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Hofgasslertour 2015_.pdf

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Ausgabe
10
2014
dbb jugend magazin für junge leute im öffentlichen dienst
Bundesforst: Natur in guten Händen
Den Wald und
lauter Bäume sehen
8
3
Nachwuchsmangel:
Protest vorm Brandenburger Tor
4
Unterstützung:
Crossmedialer
Jugendkanal
13
Nachwuchs gewinnen:
Hausaufgaben für
den Staat
15
17
Anspruchsvolle Jobs:
Ausbildungsstart
beim Zoll
Online-Logistik:
Pakete müssen
schneller werden
Wer jetzt ins Bausparen einsteigt, profitiert vom historischen Zinstief.
Exklusive Angebote für Mitglieder der dbb jugend und ihre Angehörigen. Seite 19
herausgeber:
dbb jugend
leitartikel
editorial
„Vielfältiger“ Herbst
Den Wald und lauter
Bäume sehen!
Der Herbst steht vor der Tür! Das sehen wir nicht
nur daran, dass die Temperaturen langsam sinken,
die Blätter der Bäume ihre Farbe wechseln oder
die Tage wieder kürzer werden. Nein, wir sehen es
auch daran, dass unser Herbst-Bundesjugendausschuss schon wieder hinter uns liegt, und die Gewerkschaftstermine in den letzten Monaten des
Jahres sich wieder häufen.
Gerade haben wir auf unserem Bundesjugendausschuss die Tarifforderungen für die Tarifrunde der Länder 2015 beschlossen. Wir wollen uns
wieder tatkräftig dafür einsetzen, dass auch unsere Kolleginnen und Kollegen in den Ländern mehr
„wertgeschätzt“ werden und wir einen guten Abschluss mit den Arbeitgebern verhandeln. Dafür
brauchen wir in den nächsten Wochen und Monaten wieder eins: Eure Unterstützung auf den Straßen und Plätzen der Republik. Macht wieder auf
euch aufmerksam und helft uns dabei, dass wir
den Arbeitgebern am Verhandlungstisch gute und
schlagfertige Argumente präsentieren können! Im
Voraus dafür schon mal ein großes DANKE!
Der vor Euch liegende t@cker-Titel lautet „Den
Wald und lauter Bäume sehen“. Was hat das ei-
gentlich mit uns, mit Gewerkschaft zu tun? In Vorbereitung auf unseren Bundesjugendausschuss
und die Einkommensrunde 2015 kam mir der Gedanke, dass man durchaus eine inhaltliche Brücke
schlagen kann. Gerade im aktuellen Streit im Zusammenhang mit der Tarifeinheit ist es wichtig,
die Vielfalt der Gewerkschaften in Deutschland
insgesamt, aber auch die Vielfalt der Gewerkschaften im dbb besonders hervorzuheben. Jede
Fachgewerkschaft ist wichtig für die Vielfalt unserer Gewerkschaftswelt in Deutschland. Genauso wie die unterschiedlichen Bäume eines Waldes.
Wenn er gesund ist und keine Monokultur, steht
da Laubbaum neben Tanne, Birke neben Ahorn.
Warum soll das bei den Gewerkschaften nicht
funktionieren? Genauso wie die verschiedenen
Bäume eines Waldes insgesamt für unsere Natur
und unseren Lebensraum wichtig sind, sind die
unterschiedlichen Gewerkschaften als Interessensvertreter für unsere Kolleginnen und Kollegen
unverzichtbar. In diesem Sinne wünscht die dbb
jugend einen schönen und „vielfältigen“ Herbst!
Marco Karbach
Stellvertretender Vorsitzender
dbb jugend
„Den Wald und lauter Bäume
sehen“ – lohnt sich, vor allem
im Herbst, der nun mal wieder
Einzug hält ins Land und alles
kunterbunt macht. Doch nicht alle
mögen kunterbunt offensichtlich – zumindest nicht, wenn es
um Gewerkschaftsvielfalt geht:
Unter Hochdruck arbeitet das
Ministerium von Arbeits- und
Sozialministerin Andrea Nahles
(SPD) an einem Tarifeinheitsgesetz, um die Einflussmöglichkeiten
kleinerer Spartengewerkschaften
zu beschneiden. Nicht mit uns!,
lautet die Botschaft aus unseren
Mündern, seitdem das Thema
auf dem Tapet ist, und Kollege
Marco Karbach bringt es im
Leitartikel noch einmal auf den
Punkt: unterschiedliche Gewerkschaften sind für nachhaltige und
wirksame Interessenvertretung
von Beschäftigten unverzichtbar!
Ebenso unverzichtbar übrigens
wie qualifizierter und motivierter
Nachwuchs für Deutschlands
öffentlichen Dienst, wie wir mit
unserer Aktion vorm Brandenburger Tor am 10. September 2014
laut und deutlich klar gemacht
haben. Empfehlen möchte ich
Euch in diesem Zusammenhang
auch den Kommentar von dbbVize Astrid Hollmann in Sachen
Nachwuchsgewinnung: Der
Staat muss seine Hausaufgaben
machen (t@cker-tipps)! Weiter
in der aktuellen Ausgabe von t@
cker: eine spannende Reportage
über Bundesforster Christian
Jeschke, bei dem die Natur in
besten Händen ist, und wie immer
Aktuelles und Interessantes aus
der dbb-Welt und dem öffentlichen Dienst. Viel Spaß mit dem
kunterbunten neuen t@cker –
selbstverständlich auch diesmal
wieder mit Gewinnspielen Buch-,
Musik- und Filmtipp!
Sandra Kothe
Vorsitzende dbb jugend
2
ticker
Nachwuchsmangel im öffentlichen Dienst
Protestaktion vorm Brandenburger Tor:
„Übernahme statt Befristung“
Mit einer Protestaktion vor dem Brandenburger Tor hat die dbb jugend am 10. September
2014 auf den rapide wachsenden Personalmangel im öffentlichen Dienst hingewiesen.
„In den nächsten 20 Jahren treten fast 60
Prozent der Kolleginnen und Kollegen in den
Ruhestand“, erklärte Sandra Kothe, die Bundesvorsitzende der dbb jugend am Rande
der Aktion in Berlin. „Die Ausbildungszahlen
decken den entstehenden Bedarf überhaupt
nicht.“ Außerdem, so Kothe weiter, muss
die Attraktivität der Ausbildung im öffentlichen Dienst generell gesteigert werden: „Die
Bundesregierung hat selbst zugegeben, dass
Übernahmegarantien ein wichtiger Aspekt
bei der Berufswahl sind. Dennoch ist im öffentlichen Dienst die Zahl befristeter Stellen
von unter 300.000 im Jahr 2002 auf aktuell
über 400.000 gewachsen. Das schafft Unsicherheit und schreckt junge Menschen ab.
Ergebnis: Eine kurzsichtige Personalbewirtschaftung zu Lasten des Nachwuchses.“
Trotz drängender Rekrutierungsprobleme
werden die öffentlichen Dienstherren nicht
tätig, erklärte Kothe. Es gebe zudem immer
noch kein übergreifendes Nachwuchsgewinnungsprogramm: „Da mussten wir als
Gewerkschaft tätig werden. Seit fast einem
Jahr wirbt der dbb deshalb mit den ‚Unverzichtbaren‘ flächendeckend an den deutschen Schulen für eine Ausbildung oder ein
Studium im öffentlichen Dienst. Denn ohne
qualifizierten Nachwuchs werden wir die
Leistungsfähigkeit unseres Staates nicht
aufrechterhalten können.“
3
ticker
Gespräch mit innenpolitischem Sprecher CDU/CSU
Nachwuchsmangel braucht
umfassende Lösungsstrategie
Im Gespräch über Nachwuchsmangel im öffentlichen Dienst (v.l.n.r.): Martin Walter (dbb Landesjugendleiter Hessen), Mareike Klostermann (dbb
Landesjugendleiterin Thüringen), Oswin Veith
(Innenpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Fraktion
im Bundestag) und Sandra Kothe (Vorsitzende
der dbb jugend).
Die dbb jugend hat sich am 10. September
2014 mit dem innenpolitischen Sprecher
der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Oswin Veith, getroffen. Themenschwerpunkte des Gesprächs waren der demografische
Wandel und der daraus resultierende Nachwuchsmangel im öffentlichen Dienst.
Eindringlich schilderten Sandra Kothe (Vorsitzende der dbb jugend), Mareike Klostermann (dbb Landesjugendleiterin Thüringen)
und Martin Walter (dbb Landesjugendlei-
ter Hessen) die Probleme, die durch den
Nachwuchsmangel im öffentlichen Dienst
entstehen und unter denen besonders die
Beschäftigten zu leiden hätten. Die Jugendvertreter forderten eine umfassende Lösungsstrategie, die beispielsweise auch
die Verbesserung der Ausbildungs-und Arbeitsbedingungen und eine breit angelegte
Nachwuchskampagne umfassen sollte.
Der Einwand „kein Geld“ könne nicht weiter gelten, denn „eine bessere Ausstattung
aller Bereiche des öffentlichen Dienstes, wie
beispielsweise des Zolls und der Finanzverwaltung, würde endlich die Einnahmen in
die Staatskasse spülen, die ihr auch zustehen“, sagte Walter. Klostermann ergänzte,
dass „eine ordentliche Personalausstat-
tung im Bereich der Sozialverwaltung in
den Kommunen die Kosten im SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfe) indem SGB II bzw. SGB
XII (Grundsicherung) auf Dauer reduzieren
kann. Dazu ist die Einhaltung des Konnexitätsprinzips unabdingbar. Die Aufgaben,
die vom Bund auf die Kommunen übertragen werden, müssen auch die Personalkosten enthalten. Denn auch der Bund sollte ein
großes Interesse an der ordentlichen Aufgabenerfüllung haben und dazu gehört am
Ende auch, den Sozialleistungsmissbrauch
zu unterbinden.“
Kothe forderte eine umfassende Strategie,
die dem Ziel einer „demografie-vorsorgenden Personalpolitik“, wie sie im Koalitionsvertrag vereinbart ist, auch gerecht wird.
