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Damit Reden mit Gott wieder fasziniert

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Dr. Antje Schumann Universität Regensburg Fakultät für Rechtswissenschaft Lehrprofessur Wintersemester 2014/15 Im Wintersemester 2014/15 biete ich folgende vorbereitende Seminare im Strafrecht an: I. Gesetzlichkeit des Strafrechts Nach § 1 StGB kann eine Tat nur bestraft werden, wenn die Strafbarkeit gesetzlich be-­‐
stimmt war, bevor die Tat begangen wurde. Das in diesen Worten zum Ausdruck kom-­‐
mende Gesetzlichkeitsprinzip mit Verfassungsrang (s. Art. 103 Abs. 2 GG) nimmt den Gesetzgeber (Bestimmtheitsgebot) und den Rechtsanwender (Analogieverbot) in die Pflicht. Im Seminar werden wir uns aus verschiedenen Blickwinkeln diesem Grundsatz nähern und auch seine wechselvolle Geschichte im 20. Jahrhundert beleuchten. 1. P.J.A. v. Feuerbach: nullum crimen sine lege, nulla poena sine lege 2. Grundsätze des Gesetzlichkeitsprinzips 3. Begründung des Gesetzlichkeitsprinzips 4. Das Gesetzlichkeitsprinzip im 20. Jahrhundert 5. Die Missachtung des Gesetzlichkeitsprinzips in der NS-­‐Zeit 6. Analogieverbot und Auslegung 7. Auslegungsmethoden 8. Einhaltung des Bestimmtheitsgebots? Beispiele aus der Gesetzgebung: a) § 131 Abs. 1 StGB: „menschenähnliche Wesen“ b) § 131 Abs. 1 StGB: „in einer die Menschenwürde verletzenden Weise“ c) § 238 Abs. 1 Nr. 5 StGB: „andere vergleichbare Handlung“ d) § 240 Abs. 1 StGB: „mit Gewalt“ e) § 303a Abs. 1 StGB: „Daten (§ 202a Abs. 2)“ 9. Beachtung des Analogieverbots? Beispiele aus der Rechtsprechung: a) RGSt 32, 165: Ist Elektrizität eine „Sache“? b) BGHSt 10, 375: Ist ein Lkw ein „bespanntes Fuhrwerk“? c) BayNJW 1982, 1059: „Entfernt sich“, wer entfernt wird? d) BGHSt 23, 46: Geht von einer Sitzblockade „Gewalt“ aus? e) BGH 1 StR 384/06: Sind Pilze „Pflanzen“? II. Generationen und Traditionen: Persönlichkeiten aus Strafrecht und Kriminologie des 19./20. Jahrhunderts und ihr Einfluss auf die Entwicklung der Strafrechtswissenschaft Der moderne Deliktsaufbau mit seinen Ebenen und Elementen des Tatbestands, der Rechtswidrigkeit und Schuld erscheint uns heute nahezu selbstverständlich. Vor 100 Jahren war das für die Studierenden und Lehrenden noch nicht so. 1 Im Seminar werden wir uns mit einflussreichen Arbeiten einiger Persönlichkeiten aus dem 19./20. Jahrhundert beschäftigen und dabei auch ihre Biographie berücksichtigen. 1. Karl Binding: Normentheorie 2. Franz v. Liszt: Moderne Strafrechtsschule 3. Ernst Beling: Lehre vom Tatbestand 4. Gustav Radbruch: Handlungsbegriff 5. Karl Engisch: Kausalität 6. Hans Welzel: Finale Handlungslehre 7. Alexander Graf zu Dohna: Rechtswidrigkeit 8. Reinhard v. Frank: Normativer Schuldbegriff 9. Hilde Kaufmann: Kriminologie für die Strafrechtswissenschaft Bei Bedarf können weitere Themen vergeben werden. III. Die Fahrlässigkeitstat Die fahrlässige Tatbestandsverwirklichung ist nach § 15 StGB nur strafbar, wenn sie das Gesetz ausdrücklich mit Strafe bedroht. Der Begriff der Fahrlässigkeit ist im Gesetz al-­‐
lerdings nicht definiert. Die nähere Konkretisierung fahrlässigen Verhaltens ist daher Rechtsprechung und Literatur übertragen. Im Seminar werden wir uns mit ausgewählten Problemen der Fahrlässigkeitstat und ihrer Behandlung in Rechtsprechung und Literatur näher beschäftigen. 1. Strafwürdigkeit fahrlässigen Verhaltens 2. Entwicklung des Begriffs der Fahrlässigkeit 3. Unrecht und Schuld fahrlässigen Verhaltens 4. Unbewusste und bewusste Fahrlässigkeit 5. Subjektiver Tatbestand der Fahrlässigkeit? Bei Bedarf können weitere Themen vergeben werden. Die Anmeldung für die Seminare und die Themenvergabe sind ab sofort möglich. Mit dem Thema erhalten Sie eine konkrete Aufgabenstellung und weitere Hinweise. Bitte wenden Sie sich hierzu an die Mitarbeiterin der Lehrprofessur, Frau Dr. Kempf, email: claudia.kempf@jura.uni-­‐regensburg.de – bzw. bei Nachfragen, die sich während der Bearbeitung des Themas ergeben, an mich, email: aschum@rz.uni-­‐leipzig.de Die Seminare werden als Blockveranstaltungen im Januar 2015 stattfinden. Am 30. Oktober 2014 biete ich zur näheren Information eine Vorbesprechung an. Sie dient auch dem gemeinsamen Kennenlernen und Austausch über den Stand Ihrer Arbei-­‐
ten. Zeit und Ort: 16 Uhr, RWS 001 Abgabetermin der Seminararbeit ist spätestens Donnerstag, der 18. Dezember 2014, 12 Uhr. 2 
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