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Einzelverkaufspreis: 1 Euro
Selbstdruckausgabe
Nummer 1 des 42.Jahrgangs am 14.Jänner 2015
(Deutscher) Aufruf:
Gegen die
Wahlkampfhilfe
für die Regierung
Samaras aus Brüssel
und Berlin
laubt
man
den
Erklärungen aus den
Reihen der Athener
Regierungskoalition,
dann “drohe Griechenland das Chaos”, sollte die
vorgezogene
Präsidentenwahl
scheitern und Syriza als Sieger aus
den folgenden Parlamentswahlen
hervorgehen. Vor einer “irreparablen Schädigung der griechischen
Wirtschaft” aufgrund der entstandenen “politischen Instabilität”,
warnte Yiannis Stournaras, Präsident der griechischen Zentralbank
und bis Mai 2014 Finanzminister in
der Regierung Samaras. Unterstützt wird die Angstkampagne vor
einem möglichen Regierungswechsel durch ranghohe EU-Funktionäre, wie den Präsidenten der
Europäischen Kommission, JeanClaude Juncker. In Brüssel sehe
man lieber “vertraute Gesichter” in
einer zukünftigen griechischen
Regierung.
Auch führende deutsche Regierungspolitiker und die Mehrzahl der
Medien beteiligen sich, wie schon
G
während des Wahlkampfes im
Frühsommer 2012, an dieser Kampagne. Ihre Botschaft an die griechischen Wähler lautet: Ihr werdet
einen hohen Preis für die Wahlentscheidung zu Gunsten der Linken
zu zahlen haben. Die Märkte und
das übrige Europa – darunter verstehen sie deren Regierungen –
werden euch das Vertrauen entziehen und Griechenland in eine noch
größere wirtschaftliche Depression
stürzen. Die Drohkulisse ist aufgebaut; ob sie die beabsichtigte Wirkung bei den Wählern hervorruft,
bleibt offen.
Denn die letzten zweieinhalb
Jahre der bedingungslosen Umsetzung der Spardiktate durch die
Athener Regierung haben eine
wirtschaftlich, sozial und humanitär
zerrüttete Gesellschaft hinterlassen. Demokratische Verfahrensweisen und Regeln sind diesem
Prozess zum Opfer gefallen. Die
Bevölkerung hätte bei eventuellen
Neuwahlen die Chance, die für
diese Entwicklung mit verantwortlichen Politiker und Parteien in Griechenland abzuwählen.
Die griechische Bevölkerung
braucht bei der Wahrnehmung
ihrer demokratischen Rechte keine
ungebetenen Ratschläge von
Außen, vor allem keine Drohungen
durch die wirtschaftlich Mächtigen
und durch Regierungsvertreter aus
anderen europäischen Staaten.
Wir lehnen die Vorstellung der
Bundeskanzlerin Merkel von einer
“marktkonformen Demokratie” ab,
nach der ganz Europa funktionieren soll. Dem Recht des Stärkeren
und der Märkte setzen wir die Solidarität der “Schwachen”, der arbeitenden und erwerbslosen Bevölkerungen in Europa entgegen.
Dies war unsere Motivation für
den Austausch mit zahlreichen
gewerkschaftlichen, sozialen und
politischen Initiativen, für unsere
Besuche in und die Gegenbesuche aus Griechenland. Wir konnten uns so ein Bild von den wirklichen Zuständen in Griechenland
machen, vom Ausmaß der Verwüstungen, die die Troika und ihre
Athener Befehlsempfänger hinterlassen haben. Wir werden der
Hetze durch Medien und Politiker
in Deutschland entgegentreten,
die das Ziel verfolgen, diese
Zustände aufrecht zu erhalten und
werden der griechischen Bevölkerung solidarisch zur Seite stehen!
Erstunterzeichner_innen:
Rolf Becker (Schauspieler, ver.di); Eberhard
Rondholz (Journalist); Wolfgang Pomrehn (Journalist); Ulrike Kumpe (Redaktion der Zeitung
“contraste”); Ulrike Eifler (DGB Südosthessen);
Rainhard Raika (DGB Darmstadt); Prof. Dr. Céline Jouin (SUD éducation); Gerd Graw (Delegierter IGM Salzgitter); Fritz Klein (BR, S-Bahn
Berlin, EVG); Uwe Krug (BR, S-Bahn Berlin,
GDL); Jochen Gester, Hans Köbrich, Nina
Knirsch, David-S. Schumann (Arbeitskreis Internationalismus der IG Metall Berlin); Manfred
Klingele (GEW Hamburg); Rainer Thoman
(Unia, Zürich); Kalle Kunkel (Gewerkschaftssekretär Berlin); Cordula Muehr (Ärztin); Dr. Nadja
Rakowitz (Geschäftsführerin des Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte); Dr. Peter Hoffmann (stellvertretender Vorsitzender des Verein
demokratischer Ärztinnen und Ärzte); Dr. Bernhard Winter (stellvertretender Vorsitzender des
Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte); Dr.
Gregor Kritidis (Loccumer Initiative kritischer
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler);
Michael Aggelidis (Bonn, Rechtsanwalt, Landesvorstand DIE LINKE.NRW); Paul Michel ( Mitglied des ver.di-Ortsvorstands Schwäbisch Hall);
attac Osnabrück; Dieter Wegner, (jour fixe
Gewerkschaftslinke Hamburg); Angela Müller,
Alexandra Pavlou, Peter Klemm, Mariana Munk,
Lothar Zieske, Anita Friedetzki, Silke Mahlau,
Rainer Basowski (Griechenland Soligruppe attac
Hamburg); Hubert Schönthaler (DIE LINKE,
Köln); Griechenland-Solidaritätskomitee Köln
(GSKK)
Quelle und Info: Griechenland-Solidaritätskomitee Köln http://gskk.eu
Kundgebung, Freitag, 16.1., 15h, Wien, Graben/Stephansplatz
SCHLUSS MIT DEN INTERVENTIONEN DES AUSLANDS
STREICHUNG DER SCHULDEN GRIECHENLANDS
SOLIDARITÄT MIT DEM WIDERSTAND IN GRIECHENLAND
akin Nummer 1 des 42.Jahrgangs
Griechenland: Die
Wahlen,
Syriza und
die radikale
Linke in
Europa
Kommentar von
“AUG UND OHR”
un wird man in Griechenland Ende Jänner
wählen dürfen, weil
die Abgeordneten die
Gnade hatten, einen
wackligen Präsidentschaftskandidaten fürs höchste Amt nicht zu bestätigen.
N
Retorten und Umstürze
Ja was macht denn da die Sozialdemokratie? Sie ist am Verfallen, hat
sich außerdem in zwei Teile gespalten, und Papandreou gründet eine
eigene neue Partei (1). Als ob die alte
Sozialdemokratie nicht schon genug
Zores hätte. Eine wahre Gründerzeit!
Den karrierebewußten Fraktionsleitern der Bourgeoisie fällt seit Monaten nichts anderes ein als Parteien zu
gründen - die sich häufig als Retortenprodukte, die sie von Anfang
waren, erweisen und nach kurzer
Zeit ihre Bedeutung verlieren. Einige
versuchen weiter, das ”Zünglein an
der Waage” zu spielen.
Wenn die Regierung ”gestürzt” - wie
die ununterbrochen von der Linken
wiederholte Wortprägung lautet (2) wird, dann kann sie ja nur ”gestürzt”
werden, indem sie ganz elektoralistisch von einer anderen von ihrem
Platz verdrängt wird, so schreiben es
die Regeln vor, und über diese
Regeln kann sich derzeit keine
Griechenland / Linke
Volksmacht hinwegsetzen, und diese
Kraft kann nur Syriza sein; nicht die
KKE. Daher ist es sinnvoll, für
Syriza zu votieren – eben um die völlig verfaulten Sozialdemokraten (die
in Griechenland noch mehr diskreditiert sind als in Ungarn) und die
Schwarzen (die Mitglieder der
Europäischen Volkspartei sind) wegzukriegen. Das sagt einem der gesunde Hausverstand.
Man muß als Linker nicht für Syriza
sein, um das zu favorisieren.
Die Angriffe auf Syriza betreffen
alle, auch die Angriffe von innen.
Aber es wird einen massiven Angriff
seitens ”Europas”, seitens des
Finanzkapitals, seitens der europäischen Schattenstaaten (des Tiefen
Staates der einzelnen Staaten) geben
gegen Syriza (und er hat schon
begonnen), der für die ganze radikale Linke gefährlich sein wird
[Anmerkung akin: siehe z.B. Panikmache der Bild-Zeitung “BILD
erklärt EURO-Schreck Tsipras (3)].
Die radikale Linke muß sich daher
mit aller Macht gegen diese Angriffe,
von denen sie mitbetroffen ist, zur
Wehr setzen. Und eines muß bedacht
werden: Es geht hier nicht nur um
Syriza, es geht um die Reaktion und
ihre Manöver! Die Angriffe gegen
Syriza müssen zum Anlaß für die
schwache radikale Linke Europas
werden, verstärkt gegen die schärfste
Reaktion vorzugehen. Insofern wäre
Syriza nützlich für eine Steigerung
der Bemühungen der radikalen Linken.
In den Ländern, in denen eine organisatorische Verbindung der Griechenlandsolidaritätskomitees mit der
Arbeiterklasse (nicht mit deren Verrätern) , insbesondere mit unabhängigen und kämpferischen Gewerkschaften möglich ist (Großbritannien, Italien, Spanien) ist eben auf dies
prioritär zu setzen. Kontraproduktiv,
gefährlich und reaktionär sind hingegen säuselnde Stellungnahmen, die
etwa für eine Zusammenarbeit mit
gelben Kräften (etwa dem trägen
Österreichischen Gewerkschaftsbund, einer der gefährlichsten Krea2
14.Jänner 2015
turen des Kapitals) plädieren und
werben. Man sieht: Entweder die
Arbeiterklasse wird von dem Problem weggedrängt oder man dient
dem Problem falsche Führer an – die
es möglicherweise zügeln.
Wozu können Wahlen dienen?
