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D10 Nebenwirkungen

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362
D10 – Nebenwirkungen
D 10 Nebenwirkungen
M. H. Seegenschmiedt
Allgemeine Aspekte
Fortschritte in der Onkologie beruhen auf ständiger Verbesserung etablierter Tx – gerade
bei multimodalen Therapieansätzen. Sie verbessern die Wirksamkeit der Tx oder vermindern die NW (Toxizität) zum Erhalt einer besseren Lebensqualität. So kann z. B. die
Modulation von CTx (neue Substanzen) und RTx (Einzel-, Gesamtdosis, Fraktionierung,
technische Weiterentwicklung) in sequenzieller oder simultaner Anwendung das klinische Ansprechen verbessern u/o die Tx-bedingten NW an verschiedenen Organen vermindern. Auch eine erst nachgeschaltete Chirurgie kann bei neoadjuvanten Konzepten
zum Erhalt von Funktionen und Organen führen.
Im Verlauf jeder Tumorbehandlung ist es wichtig, Organveränderungen und Symptome
durch die onkologische Tx oder die supportive Tx von tumorbedingten Veränderungen
(Rezidiv, Met.) und evtl. vorbestehenden nicht malignen Begleiterkrankungen zu unterscheiden. Dies erfordert immer eine Basisdokumentation vor Beginn der Tumortherapie.
Alle Tx-bedingte NW stellen somit neben dem Tumoransprechen, der Lebenserwartung
und den Heilungschancen einen wichtigen Maßstab der onkologischen Tx dar. Das Auftreten und Ausmaß von Tx-bedingten NW sind für die zukünftige Lebensqualität des
Patienten entscheidend, gerade bei langfristigem tumorfreiem Überleben. Sie werden
neben der Überlebensrate immer als zentrale Messparameter bei der Beurteilung von
onkologischen Tx-Konzepten berücksichtigt.
Die sorgfältige Dokumentation von NW gehört zu den wichtigsten Aufgaben in der klinischen Onkologie. Dies schließt alle Tx-bedingten NW und Folgekrankheiten ein. Internationaler Erfahrungsaustausch und wissenschaftlicher Fortschritt setzen die einheitliche
Erfassung, Verarbeitung und Auswertung von vergleichbaren Daten über den gesamten
Behandlungs- und Nachsorgezeitraum voraus. Zur weiteren Verbesserung der Qualitätssicherung in der Onkologie wurde daher seit 1990 eine standardisierte Dokumentation zur Erfassung Tx-bedingter NW vom National Cancer Institute in den USA entwickelt, die Common Toxicity Criteria (CTC). Mehrere Arbeitsgemeinschaften in der Deutschen
Krebsgesellschaft haben später durch die Erweiterung der CTC (s. u.) eine umfassende
Systematik geschaffen, die es auch ermöglicht, akute und chronische NW nach CTx und
RTx vollständig zu erfassen. Daneben gibt es aber international noch eine Systematik
zur Erfassung von radiogenen Spätfolgen (LENT-SOMA; Late Effects Normal Tissue – Subjective, Objective, Measures, Analytic Criteria). Grundsätzlich sind für alle Therapien
akute und chronische NW zeitlich voneinander zu unterscheiden. Die akuten NW sind
definiert innerhalb von und bis zu 90 Tagen nach Abschluss der Tumortherapie, danach
gelten sie als chronische NW.
Sämtliche Nebenwirkungen können seit 2010 – unabhängig von der Vorbehandlung
und dem Zeitpunkt des Auftretens – mit dem international etablierten System der CTCAE
(= Common Terminology Criteria Adverse Events) des National Cancer Institute (NCI)/
National Institutes of Health (NIH) erfasst und permanent aktualisiert werden; sie sind
derzeit in der Version 4.03 im Internet hinterlegt.
