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Erneuerung der Museumstraße zwischen Mindener - Stadt Salzgitter

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Stadt Salzgitter
66 - Fachdienst Tiefbau und Verkehr
05.12.2014
Allris-Freigabe durch
10.1/Fr. Schinke
Beschlussvorlage
2309/16
öffentlich
Erneuerung der Museumstraße zwischen Mindener Straße und
Gänsebleek
hier: Grundsatzbeschluss
Beratungsfolge:
Status
Datum
Gremium
Zuständigkeit
Öffentlich
Öffentlich
Nichtöffentlich
Öffentlich
07.01.2015
14.01.2015
27.01.2015
28.01.2015
Ortsrat der Ortschaft Nord
Stadtplanungs- und Bauausschuss
Verwaltungsausschuss
Rat der Stadt Salzgitter
Beschlussvorbereitung
Beschlussvorbereitung
Beschlussvorbereitung
Entscheidung
Beschlussvorschlag:
1. Bei der weiteren Planung der Museumstraße wird für Abschnitt II (Einmündung
Gänsebleek – Mindener Straße) die Anlage eines nicht benutzungspflichtigen
Radweges vorgesehen. Allerdings schließt diese Alternative die Anlage von
Längsparkständen aus.
2. Der parallel zur Museumstraße von der Mindener Straße in Richtung Nordosten
verlaufende Weg wird im Rahmen der Umsetzung des Straßenbauprojektes
„Erneuerung der Museumstraße“ befestigt werden und wird eine Beleuchtung
erhalten. Die hierfür erforderlichen Investitionsmittel in Höhe von 200.000 €
werden zusätzlich bereitgestellt.
Begründung:
Die Verwaltung beabsichtigt, die Museumstraße in Salzgitter-Salder im Bereich
zwischen der Mindener Straße und der Straße „Gänsebleek“ grundhaft auszubauen.
Der vorhandene Straßenraum soll dabei entsprechend den aktuellen und absehbaren
Nutzungsansprüchen an den Verkehrsraum neu aufgeteilt werden. Die
Straßenverkehrsordnung sieht vor, dass Radfahrer mit ihren Fahrzeugen prinzipiell die
Fahrbahn nutzen müssen. Für den Fall, dass die Radfahrer auf Grund der
Kraftfahrzeugverkehrsstärke und –geschwindigkeit nicht verträglich im Mischverkehr
auf der Fahrbahn geführt werden können, gibt es gemäß der „Empfehlungen für
Radverkehrsanlagen (ERA 2010) grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten, den
Radfahrer im Straßenraum zu führen:
Fahrbahnseitige Führung
- Radfahrstreifen
- Schutzstreifen
1
Seitenraumführung
- Beidseitiger Einrichtungsradweg
- Einseitiger Zweirichtungsradweg
- Beidseitiger gemeinsamer Geh- und Radweg
- Gehweg mit Zusatz „Radfahrer frei“
- Radweg ohne Benutzungspflicht
Zur Auswahl der geeigneten Führungsform bietet die ERA 2010 ein Prüfverfahren an.
Da für die Grundsatzentscheidung über die zukünftige Radverkehrsführung in der
Museumstraße ein Gesamtkonzept gefordert ist, wurde zunächst der gesamte
Straßenzug von der Mindener Straße bis zur Straße „Am Dorfrand“ der Betrachtung
unterzogen.
Die erforderlichen Verkehrseingangsdaten wurden der verkehrstechnischen
Untersuchung des Ingenieurbüros „Zacharias Verkehrsplanungen“ aus Hannover
entnommen. Die Zählung erfolgte am 21.11.2013 im Zeitraum von 6:00 - 10:00 Uhr und
15:00 - 19:00 Uhr.
Aus der Zählung ergibt sich eine Verkehrsbelastung in der Spitzenstunde von 650
Kfz/h. In der Museumstraße verkehren ca. 340 Busse und LKW/Tag.