An den Wahlen kann die Infamie von
Manövern in der Herrschaftsmaschinerie abgelesen werden, Wahlen
können zu einer Etappe führen, die
eine partielle Sicherung der Lebensgrundlagen, der Überlebensgrundlagen eines Teils der Bevölkerung
ermöglichen (dies wäre eine Theorie
der Etappensicherung, keine herkömmliche Etappentheorie), Wahlen
sind ein Instrument, Reaktionäreres
zu kippen. Gerade aus extremer
Radikalität muß man weise auf solid
Machbares setzen. Und daher auch
auf den Kampf in den Institutionen.
Wenn wir es könnten, würden wir die
Institutionen wegwischen. Wir haben
68 nicht vergessen!
Die Wahloption betrifft im vorliegenden Fall Griechenland, ist nicht
für alle Länder gültig. Wenn alle
radikal linken Organisationen in
Griechenland mit ihren gewerkschaftlichen und Betriebsfraktionen
bei den Gewerkschaftswahlen auf
allen Ebenen mitstimmen, so werden
sie sich dabei ja was gedacht haben
und sind damit keine parlamentaristischen Looser geworden, sondern sie
wissen genau, und das ist Tradition,
wie der institutionelle Kampf mit
dem außerinstitutionellen unter griechischen Umständen verbunden werden kann oder muß. Dem hat sich die
Euro-Solidarität zu stellen.
Man sucht das Gleiche
Darüber hat sich die europäische
Metropolenlinke nicht lustig zu
machen. Was hat denn diese Metropolenlinke, allen voran das Bewegungsgebilde Blockupy bisher vorangebracht? Sie haben sich unter die
Knute von sowas wie Attac, von
üblen Elementen aus der Rechten der
Linkspartei, unter die Knute von
Autonomen, die, wie in Frankfurt,
akin Nummer 1 des 41.Jahrgangs
Griechenland / Linke
Manche Blätter machen bei der Hetze doch nicht mit...
mit Zionisten konspirieren, unter die
Knute von zivilistischen Linksdemokraten, unter die Knute des AStA, der
im Hause der einstens radikalsten
Studentenorganisaton
”Deutschlands” jetzt hausenden Pseudovertretung, die während der BlockupyZusammenkünfte das Tragen von
Palästinensertüchern verbietet und
von italienischen Postoperaisten und
modischen Linksdemokraten begeben, und speziell der deutsche Haufen hat von der Vielfalt der Bewegungen in Griechenland nicht die
geringste Ahnung, es werden immer
nur dieselben Leute, die harmlosesten, aus dem biedersten Bereich von
Syriza etwa, wenn überhaupt, eingeladen. Über Vio.Me [Anmerkung
akin: besetzte Fabrik, produziert
wird dort jetzt unter Arbeiterkontrolle; viome.org]. scheint den meisten
ihr Griechenland-Horizont nicht hinausgewachsen zu sein, und aus
Gewohnheit und um sich einer Identität versichern zu können wird die-
ses ohne Zweifel bedeutende Projekt
immer mechanisch weiterpropagiert;
aber schon die Selbstorganisation der
ERT [Anmerkung akin: griechischer
Rundfunksender] wurde von ihnen
aus Trägheit links liegen gelassen!
Niemals wurde je wer von der ERT
nach ”Deutschland” eingeladen.
Kürzlich ist ein linker Wirtschaftsberater von Tsipras eingeladen worden,
das ist schon etwas.
Eine Linke, die das Proletariat und
die Pauperisierten unterstützen will,
sollte deren Kämpfe zunächst einmal
ausführlich beschreiben, und analysieren und bewerten. Dann müssen
neue, auch für die europäische Linke
relevante Tendenzen herausgespürt
werden.
Radikale Unabhängigkeit
Und das wären die Kämpfe für radikale, unabhängige Klassenorganisationen. Die Autonomisierung der
Kämpfe in Griechenland wie in den
14.Jänner 2015
Metropolen bedeutet eo
ipso das Kappen jeder
Verbindung zu staatlichen Kräften, die Ablehnung jeglicher Unterstützung durch kapitalgefütterte Gruppen, die Einstellung
jeglicher
Schnorrerei bei staatlichen Instanzen, jeglicher
Verbindung zu den Gelben.
Griechenland
kämpft uns das vor, und
wir lernen nichts davon?
Viele
Basiskollektivküchen lehnen eine jegliche
Unterstützung,
auch durch Syriza, ab,
um unabhängig zu bleiben und um aus eigener
Kraft, etwa wie die ollas
in Chile, alles selbst
betreiben und bestimmen
zu können, aus den Kräften des Volkes, das heißt
übersetzt: der unteren betroffenen
Schichten. Andere Küchenkollektive
werden von Syriza unterstützt. Da
kommt eben eine vermittelte Basiskraft von Syriza her.
Ist es nicht lächerlich, wenn mittelund westeuropäische Staatsschnorrer, so wie einige der westdeutschen
Komitees, beanspruchen, für die
radikale Basis in Griechenland zu
sprechen, die dem Staatsschnorren
schon längst eine Absage erteilt hat?
Aber ist Syriza nicht auch Staat? Ja,
aber es ist Verwaltung von einer
anderen Qualität, erwachsen aus
Basiskämpfen. Die Syriza-Politik
mit der der Schwarzen gleichzusetzen, das kann nur der KKE einfallen!
- Ich möchte gerne die Analyse lesen,
die die Gruppierungen beschreibt,
aus denen Syriza erwachsen ist, die
der jahrelangen Kämpfe der Maoisten, der ”Eurokommunisten”, der
Linkssozialisten, der Basisorganisationen. Dann hätte man ein anderes
(1) Philip Chrysopoulos: George Papandreou to Launch New Political Party, Greek Reporter, 19. 12. 2014
(2) Aber anatropí hat auch die Bedeutungen von etwa ”Streichung”, ”Absetzung”.
(3) http://www.bild.de/politik/ausland/griechenland-krise/bild-erklaert-euro-schreck-tsipras-39143340.bild.html
3
akin Nummer 1 des 42.Jahrgangs
Bild, das nicht platt auf ”Sozialdemokratie” zu reduzieren ist.
Die Linke Plattform, eine
Verbündete.
Vernünftig wären mal Stellungnahmen für die Syriza-Linke, verbunden
mit Kritik an der rechten SyrizaFührung! So schizophren muß man
schon sein.
Man darf übrigens die Einschätzung
der Notwendigkeit von Solidarität
nicht trotzkistischen Splittergruppen
überlassen, die immer nur ihren eigenen Counterpart anpreisen und oft
nicht einmal das. - Wenn Syriza
gewählt wird, dann wird auch deren
linker Plattform die Möglichkeit
gegeben, von einem radikaleren und
über größere institutionelle, logistische, finanzielle und publizistische
Möglichkeiten disponierenden Standort die Zerstörung sozialer und politischer Rechte härter und schärfer
wieder rückgängig zu machen und
deren Akteure härter und schärfer
zurückzudrängen, oder etwa den
K o m m e n t i e r t e
P r e s s e s c h au
Profil
neulandgequält
er Qualitätsjournalismus ist
in Gefahr! Daß das ausgerechnet Christian Rainer,
Chefredakteur des “profil”, der ja mit
dem Islam-Cover seines Blattes
dafür nicht gerade ein Musterbeispiel abgeliefert hat, feststellt, entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie. Unter dem Titel “Die vierte Säule
der Demokratie und vier neue Feinde” lieferte er am 7.Jänner eine larmoyante Analyse der Krise der
Printmedien ab. Der Inhalt ist nicht
neu, denn daß Bezahljournalismus
immer weniger Abnehmer findet,
haben schon viele konstatiert — und
auch, daß kostenintensive Sparten
wie der Investigativjournalismus
darunter leiden, ist nichts Neues,
das wir da von Rainer erfahren dürfen. Aber die abschätzige Art, mit
D
Medien
14.Jänner 2015
NATO-Austritt Griechenlands (der
im Programm von Syriza steht!)
schärfer und nachdrücklicher als bisher auf die Tagesordnung zu setzen.
radikale Basis allein? Gewiß nicht!
Die radikalen von den gelben sich
emanzipierenden Gewerkschaften
(POSPERT)? Allein nicht.
Natürlich zeichnet sich am Horizont
tendenziell immer ein Kampf eines
Eurosozialdemokratismus
im
Schlepptau der Europäischen Linkspartei, also der EU-Affirmativen
gegen die radikalen Syriza-Gruppierungen und –stimmen ab, die auch
die harten EU-Gegner umfassen.
In der gegenwärtigen Situation ist es
sinnvoll, Syriza zu favorisieren, man
stelle sich aber in erster Linie auf
radikale Basiskämpfe ein (Hafenarbeiter, Kampf gegen die Mafien),
manchmal mit dem Schulterschluß
mit Syriza, manchmal gegen deren
Entscheidungen.
Wie wär´ zu kämpfen? Die Zerstörung der gewerkschaftlichen
Rechte in Griechenland etwa, die
von der barbarischen, mitleidlosen,
unheimlichen, abgehobenen TroikaDiktatur bereits eingeleitet wurde,
parallel zu beinahe identisch zu nennenden Manövern in Italien und
Ungarn, ist den metropolitanen Linken keine Erwägung wert. Aber wer
wird in Griechenland massiv dagegen vorgehen können? Die radikale
Linke allein? Nein. Syriza allein,
vielleicht. Die gelben Gewerkschaften oder die ihnen noch verbleibende
Am Anfang war die Machtübernahme durch die Sozialistische Partei
Chiles ein Katalysator der Bewegungen, dann wurde die selbstorganisierte Arbeiterschaft von ihr entwaffnet.
Man mußte die Solidarität mit dieser
Partei aufsagen. Aber keiner würde
sagen, daß es nicht besser gewesen
wäre, wenn die Unidad Popular noch
länger an der Macht geblieben wäre,
und daß es besser war, daß die
faschistische Diktatur sie wegge(stark gekürzt)
putscht hat.
der der Profil-Chef klar macht, daß
er sich gerne bei Twitter unter dem
Hashtag #Neuland wiederfinden
möchte, ist schon interessant: “Die
Online-Welt macht uns nicht nur
ökonomisch zu schaffen. Heerscharen von Bloggern, Postern, Twitterern haben sich zu Medienmachern
ernannt. Nicht immer gelingt es,
unseren Lesern den Unterschied
zwischen dem digitalen Mob und
seriösem Journalismus zu erklären.”