„Dazu gehört eine ordentliche Personalbestandsanalyse und eine Personalbedarfsanalyse, die die kommenden Aufgaben
berücksichtigt und im entsprechend zu frühzeitigen Neueinstellungen führt.“ Oswin
Veith unterstützte viele Forderungen der Jugendvertreter und verwies auf seine bisherige Tätigkeit im öffentlichen Dienst sowie
sein Bestreben nach einer modernen Personalpolitik. Der Austausch wird fortgesetzt
– bereits am 15. Oktober 2014 veranstaltet
die dbb jugend ihr jährliches jugendpolitisches Frühstück und wird dort auch die Referentin des Bundestagsabgeordneten Veith
begrüßen.
Kothe trifft ARD-Bevollmächtigten Kühn
Unterstützung für crossmediales
Jugendangebot von ARD und ZDF
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk plant ein
crossmediales Angebot, mit dem Informationen zielgruppengerecht für junge Menschen
aufbereitet und über Internet und Fernsehen verbreitet werden sollen. Mitte Oktober
2014 werden die Ministerpräsidenten der
Länder über ein solches Angebot entscheiden. „Die dbb jugend unterstützt das Projekt
eines sowohl spannenden als auch inhaltlich
wertvollen Programms“, sagte die Vorsitzende der dbb jugend, Sandra Kothe, bei einem
Gespräch mit dem Bevollmächtigten des
ARD-Vorsitzenden im ARD-Generalsekretariat, Michael Kühn, am 11. September 2014.
Der Deutsche Bundesjugendring (DBJR) hat
dazu ganz aktuell eine Stellungnahme herausgegeben, die einen klaren Auftrag an ein
öffentlich-rechtliches Jugendangebot formuliert. Dabei geht es besonders um die
Mitgestaltungsrechte von jungen Menschen
und der Raum für Experimente. Auch betont der DBJR, dass die finanzielle Ausgestaltung sichergestellt werden müsse. Die dbb
jugend-Chefin warb außerdem für eine Programmgestaltung, die junge Menschen bei
der Berufswahl abholt und beispielsweise
auch die Vielfalt der Berufe im öffentlichen
Dienst vorstellt. Gleichzeitig regte Kothe an,
dass mehr junge Menschen mit Migrationshintergrund in die Formate einbezogen werden.
Die Vorsitzende der dbb
jugend, Sandra Kothe,
bei einem Gespräch mit
dem Bevollmächtigten
des ARD-Vorsitzenden im
ARD-Generalsekretariat,
Michael Kühn.
4
ticker
news
Nach tödlichem Angriff auf Rendsburger Finanzbeamten
Bessere Sicherheitskonzepte und
breite Allianz für mehr Respekt
„Die Gewalt gegen öffentlich Bedienstete nimmt
dramatisch zu“, warnte am 2. September 2014
die dbb jugend-Vorsitzende Sandra Kothe nach
dem tragischen Tod des Rendsburger Finanzbeamten, der am Tag zuvor von einem Mann in seinem
Dienstzimmer erschossen worden war. „Aggressionen und tätliche Angriffe gehören mittlerweile
zum Arbeitsalltag vieler Kolleginnen und Kollegen.
Dass wir auch zunehmend Todesfälle verzeichnen, ist schlicht entsetzlich. So kann und darf es
nicht weitergehen“, forderte Kothe. Obwohl die
Sicherheitsvorkehrungen aufgrund massiver Vorfälle in den vergangenen Jahren verbessert worden seien, gelänge es Angreifern immer wieder,
Bedienstete zu verletzen – „sowohl verbal als auch
physisch. Nicht nur die konkreten Folgen eines
solchen Übergriffs sind fatal für die Beschäftigten, sondern ebenso die Angst davor, die ständig mitschwingt“, betonte die dbb jugend-Chefin.
„Auf dem schmalen Grat zwischen bürgeroffener
Verwaltung und Sicherheit für die Beschäftigten
müssen wir umgehend wirksame und allgemein
verbindliche Sicherheitsstandards im öffentlichen
Dienst schaffen. Niemand will Hochsicherheitstrakte, aber es kann nicht angehen, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Opfer von Aggression
gegenüber dem Staat sind.
Zur Fürsorgepflicht von Dienstherrn und Arbeitgebern gehört es auch, ihre Beschäftigten bei der
Ausübung ihrer Arbeit angemessen vor Gefahren für Leib und Leben zu schützen“, unterstreicht
Kothe. Neben verbesserten Sicherheitskonzepten
müsse insbesondere die Politik „als Auftraggeber
jedes Behörden- und Verwaltungshandelns eine
breite Allianz für mehr Respekt und Wertschätzung gegenüber dem öffentlichen Dienst und
seinen Beschäftigten schaffen“, fordert die dbb jugend. „Vor allem muss deutlich gemacht werden,
dass in Behörden und Verwaltungen keine Roboter sitzen, sondern Menschen – Mütter, Väter,
Schwestern, Brüder, Töchter, Söhne, Freundinnen
und Freunde.“
Demografie-Strategie der Bundesregierung
Nachwuchs für
Generationengerechtigkeit
Im Demografie-Dialog: dbb-Chef Klaus Dauderstädt,
dbb jugend-Vize Liv Grolik, und die beiden stellvertretenden dbb Bundesvorsitzenden Kirsten Lühmann und
Hans-Ulrich Benra, Fachvorstand Beamtenpolitik (v.l.).
Auch die Positionen der dbb jugend finden Eingang in die Demografie-Strategie der Bundesregierung, die derzeit im Dialog der Sozialpartner
und weiterer Repräsentanten aus Wirtschaft, Gesellschaft, Wissenschaft und Kultur mit der Bundesregierung erarbeitet wird: Die stellvertretende
Vorsitzende der dbb jugend Liv Grolik nutzte die
Möglichkeit, an der Sitzung der dbb-Arbeitsgruppe
„Demografie“ unter der Leitung des dbb Bundesvorsitzenden Klaus Dauderstädt am 5. September
2014 in Berlin teilzunehmen.
Die dbb-AG soll den Strategie-Dialog inhaltlich
begleiten und koordinieren. Thema der heutigen
Sitzung war u.a. die Neueinführung der AG A.2
„Jugend gestaltet Zukunft“ in den Strategieprozess der Bundesregierung, der in verschiedensten
thematischen Arbeitsgruppen geführt wird.
Der dbb ist neben seiner federführenden Mitarbeit in der AG F „Attraktivität des öffentlichen
Dienstes als moderner Arbeitgeber“ in diversen
weiteren AGs vertreten und erörterte in der heutigen internen Sitzung die aktuellen Sachstände zu
in den einzelnen Arbeitsgruppen.
„Die dbb jugend hat und wird sich weiterhin sehr
ausführlich mit den Herausforderungen rund um
den demografischen Wandel beschäftigen und
sich insbesondere für Generationengerechtigkeit
einsetzen“, betonte Grolik.
5
dbb für neue EU-Agenda mit
klarem Kompass
Anlässlich der Vorstellung des
Personaltableaus für die neue
EU-Kommission hat dbb-Chef
Klaus Dauderstädt am 11.
September 2014 in Berlin eine
Überprüfung der wirtschaftsund sozialpolitischen Europa
Strategie 2020 gefordert. „Die
Zeit der Zehnjahrespläne ist
vorbei. Die Entwicklung ist längst
über die 2010 formulierten Ziele
hinweggegangen. Sie sind nicht
mehr erreichbar.“ Die EU brauche
aber natürlich auch weiterhin
eine Wirtschafts- und Sozialagenda mit klarem Kompass,
erklärte Dauderstädt: „Die Ziele
müssen dabei klar und kurz- bis
mittelfristig formuliert sein, und
sie müssen dem Grundsatz der
Subsidiarität Rechnung tragen.
Die sozioökonomischen Verhältnisse, gewachsene Strukturen und
Traditionen lassen sich nun mal
nicht über einen Kamm scheren.
Das wäre auch überhaupt nicht
zielführend, weil der Pluralismus
der gewählten Wege auch den
Wettbewerb um die besten Ideen
in Europa beflügelt.“ Diese Vielfalt
mache Europa aus, so der dbbChef. „Sie erlaubt Anpassung an
regionale Besonderheiten. Sie ist
damit auch demokratischer als am
grünen Tisch entworfene Musterlösungen.“ Für die nächsten Jahre
komme es auf einen intelligenten
Mix aus wachstums- und beschäftigungsorientierten Investitionen
und Reformen an. Dauderstädt:
„Sparen allein wird es nicht
richten. Ein Verzicht auf Reformen
in den Mitgliedstaaten geht aber
ebenso wenig. Die neue Kommission führt stabilitäts- und nachfrageorientierte Politiker zusammen.
Das ist vielversprechend.“
ticker
news
Tarifeinheits-Pläne
Konkurrierende Gewerkschaften
sollten Normalität sein
Der dbb hat seine Ablehnung einer gesetzlichen
Regelung von Tarifeinheit – nach dem Grundsatz
ein Betrieb, eine Gewerkschaft – bekräftigt. Mit
Blick auf die aktuelle Tarifauseinandersetzung bei
der Deutschen Bahn sagte der dbb Bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (Ausgabe vom 21.
September 2014): „Bei der Bahn gibt es zwei konkurrierende Gewerkschaften, das sollte in einer
pluralistischen Gesellschaft eigentlich normal
sein.“ Ein Gesetz zur Tarifeinheit könnte ein Unterordnungsverhältnis der kleineren zu großen
Gewerkschaften erzwingen. Bereits früher hatte Dauderstädt angekündigt, ein Tarifeinheit-Gesetz notfalls vor das Bundesverfassungsgericht zu
bringen.
