Meinungen. Ei-
11
Für 25 Jahre SPD-Zugehörigkeit wurden bei der Jubiläumsfeier geehrt: Gerhard Büttner, Rainer Gruschwitz, Karsten
Schulze, Rolf-Rüdiger Seifert, Matthias Lewek und Uwe Kukutsch (von links).
FOTO: FRANKO MARTIN
nes der kontrovers diskutierten Themen sei die neue Landesregierung in
Thüringen. Der Historiker erinnerte
an 1923, als rot-rote Regierungen in
Thüringen und Sachsen durch den
Reichspräsidenten aus dem Amt gejagt wurden. „So etwas ist heute
nicht mehr möglich. Wir hoffen,
dass das Thüringer Experiment der
SPD Auftrieb gibt“, sagte er.
Ziel sei es, bei künftigen Kommunalwahlen überall Kandidaten aufzustellen, so Großpietzsch. In Heinsdorfergrund sei das bei der jüngsten
Wahl nicht gelungen, auch in Lim-
bach gebe es keinen SPD-Gemeinderat. Dafür wurde die Anzahl in Neumark aufgestockt, wo die SPD auch
einen stellvertretenden Bürgermeister stellt. Der Lengenfelder Matthias
Lewek sorge immer wieder mit Aktionen auch über die Region hinaus
für Aufmerksamkeit.
Blick nach vorn
Großpietzsch selbst habe am 17. Januar 2010 zum 20-jährigen Bestehen die erste Veranstaltung dieser
Art in Reichenbach organisiert. Er
habe sich damals nicht vorstellen
können, dass er fünf Jahre später
Ortsvereinschef sowie Stadtrat und
Fraktionsvorsitzender sei. Noch lieber als zurück richte er den Blick jedoch nach vorn.
Zurzeit hat die SPD-Ortsgruppe
40 Mitglieder. Der Frauen-Anteil liege bei 41 Prozent, das Durchschnittsalter bei 54 Jahren und wesentlich unter dem Durchschnittsalter des Reichenbacher Stadtrates.
Die anwesenden Mitglieder mit 25
Jahren Parteizugehörigkeit erhielten vom Unterbezirksvorsitzenden
Kay Burmeister eine Ehrennadel.
REICHENBACH/FALKENSTEIN — 70
Menschen sind vor dem Karl-Liebknecht-Gedenkstein am Falkensteiner Carolaplatz versammelt. Viele legen Blumen nieder. Wie am
Samstagvormittag erinnert die vogtländische Linke seit vielen Jahren
im ersten Monat des Jahres an den
Revolutionär und seine Mitstreiterin Rosa Luxemburg. Mitte Januar
1919 waren beide ermordet worden.
Peter Giersich, sächsischer Landessprecher der Vereinigung der
Verfolgten des Naziregimes – Bund
der Antifaschisten ordnete die Ereignisse von damals in ihren historischen Zusammenhang ein. Luxemburg und Liebknecht seien „Vorkämpfer für Frieden und soziale Gerechtigkeit“ gewesen, sagte er. Den
Bogen zur Gegenwart schlug Janina
Pfau. Die Gedanken und Visionen
von Luxemburg und Liebknecht besitzen auch heute noch Gültigkeit,
erklärte die Kreisvorsitzende und
Landtagsabgeordnete. Dabei verdeutlichte sie den Standpunkt ihrer
Partei: Man werde Waffenverkäufe
und Kriegseinsätze nie gutheißen.
Pfau ließ eine Zahl für sich sprechen.
51,2 Millionen Menschen befinden
sich derzeit weltweit auf der Flucht.
Als nicht nachvollziehbar beurteilt Pfau die Haltung mancher Mitbürger. Es sei „erschreckend, wie viele Menschen Pegida und ihren Ablegern hinterher laufen, ohne deren
wirklichen Kern zu kennen“. Aufklären, empfiehlt sie. Auch vor Ort
könne man Flüchtlingshilfe leisten.
„Zum Beispiel sucht der Eine-WeltVerein immer Unterstützer.“ (dien)
Vor 50 Jahren
WARTEN AUF SPANNUNG — Zahlreiche
Plauener Haushalte warten auf die
Umstellung ihrer Stromversorgung
von 125 auf 220 Volt, damit auch
moderne Haushaltgeräte funktionieren. Der volkseigene Betrieb
Energieversorgung würde diese Arbeiten auch gerne zügig angehen. Es
fehlen jedoch die Kapazitäten dazu.
Nur ein Handwerksbetrieb aus
Treuen konnte im abgelaufenen
Jahr 1964 für diese Aufgabe gewonnen werden.
Vor 100 Jahren
AUSGEWIESEN — Das
Polizeiamt der Stadt Plauen hat eine
Reihe von Straßen als Rodelbahnen
ausgewiesen. Kinder im Alter bis zu
14 Jahren können bis acht Uhr
abends unter anderem auf der Jößnitzer Straße, und zwar von der Beethovenstraße bis zum Friedhof I
Schlitten fahren. 100 Jahre später
wäre das an dieser Stelle schon aufgrund des Verkehrs unmöglich. Außerhalb der aufgelisteten Plätze und
außerhalb der Zeiten ist das Rodeln
auf Straßen und Wegen jedoch untersagt. (pa)
RODELBAHNEN
Um diese Firmen geht es
Busbetrieb: Das Erzgebirge macht’s vor
Die Pläne des Vogtlandkreises, private Busfirmen
zu kommunalisieren und
den Nahverkehr in eigener
Regie zu betreiben, überraschen. Doch anderswo
gibt es das längst.
VON UWE SELBMANN
REICHENBACH — Wenn es um die Zukunft des Öffentlichen PersonenNahverkehrs (ÖPNV) im ländlich
geprägten Vogtland geht, hat die Region so gut wie keine Stimme in
Dresden. Dort bestimmen große
Verkehrsverbünde Sachsens die Politik. Das Vogtland mit den kleinen
Busbetrieben, von denen das größte
gerade einmal zwei Millionen Kilometer fährt, findet kaum Gehör.
Anders ergeht es da dem Verkehrsverbund Mittelsachsen, der zwölf
Millionen Fahrplankilometer in die
Waagschale wirft. Fast ebenso viele
Fahrplankilometer kann das Busunternehmen Regionalverkehr Erzgebirge (RVE) mit Sitz in Annaberg
vorweisen.
Alleiniger Gesellschafter dieses
Unternehmens ist der Erzgebirgskreis. Der RVE entstand 2011 aus der
Fusion von Teilbetrieben der Autobus GmbH Sachsen und des bis dahin ebenfalls kommunal gebliebenen Busverkehrs Obererzgebirge:
Mit 264 Bussen und 664 Mitarbeitern bedient der RVE 143 Buslinien
und ein Liniennetz von 3100 Kilometer. Die Optimierung innerbetrieblicher Prozesse nach der Fusion
erbrachte bis zu sechsstellige Einsparungen. Mit einem Umsatz von
35 Millionen Euro im Jahr gehört
der RVE zu den größten Unternehmen im Erzgebirgskreis.
Ähnliches schwebt nun dem Zweckverband ÖPNV Vogtland mit der Rekommunalisierung privater Busunternehmen der Region vor. Die Diskussion in den Gremien des Vogtlandkreises hat begonnen.
Ein bei Wirtschaftsprüfern in
Auftrag gegebenes Gutachten hält
durch den angestrebten Zusammenschluss von vier Busunternehmen
„Optimierungen im betrieblichen
Ablauf in deutlichem Umfang (für)
möglich“. So könne unter anderem
Parallelverkehr zwischen den Unternehmen abgebaut und Personal
durch Abbau von Doppelstrukturen
eingespart werden. Bei einer „Zielgröße“ von 130 bis 140 Fahrern ergebe sich ein „sukzessiver, sozialverträglicher Anpassungsspielraum“
von 5 bis 10 Fahrern sowie 3 bis 5 Beschäftigten in der Instandhaltung.
Das geht aus geheimen Beratungsunterlagen hervor, die der „Freien
Presse“ vorliegen.
Im Verborgenen sind die Pläne weit
vorangetrieben worden. Auch eine
Stellungnahme der Industrie- und
Handelskammer (IHK) wurde bereits eingeholt. Das ist bei Bildung
kommunaler Unternehmen Pflicht,
um zu klären, ob Mitbewerber der
freien Wirtschaft beeinträchtigt
sind oder Aufgaben durch private
Dritte besser erfüllt werden können.
Die IHK bezeichnete die Pläne indes
nicht nur als „nachvollziehbar“, sondern sieht „vor dem Hintergrund
künftiger Herausforderungen im
ÖPNV-System „keine Alternative
zur geplanten Neuorganisation“.
Zugleich empfahl die IHK „größtmögliche Transparenz“ und wies darauf hin, dass bei Beschlüssen auf
Befangenheiten zu achten ist. Die
Bemerkung zielt offenbar auf Harald
Herold ab. Der Klingenthaler Busunternehmer sitzt für die CDU im
Kreistag und ist Verbandsrat im
Zweckverband ÖPNV Vogtland.
Plauener Omnibusbetrieb (POB)
2,2 Millionen Fahrplankilometer
53 Busse
73 Mitarbeiter, davon 54 Fahrer
Reichenbacher Verkehrbetrieb
Gerlach (RVB)
1,1 Millionen Fahrplankilometer
44 Busse
64 Mitarbeiter
Göltzschtal-Verkehr Rodewisch
(GVG)
1 Million Fahrplankilometer
40 Busse
49 Mitarbeiter, davon 43 Fahrer
Herolds Reisen Klingenthal
290.000 Fahrplankilometer
7 Busse
11 Mitarbeiter, davon 8 Fahrer
Die hier genannten Zahlen spiegeln
nur den Bereich wider, in dem die
Firmen Leistungen für den ÖPNV erbringen. Reisebüros und -busse sowie
andere Geschäftssparten der Unternehmen sind nicht enthalten.
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12 Freie Presse
VORSCHAU
WOHIN
Montag, 19. Januar 2015
Neue Schau: Farbexplosiv, sperrig, aktuell
Ines Falcke hatte dieser
Tage gleich doppelten
Grund zur Freude. Die
Künstlerin konnte ihren
runden Geburtstag feiern
und eine eigene
Ausstellung eröffnen.
VON SABINE SCHOTT
OPER
„Don Quichotte“
feiert Premiere
BAD ELSTER — Komisch, tragisch,
großartig: Mit diesem Dreiklang
kam vor 400 Jahren der Stoff des
spanischen Dichters Miguel de
Cervantes um Don Quichotte, des
gegen die Windmühlen reitenden
unerschrockenen Ritters, in die
Welt. In Bad Elster hat die Handlung als heroische Komödie in fünf
Akten am Freitag Premiere – als
Aufführung des F. X. Saldy Theaters aus Reichenberg (Liberec) in
der Regie von Linda Keprtová. Die
1910 in Monte Carlo erstmals aufgeführte Oper des Franzosen Jules
Massenet dirigiert Generalmusikdirektor Florian Merz. Das tschechische Theater, ein bewährter
Kooperationspartner der Chursachsen, bringt das Werk in französischer Originalsprache mit deutschen Übertiteln zur Aufführung.
Im mehr als zweistündigen Stück
erleben die Besucher, wie Don Quichotte mit Hilfe seines treuen Begleiters Sancho Panza der schönen
Dulcinea ein geraubtes Collier zurückbringt. Beim Anhalten um ihre Hand macht er sich indes lächerlich, wird abgewiesen und stirbt
nach dieser Enttäuschung. (hagr)
DIE AUFFÜHRUNG der Oper „Don Quichotte“ am Freitag beginnt 19.30 Uhr im
König-Albert-Theater Bad Elster. Karten gibt
es für 17, 19 und 21 Euro in der Touristinformation im Königlichen Kurhaus, Ruf 037437
53900.
» www.chursaechsische.de
BÜHNE
Plauen: Vogtland Theater, Theaterplatz,
Schneewittchen und die 7 Zwerge,
Jubiläums-Gala der Evergreen-Kids, 18 Uhr,
03741 28134832
KINDER UND FAMILIE
Plauen: Fanprojekt Plauen, Dobenaustraße 9, Offener Jugendtreff, 9-15 Uhr
Jugendzentrum Oase, Dr.-Karl-Gelbke-Straße 1, Oase-Keller, offener Treff, 15-20 Uhr;
O-Ton-(studio), 17 Uhr
Kinder- und Jugendhaus eSeF, Seminarstraße 4, Kinderzentrum, Töpfern, 14-18 Uhr; Jugendzentrum, Fußball in der Halle (ab 10 Jahre), 18 Uhr
Kinderklub Fünfte, Anton-Kraus-Straße 31,
Offener Treff, 13-18 Uhr; Kochküche, 13-15 Uhr;
Powerkids: Koordination, 16-18 Uhr
Landeskirchliche Gemeinschaft, Fabrikstraße 6, Offener Treff für Kinder von 7 bis 12 Jahre
zum Spielen, Lesen, Basteln, 16-18 Uhr
Markuskeller, Morgenbergstraße 34, Kindertreff (6-13 Jahren), 13-19 Uhr
Mehrgenerationenhaus, Am Albertplatz 12,
Babygruppe „Floh“, 10 Uhr; Eltern-Kind-Sport,
15.30 Uhr; Handarbeitsgruppe Woll-Lust,
15 Uhr; Tanzgruppe 4, 16.30 Uhr
Treff „Quartier 30“, Bahnhofstraße 30,
Zumba Kids, 16.45 Uhr; Zumba, 18 Uhr
Auerbach/V: ASB Begegnungsstätte
(Hochhaus), A.-Schweitzer-Straße 34, Nachhilfe für Schüler, anschließend Spiele- und
Bastelnachmittag, 14-17 Uhr
Awo Jugendzentrum High life, Eisenbahnstraße 49, Offener Treff, 15-20 Uhr
Jugendhaus City-Treff, Breitscheidstraße 33,
Sporttreff: Volleyball in der Halle, 17-19 Uhr,
03744 308686
Schülerfreizeitzentrum, A.-Schubert-Straße 19, Tauschbörse: Yu-Gi-Oh und Pokemonkarten, 12-18 Uhr
Falkenstein: Tiergarten, Allee 9, 188 verschiedene Tiere, darunter 111 Säugetiere in
22 Tierarten, Tropenhaus mit 77 Tieren in
39 verschiedenen Arten, 10-16 Uhr, 03745 5421
PLAUEN — Eine neue Ausstellung ist
seit dem Wochenende im Plauener
Malzhaus zu sehen. Unter dem Titel
„Tanz des Lebens“ zeigt dort mit
Ines Falcke eine der schillerndsten
Gestalten des Kunst- und Kulturlebens in der Stadt neben frühen Werken aus ihrer Studienzeit auch neue
Gemälde und Skulpturen. Der farbexplosive, von Falcke geprägte
„newstyle“ aus dem 2000er-Jahrzehnt überzeugt dabei mit überraschender Aktualität. Die Vernissage
am Freitagabend wurde zudem zu
einem Happening.
Ines Falcke alias inesj.plauen feierte neben ihrer bisher größten Personalausstellung am Freitag zugleich ihren 50. Geburtstag. Dafür
hatte sich die Künstlerin neben der
Familie noch Freunde und Kollegen
eingeladen. Und viele Gäste, längst
nicht nur aus dem Vogtland, waren
daraufhin in die Galerie im Malzhaus gekommen. So mancher hatte
eine kreative Überraschung als Geschenk dabei. Die Tänzer des Zwickauer Mondstaubtheaters präsen-
Ines Falcke in ihrer neuen Ausstellung. Die Schau im Plauener Malzhaus ist noch bis zum 11. Februar zu sehen.
FOTO: ELLEN LIEBNER/ARCHIV
tierten zum Beispiel zusammen mit
der Jubilarin eine Performance, die
vom Arbeitskreis für moderne Instrumentalmusik begleitet wurde.
Die Darbietung werde in ähnlicher,
vor allem erweiterter Form noch öfters aufgeführt, versprach Falcke.
Gut gelaunt und überwältigt von
dem großen Interesse, das die vom
Kulturverein Plauen-Vogtland initiierte Schau sowie das Rahmenprogramm hervorriefen, sagte sie: „Genau so habe ich mir das vorgestellt“.
Gut eine Woche lang waren auf
den beiden Galerie-Etagen Bilder
und Grafiken gehängt, Installatio-
nen befestigt und Plastiken aufgestellt worden. Die Besucher erhalten
somit die Möglichkeit, sich einen
umfassenden Eindruck von Falckes
Gesamtwerk zu machen. In eine
Kunst, die manchmal sperrig, nie gefällig wirke, wie Malzhaus-Galerist
Peter Hochel in seiner kurzen Lauda-
tio sagte. Der repräsentative Querschnitt zeigt auch Fotografien und
Bildmontagen, unter anderem von
Falckes Aufenthalt in New York.
KALLIGRAFIE
KINO
VOGTLANDBIBLIOTHEK
AUTOGRAMMSTUNDE
Indien – ein Land
In Oelsnitz erzählen
zwischen den Welten nun die Buchstaben
Schneepflugfahrer
auf Abwegen
Antisemitismus
am Beispiel Jud Süß
Olaf Henning
im Plauen-Park
BAD ELSTER — In ein großes Land mitten im Umbruch nimmt Frank Bienewald morgen Abend die Besucher
seines Dia-Vortrags im Königlichen
Kurhaus Bad Elster mit. Das Thema
ab 19.30 Uhr lautet Indien. Er geht
auf Tour in einer der ältesten Zivilisationen, zu verschiedenen Religionen, in Millionenstädte und aufs
Land, zu jungen Computer-Genies
und traditionsbewussten Alten. Der
Eintritt beträgt 10 Euro. (hagr)
PLAUEN — Schneepflugfahrer
Nils
Dickmann, ein perfekt in die norwegische Dorfgemeinschaft integrierter Schwede, ist gerade zum „Bürger
des Jahres“ gewählt worden. Als sein
Sohn irrtümlich von Mafiosi umgebracht wird, begibt er sich auf einen
Vergeltungsfeldzug. Der 2014 entstandene Film „Einer nach dem anderen“ von Hans Petter Moland läuft
heute und morgen im Malzhauskino. Beginn ist jeweils 20 Uhr. (ts)
PLAUEN — „Jud‘ Süß – geschichtlich,
PLAUEN — Schlagersänger Olaf Hen-
literarisch, filmisch“ lautet das
Thema heute Abend bei einer Veranstaltung
vom
Literaturverein
Goethekreis in der Plauener Vogtlandbibliothek. Eingeladen dazu
wurde der Berliner Historiker und
Antisemitismusforscher Wolfgang
Benz. Beginn ist um 18.15 Uhr. Der
Literaturverein bietet monatlich
Vorträge, Lesungen und Diskussionsrunden. (ts)
ning wird am Donnerstag im Einkaufszentrum Plauen Park erwartet.
Bei der um 18 Uhr beginnenden Autogrammstunde will der Künstler
sein neues Album „Alles was ich immer wollte“ vorstellen. Das beschert
neben kraftvollen Beats nun auch
schon mal einen Acapella Gesang
wie auch sechs ganz neu aufgemischte Henning-Klassiker, wird
schon mal versprochen. (ts)
Mehltheuer: Kleinstes Musikinstrumenten-Museum, Hohe Straße 9, 1500 Raritäten
inklusive 350 historischer Musikinstrumente,
Vorführung mechanischer Musikinstrumente,
Schauwerkstatt für Zupf-, Streich- und Zungeninstrumente, 9-12 Uhr, 037431 4159
Morgenröthe-Rautenkranz: Raumfahrtmuseum, Bahnhofstraße 4, Deutsche Raumfahrtausstellung, 10-17 Uhr, 037465 2538
Oberlauterbach: Natur- und Umweltzentrum, Treuener Straße 2, Wildkatzensprung Rückkehr auf leisen Pfoten, Eintritt frei,
9-15.30 Uhr, 03745 751050
Klingenthal: Vogtland-Arena, Falkensteiner Straße 133, Besichtigung, 10-16 Uhr,
037467 280860
Oelsnitz: Café Biene, Otto-Riedel-Straße 3,
Kreativcafé mit Rosi, 14 Uhr
Schöneck: Bürgerhaus, Kirchstraße 7,
Stricken für alle, 14 Uhr
Let’s be Cops - Die Partybullen, ab 12 J, 17.15,
20.15 Uhr; Nachts im Museum - Das geheimnisvolle Grabmal, ab 6 J, 14.30, 17.15 Uhr; Paddington, 14.30 Uhr; Plötzlich Gigolo, 17.15, 20.15 Uhr;
The Best of Me - Mein Weg zu Dir, ab 12 J,
20 Uhr; The Gambler, 20.15 Uhr; Unbroken,
ab 12 J, 14, 17, 20 Uhr
Malzhaus, Alter Teich 7 - 9, 03741 15320; Einer
nach dem Anderen, ab 16 J, 20 Uhr
Greiz: UT 99, Thomasstr. 6, 03661 629111;
96 Hours - Taken 3, ab 16 J, 17.15, 20.15 Uhr; Der
Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere 3D, ab 12 J,
19 Uhr; Der kleine Drache Kokosnuss, 14.30,
17.15 Uhr; Exodus - Götter und Könige 3D, ab
12 J, 19.15 Uhr; Honig im Kopf, ab 6 J, 14.15, 17,
19.45 Uhr; Nachts im Museum - ..., ab 6 J, 14.30,
17 Uhr; Paddington, 14.45 Uhr
Hof: Central-Kino, Altstadt 8, 09281 142488;
96 Hours - Taken 3, ab 16 J, 17, 20 Uhr; Annie,
14.15, 17 Uhr; Bibi und Tina - ..., 14.30 Uhr; Der
Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere, ab 12 J,
16.45 Uhr; Der Hobbit: ... 3D, ab 12 J, 19.45 Uhr;
Der kleine Drache Kokosnuss, 14.45 Uhr; Die
Entdeckung der Unendlichkeit, 20 Uhr; Die Pinguine aus Madagascar, 14.30 Uhr; Let’s be Cops
- ..., ab 12 J, 14.30, 17, 20.15 Uhr; Paddington,
14.30 Uhr; Plötzlich Gigolo, 17.15, 20.15 Uhr; Unbroken, ab 12 J, 17, 20 Uhr
Markneukirchen: Harmonie-Lichtspiele,
Erlbacher Str. 4, 037422 2637; Nachts im Museum - Das geheimnisvolle Grabmal, ab 6 J,
20 Uhr
Zwickau: Filmpalast Zwickau, Poetenweg
6 - 8, 0375 3536410; 96 Hours - Taken 3,
ab 16 J, 17.40, 20.20 Uhr; Annie, 16.55 Uhr; Der
Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere 3D HFR,
ab 12 J, 16.20, 19.30 Uhr; Honig im Kopf, ab 6 J,
16.40, 19.50 Uhr; Let’s be Cops - Die Partybullen, ab 12 J, 20.10 Uhr; Nachts im Museum Das geheimnisvolle Grabmal, ab 6 J, 17.15 Uhr;
Plötzlich Gigolo, 17.15, 20.15 Uhr; Sneak Preview, 20 Uhr; Unbroken, ab 12 J, 17, 19.40 Uhr
DIA-SHOW
Jößnitz: Grundschule, Gerhart-Hauptmann-Straße 6, Keramikkurs, 12-17 Uhr
Limbach: Fahrbibliothek, am Markt, 13.3015.30 Uhr
Fahrbibliothek, Grundschule, 9-13 Uhr
Markneukirchen: Kinder- und Jugendtreff, Wernitzgrüner Straße 38, Offener Treff,
13.30-19.30 Uhr
Oelsnitz: Jugendzentrum „Halle“, Alte Reichenbacher Str. 27, Tanzkurs, 8 bis 12 J., 1516 Uhr; Tanzkurs, 13 bis 18 Jahre, 16.30-18 Uhr
Kinderzentrum „Goldene Sonne“, RudolfBreitscheid-Platz 1, Offener Treff, 13-18 Uhr
Zoephelsches Haus, Grabenstraße 31, Kreativtreff: Basteln von Schneefiguren, 14.3016.30 Uhr
Pausa: Jugendclub, Paul-Scharf-Straße,
Spielpunkt, Freizeitangebot des Kinderlandes
Plauen, 15-18 Uhr
A N ZE I G E
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3582099-10-1
OELSNITZ — In der Touristinformati-
on im Zoephelschen Haus in Oelsnitz, Grabenstraße 31, eröffnet morgen 11 Uhr die Ausstellung „Erzählende Buchstaben“ von Jo SchüttHendel aus Itzehoe. Die Künstlerin
hat Wurzeln in Oelsnitz und erzählt,
wie sie zur Kalligrafie, der Kunst des
schönen Schreibens, gekommen ist.
Die Schau ist bis zum 6. März montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr zu
sehen. Der Eintritt ist frei. (hagr)
AUSSTELLUNGEN
Plauen: Rathaus, Unterer Graben 1, „Umwelt
ist Zukunft“, Entwicklung des Umweltschutzes
in der Stadt Plauen, Aufgaben und Wirkungen
des Plauener Stadtwaldes, der Naturschutzgebiete, des Arboretums, des Gewässer- und
Immissionsschutzes und der Projekte der
Plauener Agenda 21, 9-13 Uhr
Bad Elster: Kurhaus, Badstraße 25, Schöne
Welt, Ausstellung von Malerei und Collagen
des Familien- und Kulturzentrums Schöne Welt
Plauen, 9-17 Uhr
Dresden: Buchmuseum, Zellescher Weg 18,
1000 Jahre Buchgeschichte, wechselnde Sonderausstellungen und wertvolle Bücher in der
Schatzkammer, Eintritt frei, 10-18 Uhr
Militärhistorisches Museum der Bundeswehr, Olbrichtplatz 2, Zwischen Krieg und
Frieden - Überblicksführung durch die Dauerausstellung, 10-21 Uhr, 0351 8232803
Residenzschloss, Taschenberg 2, Historisches
Grünes Gewölbe, 3000 Meisterwerke der Juwelier- und Goldschmiedekunst, sowie Kostbarkeiten aus Bernstein, Elfenbein, Edelsteingefäße und kunstvolle Bronzestatuetten, frei
aufgestellt vor reich verzierten und verspiegelten Schauwänden; Neues Grünes Gewölbe,
1000 wertvolle Exponate aus drei Jahrhunderten, 10-18 Uhr
Lengenfeld: Ratssaal, Hauptstraße 1, „Von
der Keilschrift bis zur Computerbibel - Constantin von Tischendorf und der Bibelschatz aus
dem Wüstenkloster“, 9-17 Uhr
Leubnitz: Schloss, Am Park 1, Natur- und
Jagdausstellung, zu sehen sind u. a. Bildtafeln
heimischer Bäume, Spuren, Fährten, eine
Duftorgel und vieles mehr; Wildkatzensprung Rückkehr auf Leisen Pfoten, Einblicke in
die heimliche Welt der Wildkatzen; Bäume
in Öl und Aquarell, von Matthias Kiesel,
9-13 Uhr
Markneukirchen: Catgut, Gewerbepark 18,
Skisport im oberen Vogtland, zusammengestellt von Thorald Meisel, 8-16 Uhr
Hüttels Musikwerkausstellung Wohlhausen, Hauptstraße 10, Mechanische Musikinstrumente, von der Singvogelspieldose bis zur
großen Karussellorgel, 9.30-16 Uhr
SONSTIGES
Plauen: Agentur für Arbeit, Neundorfer
Straße 70, Berufsinformationszentrum, Informationsveranstaltung zu Ausbildungsmöglichkeiten bei der Bundespolizei, Ausbildungsinhalte, Anforderungen und Auswahlverfahren,
14 Uhr
Alaunbergwerk „Ewiges Leben“, Reichsstraße (gegenüber Commerzbank), Plauen unter
Tage erleben, telefonische Voranmeldung:
03741 529426
Helios Vogtland-Klinikum, Röntgenstraße 2,
Erste-Hilfe-Kurs zur Reanimation im Säuglingsund Kleinkindalter, Konferenzzentrum, 16 Uhr
Schaustickerei, Obstgartenweg 1, Vorführungen an Stickmaschinen, 10-17 Uhr,
03741 443187
Theatercafé, Theaterplatz 1, Theaterstammtisch, 19 Uhr
Vogtlandbibliothek, Neundorfer Straße 8,
Goethekreis: Jud’ Süß - geschichtlich, literarisch, filmisch, Vortrag mit Professor Dr. Wolfgang Benz vom Antisemitismuszentrum an der
TU Berlin, 18.15 Uhr
Auerbach/V: Eberhard Gütter, Feldstr. 27,
Auerbacher Modellbahnausstellung, komplette
Sammlung der deutschen Eisenbahngeschichte
in HO, 60 Züge, 14.30-18 Uhr
Brunn: Oberer Gasthof, Dr.-Eckener-Straße 42, Tanznachmittag, 14 Uhr,
03765 13625
Erlbach: Brauhaus, Klingenthaler Straße 12,
Führung durch die handwerkliche Schaubrauerei, 14 Uhr
KINO
Plauen: Capitol Filmtheater, Bahnhofstr. 33,
03741 1469050; 96 Hours - Taken 3, ab 16 J, 17,
20 Uhr; Annie, 14.15, 17 Uhr; Bibi und Tina - Voll
verhext, 14.30 Uhr; Der kleine Drache Kokosnuss, 14.45 Uhr; Die Entdeckung der Unendlichkeit, 17 Uhr; Die Pinguine aus Madagascar 3D,
14.15 Uhr; Herz aus Stahl, ab 16 J, 19.45 Uhr; Honig im Kopf, ab 6 J, 14, 16.30, 19.45 Uhr;
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DIE SCHAU im Malzhaus ist noch bis zum
11. Februar zu sehen. Außer montags immer
in der Zeit von 13 bis 18 Uhr.