Ja, es gibt eine ganze Flut von
Unsinn im Internet. Aber erstens ist
auch nicht alles Gedruckte seriös
(auch nicht im profil) und zweitens
zeugt es doch von ziemlicher
Ignoranz, wenn Rainer pauschal
vom “digitalen Mob” reden. Wer zum
Medienmacher
ernannt
wird,
bestimmt Christian Rainers Meinung nach wohl immer noch der
Chefredakteur des profils.
Standard rau, aber
herzlich
http://www.profil.at/articles/1502/983/378806/j
ournalismus-die-saeule-demokratie-feinde
http://tinyurl.com/akin01profil
4
ine andere Wortschöpfung
verdanken wir der moralischen Instanz des “Standard”, nämlich Hans Rauscher alias
“RAU”. Dem verdanken wir den Ausdruck “linksreaktionär”. In einer
auch ansonsten eher ekligen Kapitalismus-Apologetik zum Thema
SYRIZA (“Ein
wirtschaftliches
Selbstmordprogramm”), in der es
heißt “Tsipras ist ein Linkspopulist
reinsten Wassers, charismatisch,
aber entweder vollkommen skrupellos oder wirtschaftlich ahnungslos
(oder beides)”, zieht er auch über
die wirtschaftlichen Verhältnisse in
anderen südeuropäischen Ländern
her: “Aber die Vorgaben von Brüssel
und Berlin laufen ja nicht nur auf
bloßes Sparen hinaus, sondern auf
Reformen - etwa des kontraproduktiven, aber von linksreaktionären
Gewerkschaften erbittert verteidigten Arbeitsrechts in Italien und Spanien: de facto unkündbare Jobbesitzer, aber Junge, die nicht ‘hinein-
E
Medien / Ganz rechts
akin Nummer 1 des 41.Jahrgangs
kommen’. Die Strukturen sind versteinert und veraltet. Das sind die
wahren Gründe für die andauernde
Krise.” Jawohl, die Gewerkschaften
sollen doch endlich auf die letzten
noch verbliebenen Arbeitsrechte
verzichten und dann wird alles gut.
Und die Erde ist eine Scheibe.
http://derstandard.at/2000009965102
SPÖ total offen
egriffsverwirrung
herrscht
hingegen bei der “Presse”.
Die titelte jüngst “Parteiprogramm: SPÖ überlegt Grundeinkommen”. Im Text heißt es dann,
Programmkoordinator Josef Cap sei
“total offen” für jeden vernünftigen
Diskussionsvorschlag; so zitiert ihn
die “Presse” Und: “Natürlich soll
man das jetzt in dem programmatischen Diskussionsprozess ganz
gewichtig berücksichtigen”. Allerdings klingt das schon wieder sehr
sozialdemokratisch unverbindlich
und kommt der Headline nicht sehr
nahe.
Die Seriosität dieses Artikels leidet
aber generell etwas: “Auf politischer
Ebene wurde dieses Thema erst vor
gut einem Monat neu belebt. Denn
die Grünen haben sich Ende
November bei ihrem Bundeskongress auf ein Grundeinkommen eingeschworen”, heißt es da. Nu, das
ist mir neu. Wissen die Grünen das
schon? Denn bislang war da nur
von Modellen einer besseren
Sozialhilfe und einer Grundpension
die Rede, für das bedingungslose
und existenzsichernde Grundeinkommen hat ein grüner Bundeskongress meines Wissens aber noch
nie optiert.
http://diepresse.com/home/4633071/
B
NOWKR
unbegreiflich
lles soll besser werden dieses
Jahr — sagt der Wiener Polizeipräsident Gerhard Pürstl
mit Blick auf die Demos zum Akademikerball. Mittlerweile hat er wohl
festgestellt, daß doch einiges 2014
eher suboptimal gelaufen ist. Ein
innerstädtisches generelles Vermummungsverbot werde es diesmal
nicht geben und auch nicht mehr
eine solche Behinderung der Pressevertreter. Das verkündete Pürstl
laut “Wiener Zeitung” am 12.Jänner
bei einer Podiumsdiskussion zum
Thema “Polizei im Spannungsfeld
A
14.Jänner 2015
bei
Demonstrationen”.
Zitat WZ: “Man werde Dialog und
Deeskalation in den Vordergrund
stellen, versprach Pürstl.” (Ähnliches behauptet die Polizei bei derlei
Anlässen allerdings schon seit Jahren.) Und: “So werden die Polizisten
etwa angehalten, ihren Helm nicht
zu tragen, wenn es nicht nötig sei,
mitgeführt werden müsse er jedoch.
Außerdem wolle man im Vorfeld mit
Organisation, die an den Demonstrationen teilnehmen, Gespräche
führen. Dies gehe allerdings nur mit
denjenigen, die gesprächsbereit
sind, die Plattform NOWKR sei etwa
‘nicht
greifbar’.”
Worauf es etliche Tweets aus dem
NOWKR-Umfeld gab, die Pürstl aufforderten,
doch
bitte
unter
http://nowkr.at/kontakt/ nachzulesen
— da gebe es den Namen einer
Pressesprecherin, deren eMailAdresse und deren Telefonnummer.
Aber vielleicht hatte Pürstl das mit
dem “nicht greifbar” doch anders
gemeint, nämlich etwas polizeilicher, als es in der WZ zitiert worden
war.
http://www.wienerzeitung.at/727631
Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich
die Berichte auf die Online-Ausgaben der
zitierten Medien.
Zeitungsleser: -br-
Teilnehmer bzw. Sympathisanten dieser Veranstaltung
der äußersten Rechten an Leib und Leben Schäden erlitten hätten? Im Gegensatz zum Sozialdemokraten Albrecht Konecny, der vor fast 2 Jahren tätlich angegriffen
wurde.
WKR-Ball-Proteste:
Nächster
Kriminalisierungsversuch
So lobenswert die Bemühungen um eine wirksamere
Demokratie sind, als Bürgerin frage ich mich doch: ”Wer
regiert diese Stadt wirklich?”. Immerhin gibt es einen
einstimmigen Beschluss der Wiener Landesregierung,
dass dieser Ball, der als Treffpunkt der einschlägigen
Szene von ganz Europa gilt, in Wien nicht erwünscht
sei.” Welche Geltung hat diese Stellungnahme der Wiener
Volksvertretung?
n der Ausgabe des ”Standard” vom 29.Dezember
gab es eine Meldung (1), die mich sehr erschreckt
hat: Es handelt sich um den Versuch eines Vertreters der F, die Proteste gegen den Burschenschafterball zu kriminalisieren. Seit wann wären friedliche Blockaden als politische Kundgebung kriminell?
Darf nur die Polizei die Bevölkerung mit Blockaden belästigen, wie zuletzt als über tausend Beamten große Teile
der Leopoldstadt abgesperrt hatten, um etwa 30 Leute aus
einem Haus zu entfernen?
I
Wenn so repräsentative Räumlichkeiten dieses Landes
nur nach rein kaufmännischen Gesichtspunkten vermietet
werden, könnte nicht das ganze Land als käuflich
Dora Schimanko
betrachtet werden?
Es war außerdem auch ein perfider Versuch. tausende
Antifaschisten als potentiell gewalttätig zu denunzieren.
Auch im Vorjahr waren es sicher weniger als 7% der
Demonstrationsteilnehmer, die gewalttätig gegen
SACHEN vorgingen. Bei jedem größeren Fussball-Event
sind es mehr! Ist der Polizei ein einziger Fall bekannt, wo
1) Zitat: “Wegen der Blockadeaufrufe hat der verantwortliche Veranstalter
des Balles, FP-Gemeinderat Udo Guggenbichler, gegen einige antifaschistische Gruppen Sachverhaltsdarstellungen bei der Staatsanwaltschaft
eingebracht. Der Ballveranstalter will im Vorfeld abgeklärt wissen, ob
durch die Blockadeaufrufe Straftatbestände erfüllt seien.”
http://derstandard.at/2000009821979
5
Ö / Ganz rechts
akin Nummer 1 des 42.Jahrgangs
Wenn Grazer
Rechtsextreme einen
Ball organisieren
Eine Information zu den VeranstalterInnen des sog.
Akademikerballs in Graz am 17.1.2015
von MAYDAY GRAZ
wei Wochen vor dem
Wiener “Akademikerball” findet am 17.Jänner
2015 findet im Grazer
Congress erneut dessen
gleichnamiges steirisches Pendant
statt, die Veranstaltung der deutschnationalen Burschenschaften
und der ”Freiheitlichen Akademikerverbände”. Was in Graz noch
immer als unpolitisches Tanzevent
gilt, ist tatsächlich ein Treffen der
rechtsextremen Szene: Ballorganisatoren, die von ”zur Landplage”
gewordener ”Kazeteska” schreiben
Z
und vor ”jüdischer Weltherrschaft”
warnen, oder die eine ”Zersetzung
des Volksbewusstseins” beklagen
und Bezeichnungen wie ”Krüppel”
und ”Neger” nachtrauern…
Die VeranstalterInnen sind der
”Grazer Korporationsring” (GKR),
zu dem sich mehrere Burschenschaften und Corps zusammengeschlossen haben, und die ”Freiheitlichen
Akademikerverbände”
(FAV), die Eigentümer des ”Aula”Verlags, die als ”Unterstützer”
genannt werden.
14.Jänner 2015
BallorganisatorInnen als
HüterInnen rechtsextremer
Standpunkte
Die Geschichte der studentischen
Korporationen ist untrennbar mit
der Entwicklung des legalen und
illegalen Rechtsextremismus verbunden. Ausschluss von Frauen,
Elitenbewusstsein, eine strikte
Hierarchie, die Anerziehung autoritärer Denk- und Handlungsmuster
sowie ein völkisches und antisemitisches Weltbild sind seit dem 19.
Jahrhundert zentral für das burschenschaftliche Selbstverständnis
und drängen bis heute die liberalen
Ideen völlig an den Rand.