Aufgrund der fehlenden Flächenverfügbarkeit (Fahrbahnbreite, Breite des
Seitenraumes) müssen bei der Betrachtung des gesamten Straßenabschnittes
zwischen Vor dem Dorfe und Mindener Straße folgende Führungsformen
ausgeschlossen werden:
-
Radfahrstreifen
Schutzstreifen
Beidseitiger Einrichtungsradweg
Einseitiger Zweirichtungsradweg
Radweg ohne Benutzungspflicht
Zwischen dem Museum und der Kirche ist das Straßengrundstück zu schmal, um eine
Radverkehrsanlage unter zu bringen.
Die Anlage eines beidseitigen gemeinsamen Geh- und Radweges und die Ausweisung
der Gehwege mit dem Zusatz „Radfahrer frei“ scheiden darüber hinaus auch wegen
des Längsgefälles >3% aus.
Betrachtet man den gesamten Straßenabschnitt, ist die Anlage einer einheitlichen
Radverkehrsanlage im Ergebnis des Bewertungsverfahrens nicht realisierbar. Möglich
ist ausschließlich die Führung des Radverkehrs im Mischverkehr auf der Fahrbahn.
In einer zweiten Betrachtung wurde der Straßenzug in die Teilbereiche Vor dem Dorfe
– Gänsebleek (Abschnitt I) und Gänsebleek – Mindener Straße (Abschnitt II) aufgeteilt.
Bewertungsverfahren für Abschnitt I (Einmündung Gänsebleek – Kreuzung Vor dem
Dorfe):
Hier müssen auf Grund der unzureichenden Breiten der Fahrbahn und der
Nebenanlagen und der Gefälleverhältnisse wiederum die Führungsformen
-
Radfahrstreifen
Beidseitiger Einrichtungsradweg
Einseitiger Zweirichtungsradweg
Radweg ohne Benutzungspflicht
beidseitiger gemeinsamer Geh- und Radweg
Gehwege mit dem Zusatz „Radfahrer frei“
2
ausgeschlossen werden.
Auf Grund der Fahrbahnbreite von 6,0 m ist die Anlage beidseitiger
Radfahrerschutzstreifen ebenfalls nicht möglich, da hierfür eine Fahrbahnbreite von
mindestens 7,0 m erforderlich ist. Möglich wäre ggf. eine einseitige Markierung eines
Schutzstreifens im Steigungsbereich in Fahrtrichtung der Straße Vor dem Dorfe. Diese
Lösung würde den Verzicht auf das Parken am Fahrbahnrand bedeuten und wird von
der Verwaltung nicht favorisiert.
Die Radfahrer können nur im Mischverkehr auf der Fahrbahn geführt werden. Da in
diesem Streckenabschnitt die zulässige Höchstgeschwindigkeit bereits auf 30 km/h
reduziert wurde, ist diese Führung auch unter Berücksichtigung des
Verkehrsaufkommens als verträglich einzustufen und stellt eine verkehrssichere
Lösung für diesen Abschnitt dar.
Bewertungsverfahren für Abschnitt II (Einmündung Gänsebleek – Mindener Straße):
Die Anlage beidseitiger Radfahrstreifen ist auf Grund des zur Verfügung stehenden
bzw. realisierbaren Fahrbahnquerschnittes nicht möglich.
Die Anlage beidseitiger Einrichtungsradwege scheidet auf Grund der zur Verfügung
stehenden Seitenraumbreite aus.
Ein einseitiger Zweirichtungsradweg muss auf Grund der zur Verfügung stehenden
Seitenraumbreite und der Anzahl der zu überquerenden verkehrsreichen
Grundstückszufahrten ausgeschlossen werden.
Für die Anlage eines beidseitigen gemeinsamen Geh- und Radweges stehen
ausreichende Flächen zur Verfügung. Diese Führungsform muss gemäß Tabelle 28
der ERA 2010 (Punkt 5 und 6) aufgrund der zahlreichen Grundstückszufahrten und
Hauseingänge ausgeschlossen werden. Darüber hinaus handelt es sich gemäß aktuell
erarbeitetem Radverkehrskonzept der Stadt Salzgitter um eine Hauptverbindung des
Radverkehrs, dies stellt gemäß Tabelle 28 der ERA 2010 (Punkt 3) ein weiteres
Ausschlusskriterium dar.