In der F.A.S. äußerte sich auch der Vorsitzende der
Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)
und dbb Vize Claus Weselsky zu dem Konflikt.
Dass mit einer gesetzlichen Regelung „der Tarifpluralismus in geordnete Bahnen gelenkt“ werden
solle (wie es im Koalitionsvertrag heißt), bezeichnete Weselsky als „Lobbyismus in Reinkultur“.
Das Streikrecht solle zu Ungunsten von kleineren
Gewerkschaften wie der GDL geändert werden.
„Deshalb werden wir auch gezielt von der Deutschen Bahn im Sommer 2014 in einen Tarifkonflikt
geführt, damit sie sich selbst erfüllende Prophezeiung von den übermäßig streikenden Berufsgewerkschaften herbeigeredet werden kann“, zeigte
sich Weselsky überzeugt. An die Adresse von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles gerichtet,
fügte Weselsky hinzu, wer nun „scheinheilig den
Untergang des Abendlandes herbeiredet, um Arbeitnehmern das Streikrecht zu entziehen, der
sollte sich schämen“.
Treffen in Meseberg
Sozialpartner und
Bundeskabinett diskutieren
Zum jährlichen Treffen der Bundesregierung mit
den Repräsentanten der führenden Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften hatte am 2. September 2014 die Bundeskanzlerin wieder auf
Schloss Meseberg bei Berlin eingeladen. Im Mittelpunkt der mehrstündigen Gesprächsrunde standen
in diesem Jahr die Zukunft Deutschlands als Investitions- und Innovationsstandort im globalen Wettbewerb sowie die kommenden Herausforderungen
in der Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik.
dbb-Chef Klaus Dauderstädt nutzte die Gelegenheit zum Hinweis auf die Wichtigkeit eines leistungsstarken öffentlichen Dienstes: „Das ist ein
elementarer Standortvorteil für die deutsche
Wirtschaft und Investoren aus aller Welt. Insofern begrüßen wir alle Anstrengungen der öffentlichen Hand, den technischen Fortschritt mit
E-Government und eigener digitaler Agenda umzusetzen.“ Der dbb-Chef forderte die Regierung
zudem auf, dem demografischen Wandel und der
häufig schon grenzwertige Arbeitsbelastung in
vielen Verwaltungen angemessen zu begegnen.
Dauderstädt: „Um moderne Leistungsangebote
dauerhaft zu sichern, ist eine ausreichende Personalausstattung ebenso unabdingbar wie moderne
Computertechnik.“
6
Führungspositionen: Förderung
für Frauen ausbauen
Um mehr Frauen für Führungspositionen zu gewinnen, setzt sich
der dbb für eine gendergerechte
Personalpolitik und eine gezielten
Förderung durch Mentoring- oder
Coaching-Programme ein. Das
hat die stellvertretende dbb
Bundesvorsitzende Astrid Hollmann bei einer Gesprächsrunde
mit Bundesfamilienministerin
Manuela Schwesig und Justizminister Heiko Maas am 24.
September 2014 in Berlin deutlich
gemacht. „Der Anteil von Frauen
in Führungspositionen liegt im
öffentlichen Dienst zwar über
dem in der Privatwirtschaft“,
sagte Hollmann. „Doch auch hier
gilt nach wie vor: Je höher die
Führungsebene, desto weniger
Frauen.“ Der Anteil von Frauen
in Führungspositionen in den
obersten Bundesbehörden habe
im Jahr 2013 bei etwa 25 Prozent
gelegen, erklärte Hollmann. Daher
begrüße der dbb grundsätzlich
den Entwurf für ein „Gesetz für
die gleichberechtigte Teilhabe von
Frauen und Männern in Führungspositionen in der Privatwirtschaft
und im öffentlichen Dienst“.
Damit sollen drei Ziele umgesetzt
werden: Eine Geschlechterquote
von mindestens 30 Prozent in
Aufsichtsräten, die Verpflichtung
zur Festlegung von Zielgrößen
zur Erhöhung des Frauenanteil in
Aufsichtsräten, Vorständen und
obere Managementebenen sowie
eine Novellierung des Bundesgleichstellungsgesetzes und des
Bundesgremienbesetzungsgesetzes.
ticker
news
Besoldungs- und Versorgungsanpassung
Mehr Geld für Bundesbeamte
Zustimmung im Bundestags-Innenausschuss für
das Bundesbesoldungs- und -versorgungsanpassungsgesetz 2014/2015 (BBVAnpG 2014/2015),
das die Bundesregierung im Entwurf vorgelegt
hatte! Danach sollen die Dienst- und Versorgungsbezüge in zwei Schritten linear angehoben
werden, rückwirkend zum 1. März 2014 um 2,8
Prozent und zum 1. März 2015 um 2,2 Prozent.
Für die Erhöhung der Grundgehälter soll ein Mindestbetrag von 90 Euro gelten. Er führt bei Grundgehältern unter 3.000 Euro zu einer prozentualen
Anpassung oberhalb des linearen Erhöhungswertes. Mit der Besoldungs- und Versorgungsanpassung sollen die Dienst- und Versorgungsbezüge im
Bund unter Berücksichtigung des Tarifabschlusses für die Tarifbeschäftigten des öffentlichen
Dienstes des Bundes vom 1. April 2014 an die Entwicklung der allgemeinen wirtschaftlichen und
finanziellen Verhältnisse angepasst werden. Der
Tarifabschluss sieht eine Entgelterhöhung um drei
Prozent, mindestens aber um 90 Euro zum 1. März
dieses Jahres sowie um weitere 2,4 Prozent zum
1. März 2015 vor. Bei den Beamten werden dem
Gesetzentwurf zufolge die Erhöhungen jeweils
um 0,2 Prozentpunkte vermindert, die der Versorgungsrücklage zugeführt werden.
Anwärtergrundbeträge steigen ebenfalls
Die Anwärtergrundbeträge sollen sich laut Vorlage entsprechend dem Ergebnis der Tarifverhandlungen in einem ersten Schritt rückwirkend zum
1. März 2014 um 40 Euro erhöhen und in einem
zweiten Schritt zum 1. März kommenden Jahres
um 20 Euro. Der dbb wertet die zügige Umsetzung
des Gesetzes als „Zeichen der Wertschätzung“ des
Dienstherrn Bund für seine Beamtinnen und Beamten, Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger und betrachtet die durchgehend
zeit- und inhaltsgleiche Umsetzung des Tarifabschlusses vom April 2014 auch angesichts des gegenwärtigen Auseinanderdriftens der Besoldung
in den Ländern und im Verhältnis zum Bund als ein
„wichtiges Signal“. Die aktuelle Besoldungstabelle
des Bundes: http://www.dbb.de/service/entgelttabellen-und-beamtenbesoldung.html.
Muster-Vereinbarung
für Teleheimarbeit
Soll Teleheimarbeit in Dienststelle oder Betrieb eingeführt
werden, besteht bei Personal- und
Betriebsräten oft Unklarheit
über den notwendigen Regelungsumfang. Wichtig ist, dass
sich alle Beteiligten darüber klar
werden, dass die Einführung
von Teleheimarbeit bestimmte
„Spielregeln“ erfordert. Der
Bundeshauptvorstand des dbb hat
eine Mustervereinbarung mit den
wichtigsten Eckpunkten entwickelt, die es bei Einführung von
Teleheimarbeit zu beachten gilt.
Teleheimarbeit ist grundsätzlich
in der Form der alternierenden
Telearbeit durchzuführen. Hier
geht’s direkt zur entsprechenden
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7
Ein Unternehmen der AXA Gruppe
story
Bundesforst
Bundesforst übernimmt in der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben die „Grüne
Geländebetreuung“ (Flächenmanagement) auf den Bundesliegenschaften.
Derzeit werden von den insgesamt 17
Bundesforstbetrieben mit ihren rund 260
Forstrevieren 365.000 Hektar Wald und
247.000 Hektar Freiflächen forstlich und
naturschutzfachlich betreut und bewirtschaftet. Damit ist Bundesforst mit seinen
ca. 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einer der größten Flächenbetreuer
Deutschlands. In der Zentrale Bundesforst
in Bonn unterstützen fünf Abteilungen die
Arbeit der Försterinnen und Förster, Waldarbeiterinnen und Waldarbeiter vor Ort.
Bundesforst:
Natur in guten Händen
Von Britta Ibald
„Da! Ein Reh!“ Während die ungeübte Waldbeobachterin angestrengt die Augen zusammenkneift und gerade noch ein kleines weißes Hinterteil im Unterholz verschwinden sieht,
kurvt der Geländewagen schon um die nächste Wegbiegung. Ziel ist die Fledermaus-Station
am „Silbersee“ – das Revier von Bundesförster Christian Jeschke im hohen Norden bei
Neumünster hat einiges zu bieten. Mit rund 1.600 Hektar „relativ klein“, wie der Wald- und
Wiesenfachmann findet, dafür aber mit zehn Liegenschaften, ist die Boostedter Heide ein
abwechslungsreiches Betätigungsfeld für den 29-Jährigen Diplom-Forstingenieur.
Die Tür geht nicht auf. Der Förster ist konsterniert – bislang kam er immer ohne Schlüssel in
das große weiße Haus mitten im Wald, wo dank Bundesforst und des Landesnaturschutzes in
Zukunft viele verschiedene Fledermausarten ein Dach über dem Kopf haben werden– auch
wissenschaftlich wird die außergewöhnliche Wohngemeinschaft begleitet. „Da hat sich wohl
endlich jemand um das fehlende Schloss gekümmert“, sagt Christian Jeschke zufrieden. Also
eben nur ein Gang um die „Fledermausstation Wittenborn“ herum, in der die nachtaktiven
Jäger nun friedlich weiter schlafen dürfen. Unter riesigen Fichten geht es zum „Silbersee“.