Mehrere Verbindungen im Grazer GKR gehören sogar dem
Rechtsaußen-Spektrum des burschenschaftlichen Lagers an. So
sind die Grazer Burschenschaften
Allemania, Germania, Arminia,
Carniola, Frankonia und Cheruskia, die allesamt im Ballkomitee
”Dank der laxen Gesetzgebung und der ausländerfreundlichen Abschiebepraxis, die massiv von
Brüsseler Bonzokraten, einheimischen Gutmenschen
und linken und liberalen Politikern unterstützt wird,
nimmt die Zahl der illegalen Fremden, der geduldeten
Zivilokkupanten sowie der legal lebenden Ausländer
hierzulande von Jahr zu Jahr, von Monat zu Monat
ständig zu.” (5 2013)
Zitate aus der ”Aula”:
”Deutschland hingegen als das geopolitische Herz
Europas mit einer weitgehend gehirngewaschenen
Bevölkerung … mit Medien, Bankhäusern, Politik und
Verwaltung fest in zionistischen Händen, könnte bei
zionistischen Plänen eine Rolle spielen. Schon versucht die zionistische Seite, letzte Widerstandsnester
in Europa zu beseitigen… Sollte dieses gespenstische …Vorhaben eines Judenstaates in Deutschland
Wirklichkeit werden, wären die Deutschen die Palästinenser.” (5/2010)
”Nach einigen Stunden Klamauk verschwand dann
der nette Neger mit der Kokusnuß.” (über einen
Schulworkshop von Fred Ohenhen; 6/2010)
”Ist die Befreiung von Gefangenen, die sich im
Handumdrehen als Landplage entlarven, Grund zum
feiern? Doch kein noch so flüchtiger Gedanke an die
unschuldigen Opfer der Kazetler-Exzesse trübte die
Stimmung, als die Literatin Ruth Klüger gegen Gewalt
und Rassismus das Wort ergriff.” (6/2011)
”Dass ein Asiat kein Arier ist, sieht jeder ohne
Nachweis. Für die DB steht daher ein solcher nicht
zur Debatte. Vielmehr geht es um das Prinzip der
deutschen Abstammung. Kann die DB glaubwürdig
gegen Umvolkung und Überfremdung auftreten,
wenn sie allen Ausländern freien Eintritt einräumt?”
(8/2011)
”Als der Verfasser in der Aula über die verbrecherischen Umtriebe der zur Landplage gewordenen
Kazeteska berichtete, wurde er vom Präsidenten der
Israelitischen Kultusgemeinde Wien bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.” (5/ 2013)
”Die Landeshauptstadt [Bozen, Anm.] verkommt
so zu einer Bettlerstadt, wo sich illegale Ausländer,
Drogenhändler, Schlägertrupps und andere dunkle
Gestalten herumtreiben. Wir sind kein Auffangbecken
für asoziales, nicht integrierbares Gesindel.”
(10/2013)
”Diesem levitischem Zug zur Disziplinierung und
Gewalttätigkeit verdanken Israel und die Juden ihre
Weltstellung.[…] Der unbändige Wille zur Weltherrschaft durch Umsturz bestehender Ordnung brachte
zwei soziale Phänomene hervor. Zum einen den
engen Zusammenschluss der Juden untereinander.
Zum anderen die zunehmende Entfremdung zwischen den Juden und ihren Wirtsvölkern […] Wenn
der Leser von Lorenz Jäger dann noch mit der
Kriegsschuld Roosevelts, den verräterischen Umtrieben eines Ernst Bloch, der vorurteilsbeladenen Antisemitismusforschung von Wolfgang Benz, dem Hass
von Elias Canetti auf alles Gute und Schöne konfrontiert wird, dann kann er sich eigentlich nur noch fragen: Was ist aus uns geworden? […] Ist die jüdische
Weltherrschaft nur noch eine Frage der Zeit? […]
Lässt sich der Antichrist noch aufhalten?” (3/2014)
6
akin Nummer 1 des 41.Jahrgangs
2015 vertreten sind, Mitgliedsbünde der ”Burschenschaftlichen
Gemeinschaft”.[1] Die BG repräsentiert innerhalb des burschenschaftlichen Dachverbandes am
konsequentesten rechtsextreme
Standpunkte und sieht sich dabei
selbst als Hüterin der völkischen
Werte. So weigert sich die BG etwa
bis heute, von Ostdeutschland zu
sprechen, sondern besteht auf der
Bezeichnung ”Mitteldeutschland ”.
In allen Konflikten der letzten Jahre
mit liberaleren Verbindungen, vor
allem aus Deutschland, vertrat die
BG die Rechtsaußen-Positionen.
2012 veröffentlichte die BG die
”Denkschrift aus den Reihen der
Burschenschaftlichen
Gemeinschaft”. Darin ist von drohendem
”Volkstod” und ”Zersetzung des
Volksbewusstseins” die Rede. Das
Machwerk behauptet, zwischen
Männern und Frauen sowie zwischen ”Rassen” bestünden Unterschiede in Bezug auf Intelligenz
und Charakter.
Den Zustand der deutschsprachigen Staaten beschreibt die
Schrift der BG so: ”Das deutsche
Volk ist auf der Straße zum Volkstod schon ein beträchtliches Stück
vorangeschritten. Gegen den drohenden Tod unseres deutschen
Volkes hilft nur eine Neuerweckung
der geistigen Kräfte und das Wiederaufdecken unserer Wesensart
sowie eine Rückbesinnung auf die
unserem Volk wesenseigenen
Wert- und Kulturvorstellungen.
Neben der Verringerung der Volkskraft durch fehlenden Nachwuchs
und Überfremdung, durch Befürwortung der Abtreibung und durch
Zerstörung der Familie, erlebt das
deutsche Volk heute auch den Versuch des geistigen Völkermordes
durch bewusste Zersetzung des
Volksbewusstseins. Wir Burschenschafter tragen mit Verantwortung,
die geistige und biologische Substanz des deutschen Volkes zu
erhalten.”
Ö / Ganz rechts
Mitverantwortlich für diese ”Zersetzung” seien die ”alliierten
Kriegsgegner” und ihre ”deutsche[n] Helfershelfer”, die ”ihre vormalige Kriegspropaganda zur
Umerziehung des deutschen
Volkes umwandelten”. Die BG-Mitglieder protestieren gegen ”Intoleranz” gegenüber ”althergebrachten
Bezeichnungen”
wie
”Neger,
Zigeuner, Krüppel, schwachsinnig”
und mahnen das Festhalten am
”volkstumsbezogenen Vaterlandsbegriff” ein. [2]
Diese Positionen tragen somit
alle Burschenschaften mit, die der
BG angehören. Denn wie die Autoren der ”Denkschrift” im Vorwort
formulieren, handelt es sich dabei
um eine ”programmatische Schrift
zum Selbstverständnis der Burschenschaftlichen Gemeinschaft”,
die den Mitgliedsbünden ”als
Grundlage für die Unterrichtung
der eigenen Mitglieder” dienen
soll.[3]
Burschenschaftliches Treiben
Die burschenschaftlichen Buden in
Graz waren in den letzten Jahren
Schauplatz von Vorträgen von PolitikerInnen der neonazistischen
NPD und anderer rechtsextremer
Veranstaltungen. Die im Ballkomitee 2015 vertretene Burschenschaft ”Arminia” veröffentlicht ein
Lied mit den Zeilen: ”Herr Bruder
traut zur Rechten, so reiche mir die
Hand, und deute mir die Farben,
an Deinem Burschenband./ So
höre denn, ans Sterben mahnt
Dich der schwarze Rand. Du sollst
den Tod nicht scheuen, fürs deutsche Vaterland!”
Aber auch zu den hiesigen Neonazis gab es Verbindungen: Als
sich 2012 mehrere Neonazis und
Rechtsextreme für den brutalen
Überfall auf eine Geburtstagsgesellschaft in einem Grazer Unilokal
verantworten mussten, wurden ein
Burschenschafter und ein Ex-Burschenschafter dafür verurteilt.
14.Jänner 2015
KZ-Überlebende als
”Landplage”
Rechtsextreme bis neonazistische
Positionen finden sich auch bei
den ”Freiheitlichen Akademikerverbänden”, die den ”Akademikerball”
zusammen mit dem GKR organisieren. Die FAV sind die Herausgeber der ”Aula”. Die ”Aula” gilt als
zentrale Zeitschrift des rechtsextremen Lagers, in dem alle Strömungen, von der FPÖ bis hin zum Neonazismus, vertreten sind. Anfangs
kamen in der Zeitung auch rechtskonservative Positionen zu Wort.
Doch im Laufe der 90er Jahre, als
der damalige Chefredakteur wegen
Holocaustleugnung nach dem Verbotsgesetz verurteilt wurde und die
”Aula” in Zusammenhang mit den
Ermittlungen um die Briefbomben[4] mediales und behördliches
Interesse erregte, reduzierte sich
ihre Linie auf den rechtsextremen
Rand. Die AutorInnen kommen in
der Regel aus dem deutschnationalen Verbindungsmilieu, aber
auch zahlreiche FPÖ-PolitikerInnen publizieren darin.
Die Artikel der ”Aula” strotzen
von Rassismus, offenem Antisemitismus und geschichtsrevisionistischer Propaganda, in deren Zuge
z.B. 2011 und 2013 KZ-Überlebende (in ”Aula”-Diktion ”Kazeteska”)
wörtlich als ”Kriminelle” und ”Landplage” bezeichnet wurden. Die
”Aula” wettert gegen MigrantInnen
als ”Zivilokkupanten” und ”asoziales, nicht integrierbares Gesindel”.
Der Grazer Fred Ohenhen wurde
2010 als ”netter Neger mit der
Kokosnuss” beschrieben. Erst
2014 veröffentlichte der Antisemit
Friedrich Romig in der ”Aula” einen
Artikel, in dem er Juden und Jüdinnen einen ”unbändigen Willen zur
Weltherrschaft” und einen ”Zug zur
Gewalttätigkeit” andichtete und vor
”jüdischer Weltherrschaft” als dem
(leicht gek.)
”Antichrist” warnte.
Demo gegen den Ball:
17 Uhr, Graz, Südtirolerplatz
Quelle: https://maydaygraz.wordpress.com/texte-%C2%A0aussendungen/201401-wenn-grazer-rechtsextreme-einen-ball-organisieren/
[1] Webseite der BG (www.burschenschaftliche-gemeinschaft.de/kontakt/bg-mitgliedsbuende.html)
[2] Alle Zitate aus: BG (Hg.), Denkschrift aus den Reihen der Burschenschaftlichen Gemeinschaft in DB und DBÖ, Wien 2012.