WINTERSPORT
Mühlleithen: Skilift, 13-17 Uhr, Schneetel.
037467 22494; Schwaderbach: Skilifte,
9-20 Uhr, Schneetel. 00420 352696830;
Schöneck: Zauberteppich, 9-16.30 Uhr
3582095-10-1
REICHENBACHER ZEITUNG
Montag, 19. Januar 2015
NACHRICHTEN
SATIREMAGAZIN
Kein „Charlie
Hebdo“ für Plauen
PLAUEN — Kein „Charlie Hebdo“, aber
auch keine Warteschlange. Enttäuscht haben kaum eine Handvoll
Kaufinteressenten am Samstagmorgen um 7.30 Uhr den Zeitungskiosk
im Empfangsgebäude des Oberen
Bahnhofs in Plauen wieder verlassen. Weder an diesem, noch an den
nächsten Tagen sei das Heft in diesem Geschäft zu haben, ließ die Verkäuferin wissen. Eine Lieferung des
französischen Satiremagazins sei
nicht eingetroffen. (pa)
KLINIK-PARKPLATZ
Fahrerin verliert
Kontrolle über Auto
RODEWISCH — Eine leicht verletzte
Person sowie über 8500 Euro Sachschaden sind die Bilanz eines Verkehrsunfalls auf dem Parkplatz am
Klinikum Obergöltzsch. Nach Polizeiangaben hatte eine 78-jährige
Frau am Freitag ihren VW auf dem
Parkplatz am Kreiskrankenhaus abgestellt. Als sie den Zündschlüssel
drehen wollte, trat sie dabei versehentlich aufs Gaspedal. Ihr Auto
fuhr gegen den vor ihr geparkten Renault und noch gegen kleine Bäume.
Eine im Renault sitzende 87 Jahre alte Frau wurde leicht verletzt, meldete die Polizei. (how)
VERKEHRSUNFALL
Betrunkene fährt
in den Seitengraben
AUERBACH/RODEWISCH — Eine
betrunkene Autofahrerin hat am
Samstag ihren VW in den Seitengraben gelenkt. Die 47-Jährige war auf
der Oberen Bahnhofstraße/Bahnhofstraße von Auerbach nach Rodewisch unterwegs. Nach einer Linkskurve rutschte sie mit ihrem Auto in
den Seitengraben. Ein Atemalkoholtest ergab den Wert von 1,68 Promille. Die Polizisten veranlassten eine
Blutentnahme und zogen den Führerschein ein. (how)
Freie Presse
13
Großfeuer nährt Verdacht auf Brandstifter
Altchrieschwitz in Angst:
Erneut erschüttert ein
Brand den Stadtteil. Es
war das größte Feuer in
Plauen seit fünf Jahren.
VON TINO BEYER
UND ELLEN LIEBNER (FOTOS)
PLAUEN — Der Albtraum nimmt für
Familie Jacobi kein Ende. Auch gestern Mittag nicht, mehr als 36 Stunden nach Ausbruch des Brandes auf
ihrem Vierseitenhof an der Möschwitzer Straße im Stadtteil Altchrieschwitz. Rauch steigt aus der
Brandruine auf. Unter dem verkohlten Schutt befindet sich offenbar
noch immer ein Glutnest.
„Schon in der Nacht mussten wir
noch einmal die Feuerwehr anrufen“, sagt Elke Jacobi, 37. Jetzt soll
schwere Technik her, um dort herranzukommen. Die ohnehin einsturzgefährdeten Wände müssen
dafür niedergerissen werden. Die erneute Aufregung trägt Elke Jacobi
mit Fassung. Was sie benötigt? „Starke Nerven und eine Mütze Schlaf“,
sagt die Fleischereifachverkäuferin.
Sie weiß, dass sie und ihre Familie Glück hatten. Großes Glück. Niemand wurde verletzt. Und auch das
Wohnhaus des Gebäudekomplexes
bleibt bis auf ein paar Wasserschäden unversehrt. Angesichts des
flammenden Infernos nebenan
gleicht das einem kleinen Wunder.
Freitagabend, kurz vor Mitternacht. Jack Wesley Jacobi, 36, ist bei
der Horrorkomödie Scary Movie auf
dem Sofa eingeschlafen, als der Horror plötzlich auf eine andere Weise
real wird. „Es brennt!“ Schwiegermutter Renate bemerkt die Flammen zuerst – sie hat den Brand gerochen. Weil ihr Fenster zur Scheune
hin gerichtet ist. Die fünf Bewohner
des Hauses rennen ins Freie. Jack
Wesley Jacobi rettet auch noch Faro,
einen Berner Sennenhund, und
fährt die Autos vom Hof. „Dann war
der Rauch schon so dicht, dass ich
nichts mehr gesehen habe“, erzählt
der Bäcker. Als die Feuerwehr eintrifft, sei nichts mehr zu retten gewesen, sagt Plauens Feuerwehrchef
Jörg Pöcker. Die Scheune brennt
lichterloh, Flamen schlagen meterhoch aus dem Dach. Pöcker: „Dann
geht es nur noch darum, die Nachbarhäuser zu schützen.“ Das ist den
Brandrettern gelungen.
Mehr als 100 Feuerwehrleute von
Berufsfeuerwehr und freiwilligen
Wehren der Stadt Plauen und aus
Theuma kämpfen die ganze Nacht
und noch am Samstagvormittag gegen Flammen und Glutnester. Laut
Jörg Pöcker handelt es sich um den
größten Brand in Plauen seit fünf
Jahren. Damals steht ein Mehrfamilienhaus an der Liebknechtstraße
im Westend in Flammen. Ein Mann
kommt ums Leben. Wie die Brandexperten der Polizei später herausfinden, handelt es sich um Brandstiftung. Auch für den jetzigen Großbrand äußert die Polizei am Wochenende den Verdacht. „Da es bereits in den letzten Wochen im nahen Umkreis zu Bränden kam, wird
eine Brandstiftung nicht ausgeschlossen“, so Hans-Jürgen Eisel
vom Lagezentrum der Polizei.
„Bei den letzten
Bränden habe ich
noch die Nachbarn
rausgehauen.
Jetzt hat es uns
getroffen.“
Jack Wesley Jacobi Hof-Eigentümer
Was die Polizei als „nahen Umkreis“
bezeichnet, sind die Nachbargrundstücke. Links und rechts des Vierseitenhofs hat es zuletzt aus bislang
ungeklärter Ursache gebrannt. „Da
habe ich noch die Nachbarn rausgehauen“, sagt Jack Wesley Jacobi.
„Jetzt hat es uns getroffen.“ Bereits
nach den Feuern bei seinen Nachbarn äußert er die Vermutung von
Flammendes Inferno: Ein Vierseitenhof an der Möschwitzer Straße stand in der Nacht zum Samstag in Flammen.
Links und rechts vom dem Grundstück hatte es erst vor wenigen Tagen gebrannt.
einem Serien-Brandstifter. Viele in
Altchrieschwitz gehen mittlerweile
von diesem „Feuerteufel“ aus.
Jack Wesley Jacobi denkt in diesem Augenblick dennoch an andere
– an die Feuerwehrmänner. Einen
Weihnachtsstollen hatte er noch im
Haus, den er den Brandrettern anbietet. Auch seine Anspannung weicht.
„Ich habe geheult, wie ein Schlosshund.“ Dabei sei er eigentlich mit allen Wassern gewaschen. Als Soldat
war er vor Jahren im Kosovo und erlebte dort immer wieder Brände.
Nach ersten Schätzungen beträgt
der entstandene Schaden 350.000
Euro, informiert die Polizei. „Wir
sind zwar versichert“, sagt Elke Jacobi. Ob und wie der Schaden reguliert
wird, wisse zu diesem Zeitpunkt
freilich noch niemand.
Konnten rechtzeitig flüchten: Jack Wesley, Elke und Oliver Jacobi. Das Wohnhaus blieb wie durch ein Wunder fast unbeschädigt.
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14 Freie Presse
LOKALSPORT
Montag, 19. Januar 2015
So sehen Sieger aus
NACHRICHTEN
TENNIS
Wahnsinns
Wasserball
in Plauen
VTC-Damen glänzen
gegen Weißer Hirsch
Tennis-Damen
des VTC Reichenbach haben ihr drittes Spiel im Oberliga-Wintercup am
Samstag gegen Bad Weißer Hirsch
Dresden mit 8:0 gewonnen und liegen damit auf Tabellenplatz zwei. In
der Besetzung Julia Fenk, Britta Ruppert, Elaine Porzig und Claire Ehlich
setzte sich der VTC daheim überraschend deutlich durch. Im Spitzeneinzel zeigte Julia gegen Mandy
Müller vor allem im ersten Durchgang gutes Tennis, gewann mit 7:5.
Im zweiten Satz lag sie bereits mit
5:2 in Führung, als ihre Gegnerin
aufdrehte. Beim Stand von 5:6 wehrte Julia zwei Satzbälle ab und rettete
sich in den Tiebreak. Diesen entschied sie mit 7:3. Claire setzte sich
6:0 und 6:2 gegen Carolin Hellmund
durch, und Elaine gewann 6:0/6:3
gegen Astrid Speer. Britta bekam es
mit Lisa Oehme zu tun. Bis zum
Stand von 5:0 im ersten Satz spielte
Britta solide und ließ ihrer Gegnerin
keine Chance. Anschließend schlichen sich hin und wieder unnötige
Fehler ein, aber sie beherrschte trotzdem das Geschehen und setzte sich
mit 6:2 und 6:3 durch. (rupp)
750 Fans sorgen beim 11:11
gegen Potsdam für Rekord
REICHENBACH — Die
PLAUEN — „Wohin soll das noch füh-
Kam, sah und siegte – die Reichenbach-Schönfels-Kombination mit den Trainern Marcel Schwandner (links) und Carlo Kästner.
Fußball: Das Team Reichenbacher FC/Schönfels
ist Kreismeister der C-Jugend. Mit Bestnoten auf
und neben dem Platz.
VON MIRKO MODES
FUSSBALL
VSC-Youngster
schlagen sich wacker
REICHENBACH — Die D-Jugend-Fußballer des VSC Reichenbach haben
sich am Samstag in Dresden beim
Dubai-Cup wacker geschlagen. Im
Konzert der 40 angetretenen Teams
mussten die Vogtländer zwar nach
der ersten Runde die Segel streichen,
konnten aber gegen den Hainsberger SV bei einem 2:2 auf Großfeld
immerhin einen Achtungserfolg
verbuchen. Verloren wurde ebenfalls auf Großfeld gegen die SG Dresden Striesen (2:3) und auf Kleinfeld
gegen Oberfranken Bayreuth (2:10)
und Blau-Weiß Zschachwitz (2:5).
Jetzt richtet sich der Blick der D-Jugend auf den 7. Februar, dann warten zum Hallenturnier an der Cunsdorfer Straße Mannschaften aus
Greiz, Auerbach, Plauen, Heinsdorf,
Mohlsdorf und Mylau.
PLAUEN — Hochverdient hat die
Spielgemeinschaft Reichenbacher
FC/Schönfels am Samstag in Plauen
die Fußball-Kreismeisterschaft der
C-Junioren gewonnen. Vor 186 Zuschauern gewannen die Nordvogtländer das Endspiel gegen den VfB
Auerbach 2:0. Zwar hatten die Auerbacher durch Pascal Sauer die erste
Chance, doch dominierten die Jungs
des Trainergespanns Carlo Kästner/Marcel Schwandner in der Folgezeit die Partie. Max Kummer traf
mit einem überlegten Schuss ins
rechte obere Eck zur Führung. Wenig später zog Trainersohn Pascal
Kästner auf der rechten Seite mit
Tempo an und traf ins linke untere
Eck zur Vorentscheidung. Der VfB
Auerbach war geschlagen. Trainer
Carlo Kästner: „Wir haben verdient
gewonnen, auch wenn wir im Halb-
finale etwas die Linie verloren hatten. Mich freut besonders, dass sich
unsere Jungs auf und neben dem
Spielfeld anständig benehmen.“
Überraschend und mit 3:0 auch
klar bezwang die Spielgemeinschaft
Bad Brambach/Adorf den VFC Plauen im Spiel um Platz drei. Anton
Heßler brachte sein Team mit einem
Doppelpack auf die Siegerstraße. Toni Sieber, der beste Torjäger der Turnierserie der C-Junioren, machte mit
seinem 13. Treffer alles klar. Dem
folgte ein überzogener Wutausbruch des VFC-Kapitäns Daniel
Kammler gegenüber VFC-Keeper
Toni Lohse. Wohl auch, weil Plauen
sich mehr ausgerechnet hatte.
Die Gruppe B hatten die VFCFußballer mit klaren Siegen nach
Belieben dominiert. Doch im Halbfinale war gegen den VfB Auerbach
schluss. Zwar brachte Daniel
Kammler den VFC in Führung, doch
den Auerbachern glückte der Ausgleich durch Chris Schuster, als Alexander Pöhler wegen eines absichtlichen Handspiels auf der Strafbank
saß. Im Neunmeterschießen vergab
Auerbachs Pascal Sauer den ersten
Schuss. Doch sein Torwart Dustin
Gerber hielt gegen Niklas Steinkampf und Toni Zimmer – zurecht
wurde der Auerbacher Keeper zum
besten Torwart gewählt.
Als bester Spieler wurde Sidney
Groß vom Pokalsieger ausgezeichnet. Das Talent brachte seine Mannschaft im ersten Halbfinale 2:0 in
Führung. Doch weitere klare Chancen ließ die SpG RFC/Schönfels aus.
So kam die SpG Bad Brambach/Adorf durch Torjäger Toni
Sieber zurück. Erst störte er erfolgreich den gegnerischen Torhüter,
und wenig später nutzte er einen
Fehler im Spielaufbau zum 2:2-Ausgleich. Während aber die Schützen
des RFC/Schönfels im Neunmeterschießen trafen, vergaben Anton
Heßler und Martin Mildner.
Wacker Plauen sicherte sich im
Neunmeterschießen gegen die SpG
Ranch Plauen/Weischlitz den fünften Rang. Beide Plauener Teams vergaben die Chance auf das Halbfinale
schon im ersten Spiel. Die Wackeraner unterlagen der SpG Bad Brambach/Adorf 1:3 – Toni Sieber sicherte
dabei mit einem Hattrick den Sieg.
Ranch Plauen/Weischlitz führte im
ersten Spiel des Vormittags schon
2:0 gegen Klingenthal, um dann nur
2:2 zu spielen. Die Obervogtländer
wurden in der Endabrechnung Siebenter und hatten im Gegensatz zur
FOTO: ELLEN LIEBNER
SpG Mühltroff/Pausa wenigstens
einmal nicht verloren.
STATISTIK
Gruppe A: Ranch Plauen/Weischlitz – Klingenthal 2:2, VfB Auerbach – Reichenbacher
FC/Schönfels 0:2, Ranch/Weischlitz – VfB Auerbach 0:4, RFC/Schönfels – Klingenthal 3:1,
Klingenthal – VfB Auerbach 0:6, RFC/Schönfels – Ranch Plauen 3:1. Abschlusstabelle:
1. SpG RFC/Schönfels 9 Punkte/8:2 Tore,
2. VfB Auerbach 6/10:2, 3. SpG Ranch Plauen/Weischlitz 1/3:9, 4. FSV Klingenthal 1/3:11.
Gruppe B: VFC Plauen – Mühltroff/Pausa 4:1,
Bad Brambach/Adorf – Wacker Plauen 3:1,
VFC Plauen – Bad Brambach/Adorf 5:0, Wacker Plauen – Mühltroff/Pausa 4:3, Mühltroff/Pausa – Bad Brambach/Adorf 0:4, Wacker Plauen – VFC Plauen 0:3. Tabelle: 1. VFC
Plauen 9/12:1, 2. Bad Brambach/Adorf 6/7:6,
3. Wacker 3/5:9, 4. Mühltroff/Pausa 0/4:12.
Neunmeterschießen um Platz 7: Klingenthal
– Mühltroff/Pausa 3:2, Neunmeterschießen
um Platz 5: Ranch Plauen/Weischlitz – Wacker
Plauen 3:4. Halbfinale: RFC/Schönfels – Bad
Brambach/Adorf 6:5 nach Neunmeterschießen, VfB Auerbach – VFC Plauen 5:4 nach
Neunmeterschießen. Spiel um Platz 3: Bad
Brambach/Adorf – VFC Plauen 3:0.
Finale: RFC/Schönfels – VfB Auerbach 2:0.
SPORT IN ZAHLEN
Pechvogel aus Mylau verpasst EM-Start
Fußball
Eisschnelllauf: Für Michael Roth ist nach Verletzung im Schulsport die Saison vorbei
Hallenkreismeisterschaft Frauen
Vorrunde A
Reichenb. FC
- Post Plauen
Erlbach
- Rodew./Auerbach
Coschütz
- Reichenb. FC
Post Plauen
- Erlbach
Rodew./Auerbach - Coschütz
Reichenb. FC
- Erlbach
Coschütz
- Post Plauen
Rodew./Auerbach - Reichenb. FC
Erlbach
- Coschütz
Post Plauen
- Rodew./Auerbach
Sp Tore
1. Reichenbacher FC
4
12: 2
2. Rodewisch/Auerbach
4
9: 3
3. BC Erlbach
4
5: 3
4. SV Coschütz
4
2: 9
5. Post SV Plauen
4
0:11
4:0
0:1
1:3
0:3
4:0
2:0
1:0
1:3
2:0
0:3
P
12
9
6
3
0
Nach dem erfolgreichen Wettkampf
in Berlin hatte Michael Roth noch gut
lachen.
FOTO: STEFFI SEIFERT
MYLAU — Die Freude über seine EMNominierung währte bei Eisschnellläufer Michael Roth vom TSV Vorwärts Mylau nicht mal eine Woche.
Als sich der 15-Jährige am Donnerstag beim Volleyball im Sportunterricht am Reichenbacher Gymnasium einen Knöchelbruch zuzog, war
nicht nur die Chance auf die erste
Teilnahme an einer internationalen
Meisterschaft dahin. Für den Bruder
von Weltcup-Starterin Denise Roth
ist damit vor den Saisonhöhepunkten der gesamte Winter gelaufen.
„Ich habe einen Gipsverband und
darf mindestens sechs Wochen keinen Sport machen. Das ist natürlich
blöd gelaufen, aber nicht mehr zu
ändern“, sagt Michael Roth. Trotzdem geht der Blick schon wieder
nach vorn: „Ich steige dann im Frühjahr wieder ins Training ein, um in
der neuen Saison wieder angreifen
zu können.“
Nach mehreren guten Ergebnissen beim deutschen Junioren-Cup
hatte er vor einer Woche in Berlin
die deutschen Nachwuchstrainer
überzeugt. Über 500 m gewann er in
persönlicher Bestzeit von 38,85 s
und schob sich damit auf Platz 1 der
Saisonbestenliste der B1-Junioren
(AK 16). Als Lohn gab es die Nominierung fürs Viking Race in zwei
Wochen in Heerenveen, das als inoffizielle Nachwuchs-EM gilt.
Auch der zweite Mylauer Sportler, der in Berlin am Start war, konnte überzeugen. Lennart Schmidt lief
in der AK 14 die 500 m in 43,64 s und
die 1000 m in 1:29,31 min, was jeweils Bestzeit bedeutete. (seist/tyg)
ren?“, fragten sich selbst gestern
noch die Verantwortlichen des
SVV Plauen unter dem Eindruck der
Erlebnisse vom Vortag. Weil das
Stadtbad bei den Bundesliga-Heimspielen in der Vorsaison schon
immer voll war, wagte es der SVV,
für das Spitzenspiel gegen Potsdam
eine Zusatztribüne für 250 Gäste
aufzustellen: Auch diese deutschlandweit Besucher-Rekord bedeutenden 750 Zuschauerplätze reichten nicht. Der SVV musste sogar Interessenten wieder heimschicken.
Und jeder der 750, ganz sicher
auch die Fans aus Potsdam, dürfte
sein Kommen nicht bereut haben.
Sie sahen ein Duell auf Augenhöhe,
das mit dem 11:11 ein gerechtes Ergebnis gefunden hatte. Lange sah es
sogar danach aus, als sollte den Plauener gegen den der Papierform nach
ersten Anwärter auf den Sieg in der
Bundesliga-Gruppe V eine Überraschung gelingen.
Stepan Rezek und Peter Karteszi
hatten den Torreigen eröffnet und
die Gastgeber 2:0 in Führung gebracht. Doch die Potsdamer blieben
dran, schafften in Überzahl den Anschlusstreffer zum 2:3 und noch vor
der ersten Viertelpause den Ausgleich zum 3:3. Das zweite Viertel
begann wie das erste: Christian
Schubert und Stephan Roßner stellen erneut eine Zwei-Tore-Führung
für den SVV her (5:3), doch der OSC
hat immer wieder eine Antwort
parat. In dieser Phase bewies SVVTorwart Mihaly Peterfy einmal
mehr, wie wichtig er für die Mannschaft ist, hielt beim Stand von 5:4
zum Beispiel einen Fünfmeter. Beim
Stand von 6:5 für Plauen ging es in
die Halbzeitpause.
Was danach passierte, hielt die
750 auf den Rängen und die Offiziellen am Beckenrand fortwährend in
Atem. Immer wieder legte Plauen
ein Tor vor, immer wieder schaffte
der OSC den Ausgleich. Beim Stand
von 9:8 ging es in das dritte Viertel.
In der Schlussphase hielt das Plauener Publikum den Atem an: Erstmals gingen die Potsdamer beim
11:10 in Führung, es waren nur noch
Sekunden zu spielen. Sollte dieser
denkwürdige Heimspieltag noch
eine tragische Note bekommen?
Sollte er nicht: Peter Karteszi zimmerte den Ball drei Sekunden vor
der Schlusssirene ins Potsdamer Tor
– und im Stadtbad brachen alle
Dämme. Frenetischer und laustärker wie dieses Unentschieden kann
man vermutlich auch die Deutsche
Meisterschaft nicht mehr feiern.
Seit mehr als einem Jahr ist der
SVV Plauen nun zu Hause ungeschlagen. Nächsten Samstag wartet
schon das nächste HexenkesselHeimspiel. Dann kommt der SC
Wedding Berlin nach Plauen. (pj)
Hallenkreispokal F-Junioren
Vorrunde E
Sp
5
5
5
5
5
5
Tore
P
20: 1 15
20: 4 12
6: 9 9
7:12 6
2:19 3
0:10 0
Sp
4
4
4
4
4
Tore
P
8: 0 10
2: 1 6
3: 2 5
2: 2 4
1:11 1
Sp
1. Reichenbacher FC
4
2. 1. FC Rodewisch
4
3. Neustadt/Grünb.-Falk. 4
4. VfB Lengenfeld I
4
5. TSG Brunn
4
Tore
P
10: 0 10
7: 2 9
3: 4 5
2: 6 3
1:11 1
1. SpG Pausa/Mühltroff
2. BSV Irfersgrün
3. VSC Reichenbach
4. SpG Tirpersdorf/Bergen
5. Leubnitzer SV
6. FSV Klingenthal
Vorrunde F
1. VfB Auerbach
2. Reumt./Ellef./Dorfst.
3. SG Pfaffengrün
4. VfB Lengenfeld II
5. Grün-Weiß Wernesgrün
Premieren-Heimsieg für Lengenfeld
Tischtennis: Die zweite
VfB-Garnitur schlägt in
der 2. Bezirksliga erstmals
Reichenbach, das damit
die Tabellenspitze abgab.
Vorrunde G
Die Zwischenrunde wird am Samstag, 9 Uhr
ausgetragen. Dabei spielen in der Sporthalle
Wieprechtstraße Plauen in der Gruppe A die
SpG Pausa/Mühltroff, die SpG Reumtengrün/
Ellfeld/Dorfstadt, die SpVgg Grünbach-Falkenstein sowie die SpVgg Zobes I und in der Gruppe B der Elsterberger BC, die SG Traktor Lauterbach, der VfB Auerbach und der VFC Plauen. Parallel treffen in der Sporthalle Oelsnitz
in der Gruppe C der Reichenbacher FC, die SG
Jößnitz, die SpG Heinsdorfergrund/Irfersgrün II sowie die SpG Triebel/Eichigt aufeinander und in der Gruppe D der 1. FC Rodewisch,
der 1. FC Wacker Plauen, der BSV Irfersgrün
sowie die SG Stahlbau Plauen.
LENGENFELD — Premierenheimsieg
für die Gastgeber perfekt: Die zweite
Mannschaft des VfB Lengenfeld hat
in der 2. Tischtennis-Bezirksliga die
SG Blau Weiß Reichenbach 9:6 geschlagen. Blau-Weiß gab damit die
Tabellenführung an Ortmannsdorf
ab, der VfB folgt mit zwei Punkten
Rückstand auf Platz fünf. Der VfB
feierte den Sieg gegen den Ex-Regionalligisten fast schon euphorisch.
Erstmalig trafen in dieser Saison
beide Mannschaften in dieser Konstellation aufeinander. Bereits im
Hinspiel (5:10) hatte der VfB angedeutet, dass er trotz Ersatz den BlauWeißen Paroli bieten kann. In Best-
besetzung spielte der VfB nun groß
auf. Alle drei Eingangsdoppel gingen auf das Konto der Hausherren –
3:0-Führung. Reichenbach kämpfte
sich durch zwei Siege im oberen
Paarkreuz wieder auf 2:3 heran. In
einer engen und spannenden Partie
hielt jedoch die VfB-Führung (5:4)
bis zum Pausentee. Heiko Gerber gegen Lukas Pilz und Michael Golz gegen Wolfgang Berghahn waren für
Lengenfeld erfolgreich.
Im Duell der beiden Spitzenspieler schaffte Daniel Sprenger einen
wichtigen Sieg. Gegen Benjamin
Schubert lag er bereits mit 0:2 zurück und schaffte den 2:2 Ausgleich.
Im Entscheidungssatz hatte er dann
mit 16:14 hauchdünn die Nase vorn.
Mario Wolf erspielte mit einem klaren 3:0 gegen Abwehrspezialist Jörg
Hölzel die 7:4-Führung. Nach Heiko
Gerbers Niederlage gegen Uli
Hätzsch punktete Frank Scholz zum
8:5 für Lengenfeld. Michale Golz
machte dann mit seinem zweiten
Einzelerfolg den vielumjubelten
Punkt zum 9:6.
VFB-PUNKTE: Daniel Sprenger, Mario Wolf,
Heiko Gerber, Frank Scholz (je 1,5), Michael
Golz (2,5), Jörg Scheibe (0,5).
BLAU-WEIß-PUNKTE: Ulrich Hätzsch (2),
Jörg Hölzel, Benjamin Schubert, Daniel
Schein, Wolfgang Berghahn (je 1).
In der Bezirksklasse verlor der
VfB Lengenfeld III gegen den Tabellenzweiten SpVgg Heinsdorfergrund klar mit 3:12. Dabei hatte der
VfB Lengenfeld nach dem klaren
Sieg in der Vorwoche gegen Auerbach auf einen engen Spielverlauf
gegen den Bezirksligaabsteiger aus
Heinsdorf gehofft. Doch leider
konnten nur Wolf/Böttger in den
Doppeln punkten. In den Einzeln
hatten die Gäste das nötige Quäntchen Glück und erspielten sich
Punkt um Punkt. Alle sechs Einzel
der ersten Runde gingen an Heinsdorf, das sich damit eine 8:1-Führung erspielte. Auch in der zweiten
Runde ein ähnliches Bild. Wieder
Mit enormem Kampfeswillen gewann der Lengenfelder Daniel Sprenger sein
Einzel gegen Benjamin Schubert – 16:14 im fünften Satz.
FOTO: FRANKO MARTIN
gingen vier Einzel in Folge verloren.
Beim Stande von 1:12 punkteten
schließlich Thomas Wolf und Frank
Böttger zum 3:12 Endstand.
PUNKTE FÜR LENGENFELD: Christian Bauer, Mathias Bohne, Olf Fischer und Mike Degner (je 0); Thomas Wolf und Frank Böttger (je
1,5). (cag)
SPORT AM MONTAG
Freie Presse
Montag, 19. Januar 2015
Seite S1
Biathlon
Simon Schempp
gewinnt beim
Heim-Weltcup
in Ruhpolding
Seite S2
NACHRICHTEN
SKI ALPIN
Vonn stellt 35 Jahre
alten Rekord ein
D’AMPEZZO — US-Skistar
Lindsey Vonn hat mit ihrem 62.