Nur Vogelzwitschern und der Wind in den hohen Ästen sind zu hören, der dicke Teppich aus
Baumnadeln dämpft die Schritte, auf dem Boden ist das lautlose Tagesgeschäft der großen
Waldameisen zu bestaunen.
„Ich bin kein Schreibtischtäter“, erzählt
Christian Jeschke, „dann wäre ich in meinem
Job sicher auch fehl am Platz.“ Wald und
Waldwiesen im Bundesbesitz sind sein Einsatzgebiet, seit Oktober 2012 u.a. auch jene
rund um die beschauliche Gemeinde Boostedt im Kreis Segeberg, die zwei goldene
Buchenblätter im Wappen führt und bis vor
kurzem ein tausende Soldaten starker Bundeswehrstandort war.
Leere Kasernengebäude,
Truppenübungsplatz und Munitionslager
Jetzt bald leere Kasernengebäude, der
Übungsplatz und das Munitionslager wer-
den noch von der Bundeswehr benötigt.
Trainiert wird hier auch durch das Technische Hilfswerk, Feuerwehr und Rettungshundestaffeln. Noch in vollem Betrieb ist das
Munitionslager Boostedt wenige Kilometer
Luftlinie entfernt.
„Wir sind quasi das ‚grüne Facility Management‘“, erklärt Bundesförster Jeschke in
schönstem Neudeutsch und lässt seinen
Blick über den mittlerweile erreichten „Silbersee“ schweifen – Postkartenidylle, die
„Lotte“, dreijährige Beagle-Jagdhündin von
Christian Jeschke, mit fröhlichen Wasserplantschen untermalt. Bundesforst, als produktive Sparte innerhalb der Bundesanstalt
8
Postkarten-Idylle: Bundesförster Christian
Jeschke (29) am „Silbersee“ im Forst Wittenborn
bei Bad Segeberg, wo dank Bundesforst auch Fledermäuse ein komfortables Domizil haben.
story
Fairplay: Hauptmann Gerhard Hansen, Betriebsleiter des BundeswehrMunitionslagers Boostedt, ist sehr
zufrieden mit seinem „grünen Facility-Manager“.
Sicherheitsstandard ist sehr hoch, hier arbeiten ausschließlich Leute, die wissen, was sie
tun und entsprechend sensibel agieren. Da
mache ich mir keine Sorgen.“ Sichtschutz,
Lärmschutz und Staubschutz zählen zu den
Funktionen, die der Wald hier erfüllen soll
und stellen somit die vornehmlichen Aufgaben dar, um die sich Jeschke auf dem Gelände des Munitionslagers kümmert, und allen
voran steht die Verkehrssicherungspflicht
auf dem insgesamt 29 Kilometer langen
Wegenetz des Geländes. Ein bis drei Mal pro
Jahr kontrolliert er alle relevanten Bäume,
lässt Totholz ausschneiden, damit herunterfür Immobilienaufgaben, übernimmt das
Flächenmanagement für Wälder, Freigelände und Gewässer in Besitz des Bundes mit
gesamtstaatlichen Aufgabenstellungen. „In
enger Abstimmung mit unseren Kunden, in
diesem Falle der Bundeswehr, aber auch der
Wasser- und Schifffahrtsverwaltung oder
den Straßenbauverwaltungen, treten wir als
Dienstleister auf, betreuen die Waldflächen
und kümmern uns um Nutzung, Schutz sowie Wiederherstellung von Natur und Landschaft“, erklärt Jeschke.
Heimatfilm-Klischee?
Eher moderne „Öko-Manager“
Bäume pflanzen, Bäume fällen und am
Wochenende die Jagd – „das Bild, das viele Menschen von einem Förster haben, ist
überholtes Heimatfilm-Klischee“, weiß der
29-Jährige. „Öko-Manager“ trifft die Wirklichkeit wohl eher: Denn nicht nur Schutz
und Förderung von seltener und wertvoller
Flora und Fauna, zu denen auch die Regulierung der Wildbestände zählt, und damit die
Erhaltung des Waldes als Lebensraum, Rohstofflieferant, nachhaltiger Kohlenstoff- und
Wasserspeicher und Erholungsgebiet stehen auf der To-do-Liste der Bundesförster.
Hinzu kommen die ausführliche Beratung
und Unterstützung der jeweiligen Nutzer
der Liegenschaften – etwa Bundeswehr,
Gaststreitkräfte oder etwa die Bundeswasser- und -fernstraßen-Verwaltung – in allen
Fragen der Landschaftsnutzung sowie naturschutzrechtliche Kompensationsmaßnahmen, Ökopunktehandel und die Bewertung
und der Verkauf von Forstliegenschaften.
Außerdem stellen wir die Betreuung der Naturschutzflächen sicher, die für den Erhalt
des sogenannten „Nationalen Naturerbes“
an die Bundesländer, diverse Stiftungen und
insbesondere die Deutsche Bundesstiftung
Umwelt übertragen wurden“, ergänzt Bundesförster Jeschke.
Zum Tagesgeschäft freilich gehört auch das
„Holzmachen“: Bundesforst ist einer der
größten deutschen Rohholzanbieter und
erntet auf ca. 360.000 Hektar Forstbetriebsfläche jährlich 1 bis 1,5 Millionen Kubikmeter
Holz. Das wird überwiegend über Vorverträge an Großkunden verkauft, die von der Zentrale Bundesforst, Abteilung Produktion und
Absatz in Berlin betreut werden. „Kleinere
Mengen, Spezialsortimente und Brennholz
werden direkt von den regionalen Forstbetrieben, also auch uns hier, vermarktet“, erklärt Christian Jeschke, und dieses Geschäft
macht schon einen Großteil seiner Arbeit
aus.
Arbeiten im Hochsicherheitsgebiet
Der Wald ruft auch jetzt: Eine Besprechung
mit den Mitarbeitern eines Unternehmens,
das heute Baumschnittarbeiten auf dem
Gelände des Bundeswehr-Munitionslagers
durchführt, steht an. Also wieder rein in den
großen Geländewagen und über Waldwege
und Bundesstraße zum Ort des Geschehens.
Strenge Einlasskontrolle am Tor: Besucher
werden registriert und müssen ihren Personalausweis abgeben – „so ist Arbeiten im
Hochsicherheitsgebiet“, auch das mache den
Reiz seines Jobs aus, findet der junge Bundesförster. Schon 1937 wurde das Gelände in
Boostedt militärisch genutzt, seit 1956 ist es
im Betrieb der Bundeswehr.
Angst, in die Luft zu fliegen? Hat Bundesförster Christian Jeschke „überhaupt nicht! Der
9
Alles läuft rund: Christian Jeschke bespricht
sich mit Waldarbeitern.
Er ist „kein Schreibtischtäter“, sondern lieber draußen in der Natur, sagt Bundesförster
Christian Jeschke.
story
„Relativ klein“ findet Bundesförster
Christian Jeschke sein Revier „Boostedter Heide“ – immerhin kümmert
er sich aber um 1.600 Hektar Wald
und Wiesen.
schon immer lieber draußen in der Natur als
drinnen“, erzählt der gebürtige Rostocker,
den die drei Eicheln auf seinen Schulterklappen bei Bundesforst als Forstamtmann ausweisen. „Baummörder“, „Jäger, die ihr Hobby
zum Beruf gemacht haben“ – Jeschke kennt
all die gängigen Vorurteile über Försterinnen
und Förster. Doch ihn ficht das nicht an – der
junge Mann weiß, was er und seine Mitstreiter leisten: „Wir bereiten den Wald mit aktivem Waldbau sowie Natur- und Artenschutz
für die nächsten Generationen – das ist kein
Selbstzweck, sondern Daseinsvorsorge in
Höchstform.“
fallende Äste keinen Schaden anrichten können. Diesen Job machen heute die Forstwirte
des externen Unternehmens, auf die Jeschke
jetzt zufährt. Mit Hilfe einer Hebebühne rücken sie abgestorbenen Ästen hoch oben in
den Bäumen zu leibe, „Lotte“ muss aufpassen, dass sie nicht vom hinab krachenden
Schnittgut getroffen wird. Jeschke ist zufrieden mit den Arbeitern, sie sind ein eingespieltes Team, denn der Bundesförster ruft
sie häufig zu Einsätzen, weil er selbst nicht
gerade üppig mit Personal ausgestattet ist:
„Ich habe fünf Bundesforst-Waldarbeiter, die
ich mir aber mit den Revieren Ostholstein
und Kaltenkirchen teilen muss“, erklärt er.
Nutzer und Bedürfnisse
im Vordergrund
Alles in allem aber laufe der Betrieb meistens rund, deswegen kann er jetzt auch
gleich weiter zum nächsten Termin: Besprechung mit Hauptmann Gerhard Hansen, Betriebsleiter des Munitionslagers und damit
„Kunde“ des Bundesförsters. Der ist vollauf
zufrieden mit seinem „grünen Facility-Manager“: „Es funktioniert sehr gut mit uns, vor
allem, weil man merkt, dass wir als Nutzer
mit unseren Bedürfnissen im Vordergrund
stehen.“ Bei dieser „auf Fairplay angelegten Grundkonstellation“ sei man als Kunde im Gegenzug auch grundsätzlich offen
für die Intentionen der Wald- und Naturschutzfachleute. So laufe ein aktuelles Großprojekt, die Neu-Ausstattung der Erdlager
mit Blitzschutz, „wie am Schnürchen“: Dafür müssen die über Jahrzehnte dem freien
Bewuchs überlassenen Bunkerrücken von
Aufwuchs befreit werden, außerdem muss
rundherum ein Streifen von jeweils einigen
Metern wieder baumfrei gemacht werden.
Jeschke und seine Leute kommen gut voran.