[3] Vorwort zu: BG (Hg.), Denkschrift aus den Reihen der Burschenschaftlichen Gemeinschaft in DB und DBÖ, Wien 2012.
[4] Zwischen 1993 und 1997 wurden in Österreich durch eine Serie rassistisch und völkisch motivierter Bombenanschläge vier Menschen getötet
und 15 Menschen z.T. schwer verletzt. 1999 wurde der Rechtsextremist Franz Fuchs dafür zu lebenslanger Haft verurteilt.
7
akin Nummer 1 des 42.Jahrgangs
Ö / Ganz rechts / Justiz
14.Jänner 2015
“Identitären” fanden es lustig, vor dem Haus ein provisorisches Holzkreuz einzuschlagen. Zitat aus dem
dazugehörigen Flugblatt der Idis: “Der Täter mag vielleicht kein ISIS-Sympathisant sein und ein Kreuz
umzuschneiden ist sicher nicht dasselbe wie einen
Menschen zu köpfen. Aber wir sehen darin ein klares
Symptom: Wir werden im eigenen Land überfremdet,
islamisiert und zur Minderheit gemacht. [...] Sogar in
unserem eigenen Land müssen wir jetzt miterleben
wie fremde Intoleranz unsere Traditionen attackiert.
Wien ist zum ‘Terror-Mekka’ geworden.”
Zu einer Kundgebung mußte (wegen der in der
Stadtgemeinde nicht vorhandenen FPÖ-Masse) die
Wiener Partei ausrücken — inclusive Prominenz wie
Martin Graf und Johann Gudenus. Am 10.Jänner zeigte man also — im Windschatten der Pariser Tragödie
— am Hauptplatz von Großenzersdorf Empörung.
Allerdings gab es auch eine Gegenkundgebung
von rund hundert Leuten nebenan im Stadtpark —
unter dem Motto “Wir wollen im Stadtpark zeigen, dass
österreichische Kultur mehr ist”, unter anderem eben
auch Gesprächsbereitschaft bei Konflikten. Einen
Audiobericht von dieser Gegenkundgebung gibt es
unter: http://cba.fro.at/277603
(akin)
“Terror-Mekka” Wien ...
... und der Dschihadist von Großenzersdorf
s ist eine blöde Geschichte — aber bekanntermaßen kann keine Geschichte zu blöd für die
FPÖ sein. Ein seit 30 Jahren in Österreich
lebender gebürtige Araber hatte sich in Großenzersdorf letztes Jahr ein Haus gekauft. Unmittelbar vor seinem Fenster war ein vier Meter hohes Christuskreuz
aufgestellt, das der neue Besitzer entfernen ließ. Nur
leider oblag er da einem Rechtsirrtum, das Ding stand
auf öffentlichem Grund und war im Besitz der Kirche.
Der Bürgermeister machte aber kein Drama daraus
und der zuständige Pfarrer war damit einverstanden,
das Kreuz woanders wiederaufstellen zu lassen. Der
Hausbesitzer sagte zu, die Kosten für die Wiederaufstellung zu übernehmen.
Doch die FPÖ — die in Großenzersdorf fast nicht
vorhanden ist (2 Mandate von 33 bei der letzten Geinderatswahl) — sah ihre Chance und machte aus dem
nach eigenen Angaben nicht praktizierenden Moslem
einen Islamisten und mobilisierte zum Kulturkampf.
Die “Krone” machte auch ein bisserl Stimmung und die
E
Rosenauer im
Hungerstreik
Aktivist versteht sich als
politischer Gefangener
m 2. Jänner 2015 trat
Peter Rosenauer, Sprecher der NGO ”Resistance for Peace”,
seine über ihn verhängte siebenmonatige Haftstrafe in der
Justizanstalt Wien-Simmering an
und begab sich sofort in Hungerstreik. Rosenauer sieht sich als
politischen Gefangenen an und die
Vorwürfe gegen ihn als konstruiert.
Er wurde nach Angaben seiner
UnterstützerInnen am 8.Jänner
nach einer Woche Hungerstreik
und nach zusätzlicher Verweigerung der Aufnahme von Flüssigkeit
wegen erheblicher Verschlechterung seines Gesundheitszustandes
in die Krankenstation der Justizanstalt Josefstadt verlegt, wo er nun
intravenös zwangsernährt werde.
A
Hintergrund
Im Dezember 2013 führte Peter
Rosenauer mit einem weiteren Aktivisten von “Resistance for Peace”
eine Protestaktion vor der KleiderBauer Filiale Wien/Mariahilferstraße durch, die sich gegen den
Verkauf von Tierpelz und gegen
den politischen Missbrauch des
Nötigungsparagrafen 105 StGB
richtete (nach einer Entscheidung
des Oberlandesgericht Wien standen im Mai 2014 im zweiten Tierschützerprozess erneut AktivistInnen vor Gericht, diesmal wegen
§105 StGB). In der Folge wurde
Peter Rosenauer wegen eben diesem Paragrafen sowie wegen Körperverletzung Mitte 2014 der Pro8
zess gemacht — bei der Aktion war
es zu einem Tumult gekommen, wo
sich zwei Verkäuferinnen die
Hände in der Tür eingeklemmt hätten. Nach Angaben seiner UnterstützerInnen wäre Material, das
Rosenauer entlasten hätte können,
nicht ausreichend gewürdigt worden. Die bedingt verwertbaren
Videoaufzeichnungen wären zu
Lasten Rosenauers interpretiert,
sein völlig passives Verhalten nicht
anerkannt worden.
Ein Antrag Rosenauers, gerichtlich gegen einen Passanten vorzu-
akin Nummer 1 des 41.Jahrgangs
gehen, welcher Rosenauer bei der
Protestaktion an der Halswirbelsäule verletzt hatte (weswegen
Rosenauer 6 Monate in Krankenstand gehen musste), wurde
abgelehnt. Gegen das Urteil, sieben Monate bedingte Haft, legten
sowohl Staatsanwaltschaft als
auch Verteidigung Berufung ein.
Das Oberlandesgericht Wien wandelte daraufhin die Strafe in eine
unbedingte Haftstrafe um.
Rosenauer hatte daraufhin ein
Mit der SPÖ
in den
autoritären
Staat
nd wieder Rudolf
Hundstorfer.
Österreichs Sozialminister
will nun eine ”Ausbildungspflicht”
für
Jugendliche einführen (1). Damit
meint er ausdrücklich nicht, dass
Betriebe verpflichtet werden sollten,
Jugendliche auszubilden, sondern auf
die Jugendlichen kommt folgendes
Zwangsregime zu: ”Jeder Jugendliche muss ab dem Schuljahr 2016/17
nach der Pflichtschule entweder eine
weiterführende Schule besuchen, eine
Lehre beginnen oder zumindest staatliche Angebote wie überbetriebliche
Lehrausbildungen oder Produktionsschulen in Anspruch nehmen. Wer
sich widersetzt, soll, so die ersten
Pläne des Ministers, mit einer Verwaltungsstrafe von 440 Euro (wie
beim Schulschwänzen) bestraft werden.”
U
Ö / Bildung / Glosse
Ansuchen auf elektronische Fußfessel gestellt sowie vergeblich
erklärt, er sei wegen erheblicher
körperlicher Leiden als haftunfähig
einzustufen. Die Justizanstalt habe
jedoch Rosenauer betreffend der
Fußfessel erklärt, dass er auch bei
Bewilligung seines Ansuchens um
14.Jänner 2015
Invaliditätspension eine Arbeitsstelle vorzuweisen habe und eine
Fußfessel für ihn daher nicht in
Frage käme.
Mittlerweile kam es für den
Gefangenen zu vereinzelten Solidaritätsaktionen (Bild aus Innsbruck)
(akin)
Mehr Infos:
http://www.resistanceforpeace.org
http://www.antiatomszene.info
wie Facebookgruppe: Freiheit für Peter Rosenauer - keine politischen Gefangenen in Österreich!
An dieser Stelle eine kurze Erinnerung an den letzten autoritären
Streich dieser aus Pseudosozial- und
Christdemokraten
bestehenden
Regierung: Sie führte eine Geldstrafe
für das Schulschwänzen ein. Das
Resultat war, dass vor allem einkommensschwache Eltern von Schulschwänzern ins Gefängnis kamen (2),
weil sie die Strafe nicht bezahlen
konnten. In Hinkunft werden noch
mehr Arme im Knast landen, da die
Zwangsmaßnahmen nun auch jenseits
der Schulpflicht bis zum 19. Lebensjahr ausgedehnt werden. Die Sozialdemokratie regrediert auf den Bewussstseinstand puritanischer Sozialsadisten, die jene Menschen, die sich aus
welchem Grund auch immer nicht
selbst erhalten konnten oder als
”arbeitsscheu” galten, in Arbeitshäuser einsperrten. Eine Haltung, aus der
später die industrielle Vernichtung
von ”Asozialen” im KZ entspringen
sollte.
Große Freude über Hundstorfers
Pläne dürfte bei den Unternehmern
ausbrechen. Die haben zwar bislang
nicht mal ansatzweise ausreichend
Lehrstellen geschaffen, aber durch
die neuen Zwangsmaßnahmen erlangen sie so viel Macht über die Lehr-
linge, wie sie sie zuletzt vor 50, 60
Jahre hatten. Auszubildende können
in Hinkunft bis aufs Blut ausgebeutet
werden, da über ihnen die Drohung
schwebt, sie bei den Ämtern als ”ausbildungsunwillig” zu denunzieren,
womit eine Strafe in der Höhe eines
Lehringsmonatsgehalt fällig würde.
Natürlich ist (Aus)Bildung wichtig,
natürlich soll die Politik Rahmenbedingungen schaffen, in denen jeder
Mensch, der das will, zu einer guten
Ausbildung kommen kann. Doch
autoritäre Zwangsmaßnahmen sind
ebenso strikt abzulehnen wie es der
Umgang dieser Regierung mit Kranken und Behinderten ist, denen man
die Invalidenrente weggenommen hat
und sie nun einem schwarzpädagogischem ”Reha”-Regime unterzieht.
