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«Scherenschnitte»
09.01.–19.04.2015
Medienmitteilung
Sperrfrist 07.01.15 | 10.00
Schnipp, schnapp, Scherenschnitt
Scharfe Konturen, spannende Kontraste: Die Ausstellung «Scherenschnitte» im
Landesmuseum Zürich zeigt bis zum 19. April 2015 einen faszinierenden
Mikrokosmos aus Papier – geschaffen mit Schere und Messer in präziser Arbeit.
Installative Werke, eigens für das Landesmuseum konzipiert, überführen das
Medium des Papierschnittes zudem in neue Dimensionen.
Die historischen Zimmer des Landesmuseums werden zur ScherenschnittLandschaft, wo zeitgenössisches Schaffen dem historischen Scherenschnitt
gegenübergestellt ist. Eigens für die Ausstellung konzipiert sind die
Installationen der Künstlerinnen Camille Scherrer, Ana Strika und Marianne
Vogler, die den herkömmlichen Kontext sprengen und dem Scherenschnitt eine
bewegte sowie raumgreifende Dimension geben. Daneben sind über 100
Arbeiten, aus dem 2012 ausgeschriebenen Wettbewerb, von handwerklich
beeindruckender Qualität zu sehen. Die Mitglieder des Vereins Freunde des
Scherenschnitts waren aufgerufen, sich mit der Scherenschnitttradition
auseinanderzusetzen und diese in einem künstlerischen Dialog zu erweitern,
dabei wagten sie Neuinterpretationen oder variierten die traditionellen Sujets.
Schliesslich werden in Zürich auch die Arbeiten von Kindern gezeigt: Der
Scherenschnitt-Wettbewerb, den der legendäre Pestalozzikalender ab 1920
ausgeschrieben hatte, war unter den Jungen bis in die Sechzigerjahre beliebt
und brachte erstaunlich professionelle Scherenschnitte hervor. Unter den
Teilnehmenden waren zum Beispiel Alois Carigiet (1902-1985) oder David Regez
(1916-1984), dessen Papierarbeiten es 1964 an die Expo und später an
internationale Ausstellungen geschafft haben.
Silhouettenfilme der Pionierin des Animationsfilms Lotte Reiniger (1899-1981)
sind im Mini-Kino zu entdecken. Und auch das Schneiden live vor Ort kommt in
der Ausstellung nicht zu kurz: Kinder können im offenen Atelier unter Anleitung
kunstvoll und kreativ eigene Silhouettenbilder schaffen und professionelle
Scheren- und Papierschneider lassen sich bei der Arbeit über die Schulter
schauen.
Schweizerisches Nationalmuseum. | Landesmuseum Zürich. | Museumstrasse 2, Postfach, 8021 Zürich |
T.+41 (0)44 218 65 11 | F.+41 (0)44 211 29 49 | info@snm.admin.ch | www.landesmuseum.ch
Technik und Geschichte des Scherenschnitts
Johann Jakob Hauswirth gilt als der Vater des traditionellen Scherenschnitts mit
dem Motiv des Alpaufzugs. Dieser Klassiker von 1858 ist neben den ebenfalls
handwerklich herausragenden Arbeiten von Louis David Saugy und anderen denn
auch in Zürich zu sehen. In der Ausstellung veranschaulichen diese historischen
Werke die Geschichte eines Kunsthandwerks, das sich – von Asien her kommend –
im Mitteleuropa des 17. Jahrhunderts ausgebreitet hat. Von Nonnen gefertigte
Andachtsbilder und heraldischen Schnittbilder stehen am Anfang. In der zweiten
Hälfte des 18. Jahrhunderts kommt das Silhouetten-Porträt in den Städten in
Mode. Gleichzeitig fasst der Scherenschnitt auch in ländlichen Gebieten Fuss. Nur
bedingt richtig ist der für alle aus Papier geschnittenen Werke verwendete Begriff
«Scherenschnitt». Zeitgenössische Papierschneider arbeiten nicht mehr oder nur
teilweise mit der Schere. Sie verwenden Cutter oder Skalpell und bezeichnen
deshalb ihre Arbeiten auch als Cuts oder einfach als Schnitte.
Für Fragen stehen Ihnen zur Verfügung:
Andreas Spillmann, Direktor, Schweizerisches Nationalmuseum
T. +41 (0)58 466 65 01 | andreas.spillmann@snm.admin.ch
Christina Sonderegger, Kuratorin, Schweizerisches Nationalmuseum
+41 (0)58 466 466 66 70 | christina.sonderegger@snm.admin.ch
Juliette Wyler, Medien & PR, Schweizerisches Nationalmuseum
+41 (0)58 466 65 49 | juliette.wyler@snm.admin.ch
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