„Ist doch klar, dass wir in dieser Angelegenheit, die außerordentlich sicherheitsrelevant ist und eine Menge Menschen betrifft,
nicht um jeden Baum kämpfen können – das
wäre falsch angebrachte Ideologie. Die Gewährleistung der bestimmungsgemäßen
Nutzung der Bunkeranlagen, die dem öffentlichen Zweck der Verteidigung dienen, hat in
diesem Fall Vorrang“ sagt Jeschke, und der
Hauptmann nickt bestätigend.
„Wir bereiten den Wald für die nächsten
Generationen“
Beim anschließenden Kontrollgang auf dem
Gelände des Truppenübungsplatzes, auf dem
sich Jeschke nicht nur um die Betreuung von
Wald, sondern bisweilen auch um die „Kulisse“, also die Schaffung von bestimmten für
die Übungen erforderlichen Landschaftsbildern oder taktischen Elementen wie natürliche Biwaks kümmert, wird erneut deutlich,
welche wichtigen Aufgaben die Försterinnen
und Förster „über das bloße Holz machen“
hinaus unterstützen: In den Übergangsbereichen zu den Frei- und Heideflächen geht
es darum, den Lebensraum für eine Vielzahl
von Reptilien und Amphibien zu erhalten,
die sich hier entwickelt haben. Stolz zeigt
Bundesförster Jeschke die jungen Wildobstbäume, die er in rauen Mengen am Waldrand gepflanzt hat: „Das gibt eine richtige
Nasch-Ecke für die Tiere und später passende Nisthöhlen für den Steinkauz.“ Nebenan sprießen junge Eichen, weiter hinten im
Wald hat Jeschke mit großen weißen Punkten die Zukunftsbäume markiert, die den
Wald von morgen bilden werden. „Ich möchte mit keinem anderen tauschen“, sagt Christian Jeschke voller Überzeugung. „Ich war
10
Von wegen nur Wald und lauter Bäume: Christian Jeschke ist aktiver Natur- und Landschaftsschützer – und baut manchmal auch taktische
Kulissen auf dem Truppenübungsplatz.
Wald für die nächsten Generationen: Försterinnen und Förster wie Christian Jeschke leisten aktive Daseinsvorsorge.
special
Attraktivität des öffentlichen Dienstes für Um- und Einsteiger:
Sicher, nicht spannend?
Jahrelang wurde die Wahrnehmung des öffentlichen Dienstes durch zwei Lager geprägt. Die
Ablehner und die Befürworter. Zwischen diesen beiden gewinnt aktuellen Beobachtungen
zufolge eine dritte Gruppe an Boden: Gut qualifizierte Pragmatiker, die einen beruflichen
Umstieg oder Einstieg in den öffentlichen Dienst für durchaus attraktiv halten.
„Gerne zu Vater Staat: Studenten zieht es in
den öffentlichen Dienst“ – lautete die Überschrift einer Presseinformation, mit der die
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst Young
(EY) am 2. Juli 2014 jenen Teil ihrer „EY Studentenstudie“ präsentierte, in dem der Frage
nachgegangen wurde, welche Branchen sie
für ihr späteres Berufsleben besonders attraktiv halten. Die Botschaft, die aus der Kombination „Studenten“, „Staat“ und „öffentlicher
Dienst“ hervorging, fand in den Medien aufgeregte Resonanz, wobei aus vielen Berichten
zugleich eine gewisse Verwirrung sprach. Immerhin hatten von den rund 4 300 befragten
Studierenden – je 50 Prozent Männer und 50
Prozent Frauen – 32 Prozent angegeben, eine
Tätigkeit im öffentlichen Dienst interessant
zu finden: „Wie cool ist das denn?“ lautete der
Subtext selbst renommierter Medienberichte,
und noch Mitte September ätzte eine norddeutsche Tageszeitung: „Die neuen Biedermeier wollen Sicherheit statt Dienstwagen“.
Wobei auch diesmal wenig beachtet wurde,
dass satte 47 Prozent der EY-Studienteilnehmer erklärt hatten, ihre berufliche Zukunft
ausschließlich bei privaten Unternehmen und
in der Wirtschaft zu sehen.
Attraktiver dank
Wirtschaftskrise
Dass die im Vergleich zur Privatwirtschaft
größere Sicherheit der Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst tatsächlich nicht nur von Berufseinsteigern als
11
triftiger Grund für eine Tätigkeit im öffentlichen Sektor gesehen werden, möchte auch
die bislang jüngste Untersuchung zu diesem
Thema aufzeigen, die von der Online-Jobbörse StepStone in Auftrag gegeben wurde. Der
auf Fach-und Führungskräfte spezialisierte Job-Vermittler hatte für seine Studie „Arbeiten im öffentlichen Dienst“ im Mai 2009
insgesamt 4403 hoch qualifizierte Fach-und
Führungskräfte aus unterschiedlichen Berufsfeldern und mit überwiegend mehrjähriger Berufserfahrung befragt, um das Image,
das die „Arbeitgebermarke des öffentlichen
Dienstes“ in diesem Kreis hat, auszuloten.
Und die wichtigsten Ergebnisse folgendermaßen zusammengefasst:
„78 Prozent der deutschen Fach- und Führungskräfte würden derzeit gerne eine berufliche Position im Öffentlichen Dienst
annehmen.
Sechs von zehn Kandidaten finden: Die Tatsache, dass sich Gehälter im Öffentlichen
Dienst an festen Tarifen orientieren, ist kein
Nachteil. Viel mehr sehen sie in der daraus
resultierenden Planungssicherheit einen
Pluspunkt.
special
Die Arbeitgebermarke des Öffentlichen
Dienstes wird primär als sicher, zuverlässig,
sozial und familienfreundlich eingestuft. (…)
Viele Fach- und Führungskräfte (71,2 Prozent) glauben fälschlicherweise, dass im
Öffentlichen Dienst in erster Linie Verwaltungspositionen vergeben werden (…)“.
Auf den ersten Blick bezeugt die StepStone-Studie, dass der öffentliche Dienst als
potentieller Arbeitgeber sogar bei berufserfahrenen Spitzenkräften hohes Ansehen genießt. Die Herausgeber räumen aber
freundlicherweise ein, dass das Bekenntnis
der acht von zehn Befragten, ihren Berufsweg im öffentlichen Dienst vorantreiben zu
wollen, „vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Wirtschaftskrise“ bewertet werden
sollte.
Zudem darf unterstellt werden, dass die Befragten wenig genaues über die inneren
Strukturen des öffentlichen Dienstes mit
seinen komplizierten Vergütungssystemen
und den zum Teil wegen angeblich fehlender
Qualifikationen oder mangelnder Eignung
unerreichbaren Aufstiegen gewusst haben
dürften.
Feuerwehrmann schlägt Steuerberater
Es ist sicher keine gute Idee, die positive Einstellung, die die Befragten beider Studien einer möglichen Beschäftigung im öffentlichen
Dienst entgegenbringen, für den Anfang vom
Ende des sich dort immer weiter zuspitzenden Personalmangels zu halten. Beiden Befragtengruppen wurden Wunschszenarien
vorgelegt, die sie aus ihrem jeweiligen Streben nach Sicherheit mit einer Idealvorstellung vom öffentlichen Dienst ausfüllten: Die
Studenten, die noch über keinerlei Erfahrungen mit der Arbeitswelt verfügten, ebenso
wie die von der Jobs killenden Wirtschaftskrise traumatisierten Führungskräfte.
Dass das Ansehen des öffentlichen Dienstes inzwischen auch bei potentielle Arbeitgebern steigt, ist dennoch erfreulich: In den
sieben seit 2007 im Auftrag des dbb durchgeführten „Bürgerbefragungen öffentlicher
Dienst“ des Meinungsforschungsinstitutes
forsa lässt sich der Imagegewinn des öffentlichen Dienstes klar nachzeichnen. Und auch
die jüngste, erst Ende August 2014 vorgelegte Studie, nennt unter den Berufsgruppen
mit dem höchsten Ansehen den Feuerwehrmann auf Platz eins, gefolgt von Krankenbeziehungsweise Altenpfleger, Arzt, Polizist
und Kita- beziehungsweise Kindergartenmitarbeiter. Zu den Gewinnern des BerufeRankings seit 2007 zählen Staatsdiener wie
Müllmänner und Lehrer, aber auch „Beamte“
als solche, während sich dagegen das Ansehen unter anderem von Steuerberatern und
Managern deutlich verschlechtert hat.
Aber: Bund, Länder und Gemeinden müssen
schneller handeln und mehr tun, um handlungsfähig zu bleiben. „Deutschlands öffentlicher Dienst sitzt in der Demografiefalle“,
betont dbb Chef Klaus Dauderstadt zum wiederholten Mal. „Aufgrund der unvorteilhaften Altersstruktur – aktuell sind über eine
Million Beschäftigte über 55 Jahre alt – und
den damit absehbaren und zunehmenden
Altersabgängen einerseits sowie der restriktiven Stellenkürzungs- und Einstellungspolitik der vergangenen Jahrzehnte, andererseits
klafft eine riesige Personallücke vor uns auf.“
In den kommenden zehn Jahren fehlten rund
700 000 Beschäftigte, so Dauderstädt, „und
das bei wachsendem Aufgabenvolumen wie
beispielsweise der Mindestlohnkontrolle.“
Einstellungsstopp contra
Nachwuchswerbung
Trotz dieser Krisenszenarien – in Kürze könnte die Wahrnehmung staatlicher Kernaufgaben massiv beeinträchtigt werden, weil nicht
mehr genug Personal vorhanden ist – bleibt
es auf Arbeitgeberseite still. Fast scheint es,
als überlasse es der Staat den anderen, Wege
aus dem Dilemma zu finden. Der dbb und seine Fachgewerkschaften mahnen und warnen
seit Jahren vor den dramatischen Folgen, die
sich aus der zunehmenden Überalterung des
öffentlichen Dienstes bei gleichzeitigen Einstellungsstopp ergeben. Deshalb hat der dbb
mit seiner Imagekampagne „Die Unverzichtbaren“ nun selbst die Initiative bei der Nachwuchswerbung ergriffen.