(Einzelheiten ჹ Internetversion: www.onkologie2014.de)
2,6–5,0 x N
nichtinvasive oder
medikamentöse
Maßnahmen
NW gut
beherrschbar
1,26–2,5 x N
keine Therapie
erforderlich
spontane Rückbildung der NW
Ergebnis nach spe- –
zifischer Therapie
GRUNDLAGEN
Normbereich (N)
Relative Abwei≤ 1,25 N
chung (N = Normalwert)
Spezifische Thera- keine Therapie
pie der NW
Laborparameter
Grad 2:
„stark“/„ausgeprägt“
2
mäßige/deutliche
organspezifische
NW
mäßige/deutliche
Symptomatik
(± 25 %)
mäßige/deutliche
Abweichung, gut
korrigierbar
Grad 1:
„mäßig“/„deutlich“
1
geringe/leichte
organspezifische
NW
geringe/leichte
Symptomatik
(± 10 %)
geringe/leichte
Abweichung, nicht
korrekturbedürftig
Schweregrad der NW „keine“
„gering“/„leicht“
Zahlencode
0
Spezif. Organsys- keine organspezifitem
schen NW
z. B. Lunge
Klinische Zeichen keine Symptome
und Symptome
massive invasive
oder medikamentöse Maßnahmen
NW nur schwer
beherrschbar
Grad 3:
„lebensbedrohlich“
3
starke/ausgeprägte organspezifische NW
starke/ausgeprägte Symptomatik (± 50 %)
starke/ausgeprägte Abweichung, schwer
korrigierbar
5,1–10,0 x N
chirurgische Intervention erforderlich
NW evtl. nicht
mehr ganz
beherrschbar
≥ 10 x N
Grad 4:
„letal“
4
lebensbedrohliche
organspezifische
NW
lebensbedrohliche
Symptomatik
(± 75 %)
lebensbedrohliche
Abweichung, nicht
korrigierbar
NW nicht mehr
beherrschbar
Todesfolge trotz
intensiver Therapie
Todesfolge bei
Stoffwechselstörung oder
Organversagen
–
5
Grad 5 (Tod) durch
organspezifische
NW
Todesfolge bei
Organversagen
A*
Einteilung von Nebenwirkungen in der Onkologie – Allgemeine Prinzipien
(nach Seegenschmiedt MH, Nebenwirkungen in der Onkologie. Internationale Systematik und Dokumentation. Springer, Berlin–Heidelberg, 1998)
D10 – Nebenwirkungen
363
Grad 2:
„stark“/„ausgeprägt“
leichte Verzögerung, Unterbrechung bzw. Dosismodifikation
(≤ 10 %)
Grad 3:
„lebensbedrohlich“
ausgeprägte Verzögerung, Unterbrechung bzw.
Dosismodifikation
(> 10 %)
Grad 4:
A*
„letal“
sofortiger und voll- –
ständiger Therapieabbruch erforderlich
Therapiebezogene Todesfälle sollten immer ausführlich im Freitext dokumentiert und immer auch bei der Beurteilung von Therapieresultaten berichtet werden.
Grad 1:
„mäßig“/„deutlich“
Therapiefortführung nicht beeinträchtigt
Klassifikation von akuten Nebenwirkungen (Common Toxicity Criteria, CTC* – Vereinfachte deutsche Fassung, Version 1.0, 1995)
Zusammenstellung von M.H. Seegenschmiedt, W. Haase, K. Schnabel, R.-P. Müller – Arbeitsgruppe „Qualitätssicherung in der Radioonkologie“
(Stand: Juli 1995)
Grad / Toxizität
0
1 = gering/leicht
2 = mäßig/deutlich
3 = stark/ausgeprägt
4 = lebensbedrohlich
Laborwerte
1. Blut/Knochenmark
Leukozyten (x 109/l)
≥ 4,0
< 4,0 – 3,0
< 3,0 – 2,0
< 2,0 – 1,0
< 1,0
Thrombozyten (x 109/l)
≥ 100,0
normal – 75,0
< 75,0 – 50,0
< 50,0 – 25,0
< 25,0
Hämoglobin (g/dl)
≥ 11,0
normal – 10,0
< 10,0 – 8,0
< 8,0 – 6,5
< 6,5
Granulozyten (x 109/l)
≥ 2,0
< 2,0 – 1,5
< 1,5 – 1,0
< 1,0 – 0,5
< 0,5
≥ 2,0
< 2,0 – 1,5
< 1,5 – 1,0
< 1,0 – 0,5
< 0,5
Lymphozyten (x 109/l)
*
Schweregrad der NW „keine“
„gering“/„leicht“
Folgen für die
keine Konsequenz
onkologische
Therapie
364
D10 – Nebenwirkungen
normal
Amylase
GRUNDLAGEN
116 – 160
55 – 64
< 116
> 64
