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Der Grenzgänger und Bildung - Volksbank Rhein

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Internationale
Erich Fried
Gesellschaft
Heinz Lunzer
Präsident der Internationalen
Erich Fried Gesellschaft
info@literaturhaus.at
www.literaturhaus.at/partner/
Seidengasse 13
1070 Wien | Österreich
Tel. +43 1 5262044-0
Fax +43 1 5262044-30
info@literaturhaus.at
www.literaturhaus.at
Der Erich Fried Preis wird seit 1990 durch die Internationale Erich Fried Gesellschaft
für Literatur und Sprache vergeben. Gestiftet wird der Preis vom Bundeskanzleramt –
Sektion Kunst | Kultur.
Er wird nicht für ein Lebenswerk vergeben, sondern soll an „deutschsprachige Autor­
innen und Autoren jüngerer Jahrgänge gehen, die noch eine – hoffentlich große – litera­
rische Zukunft vor sich haben.“ (Aus der Satzung der Erich Fried Gesellschaft).
Bisherige JurorInnen und PreisträgerInnen
2003Robert Schindel – Robert Menasse
1990Hans Mayer – Christoph Hein
2004Wilhelm Genazino – Brigitte
1991Ernst Jandl – Bodo Hell
Oleschinski
1992Christa Wolf – Paul Parin
2005Christoph Ransmayr – Yaak Karsunke
1993Walter Jens – Robert Schindel
2006Michael Krüger – Marcel Beyer
1994Adolf Muschg – Jörg Steiner
2007Ilma Rakusa – Peter Waterhouse
1995Friederike Mayröcker – Elke Erb
2008Katja Lange-Müller – Alois Hotschnig
1996György Konrád – Paul Nizon
2009Josef Winkler – Esther Dischereit
1997Ilse Aichinger – Gert Jonke
2010Urs Widmer – Terézia Mora
1998Volker Braun – Bert Papenfuß
2011Barbara Frischmuth – Thomas Stangl
1999Elfriede Jelinek – Elfriede Gerstl
2012Lutz Seiler – Nico Bleutge
2000György Dalos – Klaus Schlesinger
2013Kathrin Röggla – Rainer Merkel
2001Brigitte Kronauer – Otto A. Böhmer
2014Monika Maron – Judith Hermann
2002Christina Weiss – Oskar Pastior
Judith Hermann, Berlin, Februar 2014
© Andreas Labes
Ein besonderer Dank gilt Christl Fallenstein für ihre Anregungen und ihre
Unterstützung des Friederike Mayröcker Symposiums.
Textredaktion: Anne Zauner; Grafik: Thomas Auer
Friederike Mayröcker © Brigitte Friedrich / www.brigitte-friedrich.com
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Friederike Mayröcker Symposium
Erich Fried Preis 2014
»und ich schüttelte meinen Text
und ich erwartete weitere Früchte«
Friederike Mayröcker zum 90. Geburtstag
Symposium
Freitag, 21.11.2014
15.00–18.00 Uhr
Übersetzungsworkshop 1 zu Lyrik von Friederike Mayröcker.
Geleitet von der russischen Wissenschafterin und Übersetzerin Juliana Kaminskaja.
Das folgende, bislang noch nicht übersetzte Mayröcker Gedicht wird im Vorfeld in
möglichst viele Sprachen übertragen – die Übersetzungen bilden dann die Arbeits­
grundlage für den Workshop:
dieser Nachsommer der mich mit seinen
grünen Armen umschlungen hält diese
glücklichste Stunde eine Viole am Himmel diese
langsamen Schritte die Strasze hinunter dieses
grüne Blatt in meinem Kalender diese roten
Blüten im grünen Gebüsch diese Gefühle vogelfrei nämlich mein hohes Herz dies in der letzten
Sonne Sitzen so laubumwunden dieses eigene
Spiegelbild in der gläsernen Efeu Wand diese
glücklichste Stunde Tagmond am Horizont diese
welkende Sonnenblume im wehenden Garten diese
natürliche Vogelkehle von seitwärts blendet die Sonne
3.10.06
Aus: „dieses Jäckchen (nämlich) des Vogel Greif“ (S. 158).
im Gastgarten des Cuadro am Margaretenplatz geschrieben
19.00 Uhr
Fried-Lecture von Peter Waterhouse
Lesung Friederike Mayröcker: „Lyrics“
Peter Waterhouse nimmt das Jahr 1966 zum Ausgangspunkt seines Vortrags – das Jahr,
in dem Mayröckers erster Sammelband von Lyrik Tod durch Musen. Poetische Texte
und Erich Frieds frühes politisches Credo und Vietnam und erschienen.
