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Ausgabe vom 08.01.2015 [pdf, 86.11k]

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Deutsche Botschaft Moskau
- Pressereferat Russland in deutschsprachigen (Online-)Medien
08.01.2015
Redaktion: Bettina Wagner
Russland in deutschen Medien wird zur internen Unterrichtung der Botschaft zusammengestellt und enthält eine
Auswahl von Artikeln aus in Deutschland, Österreich und der Schweiz erscheinenden Presseerzeugnissen, die aus
dem Internetangebot dieser Medien heruntergeladen werden, weshalb sich zeitliche Verschiebungen gegenüber der
Veröffentlichung im jeweiligen Druck-Medium ergeben können.
Wenn Fakten nicht mehr zählen, Tagesspiegel.de .......................................................................... 1
Zähes Diplomatenringen um die Ukraine, derStandard.at .............................................................. 1
Der unbequeme Gast, Tagesspiegel.de ............................................................................................ 2
Griff nach Westen, Welt.online ....................................................................................................... 2
Russlands Mega-Baustelle, Spiegel.online...................................................................................... 2
Der deprimierende Model-Traum einer jungen Russin, Welt.online .............................................. 4
Kulturpolitik in der Ukraine: Der Trend zum Verbot, derStandard.at ............................................ 4
Katja, 9 Jahre: "Manchmal spiele ich Model", Zeit.online ............................................................. 5
Russland und der Informationskrieg
Wenn Fakten nicht mehr zählen, Tagesspiegel.de
von Claudia von Salzen, 06.01.2015
Im Ukraine-Krieg hat der Kampf um die öffentliche Meinung eine neue Dimension
erreicht, in Moskau ist von einem "Informationskrieg" die Rede. Russland versucht, das
Vertrauen in nachprüfbare Tatsachen auszuhöhlen. Ein Kommentar.
Jeder Krieg ist heute auch ein Kampf um die öffentliche Meinung. Doch der Krieg in der
Ukraine markiert eine Zeitenwende, Russland selbst spricht von einem „Informationskrieg“.
Welche Dimension diese Auseinandersetzung annehmen und dass sie mitten in Europa geführt
werden würde, hätte vor dem Ukraine-Konflikt kaum jemand für möglich gehalten. […]
http://www.tagesspiegel.de/meinung/russland-und-der-informationskrieg-wenn-fakten-nicht-mehrzaehlen/11193370.html
Zähes Diplomatenringen um die Ukraine, derStandard.at
von André Ballin, 06.01.2015
Gipfel in Astana weiter offen - Kiew setzt auf militärischen Erfolg im Osten
Berlin/Kiew/Moskau - Eine friedliche Lösung für die Ukraine-Krise ist weiterhin nicht in Sicht:
Bei einem Treffen hochrangiger Diplomaten aus Russland, der Ukraine, Frankreich und
Deutschland am Montag in Berlin blieben viele Fragen offen. Ein Vertreter der deutschen
Bundesregierung nannte die Gespräche "konstruktiv" und sprach von "Fortschritten". […]
http://derstandard.at/2000010050324/Zaehes-Diplomatenringen-um-die-Ukraine
Ukraines Regierungschef Arseni Jazenjuk in Berlin
Der unbequeme Gast, Tagesspiegel.de
von Nina Jeglinski und Elke Windisch, 06.01.2015
Der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk kommt an diesem Mittwoch nach Berlin.
Von ihm sind zunehmend schärfere Töne zu hören. Nicht nur gegen Russland, auch
gegenüber dem Westen, von dem er nachdrücklich mehr Hilfe fordert.