Ohne einen entschlossenen Erneuerungskurs
aus sich selbst heraus, wird sich die Krise im
12
öffentlichen Dienst aber nicht lösen lassen.
Bei der Verbesserung seiner Attraktivität als
Arbeitgeber sei es im Übrigen überaus wichtig, dass die Arbeitgeber im öffentlichen auch
„entschieden an ihrem negativen Image hinsichtlich der herausfordernden Aufgabenfelder arbeiten“, so die StepStone-Studie, in
der weiter ausgeführt wird, dass den öffentlichen Dienst nur 2,9 Prozent der befragten
Kandidaten als spannenden Arbeitgeber einschätzen. „Dies passt nicht zu den tatsächlich
reizvollen Tätigkeitsfeldern in technischen
Berufsfeldern.“ Diese, so die Studie, gelte es
herauszustellen – ebenso wie die Tätigkeiten
im „Marketing und IT-Umfeld.“ „Die Arbeitgebermarke öffentlicher Dienst muss stärker
in den einzelnen Berufsfeldern selbst positioniert werden – zielgruppengenauer und klar
adressiert“, schreiben die Arbeitsvermittler
von StepStone den Arbeitgebern bei Bund,
Ländern und Kommunen ins Stammbuch.
Befolgen diese zumindest diesen Rat, könnte der öffentliche Dienst seine Wettbewerbschancen zeitnah verbessern und sein Image
von vermeintlich sicheren zum sicheren und
spannenden Arbeitgeber wandeln. cri
Webtipp
EY-Studentenstudie
In welche Branchen zieht es deutsche
Studenten 2014
StepStone-Studie
Arbeiten im öffentlichen Dienst.
Der öffentliche Dienst als Arbeitgeber –
aus Sicht der deutschen Fach- und
Führungskräfte 2009
Bürgerbefragung
öffentlicher Dienst 2014
special
Nachwuchsgewinnung für den öffentlichen Dienst:
Hausaufgaben für den Staat
Unser Land braucht viele Talente: Unter diesem Motto wirbt die Bundesregierung mit
Anzeigen für Nachwuchs im öffentlichen Dienst. Gesucht: aufgeschlossene und engagierte
junge Leute. Das Angebot: über 130 Ausbildungsberufe allein beim Bund. Derweil kommen
fast jedes Jahr neue Studien auf den Markt, die sich mit den Zukunftserwartungen junger
Menschen beschäftigen. Das Ergebnis: Der öffentliche Dienst schneidet in der Regel gut ab.
Viele junge Menschen suchen den beruflichen Kick nicht in der Industrie. Sie verlassen sich
lieber auf die Sicherheit bei Vater Staat. Eine Karriere in der Wirtschaft lehnen ein Drittel der
Hochschulabsolventen sogar explizit ab. Als Gründe für die Fokussierung auf die öffentliche
Hand steht für 61 Prozent der Befragten die Jobsicherheit, dicht gefolgt von einem guten
Gehalt und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Demnach sind der öffentliche Dienst,
die Wissenschaft und der Kulturbetrieb derzeit die beliebtesten Wunsch-Arbeitgeber unter
Hochschulabsolventen, so das Ergebnis der Studentenstudie der Wirtschaftsprüfungs- und
Beratungsgesellschaft Ernst & Young aus diesem Jahr.
Warum also eine Werbekampagne? Die Antwort gibt die Realität: Wunsch und Wirklichkeit weichen leider weit voneinander ab. Die
Vorstellung über die tatsächlichen Einstellungsbedingungen von öffentlichem Dienst
in Relation zur Wirtschaft hält den Bedürfnissen der jungen Menschen letztendlich
nicht Stand. Die Wirtschaft zahlt in vielen
Bereichen nicht nur besser als der öffentliche
Dienst, sie ist auch flexibler geworden, was
Vereinbarkeit von Familie und Beruf betrifft.
Junge, qualifizierte Nachwuchskräfte rennen
dem öffentlichen Dienst also nicht die Türen
ein. Im Gegenteil: Fachkräfte fehlen heute
besonders bereits in naturwissenschaftlichtechnischen Bereichen, in den Finanzverwaltungen, bei der Polizei, in den Schulen und
beim Zoll. Darüber hinaus braucht der öffentliche Dienst nicht nur Hochschulabsolventen, wenn er seine Aufgaben auch künftig
noch zur Zufriedenheit der Bürgerinnen und
Bürger erledigen will. Mehr als eine Million
Beschäftigte werden den öffentlichen Dienst
in den kommenden Jahren altersbedingt verlassen. Der Anteil der über 60-jährigen wird
sich bis ins Jahr 2013 verdreifachen und bereits heute sind 30 Prozent aller Beschäf-
tigten zwischen 50 und 60 Jahre alt. Eine
einfache Kampagne greift da zu kurz.
Der Staat muss vielmehr konsequent handeln und den öffentlichen Dienst als attraktiven Arbeitgeber nicht nur bewerben, sondern
auch als solchen erhalten. Dazu gehören
gute Einstellungsbedingungen genauso wie
eine gute Bezahlung und Entwicklungsmöglichkeiten. Das heißt, das immer noch
zu starre Laufbahnsystem durchlässiger zu
machen, die Vergütung insbesondere beim
Berufsstart zu verbessern und auch, jungen
Menschen mit Migrationshintergrund den
Einstieg zu erleichtern.
Der Kampf um die besten Kräfte hat bereits
begonnen: Den heute 20-Jährigen, der sogenannten Generation „Y“, ist Lebenszeit
besonders wichtig – junge Menschen sind
bereit, sich beruflich zu engagieren, wenn die
„Work Life Balance“ stimmt. Sie wollen ihre
Lebenszeit mit Sinn füllen. Die Suche danach
beginnt für viele schon lange vor dem Schulabschluss.
Der dbb als gesamtgesellschaftliche Kraft
und Streiter für den öffentlichen Dienst
mischt sich in diese Findungsphase ein: Mit
der bundesweiten Kampagne „Die Unverzichtbaren“ zeigen wir anhand von echten
Berufsprofilen Wege in den öffentlichen
Dienst und begleiten das seit Schuljahresbeginn mit einer Lehrermappe, die bundesweit
an Schulen verteilt werden wird. Mit ihrer
Hilfe können Lehrerinnen und Lehrer Unterrichtsstunden über den öffentlichen Dienst
und seine Berufe vorbereiten.
Entscheidend aber bleibt: Nur wenn der Staat
seine Hausaufgaben macht, wird der für die
weitere Strukturentwicklung Deutschlands
so wichtige Nachwuchs seine Chancen im öffentlichen Dienst sehen.
Astrid Hollmann
Stellvertretende dbb Bundesvorsitzende
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BDZ-Jugend
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Ausbildungsstart beim Zoll: Anspruchsvolle Jobs
Zum 1. August 2014 wurden beim Bund rund 600 Nachwuchskräfte im mittleren und 300 im gehobenen Zolldienst eingestellt. Die
zwei- beziehungsweise dreijährige Ausbildung ist für die jungen Beschäftigten eine große Herausforderung mit einem breiten Spektrum an Ausbildungsinhalten und Lernzielen.
Die klassische Abfertigung an der Grenze und die Verzollung von
Drittlandswaren ist längst nicht mehr die einzige Aufgabe des Zolls:
Die Bekämpfung der Schwarzarbeit und der damit einhergehende
Schutz der Wirtschafts- und Sozialsysteme, die Bekämpfung grenzüberschreitender organisierter Kriminalität und auch der Schutz der
Verbraucher vor gefälschten und gefährlichen Produkten sind nur
einige Aufgaben, mit denen der Zoll mittlerweile betraut ist. 2014
wurde der Zollverwaltung zusätzlich die Vereinnahmung der Kraftfahrzeugsteuer übertragen.
Der hohe Stellenwert, den die Ausbildungsstandards der Bundeszollverwaltung im europaweiten Vergleich einnehmen, stellt an die
Nachwuchskräfte auch überdurchschnittlich hohe Anforderungen.
Um dennoch genügend geeignete Bewerberinnen und Bewerber
bei dem im Vergleich zur freien Wirtschaft häufig geringeren Verdienst zu finden, erreicht der BDZ in Verhandlungen mit dem Bundesfinanzministerium jedes Jahr erneut die Übernahmegarantie für
die Nachwachskräfte nach bestandener Laufbahnprüfung und sichert ihnen somit eine aussichtsreiche Berufsperspektive.
In Zeiten des demografischen Wandels und der damit verbundenen Pensionierungswelle reicht der Anreiz auf einen sicheren
Arbeitsplatz und die Übernahmegarantie jedoch nicht mehr aus.
Um auch in Zukunft gegenüber der privaten Wirtschaft und anderen Arbeitgebern der öffentlichen Verwaltung konkurrenzfähig zu
bleiben, muss die Zollverwaltung auf die demografischen Herausforderungen in angemessener Weise reagieren. Hierzu zählen beispielsweise die Verbesserung der Bewerbungsauswahlverfahren,
insbesondere
verbunden mit
einer frühzeitigen Einstellungszusage,
und die angemessene Fortschreibung der
Ausbildungsvergütung sowie
der Alimentation in den Eingangsämtern
der Laufbahnen.
Der BDZ
wünscht allen
Nachwuchskräften viel
Erfolg im Rahmen der Laufbahnausbildung
sowie den Lehrenden und den
Ausbilderinnen
und Ausbildern
gutes Gelingen.
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1) Der Bausparer muss am Ende des Kalenderjahres, in dem er den
Bausparvertrag abschließt, jünger als 21 Jahre sein. Jeder Bausparer
kann nur einen Jugendbausparvertrag mit Jugendbonus abschließen.