Sozialdemokraten, die den autoritären Staat ausbauen, unter dem vor
allem die ökonomisch Schwachen
und die Kranken zu leiden haben,
sind Verräter der Arbeiterklasse und
Handlanger des Kapitals. Sie sind
verroht und ohne Mitgefühl. So lange
die SPÖ weiter diese Politik betreibt,
ist sie nicht nur moralisch verkommen, sondern auch eine reale Gefahr
für Leib, Leben und Freiheit.
(Bernhard Torsch auf seinem Blog)
Quelle: http://lindwurm.wordpress.com/2015/01/02/mit-der-spo-in-den-autoritaren-staat
(1) http://derstandard.at/2000009929225/Jugendarbeitslosigkeit-in-Oesterreich-Nur-mit-Sanktionen-werden-wir-nicht-weit
(2) http://kurier.at/chronik/oesterreich/schulschwaenzen-eltern-gehen-ins-gefaengnis-statt-440-euro-strafe-zu-zaheln/84.903.323
OFFENLEGUNG
§25 MEDIENGESETZ: Medieninhaber und Hersteller der “akin — aktuelle informationen” ist der
Verein “föj / Bewegung für Sozialismus”. Obmann: Kurt Winterstein, FinanzreferentIn: Renate Saßmann,
SchriftführerInnen: Birgit Hebein, Herbert Sburny. Alle: 1040 Wien, Belvederegasse 10. Grundlegende
Richtung: Die “akin” ist ein wöchentliches Mitteilungs- und Informationsblatt mit Termin und
Veranstaltungskalender sowie Informationen und Selbstdarstellungen von Arbeitskreisen und Initiativen.
Der Verein föj/Bewegung für Sozialismus ist nicht Herausgeber irgendeines weiteren Mediums.
GEMÄSS
9
akin Nummer 1 des 42.Jahrgangs
International / Glosse
14.Jänner 2015
La trahison des images
Nach René Magritte,
“Der Verrat der Bilder”
Schwer zu
sein ein
Charlie
ind wir nicht alle Charlie?
Nein, sind wir nicht.
Wenn Angela Merkel
oder die PEGIDA oder
Marine LePen oder
Johanna Mikl-Leitner “Charlie”
sind, dann können wir das wohl nicht
sein. Sonst wären wir ja irgendwo
auch Merkel, Mikl und Co. Nein, die
Linke braucht auch hier Analysen
statt lautstarker Hysterie und Facebook-Bildchen mit “Je suis Charlie”.
Wir müssen eine andere Antwort finden als die populistische und die bürgerliche Rechte und die europäischen Innenminister. Die Linke muß
sich die Frage stellen, wie denn auf
einen salafistischen Terror, vor dem
wir nicht mehr die Augen verschließen können, zu reagieren sei.
Für das Bürgertum und die extreme
Rechte sind diese Anschläge so
etwas wie das europäische 9/11: ‘Wir
können einen Feind ausmachen, wir
können Kriege begründen, wir können die Polizei aufrüsten, wir können
Gesetze verschärfen’ — das sind die
Positionen des Staates und seines
Großbürgertums. Die Machteliten
und die extreme Rechte in Europa
sind dankbar für diese Anschläge.
Fakt ist — und das ist die Analogie
zu 9/11 —, es handelt sich bei den
Opfern um “weiße” Mittelschichtsangehörige in einer der bedeutensten
Metropolen Europas und bei den
S
Tätern um nichtstaatliche Terroristen
mit einem anderen Glauben als dem
christlichen. Geht der Terror von
einem befreundeten Staat aus (das
nennt man dann Krieg oder Justiz
oder Polizeiaktion) oder ist im weitesten Sinne christlich motiviert
(Anders Breivik, Franz Fuchs) oder
findet er außerhalb westlicher Metropolen statt, dann findet sich nicht ein
Schippel
Regierungschefs
zu
halbseidenen Solidaritätsaktionen
am Ort des Geschehens ein. Und
auch das profil titelte nie: “Wie
gefährlich ist das Christentum?”
Wir müssen nicht darüber diskutieren, ob die Karikaturen von Charlie
Hebdo künstlerisch wertvoll oder
auch nur sinnvoll waren. Vieles
davon war einfach nur eine Antwort
auf den widerwärtigen hegemonialen
Anspruch der Religionen — egal
welcher Geschmacksrichtung. Und
die Hinrichtung von Karikaturisten
läßt sich sowieso genausowenig
rechtfertigen wie das Auspeitschen
von Bloggern.
Aber worum geht es eigentlich? Der
Salafismus in Europa ist als eine
Reaktion auf die Marginalisierung
ganzer Volksgruppen interpretierbar.
Im islamisch geprägten Raum kann
man diese Bewegungen als Antwort
auf den alten und neuen Kolonialismus sehen. Die europäischen Herren
haben lange auf diesen Raum als die
Gegend geblickt, wo man den
Kameltreibern Kultur beibringen
müsse — und geflissentlich sich
darum bemüht, daß dort Potentaten
an die Macht kommen, die wirtschaftlich keine Probleme bereiten.
Und man hat dafür gesorgt, daß
demokratisch-solidarische oder gar
10
linke Experimente dort keine Chance
haben. Zum Teil förderte man zu diesem Zwecke auch religiöse Eiferer
und versorgte sie mit Waffen. In
Europa hat man indes Ähnliches
gemacht — wenn auch nicht mit derselben Dreistigkeit, aber mit viel
Propaganda. Das Ergebnis war
hüben wie drüben ein Ähnliches:
Das Aufkommen faschistischer
Bewegungen. Heute können sich
dank dieser Politik Faschisten christlichen und muslimischen Glaubens
gegenseitig rechtfertigen.
s ist aber auch ein Versagen
der Linken hüben wie drüben,
für die Gedemütigten keine
Optionen bieten zu können. Die
manchmal ziemlich peinlichen Relativierungen von Salafisten durch
Antiimps sind genauso wenig eine
adäquate Antwort wie die Querfrontler von den Antideutschen, die Kontakt zu antiislamischen Rettern des
Abendlandes suchen. Faschisten aus
dem Trikont bleiben Faschisten und
Faschisten aus dem euopäischen Proletariat sind ebenso keine Bündnispartner, nur weil sie Proletarier
sind. Aber hüben wie drüben ziehen
solche Bewegungen ihre Kräfte aus
den Heeren der Gedemütigten —
gedemütigt aktuell und im kollektiven Unbewußten —, die sich in ihrer
Not an alten Herrschaftsidealen wie
Nation, Rasse und Religion orientieren, weil sie keine attraktiven anderen Angebote sehen.
E
Die schwache europäische Linke
sucht in Krisensituationen wie dieser
gerne mächtige, aber höchst bedenkliche Bündnispartner und übernimmt
Parolen, mit denen man diese gewinnen kann — und wundert sich dann,
Bücher
akin Nummer 1 des 41.Jahrgangs
über den Tisch gezogen und fehlinterpretiert zu werden. Die Linke
heute beschäftigt sich großteils mit
Symbolpolitik, demonstriert gegen
Symptome und Hilfstruppen wie z.B.
hierzulande die FPÖ, versucht aber
immer weniger, Agendasetting zu
betreiben in ihren eigentlichen
Stammthemen Kapitalismus- und
Herrschaftskritik. Das erscheint
mühselig, verspricht in unseren hektischen Zeiten keinen kurzfristigen
Öffentlichkeitserfolg und ist auch
überhaupt nicht sexy. Aber es ist notB ü c h e r :
Biographie
Werner Scholem
Mirjam Zadoff
Der rote Hiob.
Das Leben des Werner Scholem.
Carl Hanser, München 2014. 382 Seiten
er den Namen Scholem
hört, denkt unwillkürlich
an den jüdischen Religionswissenschaftler
Gershom
Scholem - den Freund und Briefpartner von Walter Benjamin. Aber
es gibt noch einen anderen Scholem, den Bruder Werner- revolutionärer Marxist, Kritiker Stalins
und im KZ Buchenwald ermordet.
Die vorliegende Biographie leistet
einen wesentlichen Beitrag, diesen
in Vergessenheit geratenen Kämpfer der ArbeiterInnenbewegung
wieder einem breiteren Publikum
bekannt zu machen.
Die Brüder Gershom (Gerhard)
und Werner Schalom- aus dem
“angepaßten” jüdischen liberalen
(oft deutschnational orientierten)
Bürgertum kommend- gingen in
den Jugendjahren ähnliche Wege:
Sie rebellierten gegen die “Welt der
Väter”, sympathisierten mit dem
Sozialismus
und
Zionismus.
Während sich Gerhard in die
Schweiz absetzen konnte, mußte
Werner im Ersten Weltkrieg einrücken, erlebte voll dessen
Schrecken unmittelbar mit, wurde
an der Ostfront schwer verwundet.
Werner hatte sich schon früh in
der ArbeiterInnenbewegung orga-
W
wendig. Vielleicht mag die Parole
“Sozialismus oder Barbarei” hier
etwas antiquiert und übertrieben
erscheinen. Aber klar ist, daß diese
Welt alternative ideologische Angebote braucht. Die wird man mit geänderten Facebook-Profilbildern allein
aber wohl kaum machen können.
Je suis Charlie” wurde sehr
schnell zur Parole, um zu sagen,
man fühle sich auch angegriffen. Das ist verständlich, aber halt
auch kompatibel mit PEGIDA und
Co. “Ich bin Europa” kann das auch
“
nisatorisch verankert, spielte inbesonders in der Jugendarbeit eine
wichtige Rolle, radikalisierte unter
dem Eindruck des Krieges und
dem Verrat der sozialdemokratischen Führung (Zustimmmung zu
den Kriegskrediten, “Burgfrieden”,....) seine politischen Positionen und fand über die USPD
schießlich den Weg zur KPD.
Gerhard hingegen nahm sein
politisches Engagement immer
mehr zurück, verstärkte seine zionistische Haltung und Gläubigkeit.
An die Stelle tiefgehender Gesellschaftsanalysen
trat
die
Beschwörung von “Dämonen” (S.
123) — ähnlich wie bei dem “Arier”
Doderer. Immer schärfer wurde
auch die Kritik am politischen Verhalten des Bruders.