Weltcup-Sieg den 35 Jahre alten Rekord von Annemarie Moser-Pröll
aus Österreich eingestellt. In der Abfahrt von Cortina
d’Ampezzo verwies
die 30 Jahre alte
US-Amerikanerin
die Österreicherin
Elisabeth Görgl auf
Rang zwei. Zwei
Wochen vor Vonns Heim-WM in
Vail und Beaver Creek kam Daniela
Merighetti aus Italien mit rund einer halben Sekunde Rückstand auf
Platz drei. Viktoria Rebensburg verpasste zwei Tage nach ihrem dritten
Platz die Top 20. (dpa)
FOTO: IMAGO
CORTINA
PROZESS
Pechstein will mehr
Geld von ISU
BERLIN — Mit dem richtungweisenden Urteil des Münchner Oberlandesgerichtes im Rücken wird Claudia Pechstein ihre Schadenersatzforderungen von bisher 4,4 Millionen
Euro gegen den Eislauf-Weltverband (ISU) erhöhen. Ihr Manager
Ralf Grengel bestätigte die Aussagen
der fünfmaligen EisschnelllaufOlympiasiegerin in der „Bild am
Sonntag“. „Es sind weitere Schäden
und Kosten aufgetreten seit 2012, als
die 4,4 Mio eingereicht wurden“, begründete Pechstein. (dpa)
SPRUCH DES TAGES
„Ich muss nicht
unbedingt Champions League spielen,
um glücklich zu
werden.“
Mats Hummels Fußball-Nationalspieler
von Borussia Dortmund
Ein überglücklicher Eric Frenzel überquet mit der Deutschland-Fahne als Erster in Seefeld die Ziellinie.
Eric Frenzel wird König von Seefeld
Zum zweiten Mal hat sich
der Kombinierer-Olympiasieger aus Oberwiesenthal
in Österreich das Triple
geholt. Die deutsche
Mannschaft überzeugte
durch eine starke Teamleistung.
LEUTE HEUTE
FOTO: MARC MÜLLER/DPA
Magdalena Neuner (27), BiathlonRekordweltmeisterin, freute sich
beim Weltcup in Ruhpolding über
eins am meisten. „Ich werde seit langer Zeit wieder mal
durchschlafen“,
sagte sie. Das sieben Monate alte
Töchterchen Verena Anna vermisste
sie an der Stätte ihres letzten großen
Erfolges
schon
nach ein paar Stunden – „aber das
darf jetzt der Papa machen“. Vom Biathlon, versichert Neuner, habe sie
sich schon weit entfernt. „Ich habe
jetzt Familie. Es ist ein Mama-Alltag.
Die Zeit mit der Kleinen genieße
ich“, sagte die einstige Strahlefrau
im deutschen Wintersport. (dpa)
FOTO: JENS WOLF/DPA
Stefan Kretzschmar (41), ehemaliger Weltklasse-Handballer, hat kein
Interesse, neuer Frauen-Bundestrainer zu werden. Er habe vom Deutsche Handballbund
(DHB) zwar kein
offizielles Angebot
erhalten, wohl aber
Gespräche mit den
Verantwortlichen
geführt,
verriet
Kretzschmar. Er habe sich aber gegen
den Job entschieden. „Es ist nicht nur so, dass du keinen Trainerschein hast, sondern du
bist auch ein völlig Externer. Am
Ende war es ein Bauchgefühl“, sagte
Kretzschmar. Der DHB bestätigte die
Gespräche mit Kretzschmar nicht.
„Das ist mir nicht bekannt“, sagte
Präsident Bernhard Bauer. (dpa)
FOTO: ANGELIKA WARMUTH/DPA
VON GERALD FRITSCHE
SEEFELD — Die Deutschland-Fahne
in der Hand, der obligatorische Telemark bei der Überquerung der Ziellinie und ein langgezogenes Jaaa!
Eigentlich war es wie immer – und
doch für Eric Frenzel etwas Besonderes, in Seefeld zu triumphieren. Mit
der siegreichen Wiederholung seines „Seefeld-Triple“ in der Nordischen Kombination hat der Olympiasieger aus Oberwiesenthal Geschichte geschrieben und ist nun
endgültig der König des Tiroler
Wintersport-Mekkas. Neun Siege,
davon acht in Serie, könnten für lange Zeit unerreichbar sein.
„Mir fehlen die Worte, und ich
kann nicht sagen, was mich hier so
treibt. Drei Siege, damit hatte ich
nicht gerechnet, denn wir sind noch
nicht in Topform“, sagte Frenzel. Vor
dem 15 Kilometer-Lauf gestern hatte er als Dritter 1:33 Minuten auf den
Norweger Havaard Klemetsen aufzuholen, der auf der Schanze unschlagbar war und im zweiten Versuch mit 110,5 Meter die Tagesbestweite markiert hatte.
Gemeinsam mit Bernhard Gruber, mit dem sich Frenzel am Samstag über 10 Kilometer bereits duelliert hatte, nahm er die Verfolgung
auf. Nach neun Kilometern war er
an Klemetsen dran, verschnaufte
kurz und ließ ihn dann einfach stehen. Das hatte er zuvor schon mit
Gruber gemacht. Am Ende lief er locker und gelöst vor Klemetsen und
dem Japaner Akito Watabe über die
Ziellinie.
Familie und Fanclub dabei
„Erst in der letzten Runde wusste
ich, dass es reicht. Ich hatte nie dar-
an geglaubt, das es so gut im Laufen
funktionieren würde“, bemerkte
Frenzel, der an allen drei Tagen von
seiner Familie und einem großen
Fanclub seiner Heimatgemeinde Geyer im Erzgebirge ausgiebig gefeiert
wurde.
Der 21. Weltcup-Erfolg seiner
Karriere macht den zweimaligen
Weltmeister nun auch wieder zu einem Top-Favoriten für die WM in
Falun in vier Wochen. „Darauf habe
ich hingearbeitet. Die WM ist und
bleibt mein großes Ziel“, bemerkte
der 26-Jährige, dem die drei SeefeldSiege 300 Weltcuppunkte, einen Siegerscheck über 5000 Euro und eine
Woche Luxusurlaub im Veranstaltungsort einbrachten.
Bundestrainer fehlen die Worte
Bundestrainer Hermann Weinbuch
musste sich angesichts der Dominanz von Frenzel beherrschen, um
keine Superlative zu bemühen. „Unglaublich. Ich frage mich, wo er die
Kraft hernimmt. Er hat an allen drei
Tagen allein das Tempo gemacht,
hatte keinerlei Unterstützung. Hoffentlich hat er nicht zu viel Energie
verbraucht“, meinte der Coach, dem
die Form seines Vorzeigeschützlings
fast ein wenig Angst machte. „Wir
haben in dieser Saison bewusst viel
weniger trainiert mit ihm, um seinem Körper etwas Ruhe zu geben.
Und nun startet er wieder derart
durch. Hoffentlich kann er das Niveau bis zur Weltmeisterschaft halten“, sagte Weinbuch.
Der Coach war aber auch mit der
Mannschaftsleistung
insgesamt
überaus zufrieden. Johannes Rydzek
aus Oberstdorf wurde Vierter, Fabian Rießle belegte den sechsten Platz.
Am Samstag war der Thüringer
Tino Edelmann trotz eines Mageninfekts Dritter geworden. „Wir sind
als Mannschaft verunsichert nach
Seefeld gekommen, hatten Materialprobleme. In Eric Frenzels Schatten
haben sich alle verbessert, wir sind
als Team gemeinsam vorangekommen“, lobte Weinbuch, der mit Blick
auf die Weltmeisterschaft aber nicht
in Euphorie verfallen wollte: „Es ist
eine schöne Momentaufnahme. Das
kann nächste Woche beim Weltcup
in Japan schon wieder ganz anders
aussehen.“ (dpa)
Sohn Philipp gehörte mit zu den ersten Gratulanten.
FOTO: IMAGO
Favoriten erleben Stechen auf der Tribüne
Hans-Dieter Dreher hat
gestern das Weltcupfinale
der Springreiter in Leipzig
gewonnen und sich die
Siegprämie von 40.000
Euro gesichert.
VON RAMONA NAGEL
LEIPZIG — Eine regelrecht Zweiklas-
sengesellschaft erlebten die rund
8000 Zuschauer beim wichtigsten
Wettbewerb der „Partner Pferd“. Favoriten wie Ludger Beerbaum oder
Luziana Diniz mussten das Stechen
auf der Tribüne erleben. Auch Christian Ahlmann, der Leipzig als sein
Wohnzimmer bezeichnet, schied
nach zwei Abwürfen aus, genauso
wie Marcus Ehning. Für sein noch
sehr junges Pferd war der Leipziger
Parcours das erste schwere Springen.
Nur ein Flüchtigkeitsfehler verhinderte den Start unter den Besten.
Fünf bislang wenig dekorierte
Reiter kämpften schließlich um
Punkte und 40.000 Euro Siegprämie.
Der Schnellste von ihnen war HansDieter Dreher. Der Reiter aus dem
baden-württembergischen Eimeldingen benötigte mit dem 14 Jahre
alten Hengst Embassy im Stechen
für seine Nullrunde nur 36,07 Sekunden. Zweiter wurde der Norweger Geir Gulliksen mit Edesa (0 Fehlerpunkte/37,72) vor Luca Maria
Moneta aus Italien mit Connery
(0/38,40).
„Es war ein sehr schwerer Parcours, die Ochser waren richtig
breit“, meinte Dreher. Als letzter ins
Stechen zu gehen, sei aber immer
Hans-Dieter
Dreher
Springreiter
FOTO: HENDRIK SCHMIDT/DPA
ein Vorteil. „Man sieht, was die
Konkurrenz macht und kann sich
darauf einstellen.“
Dreher ist mit Pferden aufgewachsen, sein Vater besaß einen
Reitbetrieb. Mit acht Jahren bestritt
er seine erste Springprüfung. Im
Juniorenalter wurde er zweifacher
Landesmeister von Baden-Württemberg und nahm auch an den Deutschen Junioren-Meisterschaften im
Springreiten teil. Seine Lehre absolvierte er auf dem elterlichen Hof
und arbeitete anschließend drei Jahre als Bereiter im Elsass. Nun wohnt
er in Eimeldingen, Landkreis Lörrach in Baden-Württemberg, und arbeitet dort als sportlicher Leiter
beim Gestüt Grenzland.
Wer im Reiten erfolgreich sein
will, braucht nicht nur Können, sondern auch ein ebenbürtiges und motiviertes Pferd. Das hatte Dreher lange nicht, sondern erst 2011 mit dem
Hengst Magnus Romeo seinen internationalen Durchbruch. Der Hengst
hatte mehrere Reiter, konnte aber
mit keinem so richtig zusammenfinden. Auch Beat Mändli war mit
Magnus Romeo nicht erfolgreich. Er
überzeugte aber den Pferdebesitzer
Paul Bücheler, Hans-Dieter Dreher
das Pferd zum Beritt zu überlassen.
Die Chemie zwischen den beiden
stimmte offenbar. Den ersten großen Erfolg hatte das Team im April
2011 in Italien beim Großen Preis.
Nach dem Sieg beim Weltcupspringen bei den Stuttgart German Masters 2013 ist der Turniersieg in Leipzig sein zweiter größter Erfolg. Leipzig bleibt auf seiner Agenda: „Das
hier ist einfach ein geiles Turnier,
ich komme wieder, zu hundert Prozent.“
Das wird sich machen lassen.
Auch kommendes Jahr wird Leipzig
eine Etappe des Weltcups für
Springreiter sein. Dann soll der Vertrag bis 2021 verlängert werden.
S2 Freie Presse
SPORT
Montag, 19. Januar 2015
Neureuther in
Wengen furios
NACHRICHTEN
FUSSBALL
Frankfurt verlängert
mit Möhlmann
Mit erhobenen Händen und breitem
Grinsen feierte Felix Neureuther am
Samstag in Wengen seinen elften
Weltcupsieg, sein Konkurrent Henrik Kristoffersen ging gar auf die
Knie und zog seinen Helm. Als Dritter fehlte dem Norweger schon fast
eine halbe Sekunde auf Neureuther.
Stefano Gross (Italien) hatte beim
Slalom als Zweiter 0,20 Sekunden
Rückstand auf den Deutschen, der
sich mit einer furiosen Fahrt von
Rang fünf nach vorn gearbeitet hatte. „Das war einfach eine Meisterleistung“, lobte Wolfgang Maier, Alpindirektor des Deutschen Skiverbands: „Und er hat kein Glück gehabt, sondern hat das zu jeder Zeit
souverän nach unten gebracht.“
Eine Woche vor dem Alpin-Klassiker in Kitzbühel und gut zwei Wochen vor der Ski-WM in Vail und
Beaver Creek feierten tausende Fans
Neureuthers Glanzleistung in der
Schweiz. „Es ist großartig, auf diesem Hang zu gewinnen. Für mich
macht es keinen Unterschied, ob
ich Fünfter, Vierter oder Erster bin.
Ich pushe immer“, erklärte Neureuther. Die prestigeträchtige Lauberhorn-Abfahrt gewann gestern
der Österreicher Hannes Reichelt
vor den Schweizern Beat Feuz und
FOTO: PETER KLAUNZER/DPA
Carlo Janka.
FRANKFURT/MAIN — Fußball-Zweitligist FSV Frankfurt hat den Vertrag
mit Trainer Benno Möhlmann um
ein weiteres Jahr bis zum 30. Juni
2016 verlängert. „Benno Möhlmann
ist für viele Übungsleiter ein Trainervorbild, weil er ausgezeichnete
Arbeit abliefert und die Mannschaft
weiter entwickelt. Wir sind froh,
dass er bei uns bleibt“, sagte Frankfurts Sport-Geschäftsführer Uwe
Stöver. Möhlmann ist mit 486 Zweitligaspielen auf der Bank der Rekordhalter im Unterhaus. „Die Vertragsverlängerung zeigt, dass ich mit meinen Arbeitsbedingungen beim FSV
Frankfurt sehr zufrieden bin“, meinte der 60-Jährige. Möhlmann hatte
den FSV in der Winterpause der Saison 2011/12 auf dem Abstiegsrelegationsplatz übernommen. Im Jahr
darauf gelang der vierte Platz. Derzeit ist Frankfurt Tabellen-13. (dpa)
SKISPORT
Kammlauf auf
Anfang März verlegt
KLINGENTHAL — Der für das kommende Wochenende geplante Internationale Kammlauf von Klingenthal
nach Carlsfeld beziehungsweise Johanngeorgenstadt und zurück wird
wegen der zu geringen Schneedecke
verschoben. Vollkommen absagen
will der VSC Klingenthal als Veranstalter die 43. Ausgabe des größten
sächsischen Massenskilaufs nicht.
„Als Ersatztermin für die Rennen ist
das Wochenende vom 6. bis 8. März
vorgesehen“, sagte Cheforganisator
Andreas Hille. Demnach findet am
7. März der Kleine Kammlauf über
5 Kilometer, der Familienlauf über
10 Kilometer und der Internationale
Kammlauf im freien Stil über 26 Kilometer statt. Am 8. März folgen die
klassischen Läufe über 26 und 43 Kilometer. Bereits abgegebene Meldungen behalten ihre Gültigkeit.
Meldeschluss ist der 28. Februar. (pj)
WASSERBALL
750 Fans in Plauen –
Bundesligarekord
PLAUEN — Die Stadt Plauen ist spätes-
tens seit Samstag deutsche Wasserball-Hauptstadt: 750 Zuschauer verfolgten das Spitzenspiel zwischen
dem SVV Plauen und dem OSC Potsdam – so viele wie noch nie bei
einem Bundesligaspiel zuvor. Die
Plauener hatten für die Begegnung
eine Zusatztribüne für 250 Fans im
Stadtbad aufgestellt und mussten
dennoch Interessenten wegen Überfüllung wieder nach Hause schicken. Die Begegnung erfüllte dann
auch alle Erwartungen: Plauen führte lange, lag aber im Schlussviertel
10:11 zurück. Sekunden vor Abpfiff
gelang noch der 11:11-Ausgleich. In
der Hauptrunde B der Deutschen
Wasserballliga führt derzeit der
SC Neustadt mit 11:1 Punkten die
Tabelle vor Potsdam (11:3) und Plauen (10:4) an. (pj)
FRAUENFUSSBALL
Leverkusen gewinnt
letzten Hallenpokal
MAGDEBURG — Die
Fußballerinnen
von Bayer Leverkusen haben in
Magdeburg die 21. und letzte Auflage des DFB-Hallenpokals gewonnen.
Das Team setzte sich im Finale am
Samstag durch ein Neunmetertor
von Turid Knaak mit 1:0 gegen den
VfL Wolfsburg durch. Für die Mannschaft von Trainer Thomas Obliers
war es der erste Titel beim Hallenspektakel. Vor der stimmungsvollen
Kulisse von 4634 Zuschauern blieb
dem 1. FFC Frankfurt und der SGS
Essen nur der gemeinsame dritte
Platz. „Ich spreche für alle Trainer“,
sagte Obliers: „Es war leider das
letzte Turnier. Wir alle bedauern das
Aus sehr und hätten den Hallenpokal gern erhalten.“ Der seit 1994 ausgetragene Hallen-Cup fand zum letzten Mal statt, weil der DFB seinen
Masterplan umsetzt und ab 2016
offizielle Hallenturniere nur noch
nach Futsal-Regeln duldet. (dpa)
Erster Einzelsieg durch Schempp
Beim Heim-Weltcup in
Ruhpolding konnten die
deutschen Skijäger nach
der Nullnummer in Oberhof mit sechs Podestplätzen überzeugen.
VON VOLKER GUNDRUM
RUHPOLDING — Simon
Schempp
blickte erst einmal ratlos um sich,
dann feierte er den ersten Einzelsieg
eines deutschen Biathleten seit einem Jahr mit grenzenloser Erleichterung. „Endlich einmal hat es im
Schlussspurt gereicht“, sagte der
Uhinger gestern nach seinem Triumph beim Heim-Weltcup in Ruhpolding. Zeitgleich setzte sich der
26-Jährige vor dem Franzosen Quentin Fillon Maillet und dem Tschechen Michal Slesinger im Fotofinish
mit einem Vorsprung von acht Zentimetern durch.
17.000 Zuschauer in der Chiemgauarena feierten den stolzen Gewinner, der am Vortag im Sprint
Zweiter geworden war, mit Sprechchören. „Ein Sieg vor Heimpublikum, was will man mehr“, jubelte
der neue Weltcupdritte, der das Rennen am Schießstand gewann. „Viermal Null im Massenstart, das ist natürlich sensationell“, sagte er. Der
bis dato letzte Weltcup-Einzelerfolg
gelang ebenfalls Schempp – vor ei-
nem Jahr bei der Verfolgung in
Antholz. 45 Tage vor der Weltmeisterschaft feierten die deutschen Skijäger mit Teamgeist und simplen
Rezepten tolle Erfolge. „Ich habe
fast den ganzen Tag im Bett gelegen,
habe Muffins gebacken und bei
Zalando bestellt. Das hat mir gut getan“, sagte Franziska Preuß gestern
nach Platz zwei im Massenstart.
Arnd Peiffer, am Vortag im Sprint
Dritter hinter dem Norweger Johannes Tinges Boe und Schempp, blieb
bei seinem Coup ebenfalls locker.
„Ich habe nicht an Top acht, Top 15,
Quali und das ganze Gedöns gedacht“, verriet der Ex-Weltmeister.
„Der Verdacht liegt nah, dass ich
mich ein bisschen zu viel mit der Zu-
kunft beschäftigt habe.“ Jetzt ist der
27-Jährige wieder voll und ganz im
Geschäft. Darauf hofft auch Miriam
Gössner. Die Garmischerin wurde
in die zweite Liga versetzt, um sich
Selbstvertrauen zu holen. Abseits
des Trubels schaffte die 24-Jährige
gleich drei Siege am Stück. „Ich fühle mich jetzt richtig gut und habe
viel Spaß im IBU-Cup“, sagte sie.
„Man sollte jetzt im Weltcup
nicht gleich Top-Ten-Plätze von Miriam verlangen“, sagte Magdalena
Neuner. Die Rekordweltmeisterin
außer Dienst freute sich über ein
beinahe schon unglaubliches Rennen von Preuß. Die 20-Jährige musste im Massenstart nur die dreimalige
Olympiasiegerin Darja Domratsche-
Simon Schempp (rechts) überquerte die Ziellinie ganz knapp vor dem Franzosen Quentin Fillon Maillet (links).
FOTO: KARL-JOSEF HILDENBRAND/DPA
wa ziehen lassen. „Ich bin stolz auf
die Franzi. Es ist schön, dass jetzt
endlich mal das Podest in
einem Einzelrennen gekommen ist.
Darauf können wir aufbauen“, sagte
Bundestrainer Gerald Hönig. Bislang hatte sein neu formiertes Team
nur in den Staffelrennen überzeugen können.
Als es vollbracht war, sprang
Preuß mit einem strahlenden
Lächeln auf das Podest. „Irgendwie
kann man es nicht so richtig glauben, dass man unter die ersten Drei
gelaufen ist“, sagte sie. Nach Platz
42 im Sprint wurde sie in ihrer
Heimat mit Sprechchören gefeiert.
Beim vierten und entscheidenden
Schießen hatte der Youngster alle
fünf Scheiben getroffen, überholte
auf der Schlussrunde zwei vor ihr
laufende Konkurrentinnen.
Männer-Trainer Andreas Stitzl
betonte: „Wir haben uns durch die
schwächeren Ergebnisse in Pokljuka
oder Oberhof nicht aus der Ruhe
bringen lassen, sondern immer an
das Team geglaubt.“ Da hatten
Schempp und Peiffer das zweite
Doppel-Podium der Saison geholt.
Benedikt Doll als Sechster und Daniel Böhm als Neunter komplettierten
das starke Sprint-Ergebnis.
Im Massenstart mit sechs Deutschen schaffte es Peiffer als Neunter
ebenfalls in die Top Ten. Nach dem
Sprint bedankte er sich bei seinem
WG-Kumpel Böhm, der ihm die bessere Startnummer überlassen hatte:
„Das hat mich echt gerührt.“ (dpa)
Henri Anier
zurück nach
Schottland
Angreifer verlässt den
Fußball-Zweitligisten Aue
AUE — Fußball-Zweitligist FC Erzgebirge Aue und Angreifer Henri
Anier gehen getrennte Wege. Der
Vertrag mit dem 24 Jahre alten Esten
– vor der Saison als Nachfolger von
Torjäger Jakub Sylvestr verpflichtet
– wurde mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Anier bestritt lediglich sechs
Zweitligapartien für die Auer. Dabei
war er als großer Hoffnungsträger
ins Erzgebirge gewechselt und sollte
den 15-fachen Saisontorschützen
Sylvestr möglichst gleichwertig
ersetzen. Der Transfer vom FC Motherwell zum FCE kostete die Auer
im Sommer 350.000 Euro Ablöse.
Nun kehrt Anier nach Schottland
zurück. Er unterschrieb einen Vertrag bis 2017 beim Tabellendritten
der ersten Liga, Dundee United FC.
Die Auer bestreiten heute in Lara
ein weiteres Testspiel. Gegner ist um
15 Uhr Dinamo Bukarest. Angreifer
Kwame Karikari wird dabei nicht
zum Einsatz kommen. Der 22 Jahre
alte Ghanaer, zuletzt bei AIK Stockholm in der ersten Liga Schwedens
am Ball, musste das Probetraining
bereits nach einer Einheit wieder
beenden. „Er war am Samstagvormittag mit auf dem Platz. Doch wir
haben festgestellt, dass er uns nicht
weiterhilft“, erklärte Aues Cheftrainer Tomislav Stipic. (om)
VfL weist Vorwürfe nach Malanda-Tod zurück
Trotz der Unfall-Tragödie
sieht sich Fußball-Bundesligist Wolfsburg für die
Rückrunde gewappnet.
Manager Allofs wehrt sich
gegen Kritik aus Belgien.
VON CARSTEN LAPPE
PORT ELIZABETH — Der VfL Wolfsburg hat Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Unfalltod seines
Spielers Junior Malanda zurückgewiesen. Manager Klaus Allofs wehrte sich gegen Kritik, Fußballclubs
stellten jungen Profis zu schnelle
und leistungsstarke Autos zur Verfügung. „Es geht in erster Linie darum,
unsere Spieler mit sicheren Autos
auszustatten. Es gibt kaum ein
sichereres Auto als das, mit dem die
drei unterwegs waren. Das zeigt
schon die Tatsache, dass die anderen
beiden, die angeschnallt waren, diesen Unfall beinahe verletzungsfrei
überstanden haben“, sagte Allofs der
„Bild am Sonntag“.
Der 20 Jahre alte Malanda war am
10. Januar bei einem Autounfall getötet worden. Der Belgier saß unangeschnallt auf dem Rücksitz seines
VW Touareg, der bei überhöhter Geschwindigkeit und Starkregen von
der Fahrbahn abgekommen war.
Gegen den Fahrer Anthony D’Alberto vom RSC Anderlecht ermittelt die
Polizei wegen des Verdachts der
fahrlässigen Tötung.
Allofs wies auch den Vorwurf zurück, der VfL habe seine Fürsorgepflicht nicht ernst genug genommen. Nach Malandas Tod hatte der
belgische Jugendmanager Peter
Smeets die Wolfsburger Verantwort-
lichen kritisiert. „Es gibt im Leben
Menschen, die sich im richtigen Moment zu Wort melden. Und solche,
die den falschen Moment wählen.
Ich glaube, hier ist Letzteres geschehen. Das war überflüssig“, sagte Allofs dazu. Smeets hatte angemerkt,
dass Malandas Wagen in dem halben Jahr vor dem Unfall angeblich
zehnmal mit einer Geschwindigkeit
von mehr als 200 Kilometern pro
Stunde geblitzt worden sei. Malanda
habe dabei „fast nie“ am Steuer gesessen. „Das Problem liegt vor allem
bei den Vereinen“, meinte Smeets:
„Sie schauen weg oder wagen es
nicht, streng zu sein, aus Angst, dass
ihr Spitzentalent sich etwas anderes
sucht.“ Malanda sei „Opfer seiner falschen Freunde“ geworden.
„Was heißt denn schlechter Umgang? Bei seinem Unfall war er mit
zwei jungen Fußballern unterwegs.
Das zeigt doch, dass er sich nicht in
einem schwierigen Umfeld bewegte. Das waren Fußballer, die zusammen Spaß hatten“, meinte Allofs.
Morgen wird Malanda in Brüssel
beigesetzt. Spieler und Verantwortliche des VfL reisen dazu an.
Der Bundesligist beendete gestern sein Trainingslager in Kapstadt/
Südafrika. Auf dem Platz bemühe
man sich um Normalität, sagte Trainer Dieter Hecking: „Ich versuche
der Mannschaft vorzuleben, dass es
weitergeht. Wir wählen wieder die
normale Ansprache.“ Im Interview
des Fachmagazins „kicker“ offenbarte der Coach des Tabellenzweiten
auch seine Unsicherheit in der aktuellen Situation, die „ein ganz schwieriger Spagat“ sei: „Ich weiß, ich kann
nicht alles richtig machen. Wir müssen uns auf die Rückrunde vorbereiten, da können wir uns nicht noch
zwei, drei Wochen völlig zurückhalten.“ (dpa)
VfL-Trainer Dieter Hecking beendete
gestern mit seiner Mannschaft das
Trainingslager in Kapstadt. FOTO: DPA
SPORT
Montag, 19. Januar 2015
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Freie Presse
Große Geste: DSV-Adler spenden
Prämie für verletzten Amerikaner
Severin Freund, Richard
Freitag & Co gewinnen
beim Weltcup in Zakopane
den Mannschaftswettbewerb und zeigen auf und
neben der Schanze Größe.
Freund fliegt auch im
Einzel aufs Podest.
OBERHOF — Einen Monat vor der
Weltmeisterschaft schalten die
deutschen Rodler wieder in den Unschlagbar-Modus. Beim Weltcup in
Oberhof ließen die Schlitten-Asse
um die Olympiasieger Felix Loch,
Natalie Geisenberger und Tobias
Wendl/Tobias Arlt der Konkurrenz
einmal mehr keine Chance und hatten ob ihrer Dominanz sogar Mitleid
mit den jeweils zweitplatzierten
Teamkollegen. „So langsam fahren
wir uns ein für die WM“, sagte Loch.
Im Lettland steigt Mitte Februar der
Höhepunkt der Saison, die von den
Deutschen bisher dominiert wird.
„Ich weiß nicht, was ich sagen soll.
Es läuft bombastisch“, sagte Geisenberger.
ZAKOPANE — Erst
3573216-10-1
NACHRICHTEN
MOTORSPORT
Al-Attiyah gewinnt
Rallye Dakar erneut
BUENOS AIRE — Der Katarer Nasser
Al-Attiyah hat zum zweiten Mal die
Rallye Dakar gewonnen. Im Mini
des hessischen X-raid-Teams genügte dem 44-Jährigen am Samstag auf
der Schlussetappe nach Buenos Aires ein dritter Platz zum souveränen
Gesamtsieg. Al-Attiyah hatte das
Offroad-Abenteuer in Südamerika
bereits 2011 für sich entschieden.