Der Jugendbonus wird in den Tarifvarianten F, R und U gewährt – durch
Wiedergutschrift der Abschlussgebühr maximal in Höhe von 300 Euro
auf dem Bausparkonto, wenn der Bausparvertrag zugeteilt wird und
die Vertragslaufzeit zwischen 7 und 15 Jahren liegt. Eine Wiedergutschrift der Abschlussgebühr ist jedoch ausgeschlossen, wenn bereits
gemäß § 1 Abs. 7 ABB (Energiesparbonus) eine Wiedergutschrift
erfolgt ist.
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15
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dbb jugend nrw
Trotz Krise in die Ukraine
Eine Reise in den Krisenherd Ukraine: Ein unabschätzbares Risiko? Die dbb jugend nrw
hat im September 2014 ihre Austauschmaßnahme mit der Ukraine gestartet, während
sich im Osten des Landes seit Monaten die
Situation zuspitzt. Christian Bernheine ist mit
in den Flieger gestiegen und gibt Auskunft
über seine Beweggründe.
„Hast du keine Angst?“ Das ist die häufigste
Frage, die Christian derzeit zu hören bekommt, wenn er von seinem Aufenthalt mit
der dbb jugend nrw in der Ukraine erzählt.
„Nein, ich habe keine Sorge“, sagt er. „Ich beobachte die Situation im Osten des Landes
aufmerksam. Das ist rund 900 Kilometer von
unserem Reiseziel Tschernigiv im Norden des
Landes entfernt. Ich bezweifle, dass landesweit die Sicherheitslage so schwierig ist wie
im Herd der Unruhen.“
Durch ihre engen Kontakte in das von Krisen gebeutelte Land ist die dbb jugend nrw
ebenso sicher wie er, dass keiner der Teilnehmer in Gefahr geraten wird: „Selbstverständlich würden wir sonst zur Sicherheit unserer
Mitglieder diese Reise sofort absagen“, so der
Vorsitzende des Verbandes, Jano Hillnhütter.
„Wir sind im ständigen Kontakt mit unseren
Ansprechpartnern vor Ort, die die Lage einschätzen können.“
Christian, der zum ersten Mal eine Austauschaktion mit der dbb jugend nrw macht,
kennt auch deren Verbindungen nach Israel. „Die bestehen seit Jahrzehnten und in all
dieser Zeit hat es auch Austauschaktionen
gegeben, obwohl es dort in dieser Zeit kaum
einmal politisch entspannt war“, sagt der
Kölner. „Andere fliegen nach Ägypten in Urlaub. Ich glaube, dass dort die Gefahrenlage
größer ist.“
Am ersten Tag nach der Anreise steht eine
Hochzeit auf dem Programm – eine gute
Möglichkeit, die Sitten und Gebräuche des
Landes live mitzuerleben. Denn die Mitglieder der dbb-Truppe werden über zwei Tage
hinweg mitfeiern dürfen. Auch sehr gespannt ist Christian auf einen Tagesausflug
nach Kiew, der gegen Ende der Reise auf dem
Programm steht. Er hofft, dass man auch den
Maidan-Platz ansehen wird, von dem aus im
Dezember vergangenen Jahres heftige Proteste ausgingen.
Aber welche Gastgeschenke werden bei den
Ukrainern wohl ankommen? Eines der Aushängeschilder aus der Domstadt, der unnachahmliche Kölsche Duft „4711“, ist bereits im
offiziellen Gepäck der Delegation. „Ich habe
in den Souvenirshops rund um die Domplatte
gestöbert“, meint Bernheime und ist sich sicher: „Es muss ja kein Nippes sein, Schokolade kommt sicher immer gut an.“
dbb jugend hamburg
Unter dem Motto „Mit der Jugend treffsicher
in die Zukunft“ wird am 13. November 2014
in Hamburg wieder emsig um Tore gekämpft.
Stets wechselnde Spielpartner am Kickertisch
sorgen für abwechslungsreiche und interessante Gespräche, fördern Kommunikati-
on zwischen den Teilnehmern und auch den
Gemeinschaftsgeist. Neben der kostenlosen
Teilnahme gibt es auch attraktive Preise zu
gewinnen. Egal ob Sieg oder Niederlage – in
der entsprechenden Atmosphäre wird es ein
echter Spaß! Und zwar im „KIXX“, Nobistor
28, 22767 Hamburg. Anmeldeschluss ist der
2. November 2014. Mehr: www.dbbj-hh.de
© Karen Beate Nostrud
Kickstarter gesucht
Leben wie andere Kinder.
Schule. Freunde. Fußball spielen.
Bei Euch ist was passiert?
Gibt‘s was Neues?
t@cker will es wissen!
Schickt Eure Post an: redaktion-tacker@dbb.de
16
tipps
Paketkasten nach Tests in Ingolstadt und im
Großraum Bonn ab sofort für alle interessierten Kunden in Deutschland ein – je nach
Wunsch zum Kauf oder zur Miete. Als „größte
Erfindung seit dem Briefkasten“ rühmt DHL
Konzernvorstand Post – eCommerce – Parcel,
­Jürgen Gerdes, die Paketkästen, über die Kunden ihre Pakete nicht nur entgegennehmen,
sondern auch vorfrankiert versenden können.
Mit dem Angebot richtet sich DHL Paket vor
allem an Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die ihn auf ihrem Grundstück aufstellen können. Aber auch Bewohner von
Mehrfamilienhäusern sollen auf die Paketbox zurückgreifen können – die Voraussetzungen [für] die Nutzung sind lediglich
ausreichend Platz, um ihn zu installieren, sowie ein möglichst einfacher Zugang für den
DHL-Zusteller. Danach steht dem Empfangen
und ­Versenden von Paketen nichts mehr im
Weg. Damit sollen zusätzliche Wege in eine
Filiale oder zum Nachbarn entfallen, und die
Ware soll in dem verschlossenen Kasten zudem auch diebstahlgeschützt sein.
Onlinehandel und Logistik
Pakete müssen
schneller werden
Der Internethandel boomt europaweit. Immer mehr Firmen- und Privatkunden entdecken
die Vorteile kurzer Lieferzeiten und günstiger Kondi­tionen beim Onlinewarenverkehr. Die
Logistikbranche stellt das vor große Herausforderungen. Für den Privatkundenbereich ist
die Deutsche Post DHL mit e
­ iner Innovation vorgeprescht, die ihre Konkurrenz aufschreckt:
Kunden können ab sofort ihre eigene Paketzentrale im Vorgarten betreiben.
Waren im Wert von 48,3 Milliarden Euro wurden nach Angaben des Bundesverbandes
des Deutschen Versandhandels im Jahr 2013
über das Internet oder im Zuge von Katalog­
bestellungen umgesetzt – 22,9 Prozent mehr
als noch 2012. Für 2014 prognostiziert der
Verband sogar Umsätze von 55,8 Milliarden
Euro. Dabei rangieren die Deutschen nur auf
Platz zwei der von den Franzosen angeführten Rangliste der Onlinebesteller. Platz drei
belegen die Briten.
Infrastruktur. Darüber hinaus werden auch
die Pakete immer größer – bis hin zum kompletten Satz Autoreifen. Der Boom geht auch
an den Paketzustellern nicht spurlos vorüber. Öfter, schneller, i­ ndividueller lautet auch
bei DHL die Lieferdevise. Das s­ püren auch
die Paketfahrer, die ­aufgrund immer engerer
­Logistikfenster tagtäglich am zeitlichen und
oft auch am k­ örperlichen Limit arbeiten.
Der kräftige Aufschwung lässt die Logistikbranche nicht nur jubeln. Viele, besonders
kleinere Paketdienste ächzen mittlerweile
unter neuen Belastungen: Mit den großen
Versandhändlern ausgehandelte, an Dumping grenzende Mengenrabatte zehren an
der Marge, kostenlose 24-Stunden-Lieferungen zwingen zu immer innovativeren Logistikketten und hohen Investitionen in die
Der Kunde bekommt von alledem in der Regel nichts mit und ärgert sich, wenn statt des
sehnlichst erwarteten Pakets wieder einmal eine Benachrichtigung im Briefkasten
liegt und der Weg zur Filiale oder Packstation ansteht. Bevor aber Versand-Platzhirsch
Amazon deutsche Vorgärten mit Paketdrohnen bombardieren kann, hat DHL Fakten geschaffen: Der Marktführer führt den DHL
Bequeme Alternative
17
DHL bietet auch an, die Paketkästen nach
den Gegebenheiten des Hauses zu gestalten.
Unterschiedliche Größen, Designs, Farben
und Montagearten sollen individuelle Vielfalt bieten. Als Einführungspreis kostet die
Basisvariante 99 Euro. Wer nicht sofort einen
eigenen Paketkasten kaufen möchte, hat die
Möglichkeit, diesen für eine monatliche Pauschale ab 1,99 Euro zu mieten. Auch diese
Option steht ebenfalls ab sofort bundesweit
zur Verfügung.
„Der Paketkasten bietet sowohl für den Kunden als auch für das Unternehmen Vorteile“,
erklärt Adrian Klein vom Fachbereich Post/
Postbank bei der Kommunikationsgewerkschaft DPV (DPVKOM). „Während der Kunde
eine deutliche Zeit- und Aufwandsersparnis
hat, sinken die Kosten für das Unternehmen,
weil bei Nichtantreffen des Empfängers die
recht teure Hinterlegung von Sendungen in
den Servicepartnerfilialen wegfällt. Schließlich kostet dies das Unternehmen rund einen
Euro pro Sendung, den es an den Servicepartner entrichten muss.“
Für die DPVKOM stelle sich jedoch die Frage,
inwiefern das neue Verfahren bei der Bemessung der Arbeitszeiten berücksichtigt werde:
„Die verstärkte Mitnahme von Sendungen
während der Zustelltour bedeutet nämlich
– insbesondere in der Verbundzustellung, in
der kleinere Zustellfahrzeuge zum Einsatz
kommen – einen erhöhten Sortieraufwand
vor Ort. Schließlich müssen die über den Paketkasten entgegengenommenen Pakete in
den zumeist ohnehin voll beladenen Autos
tipps
Mit dem DHLPaketkasten
sollen sowohl
Kunden als
auch Zusteller
flexibler
werden.
verstaut werden“, so Klein. Weiter könnte ein
wesentlich häufigeres Aus- und Nachladen
am Zustellstützpunkt erforderlich werden.