Aus den gleichen Gründen ist die Freigabe der Gehwege mit dem Zusatz „Radfahrer
frei“ nicht möglich.
Die Anlage von Radwegen ohne Benutzungspflicht ist unter Ausnutzung des gesamten
Straßengrundstückes möglich, wenn auf die Anlage von Längsparkstreifen verzichtet
wird. Alle Kraftfahrzeuge müssen dann auf der Fahrbahn oder auf Privatgrundstücken
geparkt werden. Neben auf der Fahrbahn abgestellten Fahrzeugen ist
Begegnungsverkehr nicht möglich. Auch die Linienbusse werden gegenüber dem
Gegenverkehr wartepflichtig. Aufgrund der Verkehrsbedeutung der Straße
(Ortsdurchfahrt L472) wird voraussichtlich in Teilbereichen ein Halteverbot notwendig
werden.
Die Radwege ohne Benutzungspflicht müssen gegebenenfalls von regelwidrigem
Parken frei gehalten werden.
Das Ergebnis des Bewertungsverfahrens für den Abschnitt II zwischen Gänsebleek
und Mindener Straße zeigt, dass die Anlage von Radwegen ohne Benutzungspflicht
oder beidseitigen Radfahrerschutzstreifen möglich ist.
3
Nach einer ersten überschläglichen Kostenschätzung belaufen sich die Kosten für die
Variante mit Radfahrerschutzstreifen auf ca. 690.000 €. Die Investitionskosten für die
Anlage von nicht benutzungspflichtigen Radwegen werden auf Grund der zusätzlich zu
befestigenden Fläche und der Grabenverrohrung vermutlich um mindestens 15% höher
liegen. Eine belastbare Kostenermittlung erfolgt im Rahmen der Objektplanung für die
weiter zu beplanende Variante.
Schutzstreifen stellen unter Anwendung der maßgebenden Entwurfsrichtlinie ERA
2010 die verkehrssicherste Führung der Radfahrer unter Berücksichtigung der örtlichen
Gegebenheiten und der anderen Nutzungsansprüche an den Straßenraum dar.
Aufgrund der Erkenntnisse der Bürgerversammlung am 19.11.2012 scheint die Anlage
von Radfahrerschutzstreifen unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten nicht
die notwendige Akzeptanz zu erfahren. Die öffentliche Akzeptanz ist jedoch für das
Funktionieren eines Radfahrerschutzstreifens erforderlich.
Beim Radfahrerschutzstreifen handelt es sich um eine benutzungspflichtige
Radverkehrsanlage, die nur im Bedarfsfall und unter Rücksichtnahme auf die
Radfahrer vom Kraftfahrzeugverkehr mitbenutzt werden darf, so z.B. im
Begegnungsfall.
Das Parken auf dem Schutzstreifen ist untersagt, ein Halten ist jedoch gestattet.
Der Vorteil der Radfahrerschutzstreifen besteht darin, dass der Radfahrer seinen
eigenen Verkehrsraum hat und im Sichtfeld des Kraftfahrers auf der Fahrbahn fährt.
Parallel zur Museumstraße verläuft von der Mindener Straße in Richtung Nordosten ein
Weg, der im Bebauungsplan Sal16 „Nördlich Mindener Straße“ als öffentliche
Grünfläche festgesetzt ist und sich im Eigentum der Stadt befindet. Dieser Weg stellt
eine wichtige Verbindung als Alternative für Fußgänger und Radfahrer zur
Museumstraße dar. Er wird im Rahmen des Projektes befestigt und erhält eine
Beleuchtung.
Anlagen:
Übersichtslageplan
Lagepläne und Präsentation sind ins Ratsinformationssystem ALLRIS unter dieser
Vorlagennummer eingestellt.
gez. Frank Klingebiel
gez. Michael Tacke
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