In der Gesamtwertung hatte er am
Ende mehr als 35 Minuten Vorsprung auf Giniel de Villiers aus
Südafrika und dessen deutschen
Co-Piloten Dirk von Zitzewitz im
Toyota. Es war der vierte Triumph in
Serie für den X-raid-Rennstall. Bei
den Motorrädern holte sich der Spanier Marc Coma auf KTM zum fünften Mal den Gesamtsieg. Er distanzierte den Portugiesen Paulo Goncalves um knapp 17 Minuten. (dpa)
GOLF
Kaymer verspielt
Sieg in Abu Dhabi
ABU DHABI — Martin Kaymer hat auf
der Schlussrunde der Abu Dhabi
Golf Championship einen ZehnSchläge-Vorsprung verspielt und
seinen vierten Sieg in dem Emirat
verpasst. Der US-Open-Sieger aus
Mettmann brauchte gestern 75 Versuche und wurde mit insgesamt 271
(64+67+65+75) Schlägen nur Dritter.
Den Siegerscheck holte sich der
22 Jahre alte Franzose Gary Stal mit
zwei Schlägen Vorsprung. Zweiter
wurde der Weltranglistenerste Rory
McIlroy aus Nordirland mit 270
Schlägen. (dpa)
RADSPORT
Kittel entscheidet
Kriterium für sich
führten Richard
Freitag und Severin Freund die deutschen Ski-Adler im Hexenkessel von
Zakopane zum überlegenen Sieg
im Teamwettbewerb. Dann bejubelte Letztgenannter beim Heim-Triumph von Kamil Stoch Rang drei im
Einzel. Doch noch wertvoller als
der sportliche Erfolg war eine großartige menschliche Geste. Mit der
Spende ihrer Siegprämie von 30.000
Schweizer Franken aus dem Mannschaftsspringen für den nach einem
schweren Sturz an der Wirbelsäule
verletzten Amerikaner Nick Fairall
bewiesen die DSV-Adler beim
Weltcup auch abseits der Schanze
Größe.
„Dem Kerl geht es wirklich nicht
gut. Er hat eine lange Reha-Phase vor
sich. Wir haben uns zusammengesetzt und sind im Team auf die Idee
gekommen, unser Preisgeld zu stiften. Wir denken, das ist angebracht“,
sagte Routinier Michael Neumayer
am Samstagabend nach dem Erfolg
im Mannschafts-Weltcup vor Österreich und Slowenien.
Im Einzel zeigte dann aus dem
deutschen Team nur Freund sportliches Format. In einem hochklassigen Wettbewerb musste er gestern
nach Sprüngen auf 131 und 133 Meter lediglich dem von 30.000 Fans
frenetisch gefeierten Doppel-Olympiasieger Stoch und Vierschanzentourneegewinner Stefan Kraft aus
Österreich den Vortritt lassen. „Es
war ein absolut cooler Wettkampf
Natalie
Geisenberger
Rennrodlerin
FOTO: JENS-ULLRICH-KOCH/DPA
Richard Freitag, Marinus Kraus, Michael Neumayer und Severin Freund (von links) jubeln nach dem Sieg im MannFOTO: IMAGO
schaftsspringen von Zakopane.
mit einem verdienten Sieger. Bei mir
war leider kein Bombensprung wie
am Vortag dabei“, sagte Freund.
Nicht so gut lief es für seine Kollegen. Der Breitenbrunner Richard
Freitag konnte nicht an seine tolle
Vorstellung im Team anknüpfen
und wurde nur 13. Markus Eisenbichler landete direkt dahinter auf
Rang 14. Weltcup-Punkte sammelten auch Neumayer als 20. und Stephan Leyhe auf Platz 24.
Freund fehlten am Ende etwas
mehr als neun Punkte zum Sieg, den
er am Samstag als Schlussspringer
für die deutsche Mannschaft abgesichert hatte. Schon bei der Landung
nach seinem finalen Sprung auf
134 Meter hatte der 26-Jährige geju-
belt. „Ich hatte zwei gute Sprünge.
Vor allem der zweite war großartig“,
befand Freund.
Am Ende setzte sich das DSVQuartett, dem außerdem noch Neumayer, Kraus und Freitag angehörten, deutlich durch. „Wir haben uns
vor der Saison geschworen, in jedem
Wettkampf gut springen zu wollen.
Das haben wir heute getan. Vor
solch einem Publikum und mit
solchen Kollegen ist es einfach nur
geil“, schwelgte Freund nach dem
zweiten Team-Sieg im WM-Winter.
Der 26-Jährige hatte schon zuletzt mit einem Sieg beim Skifliegen
am Kulm und Rang drei in Wisla seine Klasse demonstriert. In der Weltcup-Gesamtwertung ist er mit 753
Trainer nur mit Herrmann zufrieden
Punkten Vierter hinter den Österreichern Kraft (877) und Michael Hayböck (799) sowie dem Slowenen Peter Prevc (764).
Gefreut haben dürften sich
Freund & Co. über die neuesten Informationen aus dem Krankenhaus
in Schwarzach, wo Fairall nach seinem Crash beim Tournee-Finale in
Bischofshofen liegt. „Nick ist in einem stabilen Zustand und macht jeden Tag Fortschritte. Er hat mit der
Rehabilitation begonnen und ist auf
dem Weg der Besserung“, teilte der
US-Skiverband am Samstag mit. Eine Verlegung des 25-Jährigen in seine Heimat sei aber wegen der ebenfalls erlittenen inneren Verletzungen noch nicht möglich. (dpa)
SKELETON
Skilanglauf: Oberwiesenthalerin belegt mit Partnerin Kolb Rang vier im Teamsprint
Jungk fällt im
Schneetreiben zurück
OTEPÄÄ — Die
KÖNIGSSEE — Skeletonpilot
Oberwiesenthalerin
Denise Herrmann und Hanna Kolb
haben gestern beim Langlauf-Welcup in Otepää im Teamsprint der
Damen mit Platz vier für die beste
deutsche Platzierung gesorgt. Beim
Sieg der Schwedinnen Ida Ingemarsdotter und Stina Nilsson war das
Podest aber nie in Reichweite. Dennoch lobte Ullrich vor allem Herrmann: „Sie hat eine Topleistung abgeliefert.“ Weil Kolb auf ihrer Schleife immer wieder Boden verlor, musste Herrmann Runde für Runde eine
große Lücke schließen. Am Ende
reichte es immerhin noch zum vier-
Deutsche
Rodler lassen
Konkurrenz
keine Chance
Geisenberger, Loch,
das Doppel und die Staffel
siegen in Oberhof
VON ERIC TOBIAS
S3
Denise
Herrmann
Skilangläuferin
FOTO: RALF WENDLAND/ARCHIV
ten Platz. „Das war ein Signal, dass
wir das Potenzial haben, uns in dieser Disziplin weiter zu bewegen. Es
war auffällig, dass man Distanzläufer braucht. Reine Sprinter haben es
schwer“, befand Ullrich.
Den Trip nach Estland hätte sich
Josef Wenzl schenken können. Nach
einem verkorksten Wochenende
droht dem Routinier bei der WM
die Zuschauerrolle. Nachdem der
30-Jährige im Klassik-Wettbewerb
schon in der Qualifikation hängen
blieb, verpasste er 24 Stunden später
im Freistil-Teamsprint – die Russen
Alexej Petuchow und Sergej Ustjugowan siegten – an der Seite von
Lennart Metz erneut das Finale und
steht vier Wochen vor den Titelkämpfen in Falun noch ohne Norm
da. „Diese Situation stellt uns natürlich nicht zufrieden. Es wird immer
enger in Richtung WM“, sagte Frank
Ullrich mit besorgter Miene. (dpa)
Kilian
von Schleinitz hat mit Platz sechs
für sein bislang bestes Weltcup-Resultat gesorgt. Der Lokalmatador
aus Königssee verbesserte sich am
Samstag im zweiten Durchgang von
Rang elf auf Platz sechs. Den Sieg
sicherte sich der Russe Alexander
Tretjakow vor dem Letten Martins
Dukurs, der nach drei Siegen die erste Niederlage hinnehmen musste.
Der nach Durchgang eins auf Rang
vier liegende Axel Jungk aus Riesa
fiel aufgrund des einsetzenden
Schneetreibens auf Rang sieben zurück. (dpa)
Die Miesbacherin ist nicht zu
schlagen – dabei war die 26-Jährige
in der Nacht noch von starken Rückenschmerzen geplagt worden, am
Morgen bekam sie eine Spritze. Den
Angriff von Tatjana Hüfner und
Dajana Eitberger, die wie Andi Langenhan und die Doppelsitzer Toni Eggert und Sascha Benecken den von
Freunden, Fans und Familie an der
Bahn erhofften Heimsieg verpassten, wehrte sie trotzdem ab. „In Königssee zu gewinnen, war schöner,
hier zu gewinnen, war wichtiger“,
erklärte Geisenberger. In der Gesamtwertung führt sie nach sechs
Siegen in bislang sieben Saisonrennen mit 195 Zählern vor Hüfner. Die
Oberwiesenthalerin Anke Wischnewski, die in Oberhof Vierte wurde,
liegt auch im Weltcup auf Rang vier.
Für die Lokalmatadorin Hüfner
endete das Rennen auf der Traditionsbahn versöhnlich mit einem
umjubelten Bahnrekord im zweiten
Lauf. „Das entschädigt ein bisschen“,
sagte die 31-Jährige, die zuversichtlich in die nächsten Rennen in Winterberg und Lillehammer geht. „Der
Trend zeigt nach oben. Ich muss
noch am Schlitten tüfteln. Aber jetzt
haben wir noch zwei Weltcups, um
uns auf die WM einzuschießen.“
„Wir sind in der direkten Vorbereitung auf die WM“, sagte Trainer
Norbert Loch, der seinen WM-Kader
bis auf je einen Starter bei den Männern und Frauen beisammen hat.
„Das sind sehr stabile Leistungen,
auf das ganze Team gerechnet, sind
wir bei 80 bis 90 Prozent.“ Der standesgemäße Erfolg in der Staffel vor
den USA und Russland rundete das
Wochenende mit acht von zehn
möglichen Podestplätzen ab. (dpa)
ADELAID — Marcel Kittel hat den ers-
ten Sieg für den neuen deutschen
Giant-Alpecin-Rennstall erkämpft.
Der Top-Sprinter entschied gestern
wie im Vorjahr das 51 Kilometer lange Kriterium im australischen Adelaide souverän für sich. Kittel verwies den Spanier Juan Jose Lobato
und den Niederländer Wouter Wippert auf die Plätze zwei und drei. Der
26-Jährige aus Erfurt wird daher mit
dem Trikot des Führenden in die
morgen beginnende Tour Down Under starten. Für das Gesamtklassement des Rennens zählt Kittels Sieg
in Adelaide allerdings nicht. (dpa)
Arndt meldet sich mit Sieg zurück
Trotz seines üblen Sturzes
in Altenberg wagte der
Bob-Weltmeister einen
Start in Königssee. Der
Oberhofer siegte ebenso
wie Cathleen Martini.
KÖNIGSSEE — Nicht mal die Nachwir-
KURZ GEMELDET
CPSV verliert knapp
BAD SODEN — Die Chemnitzer Volleyball-Damen haben gestern ihr
Auswärtsspiel bei der TG Bad Soden
knapp mit 2:3 (25:22, 24:26, 21:25,
25:21, 8:15) verloren. Damit belegen
die CPSV-Volleys in der 2. Bundesliga weiter den letzten Tabellenplatz. (dpa)
Maximilian Arndt bringt die siegreiche Fuhre ins Ziel.
FOTO: NAUPOLD/DPA
kungen einer schweren Gehirnerschütterung konnten Weltmeister
Maximilian Arndt bremsen. Nur
eine Woche nach seinem schweren
Sturz in Altenberg gewann der Oberhofer gestern den Viererbob-Weltcup in Königssee. Nach zwei Durchgängen verwies Arndt mit Kevin
Korona, Alexander Rödiger und Ben
Heber den Riesaer Nico Walther und
dessen Crew um zwei Hundertstel-
sekunden auf den zweiten Rang.
„Ich liebe solche Rennen, es war
extrem spannend. Schade, dass Francesco einen Fehler hatte, sonst wäre
der Dreifachsieg perfekt gewesen“,
sagte Arndt.
Dritter wurde der Lette Oskar
Melbardis, nachdem ZweierbobWeltmeister Francesco Friedrich aus
Oberbärenburg im zweiten Durchgang gepatzt hatte. Nicht zu bezwingen war aber Arndt, obwohl er
wegen seiner Verletzungen mit vier
Tagen Verspätung an den Königssee
gereist war. Wie schon in Lake Placid meldete sich der 27-Jährige nach
einem Sturz aber mit einem Sieg zurück. „Auf solche Serien verzichte
ich aber gerne“, sagte der Thüringer
schmunzelnd und gab auch gesundheitlich Entwarnung: „Dem Kopf
geht’s gut, auch wenn ich etwas nervöser war als sonst.“
Mit seinem vierten Podiumsplatz
in Serie etablierte sich Youngster
Walther, der am Samstag mit dem
kleinen Schlitten hinter dem
Schweizer Beat Hefti ebenfalls Zweiter wurde. Auf Rang drei landete der
Kanadier Justin Kripps.
In der Königsklasse musste Walther seine Führung nach dem ersten
Durchgang an Routinier Arndt abgeben. „Im ersten Moment ärgert
man sich natürlich über den winzigen Abstand. Doch insgesamt ist
unser Team natürlich mit dem
Wochenende zufrieden“, sagte der
Sachse und betonte: „Ich habe gerade einen Lauf, da geht es fast von
allein.“
Für Cathleen Martini war der
Abschied vom Königssee ein ganz
besonderes Erlebnis. Nach dem
Sturz von Favoritin Elana Meyers
Taylor aus den USA, die zuvor in drei
Rennen der Saison dreimal gewonnen hatte, stand sie plötzlich ganz
oben auf dem Siegertreppchen. Im
Ziel hüpfte die Bob-Pilotin wie beim
WM-Titel 2011 an gleicher Stelle
vor Glück und weinte bei der Siegerehrung. „Das ist der absolute Wahnsinn. Für mich schließt sich hier der
Kreis“, sagte die Oberbärenburgerin.
Dabei war sie zu Saisonbeginn wegen fehlender Startnormen nicht für
das Weltcup-Team berücksichtigt
worden. „So gut wie Cathleen fährt
hier keine andere Pilotin“, sagte
Cheftrainer Christoph Langen, der
ihr nochmal eine Chance eingeräumt hatte. (dpa)
EIN VIDEO zu einer Bobfahrt
in Königssee können Sie aufrufen, wenn Sie diesen Code
mit dem Smartphone scannen. » www.freiepresse.de/koenigssee
S4 Freie Presse
NACHRICHTEN
BASKETBALL
Erfolgserlebnis für
BV Chemnitz
CHEMNITZ — Der Basketball-Pro-A-Li-
gist BV Chemnitz 99 konnte sich am
Sonnabend vor 1617 Zuschauern
wieder ein Erfolgserlebnis verschaffen. Nach fünf Niederlagen in Folge
gewannen die Niners, bei denen
Andre Calvin und Walter Simon
verletzungsbedingt fehlten, gegen
Essen mit 62:57 (26:20). Mehrfach
führte die BV mit neun Punkten.
Kurz vor dem Schluss kamen die
Gäste aber noch einmal auf einen
Zähler heran. Jedoch verteidigten
die Chemnitzer den Erfolg bis zur
Ende. „Ich bin stolz auf die Mannschaft. Auf beiden Seiten haben
wichtige Spieler gefehlt. Das hat
sich ausgeglichen. Wir haben exzellent verteidigt. In der Offensive sind
wir nach den Niederlagen der letzten Zeit nicht locker genug“, sagte
Trainer Kai Buchmann. (jz)
BV: Wilson (10), Matthews (13), Mixich, Richter, Heide (4), Osborne (4), Knutson (18), Bellscheidt (9), Cardenas (4), Mahfouz.
ROLLSTUHLBASKETBALL
BSC Rollers
gewinnen knapp
KÖLN — Mit einem blauen Auge sind
die BSC Rollers Zwickau im Bundesligaspiel gegen den RBC Köln 99ers
davongekommen. Die Zwickauer
gewannen denkbar knapp mit 55:54
(Halbzeitstand: 30:20). Das erste
Viertel wurde von Halbdistanzwürfen seitens des Gastgebers bestimmt.
Den Muldestädtern gelang es dabei
nicht, Nationalspielerin Mohnen in
ihren Abschlusshandlungen entscheidend zu stören. So führten die
Kölner nach dem ersten Viertel 10:8.
Danach agierten jedoch die BSC Rollers taktisch cleverer, führten zum
Ende des zweiten Viertel mit 12:10
und setzten sich im dritten Viertel
19:16 durch. Einem Krimi gleich gestaltete sich das letzte Viertel. Vier
Minuten vor Schluss schafften es die
Zwickauer, wieder in Führung zu gehen. 90 Sekunden vor dem Ende
hieß es zwar 55:50 für die Gäste,
doch die Kölner zeigten ihr Potenzial und legten zwei Körbe nach. Das
reichten allerdings nicht mehr aus,
um die Begegnung noch zu kippen.
In den nächsten Partien müssen die
Zwickauer nun zulegen, um die
Bundesliga-Aufgaben zu bewältigen. (ck)
BSC ROLLERS ZWICKAU: Zwickau: Erben
18, Möller 18, Pohlmann 15, Sealy 4, Doody,
Mayer, Kittlaus, Polacek, Kenyon, Gehse
SPORT
Handballer
müssen für Sieg
hart arbeiten
Gegen Russland gewann
das deutsche Team sein
zweites Spiel bei der WM
in Katar. Damit liegt die
Mannschaft von Trainer
Sigurdsson klar auf
Achtelfinalkurs.
VON MARTIN KLOTH
DOHA — Uwe Gensheimer und Co.
feierten mit Luftsprüngen den zweiten WM-Coup, Bundestrainer Dagur Sigurdsson nahm nach dem
Nervenkrimi erleichtert auf der
Bank Platz. In einem hochdramatischen Spiel kamen die deutschen
Handballer beim 27:26 (9:13) gegen
Russland gestern zu ihrem zweiten
Uwe
Gensheimer
Kapitän der
deutschen Handballer
FOTO: IMAGO
Sieg im zweiten Gruppenspiel der
WMin Katar und bewiesen mit einer tollen Aufholjagd in der zweiten
Halbzeit Moral. Mit vier Punkten
übernahm die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) auch
die Tabellenführung in der Vorrundengruppe D und liegt klar auf Achtelfinalkurs. Vor nur rund 3500 Zuschauern in der riesigen Lusail Multipurpose Hall in Doha warf Kapitän
Uwe Gensheimer neun Tore. Nächster Gegner ist morgen (19.00 Uhr
MEZ/ Sky) Staffelfavorit Dänemark.
„Insgesamt war das nicht so überzeugend wie das erste Spiel. Aber
solche Spiele muss man auch gewinnen. Jetzt haben wir morgen vielleicht schon das Spiel um den Gruppensieg. Carsten Lichtlein hat in den
entscheidenden Phasen wichtige
Bälle gehalten“, sagte der frühere
Weltmeister-Trainer Heiner Brand.
Zum Auftakt hatten die Deutschen
Polen mit 29:26 bezwungen.
Diesmal war es deutlich enger.
Nach einem Vier-Tore-Rückstand
lag das DHB-Team kurz vor Schluss
mit drei Toren Vorsprung in Führung, ehe die Russen aufdrehten.
Doch das letzte Zuspiel ging ins Leere. Es war ein schweres Stück Arbeit,
wie Sigurdsson vorausgesagt hatte.
„Wir brauchen eine gute Abwehr
und ein paar Gegenstoßtore. Ich
muss sehen, welche Spieler zu den
Russen passen“, hatte der Coach ausgegeben.
Doch seine Stammsieben tat sich
schwer. Von Beginn an lief sein
Team einem Rückstand hinterher.
Schon beim 3:5 (12.) nahm der Isländer eine erste Auszeit und versuchte,
seine Spieler wachzurütteln. Mit
einem anschließenden Zwischenspurt glich die DHB-Auswahl zum
6:6 (16.) aus. Doch statt nun konzentrierter zu Werke zu gehen, erwies
sich die Phase nur als Strohfeuer. Vor
allem die Angriffsschwäche machte
dem deutschen Team zu schaffen.
Gerade einmal jeder zweite Wurf
landete im russischen Tor. Selbst in
personeller Überzahl kassierte es
durch leichtfertige Ballverluste im
Angriff Gegentore.
Sigurdsson versuchte gegenzusteuern und probierte vor allem auf
der Position im linken Rückraum
sein gesamtes Personal aus. Nach
Paul Drux kam Fabian Böhm zum
Einsatz und in der Schlussphase der
ersten Halbzeit sollte Stefan Kneer
für Impulse, Torgefahr und mehr
Sicherheit sorgen. Doch alle Maßnahmen fruchteten nicht. Dem 7:10
(23.) folgte zur Pause ein 9:13-Rückstand. In der Halbzeit fachsimpelten
Brand und Martin Schwalb, der
Hamburg zum Champions-LeagueSieg geführt hatte, auf der Tribüne
über die unübersehbaren Schwächen im deutschen Team. „Aus dem
Rückraum fehlt der Druck, außer
von Weinhold. Da muss mehr Power
von hinten kommen“, sagte Brand.
Mit mehr Mut und Entschlossenheit ging die deutsche Mannschaft
in der zweiten Hälfte zu Werke und
schaffte beim 14:14 (35.) zum zweiten Mal im Spiel den Ausgleich.
Kneer krönte die Aufholjagd in
Überzahl mit dem Treffer zum 18:17
(41.) und der ersten Führung. Beim
25:22 (51.) lag das DHB-Team mit
drei Toren vorn, musste aber trotzdem bis zum Ende um den Erfolg
bangen. (dpa)
Montag, 19. Januar 2015
Max Heß knackt Uralt-Rekord
Basketball: Nach erneuter
Niederlage auf Abstiegsplatz
BAD AIBLING — Für Basketball-Bun-
desligist Chem-Cats aus Chemnitz
hat am Sonnabend die Reise in den
Süden des Landes nichts gebracht.
Die „Katzen“ kehrten vom Kellerduell in Bad Aibling mit einer 50:63
(33:36)-Niederlage zurück. Der Kontrahent, Schlusslicht der Tabelle,
schaffte damit erst seinen zweiten
Saisonsieg. Die Chem-Cats mussten
den vierten Punktspielverlust in Folge einstecken. Zu allem Überfluss
zog sich Liene Priede noch eine
Andreas
Wagner
Chem-Cats-Präsident
FOTO: ANDREAS SEIDEL/ARCHIV
Nach fast 41 Jahren hat der Chemnitzer Max Heß einen Uralt-Rekord der
deutschen Leichtathletik im Weitsprung geknackt. Der 18-jährige LACAthlet, der im Vorjahr Dreisprung-Silber bei der Junioren-WM gewonnen hatte, segelte bei den sächsischen Hallenmeisterschaften am Sonnabend in Chemnitz auf starke 8,03 Meter. Mit seinem ersten Sprung
über 8,00 Meter schaffte Max Heß zum einen die Norm (7,95 m) für die
Hallen-EM in Prag. Zum anderen verbesserte er den deutschen U20-Rekord, den der Berliner Frank Wartenberg. (8,01 m) seit dem
23. Februar 1974 hielt. „Eine Bombe. Max hat gezeigt, was geht. Dabei
war der Sprung noch nicht einmal optimal“, freute sich Harry Marusch,
der mit seinen Schützlingen gerade aus einem Trainingslager in Teneriffa zurück ist. Dort hatte sich die gute Form von Max Heß, aber auch von
Kristin Gierisch bereits angedeutet. Die EM-Neunte im Dreisprung stellte im Weitsprung mit 6,46 m eine neue Bestleistung auf. Pech hatte sie
in ihrer Spezialdisziplin. Wegen einer Kapselverletzung musste die
LAC-Athletin gestern den Dreisprung-Wettbewerb abbrechen. FOTO; IMAGO
WINTERSPORT
Langlauf
Weltcup in Otepää/Estland:
Damen: 1,2 km Sprint/klassisch: 1. Østberg
(Norwegen) 3:20,18 min; 2. Nilsson (Schweden) 0,60 s zur.; 3. Brun-Lie 2,29; 4. Falla
(beide Norwegen) 3,67; 5. Schapowalowa
(Russland) 4,78; 6. Pajala (Schweden) 5,99;
7. Harsem (Norwegen); 8. Ingemarsdotter
(Schweden); 9. Gjeitnes (Norwegen); 10.
Öberg (Schweden); 20. Ringwald (Schonach);
21. Herrmann (Oberwiesenthal); 22. Kolb
(Buchenberg); 25. Carl (Zella-Mehlis); 29. Anger (Oberstdorf).
6x 1,2 km Team-Sprint/klassisch: 1. Ingemarsdotter/Nilsson 16:11,13 min; 2. Falla/Østberg 16:11,98; 3. Kowalczyk/Jaskowiec
(Polen)
16:12,08;
4.
Kolb/Herrmann
16:27:67; 5. Kyllönen/Parmakoski (Finnland)
16:28,77;
6.
Sargent/Brennan
(USA)
16:29,27; 7. Dozenko/Matweewa (Russland)
16:29,56; 8. Saarinen/Sarasoja-Lilja (Finnland) 16:30,99; 9. Pajala/Falk (Schweden)
16:44,17; 15. Ringwald/Carl (Schonach/Zella-Mehlis) Halbfinale.
Herren: 1,5 km Sprint/klassisch: 1. Northug
(Norwegen) 3:50,59 min; 2. Hattestad (Norwegen) 1,57; 3. Ketelae (Finnland) 1,57; 4.
Golberg (Norwegen) 6,28; 5. Krogh 9,23; 6.
Fossli 10,26; 7. Brandsdal (alle Norwegen)
Halbfinale; 8. Bakken (Norwegen); 9. Jönsson
(Schweden); 10. Panschinski (Russland); 27.
Eisenlauer (Sonthofen); 37. Weeger (Hirschau); 39. Wenzl (Zwiesel); 48. Metz (Oberwiesenthal).
6x 1,5 km Team-Sprint/klassisch: 1. Petuchow/Ustjugow (Russland) 19:39,10 min; 2.
Gløersen/Krogh (Norwegen) 19:39,50; 3. Nöckler/Pellegrino (Italien) 19:52,05; 4.
Schaad/Cologna (Schweiz) 19:54,81; 5. Vigen
Hattestad/Golberg (Norwegen) 19:55,67; 6.
Parfenow/Morilow (Russland) 19:56,81; 7.
Kreczmer/Starega (Polen) 20:01,26; 8. Cockney/Valjas (Kanada) 20:01,90; 9. Strandvall/Hakola (Finnland) 20:07,92; 12. Weeger/
Eisenlauer Halbfinale; 20. Metz/Wenzl.
Skispringen
Weltcup in Zakopane/Polen: Mannschaft,
Großschanze: 1. Deutschland (Neumayer/Berchtesgaden
120,0/119,5
m,
Kraus/Oberaudorf 120,0/122,5, Freitag/Aue
130,5/132,5,
Freund/Rastbüchl
128,0/
Chem-Cats
verlieren beim
Schlusslicht
Schulterverletzung zu. Bis zur Pause
hielten die Chemnitzerinnen ergebnismäßig noch mit, obwohl sie sich
schon da viele Fehler im Angriff leisteten. Nach dem Wechsel konnten
die Gastgeberinnen, die sich Anfang
Januar noch einmal auf drei Positionen verstärkt hatten, den Vorsprung
kontinuierlich vergrößern. Die
Wurfquote der „Katzen“ blieb weiter
sehr bescheiden.
Chem-Cats-Präsident Andreas
Wagner schloss kategorisch aus,
dass sich das Team bis zum Ende der
Wechselfrist am 31. Januar noch einmal personell verstärkt: „Wir haben
gute Spielerinnen und alles gemacht, was wir konnten. Uns fehlt
einfach das Selbstvertrauen, der Mut
und die Entscheidungsfreudigkeit.“
Immerhin hatte es schon zahlreiche
Änderungen im Verlauf der Saison
gegeben. Vor dem wichtigen Heimspiel gegen Oberhausen am kommenden Sonnabend will Wagner
deshalb etwas für den Teamzusammenhalt tun, dass endlich wieder
Punkte eingefahren werden. Im
Moment belegt man den vorletzten
Tabellenplatz, der den Abstieg bedeuten würde. Die Chem-Cats haben aber Glück, dass die Konkurrenz
ebenfalls nicht punkten konnte.
Acht Spiele haben die Chemnitzerinnen bis Mitte März noch zu bestreiten. (jz)
CHEM-CATS: Menz (17), Mihalyi (2), Bondarenko, Priede (5), Dzinic (3), Davidson (6), Sykes (8), Schlemer (9).