> 1,0 – 1,5 x N
–
1,0 – 2,5 x N
1,0 – 2,5 x N
normal
normal
normal
> 1,0 – 1,5 x N
<3
normal
keine
< 30 / < 11
< 1,00 – 0,75 x N
> 1,00 – 1,25 x N
> 1,00 – 1,66 x N
normal
normal
normal
< 20 / 7,5
1 = gering/leicht
0
Harnstoff (mg/dl / mmol/l)
4. Leber
Bilirubin
Transaminasen
Alkalische Phosphatase
5. Stoffwechsel
Hyperglykämie (mg/dl)
Hypoglykämie (mg/dl)
Grad / Toxizität
2. Blutgerinnung
Fibrinogen
Prothrombinzeit
Part. Thromboplastinzeit
3. Niere/Blase
Kreatinin
Proteinurie (g/l)
1,5 – 2,0 x N
161 – 250
40 – 54
1,0 – 1,5 x N
2,6 – 5,0 x N
2,6 – 5,0 x N
31 – 50 / 11 – 18
1,5 – 3,0 x N
3 – 10
0,74 – 0,50 x N
1,26 – 1,50 x N
1,67 – 2,33 x N
2 = mäßig/deutlich
2,1 – 5,0 x N
251 – 500
30 – 39
1,5 – 3,0 x N
5,1 – 20,0 x N
5,1 – 20,0 x N
> 50 / 18
3,1 – 6,0 x N
> 10
0,49 – 0,25 x N
1,51 – 2,00 x N
2,34 – 3,00 x N
3 = stark/ausgeprägt
> 500 / Ketoazidose
< 30 / hypoglykäm.
Schock
≥ 5,1 x N
> 3,0 x N
> 20,0 x N
> 20,0 x N
> 6,0 x N
nephrotisches
Syndrom
–
ื 0,24 x N
> 2,00 x N
> 3,00 x N
4 = lebensbedrohlich
D10 – Nebenwirkungen
365
2,65 – 2,87
2,10 – 1,95
1,40 – 1,20
131 – 135
3,50 – 3,00
gering, normale
Nahrungsaufnahme
≤ 2,65
> 2,10
> 1,40
> 135
> 3,50
keine
keines
keine
keine
Erbrechen
Diarrhö
Stomatitis
geringes Wundsein,
Erythem oder
schmerzh. Erosionen
gering vermehrt
(2 – 3 Stühle/d)
gering (1 x/d)
1 = gering/leicht
0
Grad / Toxizität
6. Sonstige (in mmol/l)
Hyperkalzämie
Hypokalzämie
Hypomagnesiämie
Hyponatriämie
Hypokaliämie
Gastrointestinaltrakt
Übelkeit
mäßig vermehrt
(4 – 6 Stühle/d) o.
nächtl. Stühle o. mäß.
Krämpfe
mäßig schmerzhaft,
Erythem, Ödem oder
Erosionen; feste/breiige Nahrung
mäßig (2 – 5 x/d)
mäßig, verminderte
Nahrungsaufnahme
2,88 – 3,12
1,94 – 1,75
1,10 – 0,90
126 – 130
2,60 – 3,00
2 = mäßig/deutlich
stark vermehrt
(7 – 9 Stühle/d) o.
Inkontinenz o.
schwere Krämpfe
stark schmerzhaft,
Erythem, Ödem oder
Ulzera; flüssige
Nahrung
stark, keine
Nahrungsaufnahme
möglich
stark (6 – 10 x /d)
3,13 – 3,37
1,74 – 1,51
0,80 – 0,60
121 – 125
2,10 – 2,50
3 = stark/ausgeprägt
keine orale Nahrungsaufn.; PEG/parenterale
Ernährung
bedrohlich (> 10 x/d
oder PEG/parenterale
Ernährung)
> 10 Stühle/d oder
blutige Diarrhö
–
≥ 3,37
≤ 1,50
≤ 0,50
≤ 120
≤ 2,00
4 = lebensbedrohlich
366
D10 – Nebenwirkungen
keine
keine
keine
keine
normal
normal
Gastritis/Ulkus
Darmobstruktion
Intestinale Fistel
Obstipation
Schleimhäute/Mukositis
(RTOG)
Speicheldrüsen (RTOG)
GRUNDLAGEN
0
keine
Grad / Toxizität
Ösophagitis/Dysphagie
geringe Mundtrockenheit, zäher Speichel,
Geschmacksstörung;
normale Kost
geringes Erythem,
Beläge oder geringe
Schmerzen
3 = stark/ausgeprägt
starke Dysphagie,
Ulzera; flüssige
Nahrung oder Analgetika nötig
stark, therapierefraktär; Op. nötig
konservative Therapie
nötig
konservative Therapie
nötig
ausgeprägte Obst.,
Subileus
schmerzhafte fleckige konfluierende fibriMukositis, blutige
nöse Mukositis,
Beläge; milde
starke Schmerzen;
Analgetika
starke Analgetika
mäßige Mundtrocken- komplette Mundtroheit, sehr zäher
ckenheit, kompletter
Speichel, mäßige
Geschmacksverlust;
Geschmacksstörung; flüssige Nahrung
feste/breiige Nahrung
1 = gering/leicht
2 = mäßig/deutlich
geringes Wundsein,
schmerzhafte
Erythem, schmerzlose Erytheme, Ödem o.