Eigentlich sind in Kiew noch Weihnachtsferien, nach Neujahr und dem orthodoxen
Weihnachtsfest ist an diesem Mittwoch der erste Weihnachtstag. Für Ministerpräsident Arseni
Jazenjuk und seine Regierungsmannschaft fallen die langen, bis Mitte Januar dauernden
Feiertage jedoch aus. Jazenjuk kommt an diesem Mittwoch nach Berlin, er wird am Donnerstag
Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einem Vier-Augen-Gespräch treffen. […]
http://www.tagesspiegel.de/politik/ukraines-regierungschef-arseni-jazenjuk-in-berlin-der-unbequemegast/11193480.html
Griff nach Westen, Welt.online
Kommentar von Ulrich Clauß, 08.01.2015
Die Sache ist ernster, als viele sie nehmen. Der Cyberangriff einer prorussischen Hacker-Gruppe
auf Infrastruktur von Parlament und Regierungseinrichtungen in Berlin ist die Fortsetzung einer
verdeckten Kriegsführung, die als konzertierte Aktion die russische Aggression in der Ukraine
begleitet. Über den Hintergrund dieses Angriffs muss man sich keine Illusionen machen. […]
http://www.welt.de/print/welt_kompakt/debatte/article136138415/Griff-nach-Westen.html
WM-Arena in St. Petersburg
Russlands Mega-Baustelle, Spiegel.online
Aus St. Petersburg berichten Benjamin Bidder und Lukas Eberle, 06.01.2015
In St. Petersburg wird eine bombastische Arena errichtet, eine Milliarde Euro könnte das
Prestigeprojekt der WM 2018 verschlingen. Der Vize-Gouverneur verteidigt den
Gigantismus: "Wir bauen für ganz Russland."
Ein kühler Morgen auf Krestowskij Ostrow, einer Insel in der Newa-Bucht von St. Petersburg
mit Nobelhotels und Segeljachten. Der Baukonzern Transstroj, der dem Milliardär und
Oligarchen Oleg Deripaska gehört, treibt dort Russlands derzeit wichtigstes Bauwerk voran: ein
Fußballstadion. Arbeiter aus Tadschikistan und Usbekistan schleppen Holzbalken über die
Tribünen, inmitten der Arena steht ein Gewirr aus Pfeilern, die Schienen stützen - mit einer Art
Hochbahn wird in diesen Tagen die Dachkonstruktion montiert.
Dieses Dach, klärt eine Broschüre auf, werde später einmal so viel wiegen wie 473 russische
Kampfpanzer. Der Bauleiter erläutert, die Arena werde eine verschließbare Kuppel bekommen,
schließlich sollen hier auch bei minus 30 Grad Celsius einmal Fußballspiele stattfinden. Ein
Tribünenteil ist unten hohl, damit der mobile Rasen aus dem Stadion gefahren werden kann.
Seit 2007 wird auf der Insel gearbeitet. 2009 sollte eigentlich die Stadioneröffnung sein, seitdem
verschoben die Konstrukteure den Termin 20-mal nach hinten. Pannen und Fehlplanungen
trieben die Kosten in irrwitzige Höhen. 190 Millionen Euro sollte der Bau anfangs kosten, wie
teuer er am Ende wird, weiß niemand so genau. Wissenschaftler der Universität Zürich rechnen
mit fast einer Milliarde Euro - es wäre neben dem Londoner Wembley Stadion das teuerste
Fußballstadion der Welt.
Der Fußballpalast in St. Petersburg ist ein Politikum. Er soll nicht nur die neue Heimat des Klubs
Zenit werden, die Multifunktionsarena gilt als Prestigeobjekt, als Symbol für Russlands
Bestreben, zum Zentrum der Sportwelt aufzusteigen. Neben mehreren Spielen der
Weltmeisterschaft 2018 werden hier auch vier Partien der Europameisterschaft 2020
ausgetragen.
"Das Stadion wird ein Unikat, eine Luxusarena", sagt Marat Oganesjan und lässt sich in seinen
Chefsessel fallen. Das Büro des Vizegouverneurs der Stadt liegt im Inneren der Betonschüssel,
seit anderthalb Jahren ist er für den Bau verantwortlich. Oganesjan übernahm schon öfter
Projekte von nationaler Bedeutung, die zum Milliardengrab geworden waren. 2011 schloss er die
kostenintensive Renovierung des Moskauer Bolschoi-Theaters ab.