MOTORSPORT
133,5) 1050,6 (505,9/544,7) Pkt.; 2. Österreich (Hayböck 128,0/123,0, Schlierenzauer
118,5/131,5, Diethart 117,0/124,5, Kraft
126,0/126,5) 1035,7 (494,0/541,7); 3. Slowenien (Tepes 117,5/122,0, Dezman 119,5/
119,0, Damjan 120,5/136,5, Prevc 129,0/
129,0) 1018,4 (482,4/536,0); 4. Norwegen
1016,4 (494,8/536,0); 5. Polen 987,8
(477,4/510,4); 6. Japan 960,4 (473,6/
486,8); 7. Tschechien 865,8 (412,6/453,2);
8. Russland 860,6 (416,8/443,8); 9. Italien
380,0.
Einzel, Großschanze: 1. Stoch (Polen) 276,2
Pkt. (134,0/133,0 m); 2. Kraft (Österreich)
273,9 (133,0/133,5); 3. Freund (Rastbüchl)
267,1 (131,0/133,0); 4. Prevc (Slowenien)
264,8 (132,0/130,5); 5. Hayböck (Österreich) 260,6 (131,5/132,0); 6. Fannemel
(Norwegen) 256,3 (129,0/132,5); 7. Tepes
(Slowenien) 245,6 (125,5/125,0); 8. Koudelka (Tschechien) 244,1 (128,0/126,0); 9. Kasai (Japan) 242,2 (128,0/124,0); 10. Damjan
(Slowenien) 239,8 (124,5/122,0); 13. Freitag 231,1 (123,0/121,0); 14. Eisenbichler
(Siegsdorf) 230,7 (123,5/120,5); 20. Neumayer 219,1 (121,0/119,5); 24. Leyhe (Willingen) 215,4 (119,0/118,5); 36. Kraus
102,0 (116,0)
in Zao/Japan: Damen, Normalschanze: 1.
Vogt (Degenfeld) 117,7 Pkt. (99,0 m); 2. Awwakumowa (Russland) 114,5 (96,5); 3. Rogelj
(Slowenien) 108,8 (89,0); 4. Pinkelnig (Österreich) 108,5 (93,5); 5. Althaus (Oberstdorf)
107,4 (89,0); 6. Vtic (Slowenien) 106,7
(90,5); 7. Takanashi (Japan) 106,5 (89,0); 8.
Iraschko-Stolz (Österreich) 106,0 (87,0); 12.
Gräßler (Klingenthal) 98,4 (84,0); 15. Ernst
(Oberstdorf) 95,2 (87,0); 26. Seyfarth (Ruhla) 84,7 (83,0); 39. Würth (Baiersbronn) 77,1
(76,0).
Biathlon
Weltcup in Ruhpolding: Herren: 10 km
Sprint: 1. Thingnes Bø (Norwegen) 23:59,2
min/0 Schießfehler; 2. Schempp (Uhingen)
0:24,5/0; 3. Peiffer (Clausthal-Zellerfeld)
0:57,9/1; 4. Schipulin (Russland) 1:04,0/1; 5.
Rastorgujevs (Lettland) 1:05,9/1; 6. Doll
(Breitnau) 1:06,7/1; 7. Weger (Schweiz)
1:07,0/1; 8. Anew (Bulgarien) 1:09,9/0; 9.
Böhm (Buntenbock) 1:12,8/0; 10. Slesingr
(Tschechien) 1:19,7/1; 25. Lesser (Frankenhain) 1:46,0/1; 68. Birnbacher (Schleching)
3:22,0/5.
15 km Massenstart: 1. Schempp 35:42,8/0;
2. Maillet (Frankreich) 0:00,0/0; 3. Slesingr
0:00,0/0; 4. Svendsen (Norwegen) 0:02,0/1;
5. Bjørndalen (Norwegen) 0:02,6/1; 6. Schipulin 0:07,8/2; 7. Béatrix (Frankreich)
0:08,3/1; 8. Eder (Österreich) 0:08,4/1; 9.
Peiffer 0:09,1/1; 10. Thingnes Bø 0:17,8/0;
16. Birnbacher 0:56,2/2; 20. Doll 1:19,7/4;
22. Böhm 1:24,9/3; 23. Lesser 1:30,8/4.
Damen: 12,5 km Massenstart: 1. Domratschewa (Weißrussland) 35:17,5/3; 2. Preuß
(Haag) 0:16,5/2; 3. Vitkova (Tschechien)
0:22,9/3; 4. Semerenko (Ukraine) 0:23,3/2;
5. Bescond (Frankreich) 0:24,2/1; 6. Nowakowska-Ziemniak (Polen) 0:33,0/1; 7. Mäkäräinen (Finnland) 0:40,6/4; 8. Wirolaynen
(Russland) 0:41,5/2; 9. Soukalova (Tschechien) 0:44,2/3; 10. Gontier (Italien) 0:46,9/2;
14.
Hildebrand
(Clausthal-Zellerfeld)
1:02,8/1; 20. Hinz (Schliersee) 1:32,8/3.
Nord. Kombination
Weltcup in Seefeld/Österreich: Einzel Normalschanze/10 km: 1. Frenzel (Oberwiesenthal) 25:54,7 min (101,5 Pkt./25:00,7
min); 2. Gruber (Österreich) 0:02,9
(103,2/25:09,6); 3. Edelmann (Zella-Mehlis)
0:14,7 (115,1/26:09,4); 4. Kokslien (Norwegen) 0:18,1 (88,9/24:27,8); 5. Rydzek
(Oberstdorf) 0:18,9 (97,2/25:01,6); 6. Rießle
(Breitnau) 0:19,8 (93,1/24:46,5); 7. Klemetsen (Norwegen) 0:26,2 (104,3/25:37,9); 8.
Orter (Österreich) 0:27,8 (93,4/24:55,5); 9.
Watabe (Japan) 0:29,1 (97,0/25:11,8); 10.
Braud (Frankreich) 0:30,2 (93,3/24:57,9);
13.
Lange
(Kiefersfelden)
0:33,8
(97,6/25:18,5); 25. Faißt (Baiersbronn)
1:23,0 (96,9/26:04,7); 28. Kircheisen (Johanngeorgenstadt) 1:44,0 (74,3/24:55,7).
Einzel - Normalschanze/15 km: 1. Frenzel
38:25,9 (236,9/36:52,9); 2. Klemetsen
0:09,9 (260,1/38:35,8); 3. Watabe 0:20,5
(233,7/37:00,4);
4.
Rydzek
0:21,7
(229,7/36:45,6); 5. Schmid (Norwegen)
0:25,0 (226,5/36:36,9); 6. Rießle 0:32,3
(228,4/36:51,2);
7.
Gruber
0:59,1
(237,6/37:55,0); 8. Pittin (Italien) 1:19,3
(210,1/36:25,2); 9. Fletcher (USA) 1:24,3
(218,4/37:03,2); 10. Denifl (Österreich)
1:35,4 (227,4/37:50,3); 20. Edelmann
2:57,9 (230,0/39:23,8); 23. Lange 3:19,5
(203,0/37:57,4);
28.
Faißt
4:13,0
(211,0/39:22,9);
(186,5/38:23,6).
29.
Kircheisen
4:51,7
Ski Alpin
Weltcup in Wengen/Schweiz: Herren: Slalom: 1. Neureuther (Partenkirchen) 1:46,93
min (55:35/51,58 s); 2. Gross (Italien)
1:47,13 (54:94/52,19); 3. Kristoffersen
(Norwegen) 1:47,37 (55:12/52,25); 4. Pinturault (Frankreich) 1:47,53; 5. Choroschilow
(Russland) 1:47,78; 6. Hargin (Schweden)
1:47,89; 7. Dopfer (Garmisch) 1:47,97
(55:34/52,63); 21. Strasser (München)
1:49,99 (58:21/51,78).
Abfahrt: 1. Reichelt (Österreich) 2:36,14; 2.
Feuz (Schweiz) 2:36,26; 3. Janka (Schweiz)
2:36,28; 4. Küng (Schweiz) 2:36,94; 5. Jansrud (Norwegen) 2:37,25; 6. Fayed (Frankreich) 2:37,44; 7. Stechert (Oberstdorf)
2:37,55.
in Cortina d’Ampezzo/Italien: Damen: Abfahrt: 1. Vonn (USA) 1:39,61; 2. Görgl (Österreich) 1:39,93; 3. Merighetti (Italien)
1:40,15; 4. Fanchini (Italien) 1:40,38; 5. Maze (Slowenien) 1:40,56; 6. Gisin (Schweiz)
1:40,58; 23. Rebensburg (Kreuth) 1:41,70.
Bob
Weltcup in Königssee: Männer: Zweierbob:
1. Hefti/Baumann (Schweiz) 1:41,16 min
(50,75/50,41); 2. Walther/Hübenbecker (Riesa/Magdeburg) 1:41,68 (50,99/50,69); 3.
Kripps/Barnett (Kanada) 1:42,19 (51,36/
50,83); 4. Klammer/Franke (Oberbärenburg/
Stuttgart) 1:42,29 (51,33/50,96); 5. Melbardis/Dreiskens (Lettland) 1:42,30 (51,77/
50,53); 6. Stulnew/Antjuch (Russland)
1:42,43 (51,31/51,12); 7. Friedrich/Grothkopp
(Oberbärenburg)
1:42,69
(51,75/50,94).
Viererbob: 1. Deutschland (Arndt/Oberhof,
Korona/Magdeburg, Rödiger/Oberhof, Heber/Oberhof) 1:37,72 (48,80/48,92); 2.
Deutschland (Walther, Bredau/Magdeburg,
Hübenbecker,
Poser/Potsdam)
1:37,74
(48,78/48,96); 3. Lettland (Melbardis, Dreiskens, Vilkaste, Strenga) 1:37,86 (48,92/
48,94); 4. Deutschland (Friedrich/Oberbärenburg, Bluhm/Königssee, Grothkopp, Margis/Winterberg) 1:37,97 (48,79/49,18); 5.
Lettland 1:38,08 (49,02/49,06); 6. Russland
1:38,15 (48,94/49,21).
Rodeln
Weltcup in Oberhof: Männer, Einsitzer: 1.
Loch (Berchtesgaden) 1:26,828 (43,505/
43,323); 2. Langenhan (Zella-M.) 1:27,039
(43,534/43,505);
3.
Mazdzer
(USA)
1:27,466 (43,785/43,681); 4. von Schleinitz
(Königssee) 1:27,525 (43,837/43,688); 5.
Egger (Österreich) 1:27,594; 6. Pawlitschenko (Russland) 1:27,617; 9. Berkes (Suhl)
1:27,704 (43,851/43,853); 13. Palik (Oberwiesenthal) 1:27,900 (43,718/44,182).
Doppelsitzer: 1. Wendl/Arlt (Berchtesgaden/Königssee) 1:22,762 (41,394/41,368);
2. Eggert/Benecken (Ilsenburg) 1:22,779
(41,410/41,369);
3.
Denisjew/Antonow
(Russland) 1:23,332 (41,763/41,569); 4.
Penz/Fischler (Österreich) 1:23,335 ; 5.
Sics/Sics (Lettland) 1:23,363; 6. Oberstolz/
Gruber (Italien) 1:23,395; 11. Geueke/Gamm
(Fredeburg/Winterberg) 1:24,060 (41,991/
42,069).
Frauen: 1. Geisenberger (Miesbach) 1:23,104
(41,552/41,552); 2. Hüfner (Friedrichroda)
1:23,176 (41,661/41,515); 3. Eitberger (Ilmenau) 1:23,359 (41,730/ 41,629); 4.
Gough (Kanada) 1:23,472; 5. Wischnewski
(Oberwiesenthal)1:23,745 (41,874/41,871);
6. Kocher (Schweiz) 1:23,964.
Staffel: 1. Deutschland (Geisenberger, Loch,
Wendl/Arlt) 2:23,279; 2. USA (Hamlin, Mazdzer, Mortensen/Terdiman) 2:24,062; 3.
Russland (Iwanowa, Pawlitschenko, Denisjew/
Antonow) 2:24,130; 4. Kanada 2:24,475; 5.
Lettland 2:24,606; 6. Österreich 2:24,658.
Rallye Dakar
Endstand : Automobile: 1. Al-Attijah/Baumel
(Katar/Frankreich) - MINI 40:32:25 h; 2. de
Villiers/von Zitzewitz (Südafrika/Karlshof) Toyota 0:35:34; 3. Holowczyc/Panseri (Polen/Frankreich) - MINI 1:32:01; 4. van Loon/
Rosegaar (Niederlande) - MINI 3:01:52; 5.
Wassiljew/Schilzow (Russland) - MINI 3:12:41;
6. Lavieille/Maimon (Frankreich) - Toyota
3:15:58; ; 13. Yong/Schulz (China/München) MINI 5:35:24; 22. Schott/Schmidt (Weilrod/Leipzig) - MINI 9:18:58; 37. Schröder/
Schröder (Thedinghausen) - Nissan 18:16:25.
Motorräder: 1. Coma (Spanien) - KTM
46:03:49 h; 2. Gonçalves (Portugal) - Honda
0:16:53; 3. Price (Australien) - KTM 0:23:14;
4. Quintanilla (Chile) - KTM 0:38:38; 5. Svitko
(Slowakei) - KTM 0:44:17; 6. Faria (Portugal)
- KTM 1:57:50.
HANDBALL
Weltmeisterschaft
Männer in Katar: Gruppe A: Weißrussland Slowenien 29:34 (8:17), Brasilien - Spanien
27:29 (14:15), Chile - Katar 20:27 (9:15).
Gruppe B: Iran - Mazedonien 31:33 (17:19),
Tunesien - Kroatien 25:28 (13:14), Österreich
- Bosnien-Herzeg. 23:21 (11:12). Gruppe C:
Island - Algerien 32:24 (12:13). Gruppe D:
Argentinien - Polen Argentinien - Polen 23:24
(12:11), Deutschland - Russland 27:26
(9:13).
Eishockey
DEL: 39. Spieltag: Mannheim - EHC München
4:5 (3:3, 0:2, 1:0), Eisbären Berlin - Nürnberg
3:0 (0:0, 1:0, 2:0), Ingolstadt - Schwenningen
3:1 (0:0, 2:1, 1:0), Iserlohn - Düsseldorf 8:1
(2:0, 4:0, 2:1), Köln - Augsburg 5:4 n. V. (1:2,
2:2, 1:0), Krefeld - Hamburg 3:2 n. V. (1:0,
1:1, 0:1), Straubing - Wolfsburg 3:2 n. P. (1:0,
0:0, 1:2).
DEL2: 38. Spieltag: Bad Nauheim - Crimmitschau 3:1 (1:0, 1:0, 1:1), Frankfurt - Rosenheim 4:1 (0:0, 1:0, 3:1), Kassel - Dresden 1:2
(1:0, 0:1, 0:1), Landshut - Bremerhaven 2:4
(0:0, 2:2, 0:2), Heilbronn - Kaufbeuren 8:2
(1:1, 2:1, 5:0), Ravensburg - Lausitzer Füchse
5:4 (1:0, 3:2, 1:2), Riessersee - Bietigheim
0:2 (0:1, 0:0, 0:1).
PFERDESPORT
Spring-Weltcup-Turnier
in Leipzig: Westeuropaliga: 1. Dreher (Eimeldingen) - Embassy 0 Strafpkt./36,07 s; 2.
Gulliksen (Norwegen) - Edesa S Banjan
0/37,72; 3. Moneta (Italien) - Connery
0/38,40; 4. Haßmann (Lienen) - Balzaci
8/40,75; 5. Lindelöw (Schweden) - Casello
8/41,62 - alle im Stechen; 6. Staut (Frankreich) - Reveur de Hurtebise 4/64,46; 8. Haßmann (Lienen) - Classic Man 4/66,90; 11. Will
(Pfungstadt) - Colorit 4/69,90; 15. Ehning
(Borken) - Singular 4/70,76; 19. Beerbaum
(Riesenbeck) - Chaman 8/68,69.
SPORT
Montag, 19. Januar 2015
NACHRICHTEN
SKISPRINGE N I
Mauersberger
gewinnt Alpencup
OBERWIESENTHAL — Bei den Alpen-
cup-Wettbewerben in der Nordischen Kombination und im Spezialspringen in Oberwiesenthal gab es
einige Podestplätze für die Starter
der Region. Der aus dem Erzgebirge
stammende Kombinierer Phillip
Mauersberger (Ruhpolding) gewann
am Samstag und lief gestern beim
Sieg von Anton Schlütter (ZellaMehlis) auf Platz drei. Bei den Skispringerinnen überzeugte Henriette
Kraus (Nickelhütte Aue) mit zwei
zweiten Plätzen. Bei den Nachwuchsspringern hatte Sebastian
Bradatsch (Ruhla) in der ersten Konkurrenz die Nase vorn. Im zweiten
Springen musste er sich nur dem
Slowenen Cene Prevc, Bruder von
Peter Prevc, geschlagen geben. Martin Hamann (Aue) kam auf die Plätze sechs und acht. Alexander Hayböck, Bruder von Skisprung-Ass Michael Hayböck, war schwer gestürzt.
Der Österreicher zog sich laut Wettkampfchef Mirko Hünefeld eine Gehirnerschütterung zu, konnte die
Klinik bereits wieder verlassen. (tp)
SKISPRINGE N II
Vogt feiert ihren
ersten Weltcupsieg
ZAO — Skisprung-Olympiasiegerin
Carina Vogt hat den ersten Weltcupsieg ihrer Karriere gefeiert. Die
22-Jährige aus Degenfeld gewann
gestern den nach einem Durchgang
abgebrochenen Wettbewerb im
japanischen Zao mit der Tagesbestweite von 99 Metern. Zweite wurde
die Russin Irina Awwakumowa mit
96,5 Metern vor Spela Rogelj aus
Slowenien, die auf 89 Meter kam.
Katharina Althaus belegte mit der
gleichen Weite Rang fünf. „Ich bin
überglücklich. Was für ein überwältigender Tag“, strahlte Vogt. Ulrike
Gräßler vom VSC Klingenthal kam
auf 84,0 Meter und wurde 12. Sie hat
damit die WM-Norm erfüllt. (dpa)
BAHNRADSPORT
Levy-Comeback
nach langer Pause
CALI — Der
viermalige BahnradWeltmeister Maximilian Levy ist bei
seinem Comeback im kolumbianischen Cali Sechster im Keirin geworden. „Sicherlich war der Finallauf nicht so der Hit, aber mit dem
Ergebnis und der Form bin ich zufrieden“, erklärte der Cottbuser am
Samstag. Levy war vor fast einem
Jahr an gleicher Stelle schwer gestürzt und musste danach lange
pausieren. Keirin-Sieger wurde der
Kolumbianer Fabian Hernando Puerta Zapata. Der deutsche Bahnvierer der Männer belegte den fünften
Platz. (dpa)
MOTORSPORT
Vertrag mit Kappler
verlängert
CHEMNITZ — Motorrad-Pilot Maximi-
lian Kappler wird auch in diesem
Jahr für das Team Saxoprint-RTG an
den Start gehen. Wie der am Sachsenring beheimatete Rennstall gestern bekannt gab, wurde die Zusammenarbeit um ein Jahr verlängert.
Man sei weiterhin vom Talent und
Leistungsfähigkeit von Max Kappler
überzeugt. Der 17-jährige Oberlungwitzer, der sich 2015 voll auf den
Motorsport konzentriert, startet in
der neu geschaffenen Moto3-Junioren-Weltmeisterschaft. Im vergangenen Jahr hatte er in der Spanischen Meisterschaft die Erwartungen nicht erfüllen können. (sg)
Freie Presse
S5
Titel und Trost von Tochter Amelie
Skilangläufer Valentin
Mättig überzeugte bei seinem Heimspiel am Fichtelberg mit Gold und Bronze
bei den nationalen Meisterschaften.
KOMMENTAR
Nicht alles
Gold ...
VON THOMAS PRENZEL
thomas.prenzel@freiepresse.de
VON THOMAS PRENZEL
OBERWIESENTHAL —
„Deutscher
Meister klingt erst mal nicht
schlecht, auch wenn die ganz starken Läufer nicht gestartet sind.“ Valentin Mättig schmunzelt, als er das
in den Wachshütten am Fichtelberg
erzählt. Der Skilangläufer vom WSC
Oberwiesenthal fuhr seinen ersten
nationalen Titel am Samstag im 10km-Freistilrennen ein. In der Verfolgung gestern rutschte das Brett
nicht so wie erhofft. Der 24-Jährige
fiel über 15 km in der klassischen
Technik hinter Philipp Marschall
(Rhöner WSV) und Bernhard Benedikt (Hirschau) auf den Bronzerang
zurück. „Ich habe mehr am Schnee
geklebt, als es vorwärts ging. Wahrscheinlich habe ich mich für den falschen Ski entschieden“, wirkte Mättig traurig. Nur das freudige Gesicht
seiner sechsjährigen Tochter Amelie, die Papa im Ziel in die Arme
nahm, tröstete ihn ein wenig. Trainer Janko Neuber sprach seinem
Schützling zusätzlichen Mut zu: „So
was kann passieren“, erklärte der
Katharina
Hennig
Skilangläuferin
FOTO: THOMAS FRITZSCH
Coach und fügte an: „Solche Leute
wie den ,Valle‘ brauchen wir hier.“
Valentin Mättig hat eine interessante Vita. Er stammt aus dem Verein, aus dem auch der letzte große
Weltklasse-Skilangläufer der Region, René Sommerfeldt, hervorging:
vom Bertsdorfer SV im Zittauer Gebirge. Wie sein großes Vorbild wechselte Mättig im Jugendalter nach
Oberwiesenthal. Während er zunächst nur ehrfürchtig zu Sommerfeldt aufschaute, entwickelte sich
W
Valentin Mättig freut sich mit seinem sechsjährigen Töchterchen Amelie.
später eine Freundschaft zwischen
Talent Mättig und seinem Idol, die
sogar ein Jahr in einer Gruppe zusammen trainierten.
Im Nachwuchs lieferte sich Mättig zum Beispiel mit Tim Tscharnke
so manches Duell. Während der
Thüringer bisher zwei Weltcupsiege
erreichte und bei WM und Olympia
startete, kämpft der Sachse um den
Anschluss an die Elite. Auf die Frage,
an was es denn noch fehlt bis zu den
Spitzenathleten in der Loipe, antwortete Mättig kess: „Zuerst mal,
dass ich gegen sie antreten kann.“
Dies durfte er zumindest schon
mal im vergangenen Sommer, als er
bei der zentralen Leistungskontrolle
alle deutschen Spitzenleute im
Cross und auf Skirollern ebenso
schlagen konnte wie Gaststarter
Alexander Legkow. Und der Russe
wurde in Sotschi immerhin Olympiasieger über 50 km. Auch wenn
Cross und Skiroller nicht eins zu
eins auf den Skilanglauf übertragbar
sind, zeigen die Ergebnisse das Potenzial von Valentin Mättig. Dass er
die starken Leistungen vom Sommer zu Saisonbeginn nicht auf den
Schnee brachte, um eine Chance im
Weltcup zu bekommen, begründet
der junge Mann so: „Ich habe keinen
Sponsor. Wenn es hier keinen
Schnee gibt, fehlt mir etwas in der
Vorbereitung. Lehrgänge auf dem
Gletscher kann ich mir nicht leisten“, sagt Mättig, der lediglich vom
Landesskiverband Sachsen eine Förderung erhält und sich ansonsten
mit seinem Lohn von der Ausbildung bei der Landespolizei Sachsen
über Wasser halten muss.
Die berufliche Absicherung ist
ihm viel wert, aber sie fordert ihn
auch vier Monate ab April täglich in
Chemnitz bis 16 Uhr. Danach trainiert er noch. Neuber bezeichnet
ihn als völlig anderen Typen als der
ehemalige Vize-Weltmeister René
Sommerfeldt, den er ebenso trainiert hat: „Valentin ist eher der brave, aber ein sehr fleißiger Typ. René
wollte immer einen Trainer dabeistehen haben, Valentin erfüllt die
Vorgaben auch allein“, vergleicht
Janko Neuber die beiden Langläufer.
Dass Sommerfeldt seinem „Nacheiferer“ gehörig unter die Arme greift,
lässt sich praktisch schwer umsetzen. Denn der 40-Jährige ist als Chef
der deutschen Skitechniker den ganzen Winter im Weltcup unterwegs,
während Mättig im Continentalcup
FOTO: THOMAS FRITZSCH
versucht, sich für die Eliteliga aufzudrängen. Mättig: „Aber bei der Bestellung meiner Ski hat mir René geholfen.“ Sein Trainer weiß, dass es
im Langlauf einen langen Atem
braucht, der 24-Jährige noch längst
nicht die Konstanz aufweist, „auch
im Kopf noch nicht. Daran müssen
wir arbeiten. Valentin hat schwere
Zeiten hinter sich. Das gibt ihm vielleicht zusätzlich Kraft, weil er weiß,
wie es sich es da unten anfühlt“,
hofft Neuber, der gestern noch zusätzlich Grund zum Jubeln hatte:
Katharina Hennig, ebenso vom
WSC Oberwiesenthal und schon am
Vortag mit Gold dekoriert, gewann
erneut vor Vereinsgefährtin Julia
Belger in der Damenklasse.
Die 18-jährige Hennig fand durch
zwei Siege beim Continentalcup
und mithilfe einer Ernährungsumstellung mental und körperlich in
die Spur. Im Ziel nahm die hübsche
Erzgebirgerin freudestrahlend ihren
Freund in die Arme: Jacob Vogt von
der SG Holzhau holte in der U-18Klasse ebenso Doppelgold. Zu feiern
gab es also einiges.
HINWEIS Eine Ergebnisübersicht lesen Sie in
der Dienstagausgabe.
Chancen auf Pre-Play-offs schwinden
Eishockey-Zweitligist
Eispiraten Crimmitschau
blieb am Wochenende
ohne Punkte. In den
Partien in Bad Nauheim
und gegen Ravensburg gab
es nichts zu holen.
CRIMMITSCHAU — Die
Eispiraten
Crimmitschau können sich langsam auf den Abstiegskampf vorbereiten. Durch die beiden Niederlagen am Wochenende schwinden die
Chancen auf eine Teilnahme an den
Pre-Play-offs auf ein Minimum. Der
Rückstand auf den zehnten Platz beträgt schon 15 Punkte. Das Heimspiel gegen die Tower Stars Ravensburg ging gestern Abend mit 2:5 (0:1,
1:3, 1:1) verloren. Die Gäste aus
Oberschwaben setzten sich durch
die individuelle Klasse, die sie in der
Offensivabteilung haben, verdient
durch. „Bei uns hat die Bereitschaft
zur Defensivarbeit gefehlt“, ärgerte
sich Eispiraten-Trainer Chris Lee
über den schwachen Auftritt seiner
Cracks. Im ersten Drittel gab es auf
beiden Seiten nur wenig Höhepunkte. Die Tower Stars gingen in der
20. Minute im Powerplay durch Stephan Vogt in Führung. Er konnte die
Hartgummischeibe über den am Boden liegenden Ryan Nie in den Kasten lupfen. Im zweiten Drittel sorgten die Gäste aus Ravensburg für die
Vorentscheidung: Radek Krestan
traf mit einem Schuss von der blauen Linie zum 2:0 (22.), Brian Roloff
verwandelte nach einem PfostenTreffer von Philipp de Paly zum 3:0
(30.) und Hans Detsch sorgte nach
einer unglücklichen Abwehraktion
von Jan Tramm für das 4:0 (34.).
Die Hausherren ergaben sich vor
den 1748 Zuschauern aber nicht
ihrem Schicksal. Trotz des klaren
Rückstandes gelang den Westsachsen wenigstens noch eine Ergebniskosmetik. Jakub Körner verkürzte
nach einer Eingabe von Alex Hutchings auf 1:4 (36.) und Jamie MacQueen sorgte nach Vorarbeit von
Matt MacKay für das 2:5 (57.). In der
Schlussphase konnte sich Torhüter
Ryan Nie, den keine Schuld an der
Niederlage trifft, noch einmal auszeichnen. Der Keeper wehrte einen
Eispiraten-Keeper Ryan Nie kassiert hier das erste Tor von Stephan Vogt (l.).
FOTO: ANDREAS KRETSCHEL
Penalty von Radek Krestan ab (59.).
Passend zum Eispiraten-Auftritt: In
der zweiten Drittelpause versagte
die Eismaschine ihren Dienst. Ein
Puck, der noch auf der Eisfläche lag,
sorgte für den Defekt an der Technik. Deshalb musste eine Ersatzmaschine zum Einsatz kommen und
die Pause auf 25 Minuten verlängert
werden. (hof)
STATISTIK: Crimmitschau – Ravensburg
2:5 (0:1, 1:3, 1:1). Tore: 0:1 Vogt (20.), 0:2
Krestan (22.), 0:3 Roloff (30.), 0:4 Detsch
(34.), 1:4 Körner (36.), 1:5 Schmidt (50.), 2:5
MacQueen (57.). Strafminuten: Crimmitschau
10 plus 10 (Disziplinarstrafe Bucheli), Ravensburg 6. Schiedsrichter: Bidoul (Sonthofen). Zuschauer: 1748.