Die Autorin schildert kenntnisreich das Auseinanderdriften des
ungleichen Brüderpaars: der eine
wird Revolutionär, verurteilt den
Stalinismus, wird ein Weggefährte
Trotzkis und schließlich — nach
langen Jahren politischer Gefangenschaft - 1940 von den Nazis im
KZ Buchenwald umgebracht. Der
andere wird weltbekannter Religionswissenschaftler, geht nach
Palästina und hilft dort mit den Zionismus praktisch umzusetzen- mit
all den bekannten katastrophalen
Folgen für die arabische Bevölkerung.
Nicht übergangen wird das weitgehend traditionelle Frauenbild,
das dem Revolutionär Scholem
eigen war, obwohl seine - nichtjüdische - Gattin selbst politisch aktiv,
11
14.Jänner 2015
heissen und die “europäischen
Werte” würden angegriffen. Sicher,
die Menschenrechte, speziell die
Meinungsfreiheit, kann man als
diese “europäischen Werte” verstehen. Aber im Namen dieser Freiheitsrechte sollen eben diese nun von
den europäischen Innenministern
weiter eingeschränkt werden. Da
möchte ich nicht Applaus klatschen.
Und deswegen bin ich auch nicht
Charlie.
Bernhard Redl
belesen- also alles andere als ein
“Hausmütterchen” war.
Wer Interesse an der — extrem
tragischen — Geschichte der deutschen ArbeiterInnenbewegung hat,
sollte sich das Buch nicht entgehen
lassen.
Über einige Punkte würde ich
gerne mit der Autorin einen kritischsolidarischen Dialog führen —
etwa: die Auseinandersetzung mit
der “jüdischen Utopie” erscheint
mit etwas zu kurz geraraten. Michael Löwy hat dazu einige wunderbare Bücher geschrieben.
Die harten Bedingungen “21
Bedingungen” für Parteien, die in
die kommunistischen Internationale aufgenommen werden wollten,
wurden in der Realität recht flexibel
gedandhabt (etwa gegenüber der
italienischen Linken).
Das Arbeitereinheitsfront-Konzept — doch ein Schlüsselpunkt
revolutionärer Strategie und Taktik
und für Trotzki kardinal im Kampf
gegen den Nationalsozialismus! —
wird in dem Buch nicht stringent
behandelt.
Biographie
Franz Kafka
Reiner Stach
Kafka. Die Jahre der Erkenntnis
Fischer Taschenbuch, Frankfurt/M 2011
726 Seiten, 15,40 Euro
er dritte Teil der Kafka-Biographie von Reiner Stach
behandelt
die
lezten
Lebensjahre des Prager Schriftstel-
D
Hinweise
akin Nummer 1 des 42.Jahrgangs
lers- die Zeit von 1914-1924.
Zwei fundamentale Ereignisse
warfen Kafka aus der Bahn: der
Weltkriegs-Beginn
und
die
Umstände der Lösung der Verlobung mit Felicitas Bauer. Das einsetzende Völkermorden schnitt ihn
von der “Welt” ab: zu Schriftstellerkollegen wie Musil hatte er keinen
Kontakt mehr, die Beziehung zu
seinem Verleger Wolff riß weitgehend ab, private Sorgen und Ängste plagten ihn: auch engste Familienmitglieder zogen in den Krieg.
Umso
befremdender
der
Umstand, daß Kafka, der mit sozialistischen und anarchistischen
Ideen nicht nur in Berührung
gekommen war, sondern aktiv an
linken Veranstaltungen teilnahm
— demonstrativ hatte er sich die
rote
Blume
angesteckt
—
KRIEGSANLEIHEN zeichnete!
Bei der Entlobung von Felicitas
Bauer wurde ihm die Wahrheit über
sich selbst ins Gesicht geschleudert — worauf eine Veränderung
der Verteidigungs-Strategie seines
neurotischen Alleinsein-Wollens
einsetzte- bis hin zur Lüge. Literarisch findet dies viel später (1923)
seinen Niederschlag in der Erzählung “ Der Bau”, wo ein dachsartiges Tier von außen (!) das von ihm
gegrabene und ihn schützen sollende
Labyrinth
genießend
betrachtet — aber der “autobiographische Kern der Geschichte” ist
hier zu hier zu verorten (S. 33).
Diese Jahre sind geprägt von
einer Schaffens-Blockade, Suizidgedanken — Kafka unternimmt
mehrere Anläufe, an die Front (sic!)
zu kommen — um der Krise zu entfliehen.
Trotz der Kriegs- und persönlichen Wirren kommt es zu wichtige
Publikationen — insbesonders von
der “Verwandlung” — auch stellt
sich immer mehr Anerkennung einselbst von Werfel, der ihn früher
ignoriert hatte.
Stach schildert all das ungemein
präzis und mit großer Einfühlungsgabe. Auch Kafkas Verhältnis zum
Judentum und zur jüdischen Religion wird differenziert behandelt (u.a.
in dem Kapitel “Was habe ich mit
Juden gemeinsam?“, S.98 ff).
Der/die Leser/in bekommt voll
mit, daß es nicht den “einen”, den
“Kafka aus einem Guß” gibt- vielmehr sind deutlich Entwicklungen,
ja Sprünge zu sehen. In seinen
“Mediationen” in Zürau gegen
Kriegsende etwa will er “das Eigenste mit dem Zeitgemäßen zusammendenken, er sucht sich in seiner
Zeit zu situieren, er sucht einen
Ort, an dem es möglich ist, geistig
zu überleben (S.266). Und auch
ein legendärer Text wie der “Brief
an den Vater“, eine “erbarmungslose Abrechnung” (S.337) mit dem
Haustyrannen ist nicht frei von
“Widersprüchen, und es hat nicht
den Anschein, als sei sich Kafka
ihrer völlig bewußt gewesen”(S.
330).
Stach bemüht sich den sozialen
Termine
Änderungen bitte uns bekanntzugeben!
Telefonnummern
ohne Vorwahl sind Wiener
Festnetz-Nummern.
Ständiges
und Treffpunkte
ARCHIVE, INFOLÄDEN, BUCHHANDLUNGEN U.Ä.
INFOLÄDEN: Wels: 4600 Spitalhof
3, Tel.07242/910432; Mi, Do 14-18,
Fr 14-22, Sa 11-14, infoladenwels@liwest.at; Korneuburg: IL
Kamtschatka Zivild.berat., Bücher,
Zeitschr., j. 1.u.3. Mi i.Mon. 15,3016,30. 2100 Laaer Str. 6; IL Linz:
Treibsand Rudolfstr.17, Di, Fr, Sa 16
- 20h, http://www.kv-treibsand.at.tf;
IL Salzburg: Lasserstr.26, Di+Do 1620h, So 13-19h. infoladen.salzburg@gmx.net; IL Bregenz, AJZ Between, Bahnhofstr.47, 05574/44379,
14.Jänner 2015
Hintergrund des Lebens und Wirkens von Kafka einzubeziehen,
attackiert die “Geistes”wissenschaften- die von einer gänzlichen
“geistigen Autonomie” des schreibenden Subjekts von der Gesellschaft schwadronieren (S. 25).
Ehrlicherweise gilt es festzuhalten,
daß er diesem kritischen methodischen Ansatz selbst nur bedingt
gerecht wird. Die großen gesellschaftlichen Ereignisse nehmen
vergleichsweise recht wenig Raum
ein, die Oktoberrevolution und ihre
weltgeschichtliche
Bedeutung
schrumpft bei ihm zum “Putsch der
Bolschewiki” (S. 245).
Die ProtagonistInnen der ArbeiterInnenbewgung kommen bei ihm
meist nur als Opfer nicht als AkteurInnen vor: etwa die -jüdischenFührer der Münchner Räterepublik,
die von der Reaktion brutal ermordet werden- begleitet vom geifernden Geschrei der bürgerlichen
Medien (S. 372). Nahezu gänzlich
fehlt bei Stach eine Behandlung
der alles andere als kleinen tschechischen Linken.
Nichtsdestotrotz sollte man/ frau
sich auf diesen dritten Teil seiner
umfassenden und tiefgehenden
Kafka-Biographie einlassen und
sich auch ihren ersten Teil, der Kafkas Jugend-Jahre zum Gegenstand hat und gerade erschienen
ist (“Die frühen Jahre”), nicht entgehen lassen.
juzbuch@gmx.at
EKH (1100, Wielandg. 2-4): Que(e)r
Mittwochs-Beisl 18,30-24h. Infol.X:
Mi-Do 14-20, Fr, Sa 14-22h. VOLXbibliothek Do 16 - 20 h. www.meduser.net/~ekh; HausBibliothek, Do
16-20h,
www.meduser.net/~ekh/bibliothek.html
PrekärCafe .j. 1. Di im Monat 20h
Disk.; ab 18h. 1010 Wipplingerstr.23/Stiegenabg.
Buchhandlung ”Libreria Utopia”.
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Archiv d soz. Beweg., Mi u.Fr 1720h, Kontakt www.bibliothek-vonunten.org, archiv.wien@gmx.at, 1010
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nachher. 1030 Marxerg. 18 (Ecke
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Mo-Di 9-17h, Mi-Do 9-19h, Fr 914h. netz: www.frauensolidarität.org
Archiv der Frauen- u.Lesbenbewegung Stichwort, 1040 Gusshausstr.20/1A+B, Tel. 812 98 86, e-mail:
office@stichwort.or at, geöffnet Mo
+ Di 9-14h, Do 14-19
FRIEDEN
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535 91 09, Fax 5327416. 1010 Schotteng. 3a/1/4/59. Wehrdienstverweig.
u. Zivild.berat. Mo 18h, Deserteursu. Flüchtl.berat. Mi 18h; www.deserteursberatung.at/; Tel. 533 72 71;
Rechtsberatung bei dring. Fällen:
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Mon. 19h, Lokal Rotpunkt, 1050
Reinprechtsdorfer Str. 6
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Waltherstr. 15, 4020 Linz, T.
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sowie Fr 9 bis 12h. 1110 Rosa Jochmann Ring 5/28; BG12 j. 2. u. 4. Do,
19h, 1120 Ehrenfelsg.2; BG13 jed 2.