Anschließend liest Friederike Mayröcker unter dem Titel „Lyrics“ neue Gedichte.
Peter Waterhouse, geb. 1956, lebt in Wien. Studium der Anglistik und Germanistik
an der Universität Wien. Verfasser von Lyrik, Essays, Erzählungen, Theaterstücken,
Sachbüchern und Romanen, Herausgeber und Übersetzer aus dem Englischen und
Italienischen. 2000 gründete er die „Wolfenbütteler Übersetzergespräche“; ausgezeichnet
u. a. mit dem Erich Fried Preis 2007 und dem Großen Österreichischen Staatspreis
2012. Zuletzt erschienen: »Prosperos Land« (2001); »Von herbstlicher Stille umgeben
wird ein Stück gespielt« (2003); »Die Nicht-Anschauung« (2005); »(Krieg und Welt)«
(2006); »Honigverkäufer im Palastgarten und das Auditorium Maximum« (2010).
Samstag, 22.11.2014
15.00–18.00 Uhr
Übersetzungsworkshop 2: Ist die Prosa von Friederike Mayröcker übersetzbar, oder
wie kann man die »Inklination zum triefenden Schreiben« übertragen?
Geleitet von der bulgarischen Übersetzerin, Publizistin und Lektorin Bisera Dakova.
Die Prosa Friederike Mayröckers ist simpel und vielschichtig, anspruchslos und
assoziationsreich. Wenn man einen Prosatext dieser Autorin in eine andere Sprache
übertragen will, muss man vor allem die Verdrängung der Narration beachten.
Statt einer Erzählung entfalten sich hier die auffallend-prägnanten Motive, die
über­sensitiven Bewusstseinsinhalte oder, anders formuliert, die Texte Mayröckers
sind von einer allmächtigen »Inklination zum triefenden Schreiben« besessen.
Bisera Dakova, Sofia, im September 2014
19.00 Uhr
Mayröcker übersetzen
Roundtable
Drei Übersetzerinnen und ein Übersetzer, die Mayröckers »Scardanelli«-Gedichte
(Suhrkamp, 2009) übersetzt haben oder gerade übersetzen, diskutieren mit dem Lite­
raturwissenschafter Walter Hinderer Fragen von Texttreue und dichterischer Freiheit,
über sprachliche Besonderheiten und kulturelle Unterschiede.
Mit Juliana Kaminskaja / Übersetzung ins Russische, José Luis Reina Palazón / Über­
setzung ins Spanische, Liselotte Pope-Hoffmann / Übersetzung ins Englische, Julia
Schiff / Übersetzung ins Ungarische.
Moderation: Walter Hinderer (Princeton University)
Bisera Dakova, geb. 1966 in Gabrovnitza, Bulgarien. Übersetzerin, Publizistin und
Lektorin. Seit 2003 im Institut für Literatur an der Bulgarischen Akademie der Wissen­
schaften tätig; seit 2006 Gastlektorin am Institut für Slavistik der Universität Wien.
Walter Hinderer, geb. 1934 in Ulm. Professor emeritus an der Princeton University,
USA. Zahlreiche Publikationen zur deutschen Literatur des 18., 19. und 20. Jahr­
hunderts, zur Literaturtheorie, Ästhetik, Literaturkritik, Rede und Rhetorik, Mental­
geschichte, sowie zu Politik und Literatur.
Juliana Kaminskaja, geb. 1969 in St. Petersburg. Literaturwissenschafterin und
Übersetzerin. Seit 2003 Dozentin an der Staatlichen Universität von St. Petersburg.
Regelmäßige Gastdozenturen und -vorträge an deutschsprachigen Universitäten.