Bad Nauheim – Crimmitschau 3:1 (1:0, 1:0,
1:1). Tore: 1:0 May (11.), 2:0 Campbell (34.), 2:1
Mac Queen (53.), 3:1 Frosch (56.). Strafminuten: Bad Nauheim 4, Crimmitschau 4.
Schiedsrichter: Klein (Stuttgart). Zuschauer:
2508.
as war das für ein Wintersport-Wochenende:
Was die deutschen Athleten auf der Bühne der Weltbesten
ablieferten, ließ das Herz der Fans
hierzulande höher schlagen. Eric
Frenzel untermauerte in Seefeld seinen Ruf als König der Kombinierer.
Die Skispringer mit Richard Freitag
glänzten beim Spektakel in Zakopane, Olympiasiegerin Carina Vogt triumphierte in Zao. Die Rodler räumten in Oberhof alles ab, was ging. Die
in Sotschi noch schwächelnden
Bobpiloten kriegten in Königssee
blendend die Kurve, was auch Alpinfahrer Felix Neureuther in Wengen bestens gelang. Nicht zuletzt
machten die Skijäger mit Simon
Schempp den Weltcup in Ruhpolding zu heimischen Festspielen.
Hinter diesen Erfolgen steckt
ebenso die mühevolle Arbeit der
kleinen Vereine, auch in der Region,
die mit viel ehrenamtlichem Engagement für Nachschub in den Stützpunkten des Landes sorgen. Noch
gelingt das. Denn bei aller Freude
über dieses fantastische Wochenende: Es ist nicht alles Gold, was glänzt.
Schaut man sich die Starterfelder bei
den Langlaufmeisterschaften am
Fichtelberg an, müsste den Trainern
für die Zukunft bange werden. Von
den 18 Läuferinnen der Damenklasse war vom Alter her nur eine Frau
dabei. Alle anderen waren jünger. Eine zweite oder dritte Garde existiert
nicht mehr neben den wenigen Spitzenläufern, die beim Weltcup in
Otepää sprinteten oder sich von der
Tour de Ski erholten.
Dieses Dilemma gilt es zu hinterfragen, und zwar umfassend – von
der Trainingsmethodik über Strukturen im Verband bis hin zur Frage
der Sinnhaftigkeit einer Tour de Ski
in einem WM- oder Olympiajahr.
Vielleicht war es kein Zufall, dass die
Langläufer in der Erfolgsbilanz des
Wochenendes keine Rolle spielten.
HANDBALL
BSV Sachsen setzt
sich im Derby durch
HALLE — Die Zweitliga-Damen des
BSV Sachsen Zwickau haben ihr
Auswärtsspiel gegen SV Union Halle-Neustadt mit 30:27 (18:15) gewonnen. „Das war in diesem Derby nicht
zu erwarten, denn wir haben gegen
Halle lange nicht mehr gewonnen“,
sagte BSV-Trainerin Daniela Filip
und bescheinigte ihrem Team mental eine starke Leistung. Zu Beginn
der Partie konnte sich keiner der beiden Mannschaften absetzen. Die
Zwickauerinnen zeigten jedoch
diesmal ihre Stärke in der Abwehr.
So dominierte der Gast in der Folge
die Partie. „Dennoch mussten wir
Ruhe bewahren, um keine Fehler zu
machen“, sagte Filip. Die schlichen
sich jedoch in der zweiten Halbzeit
ein. Das gefährdete den Sieg des BSV
jedoch nicht, denn die Führung gab
das Team nicht mehr aus der Hand.
Filip will in den kommenden Wochen daran arbeiten, dass ihr Team
stabilere Leistungen zeigt. (ck)
BSV SACHSEN: Kurzke, Neagoe; Hessel,
Starcek (3/1), Aleksandraviciute (2), Kracht,
Stein (5), Martinkova (6), Hopp, Pruß (3),
Bachrata (5), Choinowski (1), List (5/1)
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KONTAKTE
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S6 Freie Presse
LOKALSPORT
Montag, 19. Januar 2015
DAS THEMA: FINALE DER HALLENFUSSBALL-KREISMEISTERSCHAFT
Spätstarter kommt in Fahrt
Mit einem 5:1 im Endspiel hat der VfB Auerbach II gestern vor doppelter Rekordkulisse in Plauen den Titel geholt. Überschattet
wurde das Turnier von Tumulten: VFC-Fans rasteten nach der Halbfinal-Niederlage aus – der Verein distanziert sich.
SPLITTER
Schlägereien am VFC-Block
versetzen Zuschauer in Angst
VON MONTY GRÄßLER
Getippt
Dominik Weidl aus Auerbach hat
beim Glückstipp der „Freien Presse“
gestern den Hauptpreis gewonnen.
Wie 17 weitere Fans von insgesamt
230 Teilnehmern hatte er auf Auerbach II gesetzt. Er darf sich über zwei
Karten für die Vogtland-Sportgala
am 28. März in Markneukirchen
freuen. (tyg)
Geehrt
Als Torschützenkönig wurde wie im
Vorjahr Stefan Fritzlar vom VFC
Plauen II (17 Treffer) geehrt. Den
Pokal für den besten Torwart nahm
Paul Todtleben (SG Jößnitz) in Empfang. Darüber hinaus wurden Clemens Zierold (VFC Plauen II), André
Herold (VfB Auerbach) und Kevin
Schwarz (SG Rotschau) ins All-StarTeam der Endrunde gewählt. (tyg)
Gelost
Der Vogtländische Fußball-Verband
hat die gestrige Endrunde genutzt,
um die Halbfinal-Partien des Kreispokalwettbewerbes auszulosen. Gezogen wurden die Partien SV Kottengrün gegen Merkur Oelsnitz und
SC Syrau gegen FC Werda. Spieltermin ist der 1. Mai, 15 Uhr. (kare)
STATISTIK
Endrundengruppe A
Rotschau
- Wacker Plauen
Schöneck
- VfB Auerbach II
Rotschau
- Schöneck
VfB Auerbach II - Wacker Plauen
Wacker Plauen
- Schöneck
VfB Auerbach II - Rotschau
Sp Tore
1. VfB Auerbach II
3 13: 6
2. SG Rotschau
3
9: 5
3. VfB Schöneck
3
8: 8
4. 1. FC Wacker Plauen
3
4:15
3:0
2:2
4:2
8:2
2:4
3:2
P
7
6
4
0
Endrundengruppe B
VFC Plauen II
- Fortuna Plauen
Lengenfeld
- Jößnitz
VFC Plauen II
- Lengenfeld
Jößnitz
- Fortuna Plauen
Fortuna Plauen
- Lengenfeld
Jößnitz
- VFC Plauen II
Sp Tore
1. VFC Plauen II
3 11: 7
2. FC Fortuna Plauen
3 10:10
3. SG Jößnitz
3
8: 8
4. VfB Lengenfeld
3
6:10
6:1
2:2
4:2
2:5
4:2
4:1
P
6
6
4
1
Neunmeterschießen um Platz 7
Wacker Plauen
- Lengenfeld
4:2
Neunmeterschießen um Platz 5
Schöneck
- Jößnitz
4:5
Halbfinale
VfB Auerbach II
Rotschau
4:1
2:1
- Fortuna Plauen
- VFC Plauen
Neunmeterschießen um Platz 3
Fortuna Plauen
- VFC Plauen II
2:4
Finale
VfB Auerbach II
5:1
- Rotschau
PLAUEN — Bei der 5. Auflage der Hallenkreismeisterschaft des Vogtländischen Fußball-Verbandes (VFV)
hat es gestern Abend den fünften
Sieger gegeben. Mit dem VfB Auerbach II gewann vor 1086 Zuschauern in der Plauener Sporthalle an
der Wieprechtstraße am Ende eine
Mannschaft den Pokal der „Freien
Presse“, die vor fünf Wochen nur mit
Hängen und Würgen die Vorrunde
überstanden hatte.
Auch gestern erwies sich die
Regionalliga-Reserve als Spätstarter,
allerdings als ein sehr erfolgreicher.
„Wir sind schwer ins Turnier reingekommen, haben uns aber von Spiel
zu Spiel gesteigert und bewiesen,
dass wir eine geile Truppe sind. Das
Finale ist für uns überragend gelaufen“, sagte Ricardo Förster, der im
Überraschungs-Endspiel gegen die
SG Rotschau mit den Treffern zum
2:1 und 3:1 (9., 12.) als fliegender Torwart zum Matchwinner avancierte.
Zuvor hatte Schwarz (9.) nach einem Eigentor (5.) für die Rotschauer
ausgeglichen. Zum 5:1-Endstand trafen Eckstein (13.) und Hoereth (14.).
Während die Auerbacher Kicker
zunächst den heimischen VfB-Club
ansteuerten, um den Titelgewinn zu
feiern, begann die Party bei Vizemeister SG Rotschau noch in der
Halle. „Sensationell. Wir sind megastolz auf die Mannschaft und die
Fans“, sagte Trainer Michael Klose.
Sein Team erzielte das bisher beste
Ergebnis eines Kreisligisten in der
Halle und bedankte sich mit LaolaWellen für die Unterstützung. „Das
Unschöne Szenen haben sich nach
der Halbfinal-Niederlage des VFC
Plauen II an dessen Fanblock abgespielt. VFC-Anhänger gerieten mit
Umstehenden aneinander. Die eingesetzten Ordner und eine Security-Firma konnten Schlägereien nicht verhindern. 100 Unbeteiligte, darunter
Frauen und Kinder, flüchteten vor
Angst aufs Parkett. Es kamen mehrere Personen zu Schaden. Zudem wurde Halleneinrichtung beschädigt.
Der VfB Auerbach II feierte gestern Abend in Plauen den Hallenkreismeistertitel. Hinten von links: Tommi Klopotek,
Frederic Roßbach, Ricardo Föster, „Freie Presse“-Geschäftsstellenleiterin Silvia Fischer, André Herold, Maximilian
Ryssel, Trainer Michael Stöhr, Furkan Colbantay, Maximilian Stude, Co-Trainer Ronny Singer. Vorn von links: Phillip
FOTO: ELLEN LIEBNER
Eckstein, Clemens Hoereth, Florian Oschatz, Benjamin Eißmann, Philipp Bettsack, Albert Löser.
Die Vorfälle sorgten für eine gut
zehnminütige Unterbrechung des
Turnieres. Der VFC II und Fortuna
Plauen einigten sich, das Spiel um
Platz 3 nur als Neunmeterschießen
auszutragen, um die Emotionen nicht
nochmal hochkochen zu lassen. VFCTrainer Ronald Färber ergriff während der Siegerehrung das Mikrofon.
Er sagte: „Ich möchte mich als Trainer
und als Repräsentant des VFC Plauen
aufrichtig für das entschuldigen, was
nach dem Halbfinale passiert ist.“
1:5 im Finale haut uns nicht um. Ich
denke, Auerbach hat den besten
Fußball gespielt und ist verdient
Meister geworden.“
Für den Titelverteidiger VFC
Plauen II sprang nach einem 4:2-Erfolg im Neunmeterschießen gegen
den Punktspiel-Kontrahenten Fortuna Plauen der dritte Platz heraus.
„Die Mannschaft hat sich insgesamt
gut verkauft. Das erste Spiel gegen
Fortuna war heute unser bestes.
Aber ich kann den Jungs auch im
Die Polizei wertete unmittelbar nach
Turnierschluss noch in der Halle anhand von Videoaufnahmen die Vorfälle aus. In einer ersten Reaktion kündigte der VFC Plauen ebenfalls eine
Auswertung und personelle Konsequenzen an. VFC-Vorstandsmitglied
Mario Werrmann hatte höchstpersönlich versucht, die Handgreiflichkeiten
zu unterbinden. Vor ein paar Jahren
waren VFC-Fans bei der Hallenendrunde bereits mit Reichenbachern
aneinandergeraten. (tyg/kare)
Halbfinale keinen Vorwurf machen.
Da haben wir unglückliche Zeitstrafen bekommen, die aber in keiner
Weise das rechtfertigen, was danach
auf der Tribüne passiert ist. Ich hätte
nie gedacht, dass die Emotionen so
hochkochen“, sagte der VFC-Trainer
Ronald Färber.
Die Schlägereien (siehe nebenstehenden Beitrag) trübten trotz des
Zuschauerrekords in der Endrunde
und fürs gesamte Turnier auch bei
Andreas Wehner, dem Vorsitzenden
des Vogtländischen Fußball-Verbandes, die Stimmung. „Es ist doppelt
bitter, weil es bis dahin die bisher
fairste Endrunde auf den Rängen
und auf dem Parkett war“, sagte er.
Die Hallenkreismeisterschaft ist
gestern gleich mit zwei Zuschauerrekorden zu Ende gegangen. Nicht
nur die Resonanz in der Endrunde
war die bisher beste. Mit 7406 Fans
wurde auch die bisherige GesamtRekordmarke von 6278 nochmal
deutlich übertroffen.
Rotschauer Höhenflug stoppt Pokalverteidiger
Halbfinals: FC Fortuna Plauen enttäuscht gegen die Männer des VfB Auerbach II und verliert verdient 1:4
PLAUEN — Einen überraschenden
Sascha Scheller (Bild) und sein Rotschauer Kreisliga-Team überraschten
die Landesklasse-Mannschaft des
VFC Plauen II.
FOTO: ELLEN LIEBNER
Ausgang hatten beide Halbfinals:
Die Plauener Vertreter Fortuna und
VFC II waren jeweils als Favorit in
die Spiele gegangen und gescheitert.
Der Rotschauer Sieg über den VFC
mündete letztlich noch in unschönen Tumulten in der Halle.
VfB Auerbach II - Fortuna
Plauen 4:1. Gedankenschnell, flink
und pfiffig präsentierte sich der VfB
Auerbach II im ersten Halbfinale.
Während Fortuna noch behäbig am
Spielaufbau feilte, netzte der Auerbacher Eckstein einen solchen Querpass nach nur 22 Sekunden ein. Der
etwas übereifrige Eckstein musste
dann jedoch erstmal zwei Minuten
zum Abkühlen auf die Strafbank.
Die Plauener nutzten diese Überzahl
zum 1:1-Ausgleich durch Wolf. Eckstein kam zurück und traf wieder:
2:1. Herold vollendete nach Eckball,
bevor Hoereth dem spielenden Fortuna-Schlussmann Kaiser rotzfrech
das Leder entwendete: 4:1! FortunaTrainer Roger Fritsch: „Das war heute gar nichts von uns. Ich bin sehr
enttäuscht. Keines unserer vier Spiele war gut.“ VfB-Trainer Michael
Stöhr hingegen war begeistert: „Unsere jungen Wilden haben gegen die
Plauener Hallenfüchse ziemlich
routiniert gespielt. Nach dem überraschenden Gruppensieg konnten
wir uns nochmals steigern!“
Rotschau - VFC Plauen II 2:1.
Mit einer taktisch starken Leistung,
jeder Menge Willensstärke, aber
auch ein wenig Glück auf Grund
diskutabler Schiedsrichterentscheidungen hat sich der Kreisligist gegen das Landesklasse-Team durchgesetzt. Rotschaus Keeper Seifert rettete nach drei Minuten mit tollem
Reflex. Wenig später vergab Ketzel
eine klare Chance für den VFC. Mit
sattem Schuss brachte Weigl in der
gleichen Minute die Plauener in
Führung. Dann folgte die erste von
vier Zeitstrafen für den VFC.
Matthes hielt seinen Gegenspieler
fest und musste für zwei Minuten
auf die Strafbank. Werner gelang in
Überzahl der Ausgleich (9.). Ebenso
berechtigt war Fritzlars Strafe nach
einem Foulspiel. Doch Rotschau
konnte nicht nachlegen. Der spielende Torwart Barschdorf hatte
Glück, dass sein hartes Einsteigen
am gegnerischen Strafraum nicht
konsequent bestraft wurde. Dagegen war eine knappe Minute vor
Ende für VFC-Kicker Weigl nach
angeblichem Foulspiel Schluss. Freimann folgte wegen Meckerns auf
die Strafbank. Wenige Sekunden vor
Ablauf der Zeit glückte Schneider
der Rotschauer Siegtreffer. VFC-Trainer Färber konnte seine aufgebrachten Jungs zurückhalten, den Fanblock jedoch nicht. (kare/mod)
VFC Plauen II holt sich gegen Jößnitz erste Schrammen
In den Vorrundengruppen
zeichneten sich die Anwärter auf die Halbfinals beizeiten ab. Rotschau war
als Erster durch.
VON MIRKO MODES
UND KARSTEN REPERT
Gruppe A
Gleich zum Auftakt untermauerte
Kreisligist SV Rotschau seine Ambitionen auf das Halbfinale. Wacker
Plauen wurde durch Tore von Kaiser, Schwarz und Schneider 3:0 bezwungen. Schöneck und die zweite
Mannschaft des VfB Auerbach
trennten sich 2:2. Die frühe Schönecker Führung durch Wlk wandelten Herold und Hoereth in ein 1:2
um. Witt gelang der Ausgleich. Mit
dem 4:2 über Schöneck qualifizierte
sich Rotschau als erstes Team für das
Halbfinale. Zweimal konnten die
Obervogtländer ausgleichen, doch
Schwarz machte mit einem Doppelpack in den letzten beiden Minuten
alles klar. Anschließend fertigte die
Auerbacher Regionalliga-Reserve
den 1. FC Wacker Plauen 8:2 ab.
Zwar gelang Hohmuth der zwischenzeitliche 1:1-Ausgleich, doch
dann legte die Truppe um den
20-jährigen Regisseur Herold richtig
los.
Wacker verlor auch sein drittes
Match. Doch das 4:2 war für Vogtlandligist Schöneck zu wenig, um
sich einen kleinen Hoffnungsfunken auf das Weiterkommen zu
erhalten. So stritten Rotschau und
Auerbach II um den Gruppensieg.
Herold und Eckstein legten vor,
doch Rotschau kämpfte sich ins
Spiel zurück. Nach toller Vorarbeit
von Barschdorf glückte Schneider in
Unterzahl – Wilhelm saß auf der
Strafbank – der 1:2-Anschluss. Kaiser nutzte einen Fehler von Förster
zum 2:2. Doch der spielende Torwart
machte seinen Fehler postwendend
wett und sicherte mit seinem 3:2
den Gruppensieg.
Gruppe B
Die Experten sahen in der Gruppe B
Vorjahressieger VFC Plauen II und
Vizemeister Fortuna Plauen klar im
Vorteil. Das Duo erreichte auch das
Halbfinale, allerdings mit ein paar
Schrammen. Als Gruppen-Favorit
setzte sich der VFC souverän durch.
Zierold (4), Matthes (3), Gütter und
Ketzel machten gegen Fortuna (6:1)
und Lengenfeld (4:2) frühzeitig das
Weiterkommen perfekt. Dann aber
leistete sich der Pokalverteidiger
gegen die drei Spielklassen niedriger
kickende SG Jößnitz eine 1:4-Niederlage, die ein wenig die Stimmung
trübte.
Gar nicht gut drauf schien diesmal die Fortuna. Sie geriet auch gegen Jößnitz zweimal in Rückstand.
Erst in den letzten fünf Minuten
wendete sie noch das Blatt zum 5:2Sieg. Mit dem 4:2-Erfolg gegen Lengenfeld war der Halbfinaleinzug
perfekt. Allerdings standen den
zehn Toren von Klaus (4), Schröter
(2), Blei, Antelmann, Wolf und
K. Herrmann auch zehn Gegentreffer gegenüber.
Leicht geknickt, dennoch zufrieden verabschiedete sich die SG Jößnitz aus dem Turnier. Trainer Holger
Wiesner: „Mit dem 4:1-Sieg gegen
den VFC haben wir als Kreisligist
Vereinsgeschichte geschrieben.“ Die
Jößnitzer Tore markierten Winkler
(3), Arndt (2), Unger und Dürrbeck.
Aktivposten waren zudem einmal
mehr Torwart Todtleben, Singer und
Stumpe. Beim VfB Lengenfeld
haderte man nur nach dem ersten
Spiel. Der spielende Torwart Martin
Mothes: „Das 2:2-Unentschieden
gegen Jößnitz hat uns am Ende eine
bessere Platzierung gekostet. Dass
wir aber überhaupt hier dabei sind,
sehen wir als Erfolg. Wir haben uns
nicht abschießen lassen und sind somit ganz zufrieden.“ Für Lengenfeld
trafen T. Rudolph (3), P. Rudolph,
Becker und Tautenhahn.
Die Jößnitzer Marcel Singer (links) und Ronny Unger (rechts) stoppen hier
gemeinsam Benjamin Matthes vom VFC Plauen II. Am Ende behielt der Kreisligist über das Landesklasse-Team 4:1 die Oberhand. Allerdings hatte diese
Partie für die Halbfinal-Qualifikation keine Bedeutung mehr. FOTO: ELLEN LIEBNER
KIND & KEGEL
Freie Presse
Montag, 19. Januar 2015
Fernsehen
Stieg Larssons
„Verdammnis“ ist
ein spannender
Thriller. Seite A3
Seite A1
Das neue Plus für Eltern
NACHRICHTEN
BUNDESAGENTUR
Neue Termine
fürs Kindergeld
Seit Jahresanfang gelten für Mütter und Väter neue Gesetze – Sie bringen Vorteile, doch leicht zu verstehen sind sie leider nicht
Die Bundesagentur für Arbeit hat
das Auszahlungsverfahren für Kindergeld geändert. Bisher waren der
geplante Überweisungstag und der
Tag des Geldeingangs auf dem Bankkonto nicht immer identisch. Jetzt
ist der Überweisungstag verlässlich
auch der Tag, an dem das Kindergeld
auf dem Konto gutgeschrieben wird.
„Alle Kindergeldempfänger können
sich im Internet den Überweisungsplan ansehen oder auch ihren persönlichen Auszahlungstermin über
unsere kostenlose Hotline 0800
4555533 abfragen“, so Karsten Bunk,
Leiter der Familienkasse. (rnw)
» www.arbeitsagentur.de
EINSCHULUNG
Träumen kein Grund
für späten Schulstart
Ist das Kind besonders verträumt
und langsam, wollen Eltern häufig
mit der Einschulung noch warten,
es für ein Jahr zurückstellen lassen.
Oft kommen diese Kinder aber besser in dem neuen Umfeld zurecht als
erwartet. Träumen und in einer eigenen Welt leben, sei für Kinder dieses
Alters normal, argumentiert Erziehungsberater Michael Thiel in der
Zeitschrift „Familie & Co“ (Ausgabe
Februar). Eltern sollten ihnen deshalb die neuen Erfahrungen in der
Schule ruhig zutrauen. (dpa)
JUGEND
Mehr Taschengeld
im Sozialen Jahr
Wer ein Freiwilliges Soziales Jahr
oder den Bundesfreiwilligendienst
absolviert, kann ab diesem Jahr
mehr Taschengeld bekommen. Maximal sind 363 Euro monatlich möglich, informiert das Bundesamt für
Familie und zivilgesellschaftliche
Aufgaben. Den konkreten Betrag
vereinbaren Jugendliche mit ihrer
Einsatzstelle. Zusätzlich erhalten
Freiwillige Unterkunft, Verpflegung
oder Dienstkleidung. (dpa)
GESUNDHEIT
Kinder sind keine
Arzneiboten
Wenn Kinder für Eltern oder Großeltern Medikamente abholen sollen,
haben Apotheker Bedenken. „Sie
verstehen wichtige Einnahmehinweise nicht und können sie nicht
ausrichten“, erklärt Thomas Benkert, von der Bundesapothekerkammer, in der „Apotheken Umschau“.
Auch Fragen zu anderen Medikamenten des Patienten wissen sie
meist nicht zu beantworten. Zudem
könnten sie rezeptfreie Husten- und
Schlafmittel „probieren“. (rnw)
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Wie unterscheiden sich Elterngeld und Elterngeld Plus?
Bislang haben Paare Anspruch auf
14 Monate Elterngeld. In der Regel
werden 65 Prozent des früheren Nettogehalts als Elterngeld gezahlt –
mindestens aber 300 Euro und
höchstens 1800 Euro im Monat.
Während des Elterngeldbezuges
dürfen Eltern bis zu 30 Stunden pro
Woche arbeiten. Nutzen Vater und
Mutter diese Möglichkeit gleichzeitig, bekommen sie sieben Monate
lang Elterngeld gezahlt. Bisher haben Teilzeit arbeitende Eltern aber
einen Nachteil: Ihr Gehalt reduziert
den Elterngeldbetrag. Wer viel verdient, erhält weniger Geld vom Staat
(siehe Beispielrechnung). Für die
meisten Paare lohnt es sich mehr,
wenn die Mutter zwölf Monate das
Kind betreut und volles Elterngeld
bezieht. Väter nehmen nur die geförderten zwei Partnermonate Elternzeit. Damit verfestigen sich klassische Rollenaufteilungen.
Elterngeld Plus soll das ändern.
Künftig können Eltern doppelt so
lange Elterngeld beziehen. Denn ein
Elterngeld-Monat entspricht zwei
Elterngeld-Plus-Monaten. Arbeiten
Mutter und Vater nach der Geburt
ihres Kindes gleichzeitig Teilzeit, erhalten sie jeder bis zu 14 Monate Elterngeld Plus. Es berechnet sich im
Grundsatz wie das Elterngeld. Beim
Elterngeld Plus wird der ermittelte
Betrag jedoch doppelt so lange gezahlt – dafür gibt es aber höchstens
die Hälfte der Summe, die Eltern bei
vollständigem Jobausstieg zustünde. Der monatliche Betrag liegt dadurch oft niedriger als beim bisherigen Elterngeld. Doch trotzdem kann
es ein Gewinn sein, denn durch die
längere Auszahlungszeit bekommen Teilzeit arbeitende Eltern künftig mehr Geld. In den meisten Fällen
können sie das volle Elterngeldbudget ausschöpfen. Nur wenn Vater
oder Mutter nach der Geburt viel
verdienen und die Differenz zum alten Einkommen niedrig ist, gibt es
weniger Geld vom Staat. Klingt
kompliziert? Ist es auch. Lassen Sie
sich am besten von der Elterngeldstelle zu ihrer Situation beraten, bevor Sie den Antrag stellen.
Was ist sonst noch neu?
Künftig gibt es einen sogenannten
Partnerschaftsbonus. Arbeiten Vater
und Mutter gleichzeitig mindestens
vier Monate in Folge zwischen 25
und 30 Stunden in der Woche, zahlt
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Können Alleinerziehende Elterngeld Plus beanspruchen?
Ja, und sie haben Anspruch auf Partnerleistungen.
Alleinerziehende
können bis zu 14 Monate Elterngeld
und 28 Monate Elterngeld Plus beantragen. Wenn Sie die Voraussetzungen für den Partnerschaftsbonus
erfüllen, bekommen sie vier Monate
zusätzlich Elterngeld Plus. Diese
Partnerleistungen sind bisher an das
alleinige Sorgerecht oder Aufenthaltsbestimmungsrecht für das
Kind geknüpft. Das ist künftig anders. Ab 1. Juli 2015 stehen die Extraleistungen allen Alleinerziehenden
zu, die die Voraussetzungen der
Steuerklasse II erfüllen und nicht
mit dem anderen Elternteil in einer
Wohnung leben. Für Alleinerziehende ist das eine Verbesserung.
Für Eltern wird es einfacher, Job
und Familie zu vereinbaren. Denn
seit Anfang des Jahres gilt das
neue Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz. Es bringt zwei große Änderungen. Neben dem Elterngeld gibt es künftig eine neue
Leistung: das Elterngeld Plus. Das
gibt es für alle Kinder, die ab 1. Juli
2015 geboren werden. Carina Frey
von der Zeitschrift „Eltern“ geht
auf wichtige Fragen ein.
ay it loud, say it clear, refugees
are welcome here! – Sag es
laut, sag es klar, Flüchtlinge
sind hier willkommen! Meine Söhne (15+19) riefen den Satz laut mit
den anderen Pegida-Gegnern auf
dem Postplatz in Dresden. Es ist
Montag und sie sind zum ersten Mal
auf einer großen Demonstration. Ich
sehe diese Jungs an, wie sie in der
Dunkelheit stehen, und mir wird
klar: Irgendwie sind beide schon
groß, selbstständig, suchen nach ihrem Weg im Leben. Umso mehr
freut es mich, dass ich es bin, mit der
sie ihre erste Demo erleben.
Es gibt Momente mit Kindern,
die vergisst man nicht: das erste
Wort (und es ist meist nicht Mama!),
die ersten Schritte, der erste Abschied im Kindergarten, vor der
Schule. Es sind immer Augenblicke,
in denen Mütter und Väter wissen,
nun geht es einen Schritt nach vorn
Glück! Dank flexiblerer Elternzeit können es Eltern jetzt noch besser genießen.
der Staat jedem von ihnen vier zusätzliche Monate Elterngeld Plus.
Das soll Eltern belohnen, die sich gemeinsam um Familie und Broterwerb kümmern. Die lange Förderung führt zu einer weiteren Neuerung: Sie können in Zukunft ab dem
15. Lebensmonat des Kindes parallel
zum Elterngeld Plus Betreuungsgeld
beantragen. Allerdings bekommen
Eltern von Mehrlingen seit Jahresanfang nicht mehr für jedes Kind Elterngeld, nur noch pro Entbindung.