Erosionen
Erosionen; mäßige
Dysphagie
gering, mit Antazida
mäßig, forcierte
gebessert
Therapie nötig
–
intermittierend, keine
Therapie
–
vorhanden, keine
Therapie
geringe
mäßige
akute Nekrose, tiefe
Ulzera; PEG/parenterale Ernährung
tiefe Ulzera, Hämorrhagie; PEG/parenterale
Ernährung
Perforation oder
Blutung
operative Therapie
nötig
operative Therapie
nötig
kompletter Ileus
4 = lebensbedrohlich
Verschluss o. Perforation; PEG/parenterale
Ernährung
D10 – Nebenwirkungen
367
flüchtig, keine Therapie wiederkehrend oder
persistierend, keine
Therapie
Abfall der linksventri- Abfall der linksventrikulären Ejektionsfrak- kulären Ejektionsfraktion um < 20 %
tion um ≥ 20 %
asymptomatisch;
asymptomatisch; deutunspezifische T-Welliche ST- und T-Wellen-Abflachung
len-Veränderung (s.
Ischämie)
asymptomatischer
Perikarditis-SymptoErguss, keine Therapie matik: Reiben, Brustschmerz, EKG-Veränderungen
kurzfristiger Anstieg
wiederholter oder perum > 20 mmHg (D)
sistierender Anstieg
oder RR > 150/100
um > 20 mmHg (D),
RR > 150/100
geringe orthostatische mäßige Hypotension,
Dysregulation, keine
Flüssigkeitssubstitution
Therapie
oder andere Therapie
keine
normal
keine
normal
keine
keine
Pumpfunktion
Ischämie
Perikard
Hypertonie
(D = diastol. Druck)
Hypotonie
2 = mäßig/deutlich
1 = gering/leicht
0
Grad / Toxizität
Herz/Kreislauf
Arrhythmie
4 = lebensbedrohlich
stationäre Therapie
nötig, damit Normalisierung innerhalb 48
Stunden
symptomatischer
Perikarderguss:
Drainage bzw. spez.
Therapie
starker oder persistierender Anstieg: antihypertensive Therapie
stationäre Therapie,
aber nach 48 Std.
nicht normalisiert
hypertensive Krise
ausgeprägte Symptomatik: Tamponade;
Drainage sofort nötig
persistierend
ventrikuläre Tachykarund therapiebedürftig die o. Fibrillation oder
Monitoring
geringe kongestive
massive, therapiereHerzinsuffizienz, auf
fraktäre kongestive
Therapie ansprechend Herzinsuffizienz
geringe Symptomatik: ausgeprägte SymptoAngina pectoris ohne matik: akuter HerzinInfarktzeichen
farkt
3 = stark/ausgeprägt
368
D10 – Nebenwirkungen
–
keines
keiner
Pneumonitis
Lungenfibrose
Lungenödem
Pleuraerguss
GRUNDLAGEN
keine
Lungenfunktion (Lufu)
keine
Lunge/Kehlkopf
Dyspnoe/ARDS, akute
respirat. Insuffizienz
pO2 > 85
pCO2 ≤ 40
normal
keine
Ödeme
Blutgase (in mmHg)
0
keine
Grad / Toxizität
Phlebitis/Thrombose
2 = mäßig/deutlich
oberflächliche
Thrombophlebitis
ganztags, keine
Therapie nötig
vorhanden
asymptomatisch;
geringe radiologische
Zeichen
–
–
mäßige Dyspnoe oder
respiratorische Insuffizienz bei starker
Belastung
pO2 71 – 85 oder
pO2 61 – 70 oder
pCO2 41 – 50
pCO2 51 – 60
> 75 – 90 %
> 50 – 75 %
des Ausgangswertes
des Ausgangswertes
asymptomatisch
geringe Symptomatik,
Steroide nötig
geringe radiol. Zeichen mäßige radiol. Zeichen
gering, asymptomatisch; aber pathologische Lungenfunktion
nur abends
1 = gering/leicht
–
starke Dyspnoe oder
respiratorische Insuffizienz bei normaler
Belastung
pO2 51 – 60 oder
pCO2 61 – 70
> 25 – 50 %
des Ausgangswertes
starke Symptomatik,
Sauerstoff nötig
ausgeprägte radiol.