Im Mai 2016 sei die Arena fertig, ohne Wenn und Aber
In St. Petersburg setzt er jetzt 2500 Arbeiter ein, 16 Stunden am Tag ist die Baustelle in Betrieb.
Seit Anfang November wird sie beheizt, damit die Arbeiten im Winter weitergehen können. Man
sei stolz, sagt Oganesjan, über 90 Prozent des Materials in Russland einzukaufen, die
Wirtschaftssanktionen des Westens berühren ihn nicht. Im Mai 2016 sei die Arena fertig, ohne
Wenn und Aber. Er spricht gerne über die Zukunft, über die Vergangenheit dagegen weniger.
Dreimal musste der Bau gestoppt werden. Nachdem Russland 2010 den WM-Zuschlag erhalten
hatte, bekam das Stadion 68.000 statt 62.000 Plätze, mehr VIP-Logen und Super-VIP-Logen.
Teile der Tribüne wurden zurückgebaut und neu errichtet. Der Baukonzern Transstroj behauptet,
die Fifa habe einen steileren Neigungswinkel gefordert, damit die Zuschauer in den Oberrängen
bessere Sicht hätten. Der Weltverband teilt auf Anfrage allerdings mit, solche Auflagen nie
gestellt zu haben.
Voriges Jahr kam auf der Baustelle ein Arbeiter ums Leben, ein herabstürzendes Metallstück
hatte ihn erschlagen. Ministerpräsident Dmitrij Medwedew bezeichnete die Misere rund um die
neue Arena als Schande. Dem Staatskonzern Gazprom wurde das Projekt unheimlich, das
Unternehmen stieg als Geldgeber aus, jetzt muss die Stadt alles selbst bezahlen.
"Das Land braucht dieses Stadion"
Vizegouverneur Oganesjan lehnt sich zurück. Die Fifa-Inspektoren, die im Herbst zu Besuch
waren, seien "überaus zufrieden" gewesen, sie hätten "sogar gestaunt", sagt er. Im Übrigen
rechne er mit Kosten von höchstens 10.000 Euro pro Sitzplatz, das sei nicht viel für so ein
Vorhaben. "Wir bauen nicht nur für St. Petersburg", sagt Oganesjan, "wir bauen für ganz
Russland. Das Land braucht dieses Stadion, es zeigt, wie ehrgeizig wir sind."
Russland will mit der Fußball-WM den Beweis antreten, dass es den westlichen
Industrienationen mindestens ebenbürtig ist. Vor acht Wochen war Fifa-Chef Joseph Blatter in
Moskau, Präsident Wladimir Putin hatte zu diesem Treffen die wichtigsten Minister seines
Kabinetts am Tisch versammelt.
Das Turnier in Russland ist Chefsache, und die Stadien sind in Beton gegossenes
Geltungsbedürfnis. Dabei ist es nebensächlich, was sie kosten oder was aus ihnen später wird. Es
geht um den Effekt, nicht um Effizienz - für Effizienz gibt es im Russischen keinen Begriff.
Schon die Winterspiele im vergangenen Februar in Sotschi waren teurer als alle vorherigen
zusammen. Die Gesamtkosten für die zwölf WM-Arenen haben sich seit 2010 mehr als
verdoppelt, wegen der Wirtschaftskrise ist das Organisationskomitee inzwischen auf Spenden
von Privatpersonen angewiesen.
"Ich warte bis heute auf einen Businessplan"
An den Plänen ändert sich deswegen aber nichts: Im Zuge des Turniers bekommt Russland
knapp eine halbe Million neuer Zuschauerplätze, dabei sind die Stadien in der Premjer-Liga
schon jetzt im Schnitt nur zu 60 Prozent gefüllt.
Für Alexej Kowaljow ist die St. Petersburger Arena ein "schwarzes Loch". Kowaljow ist im
Stadtparlament Fraktionschef der Oppositionspartei Gerechtes Russland. Der Haushaltspolitiker
verfolgt den Bau des Sporttempels. Besser gesagt: Er versucht es.