Worauf müssen Paare achten?
Sie haben künftig die Wahl: Bis zu
14 Monate Elterngeld oder 28 Mona-
te Elterngeld Plus. Erfüllen Sie die
Voraussetzungen für die Partnerschaftsbonusmonate,
kommen
noch mal acht Monate Elterngeld
Plus dazu – vier für jeden Partner.
Folgende Aspekte sind wichtig: Ein
Elternteil bekommt höchstens
zwölf Monate Elterngeld, die restlichen zwei Monate muss der andere
Elternteil beantragen. Er kann entweder zwei Monate mit Elterngeld
zu Hause bleiben, oder er reduziert
seine Arbeit und bezieht zwischen
zwei und vier Monate Elterngeld
Plus. Neun von zehn Müttern erhalten während der acht Wochen dauernden Schutzfrist nach der Geburt
FOTO: PLAINPICTURE
Mutterschaftsleistungen. Diese werden auf das Elterngeld angerechnet.
Deshalb zählen die acht Wochen
Mutterschutz wie zwei Elterngeldmonate. Elterngeld wird in den ersten 14 Lebensmonaten des Kindes
gezahlt. Ab dem 15. Monat können
Sie nur noch Elterngeld Plus beantragen. Dann müssen alle Elterngeld
Plus-Monate am Stück genommen
werden. Beim Antrag können Sie
Monat für Monat zwischen Elterngeld und Elterngeld Plus wählen.
Die Aufteilung ist nicht endgültig.
Anders als früher dürfen Sie einmal
getroffene Entscheidungen ohne
Angabe von Gründen ändern.
So werden Elterngeld und Elterngeld Plus berechnet
Berechnung Elterngeld
Nettogehalt
Ersatzquote Elterngeld Gesamtelterngeld
(vor der Geburt im Monat)
1500 €
65 %
Berechnung Elterngeld Plus
Elterngeld = Elterngeld Plus
(im Monat)
975 €
= 487,50 €
(im Monat)
(12 Monate)
975 €
11.700 €
Gesamtelterngeld Plus
(24 Monate)
11.700 €
Berechnung Elterngeld bei Teilzeit
Nettogehalt Nettogehalt
Differenz
(vor der Geburt)
1500 €
1500 €
1500 €
(nach der Geburt)
25 %-Stelle=
50 %-Stelle=
75 %-Stelle=
375 €
750 €
1125 €
Ersatzquote
Elterngeld
Elterngeld gesamt
Gesamteinkommen (24 Monate)
(zum vollen Gehalt)
(auf die Differenz)
(im Monat)
(Auszahlung 12 Monate)
(12 Monate mit Elterngeld + 12 ohne)
1125 €
750 €
375 €
65 %
65 %
65 %
Berechnung Elterngeld Plus bei Teilzeit
Nettogehalt Nettogehalt
Elterngeld Plus
(vor der Geburt)
1500 €
1500 €
1500 €
(nach der Geburt)
25 %-Stelle=
50 %-Stelle=
75 %-Stelle=
375 €
750 €
1125 €
(im Monat)
731,25 €
487,50 €
300,00 € *
8775 €
5850 €
3600 €
Elterngeld Plus gesamt
Gesamteinkommen (24 Monate)
(Auszahlung 24 Monate)
(24 Monate mit Elterngeld Plus)
487,50 € **
487,50 €
243,75 €
11.700 €
11.700 €
5850 €
9000 + 11.700 = 20.700 €
18.000 + 11.700 = 29.700 €
27.000 + 5850 = 32.850 €
* Mindestbetrag
Tilo Steiner
UNTER UNS
Eine neue Erfahrung
GRIT STRIETZEL
ÜBER DIE ERSTE DEMONSTRATION MEINER SÖHNE
grit.strietzel@freiepresse.de
für den Nachwuchs in die Selbstständigkeit und gleichzeitig einen
Schritt weg von den Eltern ...
Natürlich habe ich oft erzählt
von der Wende und von den Demonstrationen, vom Unbehagen,
weil man nicht wusste, was passierte. Und doch waren es eben Erzählungen. Eine eigene Erfahrung ist
anders.
Wir reden oft über Politik, debattieren, und ich erkläre, wie Demokratie funktioniert, denn das lernt
man kaum in der Schule. Was können die Länder entscheiden, was der
13.275 € + 4500 € = 17.775 €
14.850 € + 9000 € = 23.850 €
17.100 € + 13.500 € = 30.600 €
Bundestag? Warum dauert es so lange, ein Gesetz zu ändern? Kann jeder
eine Partei gründen? Ich versuche
immer, den beiden klarzumachen,
dass es nichts nützt, nur zu meckern.
Wer sich über etwas ärgert, muss es
ansprechen, es ändern. Das ist in der
Politik ebenso wie im Beruf oder im
Privaten. Manchmal klappt es mit
der Veränderung und manchmal
nicht. So ist das Leben!
Seit Wochen schauen wir uns
montags die Bilder aus Dresden im
Fernsehen an. Doch letzte Woche
habe ich gesagt: Wir fahren nach
** gedeckelt
Dresden! 7500 standen auf unserer
Seite, 25.000 sind an uns vorbeigezogen. Ein mulmiges Gefühl, denn
letztlich trennte uns nur eine Polizeiwagen-Kolonne von jenen, die
Dresden seit Wochen in die Schlagzeilen bringen. Laut brüllte jede Seite ihre Ansichten in die Nacht. Meine Söhne waren elektrisiert, sie
spürten, wie es ist, wenn man sich
auf diese Art und Weise für etwas
einsetzt. Das Staatsschauspiel war
hell erleuchtet und die Redner auf
der Bühne davor erinnerten daran,
dass der Beiname „Elbflorenz“ entstanden ist, weil Dresden immer offen war – für alle, die hierher kamen.
Meine Söhne saßen nach der Demo zufrieden mit mir in einem Café
zum Aufwärmen. Die Welt berichtete wieder über Dresden und sie waren dabei gewesen. Ich sah es in ihren Gesichtern: Eine ganz neue,
wunderbare Erfahrung!
Die Elternzeit wird flexibler.
Was heißt das?
Jeder Elternteil hat Anspruch auf
36 Monate Elternzeit, die er bisher in
zwei Abschnitte aufteilen kann. Maximal zwölf Monate dürfen mit Zustimmung des Arbeitgebers auf die
Zeit zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes übertragen werden. Ab 1. Juli bekommen
Sie mehr Spielraum: Sie können die
Elternzeit dann in drei Abschnitte
aufteilen. Und Sie dürfen 24 statt
zwölf Monate Elternzeit nach dem
dritten Geburtstag des Kindes nehmen. Es genügt, wenn Sie den Arbeitgeber über Beginn und Dauer
der Elternzeit informieren. Dafür
gelten unterschiedliche Fristen. Bis
zum dritten Lebensjahr muss die Elternzeit sieben Wochen vor Beginn
angemeldet werden, und die Entscheidung ist für zwei Jahre bindend. Für eine späte Elternzeit gilt
eine Anmeldefrist von 13 Wochen.
DIE
ZEITSCHRIFT
„Eltern“ erscheint mit
dem aktuellen Februar-Heft in neuem Layout und kostet einen
Euro.
Elterngeld ohne Beschäftigung
Elterngeld errechnet sich im Regelfall
aus 65 Prozent des durchschnittlichen
Nettoeinkommens der letzten zwölf
Monate vor der Geburt des Kindes.
Ein Elternteil kann höchstens 12 Monate
Elterngeld beziehen (Ausnahme
Alleinerziehende).
Elterngeld Plus ohne Beschäftigung
Die Hälfte des Elterngeldbetrags wird
als Elterngeld Plus gezahlt – dafür über
den doppelten Zeitraum.
Elterngeld bei Teilzeit
Vom durchschnittlichen Nettoeinkommen vor der Geburt wird das Teilzeiteinkommen nach der Geburt abgezogen.
Das Elterngeld gleicht die entstandene
Differenz im Regelfall zu 65 Prozent aus.
Elterngeld Plus bei Teilzeit
Elterngeld Plus wird zunächst genauso
berechnet wie Elterngeld. Der ermittelte
Betrag – höchstens aber die Hälfte des
Basiselterngeldes ohne Beschäftigung –
wird für 24 Monate bezahlt.
Quelle: Eltern, Gruner+Jahr
KÖRPERPFLEGE
Weniger Hormone
in Babykosmetik
Jedes dritte Körperpflege-Produkt ist
gemäß einer BUND-Studie mit hormonell wirksamen Chemikalien belastet. Die gefährliche Mischung
kann Unfruchtbarkeit oder verschiedene Krebsarten fördern. Vor
allem Schwangere, Kinder und
Teenager sind gefährdet. Ab April
sind zwei als Konservierungsstoffe
verwendete Parabene in Babykosmetik verboten, nicht jedoch die
Kombination verschiedener hormoneller Chemikalien. Die Kombination kann zu einem Cocktail-Effekt
führen, der gefährlich sein kann.
Um sich zu schützen, scannen Verbraucher den Barcode von Kosmetikprodukten per Codecheck-App
und finden Ersatzprodukte. (rnw)
A2 Freie Presse
ROMAN & RÄTSEL
19
Martin Walker (aus dem Englischen von Michael Windgassen)
Bruno fuhr am Friedhof vorbei auf
ihm unbekannten Wegen durch die
verlassene, ehemals von der Pest
heimgesuchte Ortschaft und suchte
nach den Lichtern des neuentstandenen Dorfes, hinter dem er das restaurierte Château vermutete, das er
auf seiner Kanufahrt mit Antoine
entdeckt hatte. Vielleicht würde die
neue auberge des Grafen hier in der
Gegend zu neuerlichem wirtschaftlichen Aufschwung führen, dachte
Bruno, als nach ein paar weiteren
Kurven der abschüssigen Straße die
Einfahrt des Châteaus in Sicht kam.
Davor waren zwei Männer postiert,
die ihn einwiesen. Das große Metalltor öffnete sich automatisch. Zwei
Hubschrauber standen auf dem Landeplatz. Bruno fuhr an einer Reihe
teurer Limousinen vorbei und wurde dann von einem kahlköpfigen
Mann in einem billigen Anzug zum
Anhalten aufgefordert.
„Da sind ja auch Fahrzeuge der
Regierung“, sagte Isabelle über-
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Femme fatale
© 2013 by Diogenes Verlag AG Zürich – Folge 83
rascht. „Das sieht man an den Nummernschildern.“
Bruno kurbelte das Seitenfenster
herunter, um den Mann zu grüßen.
„Sind Sie in Polizeiangelegenheiten hier?“, fragte der höflich, aber
kühl. Unter dem Jackett zeichnete
sich eine Wulst ab. Zwei weitere
Männer, beide ebenfalls kräftig ge-
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und im Online-Shop der „Freien Presse“.
» www.freiepresse.de/shop
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mich ein bisschen, dass ich davon
nichts wusste.“
„Ist dieser Mascagny eine Art Bodyguard?“
„Ja, er gehört zum Sicherheitspersonal des Verteidigungsministeriums. Wir sind uns ein paarmal bei
Ministerratssitzungen über den
Weg gelaufen.“
„Woher weißt du denn, ob oder
welche Gesellschaften von anderen
Ministerien organisiert werden?“
„Die werden in einem wöchentlichen Rundbrief der Sicherheit gemeldet. Mascagny sprach von einem
Lieferabkommen. Es geht wahrscheinlich um Auslandsexporte.
Das würde den Rummel erklären.“
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ken und Käse. Kann natürlich nicht
ankommen gegen das Bankett, das
hier heute gegeben wird.“
„Nein danke. Mein Freund ist
sehr stolz auf die gute Küche des Périgord“, lachte Isabelle. „Ein jambonbeurre-Baguette würde ihm das Herz
brechen. Wir sehen uns im Élysée.
Bonne soirée.“
Als Bruno den Wagen wendete,
sah er, dass sich Isabelle ein paar Autokennzeichen und die Registriernummern der Hubschrauber notierte. Plötzlich strahlten Scheinwerferlichter auf. Zwei große Citroën C6
kamen die Auffahrt herunter und
bogen in den Hof vor dem Château
ein.
„Privatfahrzeuge, von Chauffeuren gesteuert“, bemerkte Isabelle.
„Seit der Präsident auf einen C6 um-
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zac. Mein Freund Bruno ist Polizeichef von Saint-Denis. Wir haben zusammengearbeitet, als ich noch in
Périgueux angestellt war. Von dieser
Großveranstaltung heute Abend
hatten wir keine Ahnung.“
„Es wird ein bisschen gefeiert. Ein
Lieferabkommen“, erklärte er. Entspannt stützte er seinen kräftigen
Unterarm auf den Fensterrahmen
und schüttelte zuerst Brunos, dann
Isabelles Hand. „Ein hübsches Hündchen. Wollen Sie ihn später mit auf
die Jagd nehmen?“
„Ja, wenn er ausgebildet ist“, antwortete Bruno. „Aber das wird wohl
noch ein Weilchen dauern.“
„Moment, da fällt mir gerade was
ein. Wenn Sie Hunger haben – ich
hätte da noch ein paar Sandwiches.
Nichts Besonderes, nur mit Schin-
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baut, standen ein paar Schritte voneinander entfernt hinter ihm.
„Nein, wir wollten essen“, antwortete Bruno.
„Dann muss ich Sie enttäuschen.
Das Hotel ist wegen einer Privatveranstaltung für Gäste geschlossen.
Da vorn können Sie wenden.“
Da beugte sich Isabelle über Bruno hinweg, um den Mann in Augenschein zu nehmen. „Sind Sie es, Mascagny?“, fragte sie.
„Ja, aber… Ah, Mademoiselle Perrault. Was führt Sie hierher? Das
hier ist ein Treffen des Verteidigungsministeriums.“
„Wie mein Kollege Bruno Courrèges schon sagte, wir hatten gehofft,
hier essen zu können. Darf ich Sie
mit dem neuen Hund meines Freundes bekannt machen? Er heißt Bal-
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FERNSEHEN & RADIO
Montag, 19. Januar 2015
IM RADIO
HÖRSPIEL
Steuersünder
werden ermordet
Star-Chirurg Korassidis liegt zwischen den
Gräbern auf dem antiken Kerameikos-Friedhof, gestorben nach einer
Injektion Schierlingsgift. Kommissar Kostas Charitos nimmt die Ermittlungen auf. Der Chirurg hat in
großem Stil Steuern hinterzogen.
Die auf seinem Rechner eingegangene E-Mail eines „Nationalen Steuereintreibers“ fordert satte Nachzahlungen: „Sollten Sie Ultimo überschreiten, wird anders abgerechnet.
– Sokrates lässt grüßen!“ Bald taucht
ein zweites Opfer auf, wieder ein
Steuersünder, auch er starb an
Schierlingsgift. Ein Hörspiel nach
dem Roman „Zahltag“ (2012) von Petros Markaris. (fp)
D-RADIO KULTUR 21.30 UHR
Freie Presse
Zum Leben verdammt
A3
Das Leiden
erhält ein
Gesicht
Mit der Verfilmung
Nummer 2 von Stieg
Larssons „Millennium“Trilogie setzt das ZDF die
insgesamt dreiteilige Filmreihe fort: „Verdammnis“
ist ein spannender Thriller
mit einer überaus
faszinierenden Heldin.
Eine Dokumentation
über Flüchtlinge
Blomkvist (Michael Nyqvist) wirken
wie ein Stich ins Wespennest.
Blomkvist arbeitet nach den turbulenten Monaten, die im ersten
„Millennium“-Teil „Verblendung“
geschildert wurden, wieder als Chefredakteur. Zusammen mit einem
jungen Kollegen recherchiert er in
einem Fall von Menschenhandel
und Zwangsprostitution. Dabei
stößt er auf eine Verschwörung, die
bis in die Regierung reicht. Dort
wird nicht lange gefackelt. Erst
stirbt Blomkvists Kollege, dann ein
Mann, den Lisbeth gut kannte: ihr
ehemaliger Vormund und Vergewaltiger. Die junge Frau, die in „Verblendung“ zusammen mit Blomkvist tie-
fe Abgründe in der angeblich so feinen Gesellschaft erforschte, steht
umgehend unter Mordverdacht.
Aber nicht nur Polizei und Medien
jagen sie, sondern auch eine Geheimorganisation, die einen ganz
speziellen Killer auf sie ansetzt: Lisbeths Vater. Während Blomkvist fieberhaft daran arbeitet, Lisbeths Unschuld zu beweisen, verstrickt sich
das Mädchen immer tiefer in ihre
Vergangenheit. Und die ist erschreckend, ein von Willkür und Machtmissbrauch geprägtes Martyrium.
Die fantastische Noomi Rapace
überzeugt wieder als Lisbeth und
gibt eine beeindruckende Vorstellung als gehetzte Verletzte, wild ent-
DEN DRITTEN TEIL der „Millennium“-Trilogie, „Vergebung“, sendet das ZDF am 26. Januar um 22.15 Uhr.
Es klingt grausam, ist
aber traurige Realität: Fast täglich
sterben Flüchtlinge, die sich auf gefährlichem Weg in die „Festung Europa“ vorkämpfen – und trotzdem
lassen die Berichte in den täglichen
Nachrichtensendungen
immer
mehr
Menschen
hierzulande
scheinbar kalt. Erst wenn in unmittelbarer Nachbarschaft neue Flüchtlingsheime entstehen, oder wenn
die Menschen endlich die persönlichen Geschichten von Betroffenen
hören und das Elend somit ein Gesicht erhält, kommt es zu Reaktionen. Die WDR-Dokumentation
„Flüchtlinge – Aufnehmen oder Abschieben?“ von Christian Jentzsch,
die erstmals im Ersten zu sehen ist,
versucht das Leiden zu personalisieren und die Zuschauer wachzurütteln. Etwa dadurch, dass der Film-Bericht von der Hamburger Übersetzerin Nila A. erzählt. „Warum musste
meine Schwester sterben? Sie wollte
doch nur in Frieden leben“, klagt die
gebürtige Afghanin. Ihre Schwester
ertrank im Mittelmeer, mit ihr kamen zehn weitere Menschen ums
Leben. „Sie hat noch versucht, ihren
kleinen Sohn zu retten. Viele Mütter
sind mit ihren Kindern untergegangen“, so Nila A. Nur eines von so vielen unfassbaren Dramen. (tsch)
ARD 23.30 UHR
VON RUPERT SOMMER
DLF 21.05 UHR Im Mittelpunkt dieser
Sendung steht das Saxofon. Der 200.
Geburtstag seines Erfinders, des belgischen Instrumentenbauers Adolphe Sax, war im vergangenen Herbst
für zwei ambitionierte junge Formationen Berlins der Anlass sich auf
Spurensuche zu begeben – nach
dem Saxofon in zeitgenössischen
Kompositionen. Eine Aufnahme aus
dem Konzerthaus Berlin. (fp)
Es wird düsterer, mysteriöser und verschwörerischer in
der zweiten Runde von Stieg Larssons überaus erfolgreicher „Millennium“-Trilogie: Der Film „Verdammnis“ (2009), den das ZDF heute zeigt,
rückt die Computerhackerin Lisbeth Salander (Noomi Rapace) stärker in den Vordergrund.
Gewalt, Hass, Selbstzerstörung –
die junge Frau wurde seit der frühen
Kindheit von Dämonen verfolgt.
Ganz besonders von einem gewalttätigen russischen Agenten, der
übergelaufen war: Obwohl ihr Vater
ein Frauenschläger war, wurde er
von einflussreichen Kreisen geduldet und protegiert. Zum Wohle des
schwedischen Volkes. Das wusste
davon allerdings genauso wenig wie
die Regierung. Doch Recherchen des
engagierten Journalisten Mikael
ARD
ZDF
MDR
RTL
ARTE
3 SAT
5.30 ZDF-Morgenmagazin 9.05 Das Weibernest. TV-Komödie, D 2001 10.35 Tagesschau 10.45 Um Himmels Willen 11.35 Nashorn, Zebra & Co. 12.00 Tagesschau 12.15
ARD-Buffet. U.a.: Flecken ABC – Schneeränder an Schuhen 13.00 ZDF-Mittagsmagazin
14.00 Tagesschau 14.10 Rote Rosen 15.00
Tagesschau 15.10 Sturm der Liebe
5.30 ZDF-Morgenmagazin 9.05 Volle Kanne – Service täglich. U.a.: Top-Thema: Mahngebühren / Genuss: Zucchini-Brot – Rezept
von Cynthia Barcomi 10.30 Die RosenheimCops 11.15 SOKO Wismar 12.00 heute
12.10 drehscheibe 13.00 ZDF-Mittagsmagazin 14.00 heute – in Deutschland 14.15
Die Küchenschlacht 15.05 Topfgeldjäger
6.00 Unterwegs in Sachsen 6.30 LexiTV –
Wissen für alle 7.30 Tanz auf dem Vulkan
(3/3). TV-Melodram, D 1996 9.00 Brisant
9.45 Kripo live 10.10 Giraffe, Erdmännchen & Co. 11.00 MDR um elf 11.40 In aller
Freundschaft 12.30 Meine Tochter und der
Millionär. TV-Komödie, D 2009 14.00 MDR
um zwei 15.00 LexiTV – Wissen für alle
5.10 Explosiv – Weekend 6.00 Guten Morgen Deutschland. Moderation: Wolfram
Kons, Angela Finger-Erben 8.30 Gute Zeiten, schlechte Zeiten 9.00 Unter uns 9.30
Betrugsfälle 10.00 Die Trovatos – Detektive decken auf 11.00 Die Trovatos – Detektive decken auf 12.00 Punkt 12 – Das RTLMittagsjournal 14.00 Verdachtsfälle
19.10 ARTE Journal 19.30 Indiens wilde
Schönheit (1/5) 20.15 Der bewegte Mann.
Komödie, D 1994. Mit Til Schweiger u.a.
Regie: Sönke Wortmann 21.45 Atemlos
vor Angst. Abenteuerfilm, USA 1977. Mit
Roy Scheider u.a. Regie: William Friedkin
23.45 Tod in Arizona (VPS 23.50). Dokumentarfilm, MEX/BOL 2014 0.55 Mamarosh (VPS 1.00). Komödie, SRB/D/F 2013
17.00 La Haute Route – Von Chamonix bis
Zermatt (5/5) 17.45 ZDF-History 18.30 nano 19.00 heute 19.20 Kulturzeit 20.00
Tagesschau 20.15 Vögel aus dem Paradies
21.00 Die Dynastie der Elefanten – Das
Vermächtnis 21.50 Unter den Schwingen
des Adlers (VPS 21.49) 22.00 ZIB 2 22.25
Wüstenträume 23.10 Bayerischer Filmpreis 2014 0.30 Reporter 0.55 10vor10
16.00 Tagesschau
16.10 Panda, Gorilla & Co.
17.00 Tagesschau
17.15 Brisant
18.00 Verbotene Liebe Daily Soap
18.50 Großstadtrevier
Der Kronzeuge. Krimiserie
19.45 Wissen vor acht – Zukunft
Die Auto-Sirene
19.50 Wetter vor acht
19.55 Börse vor acht
16.00 heute – in Europa
16.10 SOKO Kitzbühel
Tödliche Hände. Krimiserie
17.00 heute
17.10 hallo deutschland
17.45 Leute heute
18.05 SOKO 5113
Sommer ‘94. Krimiserie
19.00 heute
19.25 WISO Magazin. WISO-Tipp:
Gut versichert auf Reisen
16.00 MDR um vier Neues von hier
17.45 Aktuell
18.10 Brisant
18.54 Unser Sandmännchen Der kleine
König: „Der kleine König klebt fest”
19.00 SachsenSpiegel
19.30 Aktuell
19.50 Mach dich ran!
Spielshow. U.a.: Tagesaufgabe:
Einen Trainingsraum für die
Meißener Kanuten klären
17.00 Berlin Models – Unser Leben,
unser Traum Soap
17.30 Unter uns Daily Soap
18.00 Explosiv – Das Magazin
Moderation: Nazan Eckes
18.30 Exclusiv – Das Star-Magazin
Moderation: Frauke Ludowig
18.45 RTL Aktuell
19.05 Alles was zählt Daily Soap
19.40 Gute Zeiten, schlechte Zeiten
Daily Soap
NDR
WDR
20.00 Tagesschau
20.15 Abenteuer Alpen (2/2) Falsche
Kameraden und starke Frauen
21.00 Hart aber fair
Moderation: Frank Plasberg
22.15 Tagesthemen
22.45 Die Story im Ersten
Papa trau Dich! Väter zwischen
Kind und Karriere. Dokureihe
23.30 Flüchtlinge – Aufnehmen oder
Abschieben? Dokumentation
20.15 Spuren des Bösen – Schande
TV-Kriminalfilm, A/D 2014. Im Haus
des Verhörspezialisten Dr. Brock
wurde jemand ermordet, die
einzige Zeugin ist Brocks heimliche
Geliebte Paula. Dr. Pliem zwingt
Brock mit seiner Kenntnis der
Affäre dazu, ihn zu therapieren.
21.45 heute-journal
22.15 Stieg Larsson: Verdammnis
Thriller, S/DK/D 2009
20.15 Pepe, der Paukerschreck
Komödie, D 1969. Mit Hansi
Kraus u.a. Regie: Harald Reinl
21.45 Aktuell
22.05 Fakt ist ...!
22.50 Mord mit Aussicht
Saftladen. Krimiserie
23.40 John F. Kennedy – Tatort Dallas
Politfilm, USA 1991. Mit Kevin
Costner, Tommy Lee Jones u.a.
Regie: Oliver Stone
20.15 Wer wird Millionär?
Moderation: Günther Jauch
21.15 Undercover Boss Serengeti Park
22.15 Ich bin ein Star – Holt mich
hier raus! Reality-Soap
23.15 Extra – Das RTL Magazin
Ob mit Drogenfahndern unterwegs
oder gefährlichen Betrügern auf der
Spur. Die Reporter des Magazins
sorgen mit ihren Beiträgen zu
Themen für Gesprächsstoff.
16.00 NDR//Aktuell 16.10 Mein Nachmittag 17.10 Das Waisenhaus für wilde Tiere
18.00 Niedersachsen 18.00 Uhr 18.15 die
nordreportage: Einsatz für die Bereitschaftspolizei 18.45 DAS! 19.30 Hallo Niedersachsen 20.00 Tagesschau 20.15 Markt
21.00 Die Ernährungs-Docs 21.45 NDR//
Aktuell 22.00 45 Min 22.45 Kulturjournal
23.15 Die Päpstin. Drama, D/GB/I/E 2009
1.35 Günther Jauch 2.35 Nordbilder
16.00 WDR aktuell 16.15 daheim + unterwegs 18.05 Hier und Heute 18.20 Servicezeit 18.50 Aktuelle Stunde 19.30 Lokalzeit
20.00 Tagesschau 20.15 Mord mit Aussicht 21.00 markt 21.45 WDR aktuell
22.00 Die geheime Macht von Google
22.45 sport inside 23.15 Dr. John 1.00 Domian 2.00 Lokalzeit aus Köln 2.30 Lokalzeit aus Aachen 3.00 Lokalzeit aus Düsseldorf 3.25 Lokalzeit Bergisches Land
RBB
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0.15 Nachtmagazin
0.35 Tatort Die Sonne stirbt wie ein
Tier. TV-Kriminalfilm, D 2015
2.10 Hart aber fair
3.25 Flüchtlinge – Aufnehmen oder
Abschieben? Dokumentation
0.15 heute nacht
0.30 Waffenstillstand Drama,
D 2009. Mit Matthias Habich u.a.
2.00 ZDF-History
2.45 SOKO 5113
3.30 WISO
2.40 Kino Royal Das Filmmagazin
2.55 artour Das Kulturmagazin
U.a.: Dresden: Hort der Pegida?
3.25 Fakt ist ...!
4.10 Semperopernball Debütanten
2010 – 2013 Nonstop
16.05 Leckeres Hessen – der fröhlich freche Kochwettkampf (5/5) 16.50 kurz vor 5
17.05 Giraffe, Erdmännchen & Co. 18.00
rbb um sechs – Das Ländermagazin 18.30
zibb 19.30 Regional 20.00 Tagesschau
20.15 Tatort. Keine Polizei. TV-Kriminalfilm, D 2011 21.45 rbb aktuell 22.15 Von
Wollmäusen und Putzteufeln 22.45 Tatort.
Die Sache Baryschna. TV-Kriminalfilm, D
1994 0.15 Graf Yoster gibt sich die Ehre
13.20 Das Green Team 13.40 Die Pfefferkörner 14.10 Schloss Einstein – Erfurt
15.00 Sadie J 15.25 Horseland, die Pferderanch 15.50 Hexe Lilli 16.20 Garfield
16.45 Marsupilami – Im Dschungel ist was
los 17.10 Die Wilden Kerle 17.35 Peter
Pan – Neue Abenteuer 18.00 Pettersson
und Findus 18.15 Mouk, der Weltreisebär
18.40 Weißt Du eigentlich, wie lieb ich
dich hab? 18.50 Unser Sandmännchen
MUSIK
Geburtstagskonzert
für Adolphe Sax
ZDF 22.15 UHR
Lisbeth (Noomi Rapace) beschattet ihren Vormund.