Zeichen
stark symptomatisch,
ausgeprägte radiologische Zeichen;
Diuretika nötig
–
3 = stark/ausgeprägt
tiefe Phlebothrombose
ganztags,
Therapie nötig
–
lebensbedrohlich;
rasche Intubation nötig
lebensbedrohliche
Ruhedyspnoe oder
respiratorische Insuffizienz
pO2 ≤ 50 oder
pCO2 ≥ 70
≤ 25 %
des Ausgangswertes
assistierte Beatmung
nötig
–
4 = lebensbedrohlich
venöser Infarkt,
Lungenembolie
generalisierte
Anasarka
D10 – Nebenwirkungen
369
0
keiner
normal
keine
keine
keine
keiner
Grad / Toxizität
Husten
Kehlkopf (RTOG)
Niere/Blase
Hämaturie,
hämorrhag. Zystitis
Inkontinenz
Dysurie
Harnverhalt
Restharn > 100 cm3;
kurzfristig Katheter
nötig
Stressinkontinenz
(z.B. Niesen)
geringe Schmerzen
oder Brennen; keine
Therapie
Mikrohämaturie
1 = gering/leicht
gering; leichte Antitussiva
geringe oder intermittierende Heiserkeit,
Reizhusten; geringes
Schleimhauterythem;
keine Therapie
3 = stark/ausgeprägt
stark; nicht kontrollierbarer Husten
Flüstersprache, starke
Schmerzen, konfluierend fibrinöses Exsudat, ausgeprägtes
Stimmbandödem;
starke Analgetika und
Antitussiva
Makrohämaturie, keine Makrohämaturie mit
Gerinnsel
Gerinnseln; Blasenspülung nötig
spontan, Kontrolle
unkontrolliert
möglich
mäßige Schmerzen
starke Schmerzen
oder Brennen; durch
oder Brennen, durch
Medikamente kontrol- Medikamente nicht
lierbar
kontrollierbar
Katheter immer zur
Op. (TUR, Dilatation)
Entleerung nötig
nötig
2 = mäßig/deutlich
mäßig; starke Antitussiva nötig
permanente Heiserkeit,
Reizhusten, Hals-,
Mund- und Ohrenschmerzen, fibrinöses
Exsudat, mäßiges
Stimmbandödem;
leichte Antitussiva
–
–
transfusionsbedürftige
Blutung oder Zystektomie nötig
–
massive Dyspnoe, Stridor oder Hämoptysen
Intubation o. Tracheotomie
4 = lebensbedrohlich
–
370
D10 – Nebenwirkungen
normal
klar, wach
Motorik
Bewusstsein
GRUNDLAGEN
normal
geringe Somnolenz
oder agitierte Stimmungslage
geringe, subjektive
Schwäche, keine
Funktionseinbußen
keine
Fistelbildung
Nervensystem
Sensorium
ausgeprägte objekt.
sensible Störungen o.
Parästhesien/Funktionseinbußen
ausgeprägte objektive
Schwäche mit schweren Funktionseinbußen
starke Somnolenz
oder Agitiertheit, Halluzinationen o. Desorientierung
Verlust tiefer Sehnenreflexe, geringe
Parästhesien
keine
keine
Blasenkrämpfe
Ureterobstruktion
objektivierbare sensible Störungen,
mäßiggradige
Parästhesien
mäßige, objektive
Schwäche, ohne signifikante Funktionseinbußen
mäßige Somnolenz
oder agitierte Stimmungslage
1 = gering/leicht
2 = mäßig/deutlich
3 = stark/ausgeprägt
vermehrt: < 2 x Ausmäßig vermehrt: > 2 x stark vermehrt: > 1
gangswert oder
Ausgangswert oder
x/h oder Katheterisienächtlicher Harndrang auch < 1 x/h
rung nötig
vorhanden
–
–
unilateral, keine
bilateral, keine
inkomplett bilat., Op.