José Luis Reina Palazón, geb. 1941 in Sevilla. Lyriker und Übersetzer. Zahlreiche
Übersetzungen aus dem Deutschen (Trakl, Celan), Französischen (Mallarmé), Italie­
nischen (Ruffilli) und Russischen (Achmatova) ins Spanische.
Liselotte Pope-Hoffmann, Pädagogin, Wissenschafterin und Übersetzerin. Dozentin
an der Universität Wien, zahlreiche Gastdozenturen und -vorträge (u. a. University of
Reading, University College Galway, Goethe Institut Nairobi).
Julia Schiff, geb. 1940 in Detta, Rumänien, lebt in München. Autorin und Überset­
zerin aus dem Ungarischen und Rumänischen. Veröffentlichungen zuletzt: Übers.:
»Licht machen, nur um Schatten zu sehen«, Gedichte. Original von János Marno
(2010), »Reihertanz« (Roman, 2011), »Verschiebungen« (Roman, 2013).
FRIED PREIS 2014
Sonntag, 23.11.2014
11.00 Uhr
Verleihung der Erich Fried Preises 2014 an Judith Hermann
Begrüßung:
Robert Huez – Leiter des Literaturhauses Wien
Walter Hinderer – Präsidiumsmitglied der Internationalen Erich Fried Gesellschaft
Ausblicke:
Anne Zauner – Kuratorin des Internationalen Literaturfestivals Erich Fried Tage
Laudatio:
Monika Maron – alleinige Jurorin des Erich Fried Preises 2014
Grußworte:
Detlev Rünger – Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Österreich
Verleihung des Erich Fried Preises 2014:
Josef Ostermayer – Bundesminister für Kunst und Kultur
Preisrede:
Judith Hermann
Judith Hermann erzählt kühl und gleichermaßen zärtlich von Menschen, die tastend
und sehnsüchtig ihren Platz in einer Gesellschaft suchen, die das Individuum in die
Freiheit entlassen hat, eine Freiheit, die Sehnsucht erzeugt nach Sinn und Verbindlichkeit. Damit beschreibt sie nicht nur die emotionale Verunsicherung der jungen
Generation, sondern auch die ihrer desillusionierten Eltern und Großeltern, denen
die kollektiven Ziele und Träume im Laufe des Lebens abhanden gekommen sind.
Mit ihrer erzählerischen Kunst hat Judith Hermann das Stiefkind der deutschen Literatur, die Erzählung, wieder in den Mittelpunkt literarischen Interesses gerückt.
Monika Maron, Berlin, im September 2014
Judith Hermann wurde 1970 in Berlin geboren. 1998 erschien ihr erstes Buch »Som­
merhaus, später«, dem eine außerordentliche Resonanz zuteil wurde und für das sie
mit dem Literaturförderpreis der Stadt Bremen, dem Hugo-Ball-Förderpreis und dem
Kleist-Preis ausgezeichnet wurde. 2003 kam der zweite Erzählband »Nichts als Ge­
spenster« heraus. Vier der Geschichten wurden in einem Episodenfilm gleichen Titels
2007 verfilmt. Für ihren dritten Erzählband »Alice« (2009) erhielt Judith Hermann
den Friedrich-Hölderlin-Preis. 2014 erschien ihr viel beachteter erster Roman »Aller
Liebe Anfang«. Die Autorin lebt und schreibt in Berlin.
Monika Maron wurde 1941 in Berlin geboren. Nach dem Studium der Theater­
wissenschaften und Kunstgeschichte war sie als Regieassistentin beim Fernsehen
und als Reporterin für die »Wochenpost« tätig; seit 1976 freie Schriftstellerin. Sie
veröffentlichte u. a. die Romane »Flugasche«, »Die Überläuferin«, »Stille Zeile
Sechs«, »Animal triste«, »Pawels Briefe«, »Endmoränen« und »Ach Glück«, außer­
dem mehrere Essaybände und die Reportage »Bitterfelder Bogen«. Zuletzt erschien
der Roman »Zwischenspiel«. Auszeichnungen: u. a. Kleist-Preis 1992, FriedrichHölderlin-Preis 2003, Lessing-Preis 2011. 1988 siedelte Maron von Ost-Berlin in die
Bundesrepublik über, wohnte zunächst in Hamburg und lebt heute wieder in Berlin.
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Seele and Geist
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