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Ibk., Adamg.13-15; Vlb.: 6800 Feldkirch Pf73; GRAS Uni Wien trifft
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Lesben und Transgender. 1150 Goldschlagstr.8. Gebrauchte Ersatzteile
sind vorhanden.
Offenes Treffen des ehem. Speakerscorner gg Schwarzbunt j. 1. Do im
M., 19 Uhr Käuzchen, 1070 Gardeg./Neustiftg.
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Unterstützung undokumentiert Arbeitender (UNDOK): ÖGB-Haus Catamaran 1. Stock, 1020 Johan Böhm
Platz 1, U 2 Station Donaumarina
Derzeitiges
Alle Macht den Konzernen?
Welche Gefahren stecken hinter dem geplanten Freihandelsabkommen zwischen EU
und USA. Info-Tour NÖ zu
TTIP
und
CETA siehe
http://www.attac.at/termine
Breitenseer Lichtspiele, Dokumentarfilm von Doris Kittler:
Auf den Barockaden - Bürgerproteste wurden jahrelang mit
der Kamera begleitet. Termine:
16.Jänner, 17., 22. jew. 18,30 ,
am 24.Jänner um 20,30 anschl. Gespräche mit der
Regisseurin und einer Darstellerin. Infos unter www.auf-denbarockaden.at, Reservierung
unter kino.bsl@gmx.at oder 98
22 173. Aufführungstermine im
Jänner in den Bundesländern
unter www.auf-den-barockaden.at
Donnerstag, 15.1.
Libreria Utopia, 19h, Film und
Disk. mit Wolfgang Purtscheller: Das braune Netzwerk.
1150 Preysingg.26-28
Amerlinghaus, 19h, Filmscreening Route 181 - Framgents of
a journy in Palestine - Istrael
2003. 1070 Stiftg.8
Freitag, 16.1.
Cafe Prückl, 17 Uhr, Aktion
Küssen im Prückl. 1010 Stubenring 24
Graben/Stefansplatz,
15h,
Kundgebung: Soli mit Griechenland! Streichung der
Schulden!
ekh, 21h EthnoFest. 1100 Wielandg.2-4
Linz,
Wissensturm,
16h,
Grüne OÖ: Machen wir es
gemeinsam. Kärntnerstr.26
13
14.Jänner 2015
Samstag, 17.1.
Graz, Demo gegen den Grazer
“Akademikerball”; Beginn: 17
Uhr Südtirolerplatz! Info:
https://www.facebook.com/ogr
steiermark
Graz, Aula der TU, 19h, Konzert der Gegenstimmen: Sag
Nein! Lieder gegen den Krieg.
Rechbauerstr.12,
Eintritt
gegen Spende
Montag, 19.1.
Amerlinghaus, 19h, Rechtshilfetreffen der BettelLobbyWien.
1070 Stiftg.8
Dienstag, 20.1.
IWK, 18,30: Das Exil von Frauen, Victoria Kumar/Graz: Sag
einmal, wo bist du zu Hause?
Ich? Überall und nirgends.
Grazer Jüdinnen im Exil. 1090
Bergg.17
OKAZ, 19h, Islam als willkommenes Feindbild - auf der
Suche nach demokratischen
Antworten. 1040 Gußhausstr.14/3
Graz,
Joanneumsviertel,
18,30, Helmut Konrad: Vielchischtige, veränderbare Heimaten.
Mittwoch, 21.1.
Hauptbücherei, 19h, Diskussion: 15 Jahre ZARA - Chancengleichheit bei der Arbeitssuche. Mit August Gächter, Meri
Disoski u.a. 1070 Urban Loritz
Platz 2
Donnerstag, 22.1.
Depot, 19h, Vortrag und Disk:
Außenlager von Mauthausen
in Groß-Wien. 1070 Breite
Gasse 3
Libreria Utopia, 19h, Buchpräs. und Diskussion: Rechtsextremismus. Entwicklung und
Analysen. 1150 Preysingg.2628
Amerlinghaus, 19,30, Filmclub
Afrika: Jerusalema.Gangster´s
Paradise.
Freitag, 23.1.
Fluc, 21h, als Protest gegen
den rechtsextremen Akademikerball gibt es den WTF?-Ball.
1020 Praterstern
Samstag, 24.1.
Vinzi-Rast Mittendrin, Dachatelier, 10h, SOL und FG-SOL
Generalversammlung (Solidarität, Ökologie und Lebensstil).
1090 Währinger Straße 19
Letzte Worte
akin Nummer 1 des 42.Jahrgangs
7stern, 20h, 11% K.TheaterAugustin spielt Peter Turini:
Sauschlachten. 1070 Siebensterng.31
Montag, 26.1.
Rep.Club, 19h, Diskussionsveranst: Je suis Charlie,
1010 Rockhg.1
Dienstag, 27.1.
Amerlinghaus, 20h, Cinema
Politica: Isreal vs Israel.
1070 Stiftg.8
Mittwoch, 28.1.
Libreria Utopia, 19h, Szenische Lesung über das Leben
von Sophie Scholl: Blatt für
Blatt. 9 Frauen. Sophie
Scholl. 1150 Preysingg.2628
Donnerstag, 29.1.
Cafe Dreiklang, Attac, 17h
Treffen zum Grundeinkommen. 1090 Wasagasse 28
ekh, 21h, Antifa Night. 1100
Wielandg.2-4
Volkstheater, 19,30, Empfangsraum, in Kooperation
mit dem Dokumentationsarchiv des österr.Widerstandes
lesen SchauspielerInnen aus
Dokumenten, Briefen und
Berichten: Leben auf Papier.
Gasthaus Dormann, 17,30,
Diskussion mit Magdalena
Holztrattner/ksoe: Arbeitslos
14.Jänner 2015
- Arm - Ausgegrenzt. 1050
Wimmerg.9/Jahngasse
Freitag, 30.1.
AK Bildungszentrum, 1012h: Gabriel Zucman: Steueroasen - wo der Wohlstand
von Nationen versteckt wird.
1040 Theresianumg.16-18,
Anmeldung direkt in der AK,
http://wien.arbeiterkammer.a
t/service
1010 Wien Karlsplatz ab 17h
Akademikerball verunmöglichen! Ab 20h Volksküche
und Bar im EKH
Amerlinghaus, 14 - 18h,
Workshop mit Doron Rabinovici: Wie schreibe ich eine
Kurzgeschichte.
1070
Stiftg.8
Samstag,. 31.1.
Juridicum, 9h, Internat. IntisKonferenz: Der Arabische
Frühling - Erfolge und Rückschläge. Nüchterne Betrachtung - Analyse - Perspektiven. Mit Elsayed Elshaded,
Richard Potz, Erhard Busek,
Thomas Schmidinger u.a..
Anmeldung unter 942 20 08,
intisoffice@gmail.com
Weinhaus Sittl, ab 18,30 findet mit dem 1.Wr.Lesetheater der 7. Wiener Katzenfasching statt. 1160 Lerchenfelder Gürtel 51/Neulerchenfelderstraße
D-Mark für die Ostmark?
Gibt es “Josef Bitztaler” wirklich auch außerhalb von Twitter? Und will er wirklich die “Alternative für Österreich” (oder die “Alternative für Deutsch-Österreich”?) sein oder verarscht er nur die deutschen Kameraden?
Außerhalb von Twitter ist sein Name nicht zu finden -- aber er könnte es mit trotz Pseudonym wirklich ernst
meinen, was er da vor sich hintwittert. Bislang 800 Tweets wären ein auch bisserl viel für einen Fake. Aber
glaubt er wirklich, mit der Forderung nach der Einführung der D-Mark in Österreich viel Begeisterung hervorrufen zu können?
VORSICHT: kleingedrucktes!
Die aktuellen informationen verstehen sich als wöchentliches diskussions-, mitteilungs- und nachrichtenblatt mit einem termin- und
veranstaltungskalender. Weiters
sollen ideen und informationen
möglichst vieler fortschrittlicher
gruppen, initiativen und personen
weiterverbreitet werden. Jeder
artikel drückt lediglich die meinung der unterzeichnenden autoren und autorinnen aus. redaktionsmeldungen und technische
informationen können ungezeichnet bleiben.
Bedeutung der Kürzel: “akin”
bedeutet einen Eigenbericht,
“bearb.” bezeichnen Artikel, die
ohne weitere Recherche übernommen, aber sprachlich bearbeitet
wurden, “gek.” bezeichnet reine
Kürzungen.
Die redaktion besteht auf ihrer
autonomie und behält sich daher
auch das recht vor, texte zurückzuweisen, zu kürzen oder zurückzustellen. Faschismen, sexismen,
rassismen und totalitarismen werden prinzipiell nicht gedruckt.
Texte können aber teilweise oder
komplett auch abgelehnt oder zur
späteren veröffentlichung zurückgestellt werden, wenn sie beleidi-
gend sind, nichts neues respektive
mitteilenswertes enthalten, nicht,
nur schwer oder nur einem spezialpublikum verständlich oder
rechtlich bedenklich oder überlang sind. Auch wenn durch eine
veröffentlichung ein unzumutbarer schaden eintreten könnte, den
die redaktion sich zu verantworten
außer stande sieht, kann ein
abdruck unterbleiben.
Ablehnungen können in der akin
mitgeteilt und begründet werden.
Auf verlangen einer solchen
begründung wird eine solche obligatorisch abgedruckt. Es liegt an
der redaktion, zu entscheiden, ob
ein text in eine der oben angeführten kategorien fällt. Sollte nach
längerer diskussion kein konsens
innerhalb der redaktion zu erreichen sein, entscheidet die mehrheit der anwesenden redaktionsmitglieder. Diese sind jedoch
gehalten, nach einer für alle tragbaren lösung zu suchen. Stimmberechtigte mitglieder sind nur
regelmäßige mitarbeiterInnen der
redaktion. Abgelehnte manuskripte können in der redaktion eingesehen werden.
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redaktionssitzung: montag, 18h.
Jahresabonnement (min. 28
reguläre ausgaben): 60 Euro
(bei bfs-mitgliedern ist die
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enthalten). Ausland: 60 E plus
ein bisserl einer spende; 3
Ausg. gratis zur probe. Akin
per e-Mail (als reiner text oder
pdf oder beides): für papierabon. gratis, ansonsten 30 Euro.
Auf eurem adressenetikett
steht in der obersten zeile der
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