"Wir haben nie Dokumente erhalten, die uns die explodierenden Kosten erklären", sagt er, "ich
warte bis heute auf einen Businessplan." Die wahren Zahlen würden wohl nie rauskommen. Als
die Arena immer teurer wurde, hätten die Baufirma und die Regierung einen neuen Vertrag
aufgesetzt. "Der bleibt geheim, damit unterm Strich eine größere Zahl stehen kann. Mit diesem
Trick wird unser Volk beklaut", sagt Kowaljow. Er kämpft dafür, dass St. Petersburg kein WMSpielort wird. Es ist ein vergeblicher Kampf.
Zusätzlich zur Arena sollen noch eine neue Metrolinie, eine Fußgängerbrücke zum Festland und
eine Schnellstraße zum Flughafen gebaut werden. Stadtoberhaupt Georgij Poltawtschenko kam
schon eine Idee, wie man etwas schneller fertig werden könnte: "Jeder Bürger, der den Fußball
liebt, ist eingeladen, auf der Baustelle mit anzupacken."
http://www.spiegel.de/sport/fussball/wm-2018-arena-in-st-petersburg-koennte-eine-milliarde-kostena-1011275.html
Murmansk
Der deprimierende Model-Traum einer jungen Russin,
Welt.online
Von Julia Smirnova, 06.01.2015
Eine zarte Schönheit in Murmansk, 14 Jahre alt. Ihr Ziel: als Model nach Paris! Hauptsache, fort
vom dunklen Polarkreis, fort aus Russland. Das wollen hier viele, es gibt sogar eine ModelSchule.
Dascha Meteljowa ist um kurz vor sechs Uhr aufgestanden. Sie hat sich geschminkt und die
Haare gemacht. Sie öffnet die Haustür. Im Treppenhaus blättert die Farbe ab, Dascha tritt raus in
die Dunkelheit. Schon im November wird es in Murmansk erst um zehn Uhr hell, im Dezember
beginnt die Polarnacht, sie dauert bis Februar. Dann setzt die Dämmerung ein und hält mehrere
Stunden an, die Sonne sieht man nicht. Im Winter stehen in den Fenstern Tageslichtlampen, sie
sollen für die Pflanzen die Sonne ersetzen. […]
http://www.welt.de/vermischtes/article136054995/Der-deprimierende-Model-Traum-einer-jungenRussin.html
Kulturpolitik in der Ukraine: Der Trend zum Verbot,
derStandard.at
von Herwig G. Höller aus Kiew, 08.01.2015
Die ukrainische Kulturpolitik schrumpft zur Marginalie, staatliche Institutionen zensieren
politisch motiviert
In der Ukraine sind seit November 69 russische Kinofilme und Fernsehserien verboten worden.
Kulturministerium, Geheimdienst SBU und der Verband der Filmschaffenden hatten sich zuvor
mit einer dementsprechenden Bitte an die staatliche Filmagentur der Ukraine gewandt, die
unverzüglich zur Tat schritt und allen Werken die Vorführerlaubnis entzog. […]
http://derstandard.at/2000010099301/Ukraine-Der-Trend-zum-Verbot
Weihnachten
Katja, 9 Jahre: "Manchmal spiele ich Model", Zeit.online
von Mareike Aden, 07.01.2015
ZEIT-Reporter haben Kinder in den Krisenregionen des Jahres 2014 besucht und sie gefragt, was
sich ändern muss. Die 9-jährige Katja aus der Ukraine floh mit ihren Eltern und Geschwistern
aus Luhansk nach Kiew.
Die ganze Woche über freut sich Katja Wassiljewskaja auf den Samstag und den Sonntag. Seit
die Neunjährige in Kiew die vierte Klasse besucht, geht sie nicht mehr gern zur Schule. Sie ist
die Kleinste in der Klasse und die Einzige, die aus dem Osten der Ukraine stammt. […]
http://www.zeit.de/2014/53/wunschzettel-ukraine
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