0.00 RTL Nachtjournal
0.30 10 vor 11 Magazin
0.55 Ich bin ein Star – Holt mich
hier raus! Reality-Soap
1.55 Extra – Das RTL Magazin
2.35 Undercover Boss
FOTO: ZDF
schlossen, sich übermächtigen Gegnern entgegenzuwerfen, um Gerechtigkeit zu erfahren.
Verschwörungstheorien üben
immer eine gewisse Faszination aus
– bei Stieg Larsson, der 2004 nach
der Fertigstellung der ersten drei
von geplanten zehn Krimis an einem Herzinfarkt starb, ist das nicht
anders. Der Journalist galt als Experte für anti-demokratische Organisationen – in „Verdammnis“ spielen
deren Strukturen, Ziele und Methoden eine zentrale Rolle.
SAT 1
PRO 7
RTL 2
BR
KABEL 1
VOX
5.30 SAT.1-Frühstücksfernsehen. Seit 1987
gibt es das SAT.1-Frühstücksfernsehen. Mit
aktuellen Informationen, prominenten
Gästen und vielen Serviceangeboten versüßt das Team den Start in den Tag. 10.00
Auf Streife 11.00 Richterin Barbara Salesch 12.00 Richter Alexander Hold 13.00
Richter Alexander Hold 14.00 Auf Streife
15.00 Im Namen der Gerechtigkeit.
6.30 Aliens in America 6.55 Guess Who –
Meine Tochter kriegst du nicht! Liebeskomödie, USA 2005 8.50 Tics – Meine lästigen Begleiter. TV-Drama, USA 2008 10.45
Mike & Molly 11.15 Mike & Molly (1/23)
11.40 Two and a Half Men 12.35 Two and a
Half Men 13.05 2 Broke Girls 13.35 New Girl
14.05 The Big Bang Theory 15.00 The Big
Bang Theory 15.30 How I Met Your Mother
5.10 Grip – Das Motormagazin 5.55 Die
Schnäppchenhäuser – Der Traum vom Eigenheim 6.45 Die Kochprofis – Einsatz
am Herd 7.45 Infomercial 8.00 Die Kochprofis – Einsatz am Herd 9.00 Frauentausch 11.00 Family Stories 12.00 Köln
50667 13.00 Berlin – Tag & Nacht 14.00
Hilf mir! Jung, pleite, verzweifelt... 15.00
Der Trödeltrupp – Das Geld liegt im Keller
6.50 Sturm der Liebe 7.40 Tele-Gym 7.55
Panoramabilder / Bergwetter 8.35 TeleGym 8.50 Leopard, Seebär & Co 9.40 Unter unserem Himmel 10.25 Wir in Bayern
11.40 herzhaft & süß 12.10 In aller
Freundschaft 12.55 Elefant, Tiger & Co
13.45 freizeit 14.15 In den Tiefen des Pazifiks – Tiefenrausch und Tropenriffe 15.05
Polizeiinspektion 1 15.30 Wir in Bayern
9.15 Without a Trace 11.10 Castle 12.05
Numb3rs 13.00 Cold Case 13.55 Ghost
Whisperer 14.55 The Mentalist 16.00
Castle 17.00 Mein Lokal, Dein Lokal – Wo
schmeckt’s am besten? 18.00 Abenteuer
Leben 19.00 Achtung Kontrolle! Einsatz
für die Ordnungshüter 20.15 Starsky &
Hutch. Actionkomödie, USA 2004 22.15
Machete. Actionfilm, USA 2010 0.15
Starsky & Hutch. Actionkomödie, USA 2004
10.55 Mein himmlisches Hotel 11.55 Shopping Queen 13.00 Wer weiß es, wer weiß
es nicht? 14.00 Flirt oder Fiasko 15.00
Shopping Queen 16.00 4 Hochzeiten und
eine Traumreise 17.00 Mein himmlisches
Hotel 18.00 mieten, kaufen, wohnen
19.00 Das perfekte Dinner 20.00 Prominent! 20.15 Chicago Fire 21.15 Chicago Fire 22.10 Motive 23.05 The Closer
23.55 vox nachrichten 0.15 Chicago Fire
16.00 Anwälte im Einsatz
17.00 Mein dunkles Geheimnis
17.30 Schicksale – und plötzlich ist
alles anders Doku-Soap
18.00 In Gefahr – Ein verhängnisvoller
Moment Doku-Soap
19.00 Navy CIS Der letzte Schuss.
Krimiserie. Als die Leiche eines
Arztes auf dem Navy-Gelände
gefunden wird, scheint ein Profi
am Werk gewesen zu sein.
19.55 SAT.1 Nachrichten
16.00 How I Met Your Mother Die Wahl
war beschissen. Comedyserie
16.30 How I Met Your Mother Ohne
Fragen zu stellen. Comedyserie
17.00 taff Rockin’ Miami
18.00 Newstime
18.10 Die Simpsons Der Koch, der
Mafioso, die Frau und ihr Homer
Zeichentrickserie
18.40 Die Simpsons Jazzy and the
Pussycats. Zeichentrickserie
19.05 Galileo Verschwörbar – Fluor
16.00 Der Trödeltrupp – Das Geld liegt
im Keller Als Beates Mann vor fünf
Jahren starb, hinterließ er ihr und
dem Sohn Onno (17) ein ganzes
Haus voller Trödel. Die Situation ist
sogar so schlimm, dass Onno kein
eigenes Zimmer mehr hat und im
Elternschlafzimmer schlafen muss.
17.00 Die Geissens – Eine schrecklich
glamouröse Familie!
18.00 Köln 50667
19.00 Berlin – Tag & Nacht
16.45 Rundschau
17.00 Bayerische Landschaften Winter
zwischen Arber, Lusen und Rachel
17.30 Regional
18.00 Abendschau
18.45 Rundschau
19.00 Querbeet U.a.: Hibiskus,
Tropenflair fürs Zimmer /
Homöopathie für Pflanzen / Wie
Schnittblumen länger halten /
Porträt einer Gartenarchitektin
19.45 Dahoam is Dahoam Schockstarre
HR
TELE 5
20.15 Freunde mit gewissen Vorzügen
Liebeskomödie, USA 2011. Mit
Justin Timberlake u.a. Die
Headhunterin Jamie und der
Blogger Dylan führen eine
moderne offene Beziehung, mit
unverbindlichem Sex. Beide
befürchten, in ungeliebte
Beziehungsmuster zu fallen.
22.30 Die Frau des Zeitreisenden
Liebesdrama, USA 2009
20.15 Die Simpsons Der Herr der Gene
20.45 Die Simpsons Die Farbe Grau
21.15 The Big Bang Theory Werfen wie
ein Mädchen. Comedyserie
21.40 The Big Bang Theory
Erregungsfaktor: Null
22.10 The Big Bang Theory Die andere
Seite der Krawatte. Comedyserie
22.40 The Big Bang Theory Die ErdnussReaktion. Comedyserie
23.05 TV total Zu Gast: Felix Hirt
20.00 RTL II News
20.15 Die Geissens – Eine schrecklich
glamouröse Familie! Nach ihrem
unfreiwillig verlängerten MallorcaAufenthalt machen sich die
Geissens auf zur Nachbarinsel Ibiza.
21.15 Melanie Müller –
Dschungelkönigin in Love!
22.10 Der Trödeltrupp –
Das Geld liegt im Keller
23.05 Die Kochprofis – Einsatz am Herd
20.15 Jetzt mal ehrlich Elektroautos –
saubere Zukunft oder Megaflop?
21.00 Lebenslinien Von Liebe und Wut
21.45 Rundschau-Magazin
22.00 Faszination Wissen
22.30 Vor Ort – Die Reportage
Alt, einsam, abgezockt – Wie
Senioren im Netz betrogen werden
23.00 Nachtlinie Mit Gregor Eisenhauer
23.30 Rundschau-Nacht
23.40 LeseZeichen Das Literaturmagazin
17.00 hallo hessen 17.50 hessenschau
kompakt 18.00 maintower 18.20 Brisant
18.50 service: zuhause 19.15 alle wetter!
19.30 hessenschau 20.00 Tagesschau 20.15
Mord mit Aussicht 21.00 Ein Fall von Liebe –
Annas Baby. TV-Drama, D 2014 22.30 hessenschau kompakt 22.45 Kriminalreport
Hessen extra 23.10 Der Staatsanwalt hat
das Wort: Geschenkt ist geschenkt 0.10
Reise nach Indien. Drama, GB/USA 1984
14.20 Star Trek – Das nächste Jahrhundert 15.20 Stargate Universe 16.15 Stargate Universe 17.10 Star Trek – Enterprise
18.10 Star Trek – Raumschiff Voyager
19.10 Star Trek – Das nächste Jahrhundert
20.15 The Lost Planet. Science-FictionFilm, USA 2013 22.00 Retrogade – Krieg
auf dem Eisplaneten. Actionfilm, LUX/I/
GB/USA 2004 23.55 Crows Zero II. Actionfilm, J 2009 2.20 WWE RAW. Show
SPORT 1
EUROSPORT
0.40 Criminal Minds Dreiundsechzig
1.35 Criminal Minds Die Liste
2.20 Navy CIS Der letzte Schuss
0.05 The Big Bang Theory
1.50 Family Guy
2.15 Futurama
2.40 20 Jahre Quatsch Comedy
Club – Die große Jubiläumsgala
0.00 Die Kochprofis – Einsatz am Herd
0.55 Zugriff – Jede Sekunde zählt
1.50 Die Zollfahnder – Hart an
der Grenze Reportagereihe
2.30 Dallas SWAT (1) Doku-Soap
8.00 Teleshopping 8.30 Sport-Quiz 11.30
Teleshopping 15.30 Storage Hunters
16.30 Cajun Pawn Stars – Pfandhaus Lousiana 17.30 Storage Wars – Geschäfte in
Texas 18.00 Fußball 18.15 Fußball. Testspiel. MSV Duisburg – Werder Bremen.
Live 20.30 Bundesliga pur Klassiker
22.00 Die PS Profis – Mehr Power aus
dem Pott 23.30 Goooal! – Das internationale Fußball-Magazin 0.00 SPORT CLIPS
0.45 Teleshopping 1.05 Teleshopping
10.45 Tennis. Australian Open. 1. Turniertag, Night Session. Aus Melbourne Park
14.15 Tennis. Australian Open – Game, Set
& Mats. 14.45 Langlauf 15.45 Skispringen
16.30 WATTS Sportzapping 16.45 Fußball.
Africa Cup of Nations. Gruppe C, 1. Spieltag: Ghana – Senegal. Aus Mongomo
19.00 Eurogoals 19.30 Fußball 19.45 Fußball. Africa Cup of Nations: Südafrika – Algerien. Übertragung aus Mongomo (AQG)
22.00 Tennis 22.30 Tennis 0.30 Tennis
Blaue Zeiten = Programmaktualisierung
0.10 Dahoam is Dahoam
0.45 Querbeet
1.30 Jetzt mal ehrlich
2.15 Lebenslinien
3.00 Faszination Wissen
A4 Freie Presse
RATGEBER
SERIE: ABNEHMEN IM SELBSTTEST
RATGEBER IM TV
Mein Freund, das Laufband
Die Zukunft oder Megaflop?
NACHRICHTEN
COMPUTER
PC-Spiel erscheint
erst im März
Die PC-Version von GTA 5 erscheint
später als geplant. Neuer Termin ist
der 24. März, teilte Entwickler Rockstar Games mit. Ursprünglich geplant war der 27. Januar. Auf dem PC
erscheint die Gangstersaga mit allen
Features der im November veröffentlichten Neuauflagen für Playstation 4 und Xbox One. Außerdem unterstützt die PC-Version erstmals Ultra-HD-Auflösungen. Die „Grand
Theft Auto“-Serie gehört zu den erfolgreichsten Videospielreihen der
Welt. (dpa)
ERNÄHRUNG
Künstliche Rinde bei
Käse ungenießbar
Bei manchem Käse ist in der Rinde
der Konservierungsstoff Natamycin
enthalten. Er verhindert, dass unerwünschte Hefe- oder Schimmelpilze
wachsen, erklärt die Verbraucherzentrale Bayern. Allerdings sollte in
diesem Fall die Rinde nicht mitgegessen, sondern etwa fünf Millimeter dick abgeschnitten werden. Ob
der Stoff enthalten ist, erkennt man
an dem Hinweis „Konservierungsstoff Natamycin“ oder „Konservierungsstoff E235“ auf der Verpackung. Generell sollten künstliche
Käserinden aus Paraffin oder Wachs
immer abgeschnitten werden. (dpa)
APP
Google-Übersetzung
in Echtzeit
Googles Übersetzer-App kann nun
Schrift und gesprochenen Text in
Echtzeit übersetzen. Die Word Lens
genannte Funktiont liefert beispielsweise Übersetzungen von Hinweisoder Straßenschildern, wenn man
die Kamera auf sie richtet. Dabei soll
sie auch ohne aktive Datenverbindung funktionieren. Momentan
werden sieben Sprachen unterstützt. Die Funktionen gibt es für
Android- und iOS-Versionen. (dpa)
RECHT
Fahrlehrer haften für
Verkehrsverstöße
Wer als Fahrschüler zu schnell fährt
oder eine rote Ampel übersieht,
muss dafür in der Regel nicht haften.
Denn laut Straßenverkehrsgesetz
gilt der Fahrlehrer als verantwortlicher Kraftfahrzeugführer, solange
der Fahrschüler keine Fahrerlaubnis
besitzt. Also muss auch der Fahrlehrer das Bußgeld bezahlen, erklärt der
Tüv Nord. (dpa)
Teil 8 Intensiver Sport: Simone Sachse aus Chemnitz hatte 30 Kilogramm Übergewicht.
Sie überwand sich zu einem Trainingsprogramm im Fitness-Studio.
Die Initialzündung waren die Worte
Ihres Schwiegersohns im April letzten Jahres. Sie hatten dazu geführt,
dass Simone Sachse ihr Leben umgekrempelt hat. Er sagte nur: „Alles
klar, Du und abnehmen, das wird
doch sowieso nichts!“ Vorausgegangen war eine Diskussion über Bodybuilding bei Frauen, das alles in einem gewissen Rahmen ja sehr
schön aussehe und selbst sie als
48-Jährige das noch schaffen könne.
Was ihr ein mitleidiges Schmunzeln
einbrachte. Zu dem Zeitpunkt hatte
die sechsfache Mutter gute 30 Kilogramm Übergewicht. Hinzu kamen
Gelenkprobleme, häufige Infekte
und psychische Probleme aufgrund
einer vorausgegangenen Scheidung.
Alles in allem keine guten Voraussetzungen, um mit dem Fitnesstraining anzufangen. Und dennoch hat
sie es getan.
„Am Karfreitag startete ich. Vielleicht ein ungewöhnlicher Zeitpunkt, aber wahrscheinlich genau
der richtige. Denn sonst hätte ich
nie bis jetzt durchgehalten.“ Die
Skepsis war am Anfang groß. Deshalb nahm sie sich auch nur ein
Vierteljahr zum Testen vor und ließ
sich von einem ausgebildeten Trainer ein Sportprogramm zusammenstellen. „Wenn ich in zwölf Wochen
fünf Kilo abnehme, mache ich einen
Jahresvertrag“, war ihr Deal.
Die fünf Kilo waren in weniger
als zwölf Wochen weg. Denn Simone Sachse reduzierte auch das Essen:
1400 Kilokalorien pro Tag, nach
18 Uhr nichts mehr, keine Kohlenhydrate ab Mittag. Dazu dreimal pro
Woche jeweils zwei Stunden Sport.
Mit dem Gewicht ging aber auch die
Laune in den Keller. „Mir fehlte
mein Brot. Ich war nur noch genervt. Mein Sohn sagte: Mutter, iss
endlich was. Das ist nicht mehr zum
Aushalten“. So konnte es nicht weitergehen, denn es sollte ja nicht nur
ein kurzfristiger Abnehm-Erfolg
werden, sondern einer von Dauer.
Und eine so spartanische Ernährung
ging auf längere Sicht nicht, das war
ihr klar.
Mittwochs, freitags und sonntags
geht Simone Sachse seit dem bewussten Karfreitag ins Fitnessstudio. Das Sportprogramm wird regelmäßig angepasst, die strengen Ernährungsregeln hat sie etwas gelockert. „Zwei oder drei Mal pro Woche esse ich abends Brot, die anderen
Tage einen Becher Quark mit Obst
oder Gemüse drin“, sagt sie. Es gibt
auch Fisch, Käse oder Steak. Morgens Vollkornbrötchen mit Salami,
mittags in der Kantine. Am Wochenende darf geschlemmt werden,
Torte oder einen Burger, auch ein Eis
Nicht nur ihr exotisches Aussehen
macht die Orchidee so beliebt, auch
ihr Pflegeaufwand ist niedriger als
bei vielen anderen Zimmerpflanzen.
Im Winter legen die meisten Orchideen eine ausgeprägte Ruhephase
ein, die in den Tropen während der
Trockenperiode stattfindet, erklärt
der Zentralverband Gartenbau in
Bonn. Die Orchidee braucht nun
sehr viel Licht, dagegen aber weniger Wasser. Damit sie ausreichend
Licht an trüben Wintertagen erhalten, stehen die Orchideen nun am
besten direkt am Fenster. Zugluft sei
dabei nicht gut für die Pflanze. (dpa)
Regelmäßige sportliche Betätigung
baut Muskelmasse auf und erleichtert
das Abnehmen, da die Fettverbrennung in den Muskeln stattfindet. Mehr
Muskeln bedeutet auch mehr Fettverbrennung bei sportlichen Aktivitäten.
Zudem läuft der Stoffwechsel auch in
der Ruhephase nach dem eigentlichen Sport noch für mehrere Stunden
auf Hochtouren und verbrennt Kalorien. Sport hilft auch, der Müdigkeit
entgegenzuwirken, die viele bei Diäten allzu oft verspüren.
Methode aus Expertensicht
Professor Thorsten Doering, Ärztlicher Direktor der
Klinik für Integrative
Medizin, Bad Elster.
Inzwischen hat Simone Sachse Spaß am Sport. Trainer Mathias Schwichtenberg (links) vom Energy Fitnessstudio in
Chemnitz leitet sie an.
FOTO: TONI SÖLL
oder gleich mal eine halbe Tafel
Schokolade. „Ich habe nicht mehr
den Heißhunger und trotzdem abgenommen. Das hat mich am meisten
gewundert“, sagt sie. Der Sport verbrannte mehr Kalorien, als durch
das Essen dazukamen.
„Das Laufband ist jetzt mein bester Freund. Eine Stunde sehr straffes
Gehen sind mir lieber als das Training auf Stepper oder Fahrrad“, sagt
Sachse. In den ersten Wochen habe
sie kaum Luft bekommen, erzählt
sie, doch von Mal zu Mal wurde es
besser. Sie wurde immer fitter. Nach
dem Lauf ging es zum Gerätetraining. Bauchmuskelübungen, Beinpresse, Langhantel für die Arme und
Ausfallschritte mit Gewichten. Anfangs spürte sie nach dem Sport jeden einzelnen Muskel.
„Wichtig ist, dass man nicht ein
und dasselbe Programm über lange
Zeit durchzieht, sondern die Übungen variiert und immer neue Muskelgruppen anspricht“, sagt Mathias
Schwichtenberg, Trainer und Sportwissenschaftler bei Energy-Fitness
in Chemnitz. Die Muskulatur gewöhnt sich nämlich an bestimmte
Belastungen. Der Energieverbrauch
ist dann nicht mehr so hoch wie zu
Beginn. Deshalb bringe es auch
nichts, in Tabellen nachzuschauen,
wie viel Energie man mit welcher
Sportart verbrennt. Denn das ist
sehr individuell, je nachdem, wie
lange man die Übung schon macht.
„Wer abnehmen will, sollte nicht
nur die Ausdauer trainieren. Denn
kräftige Muskeln verbrauchen auch
im Ruhezustand Energie. Im Gegensatz zum Fettgewebe“, sagt der Trainer. Deshalb werden vor allem große Muskeln wie der Oberschenkel,
der Rücken oder das Gesäß trainiert.
Die bringen ordentlich Umsatz.
„Wenn ich in zwölf
Wochen fünf Kilo
abnehme, mache
ich einen Jahresvertrag. Das war
mein Deal.“
Simone Sachse zahlt 50 Euro monatlich für ihr Training. „Das ist es mir
auch wert. Ich wollte nicht in ein billiges Studio, das überlaufen ist und
wo kein persönlicher Kontakt entsteht. Wir sind hier wie eine große
Familie. Wenn man mal nicht zum
Training kommt, wird man vermisst“, sagt sie.
Überwinden muss sie sich nicht
mehr. Sie geht jetzt gern zum Sport.
Erlauben Urlaub oder Krankheit
einmal kein Training, zählt sie die
Tage, bis es endlich wieder losgeht.
Ein Foto aus den 1990er-Jahren
hält sie oft in den Händen. Dort ist
sie rank und schlank beim Training
an einem Fitnessgerät zu sehen, mit
Leggings, Stulpen und Stirnband,
wie es halt so modern war. „Das
möchte ich gerne wieder schaffen,
obwohl ich weiß, dass sich 30 Kilo
Übergewicht nicht einfach so unsichtbar machen lassen“, sagt Simone Sachse. Jeden Samstagmorgen ist
Wiegezeit. Ihr Gewicht und den
Bauchumfang trägt sie akribisch in
einen Kalender ein.
Die Lieblingssendung
verpasst? Die Mediatheken
bieten eine Lösung. Doch
es gibt weitere.
VON KLAUS GÜRTLER
Auf dem gemütlichen Sofa vor dem
Fernseher macht die Lieblingssendung wohl immer noch am meisten
Spaß. Aber fernsehen kann man
heute, wann und meistens auch wo
man will. Das kann am PC sein oder
unterwegs am Laptop, am TabletComputer oder dem Smartphone.
Häufig fallen dafür nicht einmal Extrakosten an.
Will man am PC das Programm
verfolgen, kann man sogenannte
TV-Tuner nutzen, die es als Steckkarten für den Einbau oder als USBSticks gibt, wie Jürgen Sewczyk von
der Deutschen TV-Plattform erklärt.
Diese Tuner bringen dann je nach
Hausanschluss Satelliten- und Kabelfernsehen oder auch das terrestrische Funksignal DVB-T auf den Bildschirm. Mit dem richtigen Tool
kann der Film auch für Tablet oder
Smartphone umgewandelt werden.
Filme auf externe Festplatten
oder Sticks aufzeichnen, kann man
inzwischen auch mit vielen SmartTVs, das nennt sich dann USB-Recording. Diese Filme werden dabei aber
so verschlüsselt, dass sie in den meisten Fällen nur an genau diesem
Fernseher wiedergegeben können,
an dem sie aufgenommen wurden.
Der Empfang von DVB-T ist in
vielen Fällen besonders attraktiv,
weil das nicht nur daheim am PC,
sondern auch unterwegs am Laptop,
Smartphone oder Tablet gehe, sagt
Sewczyk. Für iOS- und Android-Geräte gibt es inzwischen entsprechende Zusatzgeräte zum Anstecken. Einen kleinen Nachteil haben DVB-TSticks allerdings. Bei DVB-T handelt
es sich um eine Technik, die es nicht
mehr lange geben wird.
Auch am Smartphone kann man das
TV-Programm verfolgen.
FOTO: FRANZISKA GABBERT/DPA
Wenn eine Breitband-Internetverbindung zur Verfügung steht,
werden solche Zusatzgeräte zum
Fernsehgucken nicht gebraucht.
„Es ist nicht der schnellste Weg, um
anzunehmen. Sehr viel Ausdauer, Zeit
und Geduld sind erforderlich, um nur
vom Sport alleine abzunehmen. Viel
effektiver ist es, eine Umstellung der
Ernährung mit einem regelmäßigen
Sportprogramm zu kombinieren. Die
Methode ist wissenschaftlich mehrfach gut belegt. Jedoch sollte der Abnehmwillige zuvor sportmedizinisch
überprüft werden.“
Trainingsprogramm
Zum Abnehmen empfiehlt sich ein
Zirkeltraining. Dabei wechselt man
ohne Pause von einem Gerät zum
nächsten. Je eine große Muskelgruppe wird pro Gerät trainiert. Der Muskel arbeitet durchweg und verbrennt
damit mehr Energie als beim Satztraining, wo eine Übung mit einer bestimmten Zahl an Wiederholungen
mehrmals im Wechsel mit kurzen
Pausen durchgeführt wird.
Begonnen wird mit dem Aufwärmen
der Muskulatur. Dazu eignen sich Geräte für die Ausdauer wie Laufband,
Stepper oder Rad. Mindestens zehn
Minuten sollte die Erwärmung dauern
und anstrengend sein.
Das Fazit: Zehn Kilogramm Gewichtsabnahme und elf Zentimeter
weniger Bauchumfang. Wer nur
durch Sport abnehmen will, braucht
gute fachliche Anleitung, ein ausgeklügeltes Trainingsprogramm und
das wichtigste: den Willen, das für
sich selbst durchzuziehen. Simone
Sachse: „Meine Gelenkbeschwerden
sind weg. Ich fühle mich gesund, fit
und bin auch psychisch gut drauf.
Eine Jeans, die mir damals passte
und jetzt riesengroß ist, hebe ich mir
als mahnendes Beispiel auf.“
Drei große Muskelgruppen, zum
Beispiel Schultergürtel, Beine und
Rumpf, werden an Fitnessgeräten
trainiert. Wichtig: Strecker und Beuger einer Muskelgruppe nicht unmittelbar nacheinander trainieren. Nach
einem Durchgang Zirkeltraining folgt
ein Ausdauerteil, wie oben beschrieben. Diese Abfolge wiederholt man
etwa drei Mal. Den Abschluss des
Trainings, das etwa 1,5 Stunden dauert, bildet ein Ausdauergerät. Wichtig
ist auch das Dehnen am Schluss.
AM DONNERSTAG LESEN SIE: Wenn nichts
mehr hilft, hilft dann eine Operation?
Zwei- bis dreimal pro Woche Training sind wichtig, um abzunehmen.
Fernsehen am Computer
ZIMMERPF LANZEN
Orchideen stehen
gut am Fenster
Das verspricht die Methode
VON STEPHANIE WESELY
FOTO: KLINIK
20.15 Uhr im BR: Jetzt mal ehrlich:
Elektroautos: Für die Bundesregierung sollten sie der Joker beim Klimaschutz werden: Elektroautos.
Doch die breite Masse kauft weiter
Benziner und Diesel. Hat Deutschland den Anschluss verschlafen?
Außerdem: 9.05 Uhr ZDF: Volle
Kanne. Mahngebühren; 17.00
MDR: MDR um 4. Unterwegs mit
dem Tierverhaltenstherapeuten.
(Programmänderungen möglich)
Montag, 19. Januar 2015
TECHNIK
Kaum ein Sender verbreitet sein Programm nicht auch über das Netz.
Am einfachsten ist dabei wohl die
Nutzung der öffentlich-rechtlichen
Programme, deren Livestreams direkt und ohne weitere Kosten auf
den Websites der Sender angeboten
werden, sagt Sewczyk. Dafür zahlt
man schließlich Rundfunkbeiträge.
Bei den privaten Sendern ist das
nicht ganz so einfach und einheitlich. Sie bieten oft eigene Apps an,
über die man dann ihre Sendungen
auf Mobilgeräten sehen kann. So
gibt es die 7TV-App für die Sender
der Pro7/SAT1-Gruppe und die RTLNow-App für die RTL-Programme.
Kostenlos ist bei 7TV zum Beispiel
die Mediathek-Nutzung; wer das
Live-Programm sehen will, muss
monatlich 2,99 Euro zahlen, bei RTL
now kostet es 1,79 Euro. LiveStreams der großen Privatsender
gibt es aber auch bei Internet-TVPortalen wie Zattoo, Magine, Kino.tv
oder Schoener Fernsehen – doch
meist nur gegen Bezahlung. (dpa)
Über 80 Prozent
schauen Digital-TV
Acht von zehn Fernsehzuschauern
in Deutschland erhalten ihr Fernseh-Programm mittlerweile digital.
Vor allem unter den Kabelkunden
kehren viele dem analogen Programm den Rücken: Rund 1,5 Millionen Haushalte steigen pro Jahr um.
Das teilt die Deutsche TV-Plattform
mit, ein Zusammenschluss aus Sendern, Geräteherstellern und Behörden. Im Gegensatz dazu stagniert
das Fernsehen über das Internet bei
1,89 Millionen Haushalten (4,9 Prozent), der terrestrische Empfang
über Antenne (DVB-T) sinkt sogar
leicht. Dem Röhrenfernseher mit
analogem Empfang halten mittlerweile nur noch 16 Prozent der deutschen TV-Zuschauer die Treue.
Beliebtestes Gerät zum Empfang
von TV-Programmen ist mit 65 Prozent nach wie vor der Fernseher.
Computer, Laptop, Tablet und
Smartphone kommen zusammen
nur auf knapp 31 Prozent der Empfangsgeräte. (dpa)
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