Die DPVKOM begrüßt die Innovation zwar
grundsätzlich als positiv für Kundennähe und
Arbeitsplatzsicherheit, hat den Arbeitgeber
aber aufgefordert dafür zu sorgen, dass der
Paketkasten nicht zu weiteren Belastungen
für die Zusteller führt.
Konkurrenz belebt das Geschäft
Derweil schläft auch die vom DHL-Vorstoß
aufgeschreckte Konkurrenz nicht. Ein Konsortium aus Hermes, Deutschem Paketdienst
(DPD), United Parcel Service (UPS) und General Logistics Systems (GLS) wollen in einer Allianz im Laufe des Jahres eine Alternative zu
Erlesen
dem neuen Angebot der DHL präsentieren,
wie die „Deutsche Verkehrs-Zeitung“ unter
Berufung auf die Geschäftsführer der Unternehmen berichtete. Das Konkurrenzprodukt
wird demnach womöglich „Paket-Box“ getauft.
Die Geschäftsführer der DHL-Konkurrenz
kündigten dem Bericht zufolge an, eine gemeinsame Arbeitsgruppe für das Projekt
einzusetzen, die eine Lösung für den branchenoffenen Paketkasten finden soll. Auslöser für die Ini­tiative war die Ablehnung der
DHL, ihr neues System für die gesamte Branche zu öffnen. Das Alternativprodukt solle
dann allerdings auch der Deutschen Post angeboten werden, sagte DPD-Chef Boris Winkelmann. br
Service „PostPersönlich“
Der Besuch des Postboten ist für viele Seniorinnen und Senioren eine Konstante im alltäglichen Leben: einen kurzen Small-Talk, die Nachfrage nach dem Befinden und ein Lächeln schätzen ­ältere Menschen. Leider bekommt man nicht jeden Tag Päckchen oder
Pakete. Das hat DHL zum Anlass genommen, zusammen mit der Johanniter-Unfall-Hilfe
einen neuen Service für Senioren zu starten. Bei „PostPersönlich“ erhalten ältere Menschen, die möglichst lange eigenständig in ihrem vertrauten Umfeld leben wollen, ein
Stück Sicherheit, indem der Postbote oder die Post­botin täglich vorbeischaut und sich
nach dem Wohlbefinden erkundigt, egal ob er Post auszuliefern hat oder nicht. Auch
nimmt der Postbote frankierte Briefe mit. Sollte sich bei den Besuchen herausstellen,
dass zum Beispiel medizinische Hilfe benötigt wird, verständigt der Briefträger die Johanniter und sorgt dafür, dass Angehörige informiert werden.
Das Pilotprojekt ist derzeit nur im Postleitzahlenbereich 45 buchbar und kostet für Besuche von dienstags bis freitags 37,50 Euro und für Besuche von dienstags bis samstags
42,50 Euro pro Monat. Der Service wird nicht von den Krankenkassen übernommen.
Ein Pilotprojekt ist der neue Service auch für die Zustellerinnen und Zusteller, denn sie
brauchen je nach Nachfrage mehr Zeit für ihre Tour. Zwar will DHL ihnen die zugestehen. Die DPVKOM befürchtet dennoch, dass sich die ohnehin knappen Zeitvorgaben für
die Zustellerinnen und Zusteller nochmals verschärfen könnten. Mehr Informationen
im Internet findet Ihr hier.
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Erich Maria Remarque: Der
Weg zurück. Roman. Kiepenheuer & Witsch,
2014, 413 Seiten,
8,99 Euro, ISBN:
9783462046304
Bis heute wird „Der Weg zurück“ etwas abschätzig als das „Fortsetzungswerk“ des
Weltbestsellers „Im Westen nichts Neues“ betrachtet, anstatt den Text als das zu
werten, was er seit der Erstkonzeption darstellen sollte: Eine gleichwertige weitere
Perspektive auf ein weiterhin hochbrisantes
Thema: den Krieg und seine Konsequenzen.
Zum 100. Jahrestag des Kriegsausbruches
1914 erscheint das Buch erstmals seit der
Erstpublikation 1931 in der Fassung der Originalausgabe. Im Mittelpunkt steht eine
Gruppe junger Frontsoldaten, die heim nach
Deutschland kehrt. Als sie einberufen wurden oder freiwillig zu den Fahnen eilten, waren sie zum Teil noch Gymnasiasten, kurz vor
dem Abitur. Jetzt kommen sie als Unteroffiziere oder gar Leutnants zurück. Und finden
sich nicht mehr zurecht. Sie klopfen an alle
Türen ihrer Jugend und wollen wieder hinein. Sie hatten zulange den Tod als Begleiter, der sie forderte und formte. Jetzt macht
diese „Leere“ in der (noch) ungefährlichen
Heimat sie unruhig, denn sie fühlen, dass
man sie nicht versteht. Sie leiden unter der
unüberbrückbaren Kluft, die Soldaten und
Nichtsoldaten trennt.
Aber es gibt auch die andere Seite: Das Zerbrechen der Kameradschaft, die sie an der
Front überleben ließ. Da ist der gefürchtete
Hauptfeldwebel auf einmal wieder ein armer, kleiner Schuster, der ehemalige Bursche
eines Hauptmanns gibt an als Großinstallateur mit Wasserspülung und flotter Lage in
der Hauptgeschäftsstraße. Ein Unteroffizier
führt als Gymnasialprofessor seinen Leutnant zum Abitur. Und dann gibt es noch die
revolutionären Matrosen, die den Kürzeren
ziehen, wenn sie „alte“ Frontsoldaten auf
der Straße verprügeln wollen. ...cwb
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kindergeldberechtigte Kind, für ab 2008
geborene Kinder 300 Euro
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unter 25 Jahren
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Berechtigung
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versicherungspflichtige Selbstständige und
deren Ehegatten
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Wie klingt es, wenn ein
paar schwedische Rockmusiker auf alle Konventionen pfeifen und
einfach die Musik machen, die ihnen gefällt? Genial klingt das, besonders, wenn es sich bei den Künstlern um Opeth
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Vierteljahrhundert begeistert die rasante Show
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herausgeber: Bundesjugendleitung, dbb beamtenbund und tarifunion, Friedrichstraße 169/170, 10117 Berlin, tel 030. 40 81 - 57 51, fax 030.
40 81 - 56 99, e-mail info@dbbj.de. redaktion: Britta Ibald (verantw.), Jan Brenner, Carl-Walter Bauer, Friedrichstraße 169/170, 10117 Berlin, tel
030. 40 81 - 55 50, fax 030. 40 81 - 55 99, e-mail redaktion-tacker@dbb.de. fotos: titel: Smileus (Fotolia), tacker: Smileus (Fotolia), ticker: Sandra
Steins/Bundesregierung, Guido Bergmann/Bundesregierung, dbb jugend, story: Britta Ibald, special: alphaspirit (Fotolia), Kzenon (Fotolia), dbb,
inside: dbb jugend nrw, Jan Brenner, Peter Atkins (Fotolia), tipps: nicholashan (Fotolia), DHL / medienfacbrik Andreas Kuehlken, Kiepenheuer &
Witsch, service: Marc Dietrich (Fotolia), checker: Alpina Sports, memego, eintrittskarten.de, filmstarts.de/ © Pathé Distribution. anzeigen: dbb
vorsorgewerk GmbH, Friedrichstraße 165, 10117 Berlin, tel 030. 40 81 - 64 00, fax 030. 40 81 - 64 99, e-mail vorsorgewerk@dbb.de. gestaltung:
Jacqueline Behrendt. t@cker wird gefördert aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und
Jugend. Für die Inhalte der in t@cker gelinkten Internetseiten übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.
20
Großbritanniens Premierministerin Margaret Thatcher, auch
bekannt als die „Eiserne Lady“,
führt im Sommer 1984 einen
erbitterten Kampf gegen die
Gewerkschaft der Minenarbeiter,
die gegen die Privatisierung und
Schließung der Minen streiken.
Da kommt Hilfe von unerwarteter
Seite. Die Initiative „Lesbians and
Gays Support the Miners“ (LGSM)
sammelt Geld, um die Streikkasse
zu unterstützen. Doch die Nationale Union der Minenarbeiter ist
mit allerlei Vorurteilen gespickt
und will davon nichts wissen.
Daraufhin entschließt sich eine
kleine Gruppe, angeführt von
Buchhändler Mike (Joseph Gilgun)
und dem Aktivisten Mark (Ben
Schnetzer), direkt in ein walisisches Dorf zu fahren, um dort
die Spenden zu übergeben. Zwar
stößt man auch hier auf allerlei
Vorurteile und teils Ablehnung,
der Großteil der Dorfgemeinschaft nimmt die Unterstützer
aber gastfreundlich auf. Für einen
historisch akkuraten Spielfilm mit
Botschaft kommt „Pride“ leichtfüßig und mitreißend daher. Ob
man in seiner Jackentasche eine
AIDS-Broschüre, Mao-Bibel oder
Smiths-CD mitführt – bei dieser
Feelgood-Komödie wippen alle
Füße fröhlich im Takt.
Kinostart: 30. Oktober 2014
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Seele and Geist
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