Therapie nötig
Therapie nötig
(Shunt, Harnleiterschiene, Nephrotomie) nötig
–
–
vorhanden
0
normal
Grad / Toxizität
Harndrang
Koma, Anfälle oder
toxische Psychose
Paralyse
–
–
–
kompl. bilaterale
Obstruktion
4 = lebensbedrohlich
–
D10 – Nebenwirkungen
371
0
normal
normal
keine
keine
keiner
keine
normal
Grad / Toxizität
Koordination
Gemütslage
Kopfschmerzen
Verhaltensänderung
Schwindel/Vertigo
Schlafstörungen
Sinnesorgane
1. Ohr
Hörvermögen
asymptomatisch, Hörverlust nur audiometrisch fassbar
Tinnitus; mäßige Symptomatik: geringe
Hypakusis bei Audiometrie
1 = gering/leicht
2 = mäßig/deutlich
geringe Dyskoordina- mäßige Dysmetrie,
tion o.
Intentionstremor,
Dysdiadochokinese
undeutliche Sprache
o. Nystagmus
geringe Angst o.
mäßige Angstzustände
Depression
o. Depression
geringe, kurzfristig
mäßige bis starke,
intermittierend
Änderung ohne neg.
negativer Einfluss auf
Konsequenzen für sich sich o. die Familie o.
o. die Familie
Umwelt
gering, kontrollierbar
mäßig, schwer
kontrollierbar
gering,
mäßig,
selten Medikamente
häufig Medikamente
psychotisches
Verhalten
–
suizidale Absichten
starke Symptomatik: nicht korrigierbare
Hörverlust mit Funkti- Ertaubung
onseinbuße, Hörgerät
nötig
stark, unkontrollierbar, –
arbeitsunfähig
Schlafstörung trotz
–
Medikamente
starke Angstzustände
o. Depression
sehr stark und langfristig anhaltend
Gefährdung für sich
und andere
3 = stark/ausgeprägt
4 = lebensbedrohlich
ausgeprägte lokomo- zerebelläre Nekrose
torische Ataxie
372
D10 – Nebenwirkungen
GRUNDLAGEN
normal
gering verändert,
z.B. metallisch
normal
4. Nase
Geruchssinn
Endokrines System
–
nein
Glaukom
3. Zunge
Geschmackssinn
gering verändert
–
nein
„Trockenes Auge“
geringe Konjunktivitis
mit oder ohne Sklerainjektion; starkes
„Augentränen”;
keine Therapie
gering vermindert
–
normal
2. Auge
Sehvermögen
deutlich verändert
deutlich verändert
–
–
stark vermindert;
subtotaler Sehverlust
mäßige Konjunktivitis starke Keratitis mit
mit oder ohne
Kornea-Ulzeration,
Keratitis, Iritis mit
objektiver VisusPhotophobie; Steroide verlust; akutes
oder Antibiotika
Glaukom, Panophthalmitis
artifizielle
–
Tränenflüssigkeit nötig
–
vorhanden
mäßig vermindert
–
–
–
Enukleation nötig
uni- o. bilaterale
Erblindung
–
1 = gering/leicht
2 = mäßig/deutlich
3 = stark/ausgeprägt
4 = lebensbedrohlich
geringes Erythem,
mäßige (seröse) Otitis starke sero-sangui–
Otitis externa, Pruritus externa et media;
nöse Otitis externa et
lokale Therapie
media; intensive
Therapie nötig
Konjunktivitis/Keratitis
(RTOG)
0
–
Grad / Toxizität
Otitis (RTOG)
D10 – Nebenwirkungen
373
keine
Hitzewallungen
asymptomatische,
locker gestreute
makuläre, papulöse
Effloreszenzen
Epidermis systemisch
normal
geringes Erythem,
Epilation, trockene
Desquamation, reduz.
Schweißsekretion
mäßige Schmerzen u.
Schwellung mit Inflammation oder Phlebitis
mäßiges Erythem, vereinzelt feuchte Epitheliolyse (< 50 %), starkes Ödem, lokale Therapie
geringe Schmerzen
und Schwellung
stark o. häufig, sehr
beeinträchtigend
–
3 = stark/ausgeprägt
stark gestört
–
–
starke Schmerzen u.
Schwellung, Ulzerationen
ausgeprägtes Erythem, konfluierende
feuchte Epitheliolyse
(> 50 %), starkes
Ödem, intensive
Therapie
dicht gestreute maku- generalisierte makuläre, papulöse Efflores- läre, papulöse o. vesizenzen, mäßiges Ery- kuläre Effloreszenzen,
them, Pruritus o. asso- starker Pruritus o.
ziierte Symptome
assoziierte Symptome
ausgeprägt
2 = mäßig/deutlich
mäßig gestört
–
deutlich
und schmerzhaft
mäßiggradig ≥ 1 x/d
gering
gering oder < 1 x/d
1 = gering/leicht
gering herabgesetzt
vorhanden
gering
Haut/Unterhaut lokal (RTOG) normal
Cushing-Syndrom
keines
Haut/Allergie
Lokal (z.B. nach Injektionen) normal
0
normal
keine
keine
Grad / Toxizität
Libido
Amenorrhö
Gynäkomastie
generalisierte exfoliative oder ulzerierende
Dermatitis
tiefe Ulzera, Hämorrhagie o. Nekrose, operative Therapie
plastisch chirurgische
Maßnahmen nötig
–
–
4 = lebensbedrohlich
–
–
–
374
D10 – Nebenwirkungen
keine
normal
keine
keiner
keine
normal
normal
<5%
<5%
Allergie
Fieber/Infektion
Körpertemperatur (axillär)
Infektion
Schüttelfrost
Myalgie/Arthralgie
Schweißausbruch
Allgemeinsymptome
Appetit
Gewichtszunahme
Gewichtsabnahme
GRUNDLAGEN
0
keine
Grad / Toxizität
Alopezie
38,1 – 40,0 °C
5 – < 10 %
5 – < 10 %
gering vermindert
kurzfristig (< 1 Woche)
vermindert
10 – < 20 %
10 – < 20 %
mäßig, orale
Antibiotika nötig
ausgeprägt und
langanhaltend
gering, keine
mäßig, BewegungsBeeinträchtigung
einschränkungen
gering und gelegentlich häufig und nassgeschwitzt
gering, nicht
therapiebedürftig
gering oder kurzfristig
37,1 – 38,0 °C
1 = gering/leicht
2 = mäßig/deutlich
minimal,
mäßig, fleckig;
nicht auffallend
deutlich erkennbar
intermittierend Schüt- Urtikaria, Schüttelfrost,
telfrost und Tempera- Fieber von > 38,0 °C,
turen < 38,0 °C
leichter Bronchospasmus
–
> 40 °C für > 24 Stunden o. verbunden mit
Hypotension
lebensbedrohliche
Sepsis
–
Anaphylaxie
4 = lebensbedrohlich
komplett, irreversibel
langfristig (> 1 Woche) völlige Appetitlosigkeit
vermindert
≥ 20 %
–
≥ 20 %
–
–
arbeitsunfähig
stark, i.v. Antibiotika/
Antimykotika
–
> 40 °C für < 24
Stunden
3 = stark/ausgeprägt
komplett, jedoch
reversibel
Serumkrankheit,
Bronchospasmus,
parenterale Medikation
D10 – Nebenwirkungen
375
90 – 100 %
normal
Karnofsky-Index
Bei klinischer Relevanz
gering/leicht
70 – 80 %
voll ambulant, noch zu
leichter Arbeit fähig
1 = gering/leicht
gering; keine
Transfusion
Aktualisierte englische Versionen (ab Version 4.0 über Internet abrufbar)
normal
Allgemeinzustand
AJCC-/ECOG-Skala
*
0
keine
Grad / Toxizität
Blutung (klinisch)
3 = stark/ausgeprägt
stark; 3 – 4 Transfusionen/Episode
mäßig/deutlich
stark/ausgeprägt
tags > 50 % ambulant, tags > 50 % bettlägemeist Selbstversorrig, begrenzte
gung, arbeitsunfähig
Selbstversorgung,
pflegebedürftig
50 – 60 %
30 – 40 %
2 = mäßig/deutlich
mäßig; 1 – 2 Transfusionen/Episode
lebensbedrohlich
≤ 30 %
ständig bettlägerig u.
voll auf fremde Hilfe
angewiesen
4 = lebensbedrohlich
massiv; > 4 Transfusionen/Episode
376
D10 – Nebenwirkungen
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